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1899
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43. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. - Bezngs-PrriS: durch den Verlag SO Psg. monatlich, durch die Post 1 Ml. «O Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
beginnen
Zemingen aufzutreten; eines solchen überhaupt . wieder ihre Pforten öffnet und eine entläßt hinaus ins Leben, m ™
Verlag: Langgasse 27.
16,000 Abonnenten
Der lunfl« v. Schmalbauch: Bkrftl^chtn «Ik doch n.r b« alle römische Zeitrechnung mit der unserigen eie werden staden, dag das Jahrein dem Christus geboren wurde, eigentlich als 0 gerechnet
«>ll» sachliche Berichte werde» bereilw^igft tunet Mei« Ueberichlift -uigeuomwen.)
* Der diesjährige Königsball des .Büracr-Schutzen- CorvS" unter Mitwirkung des Manncrgt,ang-Leiclns „Cacnia und des Herrn Manussi, Regisseur nm Residenz-Theater, wurde am Samstag, den 14. Januar, im .Romcriaal' abgchalten und erfreute sich eines sehr guten Besuchs sowohl SeNcnS der Mitglieder wie auch der eingcladenen Gälte. Wie in den früheren Jahren, so war auch diesmal Alles aufgcboten, den Besucgem einen genußreichen Abend zu bereiten: der Mannerge,ang-Verein „Cacilia brachte mehrere gut rinstudirte Cho Nieder zum Vortrab, ,von den Mitgliedern des Corps wurden ewige lebende Bilder träger- und Schützengruppen) gestellt, während die Herren Manusst und Cuntz durch verschiedene humoristisch« Vortrage die Anwesenden in die heiterste Stimmung versetzten, sodaß dar Programm m allen Theilen al« wohl gelungen zu betrachten ist. Der hierauf folgende Ball unter Leitung des Herrn Tanzlehrers Selb hielt die Anwesenden noch bi« zur frühen Morgenstunde zusanimen.
Die einspaltige Pctitzeile für locale «uzelgen 15 Psg., für auswärtige Aitteigen 25 Psg. — Reclamen die Pctitzeile für Wiesbaden 50 Psg-, für Auswärts 75 Psg.
Ans Ztadt nnd Land.
Wiesbaden. 20. Januar.
— Grschichtslrnkendrr. 20 Januar. Es-Guillaume Rens Meignan, Kardinal-Erzbischof von Tours. 1896: + Pnnz Heinrich von Battenberg, Schwiegersohn der Königin von England (i 5. Oft. 1858). 1870: Siegreiche Arrisregardengelechte unter Werder gegen Bourbaki am 20. und 21. 1865: * g-rtebrid) Slbolf Hermann Fürst zu Walbeck und Pyrmont. 1859: t Bettina v. Arnim zu Berlin, deutsche Schriftstellerin (* 4 April 1785 zu Frankfurt a. M.). 1859: * Hektor Graf Kwilecki zu Posen, Ritterguts-Besitzer zu Kwilcz, Mitglied des Relchstags(Polc). 1851: * Karl Witt, Gutsbesitzer in Klem-Nebran Müglied des Reichstags (D.-R.). 1849: * Prinzeß Heinrich VII Reuß, geb. Prinzeß Maria von Sachsen-Weimar. 1848: f Christian III., König von Dänemark. 1819: t Johann Hahn zu Smblmgen, schivab Theosoph (* 2. Febniar 1758 zu Altdorf). 1813. ^Christian Martin Wieland, herv. deutscher Dichter. 1782:* viohann, Erzherzog von Oesterreich, deutscher Reichsverweser (t 10. Mai W9 zu Graz). 1745 : t Kaiser Karl VII., Kurfürst von Bayern, zu München (* 6. Äug. 1697). 1612: f Rudolf II.. deutscher Kaiser (* 18. Juli 1552).
o. personal-Uachr-ichten. Der Kgl Bauschreiber Herr Karl Kohler, von dem berichtet wurde, daß er rn Berlin das Staatsexamen als technischer Sekretär bestanden habe unb lcither LAfsarbeiter bei der Kgl. Bamnspektion gewesen sei, ist bereits rm Avril v 38. zum Polizei-Präsidium in Berlin versetzt worden. — Herr Amtsgcrrchtsrath Tilemann hier ,st unter Ernennung zum Landaerichtsrath zum 1. April c. an stelle des verstorbenen Landgerichtsraths Reichmann an das Landgericht hier versetzt worden.
