MMM Sagblatt
Anzeigen-PreiSr
1899
Donnerstag, den 16. Februar.
Fernsprecher No. 52.
Uo. 79.
Fernsprecher No. 52.
gflorgen-Ausgabe
Die Strangulation der Ureste.
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Verlag: Langgasse 27.
16,000 Abonnenten
F Der Stein ist im Nollen. . . Ein mächtiges Rauschen ‘ an im deutschen Blätterwald- und aus Nord und fsüd, Ost und West des Vaterlandes ertönen immer türmischcr, immer eindringlicher die Proteste gegen die Ver- icwaltigung, die der deutschen Presse durch den neuen Lostzeitungstarif des Herrn v. PodbielSki zugedacht ist! Selbst die verschwindende Minderzahl der politischen Organe, welche ehedem die Aenderung des seitherigen Tarifs so < dringend herbeiwunschte, ist stille, sehr stille geworden und 1 klagt elegisch mit Faust:
i ' Welch ein Gespenst bracht' ich ins Haus!
Schon sieht cs wie ein Nilpferd aus Wit feurigen Augen, schrecklichem Gebig. ...
In dem nunmehr auf der ganzen Linie entbrennenden , Kampfe treten alle politischen Gegensätze in den Hinter- gründ. Die deutsche Presse fühlt sich eins in dem berechtigten Bestreben, einen Streich von sich abzuwehrcn, der sie bis in das innerste Lebensmark zu treffen, ihre materielle Grundlage zu untcrminiren, ihre Organisation, soweit einer der wichtigsten Faktoren derselben: der Zeitungsvertrieb, in k Frage kommt, völlig lahm zu legen geeignet ist. Selbst die : großen, politisch führenden Organe, an deren Spitze die : Kölnische Zeitung", verhehlen sich nicht länger die tief in - das wirthschastliche Leben des ganzen Volkes einschneidenden | Konsequenzen der Podbielskischen „Reform" des Postzeitungstarifs. Sehr treffend äußert sich das rheinische Blatt:
Während nun aber im Auslände und besonders inEng- | land' die staatlichen Behörden dem Vertriebe der Zettungen nnttAs > der Eisenbahnen jede nur rraend wie mögliche Erleichterung gewähren, soll durch diese geplanten Bestimmungen die I Zcitungsbeförderung in Deutschland in einen Nahmen hniem- gepreßt werden, der ihr die Flügel beschneidet, der ihr die ne deutsche
guten Besuchs erfreute, »jui-a, «uiuuUt uuuyl.u ......- .'her den Mitgliedern die
Herren Schwarz, Stahl und Jung verdient. Die gemeinschaftlichen Lieder, deren Verfasser die Mitglieder Firmcnich und «trensch waren, trugen ebenfalls viel zum Gelingen des Ganzen bei. Der gegen 8 Uhr beginnende Tanz hielt die Theilnehmer lange tn gehobener Stimmung beifamme .
cmyivyivii,, ’
angefttzt s nnte Programm des Walhalla-Theaters, das heute Abend debütiren wird, bringt vor Allem eine Zugnummer allerersten Ranges wie sie hier noch niemals m ähnlicher Werfe geboten worden ist. Weltberühmt ist die spanische Stierzucht und der panische Stierkampf. Auf der Buhne des Walhalla-Theaters werden wir nun von heute ab einige wenige Tage einen eeb en ända ufifchen Stier, ein selten schönes, riefenstarkes Exemplar hi^r herühmteften Rasse, sehen können, der von dem kühnen ^omvteur Sem or Feist in unglaublich vollendeter Werse dremrt worben? ist, sodaß er ihm sogar als Reitthier dienen wuß- Neben dieser grande Attraction“ werden wir em augergewohnlrch reich, baltiaes Programm von auserlesenen Kräften ftndem.wie es selbst rm Wa Kalla-Theater noch selten zusammen war. Dre Direktion hat alle Mittel autaeboten, jetzt, wo wir uns allgemach wieder dersarfon nähern, aan» Außergewöhirlrches, Slcues und dabei in keinem Punkt gegen die ^ccenz Verstotzendes zu bieten. Um den Wünschen des Publikums, soweit cs irgend anqcht, eulgegenzukommeu, ift auch diesmal, trotz aller Opfer vonjeder Erhöhung der Preise Abstand genommen worden. Wrr kommen auf dieses neue, weltstädtische Programm nnt besonderem Vergnügen zuruck, können aber heute schon den Besuch, speziellen diefer Spielperiode, aufs Wärmste empfehlen.
