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Verlag: Lauggasse 27.

No. 26.

1898.

1898

ie. 52.

(Nachdruck verboten.)

einen.

- Hand an ein großes Werk, ein iilie, die ihn ebenso rauh angefahrcn war ein allerliebster Hocker in iger Zug lag um Fritzens Mun>. auch so behandeln und ihn alS n, der nicht weiß, was ihm schadet» ermahnt, so würde er das weiter haben; denn in den Augen der e, auch ivenn sie noch so alt sind, Nena schmerzte es ihn! Sah das e Geschöpf denn nicht, daß er es !t aller Kraft seines erwachenden der Unterschied von zwei Jahren Und was die Zukunft anbetrifft, ahren noch gewiß gerade so schön würde er ja hoffentlich so weit

Graden der Vibration bis zum heftigen Aufschlagen an das Auge besteht, letzteres namentlich bei vernachlässigter Schirrung. Das Aufschlagen wird oft auch von nur einem lose baumelnden Scheuleder besorgt.

Der Volksmund trifft nur all' zu oft das Richtige und nennt, wo immer ich in Oesterreich-Ungarn deutschsprechendes Volk hörte, die Scheuklappen-Blenden, ja eine Blende-Folter sind namentlich die Durchschnittsscheuklappen, denn richtig gestellte und sixirte trifft man selten, und auch solche sind nur werth, herabgerissen zu werden.

Es wird freilich von Manchen geltend gemacht, bei dem un­säglichen Pferde-Elcnd solle man auf die Scheuklappen nicht zu viel Gewicht legen, und es gäbe ja auch an der übrigen Schirrung so sehr viel, was foltert. Letzteres ist durchaus wahr, aber rationelle thierschiitzerische Schirrung wird leider die jetzt vielfach übliche nur allmählich ablösen, aberden quälenden ledernen Augenlappen kann man rasch herunterreißcn. Ucbrigens wird die folternde Eigenschaft dieser allverbreiteten Teufelsmode ungemein unterschätzt; denn das Pferd wird durch dieselbe bei Bewegung fortwährend irritirt und dieses zwar umsomehr, als die Nervenleitung vom Auge zum Centralorgan sehr kurz ist. Auch wenn die armen Thiere schon erblindet sind, werden dieselben nur zu oft durch Aufschlagen an die wunden Stelle» gepeinigt.

Der aufopfernde Beschützer der Pferde in Budapest, Herr Gustav Grimm, der täglich die Sandgruben und andere Orte aufsucht, wo Pferde unter der Menschenwürde geschunden werden, findet, daß die Scheuklappen bei den Marterfuhrwcrken letzter Kategorie als Augenschutz gegen Schläge betrachtet werden können. Traurig genug, daß blinde Pferde oder gar solche mit teuflisch gemarterten Augen noch zur Arbeit zugelassen werden; ein Ver­bot würde die Rücksichtnahme auf das Sehorgan erzwingen. Wie ich vernehme, ist dies in vielen Theilen Rußlands der Fall. Wenn es sich so verhält, wäre es angezeigt, vor dem Gesttkungsforlschritt des Ostens nicht zurückzubleiben. Freilich sollte es eines Beispiels in solcher Angelegenheit nicht bedürfen.

Mit Recht betont man in neuerer Zeit, daß sich der Sinn für das Schöne nicht nur in der Anhäufung von Kunstwerken ui Museen und den Palästen der Reichen, sondern in Allem, was uns umgiebt, aussprechen soll, und da wäre es in doppeltem Sinne eine dankbare Aufgabe für Aesthetiker, darauf hinzuweisen, datz z. B. ein elegantes Gespann bei Anwendung von Scheu­klappen, Austatzzügel, -nglistrten Schweifen rc. nichts weniger als wirklich vornehm aussieht, denn zum Gigerl eignet sich nur der Mensch, welcher Knirps nicht selten unsere unendliche All­mutter Natur zu überbieten trachtet, indem er ihr Unnatur entgegensetzt.

Da heißt es zuweilen, bei eleganten Karaffen wird man Aufsatzzugcl und diezierenden« Scheuklappen niemals ent. , ^en können. Ein Lederlappen ist also schöner als der leuchtende Spiegel der Thierseele, das Auge, welches er plump verdeckt. _£) Mode^du bist^dumm und orausam rualeiL,

»6. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgabe». Bezugs-Preis: durch den Vertan SO Pf», monatlich durch d'«

Das Auge des Pferdes

Von A. v. Wertyer.

fuhr Rena fort. Ein erneutes Brummen, das wahrschein­lich einen heftigen Protest ausdrücken sollte, erfolgte, und man hörte, wie ein Riegel scharf zugeschoben wurde.

