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Wesvsökmk (Lagt) Litt

1899

Freitag, den 10. Marz.

Uo. 117

Fernsprecher No. 52.

Fernsprecher No. 52.

1810: Die erste I den anliegenden Platz, auf welchem noch vier Eichen stehen, oseph Freiherr | der aber sonst mit Stangenholz bepflanzt ist, von letzterem

Morgen-Ausgabe

st Seitens des Ministerium»

tag, 4 Uhr (letzte Kindei Dahomchaner) stattfinden.

eums-Angelegen'he it

o. 0<r Ktadtans schuf? wird zu seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, den 16. d. M., Vormittags 11 Uhr, im Rathhaus zusammentreten.

o. Schwurgericht. Wie schon die Tagungen des Schwur­gerichts im vorigen Jahre, so war auch die diesjäyrigecrsteTagunA von auffallend kurzer Dauer. Das ist in mancher Hinsicht recht erfreulich, und die Geschworenen, die mitunter nicht unerhebliche Opfer an Zeit und Geld bringen müssen, werden am allerwenigsten etwas dagegen einzuwenden haben.. Die gestem zu Ende gegangene Session umfaßte vier Tage und die zur Aburthcilung vorliegende» Sachen waren so wenig unifangreich, daß an zwei Tagen je zwei zur Verhandlung angesetzt werden konnten. Im Ganzen standen sechs

Auzeigru-PreiSr

Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. Reclame« die Petitzeilc für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

«7. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs-Preis: durch den Verlag 60 Pfg. monatlich, durch dir Post 1 Mk. «6 Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

chmitz, 2. Schriftführer, [her, Maschinenschlosser Frteor. _. til Grün, Beisitzer.

' * Der am vergangenen Sonntag unternommene Ausflug de» »Konditorgehülsen-Verein" nach Biebrich, Restauration .Schützenhof", verlief in schönster Weise. Der Saal war bis zum letzten Platz besetzt, ein Zeichen, welcher Beliebtheit sich der Verein erfreut. Tanz, komische Vorträge, Scherzpolonaise re. wechselten in bunter Reihe und es herrschte nur eine Stimme des Lobe? über die Veranstaltung. Der nächste Ausflug findet am Osttt- Montag, und zwar nach demselben Lokale, statt.

* Die Märzversammlung des Bienenzuchter-VerelN» für Wiesbaden und Umgegend" soll nächsten Sonntag, de»

Ans dem Magistrat. Dem Magistrat ist ein Schreiben des Herrn RegiernngS-Präsidestten iugegangen, eine Verfügung des Herrn Kultusministers in der Mijseums-Angelegenhe it betreffend, zwecks K'enntnißnahme und weiterer geeigneten Ver­anlassung. Darin heißt es:Auf den gefl. Bericht vom 30. Nov. vorigen JahreS erwidere ich ganz ergebenst, daß ich die Vorschläge der dortigen Stadk-Verwaltung als eine geeignete Grundlage für den Uebeigang des dortigen Müscums auf die Stadtgemcinde Wiesbaden ansehe und bereit bin, in weitere Verhandlungen wegen der Einzelheiten cinzutreten, sobald der Landesausschuß des Kommunal-Verbandes Wiesbaden sich bereit erklärt hat, der Stadtgcmeinde für den Fall der Uebernahme des Museums einen Srlichen Zuschuß von 20,000 Mk. zu den laufenden Kosten zu ien. In dieser Beziehung bemerke ich schon jetzt, daß diesseits an den bei den früheren Äcrhandliingen gestellten Bedingungen fest- gehalten wird, wonach die Ernennung der Direktore der Sammlungen der Genehmigung der Staatsregierung unter­liegt." Der Vorstand desWestend - Vereins" beabsichtigt, an den Promenaden in den städtischen Walddistrikten Hebenkies" und ^Geishcck" 15 Bänke aufzustellen. Der Magistrat aiebt dem diesbezüglichen Antrag statt unter der Bedingung, daß der Verein sich wegen der Orte der Aufstellung mit der Königl. Forstbehörde einigt. Die Grundstücksdeputation hat vorgeschlagen, den Platz an den Herreneichen dadurch zu vergrößern, daß man

