47. Jahrgang. No. I4i
LÜlesvavener Tagblatt (Morgen-Nnsgctv<l. «.Eag: Langgasse 87.
Seite 3. *29 Marz 1899.
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wieder ausgenommen.
Handelethell des „Wiesbadener Tagblaü“
Einlösun».
sring genährte Kühe und Färsen
n—nnn-ila fiir 1 Pfund!
Rheinische Hypothekenbank Manntaeim. In der Generalversammlung vom 25. März wurden die _v erschlage der Direktion und des Aufsichtsraths genehmst. Demgemäss gelangt der Dividendeschein Nummer 6 der Aktien ä 600 Mark — mit 48 Mk. — und der Aktien ä 1200 Mk. — mit 96 Mk und der Dividendeschein Nummer 2 für die Aktien-Intenms- scheine Nummer 1 bis 4167 mit 43 Mk. 20 Pf. von heute an zur
I gesetzte zu insgemein 16 Jahren und 7 Monaten Zuchthaus verurthE I Dieses Urtheilbesprach der Artikel. Der Erste Staatsanwalt, v. Reden beantragt 500 Mk. Geldstrafe. Der Vertheidlger Dr Lpwenthal, befürwortet die Freisprechung auf dre auch erkannt wird. Der zweite Fall wird mit Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelt Er betrifft Majestätsbelxidigung gegen den deutschen Kaiser Wilhelm in einem Artikel über di- Thronrede zur Eröffnung des Reichstags. Die Kammer verurtheilt den Angeklagten zu vier Monaten Gefängniß. Eine Thronrede sei.zwar:em staatsrechtlicher Akt, der Artikel habe aber keine sachliche Kritik geübt, sondern Beleidigungen des Kaisers enthalten.
voll ausgenutzt werden. Die Preisbildung ist im Allgemeinen eine gleichmässige und findet durchweg eine der thatsachhchon tage entsprechende Behandlung. Stabeisen m Flusseisen kostet heute 145 bis 147,50 Mk., solches in Schweisseisen 155 Mk — Altmaterial ist knapp und infolge dessen theuer. was die Walzwerke einigermassen verwerthen können, wird von diesen aufgekauft zum Ersaß: für Luppen, in welchen der Mangel weiter in vollem Umfange anhält. Der allmählichen Steigerung der Luppenproduktion steht auch ein vermehrter Bedarf gegenüber. Die Preise sind fest und verfolgen weiterhin steigende Temlen®. Für gewöhnliche Sorten werden heute 110 bis 112 Mk. bezahlt; solche in bestimmten Abmessungen kosten entsprechend meh^ Der Roheisenmarkt hat sich in seiner vorzüglichen Verfassung gegen die Vorwoche nicht geändert. Nach wie vor bleibt die Produktion hinter dem Abruf nicht unwesentlich zurück. Die Hütten haben bis Ende dieses Jahres mehr Auftrage überwiesen erhalten, als sie bis dahin werden ausfübren können. Schon jetzt erhalten manche Beschwerde über Beschwerde wegen säumiger Lieferung. Den Hütten selbst geht es aber auch nicht besser. Die Anlieferung von Erzen und Kohlen ist eine so knapp bemessene, dass jede Stockung für die Hutten verhängnissvoll werden kann. Ob hierin in Zukunft eine Besserung zu erwarten steht, erscheint sehr fraglich, da das Coakssyndikat, welches jetzt für das Jahr 1900 abechhesst, die von den Verbrauchern verlangten Mengen nicht voll zu beschatten weiss Angesichts dieser dringenden Nachfrage in Cosxs kann man dem Coakssyndikat nur Anerkennung zollen, dass