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47. Jahrgang. No. 1-14,

Wiesbadener Tagblatt (Abend-Ausgabe). Verlag: LanggaffeST.

aabe machten |td) außer ö. Spangenberg, durch besonders verdient. Di

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ihre Schaaren aufeinander stießen, um sich in bitterstem Kampfe gegenseitig zu vernichten oder schließlich sich friedlich aus dem ncucrobcrten Landstriche zu vereinigen. Die Rasse der Arier blieb nicht mehr rein. Die rnndköpfigen Hunnen, Avaren, Magyaren, Türken und Andere mischten sich im Laufe von Jahrtausenden mit ihnen. Diese Mischungen haben immer zugenommen, sodaß die langköpsige Rasse in manchen Stammsitzen beinahe verschwunden ist. Freilich können die mit ihrem Blut gekreuzten Rundköpfe als Ersatz dafür gelten.

aber nach ganz kurzer Zeit wiederum, gleich an =.c

Seite 2. 25. März 1899,

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jwes Stellen, " im selben Hause Feuer, entstand, jaran, dem unheimlichen Brandstistir mit größter ' " " ' ' 1 r die Elek-

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Betrachtungen über dieModerne".

So lautete das Thema des von Herrn Direktor Franz Deutschinger gehaltenen Vortrags, der zugleich den letzten in dem vom hiesigenVolksbildungs-Verein" für diesen Winter veranstalteten CykluS von Vortragen bildete. Der Gegenstand ist tote der Redner ausführte gewiß von höchstem Interesse für Jeden, der seine Zeit und die Ausgabe derselben verstehen will. Die Titeil­nahme daran ist eine Pflicht für Jeden, der über deS Tages Last und Mühen nicht vergißt, daß das Leben auch einen geistigen Inhalt haben muß, soll es lebenswerth gefunden werden. Und die Kunst ist es, die uns daran erinnert, indem sie nnS den Zusammen­hang zum Bewußtsein bringt, in dem Mensch mit Menschen steht, und die Vernünftigkeit des Ganzen, worin wieder die Versohmmg mit der Unvollkommenheit des Einzelnen beruht. Unsere Kultur- entwickelung ist nicht das Werk Einzelner sie geht aus der Volksseele hervor. Rur was in dieser lebendig wird, verdichtet sich zu bleibenden Ärmstgestalten, und diese sind die untrügllchsten historischen Dokumente. . ,, _

In der Einleitung streifte der Redner kurz bte Hauptmomente der lttterarischen Entwicktung in der Zeit von Goethes Tod kns zum Jahre 70. Die Hoffnungen, die sich an dieses, ou htttorOchen Ereignissen von so überwältigender Große denkwürdige ^cchr knüpften von dem wir eine neue Aera des Aufschwunges aller ideellen und materiellen Kräfte des deutschen Volkes erwarten mußten, erfuhren zunächst eine große Enttäuschung. Zwar Handel nnd Wandel erblühten, und finanzielle Unternehmungen, denen

einer Nasse ist immer da, wo es sich am reinsten erhalten hat." Zweitens den geschichtlichen, der lautet:Bei allen Stämmen der Germanen hat sich die Ucberlieferung von der Auswanderung aus Skandia oder Skandinavien er­halten." Drittens den palanographischen, der sagt:In den skandisch-germanischen Runen ist das Ur-Alphabet der alteuropäischen Schrift enthalten. Die skandinavische Halb­insel ist auch der Verbreitungsmittelpunkt der heute noch gebrauchten Buchstaben."

Die skandinavische Erde barg reiche Funde an besseren Steinmerkzeugen, die Zeugniß dafür ablegten von der allmählich steigenden Kultur der urenropäischen Einwohner. Man fand dort die steinerne Pfeilspitze der Urzeit, die Äuochennadel, mit der die ersten Gewänder zusammen­genäht wurden, dann Handwerkszeug« aus Stein der ver­schiedensten Art und Güte.