Spaziergang behufs weiterer Umschau vorgenommen und bis zum Marmolatapaß (ca. 2900 m) ausgedehnt, etwas steil unb viel über Geröll. Die obersten 30 m, nämlich die Eis­rinne und der unterste Thcil des von der Marmolata herab­ziehenden steilen Plattenschusses, werden mit Hülfe von einaelaffES Eisenstiften zurückgelegt. Ein wohlgelungenes Bild veranschamlchte den prächtigen, in unmittelbarer Nähe und wilder Zerklüftung herabziehenden südlichen Marmolatagletscher. Ein anderer Aus­flug von der Contrinhütte führt in etwa 2/» Stunden auf den (2800 m) Ombrcttapaß; die Aussicht von diesem nach dm Dolo­miten von Ampezzo und Cadore, sowie der Rückblick auf die ge- sammte Rosengartenkette wurden nach Aufnahmen des Herrn Ingenieurs Pressel vorgeführt.

In ganz tadelloser Weise gelangten die meist buntfarbigen Bilder durch den Apparat zur Darstellung; einige recht heme Stellen des Auf- und Abstiegs zeigten, daß diese schroffen Wandt doch nicht für jeden Bergsteiger auch wenn er völlig schwindel­frei ist zu passiren sind. Eine derartige hochinteressante Vor­führung von naturgetreuen Bildern, besonders solcher, die die eigen­artige intensive Felfenfärbung der Dolomiten wiedergiebt, ermllt das Herz des Beschauers nicht allein mit Bewunderung, sondern ist recht dazu angethan, den Touristen, der sonst im Urgebirge der Alpen über Eis und Schnee zu wandern gewohnt ist. zu ver- anlaffeu, auch einmal diesem wunderbaren Thcile von Tyrol einen Besuch abzustatten. Herr R. Banfield hatte bereits im vorige« Jahre die Liebenswürdigkeit, uns ebenfalls unter Produktion von Lichtbildern auf einen der gefürchtesten der Dolomiten-Dome, den Monte Pelmo, zu führen, und hoffen wir, daß er auch in Zukunft den Alpenfreunden ähnliche Genüsse bieten möge. Der Saal der Loge Plato" in Verbindung mit dem Nebensaal eignet sich übrigen? sehr für derartige Veranstaltungen.

Die zahlreich erschienenen Zuhörer auch Ihre Durchlaucht Frau Prinzessin von Schaumburg-Lippe hatte ihr lebhaftes Jntereffe sirr die hehre Alpennatür durch Höchstihr Erscheinen bekundet spendeten dem Herrn Redner den enthusiastischsten Beifall. Der Herr Vorsitzende, Oberrealschuldirektor Dr. Kaiser, sprach darauf dem Herrn Banfield für seinen Vortrag und dem Herrn Sekretär Kopp für die vortreffliche Vorführung der Silber dm Dank der Sektion ans.

* DerMarine-Verein Wiesbaden" hielt am ver­flossenen Samstag feine diesjährige Generalversammlung im Vereintz- lokalZum Landsberg" ab. Nach Erledigung verschiedener An­gelegenheiten wurde zur Neuwahl des Vorstandes geschritteü. Dieselbe ergab folgendes Resultat: Es würben neugewählt: Kamerad Wilhelm Schmitz als 2. Schriftführer, Kamerad Emil Grün als Beisitzer. Der Vorstand setzt sich sonach wie folgt zusammen: Kaufmann Lambert KommanS, 1. Vorsitzender, Kaufmann Emu Lau, 2. Vorsitzender, Büreaugchülse Willy Lieberaall, 1. Schnst- führcr, Cigarrcnhändler Wilhelm Schmitz, 2. Schriftsühr^, Restaurateur Gustuv Mappes, 1. Kassin Schmidt, 2. Kassirer, Postassistent Em

30. Mai 1794 zu Prag). il)tm. 1857: * E. v. l

Verhandlung a»gesetzt werden konnten. Im Ganzen standen sechs Fälle auf der Rolle, von denen einer wegen Ausbleibens eine# Zeugen vertagt werden mußte. Die übrigen fünf Anklagen richteten sich gegen fünf Männer und in einem Falle außerdem noch gegen eine Mau, sie lauteten auf Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg und Verleitung dazu, Straßenrand, Münzvervrechen und Sittlichkeit^ verbrechen in zwei Fällen. Freisprechung erfolgte in dem Falle der Verleitung zur Körperverletzung mit tödlichem Erfolg, Verurtheilunge« wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg, räuberischen Diebstabl», Verleitung zum Diebstahl, Münzverbrechens und SittlichkettL- verbrechens in zwei Fällen zu insgesammt auf 2'/? Jahre Zuchthaus und 6 Jahren 7 Monaten Gefängniß.

