—-----—
Witobdiirnrr Tsgblsü
«6. Jahrgang.
■ $i
1898;
Dienstag, den 29. November.
Fernsprecher No. 52.
Uo. 556
Fernsprecher No. 52.
Äbend-Ausgsbe
i
i
jgaben. — BezugS-PreiS: Psg. monatlir
(Nachdruck verboten.)
In die Schlinge gegangen.
Erscheint in zwei Ausgaben. - Bezugs-PreiS: durch den Verlag 50 Psg. monatlich, bittet) btt Post 1 Mk. GÖ Psg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
Dreyfus-und Picquart-Prozesscsfestzustellen, sondem der Kassation^« Hof wisse, wie weit seine Rechte gehen. An ihm sei cs, dieselben geltend zu machen. Vor 14 Tagen habe der Kassationshof Mil Mitthcilung der Picquart betreffenden Akten ersucht; da avM die Untersuchung im Gange war, so seien ihm Abschriften zuaestellt worden. Jetzt fei die Untersuchung beendet. WeMt der höchste Gerichtshof die Aktenstücke jetzt verlange, so werde sie die Regierung ihm selbst zugehen lassen.
wb. Paris, 29. November. In den Wandelgängen der Kammer herrscht fast einstimniig die Ansicht, daß die Sprache Dupuys die eines wirklichen Staatsmannes war. Dupuy habe zwar energisch abgelehnt, den Aufforderungen Derer, welche die Vertagung btt Verhandlungen vor dem Kriegsgericht auf ein späteres Datum verlangen, nachzugeben, dabei aber klar fühlen lassen, daß eine Lösung in diesem Sinne sofort eintreten könne, wenn der Kassationshof die Vorlegung des Petit bleu verlange. Man hält die Rede Dup nyj? für eine direkte Aufforderung an den Kassationshof, diesen Antrag, dem die Regierung sofort Folge geben werde, zu stell««. — Mehrere Tausend Personen veranstalteten gestern eine Kundgebung vor dem Gefängniß Cherche midi und brachten Hochrufe auf Picgvart und Pfuirufe auf Rochefort und Drumont aus. Die Polizei zerstreute die Menge und verhaftete eine Anzahl Personen. — Der Akademiker Sully-Prudhomme, welcher im Disziplinär- rathe für die Streichung Zolas aus den Listen der Ehrenlegion gestimmt, erklärt in einer Zuschrift an den ,Temps", er schließe sich Jenen an, welche verlangen, daß die Militarjustiz dem Kassationshof den Vortritt lasse. — Dreyfus dankte seinem Vertheidiger Demange telegraphisch dafür, daß er ihn nicht verlassen, und ersuchte ihn um Zusendung der Fragen, welche er beantworten solle. — Nach den Kundgebungen vor dem Gefängniß Cherche midi zu Gunsten Piequarts versuchten etwa 200 Personen unter Schmah- rufen auf Picquart sich dem Gefängniß zu nähern. Zwischen beide» Parteien fanden verschiedentlich Schlägereien statt. Bis spat in den Abend dauerten die Hochrufe auf Picquart fort. Die vor- genommenen Verhaftungen wurden nicht aufrecht erhalten.
Der Fall Dicqrrart.
