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«9. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-PreiS: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. GO Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
Amrmen-Anttellttue Abend - Ausgabe bis 11 Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. — Für die Ausnahme später cingercichter Anzeigen zur
' nachsterschemendcu Ausgabe wird kerne Gewahr übernommen, zedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.
N-. 31.
Donnerstag» den 19. Iannar.
1899.
Fernsprecher No. 52.
Fernsprecher No. 52.
Morgen-flusgahe.
Ans Stadt und §and.
Wiesbaden, 19. Januar.
— GcfchichtsKalender. 19. Januar. 1895: f Moriz Tarriere zu München, bedeutender Philosoph uud Aesthetiker (* 5. März 1817 zu Grindel, Hessen). 1890: f Georg, Fürst zu Schwarzburg-Rudolstadt. 1890: Regierungsantritt des Fürsten Günther zu Schwarzburg-Rudolstadt. 1889: ch Admiral Graf Monts, Kommandant des »Großen Kurfürsten" bei seinem Untergänge (* 9. August 1832). 1880: t Jules Favre, Unterzeichner des französisch-deutschen Friedensvertrags (* 21. März 1809). 1874: t August Heinrich Hoffmann v. Fallersleben zu Schlag Korvcy, deutscher Dichter und Sprachforscher. 1871: Belctzung von Tours durch General v. Hartmann. 1871: Siegreiche Schlacht bei St. Quentin. 1871: Der letzte große Ausfall der Pariser gegen das 5. Armeecorps. 1868: Vermahlung des Herzogs Alexander von Oldenburg mit Prinzeß Eugenia von Leuchtenberg. 1833: t Louis Herold, französischer Opernkomvonist („Zampa" u. 21., * 28. Januar 1791). 1819: t Kari IV., König von Spanien, der Vater des Thronprätendenten Don Carlos (* 12. November 1748). 1798: Die Franzosen fordern zu Rastatt die Abtretung des linken RheinuferS. 1736: * James Watt, der Schöpfer der Dampfmaschine (f 19. Aiigust 1819). 1576: Hans Sachs, der hervorragendste weltliche Dichter des 16. Jahrhunderts (* 5. November 1494 zu Nürnberg).
o. Prrso»ai-Nachrichteu. Herr Kohler, seither Hülfs- prbeltcr bei der Kgl. Bau-Inspektion dahier, hat in Berlin das Examen für das Amt eines technischen Secretärs bestanden.
— Königliche KandesbibliotheK. Das Interesse für die Sache der Volksbildung ist zweifellos tm Wachsen begriffen. Soeben hat es auch in Oesterreich wieder durch die Errichtung einer großen, eine Reihe von Volks-Filialbibliotheken versorgenden wissenschaftlichen Centralbibliothek eine erfreuliche Bethätiaung gefunden. Es wird daher für alle Freunde dieser Humanitären Bestrebungen von Interesse sein, einmal die wichtigsten Schriften über den Gegenstand aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Dazu bietet die Abtheilung .Schriften zur TageSaeschichte" jetzt eine günstige Gelegenheit. Die dort ausgestellten Bestände an einschlägiger Litteratur sind zwar nicht unbedingt vollständig, aber immerhin ziemlich reichhaltig, und von den wichtigeren Werken der 2lrt fehlt kaum eines. Vorausbestellung (auch brieflich und auch von Auswärtigen) werden von der Direktion entgegengenommen. Aus- aestellt sind folgende Schriften: Rcyer, Handbuch des Volks- oudungswesens. (Die Schriften Professor R.'S in Wien bilden eine Hauptquellc dieser Litteratur, ebenso die später erwähnten des Bibliothekars Dr. Nörrenberg in Kiel.) — Floessel, Was fehlt unserer Arbeiterjugend? — Luther, Deutsche Volksabende. (Mit zahlreichen Proben auch aus der neuesten Dichtung, z. B. Ernst v. Wlldeubruch, Gerhart Hauptmann, Conr. »■erb. Meyer. Ada Regn u. A.) — Reyer, Volks- btbliotheken. (Das deutsche Hauptwerk über diesen