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MkMenkr Sagblatt

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Verlag: Langgasse 27.

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43. Jahrgang.

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für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 8 Uhr Nachmittags. - Für die Aufnahme später cingereichter Anzeigen zur nächsterschcincnden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen._____________________________________________________

1899.

Donnerstag, den 29. April.

U-. 184.

Fernsprecher Wo. 52.

Fernsprecher Wo. 52.

Abend-Ausgabe.

Der Kanalkrieg.

i Die erste Hauptschlacht in dem Krieg um die Kanal­vorlage ist geschlagen worden; das Abgeordnetenhaus hat die Vorlage nach. fünftägiger Debatte an eine Kommission von 28 Mitgliedern überwiesen. Eine fünftägige Debatte gehört in der parlamentarischen Geschichte zu den seltenen Ausnahmen, welche am besten die außerordentliche und ent­scheidende Bedeutung der Vorlage kennzeichnet. Sowohl von Seiten der Regierung als auch von den Freunden und Gegnern der Vorlage ist in der fünftägigen Schlacht mit größter Energie und Geschicklichkeit gefochten worden, eine Klärung aber hat die Debatte in keiner Weise gebracht. Zu den zwingenden Gründen, welche für die wirthschaftlich hoch- bedeulsarne Vorlage sprechen, konnten füglich kaum neue beigebracht werden, denn all diese Gründe sind schon seit Jahren geltend gemacht und sie sind in der ausführlichen und eingehenden Begründung der Vorlage einleuchtend rekapitulirt worden. Die Vertheidigung der Vorlage konnte sich mithin im Wesentlichen darauf beschränken, die von den Gegnern der Vorlage ins Feld geführten Argumente zu bekämpfen.

Diese Aufgabe ist den Freunden der Vorlage nicht über­mäßig erschwert worden, denn die Mehrheit dieser Argumente war derart, daß sie gegen jeden Kanalbau überhaupt, ja, zumeist gegen jedes Verkehrsmittel angewendet werden konnten. Wir meinen aber, daß in der heutigen Zeit nicht mehr ernsthaft darüber gestritten werden kann, ob Verkehrs­mittel nützlich oder schädlich, ob sie geschaffen oder gar be­seitigt werden sollen. Und wir meinen ferner, daß der f Handelsminister Brefeld das Richtige traf, wenn er erklärte, eS könne eigentlich Niemand ein grundsätzlicher Gegner der Kanäle sein, der sich über die Bedeutung unserer Ströme für die wirthschaftliche Entwicklung klar geworden sei.

Die Einwände gegen die Kanalvorlage sind in zwei Kategorieen zu theilen. Der bei Weitem kleinere Theil be­trifft die Befürchtungen, daß bestimmte Gegenden durch den - Mittellandkanal Schädigungen erleiden könnten. Diese Schädigungen sind vielfach übertrieben aufgcfaßt oder dar- ff gestellt worden, und im Uebrigen hat der Verkehrsministcr die Erklärung abgegeben, daß, wenn irgendwo ein Nothstand infolge des Kanalbaues eintrete, die Regierung sich der Er- r Wägung von Abhülfemaßregeln nicht entziehen würde. Ucbcr diese Seite der Frage wird auch schon in der Kommission manche Verständigung erzielt werden können, denn es ist selbstverständlich, daß dieser Kanal nicht den Abschluß der Kanalbauten bilden wird. Wenn aber Graf Kanitz den Grundsatz aufstellte, daß die Verkehrsentwicklung eine für alle Provinzen gleichmäßige sein müsse, so würde das, wie ihm vom Regierungstisch zutreffend erwidert wurde, das Ende jeder Verkehrsentwicklung bedeuten, denn man kann nicht für alle Provinzen gleichzeitig Kanäle und Eisenbahnen bauen.

Die Mehrzahl der Gegner des Kanals aber besteht, was auch mehr oder weniger unumwunden zugegeben wird, aus Gegnern der Kanäle überhaupt. Eine solche grundsätzliche Gegnerschaft aber steht mit unserer wirthschaftlichen Ent­wicklung int direktesten Widerspruch. Deutschland und vor

Auf Festung.