es die Preise für die weiteren Abschlüsse unverändert belassen hat. Es ist dadurch wenigstens nach dieser Richtung hm dem Roheisensvndikat keine Veranlassung zu weiteren Preissteigerungen geboten. Die Notirungen für Roheisen haben sich nicht geändert; es kostet: Hämatitefsen 70 Mk., Giessereiroheisen No. I. 69 Mk., dito No. IH. 64 Mk. ab liefernder Hütte; Qualitäts-Puddeleisen 60 Mk., Stahleisen 62 Mk., Spiegeleisen (mit 10 bis 12 pCt. Mangan) 68 bis 69 Mk. mit Fracht ab Siegen. Die Tendenz des Erzmarktes ist unverändert. Auf den Gruben wird anhaltend mit Anspannung aller verfügbaren Kräfte gearbeitet, um mit dem Abruf der Hütten nach Möglichkeit gleichen Schritt zu halten, ohne dass dies jedoch immer gelingt. Die Verkaufsthätigkeit in Spateisenstein ruht heute fast ganz, da der Verein für den Verkauf von Siegerländer Eisenstein vorläufig mit Abschlüssen über das erste Quartal nächsten Jahres hinaus noch zurückhält, obwohl er Anfragen nach Lieferungen für diese Zeit vorliegen hat. Die Preisnotirungen sind unverändert geblieben. In sämmtlichen Fabriken und Betrieben, welche das Eisen weiter verarbeiten, wird unausgesetzt flott Bearbeitet, um den eingegangenen Lieferverpflichtungen gerecht zu werden. In Befestigungsmaterial wie Nieten, Sehiaubcn, Muttern. Stiften etc. ist die Nachfrage so dringend und gross, dass die betreffenden Fabriken nicht in der Lage, sind, dieselbe zu befriedigen. Ebenso liegen die Verhältnisse in Draht- und Blechwaaren aller Art Die Maschinenfabriken und Ersen- giessereien sind durchweg länger als auf em Jahr reichlich nut Arbeit versorgt, dabei werden die Preise mehr und mehr den erhöhten Selbstkosten angepasst
. Urrelns-Aachrlditen.
(kurze sachliche Berichte werden bcreilwDigst unter dieser Überschrift oafatnommen.)
* Die nächst- Sitzung des „WieSbadenerBriefmarkcn- Sammlcrverein" findet nicht heute Mittwoch, sondern erst nächsten Mittwoch, den 5. April, im „Nonnenhof statt.
Sthnmrn au» dem Publikum.
ik?ür Beröffentlichunaeu unter dieser Ucberschrisi übrruwuiU die Nedattwu Uütetiel Verantwortung.)
* Die in der Umgegend Wiesbadens zur Bezeichnung der sogenannten Terrain-Kurwege angebrachten Tafeln sind m einem Zustande, der dem Range, welche unsere Stadt als Suroit einnimmt, nicht entspricht. Entweder entferne man sie ganz oder man stelle sie so wieder her, daß sie unseren Kurverhaltnissen entsprechen. „ ••••*■
gewicht) 61—66 Pf-, d) ältere gering genährte Kalber (Presserj (Schlachtgewicht) — Pf. Schafe: a) Mastlämmer und jungereMast- hämmel (Schlachtgewicht) 60—62 Pf., b) ältere Masthammel (Schlachtgewicht) 53—56 Pf., c) mässig genährte Hammel u. Schate [Merzschafe] (Schlachtgewicht) -.—Pf. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis z IV* Jahren (Schlachtgewicht) 55 Pt (Lebendgewicht) 42 U r •, b) fleischige (Schlachtgewicht) 53—54 Pf., c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber (Schlachtgewicht) Pf-, d) ausiändis Schweine (unter Angabe der Herkunft) — Pf.
