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Wiesbadener Tagblatt (Abend-Ansgabej. Verlag: Langgaffe 27<

47. Jahrgang. No. 122.

Stande gekommen fei und auch zugestimmt Er empfehle, de«

Seitens der dortigen Geheimpoliu Alexandrien und dann in Palästsi

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Seite 2. 13. Marz 1899

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gestorben. Nach längerer Thängkert an

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Preußischer Landtag.

Keriiu, 11. März. Abgeordnetenhaus.

belagerten Paris stand es in dem Abschnitte Meudon-Sövres; bei der Kaiserproklamation am 18. Januar 1871 war es außer einer Abordnung von Offizieren und Mannschaften durch die bei Wörth und Sedan zerschossene Fahne des 1. Bataillons vertreten, und das Füsilier-Bataillon hatte die Ehre, am 1. März 1871 an dem Einzuge in das bezwungene Paris theilzunehmen Mit Ruhm bedeckt kehrte nach fast einjähriger Abwesenheit am 8. Juli 1871 das Regiment in seine Garnison Mainz zurück und es begann wieder die rastlose, bis jetzt nicht gestörte Friedensarbeit.

Hm das Andenken der auf dem Felde der Ehre gebliebenen Kameraden zu bewahren, wurde in Gemeinschaft mit dem 2. Nassauischen Infanterie-Regiment Nr. 88 in Wiesbaden ein Denkmal errichtet, das der Nachwelt die Namen der in Feindesland Gefallenen und Gestorbenen überliefert. Und gehen wir in die anderen Städte und in viele Dörfer unseres Nassauer Landes, so finden wir auch dort die Denkmäler, welche die Gemeinden ihren Söhnen, die als Sieger aus dem glorreichen Kriege zurückkehrten oder die ihr Leben für König und Vaterland ließen, gewidmet haben. Uno allerorts finden wir, daß die Erinnerung an die altenSpanier" und ^Waterlooer" noch nicht erloschen ist, finden wir ehemalige Angehörige des 1. Nassauische» Regiments, finden wir Veteranen, die im letzten Feldzug, in den Reilßn des87. Regiments standen und jetzt schon deren Söhne, die mit den anderen Jungen bei dcn87ern dienten, und Alle erinnern sich mit Stolz und Freude ihres Regiments.

Deutscher Reichstag.

Berlin, 11. März.

Das Abgeordnetenhaus setzte heute die Berathung des Kultus, Etats fort. 'BeiBisthum Köln' fordert Freiherr v. Eynatten (Centr.) die endliche Einbringung eines Gesetzes f' n-r2VL------

sogar einen besonderen Gerichtsstand geschafft.., Vorbehalten habe, über Streitigkeiten zwischen flcdlern zu entscheiden. Für diel es Jahr lehne .

um zu erwägen, ob nicht noch gewisse Cautelen nöthia seien. Von einer Weißen-Sklaverei könne keine Rede sein. Abg. Buchka giebt zu,, daß der Vertrag verschiedene Härten enthalte, aberanderer- ftitS gewähre der Vertrag dem Gouverneur die weitestgehenden Rechte. Die Tendenz des Vertrags sei jedenfalls eine gute. Es sei dringend zu wünschen, haß sich deutsche Familien dort ansässig machen. Aog.GrafA rnim(Reichsp.)wendet sich gegen den Abgeordneten Bebel, der, wie auch gestern beim Fall Tucker, heute wieder zeige, daß er mit der objektiven Wahrheit auf gespanntem Fuße stehe. Man lese hoch nur BebelS Buch über die freie Liebe und werde dann mit ihm, dem Redner, dem Abgeordneten Bebel das Recht B machen, sich um diese Mädchen zu bekümmern. Nach einer Erwiderung des Abgeordneten Bebel wird die Forderung gestrichen. Beim Schutzgebiet von Neu-Guinea beantragt die Kommission eine Resolution, die Zustimmung zu diesem Etat nur unter der Bedingung zu gewähren, daß der Vertrag vom 10. Oktober 1898 zwischen dem Reiche und der Neu-Guinea-Compagnie im Artikel 7 dahin abgeändert wird, daß das Auswahl­recht der Neu-Guinea-Compagnie von 10 auf 3 Jahre, sowie daß diese Auswahl auf das Kaiser Wilhelmland beschränkt wird. Abg. Frese (freis. Ver.) hält Neu-Guinea für eine gute Er­werbung. Der Tabak sei gut. Weiter werde vorzügliche Baum­wolle gewonnen. Der neue Vertrag unterscheide sich von dem früheren wie Tag und Nacht. Er' gewährleiste, daß die Auf­wendung deS Reiches auch wirklich dem Lande zu Gute käme. Er bitte um Annahme der Resolution. Abg. Gamp (Reichsp.) äst mit der Erwerbung von Neu-Guinea einverstanden. Abg. Hasse (nat.-lib.) erklärt, feine Freunde würden unter den Voraussetzungen der Resolution dem Vertrage zusfimmen. Direktor Buchka weist darauf hin, daß der Preis von 4 Millionen auf dem Wege

