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Verlag: Lauggasse 27.

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Uo. 36.

Samstag, den 21. Jamme.

Fernsprecher No. 52.

1899

Fernsprecher No. 52.

Abend-Ausgabe

Kurhaus-Konzert.

geradezu als eine Autorität gelten darf.

Und so wird

man auch

Der Dirigent des VIII. CykluS-Konzerts im Kurhause war Herr Professor Dr. Beruh. Scholz aus Frankfurt. Die Vorzüge seiner Kapellmeister,'chaft: die stramme und energische Führung, sind hier schon wiederholt gewürdigt und bewährten sich gestern von Neuem. Aber diese Vorzüge theilt der Dirigent am Ende mit manchen anderen Dirigenten unserer Zeit; höher zu schätzen ist dagegen, daß Herr Scholz bei seiner besonderen Stellung in der Kunstwelt, seinem charaktervollen Festhalten an den klassischen llebcrlicfcriingcn für die Auffassung von älteren Werken

£ Weise: ein reicher melodischer Erguß reiht sich an den anderen, und es ist nicht sowohl das strenge Walten eines weitschauenden - thematischen Prozesses, als vielmehr diese unerschöpfliche melodische | Erfindungskraft und der wonnige SchönhcitSzauber von

| Klängen und Tönen, was jeden Sinn gefangen hält und s zu innigem, unbefangenem Genießen zwingt. Frisch und | trendig wurde die Symphonie unter Herrn Scholz' Leitung aus-

Weg führt jutf gebahnter Straße durch freundliche Gegend; eine Rast am see-Gejtade, eine frohe Einkehr bei biederen Land- lcntcn —: so läßt sick's behaglich wandern. Herr Professor Beruh. Scholz wurde nach den einzelnen Sätzen seiner Komposition durch ehrenden Beifall ausgezeichnet.

Die Solistin des Abends, Frau Marie Wittich vom Hof» tbeater in Dresden, ist in Wiesbaden nicht unbekannt. Die schöne und rcichbegabte Künstlerin gewann sich von Neuem alle Herzen. Eine Konzert-Arie „Vincta" von I. Lachner, die einen gewissen antiquarischen Reiz besitzt, gestattete den hervorragenden Eigen­schaften der Sängerin vielseitige Entfaltung: das kostbare hell­strahlende Organ erscheint zur Darstellung des Kraftvollen, Feurigen und Leidenschaftlichen vorzüglich geeignet und blieb hier der lebendigen Accentuirring des dramatischen Gehalts nirgends etwas schuldig. Aber auch zarteren Klangfarben, wie sie für den Ausdruck mehr lyrischer Empfindungen erwünscht sind, suchte sich die Stimme geschmeidig anzubequcmen, sodaß auch die Lieder- Vorträge wohl zu fesseln wußten.! Vertreten war hier: Alb. Fuchs mit seinem pathetisch deklanürten .Tod und Schicksal"; A. Bungert, dessen „Mädchentraum" zu freundlichster Geltung gelangte; und Rob. Schumann, dessen .Frühling, er ist's" und „Widmung" Frau Wittich mit besonders gefühlsreicher Hingabe sang: der Dank des Publikums äußerte sich in immer erneuten stürmischen Hervor­rufen. Herr Konservatoriumsdirektor S. Spangenberg hatte dem Accompagnement eine bemerkenswerthe Ausfeilung angedeihcn lassen. q. D.

Die Makedonische Frage.

(Von unserem Korrespondenten.) Konstantinopel, 17. Januar.

Die albanesisch-iiiacedonlsche Vereinigung, die sich vor Kurzem in Athen begründet und deren Zweck eine Hebung des Hellenismus in Macedonien sein soll, hat hier nicht die Beachtung gefunden, auf die sie wohl Anspruch zu haben glaubt. Gefährlich erscheint sie der türkischen Regierung keinesfalls, obgleich dieselbe kaum den Versicherungen traut, daß es sich nur um die friedliche Ausbreitung hellenischer Gesinnung und Bildung handelt. Auch eine solche zu be­günstigen, würde sie ja keine Veranlassung haben, trotzdem beabsichtigt sie aber nicht, dem Wirken der Vereinigung irgend welche Schwierigkeiten in den Weg zu legen, denn wenn sie überhaupt meint, daß dasselbe einen Erfolg haben kann, so wäre ihr dieser insofern nicht unerwünscht, als sie darin ein Gegengewicht gegen die Umtriebe der Bulgaren in Macedonien erblicken würde.

