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«. Jahrgang.
Verlag: Langgaffe 27;
16,O<M> Abonnenten
Drenstag, den 25. April.
Ferufprecher No. 52.
1899
Fernsprecher No. 52.
Morgen■Ausgabe
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sie den Anschein erwecken mußte, ß' des deutschen Vertreters erlassen, E ichiff an -dem gewaltsamen Vo L Jetfieiligen würde. | «ohner auf und
N». 191.
Aus Stadt und Kand.
Wiesbaden, 25. April.
— Geschichtolralrnder. 25. April. 1897: Einnahme von Lanssa durch die Türken. 1882: f Joh. Zöllner zu Leipzig, hervorragender Physiker und Astronom (* 1834). 1849: * Felix Klein in Düsseldorf, Professor der Mathematik in Göttingen. 1844: * Pauline Lucca zu Wien, berühmte Sängerin. 1843: * Alice, Großherzogin von Hessen (f 14. Dezember 1878 zu Darmstadt). 1814: Rückkehr des Grafen von der Provence als König Ludwig XVIII. 1744: ch Anders Celsius in Upsala, berüfimter Aftronoin. 1707: Sieg der Spanier und Franzosen bei Almansa über Bnten, Hollander und Portugiesen. 1625:'SiegWallensteins über den Graten Mansfeld bei Dessau. 1599: * Oliver Cromwell M Hriiitingdon^ der Begründer von Englands Größe. 1595: t Torquato Ta,so im Kloster Sant' Onofrio, berühmter Italien. Dichter. 1228: * Konrad IV., Sohn Kaiser Friedrichs II. (f!254).
— Schulnachrichten. Bei der am 20. April stattgehabten staatlichen Prüfung für Handarbeits-Lehrerinnen haben wiederum sämmtliche Kandidatinnen derVietorschen Frauenschule, nämlich die Samen Meta Davids-Husum, Bertha Hennig-Walldürn, HerthaK unst-Neunkirchen, KlaraNiedt''' ™' ' ‘
und Rosa Schreiner-Nied, bestanden.
Konsul versuchte den Dampfer „Taviuni" hier zu halten, um den erwarteten Sieg schleunigst den australischen Kolonicen mittheilen zii können. Der Kapitän verweigerte aber, das sehr unsichere Resultat abzuwartcn und dampfte Mittags aus dem Anten. Die Kanonade unterblieb. Der englische Konsul har um Verstärkung an Kriegsschiffen ersucht, und soll außerdem versuchen, von Fij'i einige Hundert militärisch ausgebildete Fiji-Eiiigeborene nach hier M befommeu, um sie gegen Mataafa im Buschkainpf zu verwenden. Angesichts der erwiesenen Ohnmacht der hier befindlichen Kriegsschiffe gegen Mataafa, sowie des Umstandes, daß mit dem heute erwarteten Postdampfer telegraphische Nachricht erwartet wird, ob die provisonsche Regierung von den drei Mächten anerkannt wird, ist die gestern Nachmittag mit großem militärischen Ge- prange, m Scene gesetzte Ueberführunq Tamis nach Mulinuu als König von Samoa kaum begreiflich und ein würdiger Schlußakt des von Anfang an allem Recht unb jedem Gefühl von Gerechtigkeit hohnsprechenden Vorgehens. Nachdem Tann und Samafei'e, beide tn Admiralsuniform gekleidet und tn einem bekränzten Wagen sitzend, von mehreren Hundert Marinesoldaten der drei Kriegsschiffe, mit der amerikanischen Kapelle an der Spitze des Zuges und vom Admiral, allen höheren Offizieren, den englischen und amerikanischen Konsuln, Oberrichter rc. tn Wagen folgend, nach Mulinuu übergeführt waren, erfolgte von den Kriegsschiffen der Konigssalut.