, ma gemacht worden seien. DaS ' seien doch schwerwiegende VerdachtSgründe gewesen. ES scheine j ausgeschlossen, daß alles Schwindel sei. Die Angeklagten seien über» dies vor das Schwurgericht in Ancona geladen und das Urtheil müsse abgewartet werden. Beim Titel Konsnlat in Palästina vertagt das Haus die Weiterüerathung auf Montag 1 Uhr. Schluß 6 llht, j

Die Berathung des Kolonial-Etats wird fortgesetzt bei dem Etat für Togo. Referent Prinz Aren berg berührt die be­kannten Angriffe des Afrika-Reisenden Krause (Duldung von Sklavenhandel) mit dem Bemerken, es sei jetzt gegen Krause Straf­antrag gestellt. Der Etat wird genehmigt. Beim Etat für Südwest-Afrika kommt Abg. Bebel auf den Fall Dr. Esser zu sprechen. Direktor v. Buchka entgegnet. Dr. Esser habe zu der Kolonial-Verwaltung nicht die geringsten Beziehungen. Heber die Vorgeschichte der Verleihung des Kronenordens 2. Klasse an Esser sei er nicht in der Lage, irgend welche Auskunft zu geben. Was den Streit zwischen Esser und Dr. Wagner anlange, so schwebte darüber eine militär-ehrengerichtliche Untersuchung gegen Esser. Auch darüber könne er nichts mitcheilen. Die Debatte wird geschlossen. Das Haus pflichtet den verschiedenen bei diesem Etat von der Kommission vor- genonunenen Streichungen meist ohne Debatte bei. Unter Anderem hat die Kommission auch 25,000 Mark zur Beihülfe für sich in Südwest-Afrika ansiedelnde Mädchen gestrichen. Abg. Bebel (Soz.) geht auf die über Mädchen-Ansiedelungen abgeschlossenen Verträge näher ein. Aus denselben gehe hervor, welchen Gefahren die nach Südwestafrika übersiedelnden Mädchen sich aussetzten. Abg. Graf Arnim (Reichsp.) führt aus, Herr Bebel habe zu solchem Mitleid für die armen Mädchen gar keinen Anlaß. Die Unterhaltung der Mädchen sei gesichert durch vollkommen freie Station und der Lohn sei ortsüblich und nicht zu niedrig. Uebrigens sei den Mädchen für alle Fälle die Rückfahrt garantirt. Aba. Müller-Sagau (freif. Volksp.) meint, hier werde ein AbhängigkeitS - Berhältniß geschaffen, welches weit schlimmer fei, als den Mädchen eine sehr lange, den Herr­schaften dagegen nur eine sehr kurze Kündigmmszeit gewährt werde. Der Vertrag schaffe eine Art weiße Sklaverei. Mit unseren deutschen Empfindungen von Menschenwerth und Menschenrecht vertrage sich das nicht. Abg. Bebel (SozJ ist gleich dem Vorredner der Ansicht, daß der Vertrag der Gerechtigkeit ermangele. Abg. Prinz Arenberg (Centr.) erklärt, der Gouverneur habe that- sächlich versprochen, sich her Mädchen anzunehmen. Er habe ihnen sogar einen besonderen Gerichtsstand geschaffen, indem er sich selbst Vorbehalten habe, über Streitigkeiten zwischen Mädchen und An­siedlern zu entscheiden. Für dieies Jahr lehne er die Position ab.