Auf die Hautfarbe der verschiedenen Völkerschaften vom Weiß bis zum tiefsten Schwarz legt die moderne Wissen­schaft im Gegensatz zur alten fast gar keinen Werth. Für sie ist die Hautfarbe nnd Haarfarbe lediglich Sonnenwirkung, die bei allen Raffen ans die Dauer im selben Klima die­selbe ist, also kein Raffenunterschied. Für sie giebt es nur zwei Raffen, beziehungsweise drei, und diese sind: 1. die langköpfige weiße europäische Nordlandsrasse; 2. die lang- köpfige schwarz-braune, afrikanische Mittelmeerraffe; 3. die rundköpfige, gelbe asiatische Rasse.

Diese drei Raffen würden auch heute noch rein und allein vorhanden sein, wenn die Völkerwanderungen nicht gewesen wären. Immer mehr und mehr »vnchs die Mensch­heit an, kein Land konnte schließlich mehr die auf ihm geborenen Kinder entähren. Die langköpfigen, urenropäischen Völker sowohl, wie die nnidköpfigen, asiatischen mußten immer weiter und weiter wandern, so weit schließlich, daß ihre Ströme,

mancher Krach folgte, schossen auf tote die Pilze aber in der deutschen Dichtung fand die Zeit teuren entchrechenbeu Ausdruck Der von mancher Seite pathetisch geaugerte Vorwurf, daß trotz des großen ungeahnten nationalen Aufschwungs der HurrahpatnottSnulS tu unserer Dichtung nicht in Schwung kam, darf uns nicht be­unruhigen wir haben ferne Anlage Mw ChauvmtSmuS. Wir Wen nicht wie unsere westlichen Rachbaren immer rrioiro und patrie im Munde und trugen mich mcht mehr- Was ist des Deutschen Vaterland?' wir wißen es jetzt und sind heute nicht mehr so sentimental tote früher. Aber daß unsere ganze Lttteratur sich nicht rascher auS den Verirrungen des charakterlosen Epigonertthmns. rn dem sie fett GöiheS Tod mit wenigen Ausnahmen stecken gcbltebm, .h-rans- qefunben, das ist das bedenkliche dieser sonst so großen Zeit. Dte Operette, französische Schwänke und Unfitten-Komodien und bte seichten Produkte der deutschen Fabrikfirmen Moser,Lindau,L'Arrouge und Konsorten beherrschten die Bühne in den «Oer >sahrm. Es war ein unwürdiger Zustand, der in schreiendem Wideftpruch stand mit unseren nationalen Aspirationen, mit den großen epocheiiracheuden Fortschritten der Wissenschaften, der Jntmstrie und des Handels; nur das Nützliche und dem. materiellen Behagen, der trivialsten Vergnügungssucht Dienende fand daneben eine statt.

Erst die unter den Eindrücken der großen Zeit und unter dem Einfluß der exakten Wissenschaften herangewachsene neue Generation versucht sich ans dieser lttterarischen Versumpfung loSzuringen. Vvn der Jugend ging diese Bewegung aus, bte zunächst Protest aeqen die in konventionellen Formen verstärkte Herr;chaft der Alton war. Die Richtung, die diese Bewegung eingeschlagen, war ihr gegeben durch die von den Natnrtoifscnschaften beeinflußten Erkenntniste, besonders durch die Entwicklung der Darwinschen Theorieen, der Vererbung nnd bet Entstehung der Arten, bto eine ganz neue Weltanschauung eröffneten und ihren Einfluß aus allen Mistigen Gebieten, auf Religion und Moral, auf. Kunst und Liiteratur geltend machten. Auch die Aufrollung der sozialen Frage, die immer unwiderstehlicher nach einer befriedigendm Sofmtg drängte, blieb nicht ohne Einfluß. Was Wunder, daß fich daraus eine naturalistische sozialistische Richtung in unserer Literatur ertt- toickelte, und daß sich die jungeu mobcnien Sturmer und Dränger vornehmlich der Bühne zu bemächttgen suchten, da von ihr die un­mittelbarsten Wirkungen zu erwarten sind. Daß sich। btt .Moderne', wie sich die Anhänger der Bewegung nannte»,

Samstag, den 1. Aprsl: Geschlossen. Sonntag, den 2., bei auf­gehobenem Abonnement, Anfang 3 Uhr Nachmittags:Im weißen Roßl". Abonnement C, 41. Vorstellung:Der Trompeter von Säkkingen". Anfang 7 Uhr. Montag, den 8., Abonnement A, 42. Vorstellung:Undine". Anfang 6'/» Uhr. Dienstag, den 4., Abonnement B, 43. Vorstellung:Preziosa". Anfang 7 Uhr.