Unser Pariser ^-Korrespondent schreibt uns vom Sonntag: „Hätte der Generalstab sich die Aufgabe gestellt, den Oberstlieutenant Picquart zu einem Helden zu stempeln und den Kreis der ihm entgegcngebrachten Sympathieen möglichst zu erweitern, er würde sich zur Erreichung dieses Zieles nicht besserer Mittel bedienen können als derjenigen, die er seit zwei Monaten gegen den Oberstlieutenant in Anwendung brachte." Von der Richtigkeit dieser in der
„Autorits", einem übrigens Dreyfus-feindlichen Blatte, ausgesprochenen Ansicht konnte man sich gestern überzeugen, wenn man den Gesprächen im Pas-Perdus-Saal lauschte. Trotz des parlamentarischen Fericntages wogte es hier und in den Wandelgängen der Kammer wie in einem Bienenschwarm und Alles bewegte sich um den „Fall Picquart". Die große Mehrheit der anwesenden Advokaten erklärte sich bereit, die Vertheidiguug Piequarts zu übernehmen, und nichts ist für den großen Umschwung der Stimmung bezeichnender, * als diese Thatsache, wenn man sich in Erinnerung ruft, wie man sich an derselben Stelle zur Zeit des Zola-Prozesses gegen Picquart verhielt und der vergeblichen Bemühungen seiner Freunde gedenkt, ihm einen Vertheidiger zu finden. Dies ist jedoch nicht der einzige und nicht der wichtigste Beweis für die vollzogene Aenderung. Der Beschluß des Gouverneurs von Paris, Picquart am 12. Dezember vor das Kriegsgericht zu stellen, bildete gleichsam die letzte Erschütterung, die den lange qualmenden Krater der öffentlichen Meinung zum Ausbruch brachte. Sein Inhalt ergießt sich in glühenden Lavaströmen nach allen Richtungen und scheucht M D alle Schichten der Bevölkerung auS der stumpfen Gleichgültigkeit auf, in der die meisten bisher verharrten. Denn, wie oft auch die sich bekämpfenden Preßorgane sich als Vertreter des „Volkes" geberdeten, sie hatten diesen Namen doch nur usurpatorisch mißbraucht und die breiten Bevölkerungs- schichten standen der Dreyfus-Campagne gleichgültig und fremd gegenüber. Der Generalstab einerseits, die Familie Dreyfus und die kleine Schaar der Intellektuellen andererseits waren im Grundegcnommen diejenigen, welche den wahren Interessen — und Prinzipicnkampf durchfochten, während die Judenfresser und Jesuitenfrcffer die Funktion des Kriegs- * geheuls übernahmen. Nun, zum ersten Mal scheint der dem natürlichen Verstände Hohn sprechende und auf einen Racheakt hindrutende Schritt des Generalstabs das Volk oder doch die Stadtbevölkerung zum Widerstande aufzureizen. Die Unterschriften auf den zu Gunsten Piequarts eingeleiteten Protesten beliefen sich gestern auf über 10,000, und es sind vorwiegend Bürger, Arbeiter, Geschäftsleute, Studenten und Beamte, die sich neben Professoren, Künstlern und Gelehrten um dasBanner Der Gerechtigkeit schaaren. Vier Namen sind wohl als typisch M aus der Menge herauszuhcben: Anatole France von der französischen Akademie, Adolphe Carnot von der Akademie 1 der Wissenschaft, Bruder des gewesenen Präsidenten, der
Gras de Larmandie, Schriftsteller, der seiner Unterschrift die seltsame Bemerkung hinzufüate: „Reaktionär und Katholik, glaube ich mich dennoch (I) zum Kultus der Gerechtigkeit und Wahrheit verpflichtet" — und Paul Langlois, Professor
Von Charles Foley.
Autorjsirte Uebersetzuug von Wilhelm Thal.
„Sprich mir nicht von Louis Breval," unterbrach mich Chatry. „Ich habe einen Abscheu vor diesem Typus des Herzenknickers, des Jllusionsrüubers, deS falschen Bräutigams, der sich erst in das Vertrauen reiner junger Mädchen schleicht, ihre Freundschaft genießt, sie in Hoffnungen auf Heirath wiegt und sich dann tückisch, nachdem er sie ihrer ersten Illusionen beraubt, zurückzieht. Dieses schändliche Treiben ist mir in Folge seiner sicheren Straflosigkeit noch verhaßter; welcher gesellschaftliche Ehrenkodex, der gegen jede andere materielle Verletzung so streng ist, kümmert sich darum, eine Herzenswunde zu heilen?"