* Derschirdens Wittheiiungrn. In London ist da» Lyceum-Thcater von einer Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht mit einem Aktienkapital von 3Vi Millionen Mark neubegründet worden. Unter den Mitgliedern des Aufflchtsrathes befindft sich auch der Mikado-Komponist Arthur Sullivan; M. Carr ist der eigentliche Direktor des Instituts. Sir Henry Irving wurde zuck künstlerischen Beirath" gewählt; zugleich ist der berühmteKünstlet der .erste Darsteller" des tzauses; als solcher hat er sich verpflichtet, hundertmal in jedem Jahre imLyceum" zu spielen. Die erste Serie der hundert Irving-Abende beginnt im April d. I. mrt SardouS neuestem DramaRobesvierre". DasLyceum" wird daS einzige Theater in England sein, daS während des ganzen Jahre» geöffnet ist. ~

Eugen Stägemann, der Direktor des Düsseldorfer Stadt- theaters, ist nach längerem Kranksein im Alter von 54 Jahren - ""'ch ~~i großen Provinzbühnen,

Frankfurt a. M., kam Engen Stägemann im Jahre 1888, __ Berliner Lessing-Theater, um hier seinen Rus als vor­trefflicher Bonvivant noch zu verstärken. Im Jahre 1891 verliH er Berlin und übernahm die Leitung der Düsseldorfer Bühne, die er als em vornehmes Kunstinstitut zu erhalten wußte.

Friedrich NietzschesGenealogie der Moral" erscheint dieser Tage in London in englischer Uebersetzung.

Der Großherzog von Weimar ordnete die Erweiterung der Weimarer Musik- und Opernschule durch Anfügung einer Theater» schule an.

Groß-New-Aork hatte im Ganzen am 30. Jnni 1898 in 30 Bibliotheken einen Bestand von 3,226,807 Bänden, Jahre 189697 wurden 2,604,353 Bücher ausgeliehen.

15. März, Nachmittags 51'« Uhr, die dritte Musikvorlesung fiatt Herr Hallwachs vom Kgl. Theater wird über MozartsDon Juan sprechen und seinem Vortrag Erläuterungen am Klavier beifügen.

*MamsellcTonrbiUon" in Amerika. Fräulein Paula Wirth, derzeit Mitglied des Deutschen Theaters rn Milwaukee, hatte vorgestern an -jener Bühne ihr Benefiz und das infolge einer mit sehr vielen Unterschriften bedeckten Petition der dortigen Theater­besucher und Aboniienten. Die Direktion beantwortete diese Ein» gäbe mit der Bewilligung einer Benefizvorstellung für den 5. Marz und schrieb weiter: Zur Anfführnng gelangt deraugenblicklich in Deutschland Sensation machende SchwankMamselle Tourbillo» von Curt Krantz und H. Stobitzcr."

, und trugen die . > erhielt sich bis .... sinführungeiner neuen die beiden ersten Bataillone schwarzes annschaften die Bezeichnung Än.Äetiere ------ ---------mng folgte dem Zündnadel- dasMauser- chr", diesem dasMagazin"- unb dann dasRepetirgewehr". Bei der Mobilmachung im denkwürdigen Jahre 1870 bildete es it dem Hessischen Füsilier-Regiment Nr. 80 die 41. Brigade der s. Division, und Schulter an Schulter mit diesem Regiment be- ahrte es die alte Tapferkeit an den blutigen Tagen von Weißen- irg, Wörth und Sedan; schwer waren die Verluste, die es erlitt, er auch große Auszeichnungen wurden ihm zu Thell. Vor dem

Residenz-Theater.

, . Samstag, den 11. März:Auf bet Krautfahrt." Lust­spiel in 4 Akten von Hugo Burger. Regie: Alduin Unger.

