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Uo. 554

Montage den 28. November

1898

Fernsprecher No. 52.

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Abend-Ausgabe

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tersaat, mich zum Tänzer zu äbigkeit des Herrn v. Keudell

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Präsidenten wegen Schließung der sogenannten Feenpalast-L lungen erkannt, daß das Erkenntniß des Bezirksanskchu zuheben und der klagende Verein mit seiner Klage auf Ai

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die auf der jünc , stattgefundcn haben. Die A! m die Hände des Kaisers .....___

Bohlen" mit dem Ablösungstransport au wohlbehalten in Wilhelmshaven eingetroffen.

in vollständig entblößtem Zustande aussetzen, also Sonnenbäder nehmen und sich scherzhaft Sonnenbrüder nennen. Wir wissen, daß in Berlin diese Bezeichnung keinen guten Klang hat, daß Sonnenbrüder gleichbedeutend ist mit Pennbrüder. Das genirt die Mitglieder des Vereins der Nackten nicht, denn auch ihnen ist der Zug der Fanatiker eigen, die nicht bis zur Grenze des Möglichen, sondern über dieselbe hinaus­gehen. Bei den Sonnenbrüdern beweist dies die Bestimmung, daß sich die Betreffenden einmal in der Woche im Hsuse eines Sonnenbruders einflnden und dort in einem etgenS mit weichen Teppichen und Kissen hergerichteten Salon Sommersonnenbäder imitiren, sich also adamitisch auf dem Boden dehnen und strecken und dabei Obst verzehren. Der Vegetarismus ist nämlich die Grundbedingung für die Ver­einigung, und das erklärt vielleicht das und dies.

Mau muß eben den Dingen auf den Grund gehest. Wenn man z. V. hört, daß in der Familie vonKlingel­bolle" ein kolossaler Familienkrach entstanden ist, so wird man verwunderlich den Kopf schütteln. Der Senior des Hauses, der die Würde eines Kommerzienrathes trägt, ist schon bei Jahren und hatte seit 18 Jahren in seinen beiden Söhnen eine große Stütze. Es klappte in der Riesen-Meierei Alles ganz brillant, Berlin hatte seine Milch, die es brauchte. Nun muß die Milch, die bei Bolle bekanntlich die Milch der frommen Denkart strengster Observanz ist, sich in zählend Drachengift verwandelt haben, denn die beiden Söhne derer zu Bolle zeigen durch zahlreiche Cirkulare ihren Austritt aus dem Geschäft ihres Vaters an, d. h. sie verhehlen nicht, daß sie entlassen worden sind. In Moabit, wo bekanntlich das Reich Bolles sich befindet, ist diese Söhne-Entlassung Tages­gespräch und man erzählt, daß der ganze Zwist entstanden sei durch die Wiederverheirathung des Familienoberhauptes, der seiner langjährigen Wirthschafterin die Würde des Haus- ftauenstandes amtlich übertragen hat. Es ist wohl richtig, daß die ganze Affaire ein Familienhader ist und eigentlich

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«. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs-Preis; durch den Verlag 50 Pfa. monatlich, durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

mehrere Mittheilungen in die Oeffeutlichkeit gedrungen, welche beweisen können, daß wir mit eigenartigen Vereins­gründungen noch nicht am Ende aller Enden sind. Acht­undzwanzig Frauen haben einenVerein ehrsamer Frauen" gegründet, welcher alle 14 Tage Nachmittags in demLokal einer Vereinsschwester bei einer Tasse Kaffee" tagt. Politik ist ausgeschlossen, wirthschaftliche Interessen stehen auf der Kaffee-Tagesordnung. Diese als wahr verbürgte Vereins­gründung läßt an Merkwürdigkeit nichts zu wünschen übrig. Nothwendig ist der Verein nicht, worauf vielleicht das Wortehrsam" hindeuten soll, um einen Gegensatz zu der Frauenwelt, die nicht ehrsam ist, zu schaffen. Was heißt das überhaupt? Wo liegt die Grenze zwischen ehrsam und seinem Gcgentheil? Die 28 Frauen, die den Verein gegründet haben, wünschen doch jedenfalls das Wort ehrsam nach der sittlich moralischen Seite hin aufgefaßt zu sehen. Ist eine Frau, die allein steht und in Herzensangelegenheiten freier denkt, deshalb weniger ehrsam als eine alte Kaffeeschwester!? Dieser Verein ehrsamer Frauen wird sicher ein Angelpunkt für die Verhöhnung werden, mit der man schon dadurch beginnt, daß man sagt: 28 ehrsame Frauen das ist für Berlin ein bischen wenig.

