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Verlag: Langgaffe 27

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Freitag, den 34. März

Uo. 143

Fernsprecher No. 52.

Fernsprecher No. 52.

Abend-Ausgabe

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* Da» preußische Herrenhaus hat gestern den preußisch- hamburgischen Staatsvertrag unverändert nach den Beschlüssen des SlbgeordnetenhauseS angenommen. Darauf folgte die Berathung des Etats. Au demselben lag eine Resolution der Vudgetkommission

Die einspaltige Petitgeile für locale Anzeige« 15 Pfg., für auswärtige «lueigea 25 Ma. Reklamen die Petitzeile für Lieibadcn 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

(Nachdruck verboten.)

Korrdourr Krirf.

des verdienten Mannes nicht nur so weit die englische Zunge klingt, sondern auch in allen Zeitungen des Erdenrundes täglich aufs Neue ein beredtes Denkmalgesetzt".

Sein Haus, einer der prächtigsten Paläste Londons, war ein erlesener Sammelpunkt intellektueller Männer und Frauen aus allen Ländern der Welt, wo man vornehmlich alle möglichen litterarischen Größen antraf. Amüsant blieb dabei aber, daß der Baron, der, wenn er auch selbst nichts schrieb, so doch gerade den englischen Zeitungen jedenfalls mehr Stoff lieferte als irgend Jemand anders, der englischen Sprachen doch nie recht Meister geworden, sondern bis an sein Ende mit stark deutschem Accent sprach, wie er denn im Innersten seines Herzens seinem Geburtslande stets ein warmes Plätzchen gewahrt hat.

Auch der letzthin in Amerika verstorbeneLordHerschell, dessen Leiche heute auf dem britischen PanzerkreuzerTalbot" eingetroffen, ist von deutscher Abkunft, doch nicht von dem schon im Jahre 1822 verstorbenen berühmten Astronomen, sondern von einem direkt aus Deutschland eingewandertcn Deutschen abstammend. Lord Herschell bekleidete unter der liberalen Regierung den Posten eines Großkanzlers, was zwar keineswegs dasselbe besagen will wie Reichskanzler bei uns, aber doch eins der allerhöchsten Aemter des Reichs bedeutet. Der Lord High Chancellor ist zunächst der Präsident des Oberhauses, und da dieses die höchste juristische Instanz des Landes bildet, zugleich auch der oberste Richter des Reichs. Gleichzeitig versieht er auch die wesentlichsten Funktionen eines deutschen Justizministers, und bezieht für diese mannigfaltigen Obliegenheiten nicht nur ein Jahresgehalt von 200,000 Mk., sondern ist nach der althergebrachten Hofrangordnung nächst den Mitgliedern des Königshauses auch die zweithöchste Persönlichkeit im ganzen Lande. Der erste Peer des Reiches ist der Erz. bischof von Canterbury. Es ist eine der eigenthümlichsteu

Versicherungen des ersten Lords der Admiralität, Goschen, zu halten hat, denen zufolge England keine Angriffspolitik betreibt und in der Vermehrung seines Flottenbudgets nur dem von anderen Mächten geschaffenen Strome folgt. Wenn das englische Marinebudget heute den Budgets dreier wichtigsten europäischen Seemächte, zusammen genommen, gleichkommt, so ist es offenbar, daß es England ist, welches an der Spitze der eine große Seebcwaffnung bezweckenden Bewegung steht, daß es ein wachsames Auge auf alle übrigen Flotten hat und seine Oberherrschaft zu Meere an allen Orten und zu jederZeit aufrecht erhalten will.Was stellt nun Frankreich diesen Ziffern und diesen Bestrebungen entgegen? Der Summe von 671 Millionen steht diejenige von 302 Millionen gegenüber: werden im vereinigten Königreich 210 Millionen für neue Schiffsbauten bestimmt, so opfert Frankreich für den gleichen Zweck nur 92 Millionen, und auf 110,640 Seemannschaft dort, sieht man hier nur 44,000. Was Wunder nun, daß die Flotte Großbritanniens auf allen Meeren so stark vertreten ist, während die französische überall eine so bescheidene Rolle einnimmt. Wohl ist es wahr, daß der Schiffsbau jenseits des Kanals weniger kostspielig ist als hier, weil Rohstoffe und Fabriksprodukte dort billiger sind, aber auch wenn man in Frankreich gleich billig und schnell arbeiten würde, der Unterschied zwischen den beiden Flotten müßte nicht nur bestehen, sondern auch jähr­lich wachsen, weil die Summen, welche man für dieselben verwendet, immer unverhältnißmäßiger werden. In dieser mathematischen Thalsache ist das Geheimnist der gegenwärtigen und voraussichtlich auch künftigen Ueberlcgcnheit Englands über Frankreich zu Meere zu suchen.

