Einzelbild herunterladen
 

Wiesbadener Tsgblaü

49. Jahrgang.

Verlag: Langgasse 27

16,000 Abonnenten.

Erscheint in zwei Ausgaben. BezugS-Preis: dlirch dm Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. OO Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Anzeigen-PreiSt

Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. Reklame» die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

-Nusgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Sluögabe bis 3 Uhr Nachmittags. Für die Aufnahme später eingercichter Anzeigen zur nachsterschemcndcn Ausgabe wird keine Gewahr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

(Nachdmck verboten.)

Kondoner Krief.

(Von unserem Korrespondenten.)

Jteme der Königin. Das Leighton-Legat. Lord EMekn als Rachtischredner. Disraeli als Streber. Sin Ortzeldreher-Lord. - Em Versehen Schillers.)

London, Ende Februar.

. Was ist der Name der Königin von England? Merk- Türdig, wie wenige der im Allgemeinen doch so loyalen Uvterthanen ihrer Majestät hierauf eine befriedigende Ant- Z?rt geben können. Gewiß, Jedermann weiß, sie heißt fvlctoria. Der Name keines anderen Herrschers der Welt ist so weit über die ganze Erde verbreitet und so vielfach W 9Ce möglichen Dinge, wie Gasthöfe, Eisenbahnstationen, EZ^er, Konzerthallen, Städte, Länder, Berge, Seen und Msse zur Anwendung gebracht, als der Name Victoria. Aber was ist der Familienname der erlauchten Dame?

da weiß man nun wohl, daß sie dem Weifenhause M ammt oder dem Hause Hannover, wie man hier mit «fnieße sagt. Aber wäre sie deshalb, wenn wir sie einmal E ihrer hohen Titel und Würden entkleiden dürften, that- sachlich eine Frau Welf oder Guelph, wie man in England Ms'bt? Oder vielmehr eine Frau Este? Denn der «nfter der jüngeren welfischen Linie, Welf IV. um 1070, sWPvmte nur mütterlicherseits jenem alten deutschen Ge- Mrcht, während sein Vater Azzo II. dem italienischen Fürstenhaus der Este angehörte. Doch nein, Königin ^Ettoria war ja mit dem Prinzen Albert vermählt, füllt Mei wohl noch Jedermann ein. Und er war ein Coburger. g®er wenn man nun weiter nach seinem Familiennamen

11». 106.

Fernsprecher No. 52.

Abend-Ausgabe

Der Streit um die Militaruortage.

In Kurzem wird die in der Kommission ein wenig zu- sammengeschmolzcne Militärvorlage im Plenum des Reichs­tags zur Berathung gelangen, und die Ansicht ist weit­verbreitet, daß diese Berathungcn einen sehr stürmischen Charakter annehmen werden. Einige Blätter, welche aller­dings zu den bewährten Liebhabern derschärferen Tonart" gehören, verkünden sogar bereits, daß die Regierung sich keinerlei Abstriche von ihren Forderungen gefallen lassen dürfe und daß bei einer weiteren ablehnenden Haltung der Mehrheit des Reichstags der Militärkonflikt fix und fertig sei.

Wer die Verhandlungen der Kommission mit Aufmerksam- leit verfolgt hat und die Ergebnisse dieser Verhandlungen Machtet, wird nur schwer begreifen können, aus welchen Vorkommnissen heraus sich ein solch pessimistischer und kriegerischer Ton rechtfertigt, denn in der Kommission selbst war von r * Kiner Beite etwas Forderungen !

von einer derartigen Konfliktstimmung auf twas zu bemerken. Für die hauptsächlichsten der Militärvorlage hat die Regierung in ......... ßon eine Mehrheit gefunden, und zwar vor Wem für Die wichtigste Forderung, die Reorganisation und Permehrung der Feloaitillerie. Angenommen wurden ferner die Forderungen für di.e drei neuen Armeecorps und die fünf Een Divlfisnen, die Etatserhöhungen der Fußartillerie, die fcerimgtn für den Train, die Luftschiffertruppen und die ixkskommandos und endlich für die drei Tekegraphen- bgtaillone. Die Hauptpunkte der Vorlage sind mithin von der Kommission bereits gebilligt und bewilligt worden, und Sie Abstimmung im Plenum wird hierin selbstverständlich der in Der Konjmiffion entsprechen.