— Kirchenkonzert. Wie uns nachträglich miigetheilt wird, wirkt in dem Kirchenkonzert in der hiesigen Rmgkirche nächsten Sonntag statt des Kinderchores die solo-Altrfttn Fräulein Bertha Grim m von hier als Solistin mit, was den Kunstgenuß erheblich
* Die Gcsangriege des „Manner-TurnverernS veranstaltet am nächsten Soniitag einen Ausflug nach Erbenheim (Saalbau Löwen), wozu die Mitglieder und Freunde des Vereins cingeladen sind. Abfahrt 2 Uhr 53 Min.
* Die ,Turn.Gesellschaft" hält am nächsten Samstag in ihrer Turnhalle. Wellritzstraße 41. humoristische Liedertafel mit Tanz. Das vorliegende Programm, das nnt durchweg bewahrten Nummern besetzt ist, ist ein sehr reichhaltiges und wird nicht verfehlen, da ganz ausgezeichnete Kräfte, über die der Verein icderzeit verfügt, ihre Mitwirkung zugesagt haben, den Besuchern einen genußreichen Abend zu bieten.
* Der Klub Edelweiß" veranstaltet am Sonntag, den 22 Januar, von Nachmittags 4 Uhr ab, in der närrisch dekorirten „Turnhalle", Platterstraße 16, eine große Ga'a-Damcusltzung mit ä^auz. Einzug des närrischen Comites 4 Uhr 61 Mm. Vor und nach der Sitzung, sowie in den Vortragspausen wird getanzt.
* In den oberen Sälen des „Civilkasinos", Friedrichstraße 22, veranstaltet der „Kaufmännische Verein Wiesbaden am Fastnacht-Dicnstaa, den 14. Februar, einen großen Kostumball. Außer den sonst gebotenen Faschings-Belustigungen, wird der Verein mehrere wcrthvolle Preise zur Gratisverloosung bringen. Fronde, Damen wie Herren, fönnen mir durch Mitglieder em- gelade» werden. ------------
Stimme» ans dem Publikum.
lKür Beröffentlichunaen unter dieser Überschrift überuuumt dre Redaktion teuierlet
° eerauttoL'rtung.)
* Zur Kurhausfrage. Die überwiegende Mehrzahl der in den letzten Wochen fast täglich von der Redaktion des „Wiesb. Tagdl." in dankenswerthcr Weife veröffentlichten Einsendungen richtet sich unter Beibringung ästhetischer PietatS- und den engeren Kürverkehr, besonders seine zeitweilige Störung, betonender Grunde gegen einen Neubau und eine erhebliche Veränderung des jetzigen Kurhauses. Nur vereinzelte dieser Kundgebungen lorote cme — wohl die erste — vom „Nh. Kurier" m der Abendausgabe Nr. 17 gebrachte, treten für die von der Mehrheit der Kommrfston empfohlenen radikalen Maßregeln ein. Es läßt sich "im nicht m Abrede stellen, daß die von den gewiß zahlreichen, wahrscheinlich eine sehr erhebliche Majorität bildenden Gegnern durchgreifender Veränderungen des Bestehenden eben erst wieder in Fluß gebrachte Bewegung beinahe post festum, jedenfalls sehr spät kommt, nachdem durch die bereits abgeschlossene. Konkurrenz für die Neubau - Projekte und den erwähnten KomimssionSbcschluß die Angelegeiiheit bereits so gut wie entschieden erscheint. Wenn also jetzt noch etwas in gegeuthelligem sinne versucht werden soll, so kann jedenfalls nut anonymen Zettung»- einsendungen allein nichts mehr erreicht werden und c« ist schnelles lind praktisches Handeln nöthig. Die endgültig ent,cheidende stelle wird sich eben bei ihrem mnthmaßlich im sinne des Kommissions- Vorschlages ausfallenden Spruch schwerlich jetzt noch durch Erörterungen pro und contra beeinflussen lassen, wohl aber vielleicht durch eine schleunigst zu veranstaltenbe Mernungskundgebung der entschiedenen Gegner und audcrerseits auch Anhänger einer durchgreifenden Aendernng des Bestehenden mit voller Namensangabe. Ergäbe sich nämlich hierbei eine eittscht-dene Majorüät für die weitgehende Ausgabe rcsp, Nieberreißung des Bestehenden und Schaffung eines direkt jedenfalls mcht ren- tirenben, also bie städtischen Ausgaben und damit sainmtliche Kommunalstcuer-Zahlcr stark belastenden