(Nachdruck verboten.)

Uebrr das französtsche Flottenlmdget.

Unser Pariser -s-Korrespondent schreibt uns untcrm 22.ds.: In einem der heiligen Bücher aus dem Reich der Mitte liest man die Geschichte von einem chinesischen Orpheus, der sich rühmte, eine wunderbare Musik zu spielen, die nicht nur alle wilden Thiere bezähmte, sondern auch die Beamten des Reiches derart besänftigte, daß sie in Frieden miteinander lebten. Der General-Berichterstatter deS Budgets, Camille Pelletan, der in dergestrigen Kammersitzung dieses Geschichlchen erzählte, fügte den Wunsch hinzu, dieser Orpheus möge sich ent­schließen, die chinesische Maner zu übersteigen und eine Rundreise durch die hiesigen Büreaus und Häfen zu machen, wo unter den Bcamtenkörperschaften der Helle Zank und Hader wüthet. Der Schiffsbord-Offizier führt einen Kampf aufs Messer mit der Beamtenschaft der Seekonstruktion, diese mit der Flotten-Jnfanterie und -Artillerie. Pelletan wirft nun dem Marineminister Lockroy vor, daß er weit davon entfernt, ein chinesischer Orpheus zu sein im Gegentheil durch die beabsichtigte Einführung der 4. Sektion des General­stabs der Flotte diesen Rivalitätenhaß noch auf die schärfste Spitze treiben wolle. Diese neue Einrichtung werde zu einem offenen Kampffeld zwischen der Secschule und der polytechnischen Schule werden, sie werde das Werk­zeug für die Admiralität sein, um sich der Werkstätten vollends zu bemächtigen. Und hier gipfelt der gegen den Flottenminister gerichtete Vorwurf: er habe dieFlotte in der Rue Royale", d. h. das Bcamtenpersonal, vergrößern und die Macht des Generalstabschefs zum Schaden der Schiffsbau-Werkstätten ausdehnen wollen. Die Vertheidung des Ministers war kurz, aber scharf, er schoß gegen seinen Gegner einen Giftpfeil los, der immer trifft, nämlich die Beschuldigung der Unkenntniß. Die Bestimmung der 4. Sektion sei nur die Kopie eines schon lange vorher von Felix Faure unter­zeichneten Dekrets, und so sei die Rede Pelletans zum Mindesten um ein Jahr zu spät gekommen. Nachdem Lockroy dann auch die auf den Inhalt bezüglichen Vorwürfe geschickt zurückwieS, sicherte er der 4. Sektion die Existenz und sich einen Stimmensieg, der den Berichterstatter, der nicht gern Heerführer ohne Truppen sein möchte, den Ent­schluß einer Demission in Erwägung ziehen ließ.