Die Mitwelt scheint e» gut machen zu wollen, daß die Nach­welt dem Mimen keine Kränze flicht, wenigstens mußte der Benefiziant vom Samstag, Herr S chw artze, diesen Eindruck empfangen haben. Schon der minutenlange, stürmische Beifall, der ihm gleich bei seinem Erscheinen von dem Auditorium des ausverkauften Hauses gespendet wurde unb der hier sonst ungekannte Dimensionen annahm, gab ihm deutliche Kunde von der Sympathie unb von der Dankdar- kttt des Residenz - Theater - Publikums, dem der Benefiziant nicht nur als unermüdliche Kraft des wackeren Ensembles, sondern vielleicht mehr noch als intereffanter, hochbegabter Darsteller so nahe steht. Und was dann dieser Begrüßung nach den Aktschlüssen folgte, das spottet fast der Beschreibung. Mehrfach sah die Bühne tote ein großer Blumenladen aus. Bis 35 Kränze, Blnrnen- E" lde und andere Geschenke zählten wir, dann gaben wft das

erzählen auf. Eine junge Dame in unserer Nähe machte sich Sorge, wie das Alles wohl heimzu schaffen sei und meinte, t» muffe wohl der Rettenmayersche MöbelwagenKaiser Wilhelm der Große" dazu requirirt werden. Wie das Publikum dem Künstler, so hatte auch der ßünftlet dem Publikum einen Gefallen gethan, und zwar durch die Wahl des Stückes, das vielen vom Kgl. Theater her bekannt ist. E» ist in seiner ganzen Fabel unb in seinen Verschlingungen so dankbar, wie An auf den Geschmack der Leserschaft zugeschnsttener ZestungS- roman mit Geheimnissen, Zufällen, Verwechslungen, Zweifeln gib alle dem andern Klimbim, an dem sich der harmlose Inn erfreut. Littrrarisch ist das Stück werthlos; es ist seicht, tote alle Lublinerschen Stücke, die wir kennen.- Aber schließlich kann das Theater leider heutzutage nicht auf litterarische Fein­schmecker Rücksicht nehmen unb die Herren Theaterleiter finb (ßjr vergnügt, wenn sie eininteressantes Stück" aufgabeln.

(Centr.) die endliche Einbringung eines Gesetzes auf Einführung konfessioneller Kirchhöfe auch in der Rheinprovinz. Der Minister wollte uns das Matenal zur Verfügung stellen. Wir werden in Form eines Antrags vorgehen. Minister Dr. Bosse: Es ist mir sehr erwünscht, wenn die Herren vom Centtum diese Fragt nochmals in die Hand nehmen und eine Losung herbeizuführen suchen. Wir haben uns Mühe und Arbeit nicht verdrießen lassen. Ich mußte aber im vorigen Jahre erklären, ich kann es nicht machen, und ich habe die Sache deshalb dem StaatSininisterium übergeben. Wenn die Herren mit einem Entwurf heraurkommen, geeignet, zum Frieden zu führen, so werde ich mich freuen, vorbehaltlich der Prüfung natürlich. Abg. Schaffner (nat.-lib.): Ich möchte mich bagegen verwahren, daß, wenn das Rheinland sich diese Einrichtungen von der Regierung genehmigen läßt, man dieselben auch in Nassau trifft. Da leben wir in simultanen Verhältnissen und haben auch simultane Kirchhöfe. Ich bitte den Minister, diesen Unfrieden nicht in unsere Gemeinden unb Familien hineinzutragen. Wenn das» Rheinland es will, so habe ich nichts bagegen, aber ich bitte,: nicht Unfrieden in die nassauischen Verhältnisse hineinzutragen. Beim Titel Universität Breslau macht Abg. v. Papenheim (kons.) darauf aufmerksam, daß nach einet Mittheilung derMünch. Freien Presse" und derDeutschen Tageszeitung" ein Breslauer . Professor an acht Kindern Versuche mit Syphilis-Serum gemacht habe, mit dem Erfolg, daß vier gesund blieben, während vier er/ krankten, was allerdings nicht auf die Impfung znrückzuführen sei. Diese Äittheilung fei so ungeheuerlich, daß er sich erst durch Einsicht in eine wissenschaftliche Zeitschrift von der Richtigkeit der Mittheilung Überzeugt habe. Der betreffende Professor be­richtet darin selbst Über seine Versuche. In der Oeffentlichkeit bestätige also dieser Herr, daß er an 8 unschuldigen Kindern Versuche gemacht habe, die über Alles hinausgehen, was man der Vivisektion zum Vorwurf mache. Er habe nicht Worte genug, nm seiner Entrüstung über ein solche? Gebühren Ausdruck zu geben, und er erwarte, daß, wenn sich das bewahrheite, die Regierung mit

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Kcrlin, 11. März. Die 9. Kommission des Reick >mgs für das JnvaliditätS-Versichernngsgesetz begann heute mit der Berathung des § 51 über die Errichtung von örtlichen Organen bet Ve»W ficherungS-Anstalten, ben Rentenstellen, dem wichtigsten Paragraph " der Vorlage. Ein Beschluß wurde noch nicht gefaßt und die Be­sprechung vertagt.