imposanten Neubaues unter den einsichtigen und potenten Bürgern und Einwohnern, so würde die entscheidende Instanz ihr Votum dafür mit vollster Ruhe abgeben können und jede fernere publicistische Gegenagitation war» zwecklos. Erfolgte aber das Gegentheil, so wurde sie sich btt etwaige Entscheidung gegen eine imposante Alehrheit der Einwohnerschaft doch vielleicht nochmals sehr sorgfältig zu überlegen haben. .Dem naheliegenden Einwand gegenüber, daß eine derartige mit Namen gezeichnete Massenkundgebung zur Erforschung der wirklich vorlierrscheuden Strömung gar nicht mehr nothig sei, well ja bis in letzter, fast zu später Stunde kaum Stimmen gegen den fast beschlossenen Neubau hervorgetreten seien, darf nut wenigen Worten auf die Entstehung der Bewegung htn- gewiesen werden. Dieselbe ist zurückzuführen auf die zweifellosen. von Keinem angefochtenen direkten lind 'ndirekien Erfolge des neuen Theaters und auf die entschiedene persönliche Initiative des vcrcivigteu unb um die Stadt gewiß.hochverdienten KurdirektorS Hey'l, der aber doch wohl bie Baufälligkeit des jetzigen Kurhauses unb die von einem Prachtneubau zu hoffende -Steigerung des Verkehrs überschätzte. Wegen des ihm unaenugend erscheinenden jetzigen Kurhauses verläßt ober vermeidet schwerlich ein Kurgast unser Wiesbaden. Daß ein neues Theater Beburfniß war stand seit Jahrzehnten fest, von einem Neubau des Kurhauses ist dagegen früher wohl kaum die Rede gewesen. Die Erfolge des neuen Theaters sind aber gewiß nicht allein und in erster Reihe dem Aeußeren des cutftanbcncn Prachtbaues, als vielmehr wesentlich mit den in beim selben erst möglich gewordeiicn, allen Anforderungen der Neuzeit Rechnung tragenden scenischen Einrichtungen, seinem erheblich vergrößerten laufenden Etat nnd laet not least der intelligenten, kunstsinnigen Leitung des für dasselbe gewonnenen Herrn Intendanten zuzuschreiben. Ob das fetzige Kurhaus, vom Standpunkte des Baustils betrachtet, besonders schon sei oder nicht, darüber werden — wie über alle Geschmackssachen die Meinungen wohl immer getheilt bleiben. Aber selbst roenn man letzteres zugeben wollte, würde dieses noch lange nicht eine Nieder- reißuna desselben rechtfertigen, wenn unb da es doch febenMs nicht häßlich ist und den Bedürfnissen des Kurbetriebes bis jetzt offenbar genügt. Abgesehen von dem berühmten „pveiten Maskenball, bei welchem jedoch die Gallerieen geschloffen bleiben, find bie Räume des KurhanleS wobl fast nie wirklich gefüllt. Wem der zwer.e Maskenball zu voll ist, nun, der kann ia den ersten oder den dritte» besuchen, und für große Volks-, Musik-Feste Fachmanner-Ver- sammlunqen ist ein Kurhaus prinzipaliter nicht da. Daß Wiesbaden für so Etwas außer dem Kurhaus noch einen Saalbau braucht, der dann nach menschlichem Ermessen bte dafür auf- zuwendeitben Kosten in sich verzinsen dürfte und zweifellos am besten in Verbindung mit der Kurhausverwaltung von der etabt, unb bann nach Lage der jetzt einmal vorliegenben Verhältniffe auch trotz Allem, was man dagegen angeführt hat, am richtigsten in der von Spaziergängern kaum aufgesnchten, vielmchr meist nur durchquerten Ecke des Kurparks hinter der alten Kolonnade herzustellen wäre, kann schwerlich mit triftigen Gründen bestritten werden. In diesem Saalbau tonnte bann auch unter Vermeidung aller erheblichen baulichen Aenderungen des jetzigen Kurhauses — toegen feiner Nähe den immer wieder betonten Anforderungen an größere Neven- räume, Dienstwohnungen rc. soweit Rechnung getragen werden, daß Alles nnabweislich im Kurhaus selbst zu Belassende mit dieser Entlastung ausreichenden Raum erhielte. Es steht zu erwarten.
