WitsbÄner Sagblatt
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Verlag: Langgasse 27.
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No. 45.
Fernsprecher No. 52.
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Kaisers Geburtstag.
Der heutige Tag, an dem Kaiser Wilhelm sein 40. Lebens- jahr vollendet, ist für unS, für die gesammte Nation ein Festtag, denn nach alter Sitte gilt uns Deutschen das Geburtsfest des Kaisers als ein Fest des Volkes. Ist uns Deutschen doch der Kaiser das lebenskräftige Symbol und die Verkörperung der nationalen Einheit, rnib die Geschichte selbst hat uns die Begriffe Kaiser und Reich fest und unlöslich zusammengeschmiedet. In dem Kaiserthum, in bent unter seinem Scepter geeinigten grotzen Vaterlanbe erblicken alle deutschen Stämme die Verwirklichung ihrer langjährigen Sehnsucht, das Ziel einer politischen Entwicklung, die lange Jahrzehnte hindurch vergeblich erstrebt wurde und die, nachdem wir sie erreicht, uns als so naturnothwcudig erschien, daß die Jüngeren unter uns außer Stande sind, sich in ihren Gedankengüngen den einstigen Zustand der jämmerlichen Zerrissenheit unseres deutschen Vaterlandes zu rekonstruiren.
Die Verehrung und die treue Gesinnung, die dem Kaiser entgegengebracht werden und die sich heute mit besonderer Stärke geltend machen, sind — mit Ausnahme Derer, die sich in wirklich bewußten Gegensatz zu der Welt- und Staatsordnung stellen — ein Gemeingut der deutschen Nation. Denn diese ist monarchisch, nicht weil der Monarch diese oder jene Politik vertritt, nicht weil die Maßnahmen der Negierung eine bestimmte Richtung verfolgen, sondern weil das Hohenzollernhaus in Jahrhunderten schwerer Arbeit seinen Beruf erwiesen hat, den deutschen Stämmen das Banner voranzutragen.
Von Pessimisten ist wohl hin und wieder die Behauptung aufgestellt worden, daß das monarchische Gefühl, schwächer geworden sei. Eine solche Behauptung beruht auf der Verkennung der Thatsachen nnd unserer politischen Entwicklung. Freilich unterscheidet sich die „Liebe des freien Manns" wesentlich von den erzwungenen Huldigungen, wie sie in despotisch regierten Staaten den Unterthemen zugemuthet werden, aber sie unterscheidet sich hiervon in sehr vortheil- hafter Weise. Die erzwungene Huldigung hat keinen Werth für den, dem sie gilt; sie ist bedeutungslos für den, von dem sie ausgeht, und sie bedeutet endlich eine Herabsetzung der Huldigungen derer, denen sie aus freiem Herzen kommen.
Die Huldigungen, welche sich heute von Nord und Süd, vom Osten und Westen unseres Vaterlandes dem Kaiser zuwenden, haben ihre Bedeutung eben darin, daß es freie Huldigungen eines freien Volkes sind, und daß auch viele politische Streber und Byzantiner den Anlaß gern wahrnehmen, zu pokuliren und Hurrah hoch! zu rufen, ändert an dieser Thatsache im Wesentlichen nichts. Denn wir glauben heute nicht mehr an ein Fürstenthum, das auf einsamer Höhe hoch über allem Volk sich erhebt, sondern an eines, daS im Volk und darum umso fester steht. 3n _ber heutigen modernen Zeit sichern nicht Roß, nicht Reisige, sondern nur die freie Liebe und der Gemeinsinn des Volkes „die steile Höh', wo Fürsten steh'n".