— vo «verkehr. Als unbestellbar ist zurückgekommen: em am 4 Februar bei dem Postamtc 1 biet emflcliereitet Einschreibc- mdrfietn Reckt aber mucket man Der oeuischen Pre,,e suaue > brief an Fräulein Anncrl vom Trompetercorps Bifcras m Frank- gewaltig/ finanzielle Einbußen, wie sie der neue Tarif im I furt (Main), Orpheum.
4». Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs Preis: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. GO Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
— KeschichtsKalendcr. 16. Februar. 1897: .Brand der Kreuzkirchc in Dresden. 1892: Anerkennung der französischen Republik durch Leo XIII. 1871: Ueberaabc von Belfort 1862: + Leopold Schefcr zu Muskau, deutscher Dichter (* M. Juli 1784). 1857: f E. Kaire, amerik. Polarforscher (* 3. Februar 1820). 18öo: * L Werner zu Bubenrode, Redakteur tn Kassel, Mitglied des Reichstags (Rcf.-R.) 1848: * Mathilde Mallinger zu Graz bedeutende Wagnersängcrin. 1832: * Franz Konrg zu Rotenburg, Professor der Chirurgie in Rostock. 1826: * Der Dichter Joseph Viktor Scheffel zu Karlsruhe (t 9. April IM). 1821: * öetnrtd) Barth zu Hamburg, Afrikaforscher, Entdecker des Sinne (t&. 9!oö. 1865 zu Berlin). 1789: f Karl Theodor, Kurfürst von Pfalzbayern, der Medicäer von Mannheim. 1755: * Graf Bulow v. Denncwitz zu Falkenberg, der Sieger über Ney bei Denncwitz (t 25. Februar 1816 zu Königsberg). 1620: * Frudnch Wilhelm, der große Kurfürst, zu Köln an der Spree. 1497: * Philipp Melanchthon. 1391: t Johannes V., byzant. Kaiser.
Das Rrichshallrn-Thratrr verkündet in einer Beilage zur heutigen Morgen-Ausgabe einen Programmwechsel, der den Besuchern einen wirklich genuß- und abwechselungsrcichcn Abend verspricht ES ist eine auserlesene Künstlcrschaar, die dem Programm der nächsten 14 Tage angchört. Vor Allem 'st M erwähnen das bestrenomnnrte Erste Wiener Operetten- und Possen- Ensemble dieselben Kräfte, die während voller dreier Jahre als Budapester Orphcum-Gesellschaft in Wien bei täglich überfülltem Name aufgetreten sind. Dann sind cs die Les Decasuros, die Mirch Zufall auf ihrer Durchreise nach London mit enormen Kosten zu einem achttägigen Gastspiel gewonnen wurden. Diese Instrumental- Virtuosen - Excentrtques sind cme konkurrenzlose Spezialität die bei ihrem stets monatelangen Auftreten m Paus, Löndon, New-tzork direkt Aussehen erregten Der athletische Sportakt der Brothers Harris soll, wie Anerkennungen Allerhöchster Persönlichkeiten bezeugen und hervor- raqcnde Fachblätter besagen, eine staunenerregende Attraktion fern. Es soll über bie menschliche Straft gehen, was Brothers Harris tn amüsanter und eleganter Weise vorfuhren Der hier so bewuuderte Zauberkünstler Profesior Herrmann wurde prolongrrt. Es wurde I ä w«t führen, die Leistungen aller anderen zahlreichen Kunst- kräfte wie die der berühmten Wiener Lokalsoubrette MariettaÄollh, des famosen Gefaugshumoristen Alois Bergmann, des btchhubfchcn Damenterzetts Petzold, des großartigen Komikers Ferdinand Grünecker, der aparten andalusischen Tänzerin La belle su betailllren, und beschränken uns darauf, diese seltene Gelegenheit solche Spezialitäten kennen zu lernen, angclcgentlichst zu empfehlen,, umso mehr, als von der Direktion nur gewöhnliche Pret,-
Die einspaltige Petitzeilc für locale Anzeige»
15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. — Reclameu die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg-,
für Auswärts 75 Pfg.