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'^Minchen: Wenn ich 100 Meilen weit reife, so kann ich nicht eher sagen 100, als bis der letzte Meilenzciger erreicht ist.
Werlhof: Die Jahreszahl, die man nennt, bedeutet immer bte schon verflossene Zeit. Wenn ich sage 1, so heißt das so viel, als ^Der^ alte v" Schmalbauch: Alle Dinge in der Welt fangen mit 1 an, warum soll denn eben das Jahrhundert mit 0 aufaiigen.
o Sie Lebensmüde, von der berichtet wurde, daß sie aus Liebesgram Salzsäure oder ein ähnliches Gift getrunken habe, ist ein 23 Jahre alte« Mädchen, das in der Nerostraße bedienstet war Der Vorfall selbst spielte sich in der Behausung des Liebhabers dc-, Mädchens ab unb bat Jemen Grund bann, daß der letztere em Weihnachtsgeschenk des Mädchens diesem zuruckgescyickt und demselben zugleich abgetrieben hat. Wie wir weiter Horen hat das Mädchen die giftige Saure nicht getrunken, sondern dieselbe merkwürdiger Weise in'das Gesicht gestticheu und sich dadurch schmerzhafte Branb- wunden zugezogen. Die Bedaueruswerthe befand sich offenbar in grenzenloser Verwirrung, sie hat auch das Fläschchen mit einem Rest des Vitriols nach dem untreuen Liebhaber geworfen; derselbe wurde aber dadurch, daß das Fläschchen an der Wand zerschellte nur von einigen Tropfen ferne« umherspntzenden Inhalts an einer Hand getroffen unb verletzt.
o. Immsbili-n-Verstrigkrnng. Bei der Wangswnsen Versteigerung des den Eheleuten Peter Kilbinger dahier zu- stehenden Jmmobiliar-Besitzthums, bestehend in einem hier be= legenen dreistöckigen Wohnhaus «»t Kmewanb einem zweiftockigen fiinterbau nebst öofrauin, eteiugaffe 34, 42,000 Mk. tazirt, blieb He?r Spediteur MlhelmMichel hier mit 43,000 Mk. Letztbietender.
Freitag, den 20. Iannar.
muß der an der Ecke der Walkmühlstraße stehende und mit Aar- sratze bezeichnete Wegweiser am Anfänge derselben den ihm ge- iührenben richtigen Platz auch daselbst erhalten, soll er seinen Zweck erfüllen.
— Petition der: Pensionäre. Es dürfte verschiedenen Lesern Ihres Blattes nicht ohne Interesse lern, zu erfahren, daß die Petition an den Reichstag über Erhöhung der Beamten- Pensionen am 20. Dezember vorigen Jahres und die gleichen Petitionen an das Abgeordneten- und Herrenhaus am 16. b. !L't. zur Absendung gekommen sind. Die betreffenden Schriftstücks sind bei Herrn H. Rauch, Friedrichstraße 33 zur E»,sicht der ^ tei- essentcn ausgelegt. Daselbst können auch (gegen Zahlung eines kleinen Betrags für Drucktasten) die gewünschten Exemplare lener Petition in Empfang genommen werden.
— Kinder und Alkohol. Die Berliner städtische Schul- depntation läßt den Rektoren der Gerne,ndeschiilen ein von Dr. Wilhelm Bode verfaßtes Flugblatt über bie Lchadlichkeit des Alkohols für Kinder zugehen und ersucht in einer Verfügung, das Blatt in Umlauf zu fetzen und bte Lehrer und Lehrerinnen auf- suforbern, bie Kinder darauf in angemessener Weise hinzuweis.il. Es werden in dem Flugblatt folgende Sätze erörtert: Kinder bedürfen diese Getränke nicht. S$inber baben feiiien Vortheil von diesen Getränken. Der Alkohol ist em Gehirn-und Nervengift. Die Sittlichkeit der Kinder leidet durch Alkoholgenuß. Die geistigen Getränke lenken den Appetit der Kinder in falsche Richtung. DieKinder werden durch frühzeitigen Alkoholgenuß zu Trinkern gemacht.