„Du nimmst die Sache verteufelt tragisch," entgegnete ich Chatry. „Diese Herzenknicker, auf die Du so erbost bist, treffen nicht immer auf naive Pensionsmädchen, die da glauben, der erste Walzertänzer, der ihnen zuflüstert: „Ich liebe Sie!" sei der Jdeal-Lohengrin. Mehr als eine Sachverständige des „Flirts", die auf den ersten Blick die unentschlossene und zweideutige Haltung dieses falschen Bräutigams durchschaut, zwingt sie in ihre Verschanzungen unklarer Schwüre und allzu unbestimmter Erklärungen zurück. Diese Kühnen rächen die Schüchternen. Widersprich mir nicht, denn gerade in dem Abenteuer des armen Breval habe ich dafür den Beweis. Höre mir zu und vielleicht wirst Du in seinem Falle seelischer Lüdcrlichkeit die Entschuldigung für die Sorglosigkeit, die Geckenhaftigkeit, die Albernheit eines Krautjunkers finden, der trotz des Verkehrs
« ♦ cw r für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. — Für die Aufnahme später eingercichter Anzeigen zur
-AtkNlllftUe nächstersrbeinenden Ausqabe wird keine Gewähr übernommen, jcdock nach Möglichkeit sorge qctragcn.
Verlag: Lauggasse 27.
16,0®® Abounruten.
Deutsches iktrfj.
* Kcriin, 29. Nvvember. Zu der Blättcrmeldnng, daß die Errichtung eines bayrischen Senats bei dem obersten Reichs- Militärgericht nur versuchsweise für fünf Jahre gelte, erfährt die Post", daß hiervon an hiesiger unterrichteter Stelle nichts bekannt sei Vielmehr gelte cs als selbstverständlich, daß in dem bayrischen Senat bei dem Reichs-Militärgericht eine dauernde Einrichtung z« (eben fei.
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die in manchen Zeitungen enthaltenen Nachrichten über den Inhalt des dem Reichstage vorzulcgenden Bankgesetz-Entwurfes sind verfrüht, da dieser noch keineswegs feststeht.
* gcerrvvrrstärlttmg. Dem Reichstag wird zugleich mit dem Etat eine Vorlage über die Erhöhung der FricdenS- Präsenz des deutschen Heeres zugehen, welche am 1. Oktober 1899 in Kraft treten soll. Wie verlautet, soll der Entwurf vornehmlich begründet werden durch den Hinweis auf die Erhöhung der Präsenzstärke in den benachbarten Reichen und auf die Erfahrungen im jüngsten spanisch-amerikanischen Kriege, in dem die mangelnde Bereitschaft die schlimmsten Folgen gezeitigt habe. Andererseits sei in absehbarer Zeit auf eine.. Verwirklichung dcS russischen Abrüstungs- Vorschlages nicht zu rechnen. — (Es wird also weiter gerüstet — und wenn die Völker unter der Rüstung ersticken. Die Nachricht wird jetzt, nach der eben erfolgten Rückkehr des KaiserpaareS aus dem Geburtslande des „Friedensfiirsten", gewiß die „allgemeinste Freude" erregen. D. R.)
* Ein Erlaß v. podbirlskis.^ Die -Volks-Zeitung" veröffentlicht gestern Abend einen Erlaß des Staatssekretärs v. Podbielsy. Der Erlaß beschäftigt sich mit den Verhältnissen der Beamten, mU den Pflichten der Vorgesetzten und im Besonderen mit der Art, Wie mit Nachgeordneten Beamten zu verkehren ist. Danach erwartet Herr v. Podbielski, daß in Zukunft, vor der Verfügung einer jeden lebenslänglichen Anstellung auf die gesummte dienstliche und außerdienstliche Führung des Beamten oder Unterbeamtcn