llereine-llndiriditett.
(Burje sachliche Schichte werden bmitniiUisft unter dieser Ukberichrist auigeuommen.)
* Der diesjährige, im „Römersaal" abgchaltenc Maskenball der Gesellschaft „Fidelio" erfreute sich emcs überaus starken Besuches und reihte sich seinen Vorgängern in würdiger Weise an. Eine große Anzahl prächtiger Damen- und Herrenmasken hatte sich zu dem heiteren Mummenschanz eingesunden, und das Gewühl der auf- und abwogendcn Masken bot ein abwechslungsreiches und farbenprächtiges Bild. Während der nach der Demasktrung etn- getrctencn kurzen Tanzpanse stürmte plötzlich dic Bummsdorfer ftei- willige Feuerwehr mit ihren Löschutenstlien durch den «aal und erregte durch ihre gelungenen Produktionen unbändige Heiterkeit. Es 'herrschte von Änfang bis zu Ende des Festes die ammirtestc Stimmung, und erst der dämmernde Morgen machte dem fröhlichen Treiben ein Ende. —Slls Nachfeier findet Lonntag, den 19. Februar, von Nachmittags 4 ilhr ab, bei Mitglied Fr. Daniel tRestauration „Zur Waldlus?, Platterstraßc) eine humoristische Nnterhaltung und Tanz, verbunden mit Ordensfest, statt.
* Das Wildfangfest der „3$ Hbf äug er" verlief auf das Glänzeubste. Der Anbrang war riesig. Fortuna tiihrtc tn der Tombola den 1. Preis (einen Kleiderschrank) einem kurz vor der Hochzeit stehenden Fräulein zu. Die humoristischen und GesangS- vorträqe waren vorzüglich und man trennte sich erst am frühen Morgen. - Die humoristische Kappenfahrt mit Musik der „Wild- fänger" am Dienstag Mittag verlief ebenso gelungen und hatte cme olche Menschenmenge angelockt, wie sie nicht ledhaiter tn unserer chönen Nachbarstadt Mainz gedacht werden kann.