- Holprädikal. Der Inhaber der Firma Jurany "-Hensels Nachfolger, Herr Hugo Habermann, Buchhandlung, Wnhelm- straye 28, ist zum Hof-Buch- und K u n st ha nd ler Seiner Kaiserlichen .Hoheit des Großfürsten Michael Michailowttsch von Rügland ernannt worden, und zwar ausdrücklich „infolge mehrjähriger und vielfacher, in jeder Hinsicht zufriedenstellender Lieferungen litterarischer Erzeugnisse."
— Mann beginnt das Jahrhundert? August v. Kotzebue hat im vorigen Jahrhundert die Streitfrage über den letzt von Neuem vielerörterten Anfang des Jahrhunderts zu einer Posse benutzt, die „Das neue Jahrhundert" betitelt ist unb am 31. Dezember 1799 spielt. Aus bem Dialog theilt bie „Voss. Ztg. folgenbe stelle mit, bie jetzt wieder aktuelles Jntereffe hat:
Der junge Herr v. Schmalbauch (zu seinem Vater). L-er Prophezeiimg gemäß sollten Sie. am letzten Tag des Jahrhunderts sterben.
Werlhof: Das ist ja heute.
Der alte Herr v. Schmalbauch: Nein, es ist um cm oaljr. Werlhof: Heute, Herr Gevatter.
Minchen: Um ein Jahr.
Der junge v. Schmalbauch: Heute, Mademoiselle.
Der alte v. Schmalbauch: Mit 1 fängt bas Jahrhundert an. Werlhof: Wenn ich sage 1, ist schon ein Jahr verflossen.
Minchen: Wer 100 Dukaten schuldet, hat nicht eher bezahlt, bis er den hundertsten auf 99 legt.
Der alte v. Schmalbauch: Das erste Jahr der christlichen Zeitrechnung hieß Eins!
Werlhof: Falsch! Es hieß Null!
Der alte v. Schmalbauch: Nein! .
Der junge v. Schmalbauch: Personisiziren Sie nur bte Zeit. Denken Sie' sich bie Zeit als ein neugeborenes Kind. Em ^ahr nach der Geburt zählt man 1. ,
Minchen: Falsch! Als es geboren wurde, da schrieb man sch" Der alte v. Schmalbauch: Recht!
steigern dürfte.
— Astronomische». Wir erhalten folgende Zuschrift: Die Borübergänge von Erdmonden vor ber gönne werben am ober um Montag, den 23., dis 27. Januar ftattfinben. Da es möglich ist, daß dieselben in Mittel-Europa zu beobachten sind, so «suche ich alle Freunde dieser interessanten uiw wichtigen Forschung, aefalligft Ausschau zu halten und mir ihre Beobachtungen freund- Nchst mitzutheilen. Dabei können auch wieder Farben-Erschelnungen eintveten, tote solche am 24. Dezember gleich nach Sonnenuntergang in NW-S)eutfd)tanb gesehen wurden, als der Vorubergang des dritten Mondes erwartet wurde, ähnlich den schonen Cischelnungen in Greifswald am 4. Februar 1898. vr. Georg Waltemath, Hamburg, Ritterstraße 76.
