Wiesbadener Sagblatt
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Uo. 18.
Fernsprecher No. 52.
Mittwoch, den 11. Januar.
Fernsprecher N». 52.
1899.
Abend ■Ausgabe.
(Nachdruck verboten.)
Dum Uerstiindniß der „agrarischen Frage". (Eigener Aufsatz für das „Wiesbadener Tagblatt".)
I.
Die Agrarier.
Einige Gegner der Agrarier gehen so weit, den land- wirthschastlichen Nothstand zu leugnen. Das ist Sophisterei, der Nothstand ist unwiderleglich nachgewiesen.
In unserer gährenden Zeit sind wir so weit gekommen, daß das nämliche Streben von den Einen Recht, von den Änderen Unrecht, von den Einen Segen, von den Anderen Fluch genannt wird. Eines der sprechendsten Beispiele ist die Agrarfrage.
Giebt es nur eine Agrarfrage? Nein, außer der technischen Agrarfrage giebt es noch eine Frage dcS Groß- arundeigenthums, eine Frage der Rettung des Kleinbauern- fiandes, eine Frage der Emanzipation der ländlichen Lohnarbeiter. Da sind drei agrarische Klassen, deren Interessen verschieden find. Es ist schon eine enorme Leistung, wenn die Großagrarier es fertig bringen, auch auf die Dauer, wie bisher, dem Kuhbäuerlein weis zu machen, er habe die gleichen Interessen wie der Schlesische Wall- und der Magdeburger Rüben-Baron; bis jetzt scheint cs ihnen übrigens gelungen zu sein. Die Bestrebungen, die Maffe der landwirthschaftlichen Lohnarbeiter und Zwergbaucrn (Heuerlinge, Köthner, Büdner, Häusler, Jnstleute) mündig und wohlhabend zu machen, werden noch nicht beachtet, darum auch noch nicht angcfeindet; sie gehen auch nicht von jenen kleinen Leuten, sondern von weilsichligcn und gemeinnützigen Volkswirthen aus; es kommt aber die Zeit, wo man in diesen Bestrebungen das wirthschasiliche Heil' des Vaterlandes erkennen wird, die Lösung der agrarischen, das heißt der sozialen Frage. Denn diese beiden find Eins. Von dem bisherigen Jrrthum, die soziale Frage von der Industrie her lösen zu können, müssen wir «ns lossagen. Sie wird nur von der Landwirthschaft her gelöst, und es ist gerade die allerwenigst geachtete und beachtete Klasse, deren Mitwirkung zu der Lösung unentbehrlich ist. Z« den arbeitharten Händen des Feidarbciters und in dem von ihnen bearbeiteten Boden liegen die unerschöpflich reichen Kräfte, deren wir bedürfen, um unsere Produktion und unseren Konsum wieder gefund zu machen. Bis jetzt verstehen das Wenige, aber man wird es verstehen lernen. Falsche Theorieen haben uns bisher den Blick verdunkelt.
Agrarier nennen wir die übelberathenen Leute, welche fich einbilden, durch reaktionäre und künstliche Maßregeln „die Landwirthschaft" wieder gesund, d. h. wieder rentabel machen zu können. Jene Maßregeln hoffen sie durch die Gunst der Regierung zu erreichen, gebärden sich deshalb, als hätten sie und fie allein die Loyalität gepachtet. Unter der „Landwirthschaft" aber verstehen sie sich selbst, die Dodeneigenthümer.
Die Führung haben Grafen und andere Großgrund- eigenthümer, die Uebrigen laufen als gehorsame Heerde mit. Die krasse Selbstsucht dieser Führer wird nur noch von ihrer Unwissenheit übertroffen. Ob das Großgrundeigcnthnm eine geschichtliche Berechtigung, ob es gar eine Berechtigung für die Zukunft habe, haben sie sich nie gefragt. Auch nicht, ob ihre großen und kleinen Mittel möglich seien, ja nicht einmal, ob dieselben ihnen selbst vor- theilhaft sein würden. Bei aller Schwäche ihres Programms
gebieten sie jedoch über eine Anzahl tüchtiger Federn. — Ganz besonders die Börse greifen sie mit Wulh an. Diesem Kampfe liegt einestheils der unter den Agrariern herrschende Antisemitismus zu Grunde, andernthcils die sozialpolitische Unwissenheit. Jeder Börsenmann ist dem antisemitischen Agrarier ein Jude, also ein Depot-Wolff, ein Betrüger, er mästet sich von dem Schweiße des Volkes. Nun, wenn der Börsenmann Ausbeuter heißen darf, so darfauch der Junker so heißen. Die Ansichten sind verschieden, nur soll man nicht die Person entgelten lassen, was den fehlerhaften Zuständen zur Last fällt.
