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ViksbÄemr Tagblstl

1898,

Kamstag, den 15. Girlober

Fernsprecher No 52.

P-. 481

Fernsprecher No. 52.

Morgen-Ausgabe

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Nnzeigen-Preisr

Die einspaltige Petitzeile für locale N«zeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeige» 25 Pfg. Reklamen Die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

werde. Alle 5 Jahre sollen die Taris- und Fahrplanbestimmungen einer Revision unterzogen werden und im Streitfall der Regierungspräsident definitiv entscheiden. Die Gesellschaft ist auch bereit, der Stadt eine Gewiiinbclhciligung einzmäumen, derart, das; über ein Gewinn von 6 pCt. binau? bis zum nächsten Proccnt 25 pCt. und für Beträge über 7 pCt. 50 pCt. au die Stadt ab­gegeben werden sollen. Bei sehr hoher Verzinsung würde dabei schon etwa« für die Stadt heransspringen. Wenn die Stadt ans die Uebernahme der Walkmühllinie verzichtet, will ihr die Gesellschaft da« Recht einräunieu, nach einer gewissen Zeit das ganze Unternehmen zu erwerben. Dies soll noch vor Ablauf der Konzelsions- dauer 1938 geschehen können, etwa nach Eröffnung des neuen Bahnhofs. Außerdem ist die Gesellschaft bereit, die gewünschten neuen Linien an «zu fii h re u, namentlich nach der S ch i e r st e i n e r st r a ß e und über den Ring nach dem Sedanplatz, bezw. Emserstr a ße. Die­selben sollen schon in nächster Zeit zu Staube kommen. Die Gesellschaft ist ferner bereit auch andere neue Linien anznleaen unter der Bedingung, daß die Stadt eine Verzinsnrig derselbenmill pCt. in der Weise garautirt, daß, wenn ein Fehlbetrag sich ergiebt, die Stadt das halbe Defizit deckt, jedoch jede Garantie Wegfällen soll, wenn dar gesammle Unternehmen eine Rentabilität von 5pCt. ergicdt. Die Stadt soll in Zukunft nicht behindert sein, Vorortbahnen ziizulaff-n, ohne mit der Gesell­schaft in Konflikt zu gcrathen; nur das innerhalb der Ge­markung bclegene Terrain soll von der Gesellfchaft gebaut und als Stadtbahn belriebeu werden unter Bedingungen, unter denen sich beide Jiiteressenten einigen und die Mangel» derselben durch den Magistrat sestgesetzt werden sollen. Ein Punkt, auf dcu der Magistrat Werth lege, sei der, daß die G-fellschast verpflichtet werde, ihren elektrifchen Strom für den Betrieb der Bahnen von dein städtischen EI ektrieitätSwerkzu nehmen. Auch dazu habe sich die Gesellschast bereit erklärt. Im Interesse der Entwicklung des Werks werde Seitens deffen Verwaltung, sowie der Herren Mnchall und Winter großer Werth hierauf gelegt. Der Herr Oberburgermeilter betont schließlich, daß man au« diesen Mitthcilungen ersehen werde, daß die Sache nicht so einfach liege, daß Verhältuisie berücksichtigt werden müßten, die zu den langen Verbandlnnge» Veranlassung gegeben Der Magistrat hoffe, demnächst eine bestimmte Vorlage machen zu können. (Schluß folgt.)

wahrscheinlich ebensall« den beiden anderen Begleitern, während die elastische Lebenskraft unseres gestählten Aeronaulenchefs vielleicht 8000 bis 9000 Meter vertragen hätte. Professor Heim legt sich schlichtend ins Mittel, auch er fühlt den Ernst der Situation; der Wunsch des Kapitäns blieb unerfüllt, deu Schlüssel zum Himmel­reich hielt ich ün Stiefel wohl verborgen. Also Ventil los! Die SßeßQ wird durch Gasverlust raich zum Fallen gebracht. Jetzt erst merke ich trotz der starke» Souuenstrahlnng am tiefblauen Himmel die heillose Kälte, die mir die Finger fast zum Eistarren gebracht. Gott sei Dank, wir fallen soriwährend stark, die steil ab­fallende Kurve des Registrirbarometers läßt darüber keinen Zweifel mehr auskommen. Ein, zwei Säcke Ballast werden hinourgeseuert und überschütten alle Jnsaffen und Jnstrnmeute mit einem dichten Staubregen, denn unsereWega" fällt weit rascher als der fein geschlemmte Flußsand der Rhone, der unsere Ballastsäcke füllte."

