Witobdiirnrr (Tanlildtl
«r. Äakraana. c»
43. Jahrgang.
Verlag: Langgasse 27.
36,000 Abonnenten
Uo. 65
Mittmoch, den 8. Februar.
Fernsprecher No. 52.
1899
Fernsprecher No. 52.
Morgen-Ausgabe
Aus Stadt und Zand.
1
!M.
»cs
E!
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis - durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
1
uns wie ein sonnenbeleuchtetes blühendes Land. —' mochten Nur die Augen schließen, um «ns ganz den Schwingungen der Seele zu überlasten. --7 8
sft’cmH?9 'st englisch. Lebensgeschichten cngl der Missionare, fangen gewöhnlich beim Groß! an. Mündlich hat er sich dieser Abstomnninr,
Bachs Herz unter der Berührung der durchstochenen Hand des Gekreuzigten zusammenschaucrt. Um den bezeichnen: sie sind in ihrer Kintz tenidjen Art so grundverschieden, wie der Geist des alten und des ma!? ??/tanients, ja, sie sind die musikalischen Personifikationeü dieser beiden erhabenen Bucher.
Bulthaupt weist nun in einer ausführlichen Darleanna des Lebensganges der beiden Meister den Zusammenhang ihrer inneren Entwickelung nach. Er verweilt besonders bei Händels Aufentt ^«ftftOnbon' EMhlt von dem Zusammenbruch seiner Opern- nnb^iir^fnrt1' w ftRankheit und seiner Wiedcraufrichtung und suhlt fett. den Enttnuschungen erblühte ihm eine neue k'mstUrische Ernte. Er mußte" seinen Fall «leben, nm höchste Hohe zu erreichen. 52 Jahre war Händel alt geworden, aber Alles, was er bis dahin geleistet, groß und bedeutend ,n seiner Art, lebt doch für das praktische Musikleben u,iserer "nae W,uoch MM kleinsten Thcil. Erst als er die Mittagshöhe deS sSjksft' dl- kur gewöhnliche Sterbliche einen Niedergang im Schaffen bcdeittet, schuf er das Unsterbliche. Durch die Noth der Umstande der Oper entfremdet, wandte er sich dem Oratorium tnffhn^n snwn» 'n®,3 b.p^en (1738) hatte er seine iman- ^stbare Meisterschaft,m Oratorien styl erlangt. Nun folgten rasch Slmson, ^;udas Maccabäus, Josua und der Messias. Eine in der Kirche noch me gehörte Vollkraft der Empfindung ver- cinte sich, hier mit einer Pracht und Großartigkeit der Form die sich der Seele aufdranate und Bewunderung erzwang.--Nun
oab es auch keinen Ruckfall mehr, und als der vom Glück be- giin stigteMann, dem auch seine Erblindung die Freudigkeit der Seele nicht zu rauben vermochte, im Jahre 1759 starb, da erfüllte stch 'bm ,m Sterben noch ein alter, sehnsüchtiger Wunsch: er endete um QzUarrreitaa.
n gerecht zu sein, auch änzlich unberechtigt das „ .... —-ifftonare den schwarzen ilturvolkcrn, unter ihnen erscheinen
■e’Uel kirchlichen Komposition, und erfahren das- selbe Unglück, im Alter zu erblinden. Aber trotz all dieser Achn- &mhfinhm«Cb.C,nbn-~* die entgegengesetzten Pole des musikalischen Empfindens und schaffens. Handel sehen wir schon in jungen iÄmÄrT1}' ft/rl-»’$elbe großartiger Unternehmungen der öffentlichen Kntik und Chikane ebenso preisgegeben, wie den vcr- schwcnderischesteil Spenden des Lobes. Wir finden ihn in naher iftftrnhtl.’ft U<nftbeI; ber unverfälschten Geradheit und Grobheit seiner Natur getreu: ein Mann, der Lust hat am Kampfe, der hinaus muß ins feindliche Leben. J
