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Witsbaöenkr (Sagblatt

Verlag: Langgasse 27.

1(1,000 Avottneutrrr.

1899

Samstag» den 21. Januar.

Fernsprecher No. 52.

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Fernsprecher No. 52.

Borgen-Ausgabe

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Sitzung der Stadtverordneten

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Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs Preis : durch den Verlag 50 Psg. monatlich, durch die Post 1 Mk. 60 Psg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

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* Der zweite Herren - Abcnd des Männergesang - Vereins GoncorbicT findet heute Abend 9 Uhr im Vereinslokale statt.

* DieW ie sb ad en er Sterbe-Kasse' (vormalsBiiraer- Krankenverein') hält morgen Sonntag, Nachmittag« 4 Uhr, in dem GasthausZu den 3 Königen', Marklstraste 26, ihre diesjährige Generalversammlung ab.

A Doststeim, 19. Januar. Der hiesige .Turnverein' kann mit Befriedigung auf das verflossene Veremsjahr zurückblicken. Die Mitgliederzahl ist mit Einschluß der Zöglinge und Ehren­mitglieder auf 217 gestiegen. Demgemäß sind auch die Kafseu- oerhältnisse recht günstige. Die Einnahmen im Jahre 1898 be­laufen sich auf 2072 Mk., die Ausgaben auf 1898 Mk., sodaß der

verseben. Nun wird der Schirm oder Stock mit dem Schaft des in einer Gabel laufenden Rades verbunden und der Gepäckträger ist gebrauchsfertig. Derselbe wird mit einer Klammer an der Hose befestigt und beim Gehen mit sortbewegt. Es muß noch bemerkt werden daß das Gepäck durch sein Gewicht das Gleichgewicht hält. Der Gepäckträger eignet sich vorzugsweise für Leute, welche, im Besitze bescheidener Mittel, durch eine Fußreise ihren Körper kräftigen und einen Rucksack nicht tragen wollen. Dem Vor­tragenden wurde durch den Beifall der Zuhörer und durch den Vorsitzenden des Klubs der Dank ausgesprochen.

Nuzeigen-PreiSr

Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeigen 15 Psg., für auswärtige Anzeige« 25 Psg. Reklamen die Petitzeilc für Wiesbaden 50 Psg., für Auswärts 75 Pfg.

* ImWiesbadener Rhein- und Taunus-Klub" hielt am Donnerstag Abend Herr Telegraphensekretär Bersin einen Vortrag über den von ihm crfimbencu Gepäckträger (Touristen- eompanion). Das Instrument besteht aus einer größeren Rolle, in welcher in verschiedenen Taschen alles Mögliche für Fußgänger untergebracht werden kann, als Kragen, Nachthemde, Taschentücher, Socken, Bürsten, Handtuch, Seife, Landkarten, Reisebücher, Ueber- zieher ober Plaid. Durch diese Rolle wird der Stock, ober nach --- ..... rnlb unten mit einer Schraube

