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«• Jahrgang.
Verlag: Langgasse 27.
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Uo. 143
Samstag, den 23. Wär?
Fernsprecher No. 52.
«amen Blumen?"
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Mprflen-ftusgabe.
Aus Stadt und §aud.
Wiesbaden. 25. März.
- GelHichtsKalrnder. 25. März. 1897: Bombardement von Kanea Seitens der Kriegsschiffe. 1842: * Theodor Kathrein Ui Salurn, hervorragender österreichischer Parlamentarier. 1814: Niederlage der Franzosen bei La Fore Champenoise. 1802: Frieden zu Amiens zwischen England und Frankreich. 1801: f Friedrich ). Hardenberg zu Weißenfels, bekannt unter dem Namen Novalis rls hervorragender Dichter. 1799: Sieg des Erzherzogs Karl über sie Franzosen bei Stockach. 1799: Gefecht bei Aach in Baden. 1793: Wiedereinnahme von Brüssel durch die Oestcrreicher. 1786: " G. Aniici, hervorragender italienischer Optiker und Astronom (t 10. April 1864). 1528: * Jak. Andrea zu Waiblingen, hervorragender prot. Thcolog (t 7. Januar 1590 zu Tübingen). 1347: * Katharina v. Siena, die Heilige (f 29. April 1380). 1252: * Konradin v. Schwaben, der letzte der Hohenstaufen.
N" Iahr-v-Kericht der Mittel- und Aöher-en Madchenschnle in der KtifMenße über das Schuljahr 1898 99 bringt Mittheilungen über die Organisation der Anstalt, die Veränderungen im Kollegium (Herr Lehrer Drehling ist an die Vorbereitungsschule in der Oranicnstraße versetzt worden und dafür Fraulem Marie Rudolph in das Kollegium eingetrctcn, Fräulein Anna Burmeister tritt in den wohlverdienten Ruhcstaud und Herr Reallehrer Peter ist an die Höhere Mädchenschule in der Luisenstraße versetzt) und die Schulordnung. Das Kollegium der Anstalt bejteht aus dem Rektor, zwei Reallehrern, fünf Lehrern, sunf Lehrerinnen und zwei RcligionSlehrern. Das neue Schuljahr beginnt Dienstag, den 11. April, Vormittags 9 Uhr. Montag, den 10 April, von morgens 8 Uhr an findet die Aufnahmeprüfung Natt. Die noch zuruckstchenden Anmeldungen, bei welchen für die Aufnahmeklassen der Gcburts- und Impfschein, für alle übrigen Klaffen der Jmpffchern und das letzte Schulzeugniß vorzuleaen sind, nimmt ycrr Rektor Jung Samstag, den 8. April, während des Vormittags von 10—12 und des Nachmittags von 3-5 Uhr im «chulgebaude (Stiftstraße 30, Zimmer Nr. 23) entgegen. Das Schulgeld, welches in halbjährigen Raten an die Städtkasse zu zahlen ist, beträgt für die Klassen der höheren Töchterschule 96Mk., Mr die Unterklassen der Mittelschule 30 Mk., für die Obcrklaffen 42 Mk mit Ermag guna auf des Schulgeldes für das zweite und 7- desselben für das dritte Kind aus derselben Familie. Schuler und Schülerinnen, deren Eltern auswärts wohnen, haben 33V« pCt. Zuschlag zum Schulgeld zu entrichten; der Schulbesuch von mindestens 4 Wochen verpflichtet zur Zahlung des Schulgeldes für das laufende Quartal.
3Wtritl)tuno - yhtfriuit wird am Sonntag, den 26; b- Vits., Vormittags 10 Uhr, wieder für den allgemeinen Besuch geöffnet. Gleichzeitig gelangt der eben crschieneue neue Museumsführer im Museuni zum Preise von 1 Mk. zur Ausgabe.
