Einzelbild herunterladen
 

- Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zm

Anzeigen -Annahme ^^chkiAmsÄbe & Möglichkeit Sorge getragen.

1899.

Freitag, den 28. April.

Fernsprecher No. 52.

U«. 198.

Fernsprecher N». 52.

Abend-Ausgabe

J Aüv Mai und Juni

auf das

/Wiesbadener Tagblatt"

,u abomiiren, findet sich Gelegenheit im Verlag Langgaffe 27, bei den Ausgabestellen, den Zweig-Expeditionen in den Nachbar-

i Arten und sämmtlichen deutschen Reichsxostanfialten.

regelmäßig nicht weniger als 35 pCt. Dividenden erübrigt, freilich kostet ja auch ein einfacher Sperrsitz seine Guinee (= 21 Mark) den Abend. Die Oper istMode", das Haus gut besucht, da lassen sich wohl Schätze sammeln. Aber Coventgarden-Theater bleibt doch fast ausschließlich eine Sammelstätte derUpper ten, der begüterten oberen zehntausend Familien des Landes.

Da hat sich denn neuerdings wieder die Bewegung zur Gründung einernationalen Oper" geltend gemacht, eine hochtrabende Bezeichnung, die indessen nichts Anderes besagen will, als daß darin in der Sprache des Landes gesungen werden soll. Wohl hat es öfter schon solcher Art Gesellschaften gegeben, und so hatte vor Allem die von unserem verstorbenen Landsmann Karl Rose begründete und nach ihm benannte Gesellschaft schon Tüchtiges geleistet. Aber es war doch immer nur ein Privatunternehmen mit beschränkten Mitteln, das nach verschiedenen Seiten hin mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, zumal auch mit dem Umstand, daß das Verlangen nach einer Oper bei der Nation im Allgemeinen noch nicht hinreichend geweckt war. Und so werden auch den wieder erwachten Be­strebungen nach Begründung einer Oper nach kontinentalen Mustern wieder die erheblichsten Hindernisse entgegen­gesetzt und die bekannten Phrasen recht breitgetreten, wie:Das Büreaukratenthum in die Kunst sich mischen (affen"Das Geld der Steuerzahler für Ver- gnügungszwccke ausgeben! Nimmermehr!" Aber man sollte nun doch längst gesehen haben, daß ein derartiges Unter­nehmen ohne eine Subvention nicht lebensfähig ist. Aber woher diese kommen soll, ist bislang noch nicht abzusehen. Der Hof verhält sich den Bestrebungen gegenüber völlig interesselos. Die Königin nimmt ja alljährlich eine Loge in der Italienischen Oper ohne selbst dieselbe jemals zu

betreten - und der Prinz von Wales hat auch eine Loge. Damit glaubt die königliche Familie zur Hebung der Kunst auf diesem Gebiet offenbar genug zu thun. Und ähnlich verhält es sich mit den tonangebenden begüterten Grotz-n des Landes Sie haben ja Alle in Covcntgardcn, was sie brauchen. Nun haben einige Opern-Enlhusiasten dem Londoner Grafschaftsrath eine Petition erngereicht, der die- selbe auch ernstlich erwogen, wohlwollend erwogen hat aber darüber hinaus kommt man nicht. Die Zeitungen haben der Sache ihre volle Aufmerksamkeit zugewandt. Alle Welt ist von der Nothwendigkeit, daß endlich einmal etwas geschehe, vollauf überzeugt und lange schon überzeugt ge­wesen, und dabei bleibt es. ,

Auch die Theater sind beflissen gewesen, für die be­ginnende Saison dem Publikum etwas Besonderes zu bieten. Die beiden hervorragendsten Dramatiker des heutigen England Pincrs und Jones, haben eben ein Jeder ein neues Stück herausgebracht. Indessen weder die gewagten Situationen, mit denen Piners einen Sinnenkitzel auszuüben sucht noch die großartige, bewundernswerthe Ausstattung, mit der das Jonessche Stück auf die Bühne gebracht ja, ujcht einmal der bedauerliche Skandal, welcher der Auf- kübruna des letzteren Dramas voraufging, der viel Aufsehen erregte und darin gipfelte, daß der Direktor dem Dichter den Zutritt ins Theater verbot können bet den Mängeln der Stücke im Uebrigen eine besondere Anziehungs­kraft ausüben.