* Resident - Theater, l Spielplan.) Sonntag, den 26. März, NachmittaasA4 Uhr:Schlafwagen-Kontrolleur". 7 Uhr: Ludwig Fulda-Abend:Die Zeche". Ein Ehrenhandel". Fräulein Wittwe". Montag, den 27.:Das fünfte Rad". (Geering: Herr Dr. Rauch). Dienstag, den 28., im Abonnement:Die zärt­lichen Verwandten". Mittwoch, den 29.: Ludwig Fulda-Abend. Donnerstag, den 30., 25. Aufführung:Fuhrmann Henschel. Freitag, den 31.: Geschlossen. Samstag, den 1. April:Das Erbe.

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Sorgfalt nachzuspüren, und man , tricität mit vollem Recht verdächtigt war; alierdiims war, wie der Hauswirth gesagt hatte, in der That keine ElektricitStS- leitung im Hause vorhanden, aber die sonst so segensreiche, in diesem Falle freilich schädliche Energie war von draußen herein- gefiihrt worden. An einem der durch die Sttaße führenden Kabel für elektrische Beleuchtung war nämlich die JsolirungSschicht un­dicht geworden, das Kabel war mit den GaS- und Wasserleitungs­röhren in Berührung gekommen und längs dieser Röhren war die Elektrieität in das Haus gelangt. An einzelnen Stellen war die immer mit elektrischen Strömen entstehende Temperatursteigernug so bedeutend geworden, daß sie genügt hatte, die umgebenden Parquetplatten in Brand zu setzen. Dieser Fall von Brandstiftung durch Elektrieität erscheint ja ziemlich eigenartig, aber man wird zugeben müssen, daß ein solches Entstehen von Feuer durchaus nicht unwahrscheinlich ist, und daß man schon aus diesem Grunde auf gute, solide Jsolirung der Straßenkabel wird achten müssen.

Ausland.

" Frankreich. Die drei vereinigten Kammern des Kassations- hofeS verwarfen nach zweistündiger Berathung das Gesuch der Madame Dreyfus auf Ausschließung der drei Kaffationsräthe von Sen Verhandlungen des Kassationshofes in bet Dreyfus- Slffaire. Nachdem die Sitzung wieder für öffentlich erklärt worden war, wurde dieser Beschluß verlesen und damit begründet, daß die drei in Frage stehenden Kassationsbofsräthe deshalb nicht auszuschließen seien, toeil sie nicht über bas wirkliche Verfahren ihre Meinung ausgedrückt hätten, sondern nur über daS.Revistons- gesmh. Im Uebngen erlaube auch das kürzlich in bet Kammer votirte Gesetz nicht, Mitglieder auszuschließen. Die Kosten des Perfahrens im Betrage von 100 Francs wurden Madame Dreyfus auferlegt.

* Großbritannien. Das Unterhaus nahm nach dreitägiger Debatte die zweite Lesung der Londoner Lokalverwaltungs­bill an, nachdem Herbat Gladstones Antrag mit 245 gegen 118 Stimmen abgelehnt worden, welcher jede Bill für unbefriedigend erklärt, welche das bestehende System störe, aber nicht vereinfache lind die Erreichung der Einheit Londons erschwere.

* Asien. Nach Meldungen aus Kabul nehmen die Kräfte des Emirs von Afghanistan schnell ab, weshalb er seinen ältesten Sohn zum Thronerben proklamiren und demselben zwei Drittel seines Privatvermögens überlassen wird.