Meinetwegen thu, was Du willst, Fritz," sagte das junge Mädchen ärgerlich;ich hab's nur gut mit Dir ge­meint! Wer nicht hören will, muß eben fühlen!"

.Der mitFritz" angeredete Unsichtbare reagirte auf dielen letzten Entrüstungsschrei nicht mehr; er setzte dem­selben nur ein verächtliches Schweigen entgegen. Rena kehrte achselzuckend auf ihren Platz zurück. Ihrer kleinen Schaar hatte sich indessen wieder die vorhin nur mühsam gebändigte Weihnachtsunruhe bemächtigt, und sie mußte all' ihre Kunst aufbieten, um Ordnung zu stiften.

Fritz, der Bewohner des NebenstübchenS, des Amts­gerichtsraths Aeltcster, ein siebzehnjähriger Sekundaner,

Gewohnheit und Herkommen vermögen die allgemeine An­sicht und Auffassung in Bezug auf manche Dinge ganz außer­ordentlich zu bestimmen; unter solchem Einfluß steht auch das Durchschnittsurtheil über die Sensibilität und Irritabilität des Pferdeauges, respektive jener Theile des Gehirns, welchen durch das Auge Reize vermittelt werden. Wir sind ängstlich Vor­sicht,g, wenn es gilt, unseren Augen Störendes fcrnzuhalten, finden aber nichts daran, wenn der obere Theil der Pferde­mähne tief in die Stirn gekämmt wird; wenn die auch außer- halb Ungarns, bei dem Juckergeschirr üblichen Riemenfransen (Sallang) um die Augen herumfuchtcln, oder zur Ver­schönerung" angebrachte breitere Lederlappen während" des Ganges auf die Stirn aufschlagen, den Augen oft in störender Weise nahe kommend. Auch bei der Schirrung der Lastpferde sehe ich häufig Scheiben aus Messingblech, welche, als Zierde an Lederricmen hängend, an den Seiten Herumpendeln sich den Augen oft in recht ungemüthlicher Weise nähernd. Und nun gar die eigentlichste Augcnfolter, die Scheuledcr oder Scheuklappen.

Gewöhnlich werden solche Dinge nicht bemerkt, und auch ich kann mich von dem Vorwurf des theilnahmslosen Ueber- sehens keineswegs freisprcchen. Erst seit ich durch die auch nach Ungarn dringende Agitation des Berliner Thierschutz­vereins aufmerksam gemacht wurde, begann ich zu beobachten und betrübt zu konstatircn, daß hier eine große Summe Leides achtlos übersehen wird.

Während die Fachkreise früher vorschrifismäßiqe Scheu- klappen ausnahmsweise gelten ließen, sind diese nach' neuerem Urtherl ausnahmslos zu verwerfen, und dies ist wohl der richtige Standpunkt.

Die gut ausgeführte Scheuklappe soll bekanntlich weit vom haben ab te$Cn UnÖ neben bcc allgemeinen keine Eigcnbewegung

Da nun die Scheuleder eine zu unsinnige und grausame Mode sind, als daß trotz Agitation eine baldige Abschaffung zu erhossen, so fthr erwünscht diese auch wäre, ist cs von Wichtigkeit, das Schicksal der armen Opfer wenigstens möglichst zu mildern," und da drängt es mich, an die Leser dieser Zeilen die lehr dringende Bitte zu richten, die Scheuklappen sowohl in Ruhe, als auch insbesondere in Bewegung befindlicher Pferde Mig,t anhaltender und eingehender Aufmerksamkeit zu würdigen und zwar dies vom vornehmen Gespann bis zum Karrengaul herab, sie werden finden, daß der vorgeschriebcne weite Ab­stand vom Auge leider so selten, dafür aber alle mögliche Eigen­bewegung nur zu reichlich vorhanden. Diese letztere rührt von nicht hinreichend fester Anheftung an die Riemen, ungenügender Spannung dieser Riemen, oder cs wirken beide Ursachen zu- glnch; tchließlich wird die Eigenbcwegung, namentlich bei Schirrung letzter Kategorie, vielseitig durch ungenügende oder dem Zerfall nahes Material bewirkt. Natürlich wird die Wirkung der Eigenbewegung durch zu große Nähe der Scheu- lcder zum Sehorgan verschärft, welche Bewegung in allen

ne Träume gediehen, als ein er« ür ihn störte.Fritz, ich erlaube arbeitest; es ist schon zu finster!" - -..... - seiner Angebeteten. Das war zu

viel für Fritzens männliche Würde. Der Zorn übermannte ihn. Den Riegel zurückstoßend und die Thür hastig auf. reißend, stand er wie ein erzürnter Jupiter vor Nena.Da siehst Du," rief er,daß ich nichts mehr thue; ich bin doch kein Kind. Ich möchte bloß wissen, ob Du den Doktor Frank auch so ruppig behandeln würdest!"

