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Verlag: Langgasse 27.

Anzeigen-PreiSr

Ah-unruteu

Uo. 51

Dienstag, den 31. Aaunae.

Fcriisprclücr N». 52.

1899

Fernsprecher No. 52.

Morgen-Ausgabe

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34656118049

Wer konnte nach d,e em noch sagen, daß die „unglückliche" spanische Natwn chr Schicksal mchi doppelt und dreifach verdient habe. Ja, die Weltgeschichte tft das Weltgericht!

ganz besonders prächtig ausge reich ausgestatteter Prachtband,

Der Uresse-KaU.

[(ins einen Vortrag »er Archivrach von

für Herrn Direktor uibcn.

ganz besonders prächtig ausgestattete Damenspende. Es ist ein reich ausgestatteter Prachtband, zu denen unsere ersten Maler, Dichter und Schriftsteller sinnige Beiträge geliefert haben. So hat Trozan tn diesem Buch das Bekenntnis niederqelegt:

«7. Jahrgang.

Erscheint in zwei Anögabe«. — Bezugs-Preis: M d-n Verlag SO hsg. mouatlich, "durch die Poit 1 l'if. 60 Pfg. viertcliahrlich für beide Ausgaben zusammen.

Ans Spaniens SchnldKonto.

Kaum ist die spanische Kolonialmacht ohne Schwierigkeit von emer jugendkräftigen Nation vernichtet worden, so zeigt sich die Decadence des iberischen Volkes aufs Neue durch eine neue Variante seiner blutigen Cirkusspiele. So wird aus Madrid vom 24. Januar berichtet:

Heutc^ sollte in der hiesigen Arena ein Kampf zw i scheu ernem «tier und zwei Löwinnen stattfinden. Der Platz hatte sich infolge dessen ganz gefüllt. Zu einem eigentlichen Kampf kam es aber nicht, da der Stier die Töchter der Wüste nach Belieben aufspießte und in die Flucht schlug, ohne daß sie auch nur den Versuch machten, sich ihrer Haut zu wehren.

Die stolzen Spanier, die so gerne Blut fließen seien, aber den Genuß nicht haben konnten, drüben in Westsndien tapfer im Femdcsblut zu waten, suchen nun nach anderen Mitteln, ihre schlaffen Nerven zu kitzeln. Wir haben früher schon hcrvoraehobcu, wie sehr Spanien durch früher geübte Grausamkeiten gegen Ketzer und nnter- oruckte Volker, man denke nur an die Eroberung Westindiens und Mexikos, jedes Recht auf Mitleid verwirkte. Nachfolgend nur eine kleine Zusammenstellung, wie Hispanien und seine Geistlichkeit die Lehre Christ, tm Interesse der Kirche und Staatskunst auffaßte. Es mag hrer nur die Zahl der verbrannten Ketzer, Heren rc in Spanien vom Jahre 1481 bis 1808 angeführt werden.

.. Rudersport. Der „Ruderklub Wiesbaden 1888" hjclt kürzlich seine Jahres-Hauptversammlung nebst Vorstandswahl M-.. Der neue Vorstand setzt sich aus folgenden Herren zusammen: Kaiserlicher Vice-Admiral z. D. Exccllcnz Mcnsinq Ehren- vorsttzender, Karl Schramm 1. Vorsitzender, August Weber L Vorsitzender AugustW e r n e r Schristwart,WilhelmP eance lI ier Kassenwart, Louis Franke Zeugwart, M. I. Betz Fahrwart, Dr. H; Kurtz und Josef Bohn Vertreter der inaktiven Mitglieder. Der Ruderklub Wiesbaden zählt heute 114 Mitglieder. Im Boots­haus zu Biebrich lagern 20 Ruder- und 2 Badcboote. Es wurde beschlossen, in diesem Jahre wieder Regatten zu besuchen und zu diesem Zweck ein neuer Rennvierer bei Deichmann und Rietschie tn Rotterdam bestellt. Die Segelabtheilung verfügt über 8 Segel­boote, von denen 1 in Biebrich, 2 in Walluf, 3 in Schierstem, 1 in Höchst und 1 in Heilbronn stationirt find.

Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. — Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

, — Di« tzta-tverorduet-n sind auf Freitag, den 3. Februar

I. 33., Nachmittags 4 Uhr, in den Bürgersaal des RathhauscS zur Sitzung enigeladeii. Tagesordnung: 1. Beschlagnahme über den Entwurf zu einem neuen Vertrag mit der Süddeutschen Eisenbahn- Gesellschast. 2. Neuwahl des Bau-, Finanz- und Nechuungs- prusungsausschusses für das Jahr 1609. 3. Magistratsvorlagen, betreffend a) die Reniibahnangelegenheit; b) das definitive Projekt für die Neubauten der Feuerwache, des Acciseamts und des Leihhauses; c) die Behandlung von Beschwerden Privater an die Stadt­verordneten - Versammluiig über Verwaltungshandlungen des Piaglstrats. 4. Aenderung des Fluchtlinienplanes der Walkiniihl- straße hinsichtlich der Vorgartenbreite auf der Nordostseite zwischen Eiilser- ,und Schützenstraße. (Bericht des Banausschusses.) 5. Freihändige Verkaufe a) von 8 qm Bachbettfläche hinter der Emserstraße an die cvana. Kirchengemeinde; b) von 45 qm tfelblwrl'W am Walluferwcg an Herrn Wilhelm Becker. 6- Wiederholtes Gesuch eines nicht pcnsionsberechtigtcn städtischen Bediensteten um Gewährung von Ruhegehalt. (Zu 5 und 6 Be­richt des Finanzausschusses.) 7. Mägistratsvorlage wegen Be­schaffung von Garderobeschränken für das Kgl. Theater. 8. Mit- theilung des Magistrats, bcfreffend den von mehreren Geschäfts- mhaberil erhobenen Einspruch gegen die Fübnmg der künftigen Bahnlinie nach Sonnenberg über den Kaiser Friedrich-Platz. ?! Wads eurer Kommission zur Prüfung der Jmmelschen Be­schwerdesache.

. ~ Altrrtlivinskiindr. Am nächsten Mittwoch, den l.Febr., wird im „Twoli", Luisenstraße 2, Abends 6 Uhr, Herr Archivar

> ch/cr im „Verein für nassauischc Altcrthumskuude und Geschichtsforschung über Johann Georg Hagelgans einen Vortrag haltsn. Hagelgans, der als naffau-saarbrückischer Archivrath von HIAO dlS 1762 in ^dstcin lebte, hat eine vielseitige litterarische Thatigkcit. auch als Dichter, entfaltet, die für seine Zeit sehr charakteristisch und in manchen Einzelheiten auch heute noch von Interesse ist. Alle Mitglieder, auch Gäste, sind eingeladen.

~ -W^^^t'.'Loufü'irnng. Herr Pastor Calvin», Geist- uchcr der Waldeuserkirche, wird morgen, Mittwoch, den 1. Februar, Abends 8 Uhr, tm Evangelischen Vereinshause an der Platterstraße einen Vortrag über eine Reise durch Italien, Sizilien rc. halten und durch Lichtbilder veranschaulichen. Zur bildlichen Darstellung gelangen u. 81.: Rom, Florenz, Venedig, der Vesuv, die Waldenser- thaler und Sizilien. Der Eintritt ist frei. Die Kollekte am Aus­gang ist für btc äßalbenfergcmeinben bestimmt.

Kortin, 29. Januar.