Freilich mag wohl durch die Huldigungen, die unserem Kaiser dargcbracht werden, in den heutigen Zeiten ein ernsterer Zug wehen als sonst. Aber dieser ernstere Zug beruht weder auf einer Abschwächung des monarchischen Gefühls, noch auf einem unfruchtbaren Pessimismus, sondern auf der Erkenntniß, daß unsere Zeit , vor hochwichtige politische und soziale Aufgaben gestellt ist, vor Aufgaben, deren Lösung ein warmes Herz für das Wohl des großen Ganzen, einen offenen Blick für die Bedingungen des modernen Volkslebens und gleichbleibende ruhige Festigkeit gegenüber der bestehenden gesellschaftliche»Ordnung erfordert. Aber wir haben keinen Grund zu schwächlichem Pessimismus, denn in einem kräftigen und gesunden Volke, wie es das deutsche ist, ist der Ausgang eines solchen Kampfes nicht die Zerstörung, sondern der Fortschritt. Mag auch in solchen Kämpfen Morsches und Baufälliges in Trümmer gehen; was an unseren Institutionen, an den Formen unseres staatlichen, wirthschaftlichen, gesellschaftlichen und sittlichen Lebens sich als des Bestehens werth erwiesen hat und erweist, das wird aus diesen Kämpfen nur um so fester und Dauer verheißend hervorgehen.
Schwere Pflichten bringt diese moderne Zeit, diese Zeit unruhiger Entwickelung und schwerer wirthschaftlicher und sozialer Kämpfe nicht nur den Regierten, sondern noch mehr den Regierenden. Aber die Geschichte hat dem Hohenzollern- hause die Anerkennung nicht versagen können, daß seine Fürsten sich bewußt waren, wie großen Herrscherrechten noch
Freitag, den S7. Januar.
größere Herrschcrpflichten gegenüberstehen. Und so niag cs wie seinen Vorfahren auch unserem Kaiser beschieden sein, allzeit ein Mehrer des Reiches zu sein, nicht in kriegerischen Eroberungen, sondern auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung, in Werken des Friedens, des äußeren wie des inneren Friedens!
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Ans Ztadt und ßand.
Wiesbaden. 27. Januar.
— Grschichtslmlendrf. 27. Januar. 1897: Eroberung von Bida, der Hauptstadt von Rufi, durch die Engländer. 18o9: * Wilhelm II., deutscher Kaiser, König von Preußen. 1814: f Job. G. Fichte zu Berlin, Begründer des philosophischen Idealismus (* 19. Mai 1762 zu Rammenau, Sachsen). 1808: * David Friedrich Strauß zu Ludwigsburg, berühmter kritlscher Theoloa (ch 8. Februar 1874 zu Ludwigsburg). 1781: Adelbert v. Chamisso zu Boncourt, deutscher Dichter (t 21. August 1838). 1775: * Friedrich v. Schelling zu Leonberg, hervorragender Philosoph (+ 20. August 1851 zu Ragaz). 17o6: * Wolfgang Amadeus Mozart zu Salzburg. 1754: t Ludwig Freiherr v. Holberg zu Kopenhagen, der Schops-r der neueren dänischen Litteratur (* 3. Dezember 1684 zu Bergen). Io46: ^oachmi Friedrich, Kurfürst von Brandenburg (f 18. Juli 1608).
— Ans dem Magistrat. In der Rennbahn- A n g e l c g e n h e i t nahm der Magistrat Kenntniß von dem Protokoll über die diesbezüglichen Verhandlungen vom letzten Samstag, lieber die Ausführung des von Herrn Kurdirektor v. Ebmeyer vorgelegtcn Projektes war er getheiltcr Meinung und beschloß, dieses nut dem von Herrn Rennbahn-Inspektor Krone erstatteten Gutachten sammt dem Protokoll derStadtverordneten-Versammlnngvorzulcgcn,imtdem Anheimgeben, dazu in einer besonderen Sitzung Stellung zu nehmen. — Für den Neu- bczw. Umbau der Feuerwache, des Acclfeamtes und Leihhauses, Ecke Neu- und Schulgasse, haben die Stadtverordneten seiner Zeit die im Voranschlag ausgestellten Kosten von inSgesammt 310,000 Mk. bewilligt. Sinn hat sich aber heraus- qcstellt, daß diese Summe nicht ausreicht, ioiidcrn sich auf 850,000 Mk. erhöht, wozu noch für die Hofreaulirung 7500 und für die Kanalanlage 4000 Mk. kommen. Der Magistrat hat gegen diese Erhöhung der Summe, di- sich also nun aus 361,500 Mk. stellt nichts einzuwenden nnd wird demnächst bei der Ltadt- verordnctcn-Versammlung einen entsprechenden Antrag embrnigen.