Geldmarkt. Coursbericht der Fr?nkfurter Effekten -Societät vom 28. März, Abends 5 /« L M. April-Cours e-Credit-Actien 231.«), Dyconto-Commandit 1^ ex Div. Staatsb. 155,40, Lomb. 28.90, Gotthardb.-Acben M-'O. Schweizer Centralb. —.—, Schweizer Nordostb. . , Unionbahn —, Laurahütte-Actien —. Bochumer Gelsenkirchener Bergwerks - Actien —, HarP^» Italiener 94.50, Dresdener Bank ——, Deutsche Bank Mexikaner —, 4-proc Spanier —, Northern Pacific • Türken-Loose —.—. Tendenz: —
Radfahrcrabthcile ist Besitzern einsitziger Zweiräder Vorbehalten. | Trotz dem erheblichen Platzverluste — cs geht eme sttzbank unt linf Sitzplätzen verloren — ist für die Benutzung des Abtheils nur die SchuellzugszuschlaggeLühr festgesetzt, die nicht, wesentlich theurer ist als die Gepäckfracht und noch nicht den dritten ^hcil des Fahrpreise« dritter Klasse beträgt. Der Mindestb-trag der Gebühr ist auf 20 Pf. normirt. Es ist die Ldsung der Zuschlagskarten im Abthcil durch Vermittlung des Schaffners beim Zugführer zugelassen. Das Radfahr-Avthnl kann Mit ^ahrtarten zweiter Klasse im Allgemeinen ohne jeden Zuschlag benutzt werden. Die Einrichtung erstreckt sich auf alle Züge mit Ausnahme der D-Züge. Vorerst erhält jeder Zug nur ein oder zwei Radsayr- Abtheile. Für den Fall, daß Radfahrer im Vertrauen auf das Vorhandensein dieser Abtheile ihr Rad nicht abaefertiat haben, aber keinen Platz mehr im Radfahrabthcil finden, sind die Paamcister angewiesen, die Räder unabgefertigt in den Packwagen zu nehmen und die nachträgliche Abfertigung auf der Bestimmungsstation zu veranlassen. Ist der Radfahrerzuschlag bereits am Schalter gelost, so kann der Reisende gegen Abgabe der Znschlagsrarte das Rad m Empfang nehmen und die nachträgliche Abfertigung vermeiden. Dir bestehende Abfertigung der Fahrräder als Gepäck bleibt ohne ede Beschränkung bei allen Zügen zur wahlweisen Verfügung.
— Tasblntt-Zmnmlnngeir. Für die arme Wittwe in Bischoffen gingen ferner ein von Frau B. W. 2 Mk., Frau M. C. 2 Mk., W. 1 Mk., Ungenannt 2 Mk., von den Schülern einer Oberklasse in der Mittelschule an der Rheiustraße 1 Mk. 55 Pf. Für den brandbeschädigten Gemeindediener in Holzhausen von N. N. 3 Mk., von F. 2 Alk. Herzlichen Dank. Wertere Gaben nehmen wir gern entgegen. ____
Kleine nassauische Nachrichten. Der Termin der zweiten Kreis-Geflügelausstellung in Ems wird wegen der vom 8. bis 13. Juni in Frankfurt stattfindenden Ansstellung der Landwrrth- schaftSgescllschaft auf den 24., 25. und 26. Ium verlegt. -, Lehrer Schüfet in Berg-Nassau-Schcuern ist mit dem 1. April nach Wied bei Höchst versetzt. — Lehrer Schneider in Stem-Reukirch rst nach Oestrich versetzt an Stelle des Lehrers Letzench, der nach Winkel kommt — Der Gcmeinderath in Schwanheim beschloß, dre Brücke über den Main auf Gemeindekosten erbauen zu lasten. — Der Marktplatz in Höchst soll in dieSonnciistraßeaufdasTcrrarn des ehemaligen Bachbettes verlegt und dort eine offene Markthalle ctbciui werden. — Bei einem Neubau m der-Lchul^trahe zu Ho wurden römische Ziegeln mit' dem 22. Legionsstempel gefunden. Dieselben wurden dem Alterthumsvcrein überwiesen.
-Sinnen, 27. März. Heute Morgen stieß bei Rüdesheim ein von Mannheim kommendes großes Floß mit dem Anhang des zu Berg gehenden Schleppdampfers „Industrie XVI zusammen. Das Floß ging in Trümmer. Die einzelnen Theile wurden jedoch von dem Schraubenboot „Postillon II aufaesstcht und nach der Jungau bugstrt, wo sie wieder zusammengestellt werden. Von der Mannschaft kam Niemand zu Schaden.
= Darmstadt, 28. März. Infolge beiderseitigen Entgegenkommens von Meistern und Gehülfen würde der seit 14 —eigen bestehende Ausstand der Weißbinder-, Maler- und Lackirer-Gehülfen beendet und heute allgemein die Arbeit
Aus dem Gerichlssaat.