Skatabenbe nur zum Zweck des Skatspieleus eingerichtet. Ich liebe die Skatabende sehr. Denn da ich keinen Begriff vom Skatspiel habe, bin ich von ihnen ausgeschlosien. Ich weiß nur vom Hörensagen, daß der Skat ein höchst interessantes und fas- zinirendes Spiel und ein Skatabend daher einer der schönsten im Leben der Skatspieler ist. Der Skatabend steht bei den Frauen in hoher Gunst, weil der Gatte während dieser Zeit sicher zu Hause ist und scharf kontrollirt werden kann, was an anderen Abenden bekanntlich nicht immer gut möglich ist. Dagegen wird bet Skat­abend von den Dienstmädchen gehaßt, weil die Gäste meist so lange spielen, daß sie vom Hausherrn hinausgeleitet werden und dadurch das Trinkgeld sparen. Will man sich sehr beliebt machen, so verliere man immer oder meist, einerlei, ob hoch ober niedrig gespielt wird. Bleibt die Herrin des Skathauses trotz der späten Stunde wach, so ist dies nur in seltenen Fällen ein Beweis von hochgradiger Gastfreundschaft und Vergnügen an der Unter­haltung, sondern btefe weibliche Dauerbarkeit entspringt gewöhn­lich einer finanziellen Maßregel, indem die Dame vor Schluß des Abends ihrem Gatten das Gewonnene abnehmen wtll, bei welcher Gelegenhert sie dem Skat eine warme Lobrede hält und den Gatten für einen geliebten Meister erklärt. Verliert der Gatte, so findet die Damd des Hauses, daß das Skatspiel sehr unmoralisch sei und aufhören muffe. Hat der Skatspieler keinen Witz, so hat er dennoch welchen, da er den vorhandenen und allgemein bekannten an geeigneten Stellen anbringt. Dies ist dem Hörer sehr willkommen, da er nicht zu lachen braucht, was auch meist absolut unmöglich ist. Ein gefürchteter Schädling des Skats ist derjenige Spieler, der nur witzig ist, wenn er gute Karten bekommen hat, und solche Schädlinge be­kommen, wie behauptet wird, fortwährend gute Karten. Wenn man Grund oder Lust hat, sich als überflüssig erscheinen zu lassen, so sei man zugleich Gast und Kiebitz. Einem solchen Herrn schreibt der abergläubische Spieler die Zauberkraft zu, daß er Buben iu Damen verwandelt, was die wohlthätige Folge hat, daß ein solcher Centaur nicht wieder eingelatrn wird. Macht man sich nichts daraus, in den Augen einer Dame als Scheusal, Kalibau und Verbrecher zu gelten es ist dies nicht Jedermanns Geschmack, so nehme man an einer Skatpartie Th eil, in der sich eine Dame befindet, und gewinne, oder ver­liere nicht. Ist man dagegen eitel und etwas eigen, so verliere man regelmäßig, wenn eine Dame in der Partie ist. Dann gilt man als ein Ädouis mit einem Schuß Apollo, auch wenn man das Gegentheil fein sollte. Ist man ein junger Manu und liebt die Tochter des Hausherrn, so verliere man konsequent. Hier genügt es nicht, daß man bloß nicht gewinnt. Erst nach der Verlobung nehme man dem zukünftigen Schwiegervater das ganze Geld ab. Sptelt Jemand schlecht und gewinnt man dadurch, so verzeihe man ihm sein schlechtes Spielen. Man sei aber nicht un­erbittlich. Spielt aber Jemand schlecht und verliert man dadurch, so zeige man, daß man Charakter habe, und lasse es an Schmähungen nicht fehlen. Pflegt das warme Abendessen gut und reichlich zu fein, so lobe man des Gastgebers Spiel als metsterhaft, auch wenn e« dilettantisch ist. Wenn aber betreffs des Abendessens nicht alle Blütheuträume reifen, so sei man so milde wie irgend möglich. Das ist's ja, was den Menschen zieret. Will man ganz sicher sein, wieder eingeladen zu werden, so habe man, wenn es zum Abrechnen kommt, ganz zufälliger Weise kein Geld bei sich.

ZterrinsNachrfchten.

(Rutje sachliche Berichte werden dcreitwMigst unter dieser Ueberlchrist autgeuonnne».)

* DasPo NI Pier-Corps" 1. Zug der freiwilligen Feuerwehr hielt am 16. d. M. feine erste diesjährige General- Versammlung unter sehr zahlreicher Betheiligung der Mitglieder im VereinslokalZum deutschen Ho," ab. Der erste Hauptmann er­stattete den Jahresbericht, wonach die Zahl der Mitglieder zur Zeit 249 beträgt, nämlich 127 aktive, 8 Ehren- und 114 unaktive Mit­glieder. Der Kassirer gab den Kassenbericht, nach welchem der Stand der Kasse ein recht zufriedenstellender ist. Als Rechnungs­prüfer wurden die Herren Fink, Steimer und Alter gewählt. Bei der Neuwahl des Kommandos wurden die seitherigen Hauptleute, die Herren Nocker und Groschwitz, sowie als Kassirer Herr Hilles­heimer wiedergewählt. Da der seitherige 1. Schriftführer, Herr Berger, eine Wiederwahl ablehnte, wurde der 2. Schriftführer, Herr Braun, als 1. und Herr Stenzel als 2. neugewählt. Als Fahnenträger wurden die Herren Steimer und Bilse jun. und als Begleiter die Herren Christmann und Kretzer wiedergewählt. Diplome erhielten: für W-jährige aktive Mitgliedschaft die Herren Christmann und Otto, solche für 25- reff. 35-jähnge aktive und unaktive Mitgliedschaft die Herren Becker, Görtz, Stamm und Schramm, sowie Anerkennungsschreiben für 25-jährige aktive Mit­gliedschaft (dieselben sind schon im Besitz der Diplome für 20-jährige Aktivität) die Herren Graumann, Huck, May, Och« und Thaler. Den Schluß bildete Besprechung von Corps-Ängelegenheiteu.