Eine ähnlich merkwürdige Vereinsgründung ist die, welche von ernsthafter Seite unter dem NamenVerein der Nackten" gemeldet wird. Das klingt im ersten Augenblick ganz fürchter­lich. Man kann die Sache sozialistisch auffassen, so etwa, daß sich die Aermsten der Armen, die nackt und entblößt sind, zusammengethan haben, man kann an eine frivole Laune, an eine perverse Idee denken aber glücklicher Weise ist nichts Derartiges zu befürchten. Die Sache ist eine harm­lose, wenngleich sie etwas Bedenkliches hat, wie ja über­haupt die absolute Naturschwärmerei ober der Naturheil­fanatismus, ans dem sie hervorgegangen ist, nicht ganz einwandsfrei sind. Es handelt sich um einen Verein der­jenigen Nackten, die sich im Sommer den Strahlen der Sonne

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* Afrika. Nach Omdnrman ist das Gerücht gelang! Khalif erlitt am 18. d. M. durch Mukkumbo von Gebet Dahi ... schwere Niederlage bei Skirkeleh. Der Khalif verlor zahlreiche Leute und floh in der Richtung auf Elobeid.

der polizeilichen Verfügung, betreffend den Schluß der Feenpalast- Versammlungen, abzuweisen und ihm die Kosten beider Instanzen aufzuerlegen sind. Die Entscheidungsgründe werden den Parieren schriftlich mitgetheilt werden.

* Zur lippeschrn Angelegenheit. Der BerlinerLokal- Anzeiger" kann auf Grund von Informationen, die ihm von an­geblich gut unterrichteter Seite zugegangen sind, betonen, daß das Einverständniß zwilchen dem Kaiser und den BundeSfürstcn über den Soll Lippe hinaus eine Wiederkehr derartiger Differenzen für die ukunft unmöglich macht. Es ist eine prinzipielle Uebereinstimmung dahin erzielt worden, daß im Deutschen Reich eine Behörde eriftiren müsse, die zur Schlichtung von Kronstreitiakeiten nach Art der lippeschen zuständig ist und wird in Kürze aller Wahrscheinlichkeit nach dem Bundcsrath in einer Form, die fernerhin allen Zweifel und allen Streit ausschließt, diese Zuständigkeit verliehen werden.

* Zur Militär - Strafrechtsreform. Von verläßlicher Seite wird berichtet, daß der Prinz-Regent bei der Besprechung mit dem Kaiser, betreffend das Militär-Strafgesetzbuch, nicht gleich seine Zustimmung gab, sondern erst nach einer Unterredung mit dem Minister-Präsidenten und dem Prinzen Ludwig. Nach des Kaisers Abreise soll dann die Zustimmung nach Baden-Baden tele- graphirt worden sein. Die Errichtung des bayrischen Senats soll versuchsweise auf fünf Jahre gelten.

* Einen Vorschlag zur Lösung der Auothelrenfrage macht A. Conrady in der süddeutschenApotheker-Zeitung". Soweit wir aus dem uns zu Gesicht gekommenen Theil des betreffenden Aufsatzes ersehen können, wünscht Conrady, daß ärztliche Hülfe und Arzneiwesen zur Sache der Gemeinde gemacht werden, ein Vor­schlag, der von sozialistischen Schriftstellern schon des Oefteren ge­macht worden ist. Conrady, der, wie aus dem Aufsatz hervorgeht, mit fozialdemokrattschen Bestrebungen nichts gemein hat, schreibt ü. A.:

Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. Weclomen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

(Nachdruck verboten.)

Aus der Keichs Hauptstadt.

Von A. SilviuS.

2er Fez in Berlin. Seine Fabrikation. Der Fez- tub. Der Berein ehrsamer Kraue». Verein ver Nackten. Sonnenbrüder. Der Zwist im Hanse Botte.

Ziehhunde oder Esel.