* Frankfurt, 27. März. Die Preßprozesse gegen die sozialdemokratische „Volksstimme" Haufen stch geaenwar ig D Redakteur des Blattes, Dr. Max Ouarck m Seckbach, steht heute wegen zweier Anklagen vor Gericht. Die erste betraf einen Artikel t vom 12. Januar: „Sechszehn Jahre Zuchthaus — wegen Unfugs. ; Das Kriegsgericht m Darmstadt hatte zwei Reienngen und einen t | Hornisten weisen „militärischen Aufruhrs und Widerstands gegen Bor-
Ueber die Lage des Siegerläuder Eisenmarktes Wird der Fachzeitüng „Industrie“ geschrieben: Das bedeutungsvollste fireigniss auf dem hiesigen Eisenmarkt ist die von dem Verband der Siegerländer Walzwerke vorgenommene Herayf- Stzung der Preise für Feinbleche von loO bisi 160 Mk. ie Werke haben sich hieran veranlasst gesehen, theus durch die fortwährend steigenden Forderungen, welche die Stahlwerke für Halbzeug machen, thcils durch die ebenfalls immer hoher steigenden Löhne. Zunächst dürfte freilich ein Grundpreis von 160 Mk. pro Tonne nur in Ausnahmefällen zu erzielen sein, wenn jedoch der Begehr in der bisherigen Höhe noch langer fortdauert, so wird es nur eine Frage der Zeit sein, dass dieser Preis allgemein zur Durchführung gelangt. Allem Anschein nach wird dies aber der Fall sein; denn die Nachfrage^aus Süddeutschland, welches Hauptabnehmer von Siegener Feinblechen ist, tritt unausgesetzt mit grossen Ansprüchen an den hiesigen Markt heran. Es wird umso eher der Fall sein, als die rheinischwestfälischen und Luxemburger Werke alle schon auf lange Zeit mit Arbeit überhäuft sind und somit die hiesigen Feinblechfabrikanten von dieser Seite einen ins Gewicht fallenden Wettbewerb nicht zu fürchten haben. Aus dem letzteren Grunde tritt aber auch das Ausland mehr als bisher im hiesigen Bezirk als Käufer auf, wobei aber die Werke eine gewisse Nachgiebigkeit bezüglich der Preise zeigen müssen, wenn sie Erfolg haben wollen Wahrscheinlich wird das Ausfuhrgeschäft, durch den Wegfall der Exportvergütung Seitens des Kohlensyndikats einen empfindlichen Stoss erleiden, was jedenfalls sehr zu bedauern ist. Wie in Stabeisen, so macht sich auch in Feinblechen in der letzten Zeit wieder eine erhöhte Nachfrage nach Sch weiss- »isen geltend. In früheren Jahren wurden im diesseitigen Bezirke fast ausschliesslich Schweisseisenbiecho fabnzirt. Die- telben wurden jedoch später immer mehr durch das wesentlich billigere Flusseisen verdrängt, weshalb sich schliesslich die W er Ke fenöthigt sahen, zur Verarbeitung dieses Materials zu schreiten, Stenn sie ihren Betrieb aufrecht erhalten wollten. So ist es denn gekommen, dass heute nur noch sehr wenige Werke, und die nur nebenbei, Schweisseisen verarbeiten. Die Ansprüche, die von allen Seiten an den Grobblechmarkt gestellt werden, sind, wie die stetig aufwärtsstrebende Preisbewegung zeigt, noch immer sehr beträchtlich, und ein Nachlassen derselben ist angesichts der unausgesetzt lebhaften Bautätigkeit und des immensen Bedarfs der Scbiffsbauanstaken in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Gewöhnliche Grobbleche kosten heute 150 bis 153 Mk. pro Tonne ab Werk. Nicht selten sehen sich die Werke veranlasst, über unzureichende Zufuhr von Rohmaterialien Klage zu führen. Auf dem Stabeisen markte spitzen sich dieVerhältnisse ebenfalls immer mehr zu. Die Ansprüche, welche an die Werke von allen Seiten gestellt werden, nehmen stets dringendere Form an, während Rohmaterial, besonders Roheisen, immer knapper wird. Die Werke befinden sich dadurch vielfach in einer peinlichen Lage, und es kommt nicht selten zu heftigen Auseinandernetzungen zwischen Produzenten und Konsumenten. Die einzelnen Strecken sind durchweg ziemlich gleichmässig belastet, und kann der Betrieb, soweit es nicht an Rohmaterial oder Arbeitern fehlt,
Letzte Nachrichten.
