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Wiesbadener Tagblatt

Verlag: Langgasse 27.

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Mittwoch, den 4. Januar,

1899

Uo. 6

Fernsprecher 9?». 52.

Fernsprecher No. 52.

Abend-Ausgabe

Christen und

«Alexander völlig gebrochen zu haben; er löste von ihnen beherrschte Skupschtina auf und ließ wählen vornehmen. Diese, bei denen sich die ’

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Das Jahr 1898.

Die Balkanstaaten.

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gedeihen lassen, die er füllte. Hätte man im Herzensgründe des Holzhauers lesen können, vielleicht hätte man dort ge­sehen, daß er den Wunsch hegte, eines Tages wie die Eichen unter dem Kusse der guten Axt zu sterben, wenn er eben zu alt sein würde, um das Leben noch weiter schleppen zu können.

Diesen Gedanken überließ er sich, wenn er den Eickwald durchschritt, und sie quälten ihn auch, als er mit seiner kleinen Last nach Hause kam. Dennoch wandte er sich überrascht um, als er seine Thür hinter sich geschlossen hatte. Es herrschte eine seltsameHelle um ihn her, und das war umso sonderbarer, als der Himmel draußen düster war. Ein Sonnenstrahl war mit ihm in die Hütte gedrungen.

Der Vater La Hache legte das Kind auf das Strohbett und begann, es mit großer Verwunderung zu betrachten. Ein leichtes Lachen, gleich dem Plätschern einer Quelle in einem Felsspalt, verklärte das rauhe Gesicht des alten Baum- sällers und er ließ sich freundschaftlich am Bart ziehen. In einer Holzschale war noch ein wenig Milch übrig geblieben, er holte sie. Der Sonnenstrahl trank wie ein kleines Kätzchen und der gute Mann war überglücklich; doch er wußte nicht, war es die gute Handlung, die er eben voll­bracht, oder war es nur das Lächeln dieses kleinen Mundes, daö ihn so zufrieden stimmte.

Die Nacht sank nach und nach hernieder und das Kind schlief vor Ermüdung auf dem rauhen Lager ein; das Geräusch seines Athmens vermischte sich mit dem Schweigen der Hütte; der feine Ton der Nachtigall klang bis zu dem Strohdach herüber und der Holzhauer ließ den alten Kopf in die Hände sinken.

Er begriff, daß ein neues Leben für ihn begonnen und daß auch er vielleicht das menschliche Glück wiederfinden würde, das er aus längst entschwundenen Jahren gekannt, als er noch Kind war. Seitdem hatte er nur Anstrengungen und Elend erlebt und nie zärtliche Worte vernommen.

Das Kind schlief; er trat näher und entkleidete es, doch

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Asien.

Palästina und Syrien brachte im Herbste der Besuch deS deutschen Kaisers, der bereits anderweit beleuchtet wurde, in Aufregung. Die Bevölkerung bereitete dem deutschen Kaiser, als einem Freunde des Sultans, eine ungewöhnlich herzliche Aufnahme.

»hatten; es kam zu heftigen Kämpfen zwilchen immedanern, die erst durch Entfaltung starker Waffenmacht Seitens der Großmächte beendet werden konnten und ein strenges Strafgericht zur Folge hatten. Diese Vorfälle ver­anlaßten die Mächte, nunmehr mit aller Entschiedenheit auf der Räumung der Insel durch die türkischen Truppen zu bestehen. Wohl oder übel mußte sich Abdul Hamid dieser Forderuim fügen; er befahl am 17. September die Zurückziehung seiner Truppen. Am 15. November verließen die letzten türkischen Soldaten die Insel, deren türkische Staatsangehörigkeit damit ein für allemal zu Ende war. Damit schien auch des Sultans Interesse für Kreta erloschen zu sein, denn er setzte dem von den Mächten nun wieder aufgenommenen Vorschläge, den Prinzen Georg zum Oberkommissar der "Mächte aus Kreta zu ernennen, nur mehr passiven Widerstand entgegen. Bereits am 21. Dezember hielt Prinz Georg seinen Einzug in die Hauptstadt Kanea, und schon am 26. verließen die Admirale der Großmächte die Insel.