~ Zum Kohlennnfschkag wird uns geschrieben: In früheren fahren war der Konsument gewohnt, gegen das Frühjahr und im Sommer billigere Kohlen zu brennen als im Winter. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Bei dem glücklicher Weise dauernden und noch stets zunehmenden guten Gcjchäftsgang aller Industriezweige und dem dadurch nicht völlig zu befriedigenden Bedarf sind die Kohlen schon rn den letzten fahren theurer geworden, und verlangen die Kohlen- und Coaksverkaufsstellen (Syndikate) vom 1. Apnl dieses Jahres ab für alle Produkte wieder um durchschnittlich 10 Mk. erhöhte Preise für den Waggon von 200 Ccntnern, was auf die hier übliche Fuhre 1 Mk. ausmacht. Dem Maßhalten der Syndikate ist eS zu danken, daß nicht noch höhere Preise bezahlt werden mü,sen. Der Versandt an Kohlen und Coaks an der Ruhr Übersteigt täglich 15,000 Waggons und ist es dem Laien geradezu unverständlich, wie diese enorme Leistung Seitens der Eifeiibahnverwaltung nur für diese Güter erreicht werden kann, während doch auch noch für andere Materialien in dem industriercichen rheinisch - westpbälischcn Bezirk Tausend-Waggons verlangt werden. Jetzt schon werden bedeutende Verkaufsabschluffe zu noch besseren Preisen für das Jahr 1900 gemacht, ein Beweis, daß ein Rückgang von Handel und Wandel vorerst nicht befurchtet wird.
— Pom Klnmenschenlir». „In welcher Weife und bei welchen -Gelegenheiten verschenken Herren an ~ D-cfe Frage war vor einiger Zeit von der „JLustrirten Fraucn- Zeituug (Verlag von Franz Lipperheide in Berlin) als Preisfrage aufgestellt. Nun ist die Entscheidung erfolgt (in Heft 5), und es »st nicht uninteressant, zu erfahren, wie die Damen über diesen Punkt denken. „Immer, mein' ich, wann und wie es den Herren gefallt," heißt es in einer Antwort, „Blumen find die einzige Gabe, die nie demuthlgt oder beleidigt. Außer vom Takt gezogene, giebt cs keine Grenze." Eine der Einsenderinnen hat die Frage humoristisch behandelt, die Antwort ist so originell, daß wir ne wörtlich folgen lassen: Angeregt durch Ihre Preis-Ausschreibung habe ich an die Herren meines Bekanntenkreises ein Rundschreiben über dre Blumenfrage gerichtet und schicke Ihnen hier die Antworten, die mir wurden: Onkel Jonas, der alte Junggeselle schreibt: „Man schenkt überhaupt keine Blumen an Frauenzimmer' Erstens, weil man als vernünftiger Mensch nie was schenkt; dann weil Blumen Firlefanz sind; drittens, weil man durch derartige unüberlegte Stteichc nur zu leicht in den leider Gottes ohnehin so schwer vermeidlichen Verkehr mit ffich-Fraucnzimmern S-räth." — Leutnant v Toronyi: In welcher Wei,c man Blumen ichcnkt? — Artig! — Bei welcher Gelegenheit? — Wenn Mama nicht dabei ist. - Was die Berechtigung anbclangt, kann ich keine Auskunft geben. Habe noch nie darüber nachgedackst?" — Major Kalix: „Als alter Praktiker will ich Ihnen, gnädige Frau, nur sagen: Die Herren thnn am besten, keine Blumen zu schenken' Damen haben nämlich die peinliche Gewohnheit, Blumen auf- zubewahren und sie dem Geber bei Gelegenheit als ganzen Korb wiedcrzuerstatten. — jä bitte Sie, den durch meinen Boten mitgebrachten Strauß als Zeichen meiner Ergebenheit huldvoll ent- gcgenzunehmen und nicht aufzubewahren." - Mein Neffe, der Student: „Man schenkt Blumen wenn man sehr stark in Jemand verkohlt ist. (Philister nennen diesen Zustand „verliebt".) Aber auch dann nicht m den letzten Tagen des Monats. Man schenkt sie ferner vortheilhafter Wen- nur im Sommer. Im Winter begnügt man sich damit, der „Fraw Liebsten" eine „Blume" zu weihen." — Dr.©ingrun (genannt „Der Feinfühlige"): „Eskommt ganz aus die Blumen und die betreffenden Damen an. Rothe Rosen zum Beispiel ichcnkt man nur Bräuten, und zwar den eigenen Astern nie alten Jungfrauen Goldregen nie armen Teufelinnen. Vergißmeinnicht nie den Patientinnen, die einem das Honorar schuldig sind. Beleibten Damen keine Pfingsttosen. Manchen auch keine Cameuen.