Anders ist es mit einem dritten Drama, das soeben hier aufgeführt und keinen Anderen zum Lerfasser hat als Meister Sardou, der dieses Stück nach besonderer Bei- einbarung mit Sir Henry Irving für die Lyceum-Buhne, ja, wie es scheint, auch die Hauptrolle deren hervorragendstem Vertreter, Irving, ans den Leib geschrieben hat. Das Ltuch

Verlag: Langgasse 27.

16,000 Abonnenten

in seinen Befugnissen, nberecht zu kündigen, beschranken owsky bekämpft lebhaft den

Anzeigen-PreiSr

Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige« 15 Pfg., für auswärtige «Mgr« 2S Vfg. - Sieclamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

Bankaesetzes den Bundesrath grundsätzlich den Privatbanken das Noten-Ausgaberecht will. Staatssekretär Posaoowsky --... . .

Antrag Levetzow. Nach werterer Debatte werden unter Ablehnung aller Abänderungs-Anträge die Kommissionsvorschlaae angenommen. Auch der Rest des Gesetzes wird in der Kommifsionsfassung an­genommen. Morgen 1 Uhr zweite Lesung der Justrz-AMraae Rintelen und der lex Salrsch. Vorher dritte Lesung des Bank­gesetzes. Schluß 5*/i Uhr. #

Berlin, 27. April. In der Reichstags-Kommission für die Post-Novelle stand heute der Zeitungstarif zur Be- rathung. Eine Reihe von Abänderungs-Antragen liegt vor. Zu einer Abstimmung kam es heute noch nicht. Die Berathung wird

derselben zu vertteten. Statt nun gegen die der Entscheidung des Bezirksausschusses präjudizirlichenAeußerungen des Vorsitzenden Geheimraths scharfen Protest zu erheben, ließ derselbe m durchaus schwächlicher Weise die Möglichkeit durchblicken, als ob der Magistrat in dieser Frage auf einen Vergleich sich einlassen könnte. Der Magistrat wird an diesem Freitag zur «ache Stellung nehmen. Inzwischen hat Bürgermeister Kirschner leinen Zweifel darüber gelassen, daß in dieser Angelegenheit der Magistrat auch weiterhin nur in striktem Einvernehmen mit der Stadtverordneten- Versammlung handeln wird. Auch formell würde der Magistrat für sich allein garnicht in der Lage fein, einem abgeänderten Prost» znzustimmen, da die Geldbewilligung der Stadtverordneten auf Grund einer der betreffenden Magistratsvorlage beigefügten skiW des Portals erfolgt ist."

* sozialdemokratischen Maifeier finden in Berlin am nächsten Montag 29 öffentliche Versammlungen statt, außerdem werden in den Vororten noch 8 Versammlungen abgehalten. Nach­mittags veranstalten die 6 Reichstagswahlkreise Berlins m 16 ver­schiedenen Gartenlokalen Volksfeste, und verschiedene Gewerkschaften unternehmen Ausflüge.

* Rund schar, im Reiche. Kardinal Krementz, dessen Befinden befriedigender ist und dessen Schmerzen bedeutend nach­gelassen haben, erhielt nach derKöln. Volksztg. ern Telegramm des Kaisers aus Kaltenborn:Erfahre soeben mit tiefstem Be­dauern Ihre Erkrankung. Ich hoffevon ganzem Herzen, daß der gnädige Herr des Himmels Ihnen Kraft verleihen wolle, dieselbe zu überstehen." Der LloyddampferDarmstadt Mildem Ab- lösuiigstransport von Kiautschou unter Führung der Hauptmanns v. d. Heyde ist am 26. ds. in Smgapore einaetroffe» und beabsichtigt, am 28. dS. die Weiterreise anzutreten - Auf der Zeche Dahlbusch bei Gelsenkirchen forderten 52 jugendliche Schichtlöhner höherenLohn. Da ihnen dieser nicht sofort bewilligt wurde, verweigerten sie die Anfahrt und verübten gegen die Be­amten Ercesse. Mehrere der Arbetter wurden verhaftet. Die Ruhe ist wieder hergestellt, nachdem 20 Pf. Lohnerhöhung bewilligt wurden. - In Stuttgart faßte der soztaldemokratischf Verein mit allen gegen sechs Stimmen einen Beschluß, in dem er gegen Bernstein Stellung nahm. - Äe Sozial, demokraten in Mainz wollten am kommenden Sonmaa zu ibrem Mai fest von dem Parteilokale aus einen Festzug in dw Stadthalle veranstalten. Das Kreisamt hat denselben verboten.

«. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs-Preis: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Ausland.

* Grstevrelch-Uiigarn. DerNeuen Freien Presse" wird von kompetenter Seite bestätigt, daß KalferWilhelm MM hullungsfeier des Denkmals sur Erzherzog Albrech.am 21. Mat in Wien eintrifft. Das sächsische Komgspaar wird durch einen Prinzen vertreten sein. In der vorgestrigen Landtags-Sitzung in Prag kam es zu einer stürmischen «cene zwischen dem RegierungS» Vertreter und der Majorität, weil der Statthalter erflarte, er werde die vom Landtag beschlossene Aenderungen der «chuliuspektions- Bestimmuiigen nicht der kaiserlichen ««nktion unterbreuen. Der Abgeordnete Adamek drohte mit der Oppost on des gejammte« böhmischen Volkes, wenn dem Wunsche des Landtags nicht ent> sprachen werde.

* Sckw-ir. Die Gerichtsbehörde in Zara (Dalmatien) hatte die Genfer Gerichtsbehörde ersucht, Lurche n i die Erklärungen de« in Zara inhaftirten anarchistischen Bergmanns ^racia mitzutheileif. Bracia sagte aus, er habe mit Luccheni zusammen gearbeitet und hörte ihn mehrfach Drohungen Ssgen gekrönte Häupter ausstoße«. Infolae dieses Ansuchens wurde Luccheni gestern von dem Unke» suchungsrichtcr Lechet vernommen. Luccheni sagte aus, er arbeitet niemals in einem Bergwerke, und blieb bei ferner ffuheren Be» hauptuug, zwei Anarchisten, Die er nicht kenne, hatten sich am Tage des Attentats, mit Revolvern bewaffnet, auf dem Genfer Bahnhof befunden, um die Kaiserin Elisabeth zu erwarten. Ein anderes «Mnkt ist jetzt aufgeklärt. Man fprach lange von einem unbekannten Greise, der Luccheni am Tage des Verbrechens folgte. Es war dies ein ebrenbafter Genfer Handelsmann, der zufällig auf dem Quai^ontblane neRn dein Mörder stand. Er wollte sich spater nicht melden, um im Verhör Aufsehen zu vermelden.

morgen fortgesetzt.

Deutsches Deich»

* Berlin. 28. April. In der gestrigen Sitzung der Kanal- Kommission des Abgeordnetenhauses wurde die Berathung der wirthschaftlichen Bedeutung des Rhein-Elbe-Kanals fortgesetzt, ohne daß bemerkenswerthe neue Momente vorgebracht wurden. Die Reise der Mitglieder der Kommission zur Besichtigung des Dortmund- Ems-KanalS wird am 4. Mai mittelst Sonderzuges erfolgen und drei Tage beanspruchen.

* Klrinbahnw-sen. Die Anerkennung der Kleinbahnen als eines bedeutsamen Faktors für die wirthschaftlichc Entwickelung Deutschlands soll durch das Reichs-Hypothekenbankgefetz ausgesprochen werden. Schon das neue . Handelsgesetzbuch be­schäftigt sich mit den bis dahin nur in Preußen durch Gesetzgebung berücksichtigten Kleinbahn-Unternehmungen. In Preußen war aber (in dem Gesetz vom 19. August 1895) nur eine Verpfandung von Kleinbahnen mittels Eintragung in ein besonderes Bahngrundbuch möglich gewesen. Nunmehr Allen durch das Neichsaesetz die Hypothekenbanken die Erlaubniß erhalten. Darlehen an Kleinbahn- Unternehmungen gegen Verpfändung der Bahn zu gewahren und auf Grund der so erworbenen Forderungen besondere Schuldverschreibungen auszugeben. Zur Zeit hat m Deutsch­land nur 7 die Preußische Mandbriefbank zu Berlin auf Grund ihrer Statuten solche Kleinbahn-Obligationen ausgeben dürfen. Diese Obligationeii sollen, wie ausdrücklich hervorgehoben sei, durch das Gesetz nicht auf gleiche Stufen mit den Hypotheken- pfandbilefen gestellt werden. Der Genehmigungspsticht der Aufsichts­behörde sind engere Grenzen gezogen. Innerhalb der Kommission des Reichstags für das Hypothekenbankgesetz haben sich bei einer m diesen Tagen stattgefundenen Vorbesprechung über die Zweckmatzig- keit der Zulassung von Kleinbahn-Obligationen zum Geschäfts­betrieb der Hypothekenbanken einige Bedenken geltend gemacht, die indeß nicht als so schwerwiegend angesehen werden, um zur Aus­schließung dieser Papiere zu führen.