gelammte Kasienbestand ca. 1400 Mk. beträgt. Das vergangene Jahr ist für den Verein insofern von großer Bedeutung gewesen, als er tn demselben fein 50-jähriges JnbilaumSfest feiern konnte. In der letzten Generalversammlung am Mittwoch Abend wurde der seitherige Vorsitzende, Herr Zintmermeister Karl Birk, fast ein­stimmig wiedergewählt. Derselbe steht jetzt schon 11 Jahre lang an der Spitze des Vereins. Auch der ganze übrige Vorstand wurde wiedergewählt. Der Verein veranstaltet nächsten Sonntag Abend in derTurnhalle" dahier eine karnevalistische Sitzung und aut Fastnacht-Sonntag einen Maskenball mit Preisvertheilung.

-si- Schierstein, 19. Januar. Die Feier des 25-jährigen Dienst-Jubiläums unseres evangelischen Pfarrers, Herrn Wenzel, die gestern Abend in den Sälen desDeutschen Kaiser" pattfmtd, verlief in wirklich erhebender Weise. Unsere aefammte Bevölkerung, ohne Unterschied der Konfession, nahm an derselben Antheil. Auch unsere sämmtlichen Gesangvereine wollten es sich nicht nehmen lassen, zur Verherrlichung der Feier betzutragen. DerEvangelische Kirchenchor" hatte seinem Gründer und Ehren- präfibent bereits. am Vorabend de« Festtags einen Fackelzug und ein Ständchen gebracht. Gleichzeitig hatte auch hierbei der Frauenverein deut Herrn Jubilar ein schönes Geschenk überreicht. Gestern Vormittag liefen zahlreiche Gratulationen ein, unter anderen durch Herrn Pfarrer Delaspce von der katholischen Kirchengemeinde und durch den Vorstand der israe­litischen Kultusgenieiude von dieser. Die Hauptfeier aber fand gestern Abend statt. Zu derselben wurde der Jubilar mit seiner Familie vom Kircheitvorstand und einigen Herren der größeren Vertretung aus dem Pfarrhause abgeholt und in da« geschmückte Festlokal geleitet. Bei feinem Eintritt intouirte die Musik den Choral:Eine feste Burg ist unser Gott". Nachdem dann der Kirchenchor die öffentliche Feier durch einen BegrüßungSchor eröffnet, ergriff Herr Bürgermeister Lehr das Wort, um dem Jubilar ini Namen der ganzen Gemeinde zu feinem Ehrentag zu gratuliren. Er hob besonders in seiner Rede das friedliche Neben­einanderwohnen und einträchtige Verhältniß der verschiedenen Kon­fessionen unserer Bevölkerung hervor und betonte, daß dies zum großen Theil den Bestrebungen des Herrn Pfarrers Wenzel zu verdanken sei. Zum Schluß brachte Redner einHoch" auf den Jubilar aus, das mit großer Begeisterung aus­genommen wurde. Namev.S der Kirchengemeinde und des Kirchenvorstandes sprach alsdann. Herr Lehrer Weimer. Er gab einen Ueberblick über ie Thätigkeit des Jubilars, die er auf den Höhen des Westerwaldcs Marienberg) begonnen, in den Thalern deS Taunus (Esch) fortgesetzt und eben am Rhein auöübe. Ins­besondere gedachte er dann feiner hiesigen Wirksamkeit und hob als besondere Verdienste die Gründung des Frauenvereins und des Kirchenchores, fowie die Erbauung des Diakonisseü- heims hervor. Als Zeichen der Anerkennung Seitens der Gemeinde und zur Erinnerung an den Ehrentag über­reichte Redner dem Jubilar ein von dem Lithographen Herrn E. Sprnnkel-Wiesbaden angefertigtes hübsches, mit entsprechender Widmung versehenes Diplom. Als dritter Redner trat Herr Haupt­lehrer Herr auf, um dem Jubilar im Namen des Lehrer­kollegiums und der Schule die besten Glück- und Segenswünsche zu überbringen. Tief gerührt dankte der Jubilar für alle ihm er­wiesene Ehre und Anerkeünmig. Er führte aus, daß er in den 12 Jahren seines Hierseins vollkommen Schiersteiner geworden fei, der mitten in und unter der Bevölkerung stehe; ihm komme es vor, als ob er durch die heutige Feier aufs Diene die Weihe zu dem ihm von Gott verliehenen Amte erhalte, das er auch in Zukunft in seitheriger Weise in der Gemeinde walten wolle. Der Jubilar teerte fein Gins auf ferneres Wohlergehen der Gemeinde Schierstein. Die herzlichen Worte des Herrn Pfarrers machten auf allenSeiten den besten Eindruck. Herr Dr. mod. Otto gedachte in zündenden Worten der Gattin des Jubilars und weihte ihr ein Hoch. Zwischen diesen Reden wechselten die Gesänge der verschiedenen Gesangvereine ab und auch die Kapelle der Kgl. tlnteroffizierfchnle zu Biebrich ließ in bekannter Art ihre Weisen erschallen. Die ganze Feier verlief ohne jeden Mißton. Jeder der Anwesenden wünschte von Herzen, daß es dem verehrten Jubilar vergönnt fein möge, auch einst sein goldenes Jubiläum in unserer Gemeinde zu feiern.