Die Agrarier nrtheilen und handeln nach Trieben, ganz wie andere Menschen; doch sollte der Trieb sich vom Verstände leiten lassen, und hieran fehlt e§ den Agrariern noch sehr. Ihr Hülferus ist sehr berechtigt, nur die Wahl ihrer Mittel ist genial verkehrt. Sie klagen die Börse an, niedrige Kornpreise zu begünstigen. Die Börse verbilligt uns in der Thal die Kornpreise, zu unserem Heil, denn würden diese von den nothleidenden Landwirthen allein gemacht, so könnten bald auch nur diese allein sich satt essen. Nein, die Börse ist ein Markt, auf dem Käufer und Verkäufer einander treffen, und zwar der feinfühligste Markt, den wir haben können. Die Sachkenner fast ohne Ausnahme erklären sie für unentbehrlich, und es dürfte sich bald zeigen, ob sie Recht haben. Denn es ist zu befürchten, daß die Aufhebung der Getreidebörsen die reine Anarchie bringen und gerade die Landwirthschaft selbst vernichtend treffen wird. DerAgrarier will das Jobbcrihum bekämpfen, macht cs aber durch Vernichtung der Börfen erst recht gefährlich. Forcirie, sprunghafte Preisverschiebungen werden dem Landwirth wenig Segen bringen, wohl aber dem Händler.
Ein ebenso bedenkliches Steckenpferd der Agrarier ist der Bimetallismus Man bildet sich ein, in Gold ausgedrückt seien die Preise zu niedrig, die Doppelwährung würde sie erhöhen. Es ist aber eine unglückliche tolle Idee, an die Möglichkeit zu denken, daß man ein festes W-rthvcrhältniß Herstellen könnte zwischen dem fast unvermehrbaren, darum sicherwerthigen Golde und dem Silber, welches in fast unbegrenzter Menge gewonnen werden kann. Das ist einfach unmöglich.
Etwas Praktisches, etwas sehr Praktisches liegt der fixen Idee der Silberwährung dennoch zu Grunde: man könnte Schulden, die man in Gold gemacht hat, inSilber abzahlen und hierdurch bis zu 50 pCt. gewinnen. Fürwahr ein „großes Mittel", aber ein solches, dem der Staat, solange er nicht unigestürzt ist, stets die Genehmigung versagen wird. Es wäre kein gerechtes Mittel. Ob cs ein praktisches, wirksames Mittel wäre, steht auch sehr in Frage, ich z. B. glaube es nicht. Nach aller auf Erfahrung gegründeter Wahrscheinlichkeit würden im nächsten Menschenalter die Erben oder die Käufer eine gleich hohe Schuldenlast haben, nur auf dem Silberfuße.
Die „groben Mittel", von welchen die Agrarier träumen, sind Illusionen, theils absolut unannehmbar, theils von illusorischer Wirkung. Wir werden das sehen, wenn wir nach den rein-agrarischen Forderungen jetzt auch die übrigen Forderungen betrachten, welchen der Staat schon so weit entgegengekommen ist, daß er die Sache der Agrarier zu der seinigen gemacht hat. Dr. K. Sch.
* * *
AnS Baden wird der „Franks. Ztg." geschrieben: „Und wie er sich räuspert und wie er spuckt", das haben unsere Bauern dem ostelbischcn Junker prächtig abgeguckt. Es acht jetzt eine Berechnung über bie Selbstkosten des Tabaks durch badische Blätter, die cs zeigt, wie man die Sauern agrarisch bearbeitet und
;cn
Mk. 18.
