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Anzeigen-PreiS:
1899
Donnerstag, den 36. Januar
Fernsprecher No 52.
Uo. 43.
Fernsprecher No. 52.
MorgeBi«flt6sgabe
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* Die
Hartleben gegen Harden
nicht ver
meine An-
Jch bitte höflichst, die Eile dieser flüchtigen Zeil
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für ethisch. . 81/» Uhr, im separater Eingang) ab. Thema: „Die Begründung Gäste, auch Damen, sind bestens willkommen.
seiner Frau nun mit nach Hanse gebracht hat, ist nicht bekannt geworden. Heute aber noch wird der Mann zu dem grünen Rock gesucht, dem die 100 Mk. gehören. Bis jetzt hat sich indessen Niemand gemeldet, der sein Elgcnthum zurückgefordert hätte.
Maximilian Harden, flüchtigen Zeilen zu ent-
tragsleistun! schlagen.
Die einspaltige Petitzeile für locale «»zeige» 15 Pfg., für auswärtige Aazejgen 25 Pfg. — Reclamen die Petitzeilc für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.
utupuHij — . ... v Leser, als einer aus
dem Volke, habe ich das „Volksblatt" darauf hingewiesen, daß es zu den Boykottorganen heraberniedrigt (!) wird. Da der dem Herrn Cronheim befreundete Mehring und der Ihnen befreundete Otto Brahm meine Handschrift zur Genüge kennt, so dürfen Sie wohl glauben, daß ich mich zu verbergen keinen Anlaß habe. Als zahlender Leser aber habe ich für das „B. V." keinen Namen.
An Ihrer Krittk habe ich gewiß nichts auSznsetzen, daß Sie die Uebcrsetzerin nach guter alter Boykottsitte todtschweigen und ihr für ihre mühevolle und unbelohnte Arbeit Gehässigkeiten sagen. Das versteht sich von selbst und die Sache will's, mein Herz. Auch wissen Sie selbst, wie ein minder gutwilliges Publikum schlechte Uebersetzungen aufzunehmen pflegt — siehe die inzwischen zu herrlicher Lmdaureife heranaebluhten Mondrondcll erschütternden Angedenkens. Daß Sie aber ein bedeutendes Drama nach besten Kräften zu schädigen versuchen, daß Sie in einem sozialistischen Blatte Ihrer Verachtung für die »Herren Proletarier", wie Sie so hübsch sagen und Ihrer Ayimositat gegen die Volksbühne Aus-
«r. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs Preis: durch den Verlag SO Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. ob Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
Vereins-Nachrichten.
«kurze sachliche Berichte werde» bcreitwilligsi unter dieser lleberschrist ausgenommen.)
* Der Bayern-Verein „Bavaria", unter dem Protektorate I. Kgl. Hoheit der Prinzessin Therese von Bayern stehend, hielt am letzten Samstag seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Verein hat sich besonders in letzterZeit viel günstiger entwickelt und seinen Mitgliedern viel Angenehmes und Schönes geboten. Die Vorstands- wahl ergab folgendes Resultat: Nachdem Herr Rcallehrer Schreyer feine Wahl zum 1. Präsidenten abgelchnt, wurde aus seinen Vorschlag der seitherige 1. Präsident Herr L. Welkamer wiedergcwählt; zum'2. Präsidenten Herr Reallehrer Schreyer, Schriftführer Herr Väth, Kassirer Herr Eilert, Oekonom Herr Müller, Beisitzer die Herren Jos. Welkamer und Breitcnbach. Am 4. Februar halt der Verein eine echt bayrisch-gemiithliche Abend-Unterhaltung ab, die sehr schön zu werden verspricht. Alle Bayern und Bayernfreunde können der „Bavaria" beitrcten.
Aus Stadt und §and.
Wiesbaden, 26. Januar.
