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Vmbildkner TsgM

Verlag: Langgasse 27.

Alr-ttnenten.

Slnzeigen-PreiSr

Die einspaltige Pctitzcile für (Male Anzeigen 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Psa. — Ncclameu die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

45. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

f“r bie Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Margen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. — Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur •U*** nächsterscheinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

Us. 46« Fernsprecher No. 52. döN 27. IlMIMk. Fernsprecher No. 52. 1899.

Abend-Ausgabe.

Geistige Krunnen-Ueestopfnug.

i.

Liebig, der berühmte Chemiker, hat einmal den AuZ- spruch gelhan, daß der Verbrauch an Seife den bewährtesten Gradmesser der Kultur eines jeden Volkes abgebe.

Das an der Spitze jeder geistigen und sittlichen Vorwärts­bewegung marschsrende deutsche Volk braucht als eine Nation, „die sich gewaschen hat", ein derartig naives Prüfungsmittel seines Kultur-Niveaus, Gott sei Dank, schon längst nicht mehr, wenigstens nicht in seiner überwiegenden Mehrheit.

In unseren Tagen existirt ein anderer, untrüglicher Spiegel der kulturellen Bestrebungen einer Nation, ihrer Eigcnthümlichkeiten, Vorzüge und Mängel; das ist die Presse!

Das sieht, auf den ersten Blick, vielleicht ein wenig wie Eigenlob aus. Wer sich aber nur die oberflächlichste Mühe nimmt, einen Blick hinter die Coulissen dieses Kulturfaktors und der schier gigantischen Dimensionen seiner internen Organisation zu rhun, wer den intimen Kontakt zwischen Volk und Presse von heute kennt und seine segensvollen Wirkungen objektiv würdigt, wer das immense Aufgebot nimmer rastenden Fleißes und nervenzcrstörender Aus- klügelung aller Vorthcile beobachtet, die im Zeitungswesen in Anwendung gebracht werden müssen, um den hohen An­forderungen . des modernen Zeitgeistes gerecht zu werden, der wird die Bedeutung der Presse unserer Tage gewiß nicht unterschätzen.

Die Organisation der Prefle bedarf naturgemäß einer Fülle direkter und indirekter Mitarbeit und selbstverständlich ist die verschiedenartige Verbreitung der Zeitungen, ihre Zustellung an das lesende Volk, eines der wichtigsten Kapitel des gesammten Zeitungswesens. Diese Verbreitung zerfällt in zwei Abschnitte: die Uebermittelung an den am Erscheinungsortedes Blattes wohnenden Bezieher (Abonnenten) nud die Expedition an den außerhalb des Erscheinungsortes wohnenden Leser.

Zu letzterem Behufe ist, da die so überaus monopol- freudige Reichspost die direkte Zustellung der Zeitungen an die Abonnenten Seitens des Verlags über eine gewisse, sehr beschränkte Kilometerzahl hinaus verbietet, die Vermittelung der Post unerläßlich. Reichspost und Zeitungen gehören also in brüderlichem, engem Bunde zusammen — und zwar schon seit altersgrauen Zeiten. Es ist nicht nur für den Fachmann sehr interessant, der innigen Verbindung dieser beiden der Oeffentlichkeit dienenden Organe nachzuspüren. Ich glaube sogar, Herr v. Podbielski könnte davon noch etwas lernen.

In einer alten Nummer der „Köln. Zeitung", die mir vorliegt, findet sich folgendes, gerade heute wieder sehr zeit­gemäße Wort eines einsichtsvollen Schriftstellers:

„Die Druckerpresse und das Postwesen hätten mit einander zu Gevatter stehen muffen, ehe das Kindlcin die echte ZcitungS- taufe erhielt; die Censur stellte sich als ungebetene Pathin dazu ein und fügte schon an der Wiege die Anerkennung hinzu, daß in diesen Windeln ein Herkules liege."

Wie stellen sich nun heute die „Gevattern", beides Herku­lesse in ihrer Art, in Deutschland zu einander? Harmoniren diese so hochbedeutsamen Nervenstränge des modernen Ge­sellschaftskörpers, funktioniren sie in einer beiden dienlichen und ihren hohen Aufgaben förderlichen Weise?