hnifflw.Hn.Jft rtoiTk.'n. ft kräftigsten Lebensjahren in der ftu,lft.tc ,c,ne Amtswohnung wurde, als er die an der Thomaskirche zu Leipzig erhielt. Dort in der Kirche, tm engsten Zusanimeiilebeu mit der Religion, in dem mnnr|l;'rhftD on der gothischen Wölbungen — in dieser tief »i Sn?™ <rä.U.riLcföAi08e.nf,Gta, t? der. er fast volle 30 Jahre, bis ?x' 'enwm ~obe, verharrte, erblühte die reine Blume seiner Kunst, ft aber dem Glanz des Tageslichtes und den Sier- trrungen des äußeren Lebens fremd wurde, desto reicher entfaltete sich seine innere Welt Es gicbt keinen innigeren, dem Schein, dem Pomp abholden Meister als ihn. — H änd el nahm seinen Aus- gang von dem Glanz und der Pracht und der Aeußerlichkeit der ft lCsRrnrfif ""ft^E.grobartigeFormbeherrschung, b,c Pracht, die Wucht, die Mattigkeit seiner Komposition ans der dann wieder die stolze, durchgreifende Kühnheit seines
ftAr tT< .ft $ 9in.9 einen ganz anderen Weg. Vom deutschen Volkslied, vom deutschen Choral finger zu schaffen an und nicht das Opernorchester -, die Orgel wurde leine Lehrmeisterin. Auf dem Grund der protestantischen Kircbcn- mustk, protestantisch-deutscher Empfindung niht seine erhabene Kl'sist.und mit ihr steht seine ganze Entwicklung im engsten Biinder ,,st ihr größter Prophet. Von Franzosen und Italienern bat er außer einigen Somen der Instrumentalmusik, die er vorüber- gehnid behandelte, nichts entlehnt. — Deutsch ist er ce- blteben tn der erschütternden sentimentalen Weichheit seiner
und dem kunst- vollen grubleri chen Figurenwerk, das uns an die Schnörkel ^r gothiichen Baukunst erinnert. Alles an ihm ist nach innen gewandt, wahrend Handels naiv-kühner Geist kampf- und lebcus-
•m-2“ em Sieger nach außen bringt. Und blicken wir auf die geist.lchen Stoffe, die beide bezwingen, finden wir aus, was ihren bi n entzünd«, dann sehen wir Händel jubelnd auf
dem Blachfelde großer Thaten im Schwung der Pfalmenworte dm
muß. Welchen Erfolg der Evangelist Paudian mit seiner Predigt unter den Pariahs gehabt hat, ober haben wird, ist freilich nicht rEschk...festzustellen, aber auf keinen Fall ist er ein Mann der fit filbstsuchtiger Absicht, um für sich persönlich seine weißen Mit- christen auszubeuten, nach Europa gekommen ist. Jedenfalls ist sein Stuftreteu in Europa ein höchst interessantes Zeichen der Zeit"
Das.Amtsblatt des Reichspostamts" oer- N°'ttlnht eine Verfügung des Staatssekretärs, wonach ab 1. März ft®ftHctrb,enftu,lbcn nn Sonntagen und Feier- ta g en derart geregeft werben, baß bis 9 Uhr Morgens die Dienst stunbeu die gleichen find wie an ben Werktagen und von 9 Uhr ab aitf eine, höchstens zwei Stunbeu innerhalb ber Zeit von dem Schlug bcs Hauptaottesdienstes bis 2 Uhr Nahmittags beschränkt werden Die Obervostblrektionen sind befugt, ausnahmsweise anzuordnen, daß der Dienst statt in der Mittagszeit zwischen fünf abgehÄtei^wir?"^^^ unndestens eine, längstens zwei Stunden
— yrber dicUonoiditting des Ferufprrch Geblitzr««-
"k> Folgendes mitgetheilt: Das Alwune- mr.8! ' cn 1,1 J'Ächalteii worden, und innerhalb desselben sind Abstusungcn nach Maßgabe des Nutzens, den das Publikum und ft Aufwendungen, die die Verwaltung hat, eingeführt. Daneben soll aber fakultativ bciiiemgen Teilnehmern, welchen die AbonnemcMS- gebuhr zu hoch erscheint, ber Anschluß gegen Zahlung von Einzel- frtii ... di. <. ■ < ^on An chluß an ein Fernsprechnetz ciiie tgrundgebuhr und eine Gesprächsgebühr erhoben Werben. Die Grundgebühr ist die Vergütung für die lieber- fthft ""kerhaltung der Apparate, ' sowie für den -Ban und die Instandhaltung der Sprechleitungen. Sie be- ‘Ä,m. Ne^n von nicht Über 1000 Theilnehmeranschlüssen 60 Mk., in Netzen bis 5000 Anschlüssen 75 Mk., bis 