* Die 4. und letzte Guartett-Soiree der Herren Konzert­meister H. Jrmer, Th. Schäfer, W. Sadony und I. Eich­horn fand unter freundlicher Mitwirkung des Herrn, Direktors Spangenberg am Freitag, den 24. d. M., imKurhause statt. Den Beginn des Abends machte Mozarts herrliches, Liebe und Lust rühmendes Quartett in C-dur mit der vielumstrittenen querständtgen Einleitung. Die Ausführung des Werkes war in Bezug auf Sauberkeit, Wohlkiang und sicheres Ensemble, eine ganz vortreff­liche; am meisten wollte uns der zweite Satz zusageN, während in dem ersten und letzten Satze ein weniger starres Durchfuhren des angenommenen Tempos nicht geschadet hätte. Großes Jnterefje erweckte ein zum ersten Mal gespieltes Klavier- Trio in C-moll op. 27 von C. Grammann, ein Mann, dem mir hier noch nicht begegnet sind. Um die schwungvolle Wieder­gabe machten fich außer zwei Herren vom Streichquartett noch Herr H. Spangenbcrg, durch die Ucbernahme der Klavierpartie, ganz besonders verdient. Dieses Trio hat vor allen Dingen den Vorzug, sich nicht in Lösung musikalischer Probleme zu ergehen. Gesunde, hübsche Motive, die sich gegensätzlich gut ergänzen, sowie ein un­gestört fließender, wohlklingender Satz, brillante Schreibweise (be­sonders für das Klavier) sind unseres Erachtens die nicht zu unterschätzenden Haupteigenschaften des Werkes. Freilich hat der Komponist auch nicht verschmäht, sich hier und da einmal an Mendels­sohn, Schumann und sogar an Steiffiger anzulehnen, doch wollen wir ihm daraus keinen Vorwurf machen. In musikalischer Beziehung dürfte der erste Satz der wertvollste und der letzte Satz der schwächste fein; die Aufnahme Seitens des Publikums war eine sehr warme und anerkennende. Den Schluß des Abends und der Veranstaltung überhaupt machte das Es-dur-Quartett op. 74 von Beethoven, auchHarfenquartett" genannt. Es ist dies eins der großartigsten Werke aus der mittleren Schaffensperiode des Meisters. Der erste Satz ist im Zusammenspiel außerordentlich schwierig, der letzte Satz mit den Variationen, besonders der wundervollen Variation der Viola, ist eine Perle der Quartett-Litteratur. Den Künstlern für ihr hohes, reines Streben Dank und Anerkennung, sowie auf ein Wiedersehen und -Hören im nächsten Winter.g.

Ans Kunst und Leben.

- - Königliche Schauspiele. (Spielplan.) Sonntag,

den 26. März, Abonnement B, 41. Vorstellung:Othello" (Oper). Anfang 7 Uhr. Montag, den 27., Abonnement A, 41. Vorstellung: ^Goldfische". Fräulein Pauly, Herr Verend als Gäste. Anfang 7 Uhr. Dienstag, den 28., Abonnement D, 41. Vorstellung:Der Widerspänstigen Zähmung". Anfang 7 Uhr. Mittwoch, den 29., Abonnement B, 42. Vorstellung:Johanna". Anfang"? Uhr. Donnerstag, den 30., 12 Uhr: Matinee. Zum Besten des Schiller- Denkmals. (Abends geschlossen.) Freitag, den 3L: Geschlossen.

Missionars Chekeauchan geschleppt. Hier hing man ihn mit zusammengebundenen Händen 5 Lage lang an einen Baum und marterte ihn durch eschläge und mit glühenden Eisen. Vor seinen «lugen wurden 8 Christen gefoltert und enthauptet. Am 11. Dezember ereilte den Missionar dasselbe Schicksal. Die Räuber verzehrten das Gehirn, schlitzten dem Leichnam die Brust auf, rissen das Herz und die Lungen heraus und theilten die Stücke untcreinanber, um sie gleichfalls zu verzehren. Ein Protokoll über die Vorkommnisse wurde am 26. Januar ausgenommen.