Gegenstand. Mit vielfacher Berücksichtigung auch der außerdeutschen Länder.) — Reyer. Leistung der deutschen Volksbibliothekcn (im .Centralblatt für Bibliothekswesen", Bd. 13). — Aschrott, Volks- oibliothek und Volkslesehalle (tritt für die Pflicht der Kommunen ein, für diese Institute zu sorgen). — Bachofen, Die Errichtung einer wissenschaftlichen Ceiltral-Brbliothek (Wien 1899). — Elias, Freie Bibliotheken und Lesehallen (in .Neue Bahnen",Jg. 9, Heft 4). — Nörrenberg, Die Bücher- und Lesehalle (Vortrag). — Nörrenberg, Die Volksoibliothek. — Januasch, Die Volksbibliotheken (älteres Werk v. I. 1876). — Bube, Die ländliche Volksbibliothek (enthält hauptsächlich einen Musterkatalog für solche Anstalten). — Russell, Die Volkshochschulen in England und Amerika. Leipzig 1895 (mit ausführlichem Litteraturverzeichniß am Schluß). — Aufsätze über Volkshochschulen in: Neue Bahnen Jg. 7, 8, 9 von Scherer, Schultze und Bergemann. — Verzeichniß empfehlenswerther Jugend- und Volksfchristen. Herausg. v. Wiesbadener Lchrerverein. Heft 1, 2. Wiesb. 1837 u. 1888. — Katalog der 3 Volksbibliothekcn. Wiesb. 1898. — Flint, Statistics of public libraries in the United States. Wnsh 1893. — Catalog of American Library Association. Eb. 1893. (Ein Musterkatalog für amerikanische Volksbibliotheken). — Bonfort Das Bibliothekswesen in den Vereinigten Staaten. (Berichtet wie Nörrenberg aus eigener Anschauung.) — Greenwood, Public libraries. (Das Hauptwerk über die cngl. Volksbibliotheken, mit vielen Abbild.) — Jewett, Notices of public libraries in the United States, Wash. 1851. (Giebt eine interessante Nebersicht Über die ersten Anfänge der Volksbibliotheken dort. Die Bewegung trat hier, ziemlich gleichzeitig mit England, Ende der vierziger Jahre auf.) — Ferner Aufiätze im Centralblakt für Bibliothekswesen, Bd. 11, Börsenblatt für den Buchhandel Jahrgang 1895,1, und in der amerikanischen Zeitschrift Public Libraries.
— Aus drm Magistrat. Bezüglich der Seitens des Domänen- fiskus beabsichtigten Parzellirung des Weingeländes des Neroberges ist durch die Magistrats-Kommission mit dem Herrn Regierungs-Präsidenten verhandelt worden, demzufolge die König!. Regierung (Abtheilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten) unter dem 14. d. M. dem Magistrate mitgetbeilt hat, daß sie ihren Antrag auf Ausdehnung des Fluchtlinienplanes auf das fiskalische Gelände des Neroberges vorläufig fallen lasse. (Bravo! Die Red.) — Auf Antrag der Parkdeputation hat der Magistrat beschlossen, die Unterhaltung der nunmehr fettiggestellten neuen Parkanlagen im Nerothal bis auf Weiteres in eigener Regie unter Leitung des Herrn Obergärtners Hattrath ausführen zu lassen. — An Stelle des verstorbenen Herrn Magistratssekretärs Spitz wurde Herr Magistratssekretär Philipp Rubsamen zum 2. Stellvertreter des Standesbeamten ernannt. — Die Wahl des Berrn Stadtraths Justizraths vr. Bergas zum 2. Stellvertreter des orfitzcnden des Gewerbegerichts hat die Genehmigung des Herrir Regierungspräsidenten erhalten. Für das Jahr 1899 ist also Herr Beigeordneter Mangold Vorsitzender des Gewerbegerichts, Herr Beigeordneter Körner dessen erster und Herr Stadtrath Bergas dessen zweiter Stellvertreter. — Einem Antrag des Deutschen !Berring gegen den Mißbrauch geistiger Getränke zufolge wurde beschlossen, 1000 Broschüren, die den Geschäftsführer des Vereins, Dr. Bode-Hildesheim, zum Verfasser haben, und sich die Briämpfting der Trunksucht in den Schulen zur Aufgabe machen, anzuschaffen und zur Vertheilung zu bringen.
