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41. Jahrgang.

Verlag: Langgasse 27

16,000 Abonnenten

No. 170

Mittwoch, den 12. April.

Fernsprecher N». 52.

Fernsprecher No. 52.

1899,

Jett bei Düppel in Sicht bekamen und ten. Alle berittenen Offiziere mußten

Flammen ergriffen zu sich ein grausiges Gen

Abend-Ausgabe.

/rage china

(Nachdruck verboten.)

Dir Erstürmung der Diippeler Schanze«

'?t»esfirten Mächten aus Anlaß der Reibungen, schon wiederholt tn ähnlicher Weise vor- Ü^Ermmen ftnb e.n ernstlicher Konflikt ausbrechen könnte der nicht auf dtplomattschem Wege betzuleaen ist, wird von allen ernstbaftm P°I'k-kern als ausgeschlossen betrachtet. Daß der zur -leit Konflikt eine solche Zuspitzung erfahre, ist schon deshalb ausgeschloffen, weil die Machte an dem Samoa-Vertrag und somit an die Austragung der Streitigkeiten auf Grund dieses Vertrags gebunden sind. Es muß als selbstverständlich erscheinen, daß die Regietungen Englands und der Vereinigten Staaten, soweit ihre i;lrtJCnt auf ^moa gegen den Vertrag und gegen die Völkerrecht« 4?» tftancen verstoßen haben, diese Vertreter desavouiren und rektlfizlren werden. Es ist selbstverständlich, daß die deutsche Rechten sich kein Jota nehmen lassen wird fnb Letzten, welche es nicht für geboten hielten, daß iMsudmachung unserer Rechte m der entschiedensten und uach- drucklichsten Weise geschehe. Wir zweifeln aber ebensowenig daran, ^Ve mbc'tbcn anderen bethetligten Mächte den Forderungen deS Samoa-Vertrags und ber internationalen Gerechtigkeit Folge gebe« .rsOilistrte Staaten können sich heutzutage VertraqS- und Rechtsbruche nicht ohne schwere und schädliche Folgen leisten.

Abgesehen von dem Objekt selbst, das weder für England, noch

Deutsches Keich.

_. .* 8»f- «ud Vrrsonal - Nachrichten. Die Kaiserin Friedrich ist m Venedig angekommen und wurde dort von Ver­tretern der Behörden am Bahnhof empfangen. Für den 24. April ist der Besuch des Kaisers auf der Wartburg zurAuerhahn- ,agd angesagt. Der Großherzoa von Sachsen-Weimar trifft schon am 18. April auf der Wartburg an. Die drei ältesten kaiser» lichen Prinzen sollen bis zur Großjährigkeit des Kronprinzen in Plon bleiben. Der Kronprinz wird dann zur Dienstleistung bei dem ersten Garde-Regiment nach Potsdam übersiedeln und der Kaiser seinen ältesten Sohn in feierlicher Weise in das Regiment anstellen. Prinz Adalbert, der am 14. Juli d. I. sein 15, l-ebenl.

ntterlich tapfere Prinz Albert von Sachsen, der hannoversche Geiwral Wyneken und der schleswig-holsteinische General v. Bonin. - Die deutschen Heerführer waren alle der Ansicht, daß die Er­oberung Alscns ober wenigstens die Vernichtung der von der Insel nach dem Sundewitt fiihrenden Schiffbrücke unumgänglich noth- weudig sei, um emen Vormarfch nach Jütland die rechte Flanke eventuell d,e rückwärtigen Verbindungen zu sichern und den Krieg glücklich zu beendigen.

Nachdem sich am 8. April das Gerücht verbreitet hatte die Danen hatten den Sundewitt bis auf Düppel geräumt wurden am 9 auf den Straßen von Apenrade und Flensburg gegen Düppel hm starke Rekognoseiningen unternommen, welche das Gerücht bestätigten. Am selben Tage noch befand sich der ganze Sundewitt nut Ausnahme von Düppel uudBroacker innerhalb der deutschen Vorpostenlinie, welche am 10. bis Nübel, eine Meile von Gravenstetn, und fast ebensoweit von Düppel vorgeschoben wurde Am weitesten hrnaus standen die Kurhessen, zu Kjelding und Raurup den unken Flügel bildend die Sachsen, unb Graveiistein und Rmkems waren von den Bayern stark besetzt. Im Kriegsrath der bayrischen und sächsischen Heerführer war schon am 12. April ein eturni auf die Diippeler Schanzen beschlossen worden und mit wahrer Kampfeslust nahmen die Truppen die Ordre auf, sich zum Vordringen marschfertig zu halten. Schon während der Nacht wurden die oerfchiedenen Bataillone enge zusammengezogen und bei Anbruch des Tages begann die Operation.