» (grüß, und Erinnerungs-Photographieen. Das ist tbatsächlich Mal was Neues, Originelles und Reizvolles, das Inter­esse bei Alten und Jungen verdient. Unter dem Lemeinschasllichen Titel .Die Welt in Photographieen" giebt jetzt Joseph Kürschner, der unermüdlich immer Reue» findet und erfindet, in dem bekannten Verlag von Hermann Hillger in Berlin tausende schönster Kabinet- Photoaraphieen aus allen Theilen der Welt heraus, vornehmlich natürlich zuerst des lieben deutschen Vaterlandes, Oesterreichs und der meist bereisten Länder. Auf der Rückseite dieser Photographieen findet sich ein instruktiver Text über das Dargestellte, der circa 24 Feilen umfaßt und mit der Liebenswürdigkeit einer Wander- g en offen und mit der Kenntniß eine» Spezialführers plaudert. Aber überraschend tu ihrer Einfachheit und dabei doch so bis am» i-Tüpfelchen zweckentsprechend ist die echt Kurschnersche Einrichtung, die in Form einer Visitenkarte, mit bet den Besuch markircnden umgebogenen Ecke Platz gefunden hat, ans dem Sie selbst Ihre Bemerkungen über die Erlebnisse an dem bildlich dargestellten Ort niederlegen oder den Fremden Gruß- und Scherzwort senden, knrz Geschichtschreiber der eigenen Reise ober Melbereiter für ihre Gedanken au ferne Lieben sein können. Zu jedem Bild bekommen Sie ein schmucke» Couvert, in dem, durch eleganten Löjchkarton ge­schützt, das Bild Ausnahme findet, um darin feinen Weg anzutreten.

(Ser.ee (humoristischer Chor mit Tenor-Solo, die in der Musik­sprache vorkommenden musikalischen Bezeichnungen in italienischer Sprache behandelnd und von dem Verein seiner Zeit mit großem Erfolge in Mainz vorgetrageu), sowie zwei Tenorsoli: ^.Meine erste Liebe" von W. Mnhlbörfet undFiühling und Liebe" von G. Goltermann. Auch ist es dem Verein gelungen, zu diesem Konzert den beliebten Cellisten Herrn Kgl. Kammermusiker Georg Fein, bekanntlich ein Meister seines Instruments, zu gemimieii, welcher durch zwei Cello-Vorträge das Programm bereichern wird. Der Verein hat somit keine Muhe und Kosten gescheut, um diese» Konzert zu einem künstlerisch schönen zu gestalten. Ein anschließender Ball beendet die Feier.

Vostvrrkrrhr. Wie schon bemerkt, werden feit einiger Zeit durch den Briefkasten jogeuaunle .Riefenkarten" in größerer Zahl eingeliefert, von denen viele von der Desörderung zurückgehalten werden müssen, weil sie den VersenditngSbedingunge'i nicht ent­sprechen. Wenn in solchen Fällen die Adresse de« Absenders nicht < > sichtlich ist, so muffen die Karlen als nnanbringlich behandelt werden. Um da» Publikum in dieser Beziehung vor Nachtheil zu schützen, machen wir nochiiialS daraus anfnieiksam, wie cs sich empfiehlt, baß die Verkäufer ans die Versenbungsbediugungen besonder» Hinweisen. Tie Riesenkai teu finb zur Beförderung als Drucksachen nur unter Streif- ober Kreuzband, oder unter offenem Umschlag zulässig. Die Aufschrift muß aus dem Streif- oder Kreuzband, wenn solche zur Verwendung kommen, angebracht werben. Wird die Karte ohne Verpackung eiiifieliefert, so unterliegt sie der Taxe für gewöhn­liche Briefe.