Die Politik der ottomanischen Negierung hat ja aber immer darin bestanden, die verschiedenen Nationen, welche das Reich bewohnen, gegen einander kämpfen zu lassen, um sie so zu schwächen, und daher war ihr stets AllcS will­kommen, was in Macedonien Griechen, Serben und Bulgaren mit einander in Streit bringen konnte. Aber, wie gesagt, viel verspricht sie sich von der neuen Vereinigung nicht, denn nicht nur kommt dieselbe etwas verspätet, nachdem von den anderen Völkerschaften schon längst eine systematische und erfolgreiche Propaganda gemacht worden; sie wird auch gegen die in Macedonien so sehr viel zahlreicheren Bulgaren gar nicht aufkommen. Die türkische Regierung selbst hat es schon versucht, den Bulgaren gegenüber dasselbe Mittel zur An­wendung zu bringen, das gegen die Armenier das gewünschte Resultat ergeben. Wie sie auf letztere die Kurden hetzte, so suchte sie durch die Albanesen die Bulgaren in Schach zu halten. Daß deren Stammesbrüder in Bulgarien selbst ihnen vorläufig keinen Beistand gewährten, dafür sorgte schon Rußland und Oesterreich, denen vorläufig eine Aufrollung der Frage ja nicht paßt, weil sie den Augenblick für die Liquidation des türkischen Reiches noch nicht für gekommen erachten.

Aber bei dieser schlauen Berechnung ist nur vergessen worden, daß man es mit den Bulgaren mit einem ganz anderen Stamme zu thun hat als mit den Armeniern, die von' Natur viel weniger kriegerisch gesinnt sind als jene, auch Niemand hatten, auf dessen Hülfe sie zählen konnten, wäh­rend die macedonischen Bulgaren, und wohl mit vollem Recht, der Ansicht sind, daß, wenn sie aufstehen, ihre Brüder im Fürstenthum ihnen sofort zu Hülfe eilen werden, um so endlich den Traum eines großen, vollständig freien Bulgariens zu verwirklichen. Ob dann die Diplomaten den Moment für den richtigen halten oder nicht, wird wenig verfangen; Fürst Ferdinand würde, so ergeben er sich auch dem Willen des Czaren fügen möchte, der Volksstimmung Rechnung tragen müssen, wenn er nicht sein eigenes Schicksal besiegeln wollte.

Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. — Beznas-PreiS: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

geführt und mit gleichen Empfindungen von den Hörern auf- genommen. Daß Herr Scholz aber an diesem Abend nicht nur als Dirigent, sondern auch als Komponist austrat, war nur gerecht­fertigt; es mußte das Interesse an seinem Erscheinen wesentlich steigern: Die Ouvertüre zur Oper „Morgiane" gefiel allgemein. Die Oper selbst ist ihrer Zeit (1871) auch hier in Wiesbaden gegeben worden; Theob. Rehbaum verfaßte das Libretto; soviel mir bekannt, behandelt dasselbe eine Episode aus „1001 Nacht". Und mit ihren orientalisch angehauchten Motiven, den ftemdartigen Rhythmen und dem phantastisch schillernden Kolorit der Instrumentation vermag diese Ouvertüre ganz in der geeigneten Weise in jene morgeuländische Märchenwelt einzuführen. Die in größerem Umfange gedachte Suite „Wanderung" von B. Scholz ist hier schon vor einigen Jahren als Manuseript gespielt worden. Gestern bekamen wir drei Sätze daraus zu hören: eine Art Scherzo, „Libelle und Wasserfei", darin namentlich das schwebende, zierliche Wesen der Libelle durch die aus- und niederwogenden Geigen-Passagen äußerst delikat gezeichnet ist; dann ein Adagio, .Erinnern und Träumen", und als Finale den „Tanz", einen fein stylisirten Walzer, in welchem auch bn$ melodische Element ausgiebiger zu seinem Rechte gelangt. All diesen Sätzen gemeinsam ist der Geist der Ordnung, der Bildung und Gesetzmäßigkeit, der in ihnen herrscht; diese .Wanderung" vermeidet alle rauhen, unwirthlichen Pfade; keine Schauer der Einsamkeft umwittern uns, keine abenteuerlichen Spukgestalten schrecken uns im heimlichen Waldesdämmer: der