Die Bayern (das 2. Jägerbataillon, je ein Bataillon vom 7 8 und 4. Regiment, eine halbe Zwölfpfünder- und eine Sechs- pfunderbatterie, im Ganzen 5000 Mann) zogen von Suogbeck L-atrup und Stenderup unter der persönlichen Leitung des Oberst- leutnants o. d Taim, die Sachsen unter Anführung des Prinzen Albert, ca. 6000 Mann stark, von Atzebüll, Lundgaard und Rubel herbei und vereinigten sich in der Gegend von Rackebüll, von wo aus sie die eigentlichen Schanzen bei Düvvel in (Sirfn l.ekom.n unh

England und die Vereinigten Staaten.

Von nicht wenigen Seiten hört man in mehr oder minder be­stimmtem Tone die Behauptung vortrageu, daß bei dem Samoa- Konflikt mit der Möglichkeit eines kriegerischen Ausgangs gerechnet werden muffe. Einer derartigen ebenso unbegründeten wie bedenk­lichen Schwarzmalerei, welche weder durch die bisherigen Ereignifle auf Samoa noch durch die Weltlage, noch endlich durch das Konfl,ktsobfekt felbst irgend eine Berechtigung erfährt, kann garnicht entschieden genug entgegen getreten werden. Daß zwischen den

- von Sachsen vor den sächsischen Truppen in einem Augenblick, wo diese im heftigsten Feuer standen. Seine ruhige Besonnenheit und sein anspruchsloses Wesen erwarben ihm schon damals die Liebe r »nd Achtung Aller unb verkünbeten im Voraus bie Eigenschaften, L welche ihn später als Feldherrn auszeichneten."

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Aber auch in den Vereinigten Staaten ist man im Grunde genommen einem solchen Konflikt keineswegs geneigt. Der freie amerikanische Burger raffelt zuweilen nicht ungern nut dem Säbel, miet er zieht ihn nicht gern. Er wagte wohl Cubas wegen einen Ganz mit Spanien, aber ein Gang mit Deutschland Samoa- wegen, zu einer solchen Thorheit versteigt sich der Banker nicht, schon weil er, zu rechnen versteht. Bedrohlich könnte die Lagt vielleicht erscheinen, wenn einmal das von England erstrebte Bünd» mit den Vereinigten Staaten zu Stande tarne. Aber diese- Bundnifz ist em Hirngesplnnst. England und die Vereinigten Staaten haben wenig gemeinsame, aber desto mehr gegensätzliche Interessen. Die Monroe-Doktrin richtet sich in erster Linie gegen England, dessen Besitzungen m Amerika bet der Durchführung dieser Doktrin bie ®a$u *®aten- Der Streit um Canada, bas amerikanische Hinschielen nach Jamaika illnstriren bie« am deutlichsten. John Bull und Bruder Jonathan haben sich oft genug in den Haaren gelegen unb wenn sie nicht zum Schwerte griffen, so war bet Grund dafür, daß sie beide zu smarte Geschäftsleute sind. Als solche werben sie sich auch jetzt erweisen unb weder einzeln noch gemein» fam Deutschlanb bruskiren, am allerwenigsten Samoas wegen. Die Anrempelungen der englischen unb amerikanischen Presse aber sind, um em Wort des Fürsten Bismarck zu gebrauchen, nichts all Druckerschwärze auf Papier".

gtvlitt, 12. April. Ein Mitarbeiter desLokal-Anzeiger' hatte eme Unterredung mit dem nach Berlin zurückgekehrten bisherigen Chef der Munizipalität in Apia, vr. Raffel, worin letzterer sagte, nur Mataafa biete die beste Bürgschaft für die Interessen der Weißen unb deshalb müsse er König von Samoa fein- Das Vorgehen Englands und Amerikas sei, weil es nutzlos, umso harter zu verurtheileu. Nachdem von der amerikanischen und der englischen Regierung der deutsche Vorschlag, eine Spezial- Kommission nach Samoa zur Beilegung aller dort schwebenden Differenzen zu entsenden, aceeptirt worden war, werden jetzt von englischer Seite gegen das bereits int Prinzip angenommene @rforberni6 der Einstimmigkeit für die Entscheidungen der Kom- mtffion neue SBeiterungen erhoben. Wie dieBerliner Neuesten^ Nachrichten" hören, wird die Ernennung des deutsche« Bevollmächtigten für die Kommission erst erfolgen, wenn von eng­lischer Seite die nothwendigen Garantieen gegeben sind, um die Respektirung der deutschen Vertragsrechte in Samoa zu sichern.