20,000 90 Mk. nnb .bei mehr als 20,000 a,heilnehmeranschlüssen 100 Mk. jährlich ft 2bk>" ftschlub, welcher von der Vermittelungsstelle nicht weiter ft ^lkometer entfernt ist. Die Gesprächsgebühr ist die Ver- giitung für die Herstellung der Gesprächsverbiudungen. Sie fft r.ft ft'ft der Aufzeichnungen ber Vermittelungsanstalt festgestellt und ist entweder eine Pauschgebühr oder eine Einzeln rWitrZ' fi$te ber Pauschgebühr (Gesammtgesprächsgebichr) richtet sich nach der durchschnittlichen Zahl ber Gesprachsver-
ft u'cht'»ehr als 3 Minuten Dauer, welche während eu'/s Wahres auf leben ber zu einem Netz vereinten Theilnchmer- siubksiuye. entfallen. Tue Gesprächsgebühr beträgt für die ersten 500 Verbindungen 20 DU., bei mehr als 500 bis inff. 1500 Verbindungen mr weitere 500 Verbindungen je 15 Mk., bis 3000 für ftftft ft Perbindungen ,e 10 Mk. und bei mehr als 3000 Vek- ft b uberschießenden Verbindungen insgesammt noch 10 Mk. Oie Grundgebühr und die Gcsammtgesprächsaebühr tbc5 ulle 3 ^ahre festgestellt und 3 Dtonate oor- ber bekannt gemacht. Bei cmtretcuber Erhöhuiia der Gebühret wnuen die Theilnehmer einen Moiiat vorher kiindigen. Jede? r-hcilnehiuep ist berechtigt, an Stelle der GesanimtgesprächK gebühr Eiuzelgesprachsgebuhren für jede hergestellte 'litt» btiibung, minbestens sedoch für 400 Gespräche^ jährlich zu zahlen. Diese Cunzelgebiihr beträgt 5 Pfennig für bie VeR U'udung voll nicht mehr als 3 Miiiiiten Dauer. Jede an- gcfangeite Reihe öon 100 Gesprächsverbindungen wirb für voll ge
„b|S 3 8 - gen Eiuzelgesprächsgebühreu finbet in
Fetz"', ur welchen die Geso.niuitgesprachsgebühr 20 Mk. betragt, nicht M —> wo Fcnisprechnetze neu errichtet werben, wirb währenb der '3 w3,^ " ,bEr Ernchtung für jeten Theilnehmeranschluß, «IS 5 Kilometer von der Vermittlmigsstelle ent- ^ut ist, eine Grinidgebuhr von 60 Mk. und eine GesammtgesprächK- KbuOr üoH 2-0 Mk. für den Anschluß erhoben, für die Benutzung der VerbiiidungsanlageiizwischenverschiedeiieiiNetzmoderOrtenmitöffeitz üchen Fernsprechstellen werden Einzelgesprächsgebiihrei, erhoben.
C2I,C Gesprachsverbindimg von nicht mehr alS sn“ uuer Entfernuiig bis zu 50 Kilometer inft imn W $ ,100 Pb- bis 500 Kilometer 1 Mk., biS
1000 Kilometer 1,50 Mk., über 1000 Kilometer 2 Mk. Welcher Umfang miem Fernsprechnetz zu geben ist, insbesondere ob ein solche« auf den Bezirk eines Ortes zu beschränken oder auf mehrere Orte
Anzeige«-Annahme
»tiirS *«}•«>> /iloUtXki P:..LI #bis 3 Uhr Nachmittags.
c" »achsterscheinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, redoch nach Möglichkeit Sorge getragen.
Weiter verbreitete sich der Vortragende in feinsinnigen Bettachtungen über Handels und Bachs Meisterwerke. - Versetzt un« ßUfnr,ms ft Sotbisch-n Dom, so erweckt Händel in uns das Gesu ch das uns etwa bei dem Eintritt in eine Basilika oder in eine Kirche romamscheii Styls überkommt, wie die gewaltige Kirche von Sauet Peter in Rom. Breit entfaltet sich das Licht in ber ft ^Läiide sirch mit prächtigen Bildern gesckmückfi es weht kein Schauer vom Gewölbe herab; das Ange fühlt sich ft'ub'gt, ber Geist klar, das Marmormosaik des Bodens liegt vor ----- --------------- BeiDach ztttterudm
1
1
«»reigen-Prei«:
Die einspaltige Petitzeile für locale «uzeige» 1? Pfg-, für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. — Rectame» die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg.. für Auswärts 75 Pfg.