Rieiftig Ritter (10. März). Kaiser Licinus verbot 320 die christliche Lehre und deren Ausbreitung in feinem Reiche. Wer diesem Verbot zuwiderhandle, solle hingerichtet werden. 40 Offi­ziere aus angesehenen Familien bekannten sich in ihrer Garnisons­stadt Sebaste in Armenien als Christen. Der Richter suchte sie sanft und freundlich zu überreden, doch ja von diesem Bekenntnisse abzustehen, die Ruhe ihrer Familien und ihr Leben zu schonen. Da sie aber unerschütterlich am christlichen Glauben sest- bteiten, drohte er ihnen mit Schlägen und verschiedenen Todesarten, lieber ihre Standhaftigkeit aufgebracht, ersann er eine recht empfindliche Marter. Es war Winter und ein großer Teich an der Stadtmauer zugefroren. Auf diesen wurden, dem Befehl des Richters gemäß, die Jünglinge nackend gelegt. Es war ihnen versprochen worden, wenn sie widerrufen wollten, warte ihrer in der benachbarten Ringschule ein warmes Bad und andere Er­quickung. Nur einer sagte sich vom Cbristenthum los. Als aber das warme Wasser seine erfrorenen Glieder austhaute, sand er den Tod. Der bestellte Wächter aber, gerührt von der Staüdhaftigkeit der Jünglinge, zerriß seine Kleider und bekaüüte laut Christum. Mit den andern 39 Jünglingen wurde er am Morgen auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Die Asche aber streute man in den Fluß. Wie die Witterung an diesem Tage ist, so soll die der nachfolgenden 40 Tage fein.

... .... . .... .... . toterem

abholzt. Der Magistrat hat den Vorschlag insofern genehmigt, als dieserhalb die Königl. Forstbehörde angegangen werden soll. Die Stadt, die bisher Mitglied der Tiefvau-Berufsgenossenschast war, beabsichtigt, die von ihr bei Kanal-und Straßenbau- Arbeiten beschäftigten Arbeiter in eigene Versicherung zu nehmen, weshalb sie den nach 8 4 Ziffer 3 der Bau-Unfallversicherung vom 11. Juli 1887 zulässigen Antrag gestellt hat, ihr die Leistungs­fähigkeit zuzusprechen. Daraufhin ist Seitens des Ministerium» ein Schreiben einqegangen, in welchem das Gesuch der Stadt genehmigt, sie also für leistungsfähig erklärt wird, diejenigen Lasten zu übernehme«, welche durch die Unfall- Versicherung bei den von ihr als Unternehmerin in anderen, al» Eisenbahn-Betrieben ausgeführten Bauten entstehen werden. Al» Ausführungsbehörde wird der Magistrat bestimmt. Der Erlaß von Ausführungsbestinnnungen nebst Wahlregulativ wird der hiesigen Königl. Regierung mit dem Ersuchen übertragen, dem Reichs­oersicherungsaint Abschriften zugchen zu lassen. Sitz des SchiedS- gerrchts ist" Wiesbaden. Wegen Ernennung eines Vorsitzenben nitb stellvertretenben Vorsitzenben für dieses Schiedsgericht sind im Dezember l. I. dem Herrn Minister Vorschläge zu machen.