Zur Ausbildung von Turnlehrerinnen wirb auch im Jahre 1899 ein etwa drei Monate währender Kursus in der Kgl. Turulehrer-Bildiitigsanstalt in Berlin abgehalten werden. Die Eröffnung desselben ist auf Donnerstag, 6. April k. I., anbtraumt worben. Melbungcn der in einem Lehramt stehenden Bewerberinnen sind bei bet vorgesetzten Dienstbehörde spätestens bi» zum 15. Januar f. I., Meldungen anderer Bewerberiuneu bei der­jenigen Kgl. Regierung, in deren Bezirk die Betreffende wohnt, ebenfalls bis zum 15. Januar k. I. anzubringen. Den Meldungen sind die im § 3 der Ausnahmebestimmungen vom 15. Mai 1894 bezeichneten Schriftstücke geheftet heiznfügen. die Meldung selbst ist aber mit diesen Schüstituckeri nicht zusammenzuhefteu.

Die Neklam« an den Rheinufern. Der Regierungs­präsident von Köln erläßt für die Kreise Bonn (Stadt und Laiid) mit) Sieg folgende Polzeiverorduung, die jedenfalls einer allgemeinen Verfügung entspricht und in allen Regierungsbezirken, in deren Gebiet Tbeile des Rheine» gehören, erlassen werden wird: Die An­bringung von R-klameschilderu und anderen gleichartigen Geschäfts» auzcigcn außerhalb der gef»löffelten Ortschaften in der Nähe bet Ufer de» Rheiustrom» und auf den diciclden umschließenden Hoben ist verboten. Bereit» bestehende Anlagen der genannten Art sind bi« 1. Januar 1899 wieder zu beseitigen. Diejenige» Reklamefchstbet der Gast- und Schankwiithschasieu, die sich mit letzteren in örtlichem Zusammenhang befinden und auf den Wirthschafirbelrieb beziehen, untcikiegen nicht diesen Vorschriften. Weitere Ansnahmen kann der Laubraih brzm. Oberbürgermeister gestatten. Die häßlichen, auf» fälligen Reklamen, welche oft die schönsten Aussichten vernnzierten, waren längst jedem Rheiiireisendeu zum Aergerniß geworden.

ßarkmnimdirn. Vor einigen Tagen wurde der hiesigen Kinbcrbcwahranstalt ein unbekannter, ca. 21/* Jahre alter Knabe übergeben. Derselbe giebt an,Karlemännchen" zu heißen. Er ist ca. 88 cm groß, hat strohgelbe Haare, ovales Gesicht und graublaue Augen. Bekleidet war er mit Hellrothen brannwolleuen Fianell- nnterkleibern, einem abgetragenen, weiß und blau gestreiften Kattun- kleidchen, schwarzen Stiümpsen und zerrissenen Knopfstiefeln. Hoffentlich trägt diese Mitiheilnng dazu bei^ die Eltern .Karle» Männchens", nach denen gesorscht wird, zu ermitteln.

Perrine, - ftachrlchtrn.

ikurzr iaLUL f-<?rWte* werde» bereitwinigsl unter birier Ueberkfirlfi juffleMominm.

* Die Gesellschaft .Lo Hengri»" veranstaltet Sonntag, den 16. d. M., eine humoristische lltiterhaltung mit Tanz im Saal .Zur Germania" (Besitzer H Schreiner), Platterstraße Nr. 100.

Aus Kunst und Keden.

* Die Hochsahrt derWega". I» der .Neuen Züricher Seitung" veröffentlicht Herr Dr. Maurer von der meteorologischen entralftation eine kurze Schilderung derWeaa"-Fahrt:Lächez : toutl besaht Ingenieur Surcouw den zehn Mann, die noch die