— Gefchichtsstalender. 26. Januar. 1895: f Giers, russischer Staatsmann. 1895: f Theodor Kliefoth zu Schwerin, bedeutender lutherischer Theolog (* 18. Januar 1810 zu Körchow). 1887: Niederlage der Italiener bei Dogali. 1885: General Go rdon in Chartum von den Mahdisten erschlagen (* 28. Januar 1833). 1864: f Vuk Karadzic zu Wien, der Begründer der serbischen Schriftsprache (* 7. November 1787). 1864: t Leo v. Klenze zu München, Erbauer der Glyptothek, der Walhalla rc. (* 29. Februar 1784 im Fiirstcnthum Hildesheim). 1850: * Karl Sattler zu Varel, Direktor der Staatsarchive in Berlin, Mitglied des Reichstags (Nat.-Lib.). 1806: | William Pitt der Jüngere, englischer Staatsmann. 1786: t Hans Joachim v. Zieten zu Berlin, berühmter Reitergeneral. 1763: * Karl XIV., König von Schweden, zu Pau als Sohn eines französischen Rechtsgelehrtcn (t 8. März 1844). 1699: Frieden zu Karlowitz, Siebenbürgen und das Banat an Oesterreich abgetreten.
— Walhalla-Theater. Der ausgezeichnete schwarze Tenorist Mr. Woodward ist nach einer kleinen Indisposition infolge von Erkältung nunmehr wieder ganz im Besitz seiner prächtigen Stimm- ffltitcL Das schwarze Duett bringt jetzt vollständig neues Repertoire, bei denen auch die bildschöne Partnerin, Miß Losoros, mehr Her- Vortritt. So singt sie jetzt zum ersten Mal ein Solo in deutscher Sprache, und zwar die berühmte Gnadenarie aus „Robert der Teufel". Auch die „Minstrels Parisicns", die sich allabendlich eines durchschlagenden Erfolges zu erfreuen haben, rieten mit neuen Vorträgen hervor. Die vortreffliche Bogdani-Tnippe hat eine neue Verbesserung erfahren durch Aufnahme der zwei besten Mitglieder deö hier so bekannten „Ramoneur"-Sextetts, das sich aufgelöst hat. „Das flammende Räthsel", der flotte, „selbstoersaffende" Humorist Arlon, die serbischen Akrobaten Martafi finden ebenfalls stets wachsenden Beifall. Mit Bedauern wird man die Meldung vernehmen, daß dieses so ungewöhnlich interessante Ensemble nicht einmal bis zunl Ende des Monats, sondern nur bis einschließlich nächsten Sonntag, 29., bleiben wird, da die Direktion des Walhalla- Theaters nächsten Montag und Dienstag, 30. und 31. Januar^ zwei Gastspielvorstellungen in der prachtvoll dekorirten Mainzer Stadt- Halle veranstaltet. — Am Freitag, Kaisers Geburtstag, findet eine Galavorstellung bei verstärktem Orchester mit Prolog, Apotheose, patriotischem Konzertprogramm :c. statt. Die Preise werden nicht erhöht, auch Vorverkaufs- und ZehnerKllets behalten Gültigkeit. Im Walhalla-Keller findet am selben Abend großes Freikonzert statt.
— Deichsbank. Aus Anlaß des Allerhöchsten Geburtstags Sr. Majestät des Kaisers ist das Banklokal am 27. d. M. nur von 8 bis 12 Uhr Vormittags geöffnet.
— Der grüne Dock. Man merkt, daß Freund Jocus wieder sein Wesen treibt, wie folgendes Stückchen, das sich in der Nähe Wiesbadens zugetragen haben soll, beweist. Kommt da Abends ein Mann unverhofft nach Hause. Kaum, daß er die Thür zugemacht, hört er sein liebes Eheweib schrecklich jammern und klagen: Seine tumre Hälfte wird von heftigen Zahnschmerzen geplagt! Als diese schmerzen immer heftiger werden, giebt er den Bitten seiner Gatttn Nach und will, obwohl er sich schon halb ausgekleidet, in die Apotheke laufen, um dort ein Mittel gegen Zahnschmerzen zu holen. Im Dunkeln (Licht hat er überhaupt nicht angezündet) greift er schnell wieher nach Rock und Weste und fort geht'S un Sturmschritt! Unterwegs wird ihm der Rock schon unbequem, und als er in die Apotheke kommt, steht er, daß er einen ganz fremden Rock äin Leibe hat, der gar nicht fein Rock ist. Er sucht die Taschen gx findet einen Hundertmarkschein!! Welches Rezept er
Lindau-Schabelski bezogen. Mein Freund Kurt Baake, der damals Redakteur am „Vorwärts" war, brachte diese anonyme Postkarte, die schon im Papierkorb gelegen hatte, eines Abends „Spaßes halber" mit. Der Zufall wollte, daß in dem Kreise, in dem wir saßen, mein Verleger S. Fischer und Otto Brahm anwesend waren, und als dann ,bie Gemeinheit" am Tische cirkulirte, erklärten diese Beiden einstimmig, daß es Hardens Handschrift fei. Sie Beide hatten viel mit ihm korrespondirt. Ich wollte es nicht glauben, denn Harden war mir die wenigen Male, die wir uns damals gesehen hatten, stets mit der größten Liebenswürdigkeit entgegen gekommen und er mußte wissen, daß das, was aus dieser Karte stand, nichtswürdige Lügen waren. Ich begab mich am nächsten Tage zu meinem Verleger und verglich sorgfältig Brref für Brief feiner Korrespondenz mit der Handschrift der Karte. Ich kam darauf selbst zu der Ueberzeugung, daß die Karte von Harden fei und sagte ihm die Autorschaft in einem kurzen, aber höflichen Brief auf den Kopf zu. Daraus erhielt ich die folgende Antwort: „Berlin, d. 6. März 91.