— ifebrr fwri Kremieren des Walhalla-Theaters haben wir heute zu berichten. Der erste große Maskenball dieser Saison ist, wie mcht anders zu erwarten war und schon kurz erwähnt wurde, in schönster Weise verlaufen. Auch hier konnte
man genau tote beim „Ersten" im Kurhaus nicht gerade überall eine Ueberfülluug konstatiren, die gesummten Räume der drei Stockwerke waren jedoch ausgezeichtiet besetzt, uud die Stimmung brillant, heiter und lebhaft, ohne das Maß zu überschreiten. Im Theatersaal und int anschließenden Foyer, in dem zu allgemeiner Ueberraschung wunderhübsche Weinsalons mit anheimelnder Tischlampenbelcuchtung geschaffen waren, herrschte das gewohnte lustige Treiben, wie mau es auf den besten der rheinischen Maskenbälle findet. Das Publikum war allem Anschein nach dasselbe wie das der Kurhausbälle. Die zwei wackeren Streichorchester des prächtig dckorirten Ballsaals spielten ohne Unterbrechung abwechselnd ihre flotten Tänze, in buntestem Neigen drehten sich die Paare, die Flaschcnbatteriecn auf den Tischen wttchsen langsam aber sicher zu unheimlichen Gebilden, Sektpsropfen knallten dazwischen, auf aller Mienen la? man die rechte vergnügte Feststimmung, und dabei nirgends eine Ausartung oder Storung. Nach dieser m jeder Beziehung wohlgelungeneu Generalprobe muß man den kommenden Maskenbällen des Walhalla-Theaters das günstigste Prognostikon ausstellen. Und die mündliche freiwillige Reklame Derer, die „dabei gewesen", wird vielleicht noch intensiver zu wachsenderer Betheilignug reizen, als diese unsere gedrucktcEmpfehlung. Die zweite der genannteti Premieren war die erste Vorstellung des neuen Programms (Montag, den 16. Januar). Der Erfolg übertraf noch alle Erwartung, da die vcrhältnißmäßig schlichte, beinahe zurückhaltende Art der Ankündigung gerade diesmal ein derart vielseitig interessantes Programm nicht erwarten ließ. Das Walhalla-Theater hat noch nie ttt einem Ensemble so viel Erscheinungen vereinigt, die „doch 'mal was Anderes" sind, wie hier. Alle Nationalitäten wimmeln durcheinander: eine auffallend hübsche und chice österreichische Baronesse, die, tote Fama berichtet, das schützende Dach des Elternhauses, erst vor ganz kurzer Zeit mit dem „Brettl" vertauscht hat, führt sich, trotzdem sie etwas allerliebst Anfängerhaftcs hat, vortheil- haft em (Baronesse Hornstein). Die Kostüme sind „reizend". Der Humorist Arlon, offenbar ein Wiener, hatte schon vom ersten seiner famosen Couplets an einen durchschlagenden Erfolg. Die serbischen Akrobaten Martan, bezw. Lele und Ossi, arbeiten in ihren kleidsamen Nationalkostümen überraschend gewandt und bringen wieder neue Modifikationen ihrer uralten Kunst. Neben diesen höchst lobenswerthen Kräften stehen vier wirkliche Attraktionen. Die „Illusion" der Mademoiselle Iris Blanchard, „Das flammende Räthsel", ist, goty abgesehen von dem bestechenden Eindruck der feschen Hexenmeisterin, ihres hübschen „Opfers" und der glänzenden Ausstattung, eine höchst intereffante Darbietung. Es wird tatsächlich „auf offener Bühne" eine junge Dame bis auf das Skelett verbrannt und wieder ins Leben zurückgerufen; und Herren aus dem Publikum assistireu diesem Vorgang auf der Bühne, ohne ihn sich crilären zu können. Es kann und soll natürlich nur eine Sinnestäuschung fein, aber auch der Aufgeklärteste muß gestehen: Wie das gemacht wird, das ist mir ein Räthsel. Eine ebenso Flotte wie vielseitige Truppe sind die neun „Bogdanis". eie singen und tanzen nicht nur ungarisch und wienerisch, sie führen auch in schneidigen Husaren-Uniformen schwierige Exercitien und Gruppirnngen vor, und bringen in der Verwandluiigsscene „Die lustigen Vagabunden" zuerst als Gigerl, dann als Vagabunden urkomische Wirkungen hervor. Urkomisch, dieses Prädikat verdienen auch die „Minstrels Parisiens“, neben dem schwarzen Sängerpaar „Lotoros und Woodward" unstreitig die fesselndste Nummer des Abends. Die Pariser Straßensänger, ein für jeden Ethnologen höchst interessanter und jedem Litteraturfreund bekannter Typus, wären ein vortreffliches Intermezzo eines realistischen Stückes: drastische Komik, Kleidung der ärmsten Boheme und dazwischen ein positives, überraschendes Künstlerthum. Der Violinist des Trios ist ein bc- toundernstoerther Virtuose. Das schwarze Paar ist eine sicher sonst auf Spezialitätenbühnen oder auch im Konzertsaal noch nie gesehene Erscheinung. Das prächtige Stimmmaterial, namentlich der wundervolle Tenor des Herrn, die vollendete Kunst in Technik und Ausdruck, die sympathischen, hübschen Erscheinungen, all diese Vorzüge bei Vertretern der fremdartigen, verachteten Raffe, das ist eine Zugkraft, die keiner geräuschvollen Reklame bedarf, um Stadtgespräch zu werden.