Pflanzung em, etne derselben riß den Zaun weg an derselben Stelle, wo der nichtsahnende Verwalter wenige Minuten vorher im Gespräch mit einem anderen Deutschen gestanden hatte. Eine anfiere (Sranate schlug vor den Wohnhäusern fier schwarzen Plantagen- arbetter ein, und da beobachtet wurde, daß sich die Geschosse auf fier Pflanzung kreuzten, war es klar ersichtlich, daß die beiden englischen Kriegsschiffe die deutsche Pflanzung als Zielobjekt ans- ersehen hatten. Gegen Abend nahm der größte Theil fier weißen Bevölkerung seine Zuflucht auf die Schiffe 'im Hafen. Da die englischen Schiffe beständig in Aktion waren, so konnten sie nur eine beschrankte Zahl ihrer Landsleute an Bord nehmen, da ferner das amerikanische Kriegsschiff nur echten Bürgern fier Vereinigten Staaten Zuflucht gewährte, mehrere derselben außerdeiu erklärte Anhänger Mataafas sind, so ist es erklärlich, daß der Andrang auf bem deutschen Kriegsschiff „Falke" ein ganz enormer war. Während der ersten Nacht und dem folgenden Tag sollen gegen 400 Personen aller Nationalitäten Zuflucht und Verpflegung an Bord des „Falke" gefunden haben, Alle des Lobes und Dankes boll über bie unermüdliche Güte unb Zuvorkommenheit der ganzen Besatzung, vom Kommandanten herab bis zum einzelnen Seemann. Zum großen Glück lag außerdem eine deutsche Bark im Ha,en, welche ebenfalls allen nur verfügbaren Raum den Flüchtlingen, ungeachtet welcher Nationalität, zum Aufenthalt gewährte. Abwechselnd richteten die drei Kriegsschiffe, von denen bie „Philadelphia" nur ungefähr 1 Kilometer vom Straube entfernt liegt, tpre Scheinwerfer auf bie Stabt und bereu Umgebung, und warfen tn kurzen Unterbrechungen ihre Granaten nach dem Riicken der Stabt, nach jedem Platz und jeder Ecke, wo ein Lager oder eine Ansammlung von Mataafa-Leuten anzunehmen war. Der mächtige Donner der Geschütze mischte sich mit dem an der Bergkette sich brechenden Echo, mit dem beständigen Knattern der Gewehrsalven und dem ominösen tatntata tatatata-Geräusch der Gatling-Gefchiitze, welche auf allen vom Busch nach der Stadt führenden Straßen aiifgestellt waren. Die gelandeten Truppen der Kriegsschiffe hatten vollständig Besitz von der Stadt genommen, an jeher Straßenecke standen 'Posten, Niemand durste passiren ohne Passageschein, aber kein Deutscher, wer es auch immer sei, bekam einen solchen Paß, sondern ein jeder Deutscher wurde als Spion betrachtet und als solcher angerebet; alle Laben, alle Häuser, jebe Thür war geschlossen, kein Verkehr über bie Straße ober von einem Hause zum anbern war erlaubt, hnb ist auch heute noch der ivahre Belageriingszustanb, obwohl em solcher gar nicht erklärt worben ist, aber dennoch auf bas Schärfste, ben Deutschen wenigstens gegenüber, in Anwendung gebracht wnd. Ehe ich nun einen Theil der wichtigsten Vorkommnisse schildere, fahrt der Korrespondent des genannten Blattes weiter fort, muß >ch einen Zwischenfall erzählen, der zwar nicht von Wichtigkeit, aber doch von Interesse für deutsche Leserinnen ist. Gerade unserem Hanse gegenüber steht ein nettes, kleines Hans, von den Wellen des Hafens bespült, welches von einer deutschen Wittwe mit drei -tochteru bewohnt wird, welche einen Laden und Schneidereigeschäft ohne jeglichen männlichen Schutz oder Hülfe betreiben. Sie hatten bte erste Nacht an Bord beS Kriegsschiffes verbracht, mehr auf dringendes Zureden ihrer Freunde, als aus freiem Antriebe. Aber schon am nächsten Tage kamen sie wieder an Land, entschlossen, lieber ben Gefahren an Land Trotz zu bieten, als sich ben unter einer so enormen Menschenmenge an Bord des Schiffes, trotz der größten Güte unb Zuvorkommenheit ber Offiziere unvermeidlichen, aber für weiße Frauen unerträglichen Unbequemlichkeiten auszusetzen. Kurze Zeit nachher hing der Garten voll frisch gewaschener Wäsche und die drei blonden Mädchen waren eifrig beschäftigt, auf offener Veranda Wasche zu plätten, während ber Donner bet Geschütze das Haus erschütterte und die Granaten über bas Haus sausten. Außer un Ganzen sechs bnrch eigene Geschosse ums Leben getonnnenen englischen und amerikanischen Scesolbaten ist von Verlusten nichts zu hören, trotz der sehr beträchtlichen Anzahl von geworfenen Granaten wird von zuverlässiger Seite versichert, daß die Mataafa-Partei dis jetzt Überhaupt noch keine Verluste an Menschenleben zu beklagen habe. Am letzten Samstag, den l8.d.M., war em sehr ernstes Bombardement aller drei Kriegsschiffe beabsichtigt ; S. M. S. „Falke" mußte sogar seinen Ankerplatz wechseln, um der „Philadelphia" freie schußbahi, für beide Breitseiten zu geben. Man hoffte durch diesen neuen Versuch, Mataafa zur Ueberaabe zu zwingen, Konsul versuchte den Dampfer „Taviuni" hier