W. 9, Köthenerstraße 27, II.
* Die „Krankenkasse für Frauen und Jungfrauen" hielt am Dienstag Abend in dem großen Saale des Evangelischen Vereinshauses ihre erste ordentliche Generalversammlung für 1899 ab. Die Mitglieder nahmen daran regen Antheil. Nach dem von der ersten Vorsteherin Frau PH. Spies erstatteten Bericht über das verflossene Jahr kann dasselbe als ein für die Kasse recht günstiges bezeichnet werden. Dank der sparsamen Geschäftsführung des Vorstandes ist ein Ueberschuß von rund 2500 Mk. erzielt
schuldigen."
Diesem schönen Briefe brauche ich wohl nichts hinzuzufügey. Am besten hat mir immer die Stelle gefallen: „Ein Schweinehund — na; aber ein Dummkopf, bitte: »ein. Das thut weh." Otto Erich Hattleben.
worden, der dem Reservefonds zugeführt wurde, sodaß derselbe der gesetzlich vorgeschriebenen Höhe um ein Bedeutendes näher gebracht wurde und letztere ohne Erhöhung der Mitgliederbeiträge oder Verkürzung der Leistungen der Kasse bald erreicht sein wird, wenn nicht allzu große Anforderungen an die Kasse heran- treten. Sobald dieses Ziel erreicht ist, wird die Kasse wieder die 26-wöchentliche Krankenunterstützung «inführen, die gerade wegen der mangelnden Rücklagen für den Reservefonds auf 20 Wochen reduzirt werden mußte. Der günstigere Stand der Kasse hat den Vorstand bereits in die Lage versetzt, die Leisttingen insofern zu erneuern, als vom 1. Januar.d. Js. ab das Krankengeld nicht nur für die Arbeit«-, sondern auch für die Sonntage gewährt wirb. Nach der Rechnungsablage des Kassirers betrug die Mitgliederzahl am Schluffe des Jahres 1805, der Zugang belief sich auf 226, der Abgang durch Austritt auf 77, Ausschluß 45, Wegzug 61 und Tod 14, zusammen 198, sodaß ein reiner Zuwachs von 28 verbleibt. Die Gesammtmitgliedschaft zerfällt in 1789 ordentliche und 16 Ehrenmitglieder. Der Rechnungsabschluß gestaltete sich wie folgt: Einnahmen: Kasteiibestand 12Ö Mk. 82 Pf., reftirenbe Beitrage, und zwar Monatsbeiträge, 544 Mk., Zinsen aus angelegten Gelbern 898 Mk. 77 Pf., Eintrittsgelder 261 Mk., Monatsbeiträge 17,308 Mk., Beiträge von Ehrenmitgliebern HO Mk., C-rbnungS? strafen 4 Mk., eingezoqene Kapitalien 3128 Mk. 55 Pf., Nach- zahluna 4 Mk., Sonstiges 40 Pf., Summe der Einnahmen 21,879 Mk. 54 Pf. — Ausgaben: Krankengelder an Mitglieber 4323 Mk. 20 Pf., Krankengelder an Angehörige der Mitglieder 14 Mk. 40 Pf., ärztliche Behandlung 1765 Mk., Arzneien und andere Heilmittel 3064 Mk. 83 Pf., Verpfleguiigskosten in Krankenhäusern 1539 Mk. 70 Pf., Wöchnerinnen-Nnterstiitzung 1287 Mk., zurückgezahlte Beiträge 2 Mk., Beihülfe in Sterbefällen 780 Mk., persönliche Verwaltungskosten 1853 Mk. 70 Pf., Krankenbesuche 177 Mk., sächliche Verwaltungskosten 290 Mk. 11 Pf angelegte Kapitalien, Bank-Anlage,3138M. 77 Pf.,angelegteKapitalien,WertW- papier-Änlage, 26WMk.55Pf., Sonstiges 79 Mk. 90 Pf., unbeibring- liche Beiträge 273 Mk. 20 