Die Eintheilung, Bekleidung und Ausrüstung waren die damalige der preußischen Regimenter, und hießen die Mannschaften >er beiden ersten Bataillone Musketiere und trugen weißes Üeder- das dritte Bataillon hieß Füstlierbataillon, ' ' ruftliere schwarzes Leberzeug. Dieser Unterschieb um Jahre 1888, in welchem Jahre mit der Einfiil "ragweise des Gepäcks auch " ' " . iederzcug unb sämmtliche Mi i schielten. In ber Bewaffn: gtwehr", diesem dasMag

Bataillone 2, 4, 6 der nassauischen Brigade. Gleichzeitig wurde für daS Collet der Waffenrock und für den Tschako die Pickelhaube nach preußischem Muster eingeführt. Der Waffenrock war von grüner Grundfarbe mit schwarzem Kragen und Aufschlägen, rochen Achsel­klappen und Vorstößen, gelben Knöpfen und Nummern; die Hosen grau mit rother Binse. Die Pickechande mit eigenthümlich ge­stalteter Spitze hatte gelbmetallene Beschläge, vorn eine Sonne mit dem Nassau sichen Landeswappen, rechts die LandeSkokarde und links die schwarz-roth-goldene Bundeskokarde. An Stelle des ge­kreuzten Lederzeugs trat jetzt die Gürtelrüstung, ebenso wie die Smabzeichen nach preußischem Muster. Die Offiziere erhielten em statt des Degens einen Schleppsäbel.

Das Regiment nahm an den wiederholten Ailsmärschen der Jahre 1848 und 49 Theil. In Schleswig-Holstein fand es keine Gelegenheit zu kriegerischer Thätigkeit, dagegen focht es in Baden wiederholt gegen die Aufständischen und stand zuletzt bis an der Schwerzer Grenze. Die Offiziere unb Mannschaften, welche an der Unterdrückung des Badischen Aufstandes Theil genommen hatten, erhielten die vom Großherzog von Baden gestiftete Erinnerungs- Medaille.

Im Jahre 1855 wurde der Regimentsverband wiederhergestellt, und zwar traten die Bataillone 4 unb 6 als 1. Regiment zu- samisten, von dem Bataillon 2 traten 2 Compagnieen hinzu als Schutzen-Compagnieen, sobaß jetzt das Regiment aus 2 Bataillonen tu 5 Compagnieen bestand. Die Schiitzen-Compagnieen waren xeziell zur Führung des zerstreuten Gefechtes beftimmt, und wurden ne Leute daher im Schießen besonders ausgebildet.

Diese Organisation hat sich bis zur Auflösung ber Herzoglich Nassauischen Truppen erhalten, und es erübrigt nur noch, die Ein­führung des gezogenen Gewehrs System PodewflS und die letzte Uniform8»eränberung des Jahres 1862 zu erwähnen. Waffenrock inb Beinkleider behielten ihre Farben, doch erhielt der erstere zwei Rechen Knöpfe, die Schöße wurden kürzer und auch mrt rothem Vorstoß versehen. Statt der Pickelhaube wurde ein Tschako stach österreichischem Muster eingeführt; derselbe war mit tinem Stern, auf dem sich das Laudeswappen befand, und mit Ketten verziert; unter einer gelbmetallenen Kokarde tjtlt einem A in der Mitte befand sich ein Haarbusch, ber an der linken Seite befestigt war, wogegen an ber rechten Seite bie LandeSkokarde ihren Platz hatte. Das Lcderzeua behielt seine gelbe charakteristische Farbe, wurde aber bei dem Ausmarsch 1866 ge­schwärzt, ebenso wie bei dieser Gelegenheit um den linken Oberarm tute schwarz-toth-goldene Binde angelegt wurde. Die Schützen batten um die Achselklappen eine gelbe Einfassung, Seitengewehre ohne Bügel und Gewehre mit anderer Vistrung. Die Chargen­abzeichen wurden nach österreichischem Muster am Kragen getragen, und war dieser ebenso tote die Aermelaufschläge bei den Offizieren von Sammet, bei den Stabsoffizieren goldgestickt. Dabei trugen die Offiziere einen Schleppsäbel mit gekröntem A in dem Korb, goldenes Portepee und als Dicnstabzeichen orangeseidene Schärpen. Die Epanletten waren weggefallen und wurden statt dieser einfache Achselstücke mit ber Regimentsnummer getragen.