in der gestrigen Wiedergabe von Schuberts 6-äur-Symphonie getrost Alles unterschreiben können, was der Dirigent in Bezug auf Zeitmaße, Dynamik und Nüaneirung L angeordnet hatte: die Ausdeutung der Partitur ließ an Klarheit nichts zu wünschen übrig. Die Schubertschen Themen stehen, gleich W abgeschlossenen Liedweisen, auf sich selbst beruhend da; ihre Ver­arbeitung und Steigerung vollzieht sich in einfachster, ost naiver

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gegen den Centralverband deutscher Industrieller seien vollständig unbegründet Ebenso unberechtigt und falsch sei die Behauptung, dap die bekannten Februar-Erlasse noch nicht erfüllt seien' Es habe überhaupt Niemand in diesem Hause das Recht, diese Erlasse authentisch zu deklariren. Redner verbreitet sich .Wetter über verschiedene Falle von Terrorismus durch Arbeits- willige m Kiel Berlin, Spandau und Torgelow. - Abg. Zubeil <Soz.) beleuchtet die übermäßige lange Arbeitszeit und das früh­zeitig Hinfiechen der Ziegelei-Arbeiter und weist darauf hin, daß tzr 8 Mk SV Pf. täglich sein Leben beständig aufs Spiel setze. Redner bespricht noch die sogenannte Zuchthaus Vorlage und sraqt, warum man denn zögere, das Schreckgespenst sndüch hervorziibringeu. /Vicepräsident v. Frege erklärt den Ausdruck Schreckgespenst für unparlameutarisch. ^Lebhafte Unruhe und große Heiterkeit.)) Redner fortfahrend: Was 'man von faeni terrortsmus ber Arbeiter sage, sei Ueberrreibunq. - Staatssekretär Posadowsky meint, daß bezüglich der Verhält­nisse der Zregeleiarbeiter weitere Maßnahmen erwogen würden. — Abg. Heyl o. Herrnsheim (nat.-lib.) bemerkt, der Sekretär des Centralverbandes deutscher Industrieller, Herr Bueck, habe die neu. heben sozialpolitischen Aeußerungcn des Abq. Bassermaim in einer Weise kritiprt und ausgelegt, welche den lebhaftesten Mißfall seiner Fraktion erregt habe. Er habe es so dargestellt, als ob die Basiermailnsche Rede einen Gegensatz zu dem bisherigen Vorgehen der Partei m sich schlieye. Herr Bassermanu habe durchaus im Sinn der Partei geiprochen. Redner wendet sich nun gegen die soziali, l,chei, Abgeordneten. Ein Stillstand in der sozial­politischen Gesetzgebung liege nicht vor. Bemerken wolle -r. noch, daß gegen die sozialistische Elend-Theorie die .Uiiutonen sprachen, welcye die Sozialdemokratie für Agitations­zwecke ausgebe. — Abg. Hitze (Ceutr.) führt aus: Auch das Centrum habe seine Schlußsolgerunaeu aus den Erlassen gezogen, aber in ganz anderem Sinne, wie Herr v. Stumm, so z. B. mit deni CeiitriiniSantrage wegen der Arbeiterkammern. Was die qe- forderten Zwangsgesetze aulange, so sei das Centrum bereit zu qe- tuiifcn _ fdmrferen Bestimmungen, wenn die Rechte den Arbeitern auch die von denselben gewünschten Organisationen, wie Berufs- Vereine ic.. zugestehe. Auch müsse die Nothwendigkeit der be- trestenden Bestimmungen bewiesen werden. Redner hält weiter für geboten die Ansdehmmg der Arbeiter-Schutzvorschriften ubn' Beschaftlgiliig von weiblichen und jugendlichen Personen auch auf Betriebe mit Gas-, Benzin- und Petroleum-Motoren. — Vlbg S t n g e r (Soz.) wendet sich gegen den seiner Partei gemachren Vorwurf, daß sie alle sozialpolitischen Gesetze abgelehnt hätte. Sie thue das stets Gesetzen gegenüber, welche ihren Anforderungen nicht e'Mrachen. Die sozialistischen Abgeordneten seien von ihren Wählern nicht in den Reichstag geschickt worden, um national- liberale Gcseye zu machen. (Heiserkeit.) Herrn v. Stumm wolle er fragen, weshalb er nicht auch anstrebe, daß Sozialdemokraten nicht mehr als Soldaten ansgehoben werden könnten. (Heiterkeit.) Dem Einfluß des Herrn v. Stumm sei es zuzuschreiben, wenn die Kaiserlichen Erlasse, von 1890 nicht nur nicht ausgeführt, sondern zum ^.heu sogar m ihr Gegenthcil verkehrt seien. Heutzutage wurde Politik gewissermaßen beim Spazierengehen gemacht. Herrn b. «tumms Einflug sei größer, als der des Reichsaints der 'Lsnern und des Reichstags. Er allein sei jetzt Trumpf und deS- stehe die Lozialoolitik jetzt still. - Abg. Zwick (freif.