Wenn man bis 6 Uhr Früh in pflichteifriger Selbstvergessenheit 6at' ,D ein ungewöhnlich starkes Maß von Pflichtgefühl dazu, um am nächsten grauen verkaterten Morgen getreulich über seine Erlebnisse zu berichten. Aber das Ballfest unseres Vereins „Berliner Presse" ist ein Ereigniß, das eine besondere Ueberwindung rechtfertigt, und zudem brennen mir IM noch die Blicke Jener auf der Seele, die mir, als ich nm 6 Uhr bereits das Fest verließ, wortlos sagten: Slnch schon ins alte Eisen ,ruberl Denn es tft für den Berliner Journalisten eine Art ge­heiligter Tradition geworden, vom Presse-Ball nur fortzugehen, um sich zum Frühschoppen zu begeben. So gerne ich Ihnen, meine verehrten Leserinnen, und, wenn es fein muß, auch Leser, eine Be­schreibung _be3 Presse - Balls, dieses Hauptereigniffes der Berliner saison, geben möchte, so wenig bin ich dazu tm stände, denn das Hauptgeheimniß dieses Festes liegt eben darin, daß man dabei gewesen sein muß. Das muß man namha), wenn man sich nicht geistig für immer bisfrebitiren will. Wer etwas auf sich ffalt, wer zum geistigen Berlin gehören will, ver muß nothwendig habet |Ctn, um zu sehen, und, wenn er sich gesehen zu werden. An das litterarische Berlin reiht sich die hohe Finanz, die Diplomatie, das Militär x.. kurz, der Berliner sich ausdruckt,^.Alles, was nach was ansfiebt" Wem das glanzende Leben und Treiben, die prachtvollen Toiletten, das. entzückend bunte Ensemble nicht genügte, für den hatte die vorsorgliche Balllettting auch sonst aus das Raffinirteste gesorgt. Da waren verlockende Buffets an denen man schon für 1,15 Mk. I) eine schmkenschnitte erfteben konnte, da war etne Tombola, tu der .es neben Nieten auch Gewinne gab, sodaß manch Emer sich statt mit dem Chapeau claque ■ unt entern größeren Stahlstich Lust zufacheln konnte, was fteilich einen Sttch ms Komische hatte Da war die berühmte Tänzerin dell'Era vom Opernhaus welche unter begeisterten Ovationen in Berenys lyrischem Mimodram „Der erste Karneval" aufhat Da waren ferner - eine ganz neue und originelle Idee - Automaten ausgestellt, ans denen nach einem Entwurf von 50 Pfennigen das Autogramm eines berühmten oder unberühmten Schriftst-llers heransfiel, wobei freilich die Gefahr nahe lag, daß man für baarc 50 Pfennige seine eigene Unterschrift erhielt, die man sonst wem, es sich nicht gerade um Wechsel handelt, billiger haben kann Die Hauptmimmer des Presseballs war aber, wie immer, die diesmal

Aus Kunst und ßcbrrr.

r. t h. Frnnlifnrtrr Kchnnspielhans, 29.Januar. Ju der Vater­stadt tft Ludwig Fulda gestern mit feiner neuesten Tragödie „Herostrat" etngekehrt. Sitte die Ehren, die einem erfolggewohnten Dichter dargebracht werden können, waren die selbstverständlichen Bcgleit- eNcheinimgcn der gestrigen Premiöre. Hervorrufe des Dichters nach den Aktschlüssen und eine Warme des Beifalls, wie sie sich schon aus den nahen Beziehuiigen des Dichters zum Publikum ergtebt. Ob damit bas Werk selbst zu dauerndem Leben aus der Taufe gehoben ist, das steht freilich auf einem anderen Blatt. Gelegentlich der Erst- auffnhrung tn Berlin ist so Vieles über das Werk geschrieben raorbeit,.. bafj wir heute uns darauf beschränken können, nur von der hiesigen Aufführung und Aufnahme zu sprechen. Ludwig Fulda hatte selbst den letzten Proben beigewohnt, die drei Haupt- I, n — Herostrat, Praxiteles und Klytia — waren in den Herren Barthel, Fricke und Fraulein Boch recht gut besetzt, sodaß im Verein mit einer gediegenen Jusceuimng eine Aufführung sich Zetttgte, die alle Anerkennung verdient. DaS Publikum zeigte sich dankbar und rief den Dichter wiederholt; am wärmsten nach dem dritten und vierten Akt.