Bei dem Ausmarsch 1866 bildete die Nassauische Brigade mit der Oesterreichischen Brigade v. Hahn die 4. Kombinirte K. K. Oestrrreichische unb Herzogs. Nassauische Felbbivision bes 8.Bundes- Armeecorps. Das Regiment focht im Heimathland bei Zorn gegen Preußische Landwehr unb staub bei den Gefechten von Tauder- vischyfSheim unb Gerchsheim in Reservestellung, wobei es 4 Tobte tinb 25 Verwundete hatte. Wenn es auch zu keinem eigentlichen Eingreifen in diesem Feldzug kam, so hat es sich doch stets durch Hingebung unb festes Ausharren bei allen Anstrengungen unb Märschen, sowie durch strenge ManilSzucht ausgezeichttet. Auf dem Feld von Günzburg int südlichen Bayern, wo am 8. September der Herzog von seinen Truppen Abschied nahm, befilirtc « zum ktzten Mal an seinem alten Herrn vorbei, und wurde null in seine Gannson Weilburg zurückbefördert. Hier zog es mit klingendem Spiel ein unb dann wurden die ehrwürdigen Fahnen, die ruhm­reich dem Regiment voranaeweht hatten von ber Ostsee im Norden bis zur spanischen Halbinsel im Süden, von der Donau im Osten bis zu den Niederlanden unb zur Seine im Westen, an ihren Herrn, den Herzog, zurückgegeben.

Aus den am 1. April 1866 bei dem Regiment eingestellten Rekruten unb ans den von den Rheinischen Infanterie-Regimentern Nr. 28, 65 unb 68, sowie von dem Ostprcußischen Füsilier-Regiment Nr. 38 abgegebenen Compagnieen wurde am 5. November 1866 das Znfanterie-Regiment Nr. 87 gebildet unb erhielt Mainz als @arnlfon. Nachdem ihm am 8. Juli 1867 Fahnen verliehen nt waren, erhielt es am ersten Jahrestag seiner Neubildung ezug auf beit ihm zugewiesenen Ersatzbezirk, das sübliche Nassau, seinen jetzigen Namen:1. Nassauisches Infanterie-Regiment