Rumänien bildet unter den unruhigen kleinen Staatswesen der Balkaichalbinsel den ruhenden Pol in der Erscheinungen Flucht. Auch das Einvernehmen mit Rußland, das seither zu wünschen übrig ließ, hat König Carol zu einem freundlichen zu gestalten verstanden, und bei emcr Reise die er mit dem Thronfolger Ende Juli nach Petersburg unternahm, durste er sich des herzlichsten Empfanges Seitens des Czaren erfreuen.

Zn Serbien hat Exkönig Milan wieder Oberwasser be­kommen : er wurde am 6. Februar zum Oberbefehlshaber des Heeres ernannt. Mit den seither herrschenden Radikalen scheint König Alexander völlig gebrochen zu haben; er löste am 22. März die

' ""»> li-ß am 5. Juni Neu-

Radikalen der Ab-

Die Türkei hat sich im Jahre 1898 nach altbewährtem Rezepte durch ihre mannigfachen Nöthe bindurchgearbeitet, doch mußte sie sich es gefallen lasten, daß ein weiteres Glied ihres europäischen Staatskorpers, die Insel Kreta, losgelöst wurde. In Armenien herrschte ausnahmsweise im ganzen Jahre leidliche Ruhe, dagegen machten die unaufhörlichen Unruhen in Macedomen und in deren Gefolge fortwährende Grenzplackereien mit Serbien, Montenegro und Bulgarien der türkischen Regicmng viel zu fd^r* Nach innen und außen wurde das Ansehen des Sultans bedeutend | geyobenden Besuch des deutschen Kaiserpaares in Konstantinopel I ^rct a, ipn deswillen im Vorjahre der griechisch-türkische | Krieg geführt worden war, stand das ganze Jahr über unter der Herrschaft der Großmächte, die die Insel mit Kriegsschiffen mn- E geben und ihre festen Platze mit Truppen besetzt hatten. Der Plan, den Prinzen Georg von Griechenland zum Generalgouverneur von Kreta zu ernennen, muhte zunächst im Februar infolge energischen

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(Nachdruck verboten.)

Nrrle.

Novellette nach dem Französischen von Wilhelm Thal.

I.

Als der Vater La Hache, der Holzhauer vom Bois-de- Chönes, eines Abends mit seiner Axt auf der Schulter nach Häufe ging, fand er an einem mit grünem Moosbewachsenen Fußpfad ein kleines schreiendes Wesen. Der Vater La Hacke hatte ein gutes Herz und ging auf die Kleine zn, um ihr, so weit es ihm möglich war, Hülfe zu bringen. Er E konnte zuerst nur die blauen Augen des Kindes und seine rosigen Wangen unterscheiden, denn das Alter hatte seine Blicke bereits ein wenig getrübt. Er bückte sich und nahm das Kind vorsichtig in die Höhe, dann nahm er es mit in "fr seine Hütte.

Die Hütte des Vaters La Hache befand sich inmitten eines Eichenwaldes, die Wände waren aus Baumzweigen hergestellt und das Dach mit Stroh belegt; man trat durch r- eine Thür aus Blättern ein, und sah durch Fenster aus Ephen unter Vorhängen aus Blumen auf den Wald hinaus. , Der Vater La Hache schlief auf Stroh, seine gute Axt lag neben ihm und unter den Kopf legte er als Kopfkissen eine s Flasche voll rothen Weines. Die Möbel waren spärlich ver­treten und man aß gern mit den Fingern, doch die Hütte war trotzdem ein wahrer Palast, und man sieht im „Sommernachtstraum" des großen Shakespeare nichts . Schöneres. Der Vater La Hache kannte den großen t Shakespeare allerdings nicht, doch dafür kannte er die X Sommernächte recht genau, und in einer dieser Nächte legte s- ihm ein freundlicher Kobold ein kleines Mädchen in den = Weg, das sicherlich nicht allein hierhergekommen war.

Der gute Mann hatte nie ein Kind in den Armen ge- l halten, bettn die Gattin, deren Namen er aus Freundschaft l tfug, hafte ihre rauhen Liebkosungen nur den Bäumen an«

«. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 SRI. tiö Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Widerspruchs des Sultans aufgegeben werden. Am 15. Februar zog sich Deutschland von der Insel ganz zurück, und am 12. April folgte Oesterreich-Ungarn diesem Beispiele, sodaß die fernere Ent­wickelung der Geschicke Kretas von England, Frankreich, Italien und Rußland geleitet wurde. Die vier Mächte ließen, am 19. Juni die Wahlen zur kretischen Nationalversammlung vornehmen, denen sich die Mohammedaner völlig fernhielten. Dieses Parlament nahm am 20. Jul: die von den vier Großmächten ausgearbcitete Ver­fassung der Insel an, die zwar die Oberhoheit des Sultans scheinbar aufrecht erhielt, in Wirklichkeit aber aus Kreta ein selbst­ständig regiertes Land machte. Neue blutige Unruhen brachen am 5. September in Kanea gegen die Engländer aus, die sich der Zoll- büreaus bemächtigt hatten; es kam zu heftigen Kämpfen zwischen

für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Außgab« bis 3 Uhr Nachmittags. — Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur 'SVIUIHIJhIV nächsterfcheineuden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

stimmung enthielten, ergaben ein aus 114 Liberalen, 62 Fort­schrittlern, 17 Wilden und einem Radikalen bestehendes Parlament, das sich willig der Regierung fügte.

Ferdinand, der ehrgeizige Fürst von Bulgarien, hat die so S erstrebte Königswürde noch immer nicht erlangt. Seine viel- :n Reisen ins Ausland führten ihn u. A. Mitte Juli nach Moskau und Petersburg, am 8. August nach Cetttnje zum Fürsten von Montenegro. Jrn Lande herrschte während des Jahres leid­liche Ruhe.

Griechenland beginnt sich allmählich von den schweren Schlägen, die ihm der 1897er Krieg zugefügt, zu erholen. Arn 14. Januar kam die auf Drängen Deutschlands getroffene Ab­machung mit den Staatsgläubigern zu Stande, durch die einer weiteren Schädigung der Staatsgläubiger vorgebeugt und eine inter- .....i_____Finanzaufsicht eingesetzt wurde. Die durch den unglücklichen

Krieg beeinflußte Volksstimmung kam am 27. Februar in einem glück­licher Weise vereitelten Mordanschlage gegen König Georg zum Aus­druck. Durch eine am 28. Februar ausgeschriebene, von England, Frankreich,^ Italien und Rußland gewährleistete Anleihe wurde das Land in Stand gesetzt, die türkische Kriegsentschädigung zu be­zahlen. Die in ihrer Mehrheit aus Parteigängern Delyannis' bestehende Kammer wurde am 4. April aufgelöst; die Neuwahlen ergaben eine bedeutende Schwächung der Pattn Delyannis' und eine Stärkung der friedensfreundlichen Elemente. Die Räumung Thessaliens durch die türkischen Truppen begann am 15. Mai und war in wenigen Wochen beendet. Die von dem Ministerium Zaimis Dorgenomntcnen gesetzgeberischen Reformen, eine Verminderung der Beamten und eine anderweite Regelung des Steuerwesens, wurden am 20. Juni von der Kammer angenommen. Arn 7. November trat das Kabinett, dessen Aufgabe in der Hauptsache erfüllt war, imrück, doch bildete Zaimis im Auftrage des Königs eine neue Regierung. Die Kammer wurde am 20. Dezember aufgelöst und -'S wurden Neuwahlen auf den 19. Januar ausgeschrieben.

Britisch-Jndien, das, namentlich in der heißeren Jahres­zeit, von der Pest in furchtbarer Weise beimgesucht wurde, war fortgesetzt der Schauplatz von Unruhen, entstanden durch Auflehnung der Eingeborenen gegen die zur Bekämpfung der Seuche ergriffenen Maßnahmen.