Pf., Summe der Ausgaben 2l,216Mk. 86 Pf. Der Kaffen-Ileberschuß beträgt 662 Mk. 68 Pf. und besteht aus 265 Mk. 88 Pf. in der Kaffe und 396 Mk. 80 Pf. Restbeiträgen. Das Vermögen der Kaffe ist von 12,323 Mk. 87 Pf. auf 14,801 Mk. 70 Pf. gestiegen, hat sich demnach in 1898 nm 2477 Mk. 83 Pf. vermehrt. Das verzinslich angelegte Kaffen-Vennögen besteht aus Anlagen bei der Sparkasse der Nassauischen Landesbank und bei dem Allgemeinen Vorschuß- und Sparkaffen-Vcrein E. G. zu Wiesbaden, in 3'/--procentigen preußischen Konsols. in Pfandbriefen der Nassauischen Landesbank, in Wiesbadener Stadt- Obligationen und in S'/s-broccntiger Deutscher Reichs-Anleihe. Zur Prüfung der Abrechnung mürbe eine Kommission von Sachverständigen erwählt. Die aus dem Vorstanb ausscheidenben Mitglieder Frauen Becht, Berghof, Ries und Unverzagt wurden wiedergewählt. Der Voranschlag für 1899 wurde in der bisherigen Höhe festgesetzt, namentlich auch bezüglich der Mitgliederbeiträge. Die Versammlung hat gezeigt, daß die ^Krankenkasse für Frauen und Jungfrauen" in erfreulicher Fortentwickelung begriffen ist; möge sie zum Wohle ihrer zahlreichen Mitglieder weiter gedeihen und blühen.
* Die am verflossenen Sonntag von dem Llub Edelweiß" in der aus diesem Anlaß prächtig dekorirten Männerturnhalle ab= gehaltenen Gala-Damensitzung mit Tanz verlies auf das Glänzendste. Es wechselten humoristische Vorträge, Duette, Terzette, Gesammp- spiele re. mit Tanz und Absingen gemeinschaftlicher Lieder ist schönster Weise ab. Es zeigte sich wiederum, daß der Klub über vortreffliche Kräfte verfugt und einen Stamm ausgezeichneter Humoristen besitzt. — Der Maskenball des Klubs findet wie alljährlich am Fastnacht-Sanistag mit Preisvertheilung (5 Damen- und 4 Herren-Preise) in der Männerturnhalle statt.
hiesige Abtheilung der „Deutschen Gesellschaft che Kultur hält ihre nächste Sitzung heute Abend, Hotel Tannhäuser", Bahnhofstraße 8 (seitlicher ag) ab. Thema: „Die Begründung der Sittlichkeit."
wäre doch gar zii — dumm.
In Ihrer geistigen Abhängigkeit von Ehren-Brahm geruhen Sie mich als „Beschützer des Fräulein v. Schabelsky" zu be zeichnen. Zunächst freue ich mich, daß Sie den Namen doch wenigstetis privatim schreiben können, wenn Sie ihn auch, selbst wo Sie die Pflicht dazu zwingen sollte, nicht drucken. Aber Sie irren auch hier. Ich bin allerdings stolz darauf, das Fräulein ttt schwerster Zeit beschützt und ihr die Lebensmöglichkeit gegen em elendes Preßgewürm vom Stil des sanften Paul Lindau, des.......Otto Brahm erkämpft zu haben. Heute bedarf die
Dame meines Schutzes nicht mehr. ,
Und nicht ihr habe ich gedient, wenn ich darauf hinwies, daß man feine Mottos von Nietzsche und seine Moral von Brahm nehmen kann, sondern der Gerechtigkeit. Das Vollsblatt soll nicht auf das Niveau des Tageblatts finken — gegen den Wunsch seiner Leiter soll hier nicht Privatpolitik getrieben werden.