Ablehnend hat die Kommission sich zwei Punkten der . Porlaae gegenüber verhalten, und zwar einmal in Äezug auf die geforderte Vermehrung der Kavallerie und zweitens in Bezug auf die von der Regierung geforderte Durchschnitts­stärke der Infanterie-Bataillone. Aber auch hierbei handelt rS sich keineswegs um Differenzen von derartiger Tragweite, daß sie überhaupt nicht ztt überbrücken wären. Die Ab­striche bei den Kavallerieforderungen bedeuten ein Objekt von 2272 Mann, und zwar besonders die neuen Eskadrons Jäger zu Pferde. Die Militärverwaltung berief sich in der Kommission darauf, daß unsere Kavallerie seit dem Kriege von 1870/71 nur eine ganz unbedeutende Vermehrung er­fahren hqbe.

ES ist auch von Seiten der Mehrheit der Kommission zugegeben worden, daß dieNotbwendigkeit einer Verstärkung der Kavallerie nicht grundsätzlich abzuweifen sei, und die Opposition richtete sich weniger gegen die Verstärkung über­haupt, als vielmehr gegen die Form, in welcher die Militär­verwaltung diese Verstärkung verlangt. Die Vorlage zeigt gerade in Bezug auf die Begründung der Kavallerie­forderungen wesentliche Mängel, die in der Kommission keineswegs verbessert worden sind. Die Militärverwaltung hfit auch den Fehler begangen, die georderte Verstärkung der Kavallerie mit allerlei technischen Fragen, wie die Zahl und Stärke der Eskadrons und die Verwendungsweife der Kavallerie, zu vermengen, über die unter den Fachleuten lA erhebliche Meinungsverschiedenheiten bestehen. Der

Freitag» der» 3. War;.

Deutscher Reichstag.

Berlin, 2. März.

Die Berathung des Etats des Reichsamts des Innern wird fortgesetzt bei dem von der Kommission einstimmig genehmigten Titel 30,000 Mk. Zuschuß zur Nnterstützuug der Herausgabe von Seröffentlichnngen ans dem Gebiete des Erziehung?- und Schul- esens. Abg. Freiherr v. Hertling (Centr.) empfiehlt Genehmigung des Titels. Das Werk sei aus deutschem Idealismus hervorgegangcn und mit deutscher Rüstigkeit betrieben, doch bedürfe es zür Fortsetzung des Werkes größerer Mittel. (Beifall.) Aba. Hiebdr (nat.-lib.) tritt ebenfalls warm dafür ein. Abg. Lieber (Centr.) verwahrt sich dagegen, daß etwa infolge des ReichSzuschüsseS irgend elfte bllreaukrattsche Beeinflussung im Sinne etttir Einschränkung der Publikalion der Gesellschaft statt- hÄbe^. Der Titel wird bewilligt, ebenso die Beihülfe zu den Kosten der WiederberstMung des ehemaligen kurfürstlichen Schlosses in Mainz. Zu demselben Etütstitel liegt die Resolution Prinz Carolath vor, betreffend Beihülfc von 50000 Mk. zu den Kosten eines Goethe- Denkmals in Straßburg. Die Kommission empfiehlt Annahme der Resolution. Abg. Graf Roon (kons.) erklärt Namens seiner Partei, daß dieselbe aus finanzpolitischen Gründen

Abgeordnete Graf Oriola hat in der Kommission den Stand­punkt vertreten, daß, wenn die Regierung ihre Forderung in der Weise modifizirt hätte, daß sie für jedes Armeecorps eine Eskadron Jäger zu Pferde verlangt hätte, diese Korde- rung in der Kommission voraussichtlich eine Mehrheit ge­funden hätte. Es scheint in der That, daß ein solcher Kompromißvorschlag, der im Plenum jedenfalls gemacht werden dürfte, einige Aussichten hat. Wie die Regierung sich zu einem solchen Vorschlag stellt, ist bisher nicht bekannt geworden, aber wir halten es für sehr wahrscheinlich, daß in Bezug auf die Kavallerie-Forderungen eine Verständigung erfolgen wird.