der medizinischen Fakultät in Paris, welcher an die Liga für die Menschenrechte die Worte richtet: „Mit Euch Allen für den Kampf! Heute der Protest, morgen die Thatl" Aber auch der Senat und ein großer Theil der Kammer sind darüber einig, daß es Ausgabe der Regierung fei, die Kriegsbehörde zu veranlassen, das Uriheil des Kriegsgerichts bis zum endgültigen Ausspruch des Kassationshofes zu verschieben, da sonst ein Konflikt zwischen der Civiljustiz und der Militärjustiz fast unvermeidlich wäre. Eine Delegation, bestehend aus den Präsidenten der vier republikanischen Gruppen des Senats und den Senatoren Volland und Monis, die den ersten Impuls gaben, begab sich gestern Nachmittag zum Präsidenten des Ministerralhs, um ihm offiziell die Ansicht und Forderung des Senats vorzutragen. Der Premierminister ‘ Dupuy versprach für heute den Ministerrath zu berufen, um über die Angelegenheit einen Beschluß zu fassen. Sollte letzterer nicht zur Zufriedenheit des Senats ausfallen, so muß die Regierung am Dienstag einer Interpellation von Seiten des Senats gewärtig sein, der sich noch mehrere Interpellationen der Depulirten anreihen werden. Zwei Auswege stehen nun der Regierung frei, wenn sie die Sache im Sinne des Senats entscheidet: Sie kann dem Regierungskommissar beim Kriegsgericht den Befehl ertheilen, einen AntragaufVerschiebung des Urtheilsspruchs zu stellen, oder sie kann der Aufforderung, die der Kassationshof an den Kriegsminister ergehen ließ, ihm das Dossier Picquart zu übergeben, nachkommen, und in diesem Falle muß die Vertagung des militärischen Prozesses nothgedrungen erfolgen. Ob die Regierung dem Verlangen entsprechen wird, das von oben und von unten an sie gestellt wird, und für welchen der beiden Auswege sie sich entschließt, darüber wird die Geschichte der nächsten Stunden uns belehren. — * s
hd. Varis, 29. November." In der gestrigen Kammcrsitzung intcrpcllirtc der Dcputirtc Bos die Regierung über die Verweisung Piequarts vor ein Kriegsgericht, bevor der Kassationshof sich über die Dreyfus-Angelegenhett ausgesprochen hat. Poinearö, der im Kabinett Dupuy tm Jahre 1894 Minister war, erklärte, datz General Mercier im Jahre 1894 ungerecht gehandelt habe, indem er Dreyfus gerichtlich verfolgen ließ, ohne die übrigen Minister davon zu unterrichten. Dreyfus sei titer Tage verhaftet gewesen, ohne daß weder Dupuy noch ein anderer Minister davon Kenntniß gehabt hatte. PoincarS sagte, die Mitglieder des Kabinetts Dupuy im sichre 1894 hätten keinen andern Beweis von der Schuld Dreyfus' gehabt, als das Bordereau. Freycinet bekämpfte den Antrag und sagte,. die Regierung müsse sowohl die bürgerliche als auch die militärische Rechtsprechung respektiren. Ministerpräsident Dupuy er larte, daß sich die Regierung auf eine Vertagung des Verfahrens gegen Picquart nicht cinlassen werbe, weil die politische Gewalt kein Recht habe, sich in die Entscheidung der Jnsüz einzumischen. Die Rc- niermtg erklärte sich schließlich mit einer Tagesordnung einverstanden, m welcher ihre Erklärung gebilligt und Respekt vor dem Prinzip der Trennung der Gewalten ausgesprochen Wird. Diese Tagesordnung Wurde in später Abendstunde mit 437 gegen 73 Stimmen angenommen. Dafür haben schließlich sowohl die meisten Anhänger Porncarös wie die Freunde Cavaignacs gestimmt. Wie es hecht, erhielten die Führer der radikalen Gruppen die Versicherung, der Kassationshof werde die Vertagung des Picquart-Prozesscs vcr- an °wb!' Paris, 28. November. (Deputirtenkammer.) Ministerpräsident Dupuy erkannte in seiner Rede an, daß die Regierung das Recht habe, bei Zur Linden zu intervcniren, und fugte hinzu, daß sic cs nicht thun werde, weil das Land dies gegenwärtig schlecht aufnchmen könnte. Dupuy sagte, er glaube, es sei weder Sache der Regierung noch der Kammer, den Zusammenhang des
in den raffinirtesten Pariser Kreisen durch und durch Provinziale geblieben ist."