Anregungen haben für gewöhnlich immer einen gewissen I Erfolg und andererseits geben gewisse Thaten Anregungen für Dinge, an die man zunächst immer am allerwenigsten denkt, t So ist es auch mit der Orientreife des Kaiserpaares. Es l handelt sich um die Fez-Fabrikation. Der Fez ist die Kopf- - bedeckung des Orients; wie nun Geschäftskundige be- l haupten, liegt der ganze Segen der Fez-Fabrikation in den F österreichischen Staaten. Was die Oesterreicher können, p das können wir Deutschen aber auch, so argumeutirte ein I Haudelsbeflissener,der die Kais erreise geschäftsmäßig beobachtete, | und so kam er auf den Gedanken, die Fez-Fabrikation in k Berlin zu installiren. Das ist an sich gar nicht übel; eso lange die rothen, blauen, braunen und grünen e Käppis nur hier fabrizirt werden und dann ihre Orient- k fahrt antretcn, ist die Sache sehr nützlich und angenehm, t SBenn aber irgend ein Modemacher bei uns auf den Ge- kdanken kommen sollte, es mal in Berlin mit einer Fez- I Mode zu versuchen, so müßte unser schöner Cylinderhut vor »Scham vergehen. Wie schnell geneigt man aber ist, das k Fremdländische aufzunehmen, beweist die Thatsache, daß sich f bereits ein Fez-Klub in Berlin gebildet hat, in welchem es ^Vorschrift ist, daß die Mitglieder bei den Sitzungen 1 |»nb Festen den- Fez tragen. Das ist ja schließlich ein harm- k loses Vergnügen, wenn weiter keine orientalischen Sitten in s dem Fez-Klub zur Aufnahme gelangen, z. B. Harems- ; Anwandlungen des Vorsitzenden.

Der Berliner Vereins-Meierei kann man in dieser Be- Ujiehung Alles zutrauen. Gerade in den letzten Tagen sind

* Rundschau im Reiche. Wegen Ueberweisung derDormition in Jerusalem an die deutschen Katholiken hat der Episkopat auf Anregung des Kardinal-Erzbischofs von Köln in den letzte» Tagen eine Dank-Adresse an den Kaiser beschlossen, über die auf der jüngsten Bischofs-Konferenz in Fulda Vorbesprechungen Adresse wird gegen Mitte dieser Woche > gelangen. Der DampferSuhl sKamerun ist

Mein Vorschlag geht dahin, daß wir die Einführung einet Medizinal-Kommunalsteuer" anstreben müssen, fußend auf dem Normalsatze von 5 Mk. für den Kopf der Bevölkerung für Arznei und Arzt. Der Betrag ist um em Geringes für die Verwaltung zu erhöhen. Die Vertheilnna der Lasten erfolgt nach Höh- beS Einkommens und hat vor Allem darauf Rücksicht zu nehmen, daß auch der Aermste einen Minimalbetrag zahlt, der ihm das Bb wußtsein läßt, daß er kein Almosen empfängt. Die Erhebung geschieht durch die Gemeinde-Steuereinnehmer und ist für bieß keine bedeutende weitere Belastung, sodaß die Remuneration für diese Leistung eine geringe bleiben kann. Geleistet wird hierfür bet normale Bedarf an ärztlicher Hülfe und Arznei. Also im Ver­gleich mit der manchenorts noch bestehenden besonderen Schulsteuer ein Minimum. Während der Besuch von Lurusbädern, die Kon, sultation von Koryphäen, außerhalb der poliklinischen Behandlung Privatsache bliebe. An Stelle des Krankenbuches tritt der Steuerquittungsschein, und dieser giebt dem Arzt und Apotheker Aufschluß, welche Gemeinde zahlungspflichtig ist. Dft Rechnungsreviston erfolgte durch beamtete Apotheker, die für nicht zu große Bezirke zu ernennen waren und an der Hand-der von dm Gemeinden einzusendenden Rechnungen die Zunahme des Arznei konsums kontrolliren könnten und es in der Hand hätten, zu ent­scheiden, wann eine neue Konzession lebensfähig wäre, ohne die jetzigen Besitzer zu schädigen, ober wann einer rsolirten Ortschaft eine Filiale zu gewähren sei. Daneben hätten diese die Be­aufsichtigung der Apotheken selbst zu übernehmen.