* yrtter den Gebrauch dcrSchnffmatfen durch Miiitar- posten verhandelte am Mittwoch die Petttionskommission des Reichs­tags aus Anlaß einer Petition, betreffend Abänderung der Be­stimmungen über den Waffengebrauch der Militarposten. Von der Militärverwaltung wurde eine Erklärung abgegeben: 1. die Faste hätten abgenommen, 2. sei für die Posten eine neue Instruktion ansgearbeitet, 3. feien die Fälle, , in denen von der Schußwaffe Gebrauch zu machen ist, eingeschränkt, 4. sei die Zahl der Posten, welche scharfe Patronen erhalten, verringert worden und 5. sollten die Militärgefangenen möglichst in geschlossenen Wagen tmnSporttrt werden. Hierauf beschloß die Kommission, dem Reichstag den Ucbergaug zu empfehlen.

* Zur Angelegenheit des Friedhofs der Marz- gefallenen schreibt dieFreis. Ztg.":In den Kreisen der Kommuualbehörden ist, tote wir zuverlässig erfahren, das Eistaunen über die Vorgänge im Bezirksausschuß nicht geringer als in Der Bürgerschaft. Stadtrath Mcubrink ist zwar bekannt als em ebenso liebenswürdiger wie hochkonservatwer Herr. Derselbe bewirbt sich auch schon jetzt eifrigst um die durch die Bestätigung Kirschners vakant werdende Stelle des zweiten Bürgermeisters Derselbe hatte aber den strikten Auftrag, die Gesetzwidrigkeit der Polizer- verfügung und das auch sonst in jeder Beziehung llngerechtfertigte

Deutscher Reichstag.