Läßt sich nun dieser Zweikampf um die 4. Sektion fast alsBiel -Lärm um Nichts" bezeichnen, so sprechen dagegen die Ziffern deS Flottenbudgets in dem Bericht des speziellen Berichterstatters La Porte eine belehrende Sprache und geben da durch einen seltenen Zufall das Marinebudget gleichzeitig auch im englischen Parlament zur Diskussion gelangte zu interessanten Vergleichen Anlaß. Die Aus­gaben der englischen Flotte für das Finanzjahr 18991900 erheb», sich auf 671 Millionen Francs, waS eine Vermehrung um 71 Millionen gegen das Vorjahr bedeutet. Seit dem Jahre 1889 -1890 harte sich der Kredit der englischen Flotte verdoppelt. Nun weiß man sehr wohl, was man von den

«7. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgabe». Bezugs-PreiS; durch den Verlag so Pf,, monatlich, durch die Post 1 Mk. e» Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

« «**»»**« ««trilit»» für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur Nächsterscheinenden Ausgabe'wird keine 8e»»Ltzr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

vor, welche lautet: Indem das Herrenhaus die im Etat, enthaltenen Gehaltserhöhungen billigt, erklärt es zugleich, dH es in benf eiben den Abschluß dieser Bewegung siebt und die Regierung ersucht, weiterzehendes agitatorischen Bestrebungen entgezenzntreten. Diese Resolution gelangte zur Annahme, desgleichen der Etat des Fiuanz- minifterium«, der Ansiedelungs-Etat urfb der Etat des Ministeriums des Innern.

Deutsches Deich.

* fjof- und Versanal-Rachrichten. Die Ernennung des bisherigen freikonservativen Landtags-Abgeordneten Freitzerrn v. Zedlitz-Neukirch zum Präsidenten der Seehandlung i|t er­folgt. Freiherr v. Zedlitz-Neukirch hat infolge feinet Ernennung zum Präsidenten der Seeyandluna sein Mandat niebergeleat wird aber wieder kandidiren. DerReichs-Anzeiger' veröffentlicht die Emennung des Direktors im Kultusministerium, vr. v. Bartsch, zum Unterstaatssekretär in diesem Ministerium und des Vortragenden Rathes Schwartzkopff zum Direktor in demselben Ministerium.

* Strlin, 24. März. DieBerliner Korrespondenz' bezeichnet die Nachricht derFrankfurter Zeitung", daß der Fortsetzung der Main-Kanalisiruna von Preußen Schwierigkeiten bereitet wurden, als nach jeder Richtung hin unzutreffend. Preußen habe sich aus bundesfreundlichen Rücksichten grundsätzlich bereit erklärt, die Fortsetzung der Main-Kanalisation nach Bayern zu fördern.

* Da» preußische Abgr-rdneterchans erledigte gestern in zweiter Lesung den Gesetzentwurf über die Verlegung der preußisch-österreichischen Grenze längs des Przemsan-FlusseS und in erster Lesung den Entwurf eines Aussührungsgesetzes zum Reichsgesetz über die Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung. Letzterer Entwurf wurde der Justizkomnnffion Werwiesen. Hierauf folgten Petitionsberichte. Nächste Sitzung Dienstag, den 11. April. Tagesordnung: Initiativ - Anträge, betreffend Abänderung des Kommunalabgabengesetzes. Präsident v. Kröchet Geilte mit, daß die Kanal-Vorlage am 13. April zur ersten Lesung ge­langen werde.

gespielt hat. Er wurde 1821 in Kassel geboren und hatte schon in Deutschland ein Büreau zur Verbreitung von Nach­richten, Anfangs allerdings nur von kommerziellen Nach­richten, begründet, das er 1851 nach London verlegte und nun auch in den Dienst der Tagespresse stellte. Er war seiner Zeit stets ein Stückchen voraus. Hatte er schon auf dem Kontinent, nachdem dort die erste Telegraphenleitung zwischen Berlin und Aachen und danach auch zwischen Paris und Verviers errichtet worden, durch Herstellung einer Brief­taubenpost zwischen Aachen und Verviers die Verbindung zwischen Paris und Berlin beschleunigt, so verfiel er auch später auf ähnliche und immer neue Mittel der rascheren Beförderung von Nachrichten. Als es noch keine überseeischen Kabel gab, ließ er de» Postdampfern regelmäßig besonders schnelle Jachten entgegenfahren, welche die für sein Büreau bestimmten Nachrichten auf hoher See an Bord nahmen und dann damit schleunigst dem nächsten Hafen zudampften. Später errichtete er selbst eine Telegraphenlinie von Cork nach Crookhaven in Irland und auch das erste Kabel zwischen Deutschland und England im Jahre 1865 ist von Reuter gelegt worden, das er vier Jahre später mit einem Rein­gewinn von einer halben Million Pfund Sterling an die Regierung abtrat.

