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Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige»

für Auswärts 75 Pfg.

1899

Freitag, den 28. April

Us. 197.

Fernsprecher 81o. 52.

Fernsprecher No. 52.

üorgen»flusgabe

i

nur der Unkenntniß des Volkes, die eine Heilung, welche andere Umstände hervorgebracht haben, diesen Kräutern allein zuschiebt. Wenn beispielsweise Jemand wochenlang Morgens statt Kuhblumentrank nur dieselbe Menge warmen Wassers trinken würde, so könnte dieses Wassertrinken auch eine Heilwirkung äusüben. Auch unterschätzt die Menge zu sehr die Wirkung der Frühlingsluft an sich, die Wirkung des längeren Verweilens und Bewegens in dem stärker werdenden und wirkenden Sonnenschein. Alle diese und andere Heilfaktoren überträgt man dann auf den Krüuter- trank allein, und hat ihm so einen Ruf bereitet, den er lange nicht verdient. Die Kräuterkur giebt meist Gelegen­heit, mehr ins Freie zu gehen, schon nm die Kräuter zu sammeln, die milde Luft beschleunigt das Geben und das Athemholen und in letzter Linie wirken erst die Stoffe der Pflanze auf die Ausscheidungen des Organismus ein.

Schon in früheren Zeiten standen gewisse Kcäuterthces in großem Ruf. Heute verschreibt sie kaum noch ein Arzt. Als ein gutes Muster eines solchen Blutreinigungsthecs kann folgende Vorschrift gelten, die Jeder nach Belieben an sich ausprobiren kann, da sie keine scharfen und schädlichen Substanzen enthält; also man nehme gleiche Theile von: Franzosenholz, Klettenwurzel, Hauhcchelwurzel, Süßholz- wurzel und Sassafrasholz. Von dieser Mischung nehme man 2 Eßlöffel voll, übergieße sie Abends mit einem Liter Wasser, lasse die Nacht überstehen, koche dann Morgens bis zur Hälfte ein und seihe durch ein leinenes Tuch,damit die Species zurückbleibt. Dieses halbe Liter Thee trinke man warm innerhalb einer Stunde. Diese Portion kann man täglich wochenlang trinken. Zu langer Gebrauch aber ist immer schädlich, es können dadurch bei schwächlichen Personen Ab­magerung, Blutspeien, Nieren- und Blasenbeschwerden und «ndere Krankheiten entstehen. Auch bei stärkeren Naturen ist der anhaltende Gebrauch solcher Tränke für die Ver­dauung auf die Dauer höchst nachtheilig, indem nänilich die Schleimhäute des ganzen Vcrdanungsapparates gelockert und so die Verdauungsabsonderungen schlechter werden.

Bei allen blutreinigenden Trunkkuren, die vorzugsweise auf die Haut wirken, muß man sich besonders vor Er­kältungen hüten, zu denen man in jener Zeit sehr neigt.

Manche lieben es, durch blutreinigende Pillen ihr Blut zu verbessern. Es mag in vielen Fällen vorthcilhaft sein, im Frühjahr einmal eine gründliche Reinigung vorznnehmen, dann thue man es gründlich, aber nur einmal, und hüte sich vor Wiederholungen, die stets nur schaden.

Im Frühjahr sorgt die Natur schon für die Reinigung des menschlichen Körpers, wenn der Mensch das Gebotene nur benutzen möchte. Da giebt es außer Sonnenschein und klarer Luft so manche Speise, die wohlthuend wirkt. Löwen­zahn (als Salat) und Spinat (als Gemüse) wirken wohl­thuend auf die Nieren; der Genuß von Spargel und Sellerie empfiehlt sich bei Gicht und Neuralgie. Knoblauch und Zwiebel regen den Blutumlauf an und stärken die Ver­dauungsorgane. Kommt nun erst die Zeit des Obstes, so genieße man nach Herzenslust, denn reifes Obst ist für jeden normalen Organismus gesund. Ueberhaupt ist die Küche nicht nur für Gesunde wichtig, sonder« auch für Kranke, indem man durch eine zweckmäßige Diät nicht nur Krankheiten verhüten, sondern sie auch vollständig heilen kann.

(Nachdruck verboten.)

Frühtirrgsknren.

Von Dr. rned. Ebing.