Hamburg, 12. April. Wie eine offiziöse Meldung bt8 Hamb. Korresp." besagt, forbert bie deutsche Regierung von Eng­land und Amerika Genugthuung für die von englischen und amerikanischen Beamten und See-Offizieren verfügten openkuitdige« Verletzungen des in den Berliner Akten vom Jahre 1889 festgesetzte« Vertragsrechts. Deutschland werde vor keinem nothwendigen Schritte zurückschrecken, doch fei zu hoffen, daß es der diplomatischen Aktion gelingen werde, die,durch die Schuld von Engländern und Ameri­kanern m Samoa felbst arg zerfahrenen Dinge in das richtige Geleis zu bringen.

tage nach Alfen zu bringen.Hurrah! . den Kehlen der Sieger. Um Mittag weht "von allen Schanzen die schwarz-roth-goldene deutsche Fahne. Die Deutschen habenvereint" geschlagen und der Steg ist errungen.

Doch begnügten sich die Heerführer noch nicht mit diesem glanzenden Erfolge des Muthes ihrer Truppen, der durch den siegreichen Kampf nur gesteigert wurde, und deshalb wurde die Artillerie sogleich beordert dem fliehenden Feinde nachzurücken und den Brückenkopf zu demoliren. Auch dies gelang wider Erwarten nach dreimaligem heftigen Gegenangriff der wüthenden Dänen. Dennoch konnte wegen des wahrhaft höllischen Kreuzfeuers von den Batteneen auf Alsen her der Brückenkopf nicht gehalten werden. Doch wurden die Schanzen gegen einen am Nachmittag unter­nommenen Venuch des Feindes, dieselben wieder zu erobern sieg­reich behauptet, und zwar, da die Artillerie bei Deutschen mittler­weile tn den Erdwerken vortheilhaft plazirt war, mit großem ent­scheidenden Verlust für dte Angreifer, bie schließlich in wilder Flucht über die schmbrucke wöbet fast zwei Compagmeen ertranken, ihre Rettung auf Alsen suchten unb faiiben.

Die Sachsen, wie schon erwähnt, hatten am meisten gelitten. Den größten Verlust hatte bas Schützenbataillon aus Leipzig. 11 tobte unb verwundete Offiziere, 147 tobte unb verwundete Mannschaften. Die bänischen Kartätschen hatten furchtbar unter tbnen gewüthet. Dem General Heintz würbe bas Pferb unter bem Leibe erschossen unb nur ein Wunder war es, baß nicht auch Prinz Albert sein Leben verlor.

uno mecy svrucye nicht ohne schwere unb schädliche Folgen leiste«.

Abgesehen von dem Objekt selbst, das weder für England, noch auch für die Vereinigten Staaten von sonderlicher Bedeutung ist, b" Betrachtung der allgemeinen politischen Konstellation. » m zwischen diesen beiden Mächten und Deutschland aus Anlaß der samoa-Frage tn das Bereich der krassesten litt» Wahrscheinlichkeit gehört. Die englischen Politiker haben ihr Aiiqen-

.ui'd 'hre Sorge auf ganz atibere Dinge zu richten, als mit Deutichland zu krakehlen. In England Weitz jeder ernsthafte Politiker, daß die Politik seines Landes in erster Reihe, wenn nicht völlig von dem scharfen, überall in die Erscheinung tretenbett ®egenfa| zum Zweibund beherrscht wirb. England kann sich allenfalls mit Frankreich über bie eine ober onbere afrikanische Fi einigen, es kann sich wohl auch vorübergehenb mit Rußland in Cl abfrnben, aber ber Interessengegensatz zwischen England und dem Zwei- bund kann nicht bauernd, kann nicht überall ans der Welt geschafft werben, wenn nicht der eine ber beiben Faktoren sich überhaupt Do" ^ Politik zurückziehen wollte. In Hinterindien, in Central- unb Westafrika wirb bet Gegensatz zwischen England und Frankreich iinnier bestehen bleiben, am Suezkanal, am Bosporus und in OL asten der Gegensatz zwischen England und Rußland und im Mittel- meer und in Egypten der Gegensatz zwischen England und dm beiden Zweibundstaaten. Dieser Gegensatz zwingt England, sich mit Deutschland, mit dem Dreibund auf freundschaftlichen Fuß ju fteUen, beim mehr als zwei Gegner kann Englanbs Machtstellung schwerlich vertragen. Das weiß man auch in England, und wen« auch die englische Presse sichzuweilen in Dummen-Junqen-Streichen ergeht die verantwortlichen Staatsmänner denken nicht im Enk- erntesten daran, mit Deutschland einen Konflikt wegen Samoa