Wenn derselbe aber bei dem Monopol, das er in der Erlangung vieler der neuesten Nachrichten besaß, diese nun auch wohl an der Börse verwerthete und dadurch große Neichthümer erwarb, so wird ihn darob Niemand tadeln können, so lange diese Nachrichten ungefärbt und unverzüglich weitergegeben wurden. Und gerade durch die Zuverlässigkeit seines Dienstes ist das Ncutersche Büreau von jeher aus­gezeichnet gewesen. Verschiedene Depeschen-Büreaus des Aus­landes tauschen ihre Nachrichten mit Reuter aus, in Bezug auf überseeische Telegramme sind sie aber alle fast aus­schließlich auf Reuter angewiesen. Und so wird dem Namen

(Von unserem Korrespondenten.) Die Deutschen in England.DerTelegrapycn-König". Lor» Herschel». Zur offiziellen Stangor»nung. Cook. Primrose League. League of Mercy.

London, 21. März.

Unter den vielen Tausenden von Deutschen, die in England ansässig sind, befindet sich dem Himmel sei es geklagt! auch eine große Anzahl nichtsnutziger Aben­teurer und Misfethäter. Ja selbst die abscheulichsten Mord- thaten sind so häufig von Deutschen verübt worden, daß sie zur Gesammtzahl der Deutschen außer jedem Verhältniß stehen. So hat auch der letzthin an einer Frau von einem deutschen Ehepaar verübte grausige Mord die Gemüther wieder stark aufgeregt, um so stärker wohl, weil die Mörder noch nicht ergriffen worden. Es liegt ja allerdings nahe, daß die hier herrschende größere Freiheit des Individuums die Verbrecher­welt nach England lockt, wo die Polizei sich einer größeren Diskretion" befleißigt und schon das bei uns übliche System bet Anmeldung auf der Polizei als ein Eingriff in die per­sönliche Freiheit verurtheilt wird. Aber ihr Schicksal ereilt die Uebelthäter in den meisten Fällen ja dennoch.

Auf der anderen Seite hat es unter den Deutschen in England aber auch von jeher Männer gegeben, die sich die allergrößten Verdienste um das Land erworben; Männer, die auf den verschiedenen Feldern ihrer Thätigkeit nicht nur in der ersten Reihe marschirt, sondern allen voran ganz nn- . erreicht geblieben sind. Ich erinnere nur an Herschell und Händel, an Rothschild und Rosa, den Begründer der eng­lischen National-Oper. Und ihnen müssen wir auch un­bedingt den kürzlich verstorbenen Baron v. Reuter zu­rechnen, denTelegraphen-König", der in der Entwicklung des modernen Journalismus eine so hervorragende Rolle