Ostasien wurde iiu^Jahre 1898 mehr und mehr der Tummel­platz sich widerstreitender Interessen der civilisirten Mächte, in erster Lime China, dessen langsame Auftheilnng sich vorzubereiten scheint. Den Anfang darin machte Deutschland, das am 7. März einen Vertrag mit der chinesischen Regierung schloß, durch den rhm die Bucht von Kiautschou nebst Hinterland abgetreten wurde; alsbald ergriff das deutsche Geschwader von der neuen Kolonie Besitz. Ferner wurden Deutschland Niederlassungen in Hankan und Tientsin eingeräumt. Dann folgte Rußland, dem China am 24. März den festen Platz Port Arthur mit Talienwan abtrat. Arn 4. April wurde vertragsmäßig die von den Japanern im Mai zu räumende Festung Wei-hai-Wei und am 8. Juni ein großes Gebiet bei Hongkong den Engländern „verpachtet", und am 12. April erhielt Frankreich seinen Äntheil in Kwang-Schau-Wan. Auch in wirth- schaftlicher Hinsicht entbrannte zwischen den in Ostasien uitereffirten Mächten ein heftiger Wettstreit, der sich bald zu einem unversöhn­lichen Gegensatz zwischen England und Rußland auswuchs. Letzteres hatte von Port Arthur aus, wohin es die sibirische Bahn weiter zu bauen im Begriffe steht, seine Hand nach und nach auf die ganze Mandschurei, insbesondere den wichtigen HafenNiutschwang, gelegt. Welch' lebhaftes Interesse Deutschland an den Vorgängen in O;t- asien nimmt, kam zum Ausdruck in der Entsendung des Prinzen Heinrich nach Kiautschou, von wo aus dieser amjlZ.Mai in Peking eintraf und dort am 14. vom chinesischen Kaiser empfangen wurde. Kiautschou wurde am 2. September zum Freihafen erklärt; andern wirthschaftlichen Ausbau der Kolonie wird mit allen Kräften gearbeitet. Sim 21. November enthüllte Prinz Heinrich ein zu Shanghai zu Ehren der Untergegangenen des „Iltis" errichtetes Denkmal. Die beginnende Zersetzung des chinesischen Riesenreiches im Innern zeigt sich auch in einem großen, seine Spitze gegen das Mandschu-Herrscherhaus richtenden Aufstande im Süden Chinas,

der seit Anfang Juli wüthet und heute noch nicht bewältigt ist. Am Kaiserhofe zu Peking rangen im Sommer Monate lang England unh Rußland um den tonangebenden Einfluß. Stuf des letzteren Seite stand der verschlagene Ll-Hung-Tschang, während sich der Kaiser zu England und der westlichen Kultur hinneigte. Schonfchien es, als sollte England den Sieg davon tragen, denn am 9. September fiel plötzlich Li-Hung-Tschang in Ungnade, wurde aller seiner Slemtft entsetzt, und es erschien eine Reihe kaiserlicher Erlasse, die curot päischen Verhältnissen zusteuerten. Da trat Rußland mit allem Nachdruck in die Bresche; es fand eine wichtige Verbündete in bei Kaisers Tante, der Kaiserin-Wittwe, die aller westlichen Kultur feind ist. Durck eine Palastrevolution wurde am 21. September, einen Tag nach dem Empfange des japanischen Ministers Marqui» Ito durch den Kaiser, der junge Kaiser entthront, und die Kaiserin, Wittwe übernahm die Regentschaft; Li-Hung-Tschang erhielt Ami und Einfluß wieder, der vorwiegende Einfluß Englands war völlig gebrochen und wollte sich trotz aller drohenden englischen Flotten­kundgebungen bis heute nicht wiedergewinnen lassen. Auch mit den Interessen Frankreichs kam England, als ersteres als Ausgleich für Ermordung eines Missionars Vergrößerung seiner Niederlassung in Shanghai forderte, in Widerstreit.

Japan bildete zu allen diesen Vorgängen den aufmerksam beobachtenden, seine Zeit abwartenden Zuschauer. Im Innern hat das aufitrebenbe Land mit den Segnungen der westlichen Kultur auch die Ministerkrisen übernommen. Am 12. Januar bildeten die Grafen Ito und Oknma ein neues Ministerium, das am 13. März Neuwahlen zum Abgeordnetenhaus vornehmen ließ. Doch konnte das Kabinett sich mit diesem über wichtige Fragen nicht einigen und löste deshalb am 10. Juni das Parlament auf. Am 26. Juni mußte Graf Ito, dessen zurückhaltende chinesische Politik viele An­feindung fand, zurücktreten, woraus Graf Okuma das neue Kabinett bildete. Unter dessen Herrschaft trat am 1. Juli das neue Handels­gesetzbuch, am 15. Juli das neue bürgerliche Gesetzbuch in Kraft. Da die N uwahlen zum Abgeordnetenhaus keine zuverlässige RegierungS nehrheit ergaben, trat auch dieses Ministerium anfangs Noveniber zurück, und nun bildete Marschall Graf Jamagata eine neue Regierung.

Betreffs Koreas kam am 12. Mai ein Vertrag zwischen Rußland und Japan zu Stande, der die Interessengebiete beioet Machte begrenzte und die Unabhängigkeit Koreas gewährleistete. Eine im November sich geltendmachende Strömung gegen die Aus­länder veranlaßte ein gemeinsames Eingreifen der in Korea inter- effirten Mächte.