Hm! Diese wichtige Frage ist keinesfalls mit einem schlanken „Ja" zu beantworten. Zwar hat der eine „Ge­vatter", die Presse, stets seine verwandtschaftliche» Verbind­lichkeiten dem anderen gegenüber prompt erfüllt. Die „sprich­wörtlich" gewordene Zuverlässigkeit der deutschen Reichspost ist dem Volke immer und immer wieder von der Presse ge­predigt ivorden, bis sich zuletzt das Volk daran gewöhnte, an die Unfehlbarkeit der Post wie an das Amen in der Kirche zu glauben. Die Beispiele ganz hervorragender „Findigkeit" unserer Stephans- — Pardon! — Podbiclski- Jüngcr sind in den Tagesblättern zu einer ständigen Rubrik geworden, sodaß sich heute der ehrfnrchterschauernde Zeitnugs- leser schon gar nicht mehr ivundert, in seinem Moniteur zu lefen, daß die deutsche Reichspost ohne Zeitverlust an den richtigen Empfänger einen Brief bestellte, auf dem sich über­haupt keine Adresse befand. . . „

Lohnt nun der andere „Gevatter" diese große Liebe? Hinsichtlich seiner Zuverlässigkeit wohl; hinsichtlich eines gerechten Ausgleichs von Leistung und Gegenleistung scheint dies aber unter der „Aera Podbielski" anders werden zu sollen.

Von einer „Reform" des deutschen Postzeitungstarifcs, d. h. der Scala der von den Zeitungen an die Reichspost für die Beförderung der nach auswärts gehenden Zeitungs- Exemplare zu entrichtenden Vergütung, munkelte man schon lange, und zwar nichts besonders Gutes. Was da ans der Werkstatt der Geheimräthe verlautbarte, klang durchaus nicht erfreulich, durchaus nicht aus wirklich modernem Geiste geschöpft. Im Gegentheil — es roch sogar bedenklich nach „Rückwärtscrei", an die man zu­nächst nicht glauben mochte, wenn man den Stand­punkt ins Auge faßte, daß die Bedeutung der Presse von einer einsichtigen Regierung unmöglich noch unterschätzt werden könne, von derselben Regierung, die doch der Presse alltäglich, ja, allstündlich bedarf, so dringend bedarf, wie der Magen der Nahning; denn nicht nur das „geistige Brod" des Volkes ist die Presse! Die Regierung kann ihrer auch nicht einen Tag entrathen, jede einzelne ihrer Willens­äußerungen muß sie ja fchließlich doch durch das Sprachrohr „Presse" dem Volke übermitteln. Sie hat sich allerdings zu diesem Zweck gewisse, gut gezogene Spezialorgane, die so­genannten „offiziösen" Blätter, geschaffen. Aber es wäre doch recht sonderbar um das deutsche Volk bestellt, wenn diese Zeitungen die einzigen Vermittler regierungsseitiger Kundgebungen sein sollten.

Doch um auf die Reformlust des Herrn v. Podbielski zurückzukommen: Unser neuer Postgewaltige Hal sich also auch dem Zeitungstarif zngewandt und die Novelle zum Postgeseh, welche in Bälde dem Urtheil der Sendboten des Reiches unterbreitet werden soll, enthält in dieser Richtung nach Allem, wa§ zuverlässig verlautbart, Bestimmungen, welche geeignet sind, in unheilvollster Weise in die seitherige Organisation der postalischen Zeitungsbeförderung zu Un­gunsten nicht nur des blühenden deutschen Zeitungsgewerbes, sondern auch des Lesepublikums, und zumal des letzteren, einzugreifen.

Die Vorlage ist einfach ein Wechselbalg; dahin sprechen sich heute schon ganz unumwunden auch konservative Organe aus, soweit sie vermöge einer beachtenswerthen Verbreitung nach auswärts, in die „Provinz", überhaupt ein Interesse haben, zn dieser, das Zeitungswesen in geradezu vitaler Weise betreffenden geplanten Maßregel der Reichspost Stellung zu nehmen. Sie will die Zeitungsbeförderung

nach Grundsätzen verthenern, die alles Andere als „Reformen" im günstigen Sinne dieses beliebten Wortes sind. Zu Gunsten einiger weniger, fast an den zehn Fingern abzähl­barer „großpolitischer" Organe mit mehrmaligen täglichen Ausgaben wird ein Zeitungstarif geplant, der, kurz gesagt, den Transport nach dem Gewichte bezahlt sehen will, und zwar zu einem fast 2'/r-fachen Verhältniß gegen früher.