Der „K a t h o l i s ch c S ä n g c r ch o r" veranstaltete vergangenen Sonntag bei seinem Mitglied Herrn Schreiner cme humoristische Sitzung mit Tanz, die sich eines sehr guten Durch Vorträge machten sich besonders auf""
— ~ । für bie Avend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für bie Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. - Für bie Aufnahme später e>ngereichter Anzeigen zur
Auxergen-Annahme nächsterscheinenden Ausgabe wirb keine Gewähr übernommen, jeboch nach Möglichkeit Sorge getragen. __
gepreßt werben, Der tqr oie tyiuyn *
Beweglichkeit unb Schnelligkeit, bte zu ihrem Wesen gi ihre Größe herbeigeführt hat, unmöglich macht. Di Zeitungsindustrie hat sich ohne jeden staatlichen schütz I heraufgearbeitet; sie hat feine Schutzzölle verlangt, tote unlere , anderen Industrien, sic hat auch niemals auf irgend welche Zu- I Wendungen der Regierung Anspruch gemacht. Die Presse hat auch I ’ in Deutschland unter schärferen Gesetzen zu leben, als dus | in irgend einem anderen Lande der Fall ist, und sie ist trotzdem, I T" wenn auch in scharfem, aber ehrlichem Wettbewerb, groß und stark I geworden und hat Deutschlands Ansehen kräftigen I und befestigen helfen." .. . ... - , I
Und dafür soll ihr nun (der Presse) ein übler Dank j werden! Es ist ja überhaupt, leider Gottes, eine offenkundige
I Thatsache, daß man innerhalb der schmarz-weiß-rothen Grcnz-
I pfähle vielfach in Regierungskreisen die Presse „ä la Aschen-
I brödel" behandelt und sich gnädig ihrer nur dann zu er-
t innrrn beliebt, wenn man ihrer Dienste und Gefälligkeiten I
i bedarf, was ja allerdings häufig genug der Fall ist. Tie
* Frage, ob der gegenwärtige T.',rif ein idealer genannt
werden darf, ob er niedriger als derjenige anderer Länder ist oder nicht, spielt bei der Beurtheilung der ver- häugnißvollen Wirkungen, welche naturnothmendig die Bestimmungen des neuen Tarifs für unsere Preffe ausuben müssen, zunächst gar keine Rolle. Sicher dagegen 'st, daß das Zeitungsgewerbe in Deutschland unter dem alten Daris ein blühendes und für das ganze Land segenstiftendes geworden ist, das unzählige auskömmliche Existenzen geschaffen hat und unterhält, die durch die enorme Belastung des Podbielskischen „Reform"-Tarifs aufs Schlimmste bedroht erscheinen. Greifen wir in dieser Beziehung nur einen einzigen, der Organisation des modernen Zeitungswesens angehörigen Erwerbszmeig, den des 3eitung§fpebiteurS, heraus Man hatte bisher gemeint, das sei ein ganz redlicher, unanfechtbarer Erwerb, allein angesichls der, neuen Postvorlage sollte man glauben, man habe es hier mit einer verbrecherischen Thätigkeit zu thun, die bisher nur deshalb nicht unterdrückt und geahndet werden konnte, weil die 1 Gesetzgebung mangelhaft war. Man will also den Zettungs- spediteuren und Zeitungsfrauen ein für allemal und gründlich I das Handwerk legen und auch diesen Betrieb „verstaatlichen".
Daß bei Realisirung dieser wunderbaren „Reform"-Vorschläge der Abonnent mit absoluter Gewißheit sein Blatt vielfach mit stundenlangenVerspätungen erhallenwürde,daßdieindernfelben enthaltenen Nachrichten, die für den Leser z. B. in kommerzieller Beziehung von unbedingter Nothwendlgkeit und größtem Vorthril sind, veralten und deshalb völlig werthlos werden — das ist auch so eine der zahlreichen trostlosen Wirkungen der geplanten Neu-Ordnung der Dinge!
Worauf aber bei der Be- ober besser Verurtheilung der Vorlage in erster Linie das Augenmerk zu richten ist, das ist die offenkundige Ungerechtigkeit, welche der Novelle, soweit sie den Postzeitungstarif betrifft, ihren stempel anfdruckt.
Den Inhabern der Privat-Postansialtcn ist eine ausreichende Entschädigung für den ihnen durch die Bestimmungen der Novelle entgehenden Gewinn gewährleistet. Von einer Entschädigung der im gleichen Maße betroffenen deutschen ZeimnaKverleger verlautet tndelsen absolut nichts Mit —~ — .
melckem Reckt aber muihet man der deutschen Presse solche britf Qn Fräulein Anncrl vom Trompetcreorpr Ästcras tn w 1 u / .r.... r.. k.. „„»» <Tnrif im I /smntnl Flmhcmn.