Kaiser Wilhelm I. über tanzendc Minister. Es ist selbstverständlich, daß Fürst Bismarck sich auch in seinen Memoiren als der feine Stilist und unterhaltende Erzähler bewährt, als dsn wir ihn besonders aus seinen Briefen kennen. Als ein Beispiel für Biele mag eine Seite seiner Handschrift bienen, bie in der neuesten Nummer DerGartenlaube" nachgebildet ist; Fürst Bismarck beklagt sich dort, et bekäme häufigsarkastische Bemerkungen des Königs darüber zu hören, der mir zum Beispiel sagte:Man macht es mir zum Vorwurf, einen leichtsinnigen Minister gewählt zu haben. Sie sollten den Eindruck nicht dadurch verstärken, datz Sie tanzen." Den Prinzessinnen wurde bann untersagt, mich zum Tänzer zu wählen. Auch die andauernde Tanzfäbigkeit des Herrn v. Keudell hat mir, wenn es sich um feine Beförderung handelte, bei Seiner Majestät Sitzvierigkeit gemacht. Es entsprach das der bescheidenen Natur des Kaisers, der feine Würde auch durch Vermeiden un- nöthiger Aenßerlichkeiten, welche die Kritik herausfordern konnten, zu wahren gewöhnt war. Ein tanzender Staatsmann fand in seinen Vorstellungen nur in fürstlichen Ehreu-Ouadrillen Platz; im raschen Walter verlor er an Vertrauen auf die Weisheit seiner

* Der Plan des Gt»prz»rästdenten von Westpreuff, ve. v. Goßler, die Industrie auch nach dem Osten b. . Vaterlandes zu verpflanzen, findet je länger je mehr den Bei­fall auch der Vertreter ber Landwirthschaft, die sich ursprünglich so energisch gegen die Ausführung einer solchen Idee gesträubt hatten. Bei Dem FDmahl der Westdeutschen LandwirthschaftSkammer, das dieser Tage in Danzig stattfand, wurde dem Öberpräsidenten das uneingeschränkte Vertrauen aller anwesenden Landwirthe ausgesprochen. Herr v. Goßler selber aber verglich in seiner Tischrede die Industrie und Landwirthschaft mit zwei Hebelarmen. Während früher beide Arme gleich lang gewesen, hätten bestimmte Umstände und Einflüsse, an Denen die Industrie keine Schuld trage, dazu geführt, den laud- wirthschaftltchen Arm des Hebels zu kürzen, sodaß der industrielle das Uevergewicht erhielt. Es sei jetzt die Aufgabe zu lösen, wie die Nachthelle der Landwirthschaft auszugleichen seien, und dazu könne die Industrie beitragen, wenn sie der Lanbivirthschast Ge­legenheit zum Absatz ihrer Produkte biete, was eben durch die Verpflanzung der Industrie nach dem Osten ermöglicht werden solle.

* Frankreich. Die durch den Verkauf ber bekannten Broschüre Esterhazys erzielt werbenden Gelder sind von dem Vetter Esterhazys bis zu dem Betrage von 32,000 Francs mit Beschlag belegt worden. Der Leiter des Instituts Pasteur, Duc laut, hat eine Einladung zu einer großen Versammlung auf heute Abend an die Pariser Bevölkerung ergehen lassen. In dieser Einladung heißt es u. Ä.: Bürger und Studenten! Ein um gehcures Attentat wird gegen die Gerechtigkeit geplant. Der große herrliche Oberst Picquart soll mit seiner Freiheit die Remission des Prozesses Dreyfus bezahlen, die jetzt Niemand mehr binoern kann. Burger, vereinigt Euch mit uns zu einem großen Proteste, die Wahrheit zu vertheidigen. Außer von Duclaut ist dieser Aufruf von einer großen Anzahl Professoren unterzeichnet. - Im Amtsblatt wurde gestern die Summe bekannt gegeben, welche Die des Oberst en Henry erhalten soll. Sie erhält hiernach vom 1. Dezember 1898 an eine jährliche Pension von 1767 Francs. Labori und Mornard beschloßen, den Sekretär Laborrs, den Advokaten Hild, zu Dreyfus nach der Teufelsinsel zu schicken. Hild dürste sich am 9. Dezember einschifftn. In politischen Kreisen spricht man, wie in den Wandelgänaen der Kammer verlautete, von folgender ßöfnttg: Der Kassationshof würde das Aktenstück Picquart einforbern. Das Kriegsgericht könnte dann ohne diese Schriftstücke nicht tagen und müßte sich nöthgedrungen vertagen. Diese Lösung, welche eine Intervention der Regierung aus dem Spiele läßt, würde günftig ausgenommen werden.

* Griechenland. Am Samstag Überreichten die Gesandten ber vier Kreta-Mächte dem Prinzen Georg in feierlicher Weist die Ernennung zum Oberkommissar von Kreta.

Deutsches Deich.