— Schul,»achrichtrn. Dem Hausvater nnd Lehrer Georg Grätling er zu Frankfurt a. M. ist die Konzession zur Leitung der einklassigen Schule des dortigen Frauenvcrerns erthcilt worden. — Der Lehrerin Jenny Lazarus zu Ems ist die Konzession zur Leitung des israelitischen Central-Waisen- und MadcheuheimS daselbst ertheilt worden. — Dem Fräulein Anna Lohmann hier- selbst ist die Konzession zur Errichtung uild Leitung eines Haushaltungs-Pensionats ertheilt worden.
- Lehvrrstellen. Eine Schulstelle zu Lorchhausen, die Schulstelle zu Altweilnau im Kreise Usingen und die«chulstelle zu Nied im Kreise Höchst sollen zum 1. April 18j9, erstere nut einem Lehrer katholischer, letztere mit Lehrern evangelischer Konst sstou anderweit besetzt werden.
— Glue beherzigens,vrrckhe Kitte an dir ttndfahr-rr veröffentlicht die „Allgem. Thicrschutz-Ztg.": Las Zweirad hat sich bei uns eingebürgert und wir haben nichts dagegen zu erinnern; nur bemerken wir manchmal auf Seiten der Radfahrer eine Gedankenlosigkeit, die wegen der damit verbundenen Grausamkeit eine so unschuldige und heilsame Körperübung nicht entstellen sollte. Der Radfahrer kann weiter und schneller rennen als das Pferd; zuweilen aber vergißt er, daß das, was für Pferde unmöglich nnd für ihn leicht ist, für einen Hund beinahe iodtllch fern kann. Radfahrer sollten ihre Hunde zu Hause lassen. Die gewöhnliche Schnelligkeit in der Stuiide (15 bis 18 km), mit der sie sia, unter vollkommenster Behaglichkeit fortbewegen und die sie ohne Mühe stundenlang beibchalten können, übersteigt die Kräfte eines Hundes und selbst wenn sie langsamer fahren, strengt die gewöhnliche Fahrt den Hund aufs Acunerste an. Es hat uns geschmerzt, sehen zu müssen, wie nicht wenige Hunde ihren Herren oder, was oft genug vorkommt, ihren Herrinnen mühsam mit Zeichen offenbarer Erschöpfung folgen, und das Alle? geschah, davon sind w,r überzeugt nicht mit Absicht oder aus Grausamkeit sondern aus reiner Gedankenlosigkeit. Sollten wir da nicht die Radfahrer bitten, zu bedenken, daß der Hund kein paffender Gefährte für einen Radfahrer ist?
o Verhaftet wurde vorgestern Abend auf dem Röinerberg ein 50 Jahre alter Zeitungsträger, weil er sich in einer Wirth- schaft an einem 8-jährigen Mädchen in unsittlicher Weise vergangen hat.
Der Maslienball.
Horch, welch' Jubelgetön ans festlich erstrahlenden Hallen Drrnqt mit melodischem Klang durch drc aufhorchcnde -lacht. Fröhlicher Stimmen Geschwirr und Geigen und Horner erschallen, Nnd den verwunderten Blick blendet verlockende Pracht.
Neberwältigt vom Zauber zögert der Fuß an den Pforten, Und die Sinne, verwirrt, hemmen den eilenden L-chritt; Träumerisch lauschet das Ohr der Töne m;cn Accordcn, Nnd das trunkene Äug' folget dem rhythmischen Tritt.