Gefolge hat, ohne die mindeste Gegenleistung resp., Vergütung zu? Und in dieser Hinsicht ist der neue Tarif auch in sozialpolitischer Beziehung durchaus verwerflich, und kein Volksvertreter, der es mit dem materiellen und kulturellen Wohlergehen des Volkes, seiner Wählerschaft, wahrhaft ernst nimmt, wird seine Stimme einem solchen Gesetzentwurf geben können, der für die große Mehrheit der deutschen Zeitungen einen wahrhaften Ausnahmezustand herbeiführen will. Ist das im Hinblick auf die den Privat-Postanstalten gewährte Entschädigung nicht mit zweierlei Maß gemessen?
Wohin also immer der objektive Beurtheiler des neuen Tarif-Entwurfs das Auge wendet — überall begegnen ihm schwerste Existenzschädigungen einer großen Anzahl von im Zeitungsgewcrbe, und zwar in fast allen Abtheilungen desselben, beschäftigten Personen und Familienvätern. Daß auch die vom Zeitungswesen mehr oder weniger abhängigen Jndustrieen, wie z. B. Papiersabrikation unb Maschincu- inbuftric, bie Verluste mit werden tragen müssen,, woraus sich abermals, auch in diesen Jndustrieen, Einschränkungen des Arbeiterpersonalbestandes re. als zwingende Nolhwendig- keit ergeben, liegt auf der Hand unb ist von Vertretern bieser Branchen bereits in schärfsten Protesten gegen, den neuen Tarif überzeugend dargethan worden. DaS stolze Won unseres Kaisers, daß wir im Zeichen des Verkehrs l stehen, erfährt zudem durch die den Vertrieb und bie Verbreitung ber Zeitungen unterbinbenben Reformvorfchläge des Herrn v. Podbielski eine geradezu karrikirende Illustration.
Soll eine solche Vorlage Gesetz werden?! Wir hoffen vom Gerechtigkeitssinn der dentschen Volksvertretung, daß sie hierzu nie und nimmer ihre Einwilligung geben wird.
Caveant consules! ... 0. K.
6.' .
Aus Stadt und Kand.
Wiesbaden. 16. Februar.
- 30 Pf.-Marke. Es ift jetzt amtlich in Erwägung gezogen, Freimarken im Nennwerthe von 30 Pf. herznstellen. Durch diese Markenart wird die Möglichkeit geboten, Sendungen, besondere Postaufträge und Einschreibbriefe mit einer Freimarke zu fraukircn, während bisher das Aufkleben mehrerer Marken nöthig war. , „ . .
d. Freund Kater ist natürlich vor allen Dingen auch in der Wirlhsstube heimisch; dort, wo er gezeugt und geboren wirb, hockt er immer auf den Bänken herum. Trotzbcm hatte bas Plakat, bas gestern Vormittag ein tut äußersten Wellritzvicrtcl wohnender Wirth vor seine Thur hing, einen humoristischen Anstrich ES lo- .ete ungefähr so: „Wegen allgemeiner Katerstinnmmg geschlossen. Richtig, die Gäste blieben verdutzt vor der Thur stehen, besahen sich den Zettel und - huschten durch Hausflur und Htnterthur tn die Wirthsstube. Die Katcrstimmung, die sich bekanntlich in Jammer unb Elcnb zu äußern pflegt, artete in biefem Fall tn eine recht fröhliche Kneiperei aus. Man kann auch den Teuft! durch Belzebub vertreiben. ..,, . , ..