Das Unlogische, Unbillige, ja Ungeheuerliche dieser Ab­sicht auf der Grundlage der aus der Novelle bekannt ge­wordenen Einzelheiten in populärer Weise darzuthun, sei Aufgabe eines folgenden, das selbst für den schlichten Bürger sehr wichtige Kapitel erschöpfenden Artikels. 0. K.

Deutscher Reichstag.

Kortin, 26. Januar.

Die Beraihung des Etats des Reichsamts des Innern wird fortgesetzt. Zur Debatte steht zunächst ein Antrag Prinz Carolath, den Reichskanzler um Einstellung von 50,000 Mk. in den Etat zu ersuchen, als Beihülse zu den Kosten eines Goethe- Denkmals in Straßburg. Aba. Prinz Carolath und die Nationallibcralen befürworten mit Wärme seinen Antrag. Prinz Carolath sagt u. A.: Niemals habe Goethe eine solche Bedeutung für fein Volk gehabt, als heute, Goetheforschung und Goethe- litteratur hätten ungeheuere Fortschritte gemacht. In keinem Lande der Welt seien die Klassiker so lange mißachtet worden, als bei uns; Deutschland sei seinen größten Geisterst wenigstens eine nachträgliche Ehrung schuldig. — Abgeordneter Rifs und die ganze freisinnige Vereinigung tritt ebenfalls für den Antrag ein. — Abg. «schadler (Centr.) lehnt denselben ab, weil er glaube, daß man die Sympathieen für Elsaß-Lothringen durch andere und bessere Mittel zum Ausdruck bringen könne, als durch Annahme dieses Antrages. Fraglich sei cs auch, ob gerade Straßburg der passende Ort und ob Goethe gerade dort als Vor­bild für die Studenten aufzustellen sei, und ebenso frage es sich, ob Goethe gerade als Muster des Patriotismus hinznsteuen wäre. Das Reich" brauche immerhin nicht einzuspringen für ein von Straßburg für Straßburg gewolltes Denkmal. Straßburg möge die Sache selbst zu Ende führen. Zu fürchten seien auch die Konsequenzen des Antrags. Wer bürge dafür, daß nicht morgen einer oder der andere der hochverehrten Herren irgend einen Dichter-Heros oder einen anderen großen Mann für so bedeutend halte und mit einem gleichen Anträge komme. Er bitte um Ablehnung des Antrags. Der Antrag wird gegen die Stimmen des Ccntrums an die Budgetkommission verwiesen. — Beim Titel: Kommission für die Arbeitsstatistik, befürwortet Abg. Heine eine Eingabe von Bürcau-Angestellten bei Rechtsanwälten rc.: über zu lange Arbeitszeit und Beschäftigung von Personen in noch zu jugendlichem Alter. — Abg. Bebel (Soz.) bemängelt, daß die Kommission so feiten tage und unterzieht sodann die Bäckerei- Verordnung einet längeren Besprechung. — Staatssekretär Posadowsky fuhrt aus, in Bezug auf das Gastwirths- aewerbe würden bte Protokolle der Vernehmungen von der Kommission in den nächsten Tagen fertiggestellt sein. Die gesetzgeberischen Vorbereitungen zur Abhülfe der Uebelstände, welche von der Kommission feitgestelli worden seien, würden dann sofort erfolgen. Beschwerden über unzulängliche Ausführung der bundeSräthlichen Bestimmungen im Bäckereigewerbe sollten an die einzelstaatlichen Behörden gerichtet und in den Landtagen vorge­bracht werden. Weitere Verordnungen für Glasfabriken, Thomas- schlacken-, Blei-, Zinkfabriken rc. wurden im Reichsamt deS Innern erwogen. — Abg. Oertel (Bund derLaudw.) meint, irn Bäckerei­gewerbe genüge die Festsetzung einer Minimal-Ruhezeit. — Abg. Bebel (Soz) hält dem Vorredner entgegen, der Bund der Landwirthe arbeite auf den Ruin des Mittelstandes hin durch Fleischer-, Bäckerei-, Milch- rc. Verkaufs-Genossenschaften. — Abg. Schwarz- München (wild-lib.) bemerkt, daß in München die Dntchführmig der Bäckereiverordnnng für eine große Anzahl Betriebe einfach unmöglich sei. — Abg. Freiherr v. Stumm (Reichsp.) bezeichnet da? Ääckereigewerbe als das gesündeste Gewerbe. — Abg. Molkenbuhr (Soz.) tritt für die Bäckerei- Verordnung ein unb wendet sich schließlich gegen die Oertelschen Auslassungen. — Abg. Hitze (Centr.) bemerkt, die Bäckerei- Verordnung sei jedenfalls eine Thatsache und nachdem sie einmal erlassen fei, müsse sie zweifellos dnrchgesührt werden ohne Rücksicht