0 Kerlin, 27. April.

Tagesordnung: Zweite Lesung der Bankgesetz-Vorlage. Nach der Vorlage soll das Bank-Grundkapital von bisher 120 Millionen auf 150 Millionen erhöht werden. Die Kommission hat Erhöhung um 60 Millionen beschlossen, und Uvar sollen dieselben mr Hälfte bis Ende 1900, der Rest bis 1905 begeben werden. Din Antrag v. Levetzow will die gesammten 60 Millionen bis i Ende 1900 begeben wissen. Em Antrag Arendt will, daß d,e r neuen Aktien Nicht dem Publikum zur llebernahme angeboten, son- |fkern sammt und sonders vom Reiche übernommen werdenfouen.- - Abg. Arendt (Reichsp.) empfiehlt zunächst .seinen Antrag Des tz Weiteren betont er, daß es wohl das Richtigste sem wurde die k Reichsbank zu verstaatlichen. Werde fein Antrag abgelehnt, so | bitte er um Annahme des Antrags Levetzow. ^bg. v.s audy Wons.) Plaidirt gleichfalls für Verstaatlichung der W?bank weil dies ml Interesse der Allgemeinheit liege. Charakter stifch fei es, 1 wie sich die Sozialdemokraten trotz ihres Anti-Kapitalismus dies- . mal auf die Gegenseite geschlagen hätten eingestandenermaßen nm ans Haß gegen die Agrarier. Abg. Eahensly (Centr.) - bittet um Ablehnung des Antrags v. Levetzow und des " Antrags Arendt und um Annahme der Kommissionsbeschlus e - | Reichsdankpräsident Koch empfiehlt gleichfalls Ablehnung der beiden I Anträge. - Abg. Gamp (Reichsp.) zahlt auf, was seme Freunde | in der Kommission Alles angeregt hatten. Er nehme nicht Anstand, t dies rückhaltlos anzuerkennen. Er bitte um Annahme der Kom- ^Msstons-Beschlüsse. Abg. Büsing (nat.-lib.) erklärt, seine k Freunde lehnten die Anträge ab und stimmten einstmimlg den I Ergebnissen der Kommissionsberathung zu. Aba. Fischbeck E Ms. Volksp.) und Abg. Siemens (freis. Ver ) .geben ne - 1 gleiche Erklärung ab. - Abgeordneter Arendt »W W | nochmals seinen Antrag zu empfehlen Hieran wird derselbe ss fast einmüthig abgelehnt. Der Antrag, v. Levetzow wird e ebenfalls abgelehnt. - Beim Artikel 2 befürwortet Abgeordneter I Schönlank (Soz.) den von [einer Partei gestellten Antrag, [ den Dividendenbezug der Antheilschein-Jnhaber auf 5 pCt. im M Marimum zu beschränken. Abg. Gras Kanitz (kons.) beantragt, 8s das Dimdenden-Maximum auf 6pCt. festziisetzen. Unter sturmilcher A Heiterkeit des Hauses erheben sich für den sozialistischen Antrag E außer den Sozialdemokraten selbst noch die Deutsch-Konservativen - und die Anfisemiten. Mit derselben Minderheit stillt auch ' der konservative Antrag. Auf Antrag des Abg. Fischbeck M (freis. Volksp) erhält sodann § 31 Absatz 3 des Bankgesetzes k eine redaktionell etwas veränderte^assung. Artikel 5 handelt vom 1 Privat-Diskontsatz. Nach S 1 soll die Reichsbank nicht mehr unter F dem offiziellen Diskontsatz Diskonfiren dürfen, sobald derselbe 4 pCt. M eneicht ober überschreitet. Nach § 2 sollen die Privat-Zettelbmiken sich auf dasselbe Verbot verpflichten, widnaenfalls ihnen das Noten- Musgaberecht soll gekündigt werden dürfen. Em Antrag Heim M(Centr.) wünscht Streichung der Worte erreicht oder . Em Antrag : v. Levetzow (kons.) will der Reichsbank überhaupt, verbieten, k unter ihrem offiziellen Banksatz zu diskonfiren. Die Prioat-Zettel- banken ferner sollen nicht mehr als/» pCt. (nach den Kommrssions- f beschlüffen'/«pCt.) unter den Reichsbank-Diskont hmabgeben dürfen ß- Reichsbank-Präsident Koch erbittet Ablehnung des konservativen j Antrags. Redner erklärt sich außerdem noch gegen den zweiten ' Theil des Antrags Heim, der mit feiner Aenderung des § 43 des

(Nachdruck verboten.)

Kondoner Krief.

Begin» ver Saison. - Italienische und englische Dper. - Theater. Sardons RoveSpierre. Buchhändler- Experimente. - Berdivigung guter Lektüre.

, 25. April.

Es naht wieder die Zeit der beginnenden Londoner - Saison, und die besonderen Wahrzeichen derselben auf in­tellektuellem Gebiet sind die Anfang Mai statlfindende Er­öffnung der Kunstausstellung der Royal Academy sowie die in der zweiten Woche beginnendeItalienische Oper", - die einzige Oper, welche London für die Dauer von etwa drei Monaten aufzuweisen hat. Für den langen Rest des Jahres ist die größte und reichste Stadt der Welt immer noch ohne Oper. Während der Saison haben wir dann allerdings die erlesensten Kräfte des internationalen Sänger- F thums hier versammelt, dieselben Kräfte, welche die Macht ; der Dollars nun schon seit Jahren für den Winter nach k Amerika gelockt, eine Sembrich, Lehmann, Nordica, Melba, rue§, die Brüder de Rcszke, van Dyk, Planxon und wie alle heißen. Künstler, die in New-Jork ihre zwei- bis - dreihundert Pfd. Sterl. den Abend erhalten. In London - bekommt allerdings mit Ausnahme Jeane de Reszkes Niemand mehr als 150 Pfd. Sterl. für eine Vorstellung. Die armen Künstler I Mit einer einzigen Ausnahme Niemand Mehr als dreitausend Mark!

Dafür ist denn die Italienische Oper, die früher stets mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, unter der umsichtigen Leitung des Herrn Grau neuerdings ein höchst | Einträgliches Unternehmen geworden. Bei Gelegenheit des i kürzlich ausgebrochenen Zwistes zwischen der Direktion der Gesellschaft und dem derzeitigen Inhaber des Opernhauses Stute sich heraus, daß die Gesellschaft m den letzten Jahren