Die Kaiialfnrcht.
△ Berlin, 23. März.
Nach Ostern wird fm preußischen Landtag der heiße Kampf um den Mittellandkanal anhcben, und dieser Kampf wird nicht nur der Landtagstagnng, sondern der inneren Politik Preußens überhaupt für die nächste Zeit den Stempel aufdrucken. Bei oberflächlicher Bctrachttmg könnte man meinen, daß es sich hier um einen Kampf der Interessenten handelt, aber diese Ansicht ist unzutreffend. Wenn auch entgegengesetzte Interessen hier mehrfach in Betracht kommen, so bandelt es sich doch im Wesentlichen um einen grundsätzlichen Kamps. Auf der einen Seite stehen Diejenigen, welche dem Grundsatz huldigen, daß unser Jahrhundert und noch meyr das kommende im Zeichen des Verkehrs steht. In den Schlachtreihen der Gegner aber finden wir neben Denen, welche sich persönlich durch den Kanalplan geschädigt sehen, vor Allem die Kerntruppe Jener, welche die Zunahme des Verkehrs, die doch das entscheidende Merkinal unserer Ent- Uncklung ist, überhaupt als ein Unglück betrachten. Vor einem halben Jahrhundert haben die Fnhrwerkrbcsitzer heftig und ingrimmig gegen den Bau der Eisenbahn protestirt, weil sic fürchteten, dadurch ruinirt zu werden. Die Furcht war unbegründet, denn das Fuhrwerksgewerbe hat sich in ganz ungeahnter Weise gehoben. Jede neue Verkehrsgclcgenheit erfüllt nicht nur vorhandene Bedürfnisse, sondern sic weckt neue; sie kann deshalb bestehen, ohne einer bereits vorhandenen VerkehrZgelegenhcit Abbruch zu thun. Aber gegen die Einführung der Eisenbahn ist auch von Nicht-Interessenten Einspruch erhoben worden. Die Einen meinten, daß die Passagiere infolge des schnellen Lustzugs getödtet werden konnten; Andere fürchteten, daß die starke Erschütterung eine Art Erdbeben Hervorrufen und die Häuser in weitem Umkreis dem Erdboden gleich machen würde. Aber beide Voraussagungen lind nicht cingetroffcn.
Wir find ebenso überzeugt, daß die Unkenrufe Derjenigen, welche die Zunahme des Verkehrs überhaupt pcrhorresciren, keine größere Berechtigung answeisen. Wir sind nicht minder überzeugt, daß, wenn der Mittellandkanal gebaut werden sollte — was wir wünschen und hoffen — die Befürchtungen, welche von manchen Seiten an den Kanalplan geknüpft worden sind, sich als unberechtigt erweisen werden. Ob freilich der Kanalplan seiner Verwirklichung entgeaengehen wird, wird man noch nicht als völlig unzweifelhaft hin,tcllen können. Für die Vorlage tritt die national- liberale und die freisinnige Partei und ein großer Theil des Centrimis ein, die Gegner rekrutiren sich aus der überwiegenden Mehrheit der konservativen Parteien, von denen nur ein kleiner Theil für die Vorlage stimmen dürfte, und aus einem kleineren Flügel deS Centrums. So toeit es sich bisher übersehen läßt, sind die beiden Schlachtreihcn einander an Zahl annähernd gleich, sodaß die Entscheidung vorerst als zweifelhaft erfcheinen muß. Im Herrenhaus überwiegen die agrarischen Gegner der Vorlage erheblich, aber das Herrenhaus besitzt dafür eine geringere Widerstandskraft gegen die Regierung.