Aber welch' buntes Gewirr von wunderlich seltsamen Wesen Wandelt, Unsterblichen gleich, heiter und sorglos einher!
Jugend und Amnuth und Schönheit, zum Malen und Küssen erlesen, Fratzen, erschrecklich grotesk, wechselnd, die Kreuz' und die Oucr'.
Was je die launische Mode, phantastischer Geist nur ersonnen. Freut oder fesselt den Blick, reget des Wissens Begier;
Buntes Geweb' und Geschmeide, aus fernen Zonen gewoni'.en. Bietet im Wechsel sich dar: Waffe, Gewandung nnd Zier.
Schwarze, vermummte Gestalten durchschreiten di- heitere Menge; Düster leuchtet ihr Blick; jetzo, in stürmischer Eil' Haschend das sorglose Opfer im dichtesten Wogengedrange, Trifft der verwundende Lpott, stiegt der gefiederte Pfeil.
Traulich, in holdem Geplauder wieHermann einst mitDorothccn, Wandelt manch zärtliches Paar mitten im Strubel der Lust;
Ob sie aiich nie sich gekannt, ob niemals einander gesehen. Reißt doch der Töne Gewalt wirbelnd sie fort Brust an Brust.
Zauberisch fesselnder Anblick! Wie kreiset das fröhliche Leben Hin auf den Schwingen der Luft, leicht in harmonischem Fluß! Freude, du himmlische Tochter, laß heiter mit dir uns entschweben, Füll' unsere Herzen allein! — Weihe den frohen Genuß! J. B.
Fernsprecher No. 52.
1899.
', 6r Gew.
. Taxe; 6 ar zu 2550 Mk.,
Äcker Kirschbaum," 2. .
Wilhelm Kraft mit 18,100 Mk. „Kirschbaum", 2r Gew., tarirt zr F. Dörr mit 14,300 Mk.; 19 a- 3 taxirt zu 3050 Mk., Herr H. I. ---------cm «
5,50 am Acker „Dreiweiden", 2t Gew., taxirt U 17,0r>0 Mk., Herr Wilhelm Hoffmann mit der Taxe, 15 ar 25,50 qm Statt 7Wellritz",2rGesio.,taxirtl850Mk H»rHelnrtchKrmmelmit3100Mk., 12 ar 81,50 qm Acker „Weinreb , 2r Gew-, tarirt zu <700 Mk., Herr Theodor Barthel mit 8000 Mk.; 16 ar 37/jÖ qm Acker »^-soer- berg", 2r Gew., tarirt zu 1650 Mk., Herr Fuhrunternehmer Fritz Ruppert mit 6000 Mk.; 11 ar 70 qrn WeseIlterweiher , 3rGew., tarirt 950 Mk., Herr Franz Henrich mit 2200Mk.; 11 ar 90,7» am Licker „Arn Todtenhos", 5r Gew., taxirt zu 9o00 Mk., Herr Bildhauer Ernst Kneisel mit 10,200 Mk.; 15 ar 1750 qm Acker „Unter Schwarzenberg", lr Geirn, tarirt zu 1200 Mk., Öen Hauderer Job. Ph. Feir mit 3000 Mk.; 9 ar 96 qm Acker -ArnTodtenhof
Schwarzenberg", lr Geirn, tarirt zu 1200 Mk., Öen Hauderer Joh. PH. Feix mit 3000 Mk.; 9 ar 96 qm Acker -AmTodtenhof 4r Gew., taxirt zu 4000 Mk., Öen etabtratl) Ödj. SSetl mit 4600 Mk.; 2 ar 83,50 qm Bauplatz im Distrikt „schiersteinttlacki , Lr Gew., taxirt zu 7950 Mk., Herr Architekt Hermann Reichwc.n mit 8200 Mk.