. 16.
, 2.
. 64.
10.-
15.-
6.-
48.-
10.-
80.-
6.50
15 —
dreimaliges Pflügen, Eggen und Schleifen. . . Auffahren des Dunges..........
Ausbreiten desselben Werth des Stallmistes Beschaffung der Tabalpflanzen Setzen und etwaiges Voraießr" Nachsetzen, Hacken, Häufeln.......
Köpfen und mehrfaches AuSbrechen .... Ernten, Einfädeln und Aufhängen ....
Abhängen, Bündeln und Verbnngen zur Waage »acht des Ackers oder Zins vom Kapital . .
teuere, Umlagen, Unfallversicherung . . .
Generalkosten............
für Bauernbund und Landwirthcbund, für Zollerhöhungen und Steuernachläffe einfängt ober einzufangen sucht. Auf die Frage: Was kostet den Bauer ein Ceutner Tabak? wirb folgende Rechnung ausgestellt:
Für einen Morgen Tabakfeld
Mk. 302.60
ab dem Acker verbleibender
Dung einschließlich Stengel und Wurzel ... .„ 32.— bleibt Mk. 270.50
Auf einen Morgen einen Ertrag von 12 Ceutner gerechnet, stellt sich der Ceutner auf 22 Mk. 50 Pf. Produktionskosten. Wer also Tabak unter 22 Mk. 50 Pf. verkaufen muß, weil seine Qualität nicht mehr wcrth, legt Geld zu; nur der Preis, der über 22 Mk. 50 Pf. crgiebt, ist ein solcher mit Reingelvinn. Diese Rechnung ist ausgezeichnet! Bei den Produktionskosten ist zunächst außer dem etwaigen Pachtgeld für den Acker und dem kleinen Betrag für Samen keine haare Auslage; alle Arbeit und aller in den Alkes zu verbringende Dünger ist aus der eigenen Familie und SEirtw schäft des Bauern stammend, der Erlös ans Tabak vorzugsweise also die Bezahlung für Arbeit. Und wie schön ist die Arbeit berechnet, und wie hoch ist der Grundwerth eines Morgens angeietzt, wenn man 80 Mk. für Kapitalzins rechnet! Mit welchem fteudigcn Staunen unsere Tabakbauern diese Rechnung lesen, das muß man sehen, cs lacht einem selbst das Herz im Leibe. Nächstens wird auch eine ähnliche Rechnung darthun, daß jeder Apfel 10 Pfennig zu produziere kostet und für Getreide und Kartoffeln hat man yi schon die norddeutschen Rechnungen. Aber eS giebt auch noch ehrliche Bauern, und die sagen, sie hätten feit Jahren nicht eine so gute Zeit gehabt als 1898.
Deutscher Reichstag.
Berlin, 10. Januar.
Am BundeSraihstisch Graf Posadowsky, v. Thielemann, v. Hammerstein. — Präsident Graf B allestrem gebeult dcS Ablebens des Alterspräsibenten, Abg. Dieben. Das Haus erhebt sich zu Ehren bes Dahingeschiebenen. — Auf der Tagesordnung steht zunächst die definitive Wahl des Präsidiums. — Auf Vorschlag dcS Abg. o. Levetzow wird das bisherige Präsidium per Acclamation wiedcrgewähli. — Es wird nunmehr eine RechnungSiache erledigt und sodann die Uebereinkunst zwischen Deutschland und den Niederlanden, betreffend die gegenseitige Zulassung der Thierärzte, in erster und zweiter Lesung debatteloS erledigt. — ES folgt die Berathung der Interpellation v. Wangenheim: Ob der Reichskanzler bereit fei, Auskunft zu geben über die Enauete-Ergebniffe der angeblichen F l c i s ch n o t h. — Graf Posadowsky erklärt sich bereit, die Interpellation sofort zu beantworten. — AbgeordneterWangenheim (toitf.) begründet bie Interpellation. Er weist dabei den Vorwurf zurück, den man der deutschen Landwirthschaft gemacht habe, daß sie sich nicht genug um die Forderung der Viehzucht bemüht habe. Weiter verbreitet sich Redner über die Notbwendiakcit von Sperren zum Schutze gegen bie Einschleppung von Seuchen. Nach einer ihm vorliegenden Zusammenstellung von Marktberichten aus 300 Orten im Vorjahre sei von einem mangelhaften Viehauftrieb durchaus nicht die Rede, ebensowenig von kolossal hohen Preisen. Daß die Landwirthschaft so weite Schritte vorwärts habe thun können, das Derbaute sie zum großen Theil dem deutschen LandwirttzschastSminister. (Große Heitertelk.) — Schatzsekrelär Posabowsky führt aus, daß bet aUgemctne Eindruck der Anworten, die auf bie vom Reichskanzler wegen der Fleisch-Versorgung der ist, daß die Riuderprcise und Rindfleisch- Preise stellenweise gestiegen sind, an anderen Stellen aber gleich geblieben oder sogar gefallen sind. Anders liegen die Dinge bei den Schweinen. Die Preise sind da fast durchweg, stellenweise sogar erheblich höher. Redner betont weiter, was den Fleischbedarf bc- tteffe, so sei dieser absolut und relativ gestiegen. Es habe eine
(Nachdruck verboten.)