...Die zahlreichen Einwände, welche gegen den Kanal ins Feld aefühtt werden, können nicht als stichhaltig angesehen werden. Die Koftenfrage — der Kanal ist auf 261 Millionen Mark berechnet — scheidet aus, da die Rentabilität des Kanals als gesichert erscheint um> die Interessenten eine weitgehende Garantie übernommen haben. Was die Beforgniß der Agrarier betrifft, daß der Kanal ein „Einfallsthor für Getreide" bilden werde, so ist längst überzeugend nachgewicsen worden, daß der Kanal hierin den Strömen und Eisenbahnen gar keine Konkurrenz machen kann. Erheblich übertrieben wird auch die Beforgniß, daß der Kanalbau den Ardestermangel vergrößern könnte, denn bei diesen Bauten kommen zumeist bestimmte Arbciterkategorieen und bei den Erdarbciten Polen und Italiener in Betracht, die ans dem Lande keine Beschäftigung suchen. Endlich wird von einzelnen Interessengruppen, besonders in Schlesien, Einspruch gegen den Kanal erhoben. Es gjebt wenig Unternehmungen, welche der Gesammlhcit nützen und Nicht Einzelnen zum Schaden gereichen. Wäre die Rücksicht auf Einzelne maßgebend, so wären größere Verkehrsunternchmungen Überhaupt unmöglich und wir müßten zur Postkutsche ober noch weiter zum Wandcrstab zurückkehren.
Deutschland bedarf des Ausbaues der Wasserstraßen, da unsere Eisenbahnen, wie auch der preußische Eisenbahnminister zugegeben hat, auf die Dauer den steigenden Güterverkehr nicht bewältigen können. Die deutsche Industrie bedarf aber nicht nur der Verlehrs- vermehrung, sondern, um dem Ausland gegenüber konkurrenzfähig jn bleiben, auch der VerkehrSverbilligung, und hierfür ist der Bau von Kanälen eine nothwcndige Vorbedingung. Die Kanäle kommen aber nicht nur der Industrie, sondern auch dem wohlverstandenen Interesse der Landwirthschaft zu Gute, denn jede Verbefferung der Verkehrswege bedeutet für den betriebsamen Landwirth eine Vergrößerung der Absatzfähigkeit seiner Produkte. Diese Entwicklung ermöglicht cS dem Landwirth, aber sie zwingt ihn auch, zum intensiveren Bettieb überzugehen, und dann wird auch die Landwirthschaft, wo sie eS noch nicht gethan hat, den Nutzen und die dringende Nothwendigkeit der Kanäle einsehen. Wer die Karte des deutschen Reichs mit sorgsamer Prüfung betrachtet, kann sich der Erkenntniß garnicht verschließen, daß der Ausbau des Kanalnetzes eine Nothwendigkeit für Deutschland ist. Am dringendsten aber ist diese Nothwendigkeit für den Osten Deutschlands, und wir hoffen, daß diese Erkenntniß bei dem Kampf um den Mittellandkanal zum Siege gelangt.
d. 11 afie 1 bodtfaneen. Ich war auch einmal ein Kind, und wenn man zum Beispiel das bedingungslose Annehmen fremder Lügenweishcit als Maßstab an den kindlichen Verstand legen will, dann war ich ein recht dunnnes Kind. Ich glaubte Alles; ich war ebenso fest davon überzeugt, daß bei uns babeim Nachts eine Frau mit halbem Kopf un Feld herumgehe, die sich über ihren Kopfrest ein hellweißes Tuch gewickelt habe und von Mitternacht bis zum ersten Hahnenschrei unter Stöhnen und Klagen die fehlende Halste ihres Hauptes luche, als ich fest davon überzeugt war, daß der Teufel mitseiner Großmutter allfohrlich am 1. Mai um Mitternacht auf einer Mistgabel und einem Besenstiel durch die Dorfftraßcn reite, und baß der ewige ^,udc einmal imJahre, und zwar zur Zeit der wiithenden Novembersturme, quer durch die Gemarkung marschire. Einmal ja, hatte ich lo glaubte ich damals — den alten, ruhelosen AhasoemS sogar rmt eigenen Augen gesehen, und heute sehe ich ihn noch vor mir: Großer Mann, gebeugter Rücken, großer Schlapphut, langcr^altersgrauer Mantel, schwere genagelte Schuhe und einen langen stab, der oben in eine Krücke und unten in eine
1899,
Fernsprecher 9i o. 52.