- Zeschwcchsel. Frau Karl Jung Wwc. vttkatffte einen Bauplatz, belegen an der schützenstraße, an Herrn Alfred Georgi, kql. kais. Mundkoch a. D. dahier. Ferner verkaufte Frau Jrarl Jung Wwe. ihr Besitzihum Platterstraße 104 an ihren Lohn Herrn Fritz Jung, Inhaber des Grabsteingeschafts dahier. Herr
herausgestellt.
- Immobttirn-U-rsteigernng. Bei der heutigen freiwilligen Versteigerung von Immobilien der Frau Theodor Barthel hier und Miteigenthumer blieben Letztbietenbe auf: 20ar 20,75 qm Wiese „unter der Wellritzmühle" taxirt zu 8100 Mk , Herr Stefan Hoffmann mit 8200 Pik.; 6 ar 54,25 qm Wiese Philguswies 3t Gew tarirt zir 5250 Mk., Herr Glaser Wilhelm Hoffmann mit 5250 Mk., 13 ar 93,75 qm Acker „Schwarzenberg", lr Gew., kamt zu zu 1150 Mk., Herr Landwirth Fritz Hapn mit der Taxe; 13 ar 92 qm Acker „Schwarzenberg", 2r Gewann, taxitt zu 1150 Mr., Herr Bildhauer Ernst Kneisel mit zarc; 17 ar 8 qm Acker „Hammersthal". 6r Gew., tarirt r» 1400 Mk-, Herr Lotus Hees mit 1500 Mk.; 12ar 64,75 qm Äcker Zweiborn , 3r Gew tarirt zu 2400 Mk., Herr Gartner Karl Watterlohn mit 2000 Mk. 23 ar 9,50 qm Acker „Auf dem Berg", lr Gew., tax.rt zu 2800 Mk., Herr Fr. Will). Ehr. Thon nut der Taxe, 28 ar 43 qm Acker „Hinter dein Ochsenstall, 4r Gew., taxirt zu 2300 Mr., Herr Franz Henrich mit 5000 Mk.; 14 ar 99 qm Acker .Hinter dem Ochseustall", 5r Gew., taxirt zu 3000 Mk-, Herr Bildhauer Ernst Kneisel mit 4100 Mk.; 16 ar i J,:>0 qm Acker J3or dem Ochseustall", I r Gcw., taxirt zu3400 Mk., derselbe mit 6100 Pik., 10 ar 84,25 qm Acker „Schierstemerlach, 4r Gew., taxirt zu 4350 Mk., .Herr H. T. Wiederspahn mit 7100 Mk.; 18 ar 4b,50 qm Acker „An den Nußbäum", 3r Gew., taxirt zu 44M Mk. Herr F. Ch Rossel mit 8000 Mk.; 20 ar 09 qm Acker Mosbacher- berg", 2r Gew., taxirt zu 3200 Mk., Herr Louis H-e» mit 7700 Mk.; 11 ar 45,50 qrn Acker „Bleidenstadterwea , taxirt zu 4600 Mk., Herr F. Ch. Rossel mit der Tc 39,75 qm Acker „u-b-rried", 2r Gew., taxirt zu Herr Gärtner Karl Bester mit 4800 Mk.; 26ar o3,<aqm
-......2r Gew., taxirt zu 8000 Mk., Herr
18,100 Mk.; 17 ar 40,25 qrn Acker t -u 8700 Mk., H-rr Landwirth »r 3,75 qm Acker „Rad" 4r Gew, ;. Wiederspahn mit 7/00 Mk., 17 ar
— Die astaknusite» fünf- und Iehnpfemtisstücke werden jetzt eingezogen. Nach einer Verfügung des Staatssekretärs des Neichspostamts befindet sich eine ständig wachsende Anzahl solcher Münzen im Umlauf, bereu Gewicht oder Erkennbarkeit infolge des längeren Gebrauchs erheblich abgenonnnen hat. Die Verkehrs- anstalten sind deshalb angewiesen worden, derartig abgenutzte Geldstücke zuin vollen Werthe anzunehnien, aber nicht wieder zu verausgaben, sondern sie der Oberpostkasse zur Emziehung zuzufuhren.