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— Der Waid beginnt, in diesen Tagen seinen Frühtingr- schmuck anziilegen. Die Regengüsse und der warme Sonnenschein der letzten Wochen haben viel dazu beigetragen, daß das Erwachen der Natur sich jetzt rasch vollzieht. Schon blüht es in den Gärten in allen Farben, die Alleen unserer Stadt stehen zum Theil in frischestem Grün, und auch im Walde zeigt sich an geschützten Stellen schon manch grünes Plätzchen. Dazu sind die Vöglein zuriickgekehrt, um mit ihrem lustigen Gesang gleichsam die zagenden Blättchen aus der bergenden Hüllehervorzulocken.AufdenWieseiizeigen sich bie beliebten Schlüsselblumen undGänseblümchen in Hülle und Fülle, rm Walbe selbst finbet sich die Anemone, das so viel gesuchte, leider hier so seltene Maiglöckchen u. A., die alle daraus warten, gepflückt und zu schönem Strauße vereinigt zu werden. Keine Wunder, daß da bie Menschen jebe freie Stunde benutzen, um hinaus in bie Natur zu wandern und sich an ihrer Auferstehung zu erfreuen. Auch am vergangenen Sonntag waren die Waldwege äußerst belebt von solchen Naturfreunden, von Wanderlustigen und Erholungsbedürftigen jeder Art, und bie Waldwirihschasten wimmelten, wenigstens währenb ber wärmeren Mittagsstunden von Ein» heimischen und Fremben.
— Litr Kntzenkreundr und Katzenfreundinnen dürfte es, so wird uns geschrieben, von Jnterefle sein, zu erfahren, daß sich hier in „Villa Puck", Kapellenstraße, eine schöne große, bierfarbige Angora-Katze befindet. Wer das Thier gesehen, erftärt, solche- Prachtexemplar zuvor in seinem Leben noch nicht gesehen zu haben. Neben seiner Schönheit besitzt das „Angora-Lieschen" ganz besonders gute, bei Katzen seltene Eigenschaften. Es geht nämlich nicht auf Vögel, ist zweitens nicht naschhaft. So kann es Stunden lang neben ihm zugänglicher Milch ober Leckereien sich aufhalten, ohne sie anzurühren. Es nimmt nur, was ihm gereicht wird, und zwar bie Milch nur angewärmt. Es ist hübsch häuslich unb hängt mit Zärtlichkeit an ber Familie des Besitzers, namentlich an letzterem in rührender Weise. Es begleitet diesen ma
o. Bezirksausschuß. Sitzung vom 24. April. (Schluß.) Xie Stlage beS Ortsarmeuverbaiifics Hall gegen ben Ortsarmcn- perbanb Frankfurt a. M. auf Erstattung (von 71 Mk. 73 Pf. Unterstutzungskosten wird abgewiesen. — Die wiederholte Ver, Handlung über bie Klage des Herrn Glasers Karl Lang dahier gegen die Königliche Polizei - Direktion dahier wegen Aufhebung einer die Aenderung der Regenrohre an bem tlagertschen Hanse in ber Metzgergasse betreffenden Verfügung wirb ausgesetzt und bem flägenfdjen Vertreter aufgegeben,' seine neuen mündlichen Darlegungen schriftlich einznreichen. — Den Fabrikanten Jean Tapp er t unb Aug. Hillebranb m Homburg o b. H. ist burch bie Ortspolizeibehörde daselbst aufgegeben worden, Vorkehrungen zur Beseitigung des ihren Bctrieben entweichenden Rußes unb Rauches zu treffen, ba hierunter bas Kurviertel zu leiden habe. Die dagegen erhobene Klage wird zuruckgewiesen, desgleichen bie Klage des Hotelbesitzer- Konrab Ritter zu Homburg v. b. H. wegen Verweigerung der Bauerlaubuitz. - Der Antrag des Königs, Polizeipräsident^ MZrankurt a. M., den, Kaufmann Wolf Mayer daselbfl den Geschäftsbetrieb als Loosehanbler wegen Unzuverlässigkeit zu vek- bicten, wnd stattgegeben. Die Unzuverlässigkeit wird darin gefimbeit, baß der Beklagte wegen Lotterievergehens wiederholt, zuletzt mit der höchsten zulässigen Geldstrafe, bestraft worden ist.