Schwieriger scheint die Situation in Bezug auf die ge­forderte Verstärkung her Infanterie zu liegen. Die Forderung der Regierung geht auf eine Durchschnittsstärke von 600 Mann für das Jnfanterje-Bataillon, während die Mehrheit der Kommission nur 584 Mann bewilligt bat. Da aber der Kriegsminister in der Kommission bereits erklär! hat, daß die Regierung den von nationalliberaler ©eite gemachten Vermittlungsborschlag auf Bewilligung von 590 Mann acceptiren tonne, ist die Differenz zwischen diesem von der Regierung acceptirten Vorschlag und dem von der Kom­mission angenommenen Centrumsantrag immerhin nicht so bedeutend, als daß die anfangs erwähnten Konfliktsweis- sagungen sich auf diesen Punkt der Vorlage stützen könnten. In welcher Weise eine Einigung zwischen dir Regierung und der Mehrheit des Reichstags herbeigeführi werden kann, werden die demnächst beginnenden Verhandlungen im Plenum zeigen; d^ß eine solche Einigung stattfindet, wird man aber mit einiger Sicherheit gnnehmen fönjten. Für die wesentlichsten Forderungen der Vorlage hat die Regierung im Reichstag 74 Stimmen der beiden konservativen Fraktionen, 48 Nationalliberale, lp Antisemiten und etwa 15 Wilde, das sind zusammen 147 Stimmen. Da die absolute Mehr­heit im Reichstag bei 397 Mitgliedern 199 Stimmen be­trägt, käme es mithin für die Regierung daraus an, einen -Vermittlungsweg zu finden, für den sie mindestens 52 Stimmen vom Centrum bezw. von der freisinnigen Ver­einigung erlangen kann. p.

* * *

Kertin, 2. März. In der Budget-Kommission des Reichs­tags wird die zweite Lesung der Milttär-Vorlage in nächster Woche voraussichtlich am Dienstag beginnen.

forscht, da hapert's bei den Meisten, sodaß sich letzthin eine hiesige Zeitung sogar genöthigt gesehen, ihre Leser darüber aufzukläten als handle es sich um etwas ganz und gar Unbekanntes, daß die Königin, obschon von Geburt eine Wels und auch noch der welfischen Dynastie angehörig, doch schon den Namen der erst nach ihr auf den Thron kommenden Dynastie Wettin trügt, auf Grund ihrer Verheiratung also schon der weitverbreiteten Herrscher-Familie angehört, der auch der König der Belgier, der König von Sachsen, der Fürst von Bulgarien und die Herrscher von Coburg-Gotha (Königin Victorias einer Sohn), Weimar, Meiningen und Altenburg entsprossen.

Der schon vor etlichen Jahren verstorbene Lord Leighton, Präsident derRoyal Academy", hatte diesem, den schönen Künsten gewidmeten Institut, die Summe von 10,000 £ hinterlassen. Da er aber keinerlei Bedingungen daran ge­knüpft, noch irgend welche Wünsche über die Verwendung der Summe geäußert, so hat er den leitenden Männern der Academy", die doch über die Hinterlassenschaft auch mög­lichst im Sinne ihres- verstorbenen Präsidenten verfügen wollten und darüber keineswegs einer Meinung waren, eine nicht ganz ungemischte Freude bereitet. Erst jetzt hat man sich endlich darüber geeinigt, das Erbe unter der Bezeichnung The Leighton Segnest auf Zinsen zu legen und diese zur Dekoration öffentlicher Plätze und Gebäude zu verwenden, indem dafür neben dekorativen Wandgemälden auch besonders Skulpturen, Springbrunnen, Laternenpfähle, Bänke aus Bronze, Marmor und anderem Gestein beschafft und in den Parken und an sonstigen öffentlichen Plätzen aufgestellt werden sollen. Dieser Entscheid dürfte alle Anerkennung