Gondel hielten, bann sank die Erde langsam unter den Lustschiffern zurück. Es ward Ballast auSgeworseu und der Ballon stieg auf 5100, bann 2000 Meter. Unter den Luftsahrern log das Rhone- thal und von ferne grüßte der Genfersee herauf. Nur die rapid fallende Linie de» Registrirbarometer» ließ die rasch ftcigeiibe Be­wegung des Ballons erkennen. Um 11 Uhr 43 Mitt, ntarfirte der Barometer 4500 Meier, die Lufttemperatur war auf 10 Grad Celsius gesunken. 12 Uhr 45 Min. waren die Luftsahrer schon über Montblanchöhe; e« war 16 Grad Celsius und Spelteriui reichte Herrn Dr. Maurer eilt Gläschen Cognac. Höher ging'S, und die Passagiere überblickten fast die ganze nördliche Schweiz bts zum Süntis durch lückenhafter Wolkenmeer. 1 Uhr 30 Min. stand der Ballon 6200 Meter hoch über Oron. Das Thermometer wie» auf 20 Grad Celsius und das Barometer markirte kaum noch 340 Millimeter Luftdruck. In dieser Höhe trieb der Ballon eine volle Stunde lang dahin. Dr. Maurer suhlt starke Schlafsucht, er setzt eilten langen Gummischlauch an da» Ventil der Sauerstoff­flasche und fangt das belebende ®a» in gierigen Zugen in die Lungen. Die Herren Svelterini und Dr. Biedermann machen eifrig photographische Aufnahme», Professor Heim nottrt und zeichnet unablässig. Sein Bart ist voll Eiszapfen, jein sonst frischer rosiger Teint wachsgelb. 1 Uhr 15 Min. stand der Ballon über Averbon, dann über Ste. Croix, dem Jura, und um V«3 Uhr erreichte er in migefäbr 2500 Meter Höhe Besanxon. Um 'M Uhr gelangte er in eine Höhe von 6300 bis 6400 Meter. Spelterini möchte noch hoher gehen' .Die Situation wird kritisch," erzählt Herr Dr. Maurer darüber, .Spelterini verlangt gebieterisch von mir den Lchlussel L zum Oeffnen der neben ihm stehenden Sauerstoffflasche; er will unter Einwirkung des belebenden Gaie» nubediugt hoher gehen. ^ch E- widerspreche energisch, beim über 7000 Meter weiß tch bestimmt, daß k mir unter den obwaltenden Umständen höchste Lebensgefahr droht.

Kttjung der Stadtverordneten

vom 14. Oktober 1898.

Anwesend sind unter dem Vorsitz des Herrn Landesbankbirektors Keusch 33 Mitglieder des Kollegiums, Seitens des Magistrats die Herren Oberbürgermeister Dr. v. Shell, Bürgermeister Heß, Beigeordneter Römer, Beigeordneter Mangold, sowie die I Herren Stadträthe Bickel und Brück, ferner Herr Obersekretär Rosalewski als Protokollführer.

Bor Eintritt in die Tagesordnung ergreift der Herr Ober­bürgermeister das Wort, nm einige Mittheilungen zu r machen über den Stand der Verhandlungen mit der .Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft", die Anlage und den Betrieb der Straßeubabnen be­treffend. Es seien in der letzten Zeit wieder in der Preise Artikel und Eingesandts erschienen, in denen theilweise f seiner, des Redners, lleberzeugnng nach die Verhältnisse

etwas übertrieben bargefteUt worden seien. Die Verfasser

- wären nicht genügend in die Rechtslage eingeweiht, um

das richtige Unheil abgebeu zu können. Es seien Raih-

schlage und Forderungen ausgestellt worbe», die an sich

schon und gut feien, aber es frage sich, ob die Stadt rechtlich in der Lage wäre, solches Vorgehen einznhalten, ob nicht der Vertrag, der vorliege, zu einem anderen Lauf der Dinge zwinge. Und der liege vor. Wie allbekannt, seien Die Bestimmungen de» Ver­trag» über die Pferdebahn von 1874 und die damaligen Konzessions- bebingungen heute noch maßgebend. Nachdem die Pferdebahn jahrelang mit dem Tode gerungen, fei man erfreut gewesen, als ein kapital- krästiges Konsortium an die Sache herangetieten wäre und sich bereit erklärt habe, auch eine Dampfbahnverbindung mit Biebrich zu schaffen. Die Sachlage wäre so gewesen, daß die Unter­nehmer nicht die Stadt aufsnchten, sondern die Wiesbadener

Straßenbahn wäre so in Mißkredit gewesen, daß die Stadt

froh gewesen, al» sich Jemand bereit erklärte, in da»