Affen- und Glephanten-Uernunft.
Es bestehen noch immer große Meinungsverschiedenheiten darüber, ob der Verstand, den die Thierc zweifellos besitzen, nur dem Grade oder auch dem Wesen nach von dem menschlichen Verstände unterschieden ist. Unter den Naturforschern werden die meisten zu der ersteren Ansicht neigen, und solche können dafür mit gutem Grunde ein Beweismittel ins Feld führen. Die Thicrc mit Ausnahme unserer Hausthiere, die wir in der Gefangenschaft beobachten, find durch den Menschen in eine gänzlich fremde und ungewohnte Umgebung versetzt, in die sie sich allerdings nicht zu schicken wiffen. Mau hat aber auch unter den Menschen zahlreiche Beispiele, daß sie sich nicht gerade geistreich benehmen, wenn sie sich Plötzlich ganz aus ihren gewohnten Verhältnissen herauSgerissen und tu eine fremde Umgebung versetzt sehen. Angesehene Forscher, wie, um nur ein Beispiel zu nennen, Du Bois-Reymond, sprechen den höheren Thieren nickt nur eine gewisse VerstandeSanlaae, sondern auch Logik und vernünftige Ueberlegung zu. Gleichviel, rote der Einzelne sich grundsätzlich zu dieser Frage stellen mag, werden ihn einige merkwürdige Geschichten tnterejfiren, die Dr James Weir neulich dem Londoner “English Mechamc ’ mit- tteilte. „Vor einigen Jahren hatte sich in der Umgebung von St. Louis ein Kapuziner-Affe eine Verletzung seiner Vorderpfote zugezogeu, und ich wurde gerefen, um ihm einen Verband an- mfcaen Während das Thier sich in Genesung befand, lernte es mich genau kennen und rhat jebeSmal einen vergnügten Ausruf, wann es mich zu Gesicht bekam. Sein Wärter ließ ihn bann heraus, Worauf er mein Gesicht mit den Pfoten streichelte und zuweilen laute Aeußerungen der Freude hören liefe. Eines Tages, als ich wieder nach ihm zu fetzen gekommen war, wollte ihn der Wärter nicht aus dem Käfig herauSlafsen. Der Affe schien barober äußerst
verwundert und verlegen und fetzte sich scheinbar in tiefen Gedanken auf den Boden. Plötzlich ttjat er einen lauten Schrei rote in großem Schmerz und begann in feinem Käfig auf und nieder »u gehen. Dabei hielt er bie verletzt gewesene, aber schon seit mehreren Wochen völlig geheilte Vorderpfote mit seiner anderen Hand und betrachtete fie mit besorgtem Blick. Sowohl dem Wärter wie mir war sofort klar, was der Affe wollte: Er heuchelte eine neue Verletzung, damit er zu nur Herausgelaffen würde. Er sollte sich auch nicht verrechnet Haden und seine Klage- töne Hütten sofort auf, sobald er feinen Zweck erreicht hatte." Von der Folgerichtigkeit des Gedankengangcs im Affengehirn wird m diesem Fall Jeder überzeugt sein. In demselben Afsenhause befand sich ein Klammeraffe, der der glückliche und effersuchtige Besitzer eines Seinen runden Metallspiegels war, den er stets sorgfältig in einer seiner Hände trug. Er schien ihn als einen großen Schatz zu betrachten und war außerordentlich besorgt, daß die anderen Affen ihn stehlen möchten. vr.Weir wollte sehen, wie er sich nun während der Fü'tterungszeit verhalten würde, da er stets mit beiden Händen die speisen