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„ o O- M-Udbr-Mid. Die Feuerwache ist gestern Nachmittag UN '(3 Uhr zu einem Waldbrand ausgeruckt, der von ferne in der Gegend des „Chauffechauscs" bemerkt worden war. Die Wacht fand eine Wie,c brennend vor. Sic löschte den Brand, ehe et größeren Schaden angerlchtet hatte.
(tkurzc fachliche Berichte iv^de"e "üw^^ünter^6»Ucber,christ aufgenommnt.J hristlichen Arbeiterverein" findet Somttäz, Abends 8 Uhr, Vortrag des Herrn LchrerS Wittgen im Gemeind« SstuS, Steingaffe 9, über das Thema: „Wilhelm von Orauien' statt. Nachher geselliges Beisammensein mit musikalischen Vorträgen.
„„ m . Stimmen atro dem Publikum.
(erflt Veröffentlichungen unter dieser Ueberschrift übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung--
* Die städtische Verwaltung scheint von dem vorhandenen t tazo-2 Vn Straßen gar keine Notiz zu nehmen, denn kein Gießfaß ift zu sehen, um dem Ueberhandnehmen dieses lästigen Gesellen wenigstens ciniaermaßeii entgegenzuarbciten. Die Ba h n, hofstraße z. B. mit ihrem immensen Verkehr von und nach den Bahnhöfen, namentlich mit Wagen, dürfte einer größeren Aufmerk- fnmteit der städtischen Behörden wcrth fein, zumal auch das schnellt Fahren der elektrischen Bahn viel Schuld trägt an diesem füt Anwohner wie Passantcn unerträglichen Zustand. Wenn der Staub bet dem herrfchenden Nordost auch nicht ganz zu bekämpfe« 'st',,w ist er doch wenigstens etwas zu mildern. Also, etwa» Nasses, chr Herren vom Nachhalls!
Wenige Straßen werden von der städtischen Verwaltunq so stiefmütterlich behandelt wie die Rheinstr aß e, insbesondere der obere Theil derselben. Die Hauptzierde derselben, die schön« Platanenallee, wird eben durch Znriickschneiden der stärksten Steffi geradezu verstümmelt. Dies geschieht angeblich, damit die Bäum« unten mehr austreiben und größeren Schatten geben sollen. Das Letztere wird natürlich in diesem Jahr und auch im nächsten nicht erreicht, wenn überhaupt die Bäume die Procedur überstehen. Mi Erfahrungen, die mit dem Znrückschneiden der Bäume in der unteren Allee gemacht worden sind, sollten doch eigentlich davon abhalten, das Experiment in der jungen Allce zu wiederholen. Und wie unschön und unnatürlich diese kahlen Baumftummel im Vergleich zu dem prächtigen Anblick der in ihrem WachSthum ungestörten Baume, dii jenugenb Schatten spenden und doch ein Stagniren ber Luft uer- nnbern. Wer noch einen Zweifel über die unzweckmäßige Behandlung der Baume hegt, der betrachte die Lindenallee in ber Schwal- bacherstratze und auf dem Faulbrunneuplatz. Nur wahre Krüppel von Baumen sind dort zu sehen, da jedes Jahr soviel daran geschnitten wird, daß die Bäume absolut nicht gedeihen önncn. Me zahlreichen Bänke, die in der Allee aufgestellt sind, cheinen fast nur zum Gebrauch ber Kinder mit ihren Kindermädchen ausgestellt zu fein. Einsender denkt gewiß nicht daran, den Kindern den Aufenthalt in ber Allee und die Benutzung der Bänke zu verbieten, aber es haben denn doch auch die Erwachsenen und alten Leute ein Anrecht darauf, bei ihrem Spaziergang in der Allee einen Ruheplatz zu finden, ziimal die obere Rycinstraße eine Bahnverbindung zu den Anlagen oder zu dem Wald nicht besitzt. Man bestimme deshalb etwa die Hälfte der Bänke ausdrücklich zu Kinderbänken, halte aber daraus, daß die Umgebung dieser Bänke nicht verunreinigt wird. Wem ist nicht schon im Sommer bei dem Gang durch die Allee der