(?) Knd Weilbach, 19. Januar. Gegenwärtig nimmt ein höherer Offizier ii la suite des OcneralftabeS von Mainz in der Nähe unseres Bades trigonometrische Vermessungen im Interesse der Fortifikation vor.

* Nassau, 19. Januar. In Endlichhofen wurde in einem der Gemcindebrumten die Ehefrau des Wirths Jakob Kl. als Leiche geftinden. Die Frau hatte kurz vorher die eheliche Wohnung verlaffen und hat wahrscheinlich in einem Anfall von Geistesstörung den Tod gesucht. Vor etwa 30 Jahren hat sich die Mutter der Unglücklichen iu demselben Brunnen ertränkt.

cw C"X ....>ür die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Margen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur

ächsterscheinenden Ausgabe wird keine Gewahr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

vom 20. Januar 1899.

Anwesend sind unter dem Vorsitz des Herrn Landesbankdirektors Reu sch 37 Mitglieder des Kollegiums, Seitens des Magistrats die Herren Oberbürgermeister Dr. v. Shell, Bürgermeister Heß, Beigeordneter Körner, Beigeordneter Mangold, fowie die Herren Sladträthe Beckel, Dr. Bergas, Bickel und Brück, ferner Herr Sekretär Rosalewski als Protokollführer.

Vor Eintritt in die veröffentlichte Tagesordnung bringt der Herr Vorsitzende folgende neue Eingänge zur Kenntniß. Der Vorstand der Krieger- und Militär-Kameradschaft Kaiser Wilhelm II. ladet das Kollegium zu seiner Fahnenweihe am 28. d. M. ein. Eine Anzahl in der Nähe des Kurhauses wohnender Bürger protestirt dagegen, daß eine Straßenbahnlinie vom Kaiser Friedri ch-Pla B nach Sonnenberg geführt werde. Die Eingabe eines Zimmermanns, betteffend Erlaß von Schul- strafen, wird dem Magistrat überwiesen. Dem Antrag des Magistrats, betreffend Aufstellung eines Pissoirs an der Gabelung der Aar- und Lahn st raße, wird zugestimmt und der Kausoertraq mit dem DomänenfiskuS, betreffend Erwerbung eines Ackers hinter der neuen Gasfabrik, zwecks Arrondirnng des Grundstücks der letzteren, wird genehmigt. Das Grund­stück umfaßt 5905 Quadratmeter und der Preis beträgt 26,600 Mk. ober ca. 130Mk. die Ruthe. Die Vorlage, betreffend den Verkauf einer Bachbettfläche hinter dem Pfarrhaus Emser- ftrafee 18 an die Evangelische Kirchengemeinde, wird dem Finanz­ausschuß überwiesen.