(Nachdruck verboten.)

Sagefpiine.

Technischer Brief von Ingenieur Lothar Moelsen.

Feuchtigkeit aufsaugen, dadurch aufqucllcn und so dem Mörtel eine größere Dichtigkeit und Festigkeit geben.

Auch ans dem Gebiet des Hcizungswesens finden wir die Säge­späne wieder. Auf der einen «eite hat man für diese pulver­artigen Holztheilchen eigens Oefen konstruirt, die eine rauchlose Verbrennung gestatten; auf der anderen Seite stellt mein ans Säge- spänen neuerdings auch Briketts her, indem man die Holzabfälle mit Theer, ebenfalls, wie schon vorhin erwähnt, einem Hölzprodukt, und mit Melasse vermengt. Derartig hergestellte Holzkohlen sollen sich sowohl ihrer Billigkeit halber, wie auch wegen ihrer ganz außerordentlichen Heizkraft, namentlich in den großen amerikanischen Gasthäusern, soweit diese noch nicht mit Wasser- oder Luftheizung verfeheil sind, eingeführt haben.

um aber dieser Nutzbarmachung des nnscheinbarm Holz- theilchens die Krone aufzusetzen, hat man jetzt auch ein Verfahren ausgeklügelt, wonach den Kartoffeln und somit der gesammten Landwirthschast ein unabsehbarer Schaden entstehen dürfte, indem es gelungen ist, aus Sägefpänen, namentlich von fichtenem Holz, Spiritus herzustellen.

Nach ben bisher angestellten Versuchen ergaben 100 Kilogramm Sägespäue nach einer ' intensiven Behandlung mit verdünnter Schwefelsäure 6,5 Liter absoluten Alkohol und einen kleinen, weniger bedeutenden Prozentsatz Stärke.

Noch eine weitere Verwerthung von Sägespänen in Verbindung mit Papiermasse findet bei der Herstellung von wasserdichten Papier- Flaschen, -Gläsern, -Tellern und -Schusseln statt. Die zur Ver­arbeitung gelangenbe Masse ist aus 10 Theilen Lumpen, 40 Theilen Stroh unb 50 Theilen Holzabfällen zusammengesetzt; bas breiartig zubereitete Material wird nach Behandlung nut Kreidepulver und ichwefelsaurer Thonerde in bestimmte Formen gebracht, welche jedoch doppeltheilig find, um ein leichteres Ausheben des geformten Materials zu gestatten. Nach sechs- bis achttägigem Trocknen in freier Lust kittet man die beiden geformten Hälften mit Gummi- cement aneinander und glättet das so erhaltene Gefäß mit Wachs oder Paraffin inneu aus, während man die Außenseite gewöhnlich lackirt.

panen in Retorten oder luftdicht verfchlosseueii

. . ^o!ZfU'L, Theer und Holzkohle, während das

Holzgas, eine mit trubgelber Flamme brennende Luftart, entweicht — Ferner erhält man auf chemischem Wege durch Begießen der Sägespäne mit Schwefel miireeinestark ätzende Flüssigkeit, die Oxalsäure. Soweit die wißeuschastliche Verwetthuna!

Doch nun zur Praxis des Lebens!