Sie dürfen überzeugt fein, daß ich genau ebenso handeln werde, wenn ich je über Sie in einem von mir ständig gelesenen Blatt eine ebenso unverständige, gehässige und die Thalpichen entstellende Kritik finde. Als Leser werde ich die Redaktion aufmerksam machen, nicht aber als Schriftsteller.
* Die „Frauen-Sterbekasse" hat ihre erste diesjährige Generalversammlung am Dienstag Abend im Saale des ©Bangel. Vereinshauses abgehalten, und zwar im Anschlüsse an die Generalversammlung der „Krankenkasse für Frauen- und Jungfrauen", aus der sie vor 13 Jahren hervorgegangen und mit der sie schwesterlich verbunden ist. Nach der der Versammlung vorgelegten Rechnungsablage hatte auch die „Sterbekasse" sich in 1898 einer günstigen Entwickelung zu erfreuen. Die Mitgliedcrzahl betrug am Anfang des Jahres 1330, neu ausgenommen wurden 56, abgegangen sind durch Austritt 4, Ausschluß 4 und Tod 16, zusammen 24, sodaß am Ende des Jahres 1898 ein Bestand von 1362 verblieb. Wie hieraus zu ersehen ist, war die Sterblichkeit unter den Mitgliedern eine verhältnißinäßig geringe — es sind 8 Mitglieder weniger als in 1897 gestorben — und der Vorstand hat daraus Veranlassung ge- nommen, den Mitgliedern recht wesentliche Erleichterungen in den Bei- tragsleistunaen zu gewähren; es wurden u. A. fünf Beiträge niedergeschlagen. Nichtsdestoweniger haben sich die finanziellen Verhältnisse der Kaffe in befriedigender Weise gestaltet, dem Reservefonds konnten wieder 5000 Mk. zugeführt werden, sodaß derselbe jetzt 40,000 Mk. beträgt, ein Stand, der im Vergleich zu anderen derartigen Kaffen als ein sehr günstiger bezeichnet werden darf. Nach dem ben Mitgliedern gedrückt eingehändiqten Rechnungsabschluß beliefen sich die Einnahmen auf 26,143 Mk. 57 Pf. — darunter 200 Mk. Aufnahmegeld, 2704 Mk. 50 Pf. Ouartalbeiträge und 11,370 Mk. Sterbebeiträge —; die Ausgaben betrugen 25,400 Mk. 47 Pf. — darunter: 9433 Mk. Sterberenten, 9341 Mk. Kapitalanlage und 5028 Mk. für Ankauf von Werthpapieren. Der Einnahme-Neber- schnß von 743 Mk. 10 Pf. besteht in 289 Mk. 10 Pf. Kassenbestand und 454 Mk. Restbeiträgen. Der Reservefonds ist in Werthpapieren an- Öt. Zur Prüfung der Abrechnung wählte die Versammlung mehrere unbige Herren. Der Voranschlag für 1899 wurde im Allgemeinen in derbisherigenWeise festgesetzt, insbesondere erfahren die Beiträge keine Veränderung. Die „Frauen-Sterbekaffe" hat feit ihrem Bestehen in 210Fällen 101,408 Mk. 50 Pf. Sterberenten ausbezahlt, eine erkleckliche Summe, mit welcher viel Gutes gestiftet worden ist. Die Kaffe, die vorzugsweise aus Frauen besteht, aber auch Männer als Mitglieder aufnimmt, tarnt stolz fein auf dieses Resultat; sie wird bei der gegenwärtigen Entwickelung zweifellos auch in der Zukunft noch manche gute Früchte tragen.
druck geben, das trieb mich in der ersten Entrüstung zu meiner Zuschrift an die Redaktion.
Wenn ich je in die Lage kommen sollte, Ihnen selbst über Ihre Leistungen Mittheilmrgen zu machen, so werde ich nicht verfehlen, mit Vor- und Zunamen zu zeichnen. Und ich werde meine Worte dann nicht so — klug stellen, wie Sie es in Ihrem höflichen Schreiben vom 5. thitn. Denn der Zweck Ihres Schreibens soll doch wohl der fein, mir zu sagen, daß Sie mich für einen unanständigen Kerl halten. Ich verwehre Ihnen das nicht, so lange Sie es so fein ansdrücken, aber ich behalte mit das Recht vor, auch Ihre publizistische Prioatarbeit nach meinem Ermessen zu beurteilen.
Ein Schweinehund — na; aber ein Dummkopf, bitte: nein. Das thut weh.