In die Tagesordnung eintretend, gelangt zunächst der Antrag des Magistrats auf Verleihung des Ehrendürgerrechts an Seine Exc. den Wirklichen Geheimen Rath Magdeburg, bis­herigen Oberpräsidettten der Provinz Hefsen-Nassau, zur Verhand-

Mu engUsch-egyptisches Abkommen.

Kairo, 20. Januar. (Reutermeldung.) Das Amtsblatt ver­öffentlicht das Abkommen, betreffend den Sudan, unterzeichnet von dem egyptischen Minister des Aeußern, BntroS Pascha, und Lord Crower. Das Abkoinmen bestimmt, daß unter demSudan" alle Gebiete füblich vom 22. Grad nördlicher Breite zu verstehen sind, welche seit dem Jahre 1882 niemals von den egyptischen Truppen geräumt gewesen oder vor dem letzten Aufstand von der egyptischen Regierung verwaltet worden find, dann theilweise für Egypten verloren gingen, aber durch das gemeinsame Vorgehen der britischen und der egyptischen Regierung zurückerobert wurden, oder endlich diejenigen Gebiete, welche daselbst später noch durch gemein­sames Vorgehen der beiden Regierungen gurikferobert werden. Die britische und die egyptische Flagge soll sowohl zu Wasser als auch zu Lande gemeinsam geführt werden mit Ausnahme der Stadt Snakin, wo nur die egyptische Flagge geführt werden soll. Die oberste militärische und Civilgewalt soll in die Hände eines Be­amten gelegt werden, der den TitelGeneralgouverneur des Sudans" fuhren und ernannt werden soll durch ein in lieber: einftimmung mit der englischen Regierung erlassenes Dekret des Khedive, und der auch nur durch ein Dekret des Khedive in lieber: einftimmung mit der englischen Regierung wieder abgesetzt werden kann. Die Gesetze, Anordnungen und Vorschriften für em gutes Regiment im Sudan und die Bestimmungen über das dort befindliche Eigen: thnm können geändert oder außer Kraft gesetzt werden durch eine Proklamation des Generalgouverneurs. Alle terartige Proklamationen müssen dem brittschen Agenten in Kairo sofort niitgetheilt werden, ebenso dem egyptischen Ministerpräses. Kein egyptisches Gesetz, Ministerialerlaß oder sonstige Verfügung soll für den Sudan Gültigkeit haben ohne eine diesbezügliche Proklamation des Generalgouverneurs. Bei Festsetzung der Bedingungen, unter welchen es Europäern er: laubt fein soll, Handel zu treiben, sich im Sudan niederzulaffen und daselbst Eigenthum zu haben, sollen keinerlei besondere Vor­rechte. an die Angehörigen irgend einer Macht verliehen werden. Eingangszölle für solche Waaren, welche in den Sudan, von Egypten kommend, eingeführt werden, sind nicht zu entrichten. Derartige Abgaben sollen jedoch entrichtet werden von Gütern, welche sonst woher kommen. In dem Falle aber, daß Waaren von Snakin oder einem anderen Hafen des rothen Meeres für den Sudan eingefuhrt werden, sollen die Zolle die entsprechenden Eingangszölle nicht überschreiten, welche für fremde Waaren in Egypten in gegenwärtiger Zeit erhoben werden. Ausfuhrzölle rönnen auf Waaren Noch dem Tarif erhoben werden, welcher durch öffentliche Bekann t -chung eingeführt wird. Die Zuständigkeit der gemischten Gerichte soll sich in keiner Beziehung auf irgend einen Theil deS Sudan erstrecken mit alleiniger Ausnahme SuakinS. Für die übrigen Theile des Sudans soll, bis dies durch eine Verordnung anderweitig geregelt wird, das Kriegs­recht in Geltung bleiben. Konsule, Vicekonsiile ober Konsular­agenten sollen weder beglaubigt werden, noch Wohnsitz im Sudan nehmen dürfen, ohne vorhergehende Zustimmung bet englischen Regierung. Die Einfuhr und Ausfuhr von Sklaven ist mwebingt verboten. Beide Regierungen sinb dahin übereinaekommen, daß eine besondere Aufmerksamkeit der Handhabung der Brüsseler Akte vom 2. Juli 1890 zugewendet werden soll, welche sich auf die Ein- J fuhr, den Verkauf und die Herstellung von Feuerwaffen, Munition und Branntwein, sowie sonstiges geistige Getränke bezieht.