Maihalla-Thealer. Das jüngste Ensemble ist nach der Rückkehr von dem viertägigen erfolgreichen Gästspiel in Mainz hier wieder mit demselben allseitigen Beifall ausgenommen wie während der ersten drei Tage. Daß die Vorstellungen täglich bei aus­verkauftem Haus stattfinden, haben natürlich vör Allem die Dahomey-Amazonen bewirkt, die nunmehr nur noch 3, genauer ge­nommen nür noch 2/i Tage hier bleiben. Sonntag Nacht erfolgt bestimmt die Abreise der Truppe, die nach einer letzten großen Tournä durch Süd- und Westeuropa Ende dieses Jahres Europa verlassen und nach Afrika zurückkehren wird. Die letzten Vor­stellungen mit den Schwarzen werden also heute Freitag Abend, morgen Sanfftaa Nachmittag 4 Uhr (volle Vorstellung mit kleinen Preisen, an Stelle der Abendvorstellung, die wegen derLieder­tafel^ desMännergesang-Verein" ausfallen muß) und Sonir- " sie Kindervorstellung), und 8 Uhr (Abschied der

Lichtbildern, die mittels des gütig zur Verfügung gestellten großen Projektionsapparates des hiestgen Lokal-Gewerbevereins durch Herm Sekretär Kopp in ganz vorzüglicher Weise vorgesührt wurden. Die Bilder selbst hatte die Sektion Bamberg geliefert; einige Originalaufnahmen des Redners kamen als Ergänzung zur Dar­stellung.Ausgeprägt ist in der Sella das Tafelgebirge; dasselbe befiehl der Hauptsache nach aus einem unebenen und vielfach zer­rissenen Plateau von fast 3000 Metern Seehöhe, aus dem eine An­zahl Erhebungen noch um einige hundert Meter emporsteigen. Zwei Thäler schneiden tief ein: Val Mcsdö von Nord und Val delle Striös von Süden; ersteres enthalt eine Reihe äußerst schroffer und schwierig ersteiglicher Fclsgipfel mit zahlreichen Kaminen und Eis- rinnen. Wir besuchen biceeKa vom Gröbnerihal aus (von Station Waidbruck der Brennerbahn leicht zu erreichen); hier zeigt sich das Gebirge als ca. 7 Kilometer lange und in zwei mächtigen Stufen prall auffletgenbe Mauer; hoch oben bennbet sich ein wagerechter Absatz.durch- weg vergletschert oder schneebebeckt. Die Ersteigung ist rauh und etwas mühsam, aber bei gutem Wetter ganz ungefährlich; der Weg wird von der Sektion Bamberg in Stand gehalten und ist an zwei Stellen durch Drahtseile gesichert. Die untere Wandstufe wird vom Grödner Hospiz ein für längeren Aufenthalt geeignetes Bcrg- ÄonS in ca. l/> Stunden durch eine steile Felsenfchlucht o Culea) erstiegen. Man gelangt bann auf den westlichen kleinen Gletscher der Meisules unb steigt über diesen und ein weiteres steiles Schneefeld auf die Höhe der zweiten Stufe, womit das Plateau etwa 2800 m erreicht ist. Hier plötzlich herrlicher Blick auf die vergletscherte Marmolata unb in? oberste Fassathal. Unser Weg zur Bambergerhütte führt nun aus- unb ab­steigend an prächtiger Felssccnerie und tiefen Schluchten vorbei Angesichts der Äoöspitze über bas Plateau Hin, unb von ber'Hochgelegenen, aber gut eingerichteten Hütte über ein weiteres steiles Schneefeld und Steingettümmer auf den Boögipfel (3160 m) mit herrlichster Aussicht auf Nah unb Fern. Auf dem Rückweg erfolgt Einkehr in der gastlichen Hütte unb dann der Abstieg in südlicher Richtung durch Val delle Striös nach Canazel im Fassa- thal, als Nachtquartier. Am folgenden Tag wanderte Redner in das Contrrnthal hinauf, wo die Sektion Nürnberg eine große und bequem eingerichtete Hütte (im Sommer bewirthschaftet) vor zwei Jahren gebaut hat. Nach Rast und Erftischnng wird ein

für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur '(fWllutljIlt» nächsterscheinenben Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jeboch nach Möglichkeit Sorge getragen.

Verlag: Lauggasse 27.

16,000 Abonnenten

Kreuzes durch Friedrich Wilhelm III. zu Breslau. : Köniqsche Schnellpresse patentirt. 1788: * Joseph . v. Elchendorff auf Schloß Lubotoitz, deutscher Dichter. 1776: * Königin Luise von Preußen zu Hannover. 1772: Friedr. v. Schlegel zu Hannover, hervorragender Litterarhistoriker und Aestbetiker (t 12. Januar 1829 zu Dresden). 1710: Niederlage der Dänen bei Helsingborg. 1503: Ferdinand I röm.-deutscher

Alperr-Nerein.