-r r d?ur Gl>crver,vaitimgsgoricht. Der Königliche Forster Holzapfel zu Oberiosbach war am 17. März 1898 zum Gemeindeverorbneten gewählt worden. Ehe die Wahl im Wege de, Einspruchs bemängelt wurde, erklärte der Landrath sie für un» gültig, ba Holzapfel, bem nebenamtlich ber Forstschutz in btt Gemeinbewalbung von Oberjosbach übertragen sei unb hierfür eilt feutgelb aus ber Gemeinbekasse beziehe, zu ben befolbeten Gemeinde- o.fumten gehöre, bie nach 8 24 Nr. 2 ber Landgemeinbe-Ordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 nicht wählbar zum Gemeindeverorbneten stnb.. Der Landrath orbnete zugleich bie Vonwfime einer Ersatzwahl an. lieber bas Vorgehen des Land- raths hatte Holzapfel mit Erfolg Beschwerde bei bem Regierungspräsidenten zu Wiesbaden geführt. Dieser wies die Gemeinfie- Dertretung an Beschluß über bie Gültigkeit ber Wahl bes Holzapfel zu fassen. Sie erklärte bie Wahl für ungültig, die in- Mlchen vollzogene Ersatzwahl aber für gültig. Gegen diesen Beschluß strengte Holzapfel Klage an. Der Kreisausschuß erklärte die Wahl des Klagers für gültig, ba biefer durch bie Wahrnehmung bcs Forstichntzes in ber Gemeinbewalbung nicht gleichzeitig zu einem Beamten ber Gemeinde Oberjosbach geworben sei. Die Gcuieinbe- Dertretung foefi£ bie Entscheidung des Kreisausschusses mit ber Berufung an. Sie machte geltend, baß ber Kläger, wenn er nicht als (Semeinbebcamter anzusprechen sei, nicht nach § 24 Nr. 1 a. a. O. zum Gemeindeverorbneten gewählt werden könne, ba er bann als ein Beamter erscheine, durch den die Aufsicht des Staates über fite Gemeinde ausgeübt werde. Der Bezirks- ausschutz zu Wiesbaden toicS die Berufung zurück. Hiergegen wendet sich die Beklagte mit ber Revision. Der erste Senat des Ober« MMaliungsgerichis richtete zunächst an den Regierungspräsidenten bte Anfrage, ob in Gemäßheit des Gesetzes vom 12. Oktober 1897, betrettenb bte Forstschutzbcamteu ber Gemeinden und öffentlichen Anstalten im Regierungsbezirk Wiesbaden mit Ausschluß des °°fumls landgräflich hessen-homburgischen Gebietes und des Stabt- kreisis Frankfurt a. M., eine Vereinbarung zwischen bem Fiskus Bn\J)er Gemeinde Oberjosbach bezüglich ber Uebernahme des rj-orjtschutzes tn bem Gemeinbewalb auf ben Staat zu Stande gekommen fei. Die Antwort erging dahin: Der Gemeindewald von Oberiosbach gehöre zu ben Gebietstheilen, für die vordem daS Gesetz vom 4. Juli 1867 Geltung gehabt habe; nach diesem habe es zur Wahrnehmung des Forstschutzes in ben Gemeindewaldungen durch den Staat nicht der Zustimmung ber Gemeinden bedurft; die Gemeinde Oberjosbach entrichte für die Ausübung des Forstschutzes eine bestimmte, nach der Waldfläche bemessene Gebühr; eine Aenderung in den bestehenden Verhältnissen sei nach dem Jnkraft- treten des Gesetzes vom 12. Oktober 1897 nicht erfolgt; die Regierung, Abtheilung für direkte Steuern, Domänen und 'Forsten, lege die Bestimmungen dieses Gesetzes dahin aus, daß unter feiner Herrschaft der bisherige Zustand bei dem Mangel eines von beteiligter Seite gestellten Antrags auf anderweitige Regelung fortbauere. Der Senat hob barauf, wie man uns aus Berlin berichtet, bie Ent- Kibung des Bezirksausschusses auf unb erklärte bie Wahl beS Forsters Holzapfel für ungültig, wies aber bie Sache bezüglich ber Gültigkeit ber Ersatzwahl an ben Bezirksausschuß zurück.