* fvanhjmisr Gtnbttlfeater. (Spielplan.) Opern­haus. Dienstag, den 31. Januar, zum ersten Male: „Das Un­möglichste von Allein". Mittwoch, den 1. Februar: Zigeuncr- barou" Donnerstag den 2.: „Martha" (Martha: Fräulein Bossenberger vom .voftheater in Dresden als Gast). Freitag, den 3 : Geschloffen «amftag, den 4.: „Das Unmöglichste Don' Allem", ©onntag ben 5-, Nachmittags 3‘A Uhr (Volksvoistellung): „Josef

Egypten Abends 7 Uhr: „Die Hugenotten" (Margarethe FraulemBossenberger als Gast). - Schauspielhaus. Dienstag, den 31 Januar: «eeleusturme", hierauf „Cirkusleute". Mittwoch, den 1 Febntar: .Herostrat" Donnerstag, den 2.: „Zaza". Freitag den 3.: ^Fuhrmann Henschel". Samstag, den 4.: „Im weißen 5-, Nachmittags 3-/, Uhr: „Fuhrmann ßettfdjel atbenbs 7 Uhr: .Das Erbe". Montag, den 6.: „König Lear . Dienstag, den 7.: „Herostrat". ”

* ?»«• ffi1’*’“”? Wenzel» schreibt der „Kunstwart": .Die kaiserliche Kundgebung wirkt, abgesehen davon, daß sie als em Zeugnis; dankbarer Gesinnung erfreut, insofern außerordentlich angenehm,. als tn ihr einmal ganz unzweideutig zum Ausdruck fommt das derartige „höchste Ehrungen" für Verdienste um das verliehen werden nicht also etwa für Verdienste um die stunft. An sich ist es ja nur selbstverständlich, daß weder Monarchen

— Volftovorlrsnngrn. Die Volksvorlcsimgen des Herm Professors Schmidt haben sich eines ungemein zahlreichen Besuches zu erfreuen und werden mit steigendem Jntereffe von den Hörern ausgenommen. In seiner letzten Vorlesung besprach der Redner di« Brechungserscheiniingen des Lichtes bei Prisma und Linse und ging dann zuui „Auge" über. — In seiner nächsten Vorlesung, die am nächsten Mittwoch, Abends 8Vs Uhr, im Saaleeber Oberrealschule, Oranienstraße 7, stattfindet, wird Herr Professor Schmidt weiter das menschliche Auge", seine Mängel und bereu Korrektur be­handeln unb dann die Zerlegung des weißen Lichtes in feine farbigen Bestandtheilc besprechen. Der Eintritt ist für Frauen und Manner frei.

Rsissn und Turkeu. 1866: f Friedrich Rückert zu Neuseß, deutscher D'chter. 1864: Wrangel fordert die Dänen zur Räumung Schleswigs auf. 1831: f Ludwig Achim v. Arnim zu Wicpe. Sdorf in der Mark, vauptvert. der jüngeren Romantik (- 26. Juni 1781 ;u Berlins 1828: f Alexander Npsilantis zu Wi.n. 1822: T Rudolf Schadow zu Rom, herv uzender Bildhauer (Tiskun- werfer u. A ) (* 1785 zu Berlin)." 1798: * Karl leissiger zu Belzig, Sachsen, Opemkomponist (Fe "ermühle u. ?’.) (f 7'. Nov. s859 zu Dresden). 1797: * Franz Schubert fit Asten, Tondichter <+ 19. November 1828). 1746: * Friedrich Fürst yt .Hohenlohe- ^ngelffngeu, der Besiegte von Jena ff 15. Rxaruat 1818 zu Slaweiitzitz, Schlesien). 1328: f Karl IV. der Schöne, König von Frankreich (* 1294). J

.. — Der ihnbau ,md die UrrgröSerung der Geschäfts« ramne de» R»rjch„ß-Uereiiis ?it Wiesbaden G. G. m. n> f). hat mit der Vollendung der neuemgerlchteten Stahlkammer zur absolut feuer- und ^diebessicheren Aufbewahrung von Depositen ihr Ende gefunden. Schon bei Erbauung des Hauses waren zur spateren Einrichtung eines Tresors besonders niafsiv konstruirte Gewölbe vorgesehen, und in diesen Räumen hat die moderne Technik