In der letzten Dienstag, Abend», abgehaltenen Sitzung der tzestgen Sektion de»Älpen-VereinS" sprach Herr Ingenieur S. Banfield, tote angetünbigt, über eine Wanderung durch das ©ellagebirge (Südtyrolische Dolomiten) auf die Boö- spitze, unb daran ankniipfend über einen Ausflug in das Contrinthal. Pie Sella liegt in den obersten Gebieten ber Thäler von Fafsa, Groben unb Enneberg inmitten ladinischer Bevölkerung. Das Contrinthal bildet eine Abzweigung de» obersten FassathaleS unb zieht in den südlichen Theil ber Marmolata-Gruppe.

Als Einleitung wurde kurz diejenige Theorie der Dolomit­bildung diese Felsart besteht aus einem Gemisch von (vor­wiegend) kohlensaurem Kalk und (weniger) kohlensaurer Magnesia Berührt, welche dieses Gebirge als fossile Korallenriffe von mächtigen Verhältniffen bezeichnet. Hierzu ist die Annahme er- wrberlich, daß eine allmähliche Senkung des damaligen MeereS- wbens während sehr langer Zeiträume erfolgte und dadurch der ' Ausbau dieser Riffe den Polypen möglich wurde, deren Existenz bekanntlich an seichtes Meerwasser gebunden ist. Für die an- ' gegebene Hypothese welcher eS jedoch an Gegnern nicht fehlt sprechen vornehmlich drei Umstünde: der meist außerordentlich Aroffe Abfall 6er Dolomitstöcke und die vorherrschende Plaieau- bildung derselben, analog den bet heutigen Korallenbauten beobachteten Verhältniffen; sodann das gegenseitige Eingreifen (im senkrechten Durchschnitt) zwischen Dolomtt und dessen Nachbar- formation (meist Schiefer ober Letten), entsprechend der mehr senk- techten ober mehr flachen Riffbildung unb der gleichzeitigen 1 Anlagerung beS bamaltgen Meeresboden; endlich das häufige Vor- toumten in genannter Mergelzone von Dolomitblöcken, welche augenscheinlich abstürzten und vielfach Korallenversteinerungen führen, dabei im Mergel ganz nahe der DolomUformation liegen. Dem Redner ist etne zutreffende Erklärung nicht bekannt für die Jmprägnirung dieser fossilen Riffbauten mit Magnesia oder für ge überall vorkommende Auskleidung der kleinen Gesteinshöhlungen durch Krystalle.

Redner veranschaulichte sodann die Schönheiten der wenig be- tainten Sellagruppe unter Vorzeigung einer reichlichen Anzahl von

Gefchichtskalrndrr. 10. März. 1872: t Giuseppe Mazzini, bekannter italienischer Agitator (* 12. Juni 1805). ,A----- berühmter Komponist

iönig Maximilian II. von u Carwitz, Landrath in .). 1848: *J.Glowatzky, ... ... Reichstags (C.). 1845:

* Kaiser Alexander III. von Rußland (t 1. November 1894). 1833; * Pedro de Alarcon, hervorragenber spanischer Dichter (f 19. Juli 1891). 1823: * Theodor Wachtel zu Hamburg, be­rühmter Tenorist (f 14. November 1893 zu Frankfurt am Main). 1819: f Friedrich Hrch. Jacobi in München, deutscher Philosoph (* 25. Januar 1743 zu Düsseldorf). 1813: Stiftung des Eisernen

Das Ende von Finlands Selbständigkeit.