Den Guten schlägt oft das Böse wieder zum Guten aus. Das beweist uns das neueste Buch des zu zwei Monaten Festung verurtheilt gewesenen schrecklichen Majestäts- beleidigers Johannes Trojan, des Chefredakteurs des Kladderadatsch*, der sich auch in Wiesbaden vieler Shm- | pathieen erfreut und dem, einem loyalen Unterthanen, gewiß K nichts ferner lag, als wissentlich das Vergehen zu erfüllen, um dessentwegen man ihn einlochte. Na, das Gefängniß scheint, gottlob, ein ziemlich fideles gewesen zu sein, wenigstens hat t er, wie sein neues Buch:Zwei Monate Festung* ff (Berlin, Freund u. Jeckel) beweist, seinen gemüthlichen r Humor nicht eingebüßt. Als eine Probe des Inhalts, die EL hoffentlich Viele zur Anschaffung des liebenswürdigen Buches veranlaßt, geben wir nachstehend seine Schilderung des Nacht- r lebens auf der Festung. Es heißt da:

Um 8 Uhr Abends beginnt auf der Festung die offizielle ff Nacht. Dann muß Jeder in seiner Zelle oder in seinem Zimmer sein, und das Thor wird zugeschloffen. Wehe dem, der sich auf seinem Urlaub verspätet und nach Thoresschlnß erst über die Zugbrücke kommt! Natürlich kann es ja vor- i kommen, daß Einer unterwegs von Unwohlsein, z. B. von Krämpfen, befallen wird, eine Stunde lang bewußtlos unter einem Weidenbaum liegt und infolge dessen zu spät zurück- . kommt. Ein solcher Unfall, der sich ja zum Glück nicht oft ereignet, entschuldigt selbstverständlich. Im Allgemeinen ; also war um acht Uhr Feierabend geboten. Dann wurde i es still und bald auch dunkel. Nur hier und da leuchtete ; aus einem Zellenfensterchen ein Lämpchen, aber nicht sehr f lange, denn die täglich gewährte Ration Petroleum reichte ' nicht allzu weit. Dann schwebte draußen die geräuschlose

allem Preußen, dessen Verkehrsentwicklung noch besonders I starke Lucken aufmeist, bedarf des Ausbaues der Wasser­straßen, da, wie auch der preußische Eisenbahnminister aus­drücklich erklärt hat, unsere Eisenbahnen auf die Dauer den steigenden Güterverkehr nicht bewältigen können, und da unsere Industrie nicht nur der Verkehrsvermehrung, sondern auch der Verkehrsverbilligung bedarf, um dem Aus­lande gegenüber konkurrenzfähig zu bleiben. Aber nicht nur unsere Industrie, sondern auch unsere Landwirlhschaft wird von den Kanälen Nutzen haben, wenn sie sich darauf einrichten wird, durch steigende Intensität des Betriebes von der Vergrößerung der Absatzfähigkeit Gebrauch zu machen.