König Albert von Sachsen.

r Beistehend geben wir unseren Lesern ein Portrait des Königs ' Albert von Sachsen, da derselbe am 13. April d. Js. das 50-jährige Jubiläum feiner Feuertaufe begehen kann, welche er in ber Schlacht

I bei Düppel am 13. April 1849 als junger Prinz erhielt. Der König zeichnete sich bamals burch großen Muth und Ilnerschrocken- I 8fi aus unb konnte erst durch ausdrücklichen und wiederholten Befehl des Oderkommanbirenden, General-Leutnant v. Prittwitz, bewogen weA>en sich aus bem Geschützfeuer zu entfernen. In fc Mer Geschichte des Krieges gegen Dänemark von 1848/49 stellt

Moltkehleniber bem Prinzen folgenbes Zengniß aus:Einen sehr guten Eindruck machte das Erscheinen des jungen Prinzen Albert

Erscheint in zwei Ausgabe«. Bezug- Preis: durch den Verlag »o Psg. monatlich, durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

A»,-ige>, Aunohmr » «"1°-»-.eingereichter Anzeigen zur

$re Schlachtordnung entwickelt».. ululcu

ihre Pferde im Orte unterbringen, da diese sonst dem schnellen Vordringen, welches angesichts der koloffalen Kaliber ber dänischen Vertheidlaungsgefchütze durchaus geboten war, hinderlich gewesen waren. Den rechten Flügel bildeten die Sachsen, den linken die Bayern, das Zentrum wurde von bet bereinigten Artillerie aus (10)3 Jöattenecn, von einem bayrischen Kavallerie-Regiment gebeckt, gebubet. Gegen 8 Uhr begann ber Kampf mit einer fürchterlichen Kanonabe aus etwa 30 deutschen Geschützen von verschiedenem Kaliber unb bie Danen antworteten mit ihren 36 Kanonen mit welchen sie, ba sie bie Kartätschen gegen bie offen vor ihnen ent­wickelten bayrischen und sachfifchen Kolonnen weit wirksamer ver- wenden konnten als die Deutschen die ihrigen gegen die hinter den hohen Schanzen versteckten Feinde, anfangs großen Schaden an- nchtetcn. Die wackeren Deutschen standen fest wie Mauern in dem gräßlichen Kugelhagel und mit wahrhaft begeistertem, laut über das Land durch das Gebrull der Geschütze und den Pulverqualm hin- schallendenHurrah! Hurrah!" begrüßten sie das Kommando zum Sturm 1 Die Bayern, allen voran in rasender Kampfgier und Erbitterung, hatten den Hauptchoc zu tbun und aiiszuhallen. Ohne zu schießen, gingen sie in dem Kartätschenhagel vor und es ent­wickelte sich ein Bajonettangriff, Wicerfeit den Tagen der Freiheits- kriege nicht wieder erlebt worben War. Die Trommeln wirbelten, die Homer tönten, bie Kanonen bornierten unb todesmuthig stürmten auch bie Sachsen mit ber blanken Waffe gegen bie feuer- fpeienben Schanzen. Das 2. bayrische Jägerbataillon kommt bei r.er ,2!tta<ue mit 4 Tobten fort, eine erneute Kartätschensalve streckt fünfzig Tobte unb Verwundete in den Sand. v. d. Tann muß, um sich das Leben zu retten, beim Eindringen in die schanzen einem Danen den Schädel spalten, einen zweiten mit der Pistole mederschießen, einen dritten mit dem Kolben seiner Waffe zerschinettern. Hauptmann Aldoffer erhält an der Hauptschanze einen schuß tn die Hüfte, Leutnant Mnrmann eine Kugel in den Fuß, Leutnant Stange eine ins Genick. Die Sachsen leiden ent- setzuch. Dreißig Altenburger vertheidigen sich, gedeckt von Wall und Buschwerk, gegen eine ganze Compagnie Danen und sind nicht zum Weichen zu bringen. Im wilde» gegenseitigen Ringen wird die Duppeler Muhle, deren Müller den Anmarsch der Deutschen den Danen rechtzeitig fignalifirt hatte, fammt mehreren Häusern in Brand geschossen, ja, sogar die Kirche steht in Gefahr, von den Flammen ergriffen zu werden. In den Schanzen selbst entwickelt sich em grausiges Gemetzel, Mann gegen Mann, Auge in Auge mit dem Feinde, ber nach kurzem Wiberstanb weicht, feine Geschütze, freilich vernagelt im Stiche läßt und die Laiidstraße hinab nach der rettenden Schiffbrücke flieht, um die Hiobspost seiner Nieder- lage nach Alsen zu bringen.Hurrah! Hurrah!" bonnert's aus

Zum 50. Jahrestag am 13. April.