t Aus Ftnland wird derKöln. Ztg." von privater Seite ge- 8rieben, daß das Land ungemein tief den Eingriff in seine alten chte empfindet, der ihm nach der Auffassung aller Finländer durch das Manifest vom 15. Februar angethan wurde. Lärmende ffutibgebungen fehlen zwar ganz, der Finländer liebt theatralisches Geschwätz nicht; die Gesinnungen des Volkes zeigen sich aber in rührender Weise. Das Standbild Alexanders II. auf dem Senatsplatze ist mit frischen Blumen geschmückt, wortlos legen kleine Trupps von Bauern Schülern, jungen Damen und Kaufleuten Kränze an den Stufen des Standbildes nieder, und in vielen Verkaufsläden steht man die Bilder früherer ~ Czaren mit Epheu unb Lorbeer geschmückt unb umgeben von ben Gesetzesbüchern des Großfürstenthums Finland. Aus dem Innern beS Landes treffen Meldungen ähnlicher Kundgebungen ein. Sonst ist Alles beim Alten. . Gerüchte von irgend welchen Ruhestörungen sind falsch und auch in Zukunft mit Mißtrauen aufzunehmen. Bekanntlich ist der Kernpunkt des Manifestes die Beschränkung der Thätigkeit des finländischen Landtags auf solche Fragen, die nicht das allgemeine Interesse des GesammtreicheS berühren. Die Ent­scheidung, welche Fragen hierunter zu rechnen sind, hat sich von Fall zu Fall der Kaiser persönlich Vorbehalten. VonfinlänbischemStanb- UMnkt ist damit die bisher vorgeschriebene Art der Gesetzgebung für Finland beseitigt und dem Wohl- ober Uebelwotten der Rathgeber tes Kaisers ein sehr breiter Raum gegeben worben, wo früher als gesetzgebende Faktoren nur ber Kaiser unb ber Landtag bestauben haben. Es ist ein mißliches Ding für ben Kleinen, von bem Großen Großmuth zu verlangen, möge immerhin der gesetzliche Anspruch auf Eigenleben begründet sein. Die Finländer lassen das Schicksal über sich ergehen, weil sie es nicht ändern können; sie wollen aber nicht Me Verantwortung vor ber Geschichte auf sich nehmen, zu den russischen Eingriffen in ihre Selbständigkeit Ja unb Amen gesagt und Beifall geklatscht zu haben. Nach ber Ablehnung des Kaisers, die finländische Abordnung zu empfangen, ist von bem Gesctz- ausschusse der Stände der Beschluß gefaßt worden, daß das kaiserliche Manifest für Finland keine Rechtskraft besitze. Damit dürste wohl die Thätigkeit der finländischen Landtage ein Ende erreicht Haden. Wenn auch der Kaiser versöhnlich genug fein mag, um die ganze Frage noch einmal durcharbeiten zu lassen, so ist doch auf keinen Rückgang des Zwistes zu rechnen, denn verschiedene wesentliche Schritte find, namentlich auf Betreiben des Kriegs- Ministers, bereits gethan. Daß diese rückgängig gemacht werden, fft unwahrscheinlich. Einem Theile der russischen Presse wird die Haltung der Finländer den willkommenen Vorwand geben, bas Vaterland als in Gefahr befindlich zu erllären und scharfe Mittel gegen Finland zu empfehlen. Die separatistische Partei, von der tn solchen russischen Kreisen so viel geredet wirb, besteht jedoch in Finland nicht. Nicht los von Rußland lautet dort die Losung, wndern: verbunden mit Rußland, aber nicht aufgelöst in Rußland. Dem unparteiischen Beobachter muß es erscheinen, als ob die bis­herigen Zustände sich recht gut bewährt hatten, während dies bei f HMrungen doch zweifelhaft ist.

Aus Stadt und Kund.

Wiesbaden. 10. März.

Lehrerstellen. Eine Schulstelle an der Vereinigten Volks­und Realschule zu Nassau, im Unterlahnkreis, soll zum 1. April 1899 mit einem Lehrer evangelischer Konfession, welcher die Mittel- schullehrer-Prüftmg abgelegt hat, die Hauptlehrerstelle zu Wehr- Heim, im Kreise Ufingen, zum 1. April 1899 mit einem Lehrer evangelischer Konfession unb eine neu zu errichtende Schulstelle z« Oberursel, im Obertaunuskreis, zum 11. April 1899 mit einer Lehrerin evangelischer Konfession, besetzt werben.

Uereins-Uachrichten.

(kurz« sachliche Berichte weide» btrciUoiUiofi unter dieser Uederschrift auigraommeiu)