- Kleine llotifcn. Das Fest der silbernen yochzett feiern am 22. Februar er. bie Eheleute Regternngsiekrctar Phil. Holstein I. und Frau, Lina, geborene Gasteier, Feldstraße 8. — Im Saale beS „Katholischen Lese-Vereins" (Lmsenstratze) findet Donnerstag Abend, 801 Uhr. ein Vortrag des Herrn Prof. Schmitz von Montabaur über: „Das Aufkommen der Bourbonen in Spanien, mit einer Einleitung übet Land unb Leute" statt. Der Eintritt ift frei unb Jedermann gestattet. - Großes Aufsehen erregte gestern Vormittag ber Transport eines riejtgen Stieres mit kolossalen Hörnern von ben Bahnhöfen zum „Walhalla- Theater". Es ist ein eckster andalusischer Stier, der voii heute Abend ab von dem berühmten Dompteur Fessi tut „Walhalla- Theater vorgcführt und vorgeritten werden wirb. — Gestern Nachmittag ist in der Langgassc das vor eine Gepäckrolle gespannte Pferd gestürzt, sprang aber, als es von dem Geschirr befreit war wieder ganz heil auf bie Beine. Abgesehen von dem kurzen Aufenthalt, den ein Pfcrbebahnwagen nehmen mußte, hat ber Sturz der Rosinante keine Verkehrsstörung zur Folge gehabt.
-r- Idstein, 14. Februar. Bei ben preußischen Baugew erk- (hüten besteht allaemein bie Einrichtung, baß der zu behandelnde Lehrstoff in zwei Jahren durchzunehmen tst. Dtcs tf: aber nur dann möglich, wenn die aufznnchmcnden schulet die uorhige Vorbildung haben. Diese wird am besten durch den.Besuch einer höheren Schule erworben. Die Direktoren der pteußtschen Bau- gcwcrkschuleit werden datum von nun an nur solche Dchuler in bie ihnen unterstellten Anstalten aufnehmen, welche bte nothtge Vorbilbunq haben. Beionbets werben gute Kenutmsie tm Deutschen, Rechnen, Zeichnen unb in ber Natutlehte verlangt. Jungen Leuten, welche in eine Königliche Baugewcrkschulc emtreten wollen, ist c8 bähet dringend anzurathen, sich die oben erwähnten Kenntnisse durch den Besuch einer Gewerbeschule oder durch Privatunterricht anzucignen, damit sic bei einer Ausnahme-Prüfung in eine Königliche Baugcwerkschulc nicht zurückgewiescn werden. Damit nun durch die neuen und strengen Aufnahme-Bedingungen die Zayt der Zutiickgewiesenen nicht zu groß wird, sollen bet ben Königlichen Baugcwetkschnleu von nun an befonbere Vorkurse eingerichtet werben.
* Kanati, 15. Febrnar. Der Fabrikant Engel aus Frankfurt a. M., Mitinhaber ber elektrischen Fabrik schneewets u. Engel, hat sich heute in seinem Comptoir erhängt. Die Motive sind unbekannt.
Aus Knust und Kebe«.
* Snmphoni--Kon;er1. Nächsten Montag, den 20. b. Mts., finbet mtler Leitung bcs Königl. Kapellmeisters Herrn Professor Franz Mannstaebt unb unter Mitwirkung bes Herrn Frederie Lamonb bas fünfte bieswinterliche Symphome-Konjcrt zum Besten ber Wittwcn- und Waisen-PenfionS-Anstalt der Mitglieder des Königl. Theater-Orchesters statt. Das Programni desselben ift: Smnphonie Nr. 2 D-dur von Johannes Brahms; Klavter-Konzert in D-moll von Anton Rubinstein, gespielt von Herrn Frcdcnc Lamonb; Les Preludes von Franz Liszt, a) 'Jloctume C-moll op. 48 von Fr. Chopin, b) Tarantelle di Bravoura von vorgetragen von Fr. Lamonb, unb Egnioni-Ouvcrture von L. van Beethoven. ,
* Wasne»-Statistik. Aus ber „Statistischen Beilage zu den „Bayreuther Blättern" 1898/99 entnehmen wir folgenbeEinzelheiten über bie Pflege des Richarb Wagner-Werkes: Der „Allgemeine