Schon seit Jahrtausenden herrscht die Meinung, daß man k im Frühjahr, wenn die frischen Kräuter hervorbrechen, das f Blut durch eine Kur reinigen muß. So glaubt man im | Volke, und Volkesstimme, Gottesstimme. Es ist gewiß eine - schöne Sache, sein Blut, den Urquell alles Lebens, zu \ reinigen, nur muß es auf die richtige Art geschehen. Das s Selbstheilen ist stets eine gefährliche Sache, denn kein Mensch gleicht im Organismus ganz dem anderen, keiner lebt genau : so wie der andere. Wenn ein Mensch ein ihm verordnetes I Rezept oder Medikament einem anderen giebt, damit er auch Gebrauch davon mache, so beweist er damit seine vollständige | Unwissenheit in einer hochwichtigen Sache, in der er doch eine - Handlung vorzunehmen wagt. Es giebt eben kein Universalmittel, . und jeder Arzneistoff, der wirklich auch Heilmittel sein soll, muß stets dem einzelnen Organismus angepaßt sein, denn das Heilmittel des Einen ist oft geradezu Gift für den Anderen, auch unter scheinbar gleichen Krankheitserscheinungen.

Die Blutreinigungskur kann daher nur in dem Sinne gebilligt und verstanden werden, daß man bestrebt, Krank­heiten vorzubeugen, indem man die Absonderungen, den Stoffwechsel vermehrt. Enthielte das Blut wirklich Krank- heitsstoffe, so würde eine Krankheit entstanden sein und eine | Blutreinigungskur wenig helfen, denn jede Krankheit ver- - läuft nach ganz bestimmten Gesetzen zum Guten oder zum Schlimmen, mit derselben inneren Nothwendigkeit, womit sie auch entstanden ist. Alle Blutreinigungsmittel können daher nur dadurch eine heilsame Wirkung haben, daß sie die Aus­scheidungen der Haut, der Nieren, der Schleimhäute rc. an- regen und vermehren, kurz, den Stoffwechsel heben. Der ganze Lebcnsprozeß besteht nämlich in einer unaufhörlichen Stofirmfnahme und Stoffausscheidung, und je energischer I dieser Stoffwechsel vor sich geht, desto gesunder ist der Mensch.

Glaubt Jemand diesen Stoffwechsel durch eine Frühlingskur ganz besonders heben zu müssen, so kann er das nur nach einer ganz genauen Selbstbeachtung, das heißt, er muß sich in seinen körperlichen Schwächen kennen lernen und darnach seine Lebens­weise und seine Kur einrichten, sonst bleibt alles Kuriren nur blindes Tasten, das unter Umständen mehr schadet als nutzt.

Es unterliegt keinem Zweifel, daß gewisse Kräuter im frischen Zustande, also im Frühjahr, eine ausgesprochen günstige Wirkung auf den Stoffwechsel ausüben. Die so­genannte Löwenzahn- oder Kuhblumenkur hat oft eine wohl- thucnde Wirkung bei Leberleiden, bei Hämorrhoiden und bei Unterleibsstockungen. Andere schwärmen für die überall wuchernde Schafgarbe und nennen sie eine Wunderpflanze gegen unzählige Störungen, wie Husten, Lungenblutungen, Hämorrhoiden, Bleichsucht und Darmkatarrh.

Auch Stiefmütterchen und Tausendgüldenkraut stehen in hohem Ansehen beim Volk. Der Staat hat sie schon längst aus dem Arzncischatze entfernt, weil die Wirkung der ge­nannten Kräuter in getrocknetem Zustande sehr minder- werthig ist. Ihren großen Ruf verdanken die Kräuter auch

Verlag: Langgasse 27.

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4». Jahrgang.

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Gerade eine Materie, wie sie der Vortrag des Herrn Professors Dr. Staudinger behandelte, der Mittwoch Abend zum ersten Mal hier in Wiesbaden über die engeren Beziehungen zwischen Ethik und Religion gesprochen, verlangt eine von seinem Beruf vollkommen durchdrungen", auf der Höhe ferner Aufgabe stehende Persönlichkeit. Nirgends ist der Dilettantismus eine größere Gefahr als auf diesem Gebiete. Statt zu klären, zu fördern, kann er nur ver­wirren; statt zu erfüllen, nur auflösen.