— Der riiedcrgang der Puppe. Im Journal des „DebatS" veröffentlicht'Maurice Muret eine Plauderei über den Niedergang der Puppe. Die Spielwaarcnhändler jammern, führt er aus, sie versichern mit betrübten Mienen, daß das Geschäft nicht mehr geht. Wie cs scheint, verzichtet man heutzutage, dem kleinen Mädchen zu Weihnachten Pnvpcn zu schenken. Die Puvpe ist im Sterben, ja sie ist bereits gestorben. Es ist die Dobacle der Puppe. Em Pariser Modejournal hat über dieses Thema einen Artikel voll philosophischer Ideen gebracht. Das Ende der Pupp- habe seinen tiefen Grund, heißt cs darin, und könne mit den heutigen Kultnr- zuständen leicht erklärt werden. Das älteste der Spielzeuge ist im Begriffe, zu Grunde zu gehen als ein Opfer des Fortschrittes der Wissenschaften. Diese Behauptung, die im ersten Augenblick parador klingt, erweist sich als plausibel. Früher schenkte man den kleinen'Mädchen zur Weihnachtszeit einfache unbekleidete Puppen. Der jungen „Mutter" lag die Sorge ob, Hemdchen zu fertigen, Kleider zu schneiden. Hüte zu bauen. Heute wird es Niemand wagen, eine Puppe ohne Aussteuer zu schenken. Sie muß auch mindestens „Papa! Maina!" sagen können, sonst wird sie dem kleinen Fräulein verächtlich. Alle diese Vervollkommnungen haben aber bas ärgerliche Resultat int Gefolge, daß sie jungen Mädchen keinen Ansporn zur Thätigkeit und Sorgfalt geben. Das Spielzeug erfordert bloß Schonung und keine Wartung. All der Glanz ermüdet und das ewige „Papa! Maina!" wird lästig. Früher, m der guten alten Zeit, da die Puppen stumm waren, führten sie noch mit' ihren jugendlichen Pflegerinnen niedliche Gespräche, deren Kosten durch die Phantasie des Kindes getragen wurden. Auch konnten die Mädchen früher nicht müde werden, die s.elbft- gesertigten Kleidchen den Piippei, anzuprobrren, wahrend ihnen dies jetzt bei den von Freinden hergestellten Lappen, kaum jemals einfällt. Wie anders ist es in Japan! Im äußersten Osten spielen Die Puppen im Leben der Frauen eine große Rolle. Ein reizendes Fest ist diesem graziösen Spielzeug, den Hinamatsuris, geweiht. Am 3. März unserer Zeitrechnung ist es Mode, den kleinen Mädchen, die einen mit ihrer Freundschaft beehren, Puppen zu schenken. Diese bilden bann eine Reliquie, die sich von der Mutter auf die Tochter forterbt und aus die auch die Taglöhnerin stolz ist. Sic hat hundert, sie hat zweihundert Puppen, sagen bann die Mädchen untereinander mit dem Tone unendlichen Respektes. Ist es nicht eine der Lösung würdige Frage: Wie pflanzt man ein wenig Japanerthnm in die Seele der europäischen Mädchen, di- blasirt ihre Puppe wegwerfen und sich mir eins wünschen: ein Fahrrad.
o. Iagdurrfatt. Bei einer Treibjagd, die vorgestern bet Frauenstein abgchaltcn wurde, ist Herr Hotelbesitzer s-hlsfer von hier durch einen Schrotschuß im Gesicht verletzt worden. ,_er verhängnißvolle Schuß, der leicht sehr schlimme Folgen hatte haben können — man denke nur an eine Beschädigung der Augen — ist von einem jungen Mann von einem Hofgut tn her Nahe Wiesbadens abgegeben worden. Die Verletzung hat die Geschwulst einu Wange nach' sich gezogen, sich aber im klebrigen als ungefährlich