Vom Regierungstisch aus ist die Vorlage mit großem Eifer und mit Geschick vertreten worden, und es mußte auch auf die Gegner der Vorlage Eindruck machen, wenn der preußische Landwirthschaftsminister, den doch Niemand für landwirthschaftsfeindlich ausgeben wird, die Kanal­vorlage für eine politische und wirthschaftliche Nothweudig- keit erklärte. Weit zurückhaltender ist allerdings die Ver­theidigung des Finanzministers v. Miquel gewesen, und es giebt Manche, welche der Ansicht sind, diese Vertheidigung habe die Gegner der Vorlage zu weiterer Opposition er­muntert. Ist es der Regierung ernst damit, die Vorlage durchzubringeu, so würde es ihr aller Voraussicht nach ge­lingen, obwohl sich Freunde und Gegner der Vorlage einigermaßen die Waage halten. Die Gegner setzen sich aus der überwiegenden Mehrheit der konservativen, aus der größeren Hälfte der freikonservativen Partei und aus der kleineren Hälfte des Centrums zusammen, wozu noch einzelne Mitglieder der anderen Fraktionen treten. Das ist zusammen ungefähr die Hälfte der Mitglieder des Ab­geordnetenhauses, in dem die Majorität bei voller' Besetzung 217 Mitglieder beträgt. Es erscheint als zweifellos, daß die Negierung, wenn sie ihren Einfluß ernstlich aufbietet, sich noch etliche Stimmen zu Gunsten der Vorlage sichern könnte, und es ist jedenfalls zweifellos, daß sie durch Neu­wahlen eine Mehrheit für die Vorlage gewinnen könnte. Es erscheint freilich als zweifelhaft, ob die Negierung zu einem solchen Mittel, daS sie zum Kampf gegen die bis­herige Regierungspartei zwingt, greifen wird. In jedem Fall wird aber der Kampf um die Kanalvorlage von schwer­wiegender Bedeutung für die innerpolitischen Verhältnisse Preußens fein. * * * '$

hd. Krrlin, 20. April. In der gestern Abend gebildeten Kanal-Kommission des Abgeordnetenhauses haben die Gegner der Vorlage die Oberhand, und zwar stehen sich 15 Gegner und 12 Freunde gegenüber, während die Stellung eines Mitgliedes der Kommission unsicher bleibt. Vorsitzender der Kommission ist der Abgeordnete v. Eynern.

Deutscher Reichstag.

O Berlin, 19. April.

Tagesordnung: erste Lesung der Novelle zur Gewerbe-Ordnung. Neben einer Reihe minder wesentlichen Bestimmungen enthält die­selbe namentlich eine Vorschrift, welche die Stellenvermittler und Gesindevermittler der Konzessionspflicht unterwirft (Artikel 3 der Vorlage); ferner in Artikel 6 Bestimmungen znm Schutze der Koufektionsarbeiter und Arbeiterinnen, besonders auch in Bezug auf die Mitgabe von Arbeit nach Hause, in Artikel 8 Vorschriften, betreffend den Schutz der Angestellten im Handelsgewerbe, Be- I stimmungen über Ruhezeit, Zulassung von Anordnungen über die