— Für die Ausnahme später eingereichter Anzeigen zur
durfniß Suppenkarten zu. Aus wohlthätigen Familien wurde Be- durstigen und armen Kranken durch Vermittlung ber Schwester Mittagessen verabreicht; aus Weinhandlungcn und Privathausern empfing der Verein den für Kranke und Genesende nöthigen Wein ffuch Seltens Ihrer Konigl Hoheit Frau Prinzessin Lfiise hatte sich der Verein wieder besonderen Wohlwollens zu erfreuen. Die Aftn für die Weihnachtsbescheerung waren reichlich eingegangen, wdaß 190 Wittwen und 160 arme Familien bedacht werben konnten, mur Äurustung der Gaben stelueii Damen unserer Stadt ihre Mithulfe freundlich zur Verfügung. Die Kollekte, die zur Be- stteltung der Ausgaben für bie Bescheerung bei Einwohnern unserer Stadt eingesammelt worden mar, hatte 2423 Mk. betragen. Von Privatpersonen und aus einigen Geschäften der Stadt waren dem Bereue zur Bescheerung Stoffe und andere Gegenstände übergeben worben; Damen ber englischen Kirchengemeinde dahier sandten ein k ÄlnbunQ^ftudc für Frauen und Kinder. Schülerinnen
der höheren Mädchenschule in der Luisenstraße bescheerteu durch Vermittlung evangelischer Lehrerinnen ber Anstalt außer 56 Mk mehrere Korbe voll getragener Kleidungsstücke, sowie Konfekt, Schul- uiib Spielfachen. Der segensreich wirkende Verein fei ber besonderen Beachtung aller Begüterten empfohlen.
. ~ s^urr. Die Steuerpflichtigen, welche veranlagt sind in
ben® tragen mit den Anfangsbuchstaben T, U und V, werden zur Entrichtung derselben am 9. und 10. Februar aufgefordert.
— Die Marniittg vor „fahrende» Evangeiistr»".
'M »Svaug Lutherischen Missionsblatt" erschienen und in unserem Blatt Ausnahme gesunden hat, veranlaßt Herrn Pfarrer Ziemendorfs zu solgender Einfendung, der wir gern Raum 8refts: ..Der ^udier Pandian, der in voriger Woche an zwei oftft lnt ftal des Evgng. Vereinshauses unter Vorzeigung von --ichtbildern über sein Vaterland und die Mission unter den Pariahs, ber berachtetsten Kaste seines Volkes, gesprochen, war von zwei Seiten s ehr warm empfohlen, währenb auch von anderer Seite vor ihm gewarnt war, ohne daß gegen ihn sprechende Thatsachen angeführt wurden. Wer mit ihm persönlich verkehrte, hatte von ihm den Eindruck eines sehr reaft'ftftften welterfahrenen Mannes und eines aufrichtigen Uw'sicn er hatte mehrere Bucher, die er hatte erscheinen lassen, bei M rEL?ubo,'i enthielt ziemlich ausführlich seine Lebensgeschichte
wmcs Bildungsganges. Darin legt er allerdings von vornehmer indischer Familie dar, wie das ro- fti''Suchern bei der englischen Nation üblich ist, und seine englisch. Lebensgeschichten englischcr Männer, auch ft - 'wre, faiigcii gewohnlich beim Großvater ober noch früher nbili^undlich hat er sich dieser Abstammung nicht gerühmt, auch Nichts von dem großen Reichthum seiner Familie erzählt hinntftt,„9eftrm18 r?em, Buche hervor, daß seine Familie den alten Glanz langst verloren habe. Daß sein Auf- tteten in. Europa nnd seine Wirksamkeit in Indien bei der Evangelisch-lutherischen MissiouSgefellschaft in Leipzig ernste ^Enken hervorruft, ist wohl verständlich für den, der die Ver- kennt. Dieselben sind aber prinzipiell und nicht persönlicher Art, und kommen daher nicht m Betracht für den, der auf n ^ht. Die Warnung zur Vorsicht hat auch
Nichts ThatsachlicheS gegen Paudian angeführt. Derselbe ist ft., Zahlreichen Auerkennungsschreiben englischer angesehener Geistlichen ausgerüstet. Es ist fieilich eine sehr inertwürbige e".‘ Christ ans ben Heiden hier im Christenland nphftft V?n °?wr selbstandigm Missionsarbeit indischer ein- geborener Christen spricht, die von eiiroväischer Leitung frei fein mtü. Und die darum frei fern will, weil der Inder, der zum Bewußtsein, feiner Nationalität gekommen ist, nicht einfeheu kann, daß bHrhüffiftftnft 8u fft'r f'ft^ur katholischen, oder zur eiiglisch- ftftu'chen, ob r zur lutherischen, ober zur reformirten, ober zu bleien christlichen Kirchen ober Denominationen be1<n historischer Ursprung und relative Be- 9ßenn "mir fts ft unverständlich ist.