Wollte ich mich an Ihnen „rächen", so wissen Sie ja am besten, wie man seiner privaten Rancune öffentlich Ausdruck giebt. Mahnend liegt seit Wochen Ihr Buch auf meinem Schreibtisch. Sie werden ja sehen, wie sich der unanständige Kerl in solchen Sachen benimmt. Die Dumuiheit, die Sie mir zuzutrauen belieben.
Otto Erich Hartleben, bekanntlich einer unserer feingeiftigen Humöristen und Stilisten, schreibt im „B. T." Folgendes: „In dem Beleidigungsprozeffe Maximilian Hardens gegen den Pr '' Delbrück hat der Assessor, welcher den Vorsitz führte, dem Pu Delbrück die Beweisführung über drei der vier Punkte, durch die er Hardens „Infamie" kennzeichnen wollte, aus juristisch formalen Gründen abgeschnitten. Die Zeugen, welche zur Konstatirung dieser drei Punkte geladen waren, durften nach einem fünfstündigen be- Krenben Aufenthalte auf den Korridoren von Moabit wieder nach ufe fahren. Harden dagegen hatte Gelegenheit, die Dinge in seinerBe- leudjtung — zu seinen Gunsten vor dein Gericht darzustellen: daß er dabei ungeschickt verfahren sollte, wird man von ihm nicht verlangen. Diese Hardensche Darstellung ist nun durch die gesummte Presse gegangen. Unter solchen Umständen wird man es mir wohl nachfiihlen können, daß ich, der ich in einem der drei nicht bewiesenen Fälle Hardenscher „Infamie" der leidende Theil war, das Bedürfuiß empfinde, über meinen Fall der Oeffentlichkeit die Wahrheit zu sagen. Ich schrieb 1891 für den „Vorwärts" Kritiken über die Darstellungen der freien Volksbühne, und zwar nur über diese. Ich war mit Bruno Wille befreundet und trat damals auch in den Vorstand ein. Wir führten unter Anderem den „Leibeigenen von Pissemski" auf, den die damals viel umstrittene Elsa v. Schabelski aus dem Russischen in ein angebliches Deutsch übersetzt hatte. Ihr Deutsch war damals noch mangelhaft, soll aber später infolge des regen Verkehrs mit guten Litteraten besser geworden fein. Der „Leibeigene von Pissemski" imponirte nur sehr, aber über das Deutsch der Uebersetzung erlaubte ich mir einige Ausstellungen, weil ich schon damals glaubte, etwas davon zu verstehen. Meine Ausstellungen waren durchaus sachlicher Natur, ich nannte nicht einmal den Namen der Ueberfetzerin. Daß ich dies nicht that, um sie „todtzuschweigen" — wie sich die Phantasie eines eitlen Schauspielers etwa einbilden könnte — geht daraus hervor, daß ihr Name nicht bloß auf allen Zetteln und in allen Anzeigen stand, sondern damals überhaupt in Jedermanns Munde war. Nach Abdruck dieser Kritik erhielt der „Vorwärts" eine anonyme Postkarte, die, soweit es der Raum gestattete, voll war von boshaften und erfundenen Unfläthigketten gegen mich. Ich wurde auf dieser Postkarte gekennzeichnet als eine Kreatur Paul Lindaus, als ein feiler Streber der Bourgeoisie, als schmutziger Pornograph :c„ und es wurde nachdrücklich vor mir gewarnt. Unterzeichnet war die Karte: „Ein Mann ans dem Volke". Die Redaktion des „Vorwärts" kannte die Handschrift nicht, erinnerte sich aber, in letzter Zeit mehrfach gleichfalls anonyme Zusendungen ion derselben Hand erhalten zu haben, welche sich auf die Affmre
Sehr geehrter Herr! __
Nun haben Sie mich aber zerschmettert!! Mit Ihrem Lcherz- brief nämlich, den ich diese Nacht, fand. Ach nein: Zerschmettert gar nicht, aber erfreut. Und das ist doch noch viel besser.
Wenn meine Karte an das „Volksblatt", wie Sie behaupten, nicht unterzeichnet war, so freut mich das besonders, und wenn nicht nur Raummangel daran die Schuld trug, so freut es mich doppelt. Denn ich würde es nicht für angebracht halten, mit meinem Namen gegen einen — verzeihen Sie gütigst meine Anmaßung — „Kollegen" vorzugehen. Nur als Leser, als einer aus
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