Zeit des Ladenschlusses, sofern diese von mindestens zwei Drittel der betheiligten Geschäftsinhaber einer Gemeinde beantragt werden ec. In Verbindung hiermit werden zur ersten Btz- rathung gestellt: a) ein Antrag von Heyl und Genoffen, betreffend den Arbeiterfchntz in Werkstätten der Haus-Gewerbetreibenden sowie die Arbeitszeit der weiblichen Angestellten in Ladengeschäften und Schank- und Gastwirthschaften, sowie b) ein Antrag Wassermann und Genossen zu § 133, betreffend Kündigungsverhältniß bei den gewerblichen Arbeitern, Werkmeistern und Technikern. Abg. Heyl v. Herrnsheim (nat.-lib.) vermißt in der Novelle u. A. Bestimmungen über Kranken-Versicherungspflicht der Heim-Arbeiter. Unzulänglich seien auch die bestehenden Vorschriften der §§ 135 bis 139 der Gewerbe-Ordnung zum Schutze der Arbeiterinnen in der Konfektionsbranche. Redner empfiehlt sodann seinen Antrag und betont schließlich noch die Nothwendigkeit, namentlich für die weiblichen Angestellten in offenen Verkaufsstellen durch Vorschriften für eine Mindestruhezeit zu sorgen. Abg. Basser mann (nat.-lib.) spricht für seinen Antrag, welcher die Gleichstellung der Werkmeister mit den HandlungsgehAfen itt Bezug auf die Kündigungsverhältniffe bezwecke. Zur Vorlage übergehend, bemängelt Redner, daß in Bezug auf die Gepnde- Vermiethuug speziell hinsichtlich der Strafbestimmungen zu viel der partikularistischen Gesetzgebung überlassen sei. Halte man überhaupt Strafbestimmungen für nöthig, so empfehle sich doch jedenfalls der reichsgefetzliche Weg. (Reichskanzler Fürst Hohenlohe betritt den Saal.) Für angezeigt halte er Arbeits-Ordnungen für die großen Waaren- häuser, 'sowie Ausdehnung der Gewerbeinspektion auf die Haus­industrie. Staatssekretär Posadowsky führt anläßlich einer Aeußerung des Vorredners aus, daß auch auf dem Gebiet deS Theater-A'genlenwesens schwere Mißstände bestünden, wie auf dem Gebiet des Stellen-Vermittlerwesens überhaupt, fodaß hier eine Regelung unerläßlich fei. Gegen den 8 Uhr-Ladenschluß bestehe großer Widerspruch. Man thue daher gut, den Handelsgehülfen mit etwas sanfteren Mitteln zu helfen. Statt der Maximal- Arbeitszeit empfehle sich eine Minimal-Ruhezeit. Persönlich glaube er, daß der Antrag Baffermann keinem Bedenken unterliege. Anders liege die Sache mit dem Antrag Heyl. Die Vorschläge desselben, betreffend Arbeiterfchntz in Werkstätten der Haus-Gewerbetreibenden, dürsten zum Theil nicht durchführbar fein. Die Sonntagsruhe fet überdies schon letzt aus diese Werkstätten ausgedehnt. Einen eigent­lichen Heimarbeiter könne man aber unmöglich Kvingen, am Sonntag zu ruhen. Auch könne er garnicht überwacht werden. Gestern habe sich hier ein Sturm erhoben, weil die Hausschlachtungen kouttolirt werden sollten, heute verlange man, bie Polizei solle das gesunde Wohnen und die gesunde und ausreichende Beschäftigung überwachen. Solche Vorschläge könne er, der Staatssekretär, nicht ernst nehmen. Abg. Freiherr o. Stumm (Reichsp.) wendet sich gleichfalls gegen 'die wirthschaftlichen Vorschläge. Mit der Vorlage erklärt Redner sich völlig einverstanden. Dieselbe könne man ganz gut ohne KommissionSberathung annehmen. Abg. Psaunkuch (Soz.) sieht die Vorlage als bloße Abschlags­zahlung an, zu der man greife, um den fortwährenden Angriffen wegen Stillstandes der sozialen Gesetzgebung wenigsten« irgend etwas entgegensetzen zu könne». Vorlage und Antrag Heyl be­friedigten weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer. Seine, Redner- Partei, werde sich bemühen, die Vorlage zu verbessern. Die Bewerb^ Aufsicht müsse auf Hausindustrie und Handwerk ausgedehnt und auf Arbeiterkammern ausgebaut werden. Auch das Einfuhren einer marimalen Arbeitszeit müsse gefordert werden. Unzulänglich seien die Bestimmungen zu Gunsten der Handlungsgehülfen in offenen Ladeip geschäften. - Ada. Ia eo bsköt ter (kons.)sympathisier mitderVor- lage nnd wendet sich gegen die weiter gehenden Forderungen des Vor­redners. Zur Abstellung der Mißbräuche bei der Heimarbeit seien feine Freunde bereit mitzuwirken. Ob man da aber über die Vorlage werde hinausgehen können, sei ihm noch unklar. Den Antrag Heyl lehnten seine Freunde ab, weil er zu weit gehe. Abg. Pauly (Antis.) protestirt gegen zu viele Polizeiaufsicht im Gewerbe. Er stimme der Vorlage unter Ablehnung der darüber hinausgeheuden Forderungen zu. ' Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. Fortsetzmig der Debatte. Schluß 5/< Uhr. $

Berlin, 19. April. Die Post-Kommission des Reichs­tags beschäftigte sich heute eingehend mit der Bestimmung der Post- Novelle, wonach ein Expreßbote, der Briefe und politische Zeitungen