= ßom 22. März aus Apia batirten Bericht an bie
E .Tägliche Rundschau" entnehmen wir folgende Schilderung der Mkiegenfchen Vorgänge auf Samoa. Am 1. März erließen ber ; englische und der amerikanische Konsul eine gemeinsame Proklamation, | welch- sie mit der den derzeitigen Verhältnissen auf bie krasseste I Weise hohnsprechcnden Bemerkung einleiteten, baß sie, die Vertreter der zwei an dem Berliner Vertrag bctficiligten drei Mächte, welche U, gleiche Rechte unb Privilegien hätten, erklärten, baß sie Mataafa mcht als König anerkannt hätten, fonbern daß nur ber von bem
| Lsiernchter als König erklärte Malietoa Tann ber rechtmäßige t König sei, unb worin sie ferner die provisorische Regierung aller- I «and rechtswidriger Handlungen bezichtigten. Der deutsche General- i konsul sah sich genothigt, in einer Gegenproklamation zu erklären: k baß er, der Vertreter des Deutschen Reichs, dieselben Rechte und | Privilegien habe, wie die Vertreter der beiden anderen Vertraqs- | machte, daß die Entscheidung, wer König von Samoa fein werde I einzig unb allein von ben brei Vertragsmächten gegeben werden l wnne, welchen die Frage unterbreitet fei, daß bie provisorische si Negierung bis zum Eintreffen der Entscheidung der drei Mächte Et au- Rechte und Pflichten einer anerkannten Regierung habe, daß - biete provisorische Regierung allen Bestimmungen des Berliner ß Vertrags auf das Gewisseiihafteste gerecht geworden fei, daß bie I Vertreter ber beiden anderen Bertragsmächte, trotz seines (G.-K. R.) E «suchens darum, unterlassen hätten, ihm irgend welche Beweise für bie > g-gen bte provisorische Regierung erhobenen Aiischulbigungen zu er
bringen,baß seine Nachforschungen bagegen ergeben hätten, baß die ber 1. Regierung zur Last gelegten rechtswidrigen Handlungen gegen An- | Hanger des Tann völlig ungerechtfertigt und unwahr seien. Die r am 6 Marz erfolgte Ankunft des amerikanischen Kriegsschiffs
„Philadelphia , mit Admiral Kautz an Bord, sollte uns schleunigst W eines Anderen belehren. Kaum waren die, den obwaltenden Ver- K Haltnissen Hohn sprechenden Höflichkeitssalute verklungen, bei denen
- der Oberrichter Chambers die Gelegenheit nicht vorüderqehen ließ, ff sich seinen Antheil zu sichern, so wurde bekannt, der Admiral habe | -ssistniktwnen, den vom Oberrichter Chambers als rechtmäßigen | König erklärten 16-jährigen Sohn des verstorbenen Malietoa Tann U -als Koma etnzusetzen und die von den Vertretern ber brei Vertrags-
i !vad)!e, am4. Januar anerkannte provisorische Regierung zu stürzen.
: Am 11 Marz würbe ohne jegliche Rücksicht auf bett Protest des ! Bertteters der deutschen Regierung, als dritten Vertragsmacht, von | oen Vertretern der beiden andere» Vertragsmächte, dein amerikanischen K Zbiniral und den Kommandanten der zwei englischen Kriegsschiffe, Kg bi- Auflösung der provisorischen Regierung und die Einsetzung des t Dann als König beschlossen. In einer Bekanntmachung des M Admirals Kautz wurden die Bewohner Samoas von diesem Beschluß
U 'n Kenntiiiß gesetzt und die Mataafa-Partei aufgeforbert, ben Regierungssitz in Mulinuu sofort zu räumen und sich in ihre
& Heimathsplätze zu begeben, widrigenfalls mit bem sofortigen Eiu- I greifen der Kriegsschiffe gedroht wurde. Diese Proklamatton und = besonders deren samoanische Uebersetzung war derartig abgefaßt, daß M Pt, den Auschew erwecken mußte, alS wäre sie im Einverständniß und daß sich das putsche Kriegs- :gehen gegen die Mataafa-Partei ______ rafften sich bie brutschen Ein- M «oyner au[ uno hielten eine Versammlung ab, in ber
- fine Eingabe an ben General-Konsul Rose beschlossen mürbe, 6 -n welcher man bat, gegen das in Aussicht gestellte gewaltsame k Vorgehen ber Kriegsschiffe Englands und Amerikas gegen bie M Mataafa-Partei auf die denkbar schärfste Weise Protest einzulegen
M Mib auf bte seitherige Ruhe unb Sicherheit in Apia und auch ganz B icawoa htnwies. Zum -Schluß würbe gesagt: „Wir bitten, E. H.