ftun Wir uns über die Erscheinung solcher fchwarzeu Evangelisten Wundern, könnten Wir, um gerecht zu sein auch daran denken, wie wunderbar und gänzlich unberechtigt das Hefbeftölke^n^zunia?"de^'Zus ^iiftOnarC ben fcöWflrsen
Handel und Kach.
Der Vortrag des Professors Dr. Heinrich Bulthaupt aus Bremen über die MusikdioSkuren Händel und Bach Wurde zu einem der interessantesten Abende im Cyklus der diesjährigen Kurhails-Vortrage. Ein „wohl temperittes", aufmerksam lauschendes Publikum folgte mit sichtlichem Wohlgefallen den fesselnden AuS- suyrungen.
W,r begegnen in Heinrich Bulthaupt einer Persönlichkeit von uuiverseller Bedeutung, die sich sowohl auf wissenschaftlichem wie künstlerischem Gebiete mit gleichem Erfolge zu betätigen wußte 3a) ei innere nur an feine Dramaturgie der Klassiker", sowie Dramaturgie ber Oper", fein „Lffay über ben Balladen-Komponisten « e ' !mtolt ?? 'eine Dramen: „Die Arbeiter", „Die Maltheser", Georg Wenbel -c. - mag er sich als Forscher, Aesthetiker ober Dichter bethatigen, aus Allein spricht ein vornehmer, vorurtheils- Kleist zu uns. Auch sein heutiger Vortrag, ber sicherlich sowohl bem Laren wie dem Kenner, selbst Demjenigen, der die vortteffliehen Werke von Chrysander und Spita kannte,
s- willkommene Anicaung gegeben, verband mit der wohlthuenden ®ornie lubjitiwer Begeisterung bie überzeugende Klarheit objektiver i'Inichauung '
«ft”» feinen Vorttag mit folgender Psi n.-0.c yWuchen Händel und Bach: Wir begegnen in der Kultur^ geschichie,des Ceftercn einer eigeMHÜmlichen Erscheinung Ha ttne Kunst in einer geschichtlichen Periode die Höhe^ihre«^Wachs- thums erreicht dann liebt sie es, ihren Gipsel zch Lalft und statt ei ne r Krone deren zwei zu tragen. Wir sehen Sovbokles neben E. AephyleS, Raphael neben Michel-Angelo, Mozart und Beethoven
Goethe und Schiller, «o iegen wir auch Bach und ©anbei Es | ft Kontraste und zumeist Kontraste derselben Art, nochwendige
Spaltungen des KniisttnebeS, der sich in einer einzigen Form nicht ober nur tn einer ungeheuren Ausnahme, wie es Shakespeare ist erschöpfen kann. — Aus Händel und Bach bezogen, möchte es auf den ften Blick scheinen, "als glichen sie sich in dm Neigungen ■ und den herrlichsten Thaten ihres schöpferischen Genius. SlTerft
Vieles in den äußeren Lebensumständen ber beiden großen Männer auch nbereinstimmt, so grundverschieden ist ihr künstlerisches Naturell ! so völlig anders geartet müßte ihr Wirken fein. '
Beide find Sachsen. Beide sind im selben Jahre (1685) ae= boren. Beide waren auch an Körper gewaltige, eiseiifeste Männer
Widerwärtigkeiten ringt sich bei beiden der musikalische Genius frühzeitig durch. Sie feiern ihre Triumphe auf dem-
Wiesbaden, 8. Februar.
. ~ Geschichtvknlenr'er. d. Februar. 1897: Straßen- ,t r?Ä^wcho, der bekannte König e dfrthold Auerbach zu Cannes, deutscher Schriftsteller (Dorfgeschichten), (^28. Februar 1812 zu Nordstetten, ^.ftkemberg). 1874: ch David Friedr.^Strauß zu Ludwigsburg, U krj^fch.er Theologe. 1871: ^Moritz v. Schwind zu München, ber.