„Es war im letzten Monat, in einem Seebad. Unser Breval, der den ganzen Frühling hindurch Miß Retty Nell mit der Ausdauer und Galanterie eines „falschen Bräutigams" verfolgt hatte, fuhr ihr nach Hulgate nach. Hier kam Miß Retty, die klüger und weniger geduldig, als ihre Vorgängerinnen war, zu der Erkcuntniß, daß die Sache sich in die Länge ziehe. Breval hatte vielleicht erfahren, daß die Mitgift in Wahrheit weit _ geringer, als die große Ziffer, die man ihm zuerst genannt; doch da Miß Retty wußte, daß Brevals Vermögen auf guten Landgütern in Anjou sicher angelegt war, so nahm sie die Sache ernst und zeigte sich überall, tollköpfig, mit ihm; ja, sie kompromittirte sich fast. Er suchte zu entschlüpfen, spielte dabei den Unbefangenen, konnte sich aber doch einer gewissen Unruhe nicht erwehren, denn die Haltung der jungen Dame machte ihm den Rückzug jeden Tag schwieriger. Er suchte einen plausiblen Vorwand zum Bruch, als er ohne größere Ccrcmonie als gewöhnlich eingcladen wurde, in dem „Cottage" der Lady Nell zu diniren. Die Einladung, die in einfachem Brief erfolgte, machte ihn nicht im Geringsten stutzig, ebensowenig das kurze Postskriptum, das ihn bat, im Frack zu erscheinen. Er folgte der Einladung.
Schon auf der Schwelle sah er zu seiner Ueberraschung dir Villa in Aufregung, in festlicher Beleuchtung. Auf der Terrasse zeigten sich viele bekannte Gesichter, Freunde aus Paris oder Bekanntschaften vom Strande her.
Miß Retty lief fröhlich, ganz roth vor Aufregung, in einer Wolke von weißem Tüll ganz duftig unter den Tamarindrnsträuchern auf ihn zu. Als sie sich die Hände
drückten, durchlief ein Murmeln diskreter Sympathie die Gruppen, und als Miß Retty lachend eine große weiße Kamelie in Brevals Knopfloch steckte, zischelte man heimlich. Dann trat man zur Seite, um sie nebeneinander in den Salon treten zu lassen. Hier füllten Körbe, Sträuße, Garben weißer Blumen, die mit dicken Knoten qns weißer Seide verziert waren, die Tische, die Winkel, die Fensternischen. Sonst war nichts Ungewöhnliches zu sehen. Unser Freund wunderte sich nur, daß die gewöhnlich so mittheil» samen Damen ihn von einer so zahlreichen Versammlung nicht in Kenntniß gesetzt hatten. Er stand im Begriff, Retty danach zu fragen, als Lady Nell erschien. Sie zog iyn ttt den kleinen Salon und gestand ihm, als sie allein waren;
„Retty ist heut 20 Jahre geworden, darum ist Alles so festlich hergerichtet. Unsere abwesenden Freunde haben Blumen geschickt. Diejenigen, die heute Abend uns beehrerk, beabsichtigen, meiner Tochter beim Dessert ein Andenken zu verehren. Da ich Sie zu keiner Ausgabe veranlassen wollte, so fand ich es diskreter, Ihnen nichts zu sagen. Das hebe Wort eines Freundes rote Sie, wird für meine Retty alle Geschenke der Welt aufwiegen."
Die letzten, allerdings etwas zweideutigen Worte, erweckten Brevals Argwohn immer noch nicht. Er gerieth über die Worte der Lady Nell höchlich tu Verzweiflung; eS wäre ihm ein Vergnügen gewesen, Miß Retty Blumen überreichen, und er wäre verlegen, ja, er schäme sich saft, mit leeren Händen zu kommen. Lady Nell schien von diesem Bedauern gerührt und fragte:
„Macht Ihnen das wirklich so viel Verdruß?
wirklich!"
'Nun," fuhr fie mit dem natürlichsten Ton von der
Anzeigen-PreiSr
Sic einspaltige Petitzeile für locale Anzeige» 15 Psg., für auswärtige Aineigen 25 Pfa. — Reklamen die Pctitzcilc für Wiesbaden 50 Psg., für Auswärts 75 Psg.