o. Wiesbadener Pferderennen. Die seit einiger Zeit in Aussicht genommene gemeinschaftliche Sitzung von Magistrat und Kurdeputation behufs Berathung der Rennfrage und Stellungnahme zu derselben ist nunmehr auf nächsten Samstag, den 21. d. M.. Vormittags 10 Uhr, anberaumt.
— Portrag über das Kandelsgesetz. Der erste Vortragsabend des Herrn Dr. jur. Fuld über das neue Handelsgesetzbuch hatte gestern eine zahlreiche Zuhörerschaft, worunter wir die Inhaber der ersten Banken, Fabriken ec., sowie, was als besonders hervorzuheben, viele ältere Prokuristen und Buchhalter bemerkten, im Saale der „Loge Plato" versammelt. Herr Dr. Fuld behandelte in seinem erstell Vortrag das Firmenrecht. Er erörterte zunächst den Begriff des Kaufmanns, das neue Handelsgesetzbuch unter Zugrundleguna der Thätigkeiten, welche als Handels- gewerbe anzusehen find, schärfer umgrenzt, als bisher geschehen, untersuchte dann ausführlich die Grenzen, welche den Voll-Kattfmami von dem Laudwirth, der ein HandelSgewerbe als Nebengewerbe betreibt, sowie von dem Handwerker und Minder- faufmann scheiden. Nach einigen Ausführungen über die Pflichten des Kaufmanns gegenüber dein Handelsregister ging der Vortragende sodann über auf das eigentliche Firmenrecht. Belehrend war für alle Zuhörer die Schilderuttg, wie das neue Handelsgesetzbuch den Grundsatz der Firmenwahrheit viel stärker zur Geltung bringt, wie das zur Zeit noch bestehende. Hierbei hatte et auch Gelegenheit, auf das durch das neue Gesetz über die freiwillige Gerichtsbarkeit vorgeschriebene Znsammenwirken von Handelsregisterrichter und der zuständigen Handelsvertretung (Handelskammer) bei Führung des Handelsregisters einzugehen. Nicht mit Unrecht hofft er, daß bei einem gedeihlichen Zusammenwirken beider Faktoren manche Vorschriften des Abschnitts des Handelsgeietzbuchs über das Firmenrecht erst Leben erhalten werden. Am Schluffe des mit fesselnder Lebendigkeit und sicherer Klarheit gehaltenen ein« stündigen Vortrages ehrten die Zuhörenden den Redner mit lang andauerndem Beifallklatschen. Die nächsten Vorträge werden dem wichtigsten Abschnitt des Handelsgesetzbuches über die Handelsgeschäfte gewidmet fein.