,, * Hof- und Versonal-Uachrichten. DerReichs-Anzeiger" ; schreibt an der Spitze des nichtamtlichen Theiles in offiziösem , Druck: Seine Majestät der Kaiser und König und Ihre Majestät die Kaiserin und Königin wurden bei Allerhöchst Ihrer heute Vor- f mittag um 11 Uhr erfolgten Ankunft in Potsdam durch das ' gesummte Staatsministerium begrüßt. Namens desselben gab der i Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe der lebhaften Freude über die - glückliche Heimkehr des erlauchten Kaiserpaares warmen Ausdruck.

Seine Majestät Der Kaiser nahm hierauf Anlaß, die Staatsminister ! um sich zu versammeln und geruhte über die erreichten und für i die Zukunft noch zu erhoffenden Ergebnisse Ihrer Orientreife, sowie | über die augenblickliche politische Lage am Mittelmeer unter dem I Ausdruck Allerhöchst Ihrer Befriedigung mit den erzielten Er- [ folgen dem Staatsministerium eingehende Mittheilungen zu machen.

* Hrriin. 28. November. DieNordd. Allgem. Zig." schreibt: - Süddeutsche Blätter wiffen zu melden, daß bei der Ankunft des " Kars erp aars in Stuttgart ungewöhnliche Absperrungsmaßregeln i getroffen waren, und daß dieses auf den Umstand zutückzufiihren gewesen sei, daß ein italienischer Anarchist Namens Zanarbi ge­äußert hatte, in verbrecherischer Absicht nach Stuttgart reifen zu r wollen. Dem Vernehmen nach bestätigt es sich allerbings, daß jene I Maßregeln auf Veranlassung der italienischen Regierung geschehen ; find. Nach neueren Nachrichten ist es indessen ben italienischen i Behörden rechtzeitig gelungen, Zanarbi auf italienischem Boden zu i ergreifen und dingfest zu machen.

Der .Reichs-Anzeiger" veröffentlicht eine kaiserliche Verord- = nung, dattrtBaden-Baden, 25.November, wodurch der Reichstag * zum 6. Dezember einberufen wird.

Der dem Reichstag zugehenbe Entwurf wegen der Verlängerung des Privilegiums Der Reichsbank wird, wie dieNat.-Ztg?hört, »eine Erhöhung des Grundkapitals und eine Abänderung der mmungen über Die Sontingentirung des Notenumlaufs enthalten. Wie dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" hört, haben sich [ sämmtliche deutschen Bundes-Regierungen neuerdings über | einheitliche Grundsätze bei der Ueberwachung der Anarchisten- s dLw e a u n g geeinigt. Zur Beschleunigung des Nachrichtendienstes soll sich die Polizeibehörde Klüftig auf direktem Wege bestimmte | Mittheilungen machen. Außerdem soll eine gemeinsame Sammel- | stelle kür Nachrichten in Berlin eingerichtet werden.

Nach einer zuverlässigen Mittheilung beabsichtigt die Reichs- I regterung, für eine Kollektiv-Ausstellung bes deutschen t Weinhandels auf der Weltausstellung zu Paris einen Zuschuß | von 50,000 Mk. su leisten. Es soll auch geplant fein, in Paris eine sogen. Aeinkosthalle zu errichten.

Am 21. und 22. d. M. hat in Berlin eine sehr umfangreiche Kommission für Berathung der sogenannten Geheimmitte l- f frage getagt. Als vorläufiges Ergevniß der Berathung wird mit- i getheilt, daß ein scharfes Anpreisungsverbot der Geheimmittel in | Aussicht steht. Die Kommission bestand ans Vertretern der | chemischen Industrie, Arzneigroßhändlern, Apothekern und Drogumeu, die alle in der Lage waren, ihre geschäftlichen Interessen in der Kommission zu Vertretern Das Preßgcwerbe, bas dem Äit- schein nach die gefammten Kosten der Neuordnung de« Geheimmittel- t toefens tragen soll, war in der Kommission unvertreten.

| DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: Der im Reichsantt des | Innern ausgearbeitete Gesetzentwurf, betreffend den Schuh der | Angestellten im Handelkgewerbe, liegt dem preußischen Staats- | Ministerium und Den anderen deutschen Regierungen zur Begut- k achtung vor. Wann der Entwurf dem BundeSrath zugehen wird, läßt sich zur Zeit noch nicht sagen.

Das Oberverwaltungsgericht hat heute in der Klagesache des |Vereins Berliner Getreidehändler" gegen den Polizei- | Präsidenten wegen Schließung ber sogenannten Feenpalast-Versamm- | lungen erkannt, daß das Erkenntniß des Bezirksausschusses cmf- k zuheben und der klagende Verein mit seiner Klage auf Aushebung