Berlin, 28. März. Der Kaiser empfing Heute den General v. Lindeqnist. - Der Kreuzer „Buss ard" ist gestern m Gibraltar angenommen und Hat an demselben -rage die Reise nach Cuxhaven fort,gesetzt.
Varis, 28. März. Wie der „Matin" behauptet, machte der verhaftete Engländer Josef Clayes neue Angaben über em plan* müßiges, organisirtes Netz von Spionen, welche m Frankreich für England und Deutschland thätig smd. ClayeS hat eme mut Spionageaffnire enthüllt. In der Provinz wurde bereits eine Ver- haftung' vörgenommen. ___
gjte Morgen Anssabe enthalt 3 Aettage«.
v,r-»Iw°rtU» fih di- Sirtactio« ft »dlhcrdl SoutionipufUnotuS ». Btlta» y. Sckeilt«dera icht» ^of-3u<6brudtrti tn WirSbad«».
Kleine Chronik.
Die Hamburger Polizei entdeckte eine Falschmünzerbaude mid verhaftete drei Personen. Zahlreiche Formen, Metallvorrath und falsche fertige Ein- und Zwei-Markstucke wurden beschlagnahmt. Weitere Verhaftungen stehen bevor.
AuS Spandau, 26. März, wird berichtet: Em Anschlag ist gegen das hiesige Rathhaus ausgeführt worden Heute Morgen war der Rathhauskastellan Schmidt mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Den Kehricht, meistens Holzabfalle und andere brennbar erscheinende Gegenstände, warf er m die im Keller befindliche Feuerungsanlage der Centralheizung. Plötzlich erfolgte eme heftige Detonation. Aus dem Ofen schlugen Flammen hervor, die die Kleidung des Kastellans ergriffen, der,, uberfchuttet von brennenden Gegenständen, welche aus dem Ofen kamen, an die Wand geschleudert wurde; das Haus erbebte, und die Fensterscheiben des Kellerraumes gingen in Splitter. Der Kastellan hatte rm Gesicht, an Ariuen und Händen schlimme Brandwunden davon- getragen und liegt schwer krank darnieder. Beim Durchsuchen des Raumes fanden Polizetbeamte einen Solzrahmen, um den der Rest des zur Explosion gebrachten Gegenstandes gewickelt war. Der Erplosivkörper, in Gestalt einer starken Zündschnur, ist anscheinend von einem Unheilstifter in den Keller des Rathhauses geschafft worden.
Aus Karlsruhe, 27. März, wird »Meldet: Em schreckliches Familiendrama hat sich am Samstag mGutach rat Schwarzwald abgespielt. Unter den erwachsenen Söhnen de» Martinsbauers Blum im Unterthal war laut der „Landeszeimng ein Streit entstanden, in welchem der 23-jährige Konrad Blum von seinem 37 Jahre alten Bruder Johann erschossen wiftde Die I beiden Brüder Johann und Christian Blum geriethen in Wortwechsel, der schließlich zu Thätlichkeiten ausartete, wobei Johann Blum von seinem Bruder Christian, sowie von seinem vermittelnden Vater und Konrad übel zugerichtet wurde. In der Wuth holte ,« das scharfgeladene Jagdgewehr seines Vaters und schoß tm Duiikeln dem ihm zunächst stehenden Konrad to unglücklich m die Brust, daß er sofort entseelt niedersanr. Der Mörder stellte sich der Gendarmerie. ,
Zur Verhaftung des Kaufmanns Franz Mausmann in Pirmasens wir noch mitgetheilt: Der Filiale des „Credlt I Lyonnais" in Nizza wurden vor einiger Zeit Effekten im^Wertye von 200,000 Fres. gestohlen. Der als Croupier bet der Spielbank in Monaco angestellte Mausmann erwarb diese Papiere um 30,000 Frcs., dcpouirte sie bei der Londoner Filiale des „Credlt Lyonnais" und echiclt darauf einen Vorschuß. Die französische« I Polizeiagenten suchten durch Mausmann dre Adresse der Verlauf« I zu erfahren, welche sich unter falschen Namen in London agfhalten sollen. Nachdem Mansmann gemäß einer Anweisung des Auswärtigen Amtes als der Hehlerei verdächtig verhaftet war,, reisten sie nach London weiter, um dort nach den Bankdieben zu fahnden.