Von vr. R. Hör».

.Getrennt marschiren vereint schlagen", diese strategische Maxime uii eres unsterblichen Moltke, die uns 1870 solch herrliche Dienste leistete, hat stch auch tn der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts «nd m noch viel tieferem Sinn bewahrheitet und bewährt. 1870 marschirten wir Deutschen zwar räumlich getrennt, innerlich zu einem großen Brudervolk vereinigt; 1849 aber war Deutschland noch immer nichts Anderes als eingeographischer Begriff", es war trotz seines, den ganzen Stamm repräseiitirenben Parlaments in Frankfurt innerlich wie äußerlich gespalten und getrennt, also noch viel tiefer getrennt, als Moltkes Grundsatz wollte; dennoch verstand es auch damals schon, vereint zu schlagen. Ueberall ba aber, mo bte Deutschen vereint schlagen, bei Gott! dafleckt" es! «MS®*« c8,£" l8: Oktober 1813 bei Leipzig, sofleckte" es am 2. September 1870 bei Sedan und so hat es auch am 13. April 1849 bet Düppelgefleckt".

. Hs sind morgen 50 Jahre her, seit bei den Diippeler Schanzen ein sieg errungen Würbe, ber dermaßen ein glänzendes Licht auf bie Tapferkeit der Deutschen, hier ganz besonders ber Bayern unb M Sachsen, wirft, das jebem deutschen Patrioten das Herz höher [ schlagen laßt.

; Sm März 1849 lief der siebenmonatliche Waffenstillstand, der M ferner Zeit in Malmo abgeschlossen worben War, ab, die Dänen begannen ben Krieg aufs Neue unb waren am 5. April bei Eckern- M färbe unb am 6. bei Ulberup, wo sie über 300 Mann verloren gefchlagen unb feitbem von bett nachrückenben siegreichen deutschen Tritppen immer weiter nördlich, ber Grenze ihres Landes zu aus Schleswig gedrängt worden. Das Kirchdorf Düppel, auf Sundewitt gelegen, war um bie Mitte des April ber Ort, in besten Umgegcnb ste sich toteber stellen zu Wollen schienen. Besagtes Dorf behnt i Üch Hari an ber Landstraße, Welche von Gravenstein nach der Alsener Fahre führt, durch welche bie Verbindung der Halbinsel Sundewitt mit bet Insel Alsen erhalten wird. Diese Fahre nun war, seitdem bie Dänen bie Insel besetzt hielten, schon e N.gst, außer Thatigkelt gesetzt unb dafür eine Schiffbrücke über den

Alfensund gelegt welche bei ihrer Ausmündung auf den Suude- PS ,einem starken reichlich mit Geschützen besetzten Brücken­kopf versehen wurde, tim jedoch diesen Brückenkopf zu decken und die einzige nach bem Alsensunbe führende Lanbstrage zu sperren waren bet bem obenerwähnten Kirchdorfe bebentenbe Schanzen, in weitem Umkreis mit Kanonen schwersten Kalibers armirt, Lüf­t' Syuhri unb gleich nach Kündigung des Waffenstillstandes von damfcher Artillerie bejetzt worben. Die Anlage dieser vor­geschobenen Erdwerke, wie des Brückenkopfes, zeigte tüchtige, friert3=

1 technische Kenntnisse. Die Profile der Schanzen waren ganz im ®mne permanenter Befestigungen hergestellt unb das vertikale Defilement des Brückenkopfes war vorzüglich.

Der höchstkommanbirende General deutscherseits war der Preimifche Generalleutnant v. Prittwitz. Unter ihm foinmanbirten bie Helden: General Hirschfeldt von ben Preußen; General Prinz von Altenburg unb General schmalz, sowie rühmlichst zu er I wahnen Oberstleutnant v. d. Tann-Ratsamhausen (wer kennt M uE den Lowen von Orleans" 1870?) auf bayrischer Seite, : fachflfche General Heintz, der Herzog von Coburg-Gotha, ber