Bei den mit dem ausgebildeten Geschmack wachsenden An­forderungen, die man ja auch in ästhetischer Hinsicht an die für das tägliche Leben uothwendigen Gebrauchsgegenstande stellt, hat

man den Versuch gemacht, Sägespäne, als leichter zu behandelndes Material, wieder in Holz zu verwandeln; ein Versuch, der nach jeder Richtung hin glänzend gelungen ist.

Zur Bereitung einer aus Sägespänen herzustellenden Holzmasse hat man folgendes Verfahren angewandt: man vermengt die trockenen unb möglichst feinen Sägespäne mit einem Bindemittel, welches aus einer Leimlösung, Wasserglas, Kolophonium ober doppelchromsaurem Kali bestehen muß. Zum Einformen ber vorher tüchtig durcheinanderaeknetetcn Masse werden Metall- oder GyPS- formen angewandt. Diese Formen können ein beliebiges Positiv- oder Negattvrelief auf ihrer Innenseite tragen; dasselbe wird getreu von der Holzmasse angenommen, sodaß durch ein derartiges Ver­fahren der Holzbildhauerci eine drohende Konkurrenz erwachsen dürste Auch bet Pattettfußbödenplatten hat man niftErsolg dieses Verfahren angewandt; namentlich nehmen sich farbige Holzmosaik­muster sehr schön aus; die Färbung bei diesen Mofaikplatteu ge­schieht dadurch, daß während des Knetens irgend ein Farbstoff in die Masse gethan wird.

ES ist naturgemäß, daß man bei einer derartig einseitigen Verwendung der Sagespäne zu Holzmassen nicht stehen geblieben ist, sondern bas man auch durch gebogene Formvorrichtungen unb Walzen ein Mittel gefunben hat, bie noch nicht erstarrte Holzmasse zu Tonnen, schusseln und Eimern zu verarbeiten.

Auch bei großen Astlochern und Rissen in Balken findet der weiche Holzbrei ferne Verwendung, indem man mit ihm derartige Oeffnungeii mit Leichtigkeit zukittet und verschließt, ein Verfahren, das nach dem Abhobeln der betreffenden Stelle selbst für den Fachkundigen ein Erkennungszeichen an ber läbirten Stelle nicht zurückläßt.

Doch nicht mir für Holz- sondern auch für Steinarbciten finden die Säaespane als Mortclzusatz ihre Verwerthung, indem man sie mit 1 Theil (fernem, 2 Theilen Kalk und 3 Theilen Sand vermengt.

Ein derartig hergestellter Artikel soll namentlich auf feuchten Bauplätzen von außerordentlicher Dauerhaftigkeit sein, ba die Sägespäne auf Grund ihrer physikalischen Zusammensetzung die

, Es »nb nicht nur im Reich der unerforschlichen Mutter Natur eine Unmenge kleiner Dinge und Ursachen, die großartige und ftannenerregenbe Phänomene zeitigen, sondern auch in dem stark erforschten und durchforschten Reich der Technik oft gerade die Ab­fälle unb anscheinenden Nebensächlichkeiten Faktoren von Er- fcheinungen, denen wir auf Schritt und Tritt begegnen und deren Fehlen uns sonderbar anmuthen würde. Ich erinnere hier nur an die Verarbeitungen von Lumpen zu Papier, Pappe rc.

.. 3» diesen kleinen und unbeachteten Gegenständen gehöre» auch die Holzabfalle, namentlich bie Sagespäne.

Es ist ganz unglaublich, wozu diese pulverartigen Holztheilchen Alles gebraucht werden, nachdem man sich namentlich im letzten Jakjrzehnt eingehender mit ihrer technischen Verwerthung be­schäftigt hat.

Ich will es mir deshalb einmal zur Aufgabe machen, in den folgenden Zeilen die Verwerthung der Sägespäne, soweit diese Ver- werthung-u amtlich patenhrt Und ober Musterschutz erhalten haben, aufzufuhren. ,;ch will nut der einfachsten Verwendungsart an­fangen, bte ich als bekannt ^orauSsetz en darf: das AuSstopfen unb Füllen von Bälgen zum Spielgebrauch für Kinder. — Auch die chemische Verwerthung der Sägespäne dürfte bekannt sein Durch Erhitzen von Sagespanen in Retorten oder luftdicht verschlossenen Oefen erzielt man ..Holzespm Theer und Holzkohle, während das