zum Munde zu führen pflegte und veranlaßte den Wärter, eine Schale mit Milch und Brod in den Käfig zu stellen. Der Affe warf einen schnellen Blick auf die Futterschale, aber sofort fiel ihm ein, daß er mit nur einer freien Hand gegen die anderen Affen, die mit ihm im Käfig waren, zu kurz kommen mürbe. Er rannte einige Male im Käfig hin und her unb machte bann plötzlich Halt, indem er sich die Sache reiflich zu überlegen schien. Plötzlich eilte er auf die Vorderseite des Käfigs, stteckte seine Hand durch das Gitter unb brückte den kostbaren (spiegel dem Wärter in die Hand. Dann machte er fich ungehindert über die Schale her und begann feine Backentascheu eifrig mit beiden Händen zu füllen. Noch außerordentlichere Beispiele von Ueberlegtheit können für den Elcphanten angeführt werben. Die Haut eines Elevtzanten ist trog ihrer großen Dicke aufecrorbentlich empfindlich, sodaß die Riesen- thicrc unter Fliegen, Mücken und anderem Ungeziefer stark zu leiden
haben. Dr. Weir sah einmal einen Elephanten, der einen in feinem Gehege stehenden Strauchbesen mit dem Rüssel ergriff und damit alle Fliegen von feinem Rücken abfegte, die er mit dem Rüssel allein und mit dem Schwänze nicht hatte verscheuchen können. RomaneS, ein namhafter englischer Naturforscher, sah einmal einen Elephanten, rote er von einem Zaune ein Stück Bambus abbrach.es mit dem Rüssel festhielt und unter einem feiner Vorderfiiße zersplitterte. Er war von dem Ausfall scheinbar nicht befriedigt und verflihr mit einem zweiten Bambusstücke ebenso. Dann nahm er einen Splitter in seinen Rüssel und kratzte damit an einer Stelle zwischen feinen Vorderbeinen. Nickt lange Darauf fiel eine große Elcphanten- lans zu Boden, die alsbald unter den hornigen Zehen des Elephanten zu einer unförmlichen Masse zertreten roiirbe. In der zur Herstellung eines geeigneten Instrumentes gemachten Wiederholung liegt ohne Zweifel der Vorgang einer Ueberlegung und eines Unheils ausgedrückt. TaS Wunderbarste tst aber folgende Erzählung von Dr. Weir. Eines Winters waren in der Nähe von St. Louis zwei Elephanten eingrhegt worden. An einem warmen Hellen Frühlingstage Wae eines dieser Thierc in ein Gäßchen gebracht worben, das sich hinter dem Stall befand, damit eS dort ein Bad bekäme. Ein vor einen beladenen Kohlenkarren gespanntes Pferd wurde scheu und rannte in voller Geschwindigkeit das Gäßchen hinunter auf den Elephanten zu. Dieser hörte das Geräusch unb sah das Pferd auf sich zueilcn. Er schien die Lage sofort zu übersehen und bie Gefahr zu erkennen. Er liefe sich auf feine Kniee nieder, verbarg den Rüssel unter seinem Leibe, legte sich dann ganz auf den Boden und beugte den Kopf nach vorne. Das Pferd rannte so geradezu mit seinem Karren über den Elephanten weg, unb biejer blieb bis auf einige Kratz- wunbtn unverletzt. Hätte er nicht so schnell ein Schutzmittel ausfindig gemacht, so hätte er ohne Zweifel eine schwere Verletzung ober vielleicht ben Tod durch den Anprall des Wild gewordenen Pferdes und des fchweren Karrens davvnaetragets. -n.