Nachtschwalbe umher, um den Thurm flatterte die ver­schwiegene Fledermaus, und Dom Himmel hernieder blickten auf die dunklen Wälle und in daS stille Wasser die längst nicht mehr neugierigen Sterne. Manchmal, wenn ich in der Nacht aufmachte, sah ich nach, ob es sternenklarer Himmel wäre, und war das der Fall, zog ich mich an und schlich leise hinaus auf die Bastion I. Da stand oben an der Spitze ein primitives Bänkchen, aus einem kleinen Brett bestehend, das auf zwei kurze Pfähle gelegt war. Man mußte in der Mitte Platz nehmen, denn setzte man sich auf eines der beiden Enden, so schlug das Brettchen um, und man kam auf den Boden zu sitzen. Um die beiden Stützen des Brettchens sproßte üppig die duftende Blume Diplotaxis, uud unter dem Bänkchen wuchs ein hübscher Lauch, Allinm olcracenm mit botanischem Namen. Auf das Bänkchen setzte ich mich, rauchte meine Pfeife wie ein guter Bürger, der im Schutz des Gesetzes sich wohl fühlt, und erfreute mich an dem Sternenhimmel und au dem Leuchtfeuer von Heia, das in gleichmäßigen Intervallen aufglänzte, verschwand und wiederkam. Im August gab es auch viele Sternschnuppen zu sehen, leider versäumte ich stets, wenn ich eine am Himmel hinschießen sah, mir etwas dabei zu wünschen. Ich tröste mich aber damit, daß auch Denjenigen, die bei solcher Gelegenheit stets rechtzeitig einen Wunsch bei der Hand haben, nicht Alles, was sie sich wünschen, eintrifft.

Durch derartige kleine Ausflüge bei Nacht übertrat ich die Instruktionen, die Jedem, der in die Festung als Ge­fangener einzieht, zum Durchlesen und zur Nachachtung Überreicht werden. Daraus machte ich mir aber kein Ge­wissen, weil ich mir sagte: das bleibt zwischen uns Beiden, der Nacht und mir. Einmal aber habtz ich doch mich mit

Anderen zusammen gegen die Gesängnißordnung vergangen, weil ich mir anders nicht zu helfen wußte. Es war an meinem Geburtstag. Am Vormittag waren wir, die Meinen und ich, mit lustig zusammengelegtem Kirchen- und Bade- urlaub zu Schiff nach Zoppot gefahren, am Nachmittag bekam ich in der Zelle viel lieben Besuch ans Danzig, am Abend aber gab ich nach löblichem alten Brauch meinen Mitgefangenen im Festungsgärtchen etwas zum Besten. Dabei saßen wir ein gutes Stückchen über die Feierabend­stunde hinaus draußen. Es war zu verlockend! Der Tag war schön gewesen, aber sehr heiß. Nun, nachoem die Luft sich etwas abgekühlt hatte, saß es sich so angenehm draußen. Dazu mundete der kühle Wein nur zu gut.

Mehrere Male wurde bemerkt, daß der Wachthabende sich näherte, dann drehte Einer die Lampe aus. Das, ich gebe es zu, war nicht in der Ordnung. Allerdings war es in Göttingen zu meiner Zeit Brauch, daß, wenn nach Feierabend (in der hannöverschen Zeit wurde noch Feier- Abend geboten) der Pedell, oder wie wir sagten, der Pudel Huch zum zweiten Mal auf der Kneipe erschien, um nach­zusehen, ob noch Einer da wäre, van uns Füchsen die Lichter ausgemacht wurden; doch das geschah von jungen Studenten, ältere Männer sollten sich solcher Mittel, der Obrigkeit ein Schnippchen zu schlagen, nicht bedienen. Darin mußte ich dem Leutnant, als er uns anderen Tages auf dem Hof antreten ließ und uns eine Standrede hielt, Recht geben. Zuletzt verlor der Wachthabende die Geduld. Plötzlich stand er vor uns in Begleitung von zwei Mann, von denen einer eine Laterne trug, und sprach:Wenn Sie sich nicht den Augenblick auf Ihre Zimmer verfügen, lasse ich den Garten gewaltsam räumen." Ich stand auf und sagte zu dem Gewaltigen:Wir gehen sofort. Ich will