| wolle im Namen ber kaiserlichen Regierung die Vertreter ber beiden U. wideren Vertragsmachte von vornherein für einen uns treffenden
U Verlust an Gut und Blut verantwortlich halten." Hierauf erließ M Generalkonsul Rose eine samoanische Bekanntmachung, in welcher
W er erklärte, er und das deutsche Kriegsschiff würden feinen Antheil Kk ?>" b-ni Vorgehen der anderen Kriegsschiffe haben. Die Mataafa-
M Leute kamen der Aufforderung des Admirals, Mulinuu zu räumen Uuach, nahmen aber im Rücken Apias Stellung. Ihre Absicht' Dsammtliche Häuser in Mulinuu niederzubrennen, konnten sie leider F nicht mehr ausführen. Unter den Deutschen ist das Gerücht ver- M breitet — welches ich aber nicht verbürgen kann —, der deutsche M Generalkonsul habe versucht, den Kommandanten des deutschen WKriegsschiffeS zu veranlassen, Mulinuu sofort zu besetzen Waber der Kommandant habe sich nicht darauf eingelassen. WKaum hatte Mataafa Mulinuu geräumt, erschien der englische ■pstoniul mit mehreren englischen und amerikanischen Offizieren
F daselbst und wenige Stunden später nahmen etwa 100 englische Wiind amerikanische Marinesoldaten mit einem Gatling-Geschütz Besitz | 8on Mulinuu. Alle zerstreuten Anhänger Tanns wurden von den k Ei'sllandern gesammelt und unter militärischer Bedeckung nach k Mnlmuu gebracht, während eines ber beiden englischen Kriegsschiffe Mme nach bem Kampf vom 1. Januar von bemselben Kriegsschiff ber W provisorischen Regierung als Gefangene überlieferten unb von biefer M «i'k die anderen Inseln der Gruppe verbannten Tann-Anhänger Mnaw Apia zurückführte und nachdem sie mit den ihnen nach dem MKampf abgenommenen, inzwischen auf bem Kriegsschiff gereinigten ! fsi'.d tn vorzüglichen Zustand gesetzten Gewehren, sowie 'mit reich- Wlicher, im Gewahrsam ber „Porpoise" befinblicher Munition | versehen worben waren, ebenfalls in Mulinuu untergebracht, k Am 15. b. M., Mittags, verbreitete sich plötzlich das Gerücht, das fc onierikanische unb bie englischen Kriegsschiffe würben nm 1 Uhr W beginnen, alles int Rücken von Apia befindliche Terrain, wo die M Mataafa-Partei sich aufhalte, zu beschießen. Der deutsche General- k »ns'il, welcher bte Straße paffirte, erklärte, er habe von keiner W Leite irgenb eine offizielle Mtttheiluna über bas beabsichtigte U combarbement erhalten. Da aber schon von allen Seiten Familien M ->e außerhalb Apias ihren Wohnsitz haben, in größter Bestürzung [ tag) ber Stadt kamen, um Schutz zu suchen, ohne in der Eile ein I Stuck ihrer Habe mitzunehmen, ließ es keinen Zweifel mehr. Da 6 0 Minuten vor 1 Uhr, erschütterte ber Donner der ersten Schüsse I ’•« Lust, bie amerikanische „Philadelphia" und bie englische M.Royalift" feuerten von ihren Ankerplätzen, wohingegen bte E -Porpoise" außerhalb bes Hafens lag und von Norbwest aiis feuerte, fcyur volle brei unb eine halbe Stunde warfen diese brei Kriegs- E chiffe mit nur kurzen Unterbrechungen ihre Granaten über bie I etabt auf alle Dörfer und Wege, welche sich im Gelände im Rücken B Apias von Matantu im Osten ab bis zur deutschen Pflanzuna | ymiete im Westen befinden. Am letzteren Platze schlugen mehrere MMrmiaten in nächster Nähe des Wohnhauses des Verwalters der