Gestank ausgefallen, der von der Umgebung der Bänke ans- gctst. Auch die Erdarbeiten der Kleinen in ber Allee dürften zu verbieten sein eine so frequente Passage tote die Rheinstraße kann nicht als Kinderspielplatz dienen. Mit großen Kosten ist vor einigen Jahren die Hälfte des Reitwegs ausgehobcn und mit weichem Füllmaterial versehen worden, natürlich im Interesse der Reiter. Dieser Theil des Reitwegs dient der Jugend zn Erdbauten, für den Reiter hat er nur wenig Zweck; bet den vielen Unterbrechungen des Wegs durch Stroßenzuge kann in beschleunigter ©angart kaum geritten werden, abgesehen davon, daß oft tiefe Löcher die Bahn erschweren, aber dazu beitragen, die Sttaße zu vernnstallen. Kurz, das Geld fiir diese Anlage ist hinanSgeworfen, man hätte es dell" dazu verwenden können, der ganzen Südseite, die besonders im Frühjahr einen sonnigen Spazierweg giebt, ein breites Asphalt- zu geben. Mögen diese Zeilen dazu beitragen, den Wunfchen der Bewohner ber oberen Rheinstraßc gerecht zu werden und daß man schleunigst dem Beschneiden der Bäume Einhalt gebietet. B
(?) Cambrrg, 23. März. Die hiesige kommniialständische st u oft u mm en an st al t, an welcher außer dem Direktor neun ordentliche Lehrer und. vier Hülfskräfte wirken, zählte am Schluffe de? Schuljahres 96 Zöglinge, von welchen am 27. d. M. 10 ent» lassen werden. Die Schüler, 51 Knaben und 45 Mädchen, wurde»
blinkende Eisenspche auslief, Ich habe daher, wie man sieht, q, feine Uriache mich über kindliche Gemüther, die Alles, auch bat UnfinnjgÜe,. für baare Münze nehmen, lustig zu machen. Ich habe <TsnrffC"nma Rasselböcke erfolglos gefangen, habe selbst einmal beim 2)orftranier für einen Kreuzer blauen Zwirnssamen gefordert, bei einem Wagner das Augenmaß und bei einem Schmied die Hufeisen, miihlc verlangt Geduldig habe ich hier eine Ditte mit Sand, dort im Sack em schweres Klotz und vom Schmied ein paar gewichtig« ®ttenftu(fe meinen Spöttern zugebracht, und geduldig habe ich mich auslachen lassen. Von ba ab aber ward ich lang, E S-schett, und nun brachte ich selbst den Märchen vom Rumpel,tci zehen, vom Heinen Däumling re. einiges Mißtrauen ent, «'S™. Das ist mir als Schulbub begegnet. Das Rasfelböcksangen und dergleichen ist eben bas Vorrecht naiver Gemüther. Auf bat
■ 6-bstdet nicht an. Man kann alt und doch naiv sein. D e Metzgergeiellen eines hiesigen, größeren Geschäfts machten sich c ld)c" Tagen den Spatz einen jungen Kollegen bei Abends ganz wert hmans auf die Sonnenbergerstraße, in die Rahe der Kronenbrauerei auf den Rassclbockfang zu schicken. Der Gute nahm einen Sack unter den Arm versah sich mit einer Laterne und suchte, auf dem Tummelplatz der Rasselbock angekommen getreu seinem Auftrag, die großbeinigen Un, moglichkeits prmger abzufangen. Er handelte genau nach er, baltener 180^1». Daß fchließlich auf der Bildfläche kein Rasfelbock, aber ein Mann in grüner Uniform erschien, ber stch ^.Erschrockenen Jager als Förster vorstellte unb ihn ® ® Wiidbieb (wegen Fang ber Rassclböcke) einstecken wollt«, war des Spaßes vorher beschlossene Pointe. Ob der Rasselbock, fanger sich in üblicher Weife durch eine entsprechende Onaittität ™ICI ,/oskaufte, oder ob er noch bei Zeit inne ward, was der Rafselbockfang zu bedeuten hat, ist mir unbekannt geblieben. Zum zweiten Male aber wird er sich jedenfalls nicht mehr nasführe« lassen, denn diese ^hierchcn sucht man in der Regel nur einmal im Leben zu fangen.