* Das Köbtaurr Urtheil. Der sozialdemokratische Parteivorstand erklärt imVorwärts", die Nichtaufführung des Löbtauer Urtheils unter der Rubrik:Unter dem neuesten Kurs" sei nicht die Folge eines Versehens, sondern entspreche einem Beschlüsse des Vorstandes. Unter dieser Rubrik desVor­wärts" sollten nur die im Zusammenhang mit der sozial­demokratischen Parteibewegung erfolgten Vermtheilungen regiftrirt werden; dazu gehöre der Löbtauer Fall nicht, obwohl die höhe der Strafen nur ans den in Sachsen auf die Spitze getriebenen Klassenvorurtheilen zu erklären fei. So sehr der Parteivorstand die Pflicht anerkannt habe, sich der unglücklichen Opfer anzunehmen, so wenig sei er geneigt, die Strafthat in Löbtau zu beschönigen oder gar als mit der Parteibewegung znsammenhängeud erscheinen zu lassen.

* Kartmoden in der Marine. Die Sartfrage bei der Marine der Kaiser hat bekanntlich sich dahin ausgesprochen, daß er nicht wünsche, Seeoffiziere nur Schnurrbärte tragen zu sehen hat nach derDeutschen Tagesztg." eine Vorgeschichte, die nach England hinüberspielt. Dem Kaiser waren nämlich bet einem Besuche in England vor einigen Jahren die vollbärtigen Gesichter der englischen Marineaugehörigen ausgefallen, was den Monarchen veranlaßte, den Mannschaften der deutschen Marine durch Ordre bekannt zu geben, daß sie entweder einen Äollbart tragen oder aber vollständig glatt rasirt sein sollten. Den Seeoffizieren wurde durch das Marine-Oberkommando der Wunsch des Kaisers aus­gesprochen, daß sie der Anregung nachkommen sollten. Lange wurde von den Offizieren der kaiserliche Wunsch als Befehl befolgt, bis in letzter Zeit allmählich die Backenbärte verschwanden und der Schnurrbart sich wieder bemerkbar machte. Ihr Dasein ist nicht von langer Dauer gewesen, beim sofort nach der neuenBart- versügung" sind zahlreiche Schnurrbärte gefallen, da die Stations­chefs und Inspekteure streng auf die Befolgung der kaiserlichen Ordre zu achten haben.

* 20,500 Krirgervrreine mit zusammen 1,732,000 Mit­gliedern bestehen nach den letzten statistischen Nachweisungen im Reiche. Diese Eindreiviertel Millionen ehemaliger Soldaten sind zusammeugefaßt in neun Landesverbänden, welche in dem ständigen Kyffhäuserausschuß ihre gemeinschaftliche Vertretung finden. Unter denVerbänden" zählt der deutsche Kriegerbund mit 12,906 Unter­verbänden gegenwärtig 1,152,700 Mitglieder. Er begreift die Kriegervereine Nord- und Mitteldeutschlands, sowie den Elsaß- Lothringischen Krieger-Landesverband in sich. Es folgt bann ber Bayrische Veteranen-, Krieger- und Kampfgenosseubnnd, der Königlich Sächsische Militärvereinsbunb, bet Wütttembergische Kriegerbnnd, der Badische Militärvereinsverband, der Landesverband der militärischen Vereine im Großherzogthmn Hessen, die Schwarz­burger Kriegerkameradschaft, der Hamburger Kriegerverband und der Bremische Landeskriegerverband.

* Verschiedene MiMteilnugen. Das Vorlesungs- Verzeichniß ber Universität GöttingenfürdasSommer- femefter 1899 ist erschienen und vom Sekretariat kostenlos zu beziehen.

Professor Wied emann in Leipzig, der Leiter de? physi­kalischen Instituts der Universität und berühmte Physiker, ist gefto rben.

Der bekannte Staatsrechtslehrer Professor v. Seydel in München erlitt einen Schlaganfall. Sein Zustand ist fast hoffnungslos.