§!ftlft'"aler uiid Ze,chner (* 21. Januar 1804 zu Wien). 1857: i F- Haußmann zu Stuttgart, Mitgl. d. R. (D.V.-P.).
Wilhelm Camphausen zu Düsseldorf, herv. Geschichts-und Sch achtenmaler (+16. Ium 1885 zu Düsseldorf). 1808: "" zu Buhl in Baden, bekannter katholischer Theolog
ft, Volksschriftsteller (f 16. Oktober 1883 zu Freiburg). 1807: schlacht bei Pr Eylau zwischen Preußen, Russen und Franzosen. 1801' * FH. Kalide zu Kouigshutte, Schlesien, Bildhauer (Bachantin auf Panther u. A.) (f 26. August 1863). 1795: * Mor. Gottl. &ahbir zu Lovas-Bereny bekannter Humorist und Satiriker Pf 5 September 1858 zu Baden bei Wien). 1725: + Peter der Zroße 1587: Enthauptung der Königin Maria Stuart von Schottland. 1150: Niederlage Herzogs Welf bei Flochberg.
- Versonal Uachrichten. Von seiner dreijährigen Forschungs- eise aus der Kalahari zuruckgekehrt ist der bekannte Geologe und lfrikareisende Herr Dr. Siegfried Passarge. Derselbe weilt seit einigen Tagen m unserer Stadt, wo er mit dem zufällig ebenfalls vier anwesenben Herrn v. Uechtritz zusammenttaf, mit welchem fs.ftft 'm ftre 1893 die große Expedition in Afrika, bie int 3nteieffe ber Kolonialpolittk aiisgesanbt wurde, leitete. Herr Dr. Passarge schrieb darüber fein hochinteressantes Buch: „Adamaua" n,f .ft'. Zerr Gbrrpriistdent Graf v. Zedlitz nahm Äsftern Abend, 6 Uhr, an einem ihm zu Ehren von dem Herrn Regicrungsprastdenten Dr. Wentzel veranstalteten Essen Theil. Zu demselben waren Einladungen in beschränkter Zahl ergangen, u- A. an ben Herrn Polizeivräsidknten Se. Durchlaucht Prtn z v. Ratibor, Herrn Lanbesdirektor Sartorius, Herrn Ober- ^irgermeister Dr. v. Jbell, sowie bie Abtheilungs-Dirigenten der ft.. Regienina. Heute Vormittag begiebt sich ber Herr Ober- prasibent m Begleitung bes Herrn Regierungspräsidenten nach Frankfurt, kehrt aber morgen wieder hierher zurück.
— Die Wirksamkeit des protestantischen Knlfsveretn,
W un „;ahre 1898 bespricht ein gedruckt vorliegender
fticht. Darnach konnte der Verein auch im verflossenen Jahre, Dft der Unterstützung seiner Mitglieder, manche Noch lindern und dadurch manche von, Sorgen gebeugte Herzen aufrichten und trösten.
cl5c? schM»l'chen Verlust zu verzeichnen. Am F- August starb rn hohem Alter der langjährige Vorsitzende des Vereins, Herr Kommerzienrath Graeber. Die Vereinssache war ihm Herzenssache, und sein Bestreben War, die Wirksauckeit des Vereins immer weiter auszudehnen. Eine reiche Erfahrung in Slrmenfadjen stand dem Entschlafenen von der Stätte seiner fi uheren Wirksamkeit zu Gebote. Zum Vorsitzenden wurde Herr L derregierungsrath a. D. S tumpsf und zu dessen Stellvertteter Herr Kaufmann Karl Kannengießer gewählt. Schwester Marie Lftd-r.als Vorsteherin des Dkakonisseikheims in gewohnter Weise tbatim Eine edle Wohlthatenn hat durch letztwillige Verfügung dem Verem eine Zuwendung gemacht. Die Verhandlungen über diese Angelegenheit find noch nicht abgeschlossen. Die Zahl der Mitglieder unseres Vereins betrug un vergangenen Jahr 263 gegen ftr ft,- ftre8oft9 ’J1 in bas Belieben eines Men gestellt An besonderen Liebesgaben gingen 3649 Mk. 40 Pf. "u ft ft es Wahres wurden 203 Kranke von den Schwestern
Diakonissenheims gepflegt, dabei kamen 449 Nachtwachen vor; »70 Arme wurden besucht und unterstützt. Der Wiesbadener Frauenvereln Wandte dem Verein auch in diesem Jabr monatlich eine bestimmte Zahl von Karten für Milch und nach^Be-