— Wkinyrlctz. DieBerathmigen der von der Reichsregierung tinbcritfenen Sachverständigen wegen Abänderung des Weingesetzes von 1892 beginnen am 6. Februar, und werden 2 bis 3 xaqe dauern. Sie finden unter Vorsitz des Direktors des ReichSgesund- heitsamts, Geheimen Ober-RegterungSraths Köhler, statt. Aus Nassau sind unter Anderem die Herren H. I. Hummel een. in Hochheim a. M. und Sekretär der Handelskammer Dr. Merbo t als sachverständige eingeladen worden.
o. Das Privatgriiiideigrnthum und deffen Veränderung in hiesiger Stadt gestaltete sich nach dem städtischen Verwaltungsbericht für 1897 98 in diesem Jahre wie folgt: Nach der Gebäudesteuerrolle betrug die Zahl der besteuerten Gebäude 6327 und die der fteuerfreien Gebäude 557, zusammen 6884. Im Ganzen wurden 513 neue Hypotheken über 14,798,312 Mk. 20 Pf. eingetragen und 289 Hypotheken über 6,627,886 Mk. 87 Pf. gelöscht Dem Besitz wechsel unterlagen 211 Gebäude (194 wurden freiwillig verkauft und 17 subhasttrt) int Weiche von 20,210,282 Mk. und 244 Grundstücke im Weiche von 4,283,934 Mk. Von bett letzteren würben 212 freiwillig verkauft und 32 fubhastirt.
— Gin Genfer GrfeUfchaftsfpiel. Der „Straßburger Post totrb geschrieben: Die Mittheilung über die Versuche, auf bet Bühne das Gemurmel einer Volksmenge wirksam barzustellen (vergleiche „Franks. Ztg." vom 28. Dezember), erinnert mich an ein hübsches Gesellschaftsspiel, das ich in Genf kennen lernte. Um das Quaken in einem Froschteich nachzuahmen, bildet man vier Partieen, die gemeinsam folgende Rufe anhaltend ausstoßen: „Le roi, le roi, s’en va, s’en va, oü va-t-il, oii va-t-il ? a Cognac, i Cognac.“ Die Wirkung dieses kanouartigen Konzerts, wobei besonders das „le roi, le roi“ und das „oii va-t-il?“ zur Geltung kommen müssen, ist ganz überraschend.
o. Kesttzrvcchsel. Frau Karl Walther Wittwe hat ihr Besitzthum Geisbergstraße 3, „Walthers Hof" genannt, an Herrn Bauunternehmer Philipp R a th hier verkauft.
— Kleine Uotizen. Die Speditionsfirma L. Rettenmayer hier übersendet uns das neueste Verzeichniß ihrer GesckäftS- bidliothek. Wir entnehmen demselben, daß die genannte Firma über eine größere Anzahl der wichtigsten Städte-Adreß- bücher und Nachschlagewerke für Handel und Industrie verfügt und solche Interessenten in ihrem Büreau, Rheinstraße 21, kostenlos zur Benutzung Überläßt. Es sei nicht unterlassen, unsere Leser auf diese willkommene JnformationSgeleaenheit aufmerksam zu machen. ____________
Nereins-Aachrichtcn.
(Kurze sachliche Berichte werden bereitwilliast unter dieser Uedcrjchrist auisvuommea.)
* Der „Wiesbadener Fechtklnb" feierte am Samstag Abend im Saale des „Hotel Schützenhof" fein 20-jähriges Stiftungsfest durch Abendunterbaltung und Ball. Die Veranstaltung verlief auf das Allerbeste, und die schönen Uniformen der Fechter sahen prächtig aus neben den Festqewändern der Damen. Wenn auch her Saal für die vielen Besucher etwas größer hätte sein können, so darf man doch behaupten, daß sich die familiäre und frohgemuthe Gesellschaft recht gut amüfirtc. Die VergnügungSkommission war ihrer Aufgabe gewachsen und das schöne Programm zeugte von verständiger Wahl. Vorträge und fechterische Aufführungen wechselte» miteütanber ab. Es ist nicht möglich, alle Einzelheiten näher zu berühren, es sei nur festgestellt, daß sämmtliche Darbietungen gleichmäßig gut gefielen. Besonders aber seien doch erwähnt die Leistungen des Opernsängers Herrn Gordon, welcher in liebenswürdiger Weise den Abeno durch einige sehr schön Dorgetragene Lieder verherrlichen half und rauschenden Beifall für seine Kunst erntete. Herr Gordon fang zum Besten der Stadtarmen und die veranstaltete Kollekte ergab denn auch einen Ertrag von 20 Mk., welcher bereits der städtischen Armenverwaltung zu guten Zwecken überwiesen wurde. Ein flottes Tänzchen verhalf der schönen Veranstaltung zu einem würdigen Abschluß und am Sonntag Nachmittag versammelten sich bte frohen Ballbesucher wiederum auf dem Wartthnrm zu fröhlichem Zusammelisein.