* * *

Konvoi», 20. Januar. Die Blätter sprechen sieh allgemein billigend aus über das englisch-egyptische Abkommen. DieTimes" hält dasselbe für praktisch und fing. Das Blatt bespricht besonders ie Bestimmung, wodurch die Zuständigkeit der gemischten Gerichts­höfe für den Sudan ausgeschlossen ist und nennt diese Bestimmung weise, weil die Zuständigkeit der genannten Gerichtshöfe unvereinbar fein würde mit der Entwickelung des Sudans unter englischer Flagge. DerStandari" meint, das Abkommen wird die egyptische Frage auf kurze Zeit wieder etwas in akuter Form aufleben lassen.

Aus Stadl und §and.

Wiesbaden, 21. Januar.

KeschichtsKalender. 21. Januar. 1896: Kapitulation des von Galliaiw vertheidigten Makalla. 1883: f Prinz Karl von Preußen, Bruder Kaiser Wilhelms I. (* 29. Juni 1801 zu Char- lottenburg). 1872: t Franz Grillparzer in Wien, deutscher Dramatiker (* 15. Januar 1791). 1871: Eroberung von Perouse, Eröffnung der ersten Parallele gegen Belfort. 1860: * Dr. Friedrich Freiherr v. Langen zu Ueselitz, Rittergutsbesitzer zu Gr. LüderS- nagen, Mitglied des Reichstags (deutschkons.). 1851: t Albert Lortzing zu Berlin, Opernkonipouist (Czar und Zimmerinann u.A.) I l* 23. Oktober 1803). 1842: * Berthold Gras Bernstorfs zu Berlin, Rittergutsbesttzer zu Junker-Wehningen, Mecklenburg, Mitglied des Reichstags (Wilde). 1829: * König Oskar II. von Schweden und Norwegen. 1829: * Paul Haffner zu Horb, Württemberg, Bischof pon Mainz. 1824: * Thomas Jackson, der. General der kon- föderirten Staaten (f 10. Mai 1863). 1815: f Matthias i Claudius, der Wandsbecker Bote, zu Hamburg. 1811: * Roderich c Denedix zu Leipzig, Lustspieldichter (f 26. September 1873). 1793: | Hinrichtung Ludwig XVI. von Frankreich. 1337: * Karl V. der i Weise, König von Frankreich (st 16. September 1380).

Deo zweite Maskenball des Malstalla-Theakers i kommenden Samstag, den 28. Januar, verspricht wieder, und allem 1 Anschein nach in noch höherem Maße als der erste, der Sammel­punkt der befferen Gesellschaft und aller Karnevalsfreunde zu werden, s Außer all den anderen bekannten und auch auf dem ersten s Maskenball wieder bewährten Vorzügen der Walhalla und ihrer Veranstaltungen dürste die für den zweiten angekündigte große i. Preiskonkurrenz (Preise im Wertste von 100Mk., 60 Mk.und 30 Mk.) eine besondere Anziehungskraft ausüben. Auch wird ein origineller karnevalistischer Bühnen scherz geplant, bet dem sämmt- r liehe Mitglieder des gegenwärtigen Ensembles Mitwirken.

Lebrnsrrgeln für Skatspieler. In seinem heiteren M und weltkundigenLeitfaden durch den Winter" den Julius M Steitenheim imKleinen Journal" veröffentlicht, t|t der witzige k Mann nunmehr bei dem in Deutschland so populären Thema E .Skatabend" angelangt. Es heißt in diesem Kapitel: Nun ilt ein M flüchtiger Blick auf die Skatabende zu werfen, obschon sic einen t starren Gegensak der TamenkaffeeS bilden. Denn während diese IE nicht dazu da find, dantit die Damen Kaffee trinken, sind die