Fernsprecher No. 52. 1899.

| der Resolution nicht zustimmen könne. Die Kosten des Denkmals könnten doch sehr leicht aus privaten Mitteln gedeckt werden. Abg. Graf Limburg-Stirum (kons.) fügt noch hinzu, daß alle Sonderbewilligungen für Elsaß-Lothrinaen, alles Wohlwollen doch noch nicht den Erfolg gehabt habe, die Herzen der Elsaß-Lothringer zu gewinnen. Abg. Prinz Carolath (nat.-lib.) tritt sehr wankt für den Atstrag ein, der eine Huldigung an den größten deutschen Genius bedeute. Für den Antrag sprächen auch große nationale Gesichtspunkte. Abg. Fritzen (Centr.) erkennt die hohe, sogar internationale Bedeutung Goethes an, das aber allein könne doch nichkin Betracht kommen. Straßburg bezw. Elsaß-Lothrinaen könnten sehr wohl die Kosten für das Denkmal aus eigenen Mitteln be­streiten. Abg. v. Tiedemann (Reichsp.) ist für den Antrag. Abg. Kropatscheck (kons.) spricht sich gegen den Antrag aus. Hiermit wird die Debatte geschlossen. Die Abstimmung bleibt zunächst zweifelhaft. Für den Antrag stimmte die gesummte Linke mit Ausnahme des nationallibcralen Abg. Schultze-Heine, ferner der größte Theil der Reichspartei, Antisemiten und vom Ccntrum der Abg. Freiherr v. Hertling. Die Auszählung ergiebt für den Antrag 91, gegen den Antrag 84 Stimmen. Das Haus ist be­schlußunfähig. Die Sitzung wird geschlossen und die nächste Sitzung atif 31/» Uhr anberUumt. Tagesordnung: Militär- Etat. Die zweite Sitzung beginnt um 3/i Uhr. Referent Graf Roon erstattet ausführlichen Bericht über die Ver- handlnnaen und Beschlüsse der Kommission zum Militär- Etat. Zur Berathung steht zunächst der Ausgabetitel Gehalt des Krieasmtnisters. Abg. Schmidt-Elberfeld(freis.Volksp.) bringt Beschwerden zur Sprache über die vielen Absperrungen gelegentlich der Schießübungen. Krieasminister v. Goßler entgegnet, wenN irgend möglich, so würden Vereinbarungen getroffen werden. Die Regierung würde jedenfalls bestrebt fein, aus der Umgebung von Mainz, von der der Vorredner hauptsächlich gesprochen, Ab» hülfe ergehen zu lasten. Abg. Lingens (Centrum> be­klagt die Zunahme der Vorbestrafungen bei den Rekruten. Um so nothwendiger sei Sie Pflege der Religiosität. Auch die Sonn'taashciligung lasse noch zu wünschen übrig. Minister v. G o ß l e r erklärt, er theile das Bestreben des Vor­redners, auf kirchlichem Gebiete Besserungen zu schaffen. Mit den Borbestrafungen habe der Vorredner ganz recht, aber die Erziehung in der Armee fei eine so ausgezeichnete, daß die Zahl der Be- ftraften in der Armee zurnckgegangen sei. Abg. Basfermann (nat.-lib.) wünscht eine erleichterte Zulassung junger Handwerker zum Einjährig-Freiwilligen-Examen. Krieasminister v. Goßler entgegnet, es sei ein Gesetz Vorbehalten, welches die Zulassung zum Einjährig-Freiwilligen-Dienst regle. Das Gesetz sei aber noch nicht zu Stande gekommen, weil der Unterrichtsgang auf den ver­schiedenen einzelstaatlichen Anstalten ein so verschiedener sei. Abg. Bebel (Soz.): Wir sind gegen jede Erweiterung des Ein­jährigenprivilegs, weil, je mehr dies geschieht, umsö weniger Hoffnung auf Herabsetzung der Dienstzeit ist. Die Sache stände anders, wenn von den Einiährigen keine materiellen Opfer verlangt würden. Heute ist der einjährige Dienst das Privilegium der be- sitzenden Klassen. Die Militärverwaltung bewegt sich in einem Widerspruch. Einerseits schädigt sie, wie wir vorhin gehört haben, durch Maßnahmen landwirthschaftiiche Kreise, und andererseit- suckt sie durch Massenbeurlaubnngen von Soldaten zur Ernte sie zu unterstützen. Wir sind gegen solche Massenbeurlaubungen, weil sie die Löhne drücken und die Leute dein Dienst entziehen. Wie reimt sich dies mit der Behaiiptung des Kriegsministers, daß die gegenwärtige Dienstzeit schon das Mindesterfordermß sei? Die beurlaubten Soldaten werden als Treiber verwendet oder fie müssen Monate lang Lawn-Tennisplätze für Offiziere anlegen. In Halberstadt sind Soldaten zu städtischen Erdarbeiten abkommandtifl worden, obwohl es dort genug Arbeitslose gab. Es sollten generelle Anordnungen getroffen werden, in welchen Fällen Trüppen- koinmandeiire Soldaten abkommaiidiren dürfen. Die große Menge der Vorbestraften hat mit der Irreligiosität nichts zn tbun, es hat das seinen Grand in unseren ganzen sozialen und wirthschast- lichen Verhältnisseit. Wie sieht es aber mit der Erziehung des Volkes in der Schule und im Hause aus? Die Frauen müssen in den Fabriken thätig sein und können sich um die Kinder nicht kümmern. Der Schulunterricht liegt noch sehr im Argen, besonders auf dem Lande. Der Abg. Lingens hat geglaubt, die Personen nnd die Ziele unserer Partei verdächtigen zn müsse». Vieepräsident v. Frege: Der Ausdruckverdächtigen", ttuf Mit­glieder dieses Hauses angewandt, ist unzulässig. Ich rufe daher ^dei^Abg^Äebe^n^Ordnun^Uurnh^c^denSöMdemokrcUew)