Aus Straßburg, 24. März, wird gemeldet: Der heute Früh aufgestiegene, mit Professor Dr. Hergeschell und Leutnant Kaltenbach bemannte Ballon ist heute Nachmittag in Lichtenau bei Oos (Baden) niebergegaugen. Die höchste erreichte Höhe betrug 5600 Meter, die tiefste Temperatur 30 Grad. Der unbemannte Ballon ist laut einem heute Nachmittag eingegangenen Telegramm Nachmittags 4»/> Uhr bei Oberlefchen bei Sprottau in Schlesien niedergegangen. , , .

Die Stadtverordneten in Braunschweig genehmigten den An k a n f des kunstgeschichtlich bekannten Demmer schenHanskS, sowie die Versetzung desselben auf den Burgplatz; der Regent be­willigte hierfür 15,000 und das Ministerium 15,000 Mk. Zuschuß.

Dem Dichter des bekannten Kutschke-Liedes von 1870, dem Stations-Assistenten Hoffmann in Breslau, gestattete die Regierung, nach einer Meldung desSeil. Tagebl.", die Führung des Namens Hoffmann-Kutschke.

In Rynsberg bei Leyden (Holland) wurde gestern da? Spinoza-Museum eingeweiht in dem Hause, worin Spinoza die letzten Jahre seines Lebens gewohnt hatte. Das Hans ist im Stil des 17. Jahrhunderts reftaurirt worden.

Aus rmÄ Zand.

Wiesbaden, 25. März.

Ke. Mai. der König der Kelgier wird, wie man aus Brüssel meldet, im Laufe des Sommers nach Wiesbaden koimuen, um hier Heilung feines Fußleibens zu suchen.

Personal - Nachrichten. Dem Herrn Gerichtsdiener Grebe hier ist die nachgesuchte Dieusteittlafsung mit Peusioit zum 1. Oktober d. Js. ertheilt worden.

Kurhaus. Am Sonntag Nachmittag 4 Uhr findet an Stelle des angetünbigten letzten Symphonie-Konzerts gewöhnliches Konzert bes Kurorchesters statt.

gs Rekidrnk-Thratrr. Die Direktion hat für die morgigen Sonntags-Vorstellungen ein höchst geschmackvolles Programm zu- fanunengefteut, welches sicher seine Anziehungskraft bewahren wirv. NachmittagsDer Schlafwagen-Kontrolleur", Abends Wiederholung bes interessanten Ludwig Fulda-Abends, welcher bei seiner elften Aufführung bei Presse und Publikum so großen Anklang fand. Montag geht LublinersFünstes Rad" mit Herrn Dr. Rauch als Anton ©erring wiederum in Scene.

Mariä Verkündigung ist eines bet ältesten Feste bei katholischen Christenheit. Schon 340 Jahre n. Ehr. wird dasselbe von Athanasius erwähnt. Weil das Fest oft in die Cdarwoche fiel, wurde es lange Zeit hindurch auf den 18. März verlegt, bis man es endlich auf den 25. März festsetzte. Jedoch erschien im Jahre 1813 die kirchliche Verordnung, daß, so oft Ostern im Marz gestiert würde, Mariä Verkündigung erst nach dem weißen Sonntag gehalten werden sollte. Die Protestanten in Sachsen feiern dieser Fest als einziges Marienfest.

o Lichtlnlder-Vortrag. Mit feinen Lichtbilder-Vorträgen hat derLokal-Gewerbeverein" einen sich stetig steigenden Erfolg. Der Zudrang zu diesen Veranstaltungen ans den Kreiien ber Mitglieder und barüber hinaus ist so groß, daß bet Vorstand, um einer Ueberfüöung bcS Vortragssaals in ber Gewerbeschule vorzubeugen, sich veranlaßt sieht, eine ganz be­stimmte Zahl Eintrittskarten auszugeben. Nicht zuletzt ist ,e8 die vortreffliche Vorführung ber Büdersenen, welche die Vortrage so populär gemacht haben. Der Verein hat zu diesem Zweck einett Apparat beschafft, mit dessen Handhabung sich ber Veremssekretar Herr Kopp so vertraut machte, daß er immer tadellos funktionirt. Die gestrige Vorführung der großen, 80 Bilder umfassenden Serie von berPalästinareife des Kaisers und ber Kaiserin hatte begreiflicher Weise eine ganz besondere Anziehungskraft ausgeubt, die Karten dazu waren rasch »ergriffen. Herr Lehrer W. Schmidt las den begleitenden Text zu den Silbern vor, weich' letztere toiebe