Wichtige Ereignisse spielten sich auf den Philippinen ab, die einen Theiss des Kriegsschauplatzes des fpanisch-nordamenkanischen Krieges bildeten. Schon Anfangs April war, als die Beziehungen zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten den bevorstehenden Ausbruch des Krieges als zweifellos erscheinen ließen, ein neuer Aufstand der Tagalen ausgebrochen, deren verbannter Führer Slguinalbo ans Hongkong nach den Philippinen zurückgekehrt war. Nach der Kriegserklärung zog sich ein amerikanisches Geschwader unter Admiral Dewey in Ostasien zusammen, das in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai die Einfahrt in die Bucht von Manila erzwang und das dort ankernde, meist ans veralteten Holz­schiffen bestehende spanische Geschwader völlig vernichtete. Alsbald nahmen die Amerikaner die Belagerung Manilas tn Angriff, zu deren Förderung sie noch eine beträchtliche Truppenmacht nach Manila entsandten. Die Insel Luzon gerieth nach und nach in die Hände der Aufständischen, die am 25. Mai die philippinische Republik mit Slguinalbo als Präsidenten ausriefen. Am Tag der Unterzeichnung des Friedensprotokolls, am 12. August, ergab sich Manila den Amerikanern. In dem Vorfriedensprotokoll war zwar nur die Einräumung einer Kohlenstation an die Amerikaner und die pfandweise Besetzung Manilas vorgesehen; trotzdem aber zwangen die Slmerikaner bei den Pariser Friedensverhandlungen die Spanier zur Abretung der ganzen Inselgruppe gegen eine Entschädigung von 20 Millionen Dollars. Die Eingeborenen störten sich wenig an den Friedensschluß und setzten den Kampf gegen die Spanier fort; Anfang Oktober versuchten sie auch dieVisayaS-Jnseln zu be­setzen, wurden aber zurückgeschlagen. Wie sich die Amerikaner mit den Eingeborenen abfinden werden, steht noch dahin.

cs halte an der Wasche kein besonderes Zeichen, das die Aufmerksamkeit erregen konnte; nur unter dem Hemdchen bemerkte er, daß das Kleine in eine Matrosenbluse gewickelt war, auf der man zwei gekreuzte Aexte bemerkte. Er blieb lange stehen und betrachtete die Zeichen, dann sagte er zu sich:

„Zwei Aexte? Kein Zweifel, sie ist für mich bestimmt und man hat sie mir in den Weg gelegt, damit ich sie zu mir nehmen soll ... "

II.

.... Die Hütte hat sich jetzt ein wenig erweitert; Winden schlangen sich in den Epheu, Glockenblumen nickten mit ihren blauen Köpfen auf der grünen Schwelle und in einem Verschlag meckerte eine Ziege. Auch innen hatte man einige Acndcrungen vorgenommen, man glaubte Stühle und Tische zu sehen, ja sogar eine Art Schrank war zu be­merken. Die gute Axt hatte die Kraft gehabt, das Alles hcrzustellen. Endlich hatte sich die Hütte auch noch um einen kleinen Hundestall vermehrt, denn das kleine Mädchen mußte doch einen Wächter haben, der es während der Abwesenheit, des Holzhauers vor jedem etwaigen Angriff schützte!----

Jahre, viele Jahre sind seitdem verflossen und das Kind ist jetzt groß geworden; wegen des melodischen Pfiffes seiner hellen Stimme hat der Vater La Hache es „Lizzie" genannt.

Lizzie klingt wie ein Vogelname, und vielleicht ist das Kind dann die Fee des Eichwaldes geworden. Der Vater La Hache hat nicht geduldet, daß das Kind irgend welche Arbeit verrichte, er wollte nur, sie solle immer spielen und lachen. Er machte eine kleine Wilde aus ihr, doch diese kleine Wilde war ein Engel, der bildschöne Augen hatte und sich gar zu gern in den klaren Wellen der Quellen spiegelte.

Der verlassene Wald, ein wahres Paradies, und die Vögel und Blumen und Lizzie dazu, bildeten ein reizendes Königreich. Lizzie nahm ihre weiße Ziege mit und der Hund folgte ihnen mit lautem Gebell. Sie pflückte viel