Das österreichische Schiff Oscar" von 773 Tonnen und mit 47 Manu Besatzung sank bei Corme (Galicien); die Mann» I schäft schwamm ans Land.
Viehmarkt zu FrenkM «. ’™ 28. Marz.
Zum Verkaufe standen: 455 Ochsen, 40 Bullen, to6 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 289 Kälber, 178 Schafe und Hammel, 376 Schweine, 51 Sehaflämmer und 11 Ziegenlämmer. Aus Oesterreich zugetrieben: 66 Ochsen, 1 Bullen. Geschäft mittelmässig. Ueborstand ziemlich. Bezahlt wurde für 100 Pfund: Ochsen: a) vollfleischige, ausgemastete höchsten Schlachtwerths bis zu 6 Jahren (Schlachtgewicht) 6o ob Mk,. b) junge fleischige, nicht ausgemästete tnd altere ausgemastete 59 bis 62 Mk., c) mässig genährte junge, gut genährte altere 54 bis 58 Mk., d) gering genährte jeden Alters — Mk. Bullen. a) vollfleischige höchsten Schlachtwerthes 52—54 Mk, b) massig genährte jüngere und gut genährte ältere 46—48 Mk, e) genug genährte — Mk. Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): a) vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rind«) höchsten Schlachtwerthes 61-63 Mk, b) vollfleischige, aus- gemästete Kühe höchsten Schlachtwerthes bis zu 7 Jahren 56—58 Mk., c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinde^ 46—48 Mk., d) mässig genährte Kühe und Farmen (Stiere und Rinder) 36-38 Mk., e) gering genährte Küho und larsen (Stiere und Rinder) 32-86 Mk. Bezahlt wurde für 1 Pfund. Kälber: a) feinste Mast- (Vollm.), Mast- und beste Saugkälber (Schlachtgewicht) 76 - 80 Pf-, (Lebendgewicht) 46 -48 Pf., b) mittlere Mast- und gute Saugkälber (Schlachtgewicht) 73-76 Pf. (Lebendgewicht) 44—46 PL, c) geringe Saugkalb«- (Sdilaeht- Lwiciitf 61-65 Pf., d) ältere gering genährte Kalber [Fresser] (Schlachtgewicht) — Pf. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mast- " ---- b) ältere Masthämmel
Äbrheilthür unten befindliche federnde Klammer gedruckt. Sodann geschieht das Gleiche mit dem Hinterrade in die wettcr oben an einem v.wealtchen Arm angebrachte Klammer. Beim Hmeinheben der Rader ins Abtheil ist darauf zu achten, daß bei dem einen das Vorderrad bei dem anderen das Hmderrad voraussteht, da sonst nicht beide so hochgestellt werden können, daß die Lenkstange nach unten zeigt, DaS dritte und vierte Rad wird an je zwei Haken, die aus eisernen Schienen an der Decke verschiebbar migebracht sind, aufgehangt. Bei Srenrädern greifen die Haken um das obere Rahmcnrohr, bei menrädern greift der eine um das Ditzrohr unter dem Sattel, andere unter datz fordere Asahmenrohr. Die Benutzung der
13. bis 15. April statt. Das Programm ist folgendermaßen fest- aesetzt: Donnerstag, den 13. April, 4 bis 6 Uhr: Geschichte der Frauenbewegung (schriftsteller Julius Werner); 7 bis 9 Uhr: Gegen wärtiger Stand der Frauenbewegung (Dozent noch unbestimmt), Freitag, den 14. April, 4-6 Uhr: Bibel und Frauenbewegung (Professor v. Nathilsius); 7-9 Uhr: Frauenbildung (Oberlehrer Dr Schultze); Samstag, den 15. April, 4—6 Uhr: Frauenarbeit (Hofprcdiger Stöcker); 7-9 Uhr: Soziale Bedeutung der weiblichen christlichen Liebesthätigkeit (Pfarrer Burckhardt). Zur Betheüigung an diesem Kursus fordern die auch in Wiesbaden bekaililten Damen Fräulein Margarethe Behm und Fräulein de la Croir, sowie ferner Gräfin Klara Bernstorff, Frau v. Dobeneck und Franlem E. v. Kycbel-Döberitz auf. Anmeldungen von Delegirten Wiesbadener Frguenvcreinigungen, sowie von sonstigen Lheilnehmern, nimmt die Schriftführerin der Frauengruppe der freien kirchlich- sozialen Konferenz, Fräulein v. Knebel-Dobmtz, Berlin V, Eisenacherstraß- 6, sowie der Generalsekretär Böhme, Berlin N , Bernauerstraße 115, entgegen. Das^ Programm ist von den Letztgenannten gratis und ftanko zu beziehen.