verdienen, umso mehr, als der Erblasser au dieser Art dekorativer Kunst stets ein besonderes Interesse nahm und überdies das Geld der Steuerzahler in England für solche Dinge stets mit besonderer Vorsicht und Knappheit veraus­gabt wird.

Was man auch von Lord Rosebery als Staatsmann hatten mag, als humorvoller Tischredner hat er kaum seines Gleichen tut modernen England oder richtiger als Nach­tisch-Redner, denn in England verdirbt man sich das Mahl nicht gern durchgeistige Würze der Reden". Sie beginnen erst nach Tisch. I» einem solchen After dinner speech brachte nun Lord Rosebery vor einiger Zeit die Gesundheit eines Herrn Parker aus, der damals damit beschäftigt war, die hinterlassenen Papiere Sir Robert Peels, des bekannten Premierministers von 1841 bis 46, zu ordnen und herauszugeben; und der Redner bemerkte, es gäbe keine Beschäftigung, die so schädlich wäre für die Gesundheit und den Glauben an die edleren Eigenschaften in der menschlichen Natur, als die Durchsicht der Papiere eines Premierministers. Wenn Jemand noch einen Funken von Glauben an menschliche Dankbarkeit und selbst­verleugnenden Patriotismus behalten und in einer Welt dir Selbsttäuschung in Bezug auf solche Dinge leben wolle, so dürfte er sich beileibe nicht in die hinterlassenen Papiere eines Premierministers vertiefen. Damit wollte nun Lord Rosebery, der ja selbst bereits Premierminister gewesen, wenn auch einstweilen! nur auf kurze Zeit, keines­wegs andeuten, daß solche premiermiMepliche Hinter­lassenschaften für den Minister selbst so verfanmich seien, sondern seine Worte bezogen sich vielmehr auf Diejenigen,