— Evangelische» Dialioiiisfrnlirim. Nach dem im Druck erschienenen 13. Jahresbericht über das Evangelische Diakonissenheim zu Wiesbaden, Emserstraße 29, eröffnet im Mai 1886, ist Schwester Marte genesen und seit 30. Juni 1898 wieder die leitende Schwester des Diakontssenheints. Die Zahl der Schwestern hat noch immer nicht wachsen können, und zwar wegen des allgemeinen Mangels des Mutterhauses an verfügbaren Kräften, aber die Personen haben desto häufiger gewechselt. Wie sehr Zeit und Kraft der Schwestern in Anspmch genommen ward, ergiebt sich aus folgenden Zahlen: 203 Kranke wurden gepflegt, mit 449 Nachtwachen. ' Arme und Kranke wurden besucht und unterstützt im Ganzen 670. Zum Christfest wurden 190 Witwen bedacht, 160 Familien und 40 Kindern wurde in einzelnen Familien eilte Freude bereitet. Viel ist wieder ans der Kasse des Protestantischen HülfsvereinS geflossen; aber auch aus eigenen Mitteln konnte die Anstalt 1235 Mk. zur Armeu-Uitterstütztmg verwenden. Eine kostspielige Reparatur am Hause, etwa 20u0 Mk. betragend, hat wieder erinnert, daß alte Häufe meist theure Häuser sind, und läßt den Wunsch auffteigen, daß der Baufonds doch bald die Höhe erreicht hätte, um ein neues Hans bauen zu können. Die an das Mutterhaus zu zahlende Vergütung wird für jede Schwester auf 300 Mk., für die in Privatpflege arbeitenden Schwestern ans 400 Mk. erhöht. In 1898 hat die Anstalt an Legaten

erhalten: Von Fran M. Philippi 200 Mk.; von den

Rotheschen Eheleuten 500 Mk.; von Fräulein W. Polack

1000 Mk. Von Herm A. Ganzenmüller einen 3-proz. Pfdbr.

,btr Hinterlassenschaft des Fräulein Chr. Daun 1194 Mk. 50 Pf. baar, außerdem Leib- und Bettwäsche, die zur Krankenpflege gute Verwendung findet. Seit einem Jahr haben die Schwestern Mittwochs und Samstags für Kinder von 9 bis 10 Jahren eine Strickschule eingerichtet, die von 40 bis 60 Kindern besucht wird. Jeden Dienstag Abend von 8 bis 10 Uhr versammeln sich sm Heim Frauen und Jungfrauen zur Arbeit für Talitha- Kuml in Jerusalem und für die spanischen Waisenfinder. Es ist noch Raum für viele Helferinnen, wer macht den Schwestern diese Freude? Die Jahresbeiträge, sowie die Hauskollekte ergaben leider wieder einen etwas geringeren Ertrag als im Vorjahr. Möchten, wenn alte Freunde und Wohlthäter sterben, doch neue an deren Stelle treten I Die Gnade Ihrer Majestät der Kaisettn und Königin spendete wieder einen Betrag von 50 Mk. Ihre Kgl. Hoheit Fraü Prinzessin Luise und Ihre Durchlaucht Fran Prinzessin Elisabeth zu «chauniburg-Lippe haben ebenso ihre Huld wieder mit der That bewiesen. Der Magistrat zu Wiesbaden unterstützte die Anstalt wieder mit 100 Mk. Durch den „Tagblatt-Verlag" erhielt dieselbe zu Weihnachten 21 Mk. Das Diakonissenheim ist als milde Stiftung anerkannt und somit von der Verpflichtung zur Zahlung von Erbschaftssteuer befreit. In den Vorstand ist an Stelle des Herrn D. Ernst dessen Nachfolger, Herr Dr. Maurer, getreten; für Herrn v. Puttkammer wurde Herr O. Kannengießer, für Herm Graber Herr Baron d'Ablaing gewählt. Für Herrn Direktor Weldert konnte eine Neuwahl noch nicht stattfinden.

Gelehrsamkeit bringt zwar Gewinn, Doch ist er nicht groß im Ganzen; Die ganzen Klassiker gab’ ich hm. Halt’ ich gelernt zu tanzen!