* Kammermusik. Die Ouartettvereinigung der Herren Königl. Konzertmeister Nowak, Troll, Fischer und Brückner veranstaltet in berLoge Plato" am Mittwoch, ben 29. d. M., Abends 71/, Uhr, ihre dritte Kammermusik - Aufführung. Das Programm enthält diesmal ausschließlich Werke für Streich­instrumente, darunter das Doppelquartett in E-moll op. 87 von Spohr, wobei die zweite Quartettgruppe aus den Herren Königl. Kammermusikern Rich. E h r l i ch (1. Violine), F. Z e i d l e r (2. Violine), K. Knotte (Viola), K. Backhaus (Violoncell) gebildet ist. Das Werk erfährt gewissermaßen eine JubiläumS-Anffübrung. Es wurde vor 25 Jahren, im März 1874, zum letzten Mal im Kurhaus, mit dem damaligen Konzertmeister Rebieek an bet Primgeige, gespielt.. Auch die Herren Ehrlich unb Kuotte waren an der Mitwirkung beteiligt. Eröffnet wird die Soiree mit einem anmutijigen Werke von Bocherini, das Quintett in C-dur (2 Celli). Beiden, ihrer gtenen Aufführung wegen einiges historische Interesse bietenden erten, dürfte man wieder einmal gern im Konzertsaale begegnen. Beethovens bekannte herrliche Variationen aus dem A-dm-=Ciiartett op. 18 vervollständigen das Programm. Möge der Besuch ber Veranstaltung ein recht reger sein.

* Nassauischer Kunstvrrein. Neu ausgestellte Bildet: von A. Weinberger in Wiesbaden zwei Bildet:Im Sommer" und Im hohen Tann" (Kvhlenzeichmmgen); von R. Pfyfser inLuzetn ein Bud:Im Schächenthal"; von R. Lipps in München zwei Bilder:Waldbach" undStraße in Verona".

* Dir 45. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner wird vom 26. bis 30. September in Bremen tagen. Schon jetzt ist man mit den Vorbereitungen eifrig beschäftigt, um die Gäste von Nah und Fern würdig zu empfangen. , Dank den bewährten Bürgerin geuden der Bewohner wird es auch diesmal der alten Hansastadt sicherlich gelingen, den Anforderungen ber Festgenoffen zu entsprechen; es darf das umso mehr erwartet werden, als in letzter Zeit wiederholt Versammlungen von ähnlichem Um­fange und äl)nlicher Bedeutung in Bremen ftattgefmiben haben und zur Zufriedenheit Aller verlaufen sind.

u. Elektrieität alo Brandstifter. In einem Hause in New-Uork entstand kürzlich ein ziemlich bedeutendes Feuer; die Feuerwehr eilte früh genug herbei, um den Brand zu löschen, bevor er sich auf andere Stockwerke ausdehnte, und sie stellte als Ent- stehungsort des Feuers eine Stelle im Parquetsußboden fest. Nach kurzer Zeit entstand an einer anderen Stelle des ParquetfußbodenS im selben Haus wieder Feuer, ohne daß man, in diesem wie im ersten Fall, die Ursache des Brandes ausfinden konnte. _ Man nahm an, daß an irgend einer elektrischen Leitung im Hause ein Kurz­schluß entstanden fein möchte, aber ber Besitzer versicherte, daß sich int ganzen Hause überhaupt keine elektrische Leitung befinde. Als