x „Lehrling gesucht!" Anzeigen unter dieser Aufschrift - - • " wieder mehr und niehr in den Anzetgeutheil nuferer [en aufzutreten; sie geben den Beweis dafür — wenn es sichen überhaupt bedürfte — daß die Schule nun bald — "" 1 id eine große Zahl junger Menschen
,uu„ ....______ ,.t dem sie auf sich selbst angewiesen
M"ein entscheidender Wendepunkt im menschlichen Leben ?sts, der sich in diesen Wochen in so mancher Familte^abspielt: die Berufswahl. Die „gute" alte Zeit, in welcher der sohn in bei: Siegel das Gewerbe des Vaters ergriff, ist langst vorüber; heute ist diese Regel zur Ausnahme geworden. Das liegt emmal in unseren hoch entwickelten wirthschastlichen Verhältmssen, die jo manchen Beruf hervorgebracht haben, den man früher nicht kannte, , dann ab« auch in der weitverbreiteten Unzufriedenheit mit dem eigenen Loose unb dem daraus hervoraehenden Bestreben, dem Nachwuchs den Kampf ums Dasein nach Kräften zu erleichtern. Die^^ Berufswahl ist umso schwienger, da sich bei den Kindern, besonders bet denjenigen der Großstadt, individuelle Begabung für einen be- ; sonderen Beruf nur selten kundgeben kann, üugenbneigungjinb Jugendbefchäftigung können die Berusssphare nur in weiterem <smn anbeuten, und sind außerdem zumeist auf Persönliche Anregung zurückzuführen. Die Aiigelegenheit ist deshalb mit großer LOrüfalt zu erledigen, damit es nicht auch hier heiße: „Der Wahn ist ftirz. Eie «Reu’ ift lang.“ Wo sich bei der Jugend eine ausgesprochene - Vorliebe für einen besonderen Beruf vorfindet da mit es erst, . redit zu prüfen, wieviel davon auf Laune und Eitelkeit oder auf Eiiiflusteruilg uitoerftänbiger Kameraden zuruckzufuhren ist. Eine ' sehr wichtige Frage ist auch bte, ob der Knabe bte nolhige Begabung für den erwählten B«us mttbnngt, kommt es doch tm e Grund genommen nicht darauf an, w a s getban b>ird, sondern Wie es ausgeführt wird unb auch der in der Achtung ber Menschen niedrig stehende Beruf hat die Kraft, /eine ^uuger zu befriedigen und zu beglücken, wenn flennt ganzer Seele bet der «ache sind, ^.as alte Spruchwort „Wem Gott ein Amt giebt, dem mehrer auch Verstand ,st • Deute noch so falsch, wie es immer gewesen ist. Wem eben der notljtge Verstand zu einem Berufe fehlt, der laffe die Finger davon, wenn tr nicht lelbft unglücklich werden will und feine Berufsgenofsen I »Mtofnebai mit ihm werden sollen. Hiermit berührt sich eine weitere Lebensregel: „Wolle nicht zu hoch hmaus!" Es giebt zahlreiche Berufszweige, welche eine lange und kostspielige Ausbildung verlangen, unb an diese schließt sich nicht selten eine lange | Wartezeit an. Dazu gehört Geld, viel Gelb und wie oft benetdet ein solcher Mensch einen früheren, Mitschüler, der sich zeitig ettma auf eine bescheidenere Karriere besann und in die,er S Kniencn und gutes Auskommen findet, wenn der andere hnmer noch Drechsel auf die Zukunft ausstellt. Man de- ; kure habet ja nicht bie eignen „guten* Anlagen die. m . einem engeren Kreise verkümmern muffen, wie man vielleicht meint, «roße Talente brechen sich überall Bahn und m welch«li Weriife wäre eine geniale Begabung nutzlos? schließlich sei norf) bemerkt, baß es meift von üblen Fo gen begleitet 'st, wenn zwischen schn e und Beweine längere Seit liegt bie bem •
aus Manchem ist schon deshalb nichts geworden, weil er den A.i.
I schluß verpaßte. , _.
E _ Strastentvese«. Mit Herausgabe des neuen Abrexbuchs Utzr die Stabt Wiesbaden wird u. Lauch ^Verlängerung der W^Uferstraße vorgcnommen toerden. Dieselbe soll an ber «r mjiung Xr Seeroben-, Lahn- und Aarstraße endigen. Alsdann werden bte - sitzt bestehenden, dis jetzt bet Lahnstraße jugetbetlten und nut la M Id bezeichneten Villen Lahneck bte Nr. 4ti unb Lahnthal Nr. 50 t- whalten und bie Lahnstraße wird mit dem Besitzthum des -tadt- Änetcn Herrn Heide mit Nr. 1 (wie seither) beginnen Da tie Aarstraße dann gleichmäßig mtt der Lahnstratze anfangt, fo