Kaum war ihm dies unbedachte Wort entflohen, als er es schon bereute. Seine Schwester Loste, der vierzehnjährige Backfisch, kicherte verständnißinnig; Renas Gesicht aber, das vom Lampenlicht hell beleuchtet wurde, hatte sich dunkclroth gefärbt.Dummer Junge," sagte sie verächtlich und kehrte ihm den Rücken.

In sein dunkeles Zimmer zurückgekehrt, hätte Fritz sich ohrfeigen mögen.Dummer Junge!" Ja, sie hatte Recht, er hatte sich wie ein dummer Junge betragen, als,

Sie schützende Ranken flicht.

Sie hemmet der Sünde Gewalten In ihrem verderblichen Lauf, Sie richtet die Kampfesmüden, Die Schwachen und Kranken auf; Sic reicht dem verschmachtenden Wand'rer Den köstlichsten Labetrank:

So wandelt sich Leid in Freude, Und Klage in Lobgesang.

Da klingt es, gleich himmlischen Chören In stiller, in heiliger Nacht Zum Preise der ewigen Liebe, In Christo der Welt gebracht.

Es tönen die Weihnachtsglocken, Das Herz strahlt im Festes kleid: Im Glauben, in heiliger Liebe, Zm Segen der Weihnachtszeit.

Fr. Robrbcck.

"'Srn in Hchleswia-Salstrin, dke ,g selbst bis in die Reihen der Kouser- rcgtem hat sich bekanntlich in Delbrück- der Theologie-Professor Kaftan miß- er auch die dänische Agitation scharf «, offenbar das Vorgehen des Herrn rwtische Adventsfreude bereitet hak, zog hrungen das heraus, was seinen An- und sendet uns die folgenden, aus r Satze zu:Die augenblicklichen AuS- thanen aus Nordschleswig kann it6 «, wie Sie es thun. Bei dieser Mast« eine Frage der politischen Zweckmäßig- g wird sie entweder rechtfertigen ober damit möglicher Weise dem Unfug btt Inhalt gethan werden kann, möchte ich ----1. Und die Dinge liegen so, daß

Sittjeigen-PreiS r

Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige» " ""''artige Anzeige» 25 Pfg. tzeile für Wiesbaden 50 Pfg., aswärtS 75 Pfg.

ihmc später eingereichter Anzeigen zur

-wenn zu außerordentlichen Maßregeln Vhe Presse NordschleswiaS ist bodenlos ir Tag heraus, den bestehenden Rechts- swig als einen Theil von Dänemark widerrechtliche Invasion zu behandeln ?, daß sie mit dem Preßgesetz nicht in »et es nichts, wenn die Betheiligten i daß der Faden der Geduld auch reine» inemark gegenüber! Die Herren Dänen

tsches Reich.

mal-Unchrichte». Wie dasDreSb. Kter der Kaiserin, die Frau Herzogin tcin, statt des bisherigen Namms tarnenHerzogin Friedrich" angenommen, über, liebet die geheimem DreyfuS-» ncnd offiziös diePost": Obwohl bereit» -eutscher Seite versichert worden ist, daß Regierung noch Preußen irgendwie mit estanden, werden doch immer wieder die gemacht, als ob das geheime Dossier enthalte, die auf Deutschland und den jedenfalls geeignet wären, einen Krieg ervorzurufen. Wir erklären deshalb noch Informationen, daß solche Papiere nicht ;rt haben, und wenn sich auf jene Dinge :m vorfinden, diese gefälscht sein müsse», den von Frankreichs Patrioten bc- mit der größten Seelenruhe entgegen.

r die landesgesetzliche Regelung einer Bazare rc. sind zwischen vch Nicht ziMl Abschluß gelangt, und e- Art der Steuer eine endgültige Ent- '/t. Doch wird cs derN. B. K." als ichsten Tagung des Landtags eine Bor-

m Landtage werden am 16. Januar Haus eintreten: Konservative mit 143, .s.rale mit 72, Freikouservative mit 58,

* mit 13, Freisinnige Per-

Als zu keiner Partei gehörig wollen wden. Nach den vollzogenen Neuwahlen erledigt worden, nämlich 7. Lüneburg

^November dieses Jahres) und 3. Guuö °. Dezember dieses Jahres). Seitdem sch den Geheimen Oberregierungsrach ichen Arbeiten, Schwcckendieck (ebenfalls en. Demnach ist nur noch ein Mandat

Zwischenzeit der vorigen Tagung bis och gestorben Dr. v. Cuny (nat.-lib.). t.-lib.) Mäher zu Sill ' '*

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