* Eine Friedensdebatte entwickelte sich gestern im preußischen Abgeordnetenhause anläßlich der Berathung einer Petition von Dr." Rößler, Vorsitzendem des Frankfurter FriedenSvereinS, um anderweite Behandlung des Geschichtsunterrichts in den Volks- und Mittelschulen und höheren Lehranstalten. Dieselbe sollte durch Neber gang zur Tagesordnung erledigt werden, der Antrag wurde aber gegen Centrum und Linke abgelehnt. Abg. Stockmann (freikoNst) berichtete darauf über die Verhandlungen der Kommission. Abg. Dr. Hirsch verweist auf den Aufschwung der Friedens­bewegung, die nicht wenig durch die Kundgebung des Czaren ge­fördert worden sei. Der Beschluß der Kommission bedeutet eine unbegreifliche Mißachtung dieser großen idealen Bewegung, und er bitte wenigstens um Ueverweisung 6er Petition als Material. Abg. v. Kölichen (kons.) befürwortet den Antrag der Kommission. Das deutsche Volk fei ein durchaus friedliches, und daher habe die Thätigkeit dieser Friedensvereine in Deutschland keinen Zweck. Sie können sich nur an ein kriegerisch gesinntes Volk wenden. Unsere kriegerischen Rüstungen gelten lediglich der Erhaltung deS Friedens. Es ist aber auch nothwendig, baß unser Volk, wenn es einmal gezwungen wird, zn den Waffen zu greifen mit voller Freudigkeit m den Kamps zieht, und diese Freudigkeit zu wecken, ist Sache des Geschichtsunterrichts, der daneben auch den kulturellen Aufgaben sehr wohl gerecht werden könne. Ada. Friedberg (nat.-lib.): Die Geschichte auf den Schulen müsse tu erster Linie politische Geschichte fein, und in Folge dessen müssen auch die Kriege eingehender zur Darstellung gebracht werden. Die Thaten eines tzannibal, Caesar, Friedrich des Großen und Napoleon könne man doch nicht übergehen und ebensowenig die Befreiungskriege flüchtig behandeln, die doch, wie keine anderen, ge­eignet seien, Begeisterung für das Vaterland zu erwecken. Unsere Friedensliebe ist so über allen Zweifel erhaben, daß wir nicht nöthig haben, sie in der Schule noch besonders der Jugend ans Berz zu legen; aber wir müssen uns klar sein, daß wir, die wir im erzen Europas wohnen, dieAitfgabe haben, unsere Wehrkraft auf­recht zu erhalten. Alle großen Kriege Europas sind aus deutschem Boden ausqefochten worden. Wir müssen entweder selbst der mächtigste Militärstaat in Europa fein, um eventuell den Frieden auch binnen* zu können, oder wir müssen uns von unseren Nach­barn erdrücken lassen. Gegen den Wunsch, die Petition als Material zu überweisen, würde nichts einzuwenden sein, wenn in ihr brauchbares Material enthalten sei. Eine Umgestaltung deS Geschichtsunterrichts, wie sie angeregt wird, wünschen wir nicht, verwahren uns aber gegen den Vonvurf knegerischer Ge­sinnung. Die Friedensgesellschaft könnte sich ein besseres Feld ihrer Thätigkeit aussuchen als Deutschland. Sie sollte ihren Ideen in anderen Erdtheilen, in Nordamerika Geltung iu verschaffen suchen. Abg. Kopsch (freif. VolkSp.): Die Petition wende sich gegen die einseitige Geschichtsdarstellung in den Schulen, in brr bie friedliche Knlturentwickelung, die Helden der Wissenschaft re. zu kurz kämen. Auch der Gedanke an die Bedeutung der Schieds­gerichte als eines Mittels zur Schlichtung von Streitigkeiten müsse in den Schulen geweckt werden. Abgeordneter v. Heer em an (Centr.) ist der Meinung, daß eine Darstellung der Kriege sich nicht übergehen läßt, wenn man den Geschichtsunterricht nicht seines wesentlichen Inhaltes berauben wolle. Es krage sich nur, ob etwas mehr Kulturgeschichte getrieben werden kann. In dieser Beziehung sei auf den höheren Schulen, und die kämen hier allein in Betracht, gegen früher ein Fortschritt zu ver­zeichnen. In der Schnle von den Schiedsgerichten zu reden, sei eine Redensart. Auch der Krieg hat feine Ehre, hat Schiller gesagt, und es ist unumgänglich, auch in der Schule diesen Satz zu erklären und zu lehren, daß das Vaterland das höchste Gut ist, für das man int Nothsall auch das Leben lassen mag. Gegen die lieber« Weisung der Petition als Material habe er ober umso weniger ein­zuwenden, als der Sache ein großer Werth nicht beizumessen sei.