Herr Professor Dr. F. Staudinger aus Worms, em ver. dientcr Mitarbeiter an der .Ethischen Kultur", Verfasser der Beiträge zur Sozialpädagogik" (Bd. 6 Züricher Reden) und anderer sachwissenschaftlicher Schriften, gehört jedenfalls zu jenen Persönlichkeiten, die berufen scheinen, das Verständniß für die Bestrebungen derEthischen Kultur" immer weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Was er sprach, war klar und einfach, ver­ständlich rote ein Rechenexempel, und doch so warm aus dem Herzen kommend und zum Herzen gehend. Der Redner unternahm es zunächst, die falschen Meinungen über das Wesen der Ethischen Kultur zu klären. Den Vorwurf, sie sei eine Feindin der Religion, wies er insofern zurück, als er den Begriff der Religion nicht als etwas unwandelbar Fest­stehendes, sondern als ein Lebendiges, wie alles Leben aus immer erneuter Kraft sich Entwickelndes definirte. Freilich, mit Denen, die hier nichts von Entwicklung wissen wollen, die die alten Formen der Religion benutzen, um unlautere Ziele zu verfolgen, mit den Zeloten und Eiferern, die meinen, den Himmel gepachtet zu haben und alle anders Denkenden verdammen und richten, mit diesen hat die Ethische Kultur nichts gemein, von dieser Religion will sie nichts wissen. Sie will Niemandem seine Religion aus dem Herzen reißen, will aber auch nichts von Jenen wissen, die an erstarrten Formen festhalten, nur um die Menschen zu knebeln und niederzuwersen.

Den Angriffen in Bezug auf die Ethik, die von links und rechts gleichmäßig ergehen, indem sie sagen: Eure Ethik steht in der Luft, Ihr wollt Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit re., das wollen wir Alle rechts und links, und wollen Alle etwas Anderes, begegnet der Vortragende: Unser Programm ist nicht fertig, wir sind Werdende, Suchende, wir wollen nur eine Richtung geben, die der heutigen Weltanschauung entspricht. Es giebt wohl eine höhere Ethik, in der sich alle einigen raunen, aus der auch eine allgemeine Moral hervorgeht. Die Ethik ist eine Wiflenschaft: Moral, die au» Gesinnung hervoraegangene Handlung. Der Einzelne kann Gute» wollen tutb weiß nicht recht zu handeln, da soll die Ethik.

Die engeren Keziehungen zwischen Ethik nnd Religion.

Eine starke Organisation ist das beste Mittel der Propaganda. Wo es sich um materielle Dinge handelt, da fehlt es auch nicht Daran. Aber sollten wir nicht auch da, wo es gilt, ideale Güter m vertreten, uns die Vortheile einer festen Organisation sichern? Was können Vereinzelte, selbst wenn sie sich noch so sicher auf ihrem Wege fühlen, gegen Thorheit, Selbstsucht und Fanatismus, die heute noch die Welt beherrschen, nicht etwa, weil das in ihrem Wesen liegt, sondern weil ihre Propaganda glanzvoll organisirt ist. Nur in der Gemeinschaft stärkt sich der Mensch im Guten das zeigt schon der Einfluß, den das Familienleben auf den Einzelnen übt. So kann auch nur die Stärkung des Bewußtseins der Zusammengehörigkeit des ganzen Menschengeschlechts in ethischem Sinne erheben und veredeln. Die verhängnißvolle Zersplitterung der Kräfte zu verhindern, das ist das Streben des.Ethischen Bundes": er will Gleichgesinnte vereinigen zu dauernder wechsel­seitiger Anregung und stetiger Einwirkung auf immer weitere Kreise.

Diesen Zweck verfolgen auch die von der Ethischen Gesellschaft veranstalteten Versammlüngen und Vorträge. Wrr müssen es den Männern Dank wiffen, die ihre durch philosophische Bildung und zusammenhängendes Studium der Menschenieele und des gesell­schaftlichen Lebens gewonnenen Erkenntnisse in so uneigennütziger Weise in den Dienst der Allgenreinheit stellen. Es wäre nun zu wünschen, daß das Bedürfniß nach solchen Rufern im Streit immer lebendiger würde, und immer mehrere als ethische Lehrer und Sprecher ihren Lebensberuf finden könnten. Wer aber einer ideellen Sache seine ganze Zeit und Kraft zur Verfügung stellen soll, der muß auch materiell unabhängig gemacht werden. Es herrscht noch vielfach die sonderbare Ansicht, man könne ohne Be­denken die konzentrirteste Lebensarbeit eines Menschen so ohne weitere Gegenleistung hinnehraen eS handelt sich ja nur um ideale Dingel Gerade diese find aber die höchsten, die Menschheit Ordernden, die die reinste, durch nichts beirrte Hingabe verlangen. In dieser Erkenntniß hat auch Dr. Stanton Colt in England bereits die Sammlung eines großen Fonds angeregt, der es er­möglichen soll, die Lebensarbeit einiger Männer und grauen ganz für die ethische Bewegung zu gewinnen. Wir sehen, dre Engländer sind auf gjle» Gcbiekk« gleich praktisch.