— WaÜtntta-Thratef. Wir verweisen nochmals auf das heute Abend stattstndende Benefiz des beliebten Humoristen Willy Zimmermann. Es ist dies gleichzeitig die vorletzte Vorstellung des Marzprogramms. Mllc. Rose DÄrcy wird heute Abend zum ersten Mal die berühmte „Chanson im Lchnstuhl", „La Lisctte de Beranger (der Erinnerung an Frankreichs größten Chansonnier gewidmet), vortragen. Auch die Zwerge bringen neue Verwandlungen.
— Der virtts denlfchr Aaudimtgsgrhülfentag wird am 3. April in Kassel, Stadtvark, abgehalten ivcrden. Nach den bisherigen Anmeldungen dürften etwa 600 Städte vertreten werden und über 1000 Handluugsgehülfen an dcn Berathungen theilnchmen. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: 1. „Waalenhaiil-r und tzandlungsgehülfen", Berichterstatter Herr R. v. Pem-Altona; 2. „Novelle zur Gewerbeordnung, Berichterstatter Herr Paul Elbcrding-Elberfeld und Herr Richard Dörmg-Hamburg; 3 „Kaufmännische Schiedsgerichte , Berichterstatter Herr Franz Schneider-
Deutsch-nationalen Handluugsgehülfen-Verbands voran.
— Das Fahrrad bei der Politei. Seit zwei Jahren ist hei der Berliner Kriminalpolizei das Fahrrad in Verwendung. Eine Anzahl Beamter benutzt es für den Streckenslcherhcitsdlenst des Kaisers. Außerdem werden andere dienstliche Angelegenheiten durch dieses Verkehrsmittel erledigt. Die Charlottenburger Polizei folgte als nächste dem Berliner Beispiel mit der Anschasfirna von Fahrrädern. Auf die Anfrage der betreffenden Polizei-Präsidien und -Direktionen hat sich der „Feldpost" zufolge der Minister des Innern entschlossen, für folgende Städte mit über 100,000 Einwohnern und Residenzen: Königsberg t. Pr., Danzig, Stettin, Breslau, Posen, Magdeburg, Hannover, Köln Wiesbaden, Kassel, Potsdam und Charlottenburg, je vier bis sechs Fahrräder zu bewilligen. Für die anderen deutschen Städte ist ebenfalls eine Anschaffung von Fahrrädern vorauszufehen. Auch die Ausrüstung her Gendarmerie mit denselben liegt in nicht allzu weiter Ferne.
— Das Fahrrad auf der Eisenbahn. Mit einem Mt- aemäßen Versuch tritt die Generaldirektion der elmtz-lothnngischen Eisenbahnen hervor. Sie richtet vom 1 Avnl ab auf-rmaen Hauptstrecken „Radfabrerabtheile" ein, um Radsahrern d,e Mogtich- teit zu geben, die Räder mit in den Eisenbahnwagen dritter Klasse zu nehmen. Die amtliche „Strabb. Korr." berichtet darüber: Dte ^inrichtung gestattet, in der einen Hälfte des Abtheils vier cm- ffzige Zweiräder sicher zu befestigen, wahrend auf der gegenüberliegenden Bank die vier Besitzer der Rader Platz finden. Von Außen sind die Abtheile durch ein rothes Schsid mit der weißen Aufschrift .Radfahrer" kenntlich. Die innere Einrichtung besteht darin, daß die eine Sitzbank hochgcklappt werden kann, und haß an den Seiten je zwei federnde Kammern, an der Decke vier Haken angebracht sind. Die Befestigung der Rader ge- schieht folgendermaßen: Zwei Räder werden auf der Felge des Vorderrades hochgestellt, sodaß die Lenkstange nach unten tommt. Zunächst wird dann das Vorderrad in die an der Lk:!e neben der Slbthtilthur unten be