Volksp.) hebt hervor, daß auch seine Partei mit der weiteren Ent- wrckelung der Sozialpolitik einverstanden sei, wenn sie mich nicht (Uten Einrichtungen der Neuzeit zustimmen könnte. Für durchaus segensreich hielten seine Freunde die Thätigkeit der Gewerbe- Aufstcyten im Interesse der Einschränkung der Kinderarbeit. .'N, Berlin arbeiteten 25,000 Schulkinder, darunter 7000 Mädchen, «ei den Mädchen berge die Beschäftigung besonders auch Gefahren für die Sittlichkeit in sich. — Staatssekretär Posadowsky betont, zwischen den verbündeten Regierungen schwebten gegenwärtig Verhandlungen darüber, ob es zw'eck- maßig sei, die Kinderarbeit gänzlich zu verbieten. Es sei d»bel m Betracht zu ziehen, daß damit auch das erziehliche Moment Berucksichligung finde. Anerkannt werde auch bei den verbündeten Regierungen, daa die übermäßige Kinderarbeit auch in den Familien, wo sie besonders schädlich wirke, beseitigt werden müsse. (Beifall.) Nächste Sitzung morgen, 1 Nhr. Tagesordnung: Fortsetzung der Etatsberathung. Schluß 5'/, Nhr.

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Berlin, 20. Januar. Tie Budget- Kommission des Reichstags berieth heute den Etat des Relchs-EisenbahnamteL und der preußischen Eisenbahnen. Minister Thielen iheilte auf eine Anfrage mit, daß die Bctriebsverhälknisse im Jabre 1897 normal waren. Schwere Unfälle seien wenige vorgekommen. Die Reichs- Eisenbahnen stellten sich bezüglich der Unfälle durchweg besser, als die übrigen deutschen Bahnen. Auch für 1898 sei das Verbältuiß

Deutscher Reichstag.

Krrlin, 20. Januar.