für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bi» 3 Uhr Nachmittags. - Für die Ausnahme später eingereichter Anzeigen zur nächsterscheinenden Ausgabe wird kein« Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

die die wissenschaftliche Begründung giebt, leiten und führen. Die höhere Ethik ist nicht bte Aufgabe eines Einzelnen, sondern der Gesammtheit, ans ihr refultirt die Wahrheit.

Von rechts kommt die Frage: Wie wollt Ihr eine Ethik ohne Religion? Hält sie nicht die Grundsätze fest, die von Ewigkeit gegeben sind? Darauf zur Antwort: Das ist nicht so gerade die Lehren der Kirche haben mächtige Wandlungen erfahren ich erinnere mir an die Geschichte von Lazarus und den reichen Mann und an die Gedanken der Bergpredigt.--Die Theologen, die

da sagen: Gut ist, was Gott geboten, und weil es geboten, ist es gut, sie predigen den Despotismus. Andere Theologen wieder sagen: Gott ist ja das Gute sie gehören zu uns, nur die Aeußerlichkeit der Glaubensform unterscheidet sie. Dem Despo­tismus des Guten, der da gut nennt, nur weil es geboten, stehen wir scharf entgegen. Es muß aus Vernunftsgründenklar werden, warum etwas gutist. Da stehen wir an der Quelle unserer Ethik, der wissenschaftlichen Untersuchung einer neuen Weltanschauung, die aus der dogmatischen hervoraegangen.

Der Wahrheitsbegriff hat sich verschoben. Früher galten bestimmte Lehren als wahr heute haben wir uns Wahrheiten anzueignen , nicht glauben, erkämpfen, erringen müssen wir sie was früher Gebot war, heute ist es das Resultat wissenschaftlicher Forschung kein Glaube mehr neben der Wissenschaft. In der Wissenschaft giebt eS keine Willkür es giebt nur ein Zusammen­stimmen, darin liegt». Wo sich ein Widerspruch ergiebt, da ist ein Fehler, bann mußt Du suchen, bis Du ihn gefunden, bis Du zur Einheit gekommen. Was man nicht einen kann, ist vom Nebel. F o r sch un g ist das Kriterium der wissenschaftlichen Weltanschauung. Aber nicht nur in der Theorie haben mir nach Einheit zu streben, auch die praktischen Thätigkeiten müssen einheitlich sein. Gut ist der Wettstreit, aber der Kampf, der darauf ausgeht, den Anderen zu vernichten, ist schlecht. Nicht der Einzelne macht heute die Geschichte, sondern das vernünftige Zusammenwirken Allerr früher entschied blinder Gehorsam heute die Einsicht in dir Bedingungen der Ordnung und Freiheit und Alles, was nach dieser Ordnung und Freiheit zielt, ist gut. Früher wurden größere Wandlungen nur durch gewaltsame Katastrophen herbeigeführt, heute find sie die Resultate verfassungsmäßiger Entwicklung. Mit ihr wird auch dieEthische Kultur" ihre hohen Ziele erreichen, wenn sie ihke Kräfte zu gemeinsamer Arbeit zu vereinigen versteht. F. Dr. .

Aus Stadl nnd Kand.

Wiesbaden, 28. April.

Keschichtskalendeu. 28. April. 1897: Die Türken be­setzen Trikkala, Niederlage der Griechen bei Pentepigadia. 1873: t Th. Ritter v. Karajan zu Wien, hervorragender Germanist und Historiker (* 1810 zu Wien). 1864: Besetzung von Fredericia. 1859: Kriegserklärung Oesterreichs an Italien. 1828: * Johanne» Roos zu Camp am Rhein, Erzbischof von Freiburg (f 1896). 1809: Schills Auszug aus Berlin. 1808: * I. G. Kohl zu Bremen, bekannter Reiseschriftsteller (f 1878). 1799: Rastatter Gesandtes mord, Bevollmächtigte Frankreichs durch Szekler Husaren ge- töbtet. 1753: * Franz Achard zu Berlin, Begründer der Rüben- zuckerfabrikation (t 1821 zu Tunern). 711: Landung der Araber unter Tarik bei Algeciras in Spanien.