Unternehmen einzutreten. Dieser Sachlage entspreche der Vertrag. Derselbe habe nicht in der günstigen Weise abgeschlossen werben können, wie dies in neuerer Zeit geschehe, nachdem sich die VerkehrSverhältnisse in den Städten in nicht vorausgeseh-uem Maße entwickelt hätten. Konkurrenten, wie Elektricitäts-Gesellschaften, die nachher die Sache in Aktien - Unternehmen verwandelten, könnten günstigere Be­dingungen bieten. Wenn man heute immer einen Vergleich mit Leipzig und Berlin anstelle, so sei darauf zu anttoorteiL baß tu Wiesbaden die Verhältnisse ander» lägen als in den großen Äerkehrs- nnd Hanbels-Centren. Hier spiele der Sommerbetrieb eine große Rolle, wie bei den großen Linien nach Biebrich und dem Wald. Das sei derGrund,daß manhiernichtznsogünstigenBebingungenkommenwiirbe tote sie Städte erlangten, bei bene» der Straßenbahnverkehr, der Entfernungen wegen, für das Publikum gewissermaßen ein Zwang fei. Es wurde nun darüber geklagt, daß die Verha »dliin gen sich so lange hinanszögen. Dies sei nicht zu leugnen. Dürfe aber nicht a conto der Gesellschaft geschrieben werden, sondern habe seine Ursache in der Schwierigkeit der Verhältnisse, auch darin, daß im Sommer die. beteiligten Personen abwesend waren. Die Verhandlungen seien nun doch ziemlich zum Abschluß gekommen, sodaß sie dem Magistrat in einer außerordentlichen Sitzung zur B-schlußsassurg unterbreitet werden könnten. Auch die Voraussetzung fei nicht ganz jiitreffeiib, daß die Gesellschaft lediglich verhandele, nm sich für die Umwandlung derDampf- dahn allerlei Konzessionen machen zu lassen. Darum handle es sich thatfächlich nicht. Die Umwanblting werde erfolgen, aber die Stadt werde keine Konzessionen machen, namentlich werde auch von einer Verlängerung der Konzessionsbauer adgefehen. Es hanble sich ledig­lich darum, ob die Srabt die Walkmühl-Linie nehmen ober Der r ' Gesellschaft auch in Zukunft überlassen solle. Wenn letzteres geschehe, dann solle die Gesellfchast auch Konzessioneu machen, wozu sie bereit wäre. Sie wolle die Tarif-Verhältnisse einer Umwandlung unterwerfen, dieselben günstiger gestalten, nnmentlid) fombinirte (Umfteige») Karten einführen. Hinsichtlich der Fahrpläne will sie Der Stadt weitergeheiide Befugnisse einräumen und gewisse Kon­zessionen machen, eine Dienstfahrzeit von 15 Stunden einsiihreu und darüber hinaus noch über Früh- und Spätzüge dem Magistrat ein Bestimmungsrecht einräumen. Voraussetzung hier­für sei aber, daß Der Betrieb nicht über Mitternacht ausgedehnt

«6. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. BezugS-PreiS: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch tue Post 1 Ml. 60 Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Aus Stadt nti6 ßtmÄ.

Wiesbaden, 15. Oktober.

Personal-Uacklrichlen. StaatSniinister Excell. Ey? ch«n ist aus Luxemburg hier eiiigetroffcn und im HotelBellevue" ad- gestiegen. AnS Petersburg trat hier Excell. Wirklicher Siaatsrath Dr. K och ein, welcher im HotelSt. Petersburg" wohnt. Im Taunus-Hotel" hat Geheimrath Prof. Schilling ans Dresden, der Scköpfer des Natioual-Deickmal» auf dem Niederwald und unseres Kaiser Wilhelm-Denkmals, Wohnung genommen.

Malhalla Thraker. Wir machen nufere Leser nochmals daraus anfmertfam, daß beule Nachinittag die letzte Kinder­vorstellung ftatifindct. In der Abendvorstellung tritt znm letzten Male das durch seine ausgezeichneten Leistungen hervorragende erste Oktober-Ensemble auf. Die Produktion der Wnnder-Elephanten allein rechtfertigt eilten Besuch des Walhalla-TheaterS.

Nettungohnus. Die durch das Ableben des langjährigen Hausvaters W. Küster erledigte Hausvaterstelle ist nunmehr end­gültig dem Herrn Lehrer G. Hähne übertragen worden. An Stelle deS von der zweiten Lehrerstelle ansgeschiebcneii PsarraintS- kanDidaieit Schupp ist Pfarramlskandibat K. Brandenburger anS Herborn zuut zweiten Lehrer an der Anstalt ernannt worden. Letztere zählt gegenwärtig 74 Zöglinge, und zwar 57 Knaben und 17 Mädchen. Die zur Anstalt gchöiigen Oekonoiniegcbäude tollen im nächsten Frühjahr wesentlich erweitert werben. Die neue Wasser­leitung ist bereits fertig gestellt.