Eingegangen ist der Gesetzentwurf, betreffend Revision des Jnvalidttatsacsetzes. Präsident Graf Ballestrem erbittet und Sp?“ .?Je ^wachtlguug, dem Kaiser zu seinem demnächstigen Geburtstage die Glückwünsche anszusprecheu. Tagesordnung: Fort­setzung der zweiten Berathung des Etats, Etats des Reichsamts des Innern, Titel Staatssekretär. Abg. Freiherr v. Stumm (Rerchsp.) wendet sich zunächst gegen einige Punkte der gestriaen Ausführungen des Abgeordneten Rösicke. Die Angriffe desselben

Bis jetzt ist es seinem Einfluß und dem vielleicht noch mächtigeren des bulgarischen Exarchen in Konstantinopel gelungen, die herrschende Aufregung in Grenzen zu halten, indem sie sich bei der Pforte dafür verwandten, daß mildere Maßregeln gegen die bulgarische Bevölkerung zur An­wendung gebracht würden. Es wurden ihnen dann auch stets allerlei Versprechungen gemacht, die aber nie gehalten sind, trotzdem der Exarch immer zu bedenken gab, daß seine Mahnungen zum Frieden schließlich erfolglos sein würden, wenn die Regierung nicht wenigstens den Willen zeigte, zu bessern und einen Theil der schreiendsten Mißstände abschaffte. Das Resultat war, daß nicht nur keine Reformen ein­traten, sondern die Situation sich mehr und mehr ver­schlimmert und die Gewaltsmaßregeln derartig überhand nehmen, daß die Bulgaren keinem Zureden mehr Gehör schenken und jetzt wirklich fest entschlossen scheinen, so oder so ein Ende zu machen. Ein allgemeiner Aufstand wird für das Frühjahr geplant, der zu einem sehr ernsthaften Kriege ausartcn dürfte, denn es unterliegt, wie bemerkt, kaum einem Zweifel, daß Fürst Ferdinand, ob mit seinem Wunsche oder nicht, den macedonischen Bulgaren zu Hülfe eilen muß. Die Türken werden sich dann aber einem anderen Gegner gegenüber sehen, als sie ihn in den Griechen gefunden, einem Volke, das nicht nur die Tapferkeit im Munde führt, und einem gut organisirten Heere. Bulgarien kann sofort 200,000 Mann ins Feld stellen und 442 Kanonen, die Türken haben, um ihnen zu begegnen, in Macedonien und Thracien 180 Bataillone, deren Effektivstärke zwischen 500 bis 600 Mann schwankt, unter denen sich aber noch viele Untaugliche befinden.

In den hiesigen Regierungskreisen verhehlt man es sich übrigens durchaus nicht, daß die Lage eine sehr bedrohliche ist, wenn auch die Zeitungen angewiesen sind, es so hin­zustellen, als ob es eine macedonische Frage garnich! gäbe. Es verlautet sogar bereits, daß alle möglichen Verbesserungen in der Verwaltung eingeführt werden sollen; in Bezug auf die Gemeindeverwaltung, das Schulwesen, die Entscheidung vieler lokaler Angelegenheiten verspricht man die Gewährung größerer Autonomie, die gemischten Medschlis, d. h. die amtlichen Kollegien, die sich aus Mitgliedern der verschiedenen Konfessions-Gemeinschaften zusammensetzen, sollen einen weiteren Wirkungskreis erhalten rc. Vielleicht, wenn wirklich mit ausgedehnten Reformen sofort begonnen wird, ist cs möglich, der drohenden Bewegung noch Einhalt zu thun, ge­schieht dies aber nicht, dann muß sie zum Ausbruch kommen und wahrscheinlich dürfte die Türkei dann auch Macedonien einbüßen, wie sie ja Kreta de facto bereits verloren hat.

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. Konstantinopel, 20. Januar. In Kreisen der Pforte be- treitet man die Absicht, an die Großmächte ein Memorandum über ^."ge rn Macedonien zu richten, mit dem Hinzufügen, daß hierzu keine Veranlassung vorliege, da durch das Memorandum den unruhigen Elementen eine willkommene Handhabe zu Wiiblereien geboten würde.

hd. Konstantinopel, 21. Januar. Infolge auf der Pforte eingelaufener Nachrichten aus Macedonien scheint sich dort eine aufständische Bewegung für das Frühjahr vorzubereiten.