Derb und neckisch sagt zu demselben Thema Arthur Achleitner' Der Bua, der sein Dirndl Beim Tanzen nit halst, Der iS wie a Saurin, DL die Nudeln nit schmalzt!

Danach könnte man freilich meinen, daß es auf dem Presse-Ball recht keck und ungeuirt äugegangen fei, umso mehr, da auch Ludwig Fulda sich mit folgendem tiefsinnigen Sprüchlein in die Dainen- spende gezeichnet hat:

Der Mensch — man merkt es mit leichter Müh' — Ist in der Schöpfung der Parvenü;

Obgleich er sich schämt, zu stammen von Thieren, Verrathen ihn täglich die schlechten Manieren!

Aber mehr als all dieses wird die verehrten Leserinnen — Andersgesinnte bitte ich dies Kapitel zu überschlagen — die Frage mteresstreu, welche neuesten Erscheinungen der Mode sich auf dem Presse-Ball geltend machm. Vorherrschend war weiße Seide mit einem schillernden Ueberwurf von Tüll mit Steinen unb Flitter Die lustigsten und duftigsten Toiletten waren mit Nerz und Biber besetzt; auch sah man hier und da kleine Thierköpfchen aus den Spitzen hervorbucken, was einen höchst graziösen, wenn auch erwas absonderlichen Eindruck machte. ' Die Damen waren zum großen Theil, sogar bis in die spatesten Semester hinein, ganz außerordentlich stark dekolletirt. Getanzt wurde mit wilder Energie. „So weit mein Ange reichte", so heißt es in dem ulkigen „Originalbericht", den Stettenheim für dw Darnenipende geliefert hat — „kein weibliches Tanzbein, das nicht gelchwungen wurde. Umsonst auch sah ich mich nach einem eibrebafteur um. Kem Redakteur saß, jeder tauzie. Achtung! Dampfwalzer! . . . ." Ich schließe meinen Bericht, indem ich den Wumch Lietteliheims zu dem meinigen mache: „O, möchte die Preffe doch jährlich 364 Bälle und nur einen Arbeitstag haben; em Ziel, aufs Innigste in Erwägung zu ziehen!

Dr. Paul Berthold.

6840

829

2232

560

112

1125

420

660

1845

692

1428

540

760

5

1

Ans Stadt und Knud.

Wiesbaden, 31. Januar.

- Gcschlchtssialcnder. 31. Januar. 1895: f Hermann Gruson zu Magdeburg, Erfinder der Hartgußgranaten (* 13. März ® SU Magdeburg). 1891: f Ernst Meissonier, französischer Schlachtenmaler (* 21. Februar 1815). 1884: Besetzung McrwS durch die Rusten. 1878: Waffenstillstand zu Adrianopel zwischen

97371

32952

48059

21835

4481

11250

6520 6600

18450 10716 14080

6512 9120

170

56 ___42 288214

10220

2592

3564

1620

324

2250

840 1320 3990 1840 2852 1630 1600

10

4

Von 1481—1498 unter der Amtsthätigkeit von Thomas von Torregnemada.I.General­inquisitor ............

Von 1498—1507 unter der Amtsthätigkeit von Deza, II. Generalinquisitor ....

Bon 1507—1517 unter der Amtsthätigkeit von TimeneS Cisneros, III. Generalinquisitor

Von 1517-1521 unter Adrian Florencio, IV. Generalinquisitor, später Papst . .

Von 1521-1523, Interregnum .... Von 1523—1545 unter Alphonso Manrique, V. Genreralinquisttor . ......

lVon 1545—1556 unter Tabera, VI. General­inquisitor ...........

(Unter Loaisa, VII. Generalinquisitor . . Von 1556—1597 unter Philipp II. ... Von 1597—1621 unter Philipp III. . . .

Von 1621—1665 unter Philipp IV. . .

Von 1665-1700 unter Karl ll.....'

Von 1700—1746 unter Philipp V.....

Von 1746—1759 unter Ferdinand VI . .

Von 1759—1788 unter Karl III. . . .

Von 1788-1808 unter Karl IV.....

Summa summarum . .