Stiftungsfest. Sein 34. Stiftungsfest, verbnnben mit Pokal- imb Jnstrumentalkonzert, feiert der Mäunergesang-Verein Union" am nächsten Samstag, den 22.Oktober, Abends 81/» Uhr, tmRömersaal". Au» dem von dem Dirigenten, Herrn Musik­direktor Richard H aer t el, zusammengestellten gediegenen Programm erwähnen wir u. A.:Rheins Töchterlein" von Nicolai v. Wilm, Der Trompeter an Der Kaybach" van Ferd. Möhring,Die schöne Träumerin" von G. Reinhardt,Treue" von Lungard-Wafem, Vogelsprache" von G. Angere»,Italienischer Salat" von Richard

- Verlag: Langgasse 27.

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Skrmmen aus dem Publikum.

.Hüt 3ci6fl«itlid)uugen unter tiefer Uedrrfchrist übernimmt dir Rebaltlou trtnerld 8erantoortunaJ

* Dürste es nicht jetzt au der Zeit fein, nufere Drei schönen Standbilbplätze entsprcchnd zu benennen, und zwar DenWarmen Damm"Ka ner Wilhelm-Park", denThealerplatz"Kaiser Friedrich-Platz", denWilhelnisplatz"Bismarck-Platz"?

je nach Ihrer Redseligkrit für 3 ober 10 Ps. Die Neuheit hat etwa» so Ueberzeugcndes, daß Jeder sich mit ihr befreunden wird, auch der, der dem etwas tollen Spuk der iUiiftrirten Postkarte vielleicht gram ist. Di« Kürschnerfche Gruß- und Eriunerungr-Photographie wird zu einem Sanuneliport reizen, der seine im besten Sinne sehr ernste Seite hat: er wird den Blick wahrhaft erweitern, das Herz erfreuen durch die bargestellten Schön- bfitc» der Natur und menschlichen Schöpfungen, Sinn für Geographie wecken und aurgestalten, Kenntnisse bringen und auch Sammlung. Denn wenn es erst Mode geworden, sich von seinen Reifen und überall her solche Bilder niilzubringe» und sie in Albnni« zu vereinigen, dem Lauf Der Reife entsprechend, so wird die Er» innenntg au diese fester haften und zu immer neuen Genüssen und Mittheilungen an Befreundete Gelegenheit geben. Begründet ist bei dem Gedanken au die hohen Preise der Photographie, daß diese Neuerung etwa« sei, nur finanziell Bevorzugten verwendbar, dem ist aber nicht so. Jede» dieser Kabinettbilder kostet 20 Pf. mit Couvert. Nach Orten, Gegenden rc. ziisammengestelli werden auch je 10Bilder in sehr origineller Mappe znm Preise von 2 Mk. geliefert.

* Verschieden« Mittheilungen. Ans Anlaß Der buttert» jährigen Gedenkfeier der erstenWal lenst ein"-Aufführung in Weimar bat die Direktion de» Goethe-Schiller-Alchiv« dort eine reichhaltige Ausstellung von feitenffanten Schriftstücken und gedruckten Dokumenten veranstaltet, die mit dem großen Ereigniß in intimer Beziehung stehen. Die Ausstellung wird bis zum Frühjahr in ihrem jetzigen Arrangeuieut bestehen bleiben.

Konstantinopel ist die einzige Hauptstadt in Europa, in welcher die Elektricität noch nicht ein geführt ist, weder zu BeleuchtnngS- noch zu fonftigen Zwecken. Da« Telephon für den Allgemeinverkehr ist alsgefährlich" Verbote», mir Die Ottoman- Bank besitzt ein solche» zwischen den Büreans von Galata und Stamdul. Die erste Telephonleituug, welche vor einigen Jahren von einem Geschäft in Pera eingerichtet wurde, zerschnitt die Polizei al» ein Werk de» Teufel«. Elektrische Belenchtuiig hat nur die Ottoman- Bank in ihrem Gebäude. Jetzt bewerbe» sich zwei Gesellschaften, eine deutsche und eine französische, nm die Konzession für die elektrische Beleuchtung Konstantinopels.