* Die Jahresversammlung des Männergesang-Vereiiis „Union* fand am Sonntag Nachmittag um 4 Uhr im Vereinslokal „GambrinuS" statt und war äußerst stark besucht. Ans dem sachlich ausgearbeiteten Jahresbericht des 1. Vorsitzenden, Herrn Th. Schleim, war zu ersehen, daß der Verein auch mit dem abgelaufenen Vereins» jahr ein recht thatkräftigeS, nach Innen und Außen sich erstreckendes Wirken hinter sich hat. Der Bericht des Kassirers, Herrn I. Rück, ließ erkennen, daß auch in finanzieller Beziehung gut gewitthschaftet wurde und trotz der hohen Ausgaben doch noch ein ganz nettes Sümmchen als Ueberfchuß verbleibt. An Musikalien wurden erhebliche Anschaffungen gemacht. Der Verein verfügt jetzt über ein Vereinsvermögen von mehr als 6000 Mk. Bei der Nemvahl des Vorstandes wurden sämmtliche Vorstandsmitglieder wiedergewählt, und zwar die Herren: Th. Schleim, 1. Vorsitzender, 2)1. Kilp, 2. Vorsitzender, I. Rück, Kafsirer, P. Krohmann, 1. Schriftführer, H. Meyer, 2. Schriftführer, Frz. Weiß, Mnsikalienwatt, L. Mondors, W. Kirchhoff und H. Heckelmami, Beisitzer. Zu Rechnungsprüfern wurden die Herren G. Treitler, W. Hehmann und G. Hofmann gewählt. Ferner wurde beschlossen, am Sonntag, den 5. Februar, von Nachmittags 4 Uhr ab, eine große karnevalistische Darnen- sttzung im „Römersaal" abzuhalten.
* Die Gesellschaft „Lohengrin" hält ihre erste diesjährige karnevalistische Damenfihtmg mit Tanz am Sonntag, den 22. d. M., Nachmittags 4 Uhr 71 Minuten, im Saal „Zur Germania", Platterstratze 100 (H. Schreiner), ab.
* Der „Athleten-Vereiu Wiesbaden" feiert Sonntag, den 22. Januar, unter gütiger Mitwirkung eines beliebten Baritonisten und eines ZitherguartettS in der Turnhalle Wellritz- straße 41 sein viertes Stiftungsfest, verbunden mit Ball. Außer Solovorträgen in Kostüm werden noch humoristische und Zither- pieeen zu Gehör gebracht werden. Auch athletische Aufführungen werden natürlich nicht fehlen. Freunde, Gönner und werthe Sport» genoffen laben wir hiermit herzlich ein.
* Der Klub „Rheingold" veranstaltet nächsten Sonntag;- den 22. Januar er., in der neuen Turnhalle zu Biebrich eine humoristische Unterhaltung mit Tanz.
* Die Gesellschaft „G emü th! i chkei t" veranstaltet fontmenbett Sonntag, Nachmittags 4 Uhr, bei ihrem Mitglied Brühl, „Saal zuui Jägerhaus", Schiersteinerstraße 18, einen Ausflug, verbunden mit humoristischer Unterhaltung und Tanz.
* Der „Katholische Sängerchor" veranstaltet Sonntag, den 29. Januar, in den festlich dckorirten, mit elektrischen Bogenlampen beleuchteten Räumlichkeiten des Katholischen Gesellenhauses einen Maskenball. Eine besondere Kommission ist eifrig bestrebt, Unterhaltung und Kurzweil jeglicher Art zu bieten und dem Feste einen glanzvollen Charakter zu geben. So hat dieselbe z. B. nach langwierigen Verhandlungen es fertig gebracht, daß der berühmte Stierkämpfer Don Petto bei dem Feste erscheint und einen feiner beliebten Stierkämpfe vorführt; ferner ist es gelungen, das brillante Damenttompetercorps Aha zu einem Gastspiel zu engagiren. Die Premiere findet am 29. Januar statt. Auch soll der beliebte Andreasmarkt en miniature hervorgezaubert werden. Auf demselben sind Selltänzer, Akrobaten, Schnellphotographen, Italiener re. vertreten, es fthlen selbst die Bremer Stadtmufikamen nicht. Wer