von Angebot unb Nachfrage zu Stande gekommen sei unb auch der Kolonialrath habe dem zugestimmt. Er emvfehle, den Vertrag anzunehmen mit den Voraussetzungen ber Resolution. Abg. Richter (freif. Volksp.) bemängelt an dem Vertrag, bagbte Gesellschaft gerabe dasjenige Gebiet verwalte, welches allein wetttzvoll sei. Wo unsere Kolonieen fruchtbar finb, da sind sie nicht gesund und wo es gesund ist, da ist es nicht fruchtbar. Hierauf wirb di« Resolution und sodann der Etat für Neu-Guinea angenommen Damit ist der Etat der Schutzgebiete erledigt. Es folgt der Etat für das Auswärtige Amt. Auf eine Anfrage des Äbg. Grafen Stolberg erklärt Direktor Buchka, es sei richtig, daß CecilRhode- - gegenwärtig in Berlin weile und daß Verhandlungen stattfänden 1 zu' dem Zweck einer Durchführung englisch-afrikanischer Eisenbahn­linie durch das deutsch-ostafrikanische Gebiet. Auskunft hierüber könne er aber nicht geben, da die Verhandlungen noch nicht afe geschloffen seien. Sicher sei, daß der Bau dieser Bahn durch deutscher Gebiet nur zugegeben werde, wenn die deutschen Interessen in Aftika in weitestem Sinn und nach allen Richtungen hin ge­wahrt bleiben. Abg. Richter (freif. Volksp.) giebt zu, daß die deutsche Kolonial-Verwaltung bie deutschen Interessen nicht ver- ' nachlässige. Abg. Lieber (Centrum) hat ebenfalls volles Ver- J trauen zur deutschen Kolonial-Verwaltung. Weder er, Redner, ' noch feine Freunde kennten Herrn Rhodes. Sie seien weit entfernt, ihn mit offenen Armen zu empfangen und irgend eine Abmachung zu feinen Gunsten zu beabsichtigen. Aba. Richter I (freif. Volksp.) fragt an, was an der Zeitungsmeldung über deutsche Absichten betreffs Ankaufs der Karolinen-Inseln sei. 2 Staatssekretär v. Bülow ist nicht in der Lage, etwas Thaisächliche» I mittheilen zu können. Ob die Erwerbung der Inseln in unserem Interesse hege, lasse sich nicht übersehen, so lange bis nicht der Vertrag Spaniens mit den Vereinigten Staaten abgeschlossen sei. Abg. Rich ter (freif. Volksp.) plaidirt gegen die Erwerbung der Karolinen-Inseln. Es entspinnt sich nunmehr eine länger« Debatte über den Werth unserer Kolonieen zwischen verschiedenen ' Abgeordneten der Reichspartei und den Natioualliberalen. Auf eine Anfrage theilt Direktor Reichardt mit, Verhandlungen mit ' Chile über einen neuen Vertrag schwebten, nähere Auskunft könne Z er daher nicht geben. Beim Titel Konsulat Alexandrien fragt . Abg. Richter an wegen des angeblichen Boinben-AttentatS. ' Direktor Hellwig verliest drei Berichte des deutschen Konsul», sM denen zufolge dem deutschen Konsul ganz beftimmte Mittheilungen Seitens der dortigen Geheimpolizei über Anarchistenpläne erst' in

dar zu seiner wechselreichen, oft spannenden Handlung so viele gute Rallen" Bietet, wieAuf der Brautfahrt". Eine der besten dieser Rollen spielte der Benefiziant, der den Paul Gcrsdorfmit dem Anstand, den er hatte", feinem Geschick unb seinem guten Empfinden zur vollkommensten Zufriedenheit Aller verkörperte unb dem man nach seinen bangen Zweifeln, seiner ritterlichen Gesinnung, feiner Zuversicht in bie Würde der verlästerten Geliebten mit ihrem Geheimniß und nach seinen hmnoristischen Bedrängnissen im Hause Potter von Herzen den Besitz der trefflichen Marie Delmont gönnte, zumal dieselbe des Künstlers Gattin war, Fran Katharina Schwartze-Lehnau. Diese, ber Gast, bewies in ihrer Rolle, daß sie eine große Routine besitzt, baß sie einfach unb barum umso überzeugender zu spielen versteht und daß es ihr an warmen Herzenstönen nicht fehlt eine vortreffliche Schau­spielerin. Die übrigen Mitwirkenden waren mit Erfolg bemüht, ben Ehrenabenb des Kollegen in ihrer Weise schön zu gestalten. Mau braucht da nur an die gute Charakterfigur des Herrn Schultze als Potter, an die in ihrem Spiel drastisch wirkende unb doch fein- komische Miß Cragg des Fräulein Krause, ben echten Ekel- mcnschen unb Spieler Saint-Foye des Herrn Stiewe, an bie trotz ihrer rothverschminkten Augenbrauen immer noch nette, muntere Liebhaberin Hildegard des Fräulein Tillmann, den Liebhaber Franz des Herrn Wieske und tutti frutti zu erinnern. Eine gute Vorstellung, ein volles Haus, ein wirklicher, ein ausgiebiger Ehren­abend für bett mit Recht beliebten Benefizianten. Sch. v. B.

Aus Kunst und Keben.

* Die Märchenvorlesung ber beiden Künstler des Königl. Theaters, des Fräulein 8. Büttgens und des Herrn Albert B i e s a n tz, findet am Mittwoch, den 15. b. M., Nachmittags 37« Uhr, im Saale der LogePlaw", Friedrichstraße, statt. Der Vorverkauf ber Karten ist in ber Ständischen Buchhandlung, Bahnhofstraße. Das Nähere ergeben die Tagesannoneen.

» zpnstkvorlesnng. Im Spangenbergschen Konservatorium i für Musik (Wilhelmstraße 12) findet nächsten Mittwoch, den