* Herr Kgl. KibliotffrKar Dr. Zoffs. Franke, bisher Oberleiter der hiesigen Kgl. Bibliothek, an die er von Göttingen her berufen wurde, ist zum Abtheilungsdirektor an der Kgl. Bibliothek in Berlin ernannt worden, nachdem er dort schon längere Zeit mit der Einrichtung für die neue Reichsbibliothek in Posen beschäftigt war. So sehr man sich über bte Beförderung des als besonders tüchtig bekannten Beamten in eine so verantwortungsreiche Stellung freüen kann, ist das Bedauern, ihn und seine Gattin, die bekannte Romanschriftstellerin Gettrup Franke-Schievelbein, von Wiesbaden scheiden zu sehen, doch sehr groß, zumal das Ehepaar Franke im litterarischen Leben unserer Stabt belebend und anregend gewirkt hat.

Art» dem Magistrat. Mit der Veräußerung de« städtischen Grundbesitzes im Nerothal in der Nähe bei Beausite zwischen der Echo- unb Wilhelminenstraße (ehemals Christmannscher Acker) beabsichtigt ber Magistrat in nächster Zeit vorzugehen. Das Gelände wird in sechs bis acht Bauplätze getheilt werben. Bezüglich der Geleise für die künftige elektrische Bahn durch dieAdolfs-Allee nachBiebrich hat die Deä kehrskommission vorgeschlagen, das zweite Geleise auf die andere Seite der Straße zu legen, sodaß auf beiden Sekten der Fahrbahn ein Geleise zu liegen kommt, dessen Axe 1)35 bis 1,40 Meter Abstand vom Bordstein der Allee erhält. Ausschlaggebend war hierbei die Rücksicht auf erhöhte Sicherheit des Publikums gegen Unfälle. Der Magistrat hat den Vorschlag der Verkehrs-Kommission angenommen in der Hoffnung, daß der Magistrat der Stabt Biebrich, bie sich für eine Verlegung beiber Geleise in die Mitte der «Ztratze ausgesprochen hatte, auf der Biebricher Strecke dieselbe Anordnung ber Geleise als in Wiesbaden annehmen wird.

o. DorNassauische Gesiingnitz-Verrin" hielt seine dies­jährige Generalversammlung am Mittwoch Nachmittag im kleiüejt Saale desKath. Lese-Verein" ab. lieber das verflossene VereiM fahr, bas 21. seit Bestehen bes Vereins, konnte im Ganzen Günstige» berichtet werden. Die Zahl ber Mitglieber hat sich weiter ver­mehrt, unb zwar um 78, sobaß der Verein z. Zt. 1174 Mitglieder zählt. Zu den im Jahre 1897 errichteten Fürsorge-Kommissionen in Hadamar und Diez ist zufolge des in ber letzten Generalversamm­lung gefaßten Beschlusses noch eine brüte getreten, nämlich bieienige für Eberbach, die sich bereits als ganz besonders wirksam und nutzbringend erwiesen hat. Für das Männerasyl ist Seiten» desVaterländischen Franen-Verein" ein passendes Grundstück, Dotzheimerstraße 58, gemiethet worden, aus welchem den entlassenen Gefangenen außer Holzzerkleiiierungs- und ähnlichen Arbeiten auch Gelegenheit zur Beschäftigung in Feld und Garten geboten ist. Das vom Verein subventionirte Fraucn-AsylLiudenhauS" hat auch im ver­flossenen Jahre die Bestrebungen desGefängniß-Verein" fortgesetzt unterstützt. Die Vermögenslage des Vereins ist eine günstige. Der Vor­stand durfte daher die Aufwendungen für die in Fürsorge genommenen entlassenen Gesangenen, beziehungsweise für die Familien von Gefangenen reichlicher bemessen. Von den entlassenen männlicheü Gefangenen fanden: 1. 120 Aufnahme in dem hiesigen Männer- Asyl, von wo ans es 51 gelang, anderweit Arbeit zu bekommen. 2. Sogleich nach der Entlassung konnten 7 in passenden Stellen untergebracht werden. 3. Zum weiteren Fortkommen wurden 18 mit Kleidungsstücken unb Schuhwerk versehen. 4. In 12