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Itittitkm* für dir «brnd-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. Für die Aufnahme später einaereichter Anzeiaen «ur ^lUfCtgeU-^lMttn>pne üächsterscheineitden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen. ' B J 6 3 s

Donnerstag, den 13. Oktober.

Uo. 477

1898,

Fernsprecher No. 52.

Fernsprecher N». 52.

fillorgen^flusgabe

ndeln,

wie eS nun schon seit einem ganzen Jahr geschieht, ist einer Behörde kaum würdig. Warum stellt man nicht die äußerste Grenze de» Entgegenkommens Seiten» der Stadt fest und handelt dann ziel- bewußt je nach der Entschließung der Gegenseite? Auffallend er­scheint e», daß von den berusenen Vertretern der Bürgerschaft bis jetzt keiner in nachhaltiger, energischer Weise gegen diese Vcrschleppnno der Angelegenheit Protest eingelegt hat. T.

Collatz, Berlin N., Lottumstraße 12, ernannt worden. Dem Ver­band gehören u. A. der bekannte Lektor der Stenographie an der Berliner Univerfftät, Herr Dr. Franz Stolze (der Sohn de« Er­finders), sümmtliche Vorsteher der amtlichen stenographischen Bkrean» der Berliner Parlamente und die meisten amtlichen Stenograph«! zu Berlin an.

Stimmen au» dem Publikum.

(Bur verogentUchmig-n unter dieser Ueberschrist übernimmt die Sebottton telneiM iBerannoortuno.)

* Zur Straßenbahn-Angelegenheit erlaubt sich tsu.- scnder Dieses einige ergänzende Zeilen dem gestrigen »Eingesandt" zuzusetzcn. Dasselbe war ihm und, ich glaube, der ganzen Ein­wohnerschaft ans der Seele gesprochen. Unerhört ist das Verfahren der solch immense Vorthcile genießenden auswärtigen Aktiengesell­schaft l Unbegreiflich die Langmuth der städtischen Behörden! Zwei Jahre schon wird mit dieser Gesellschaft verhandelt und noch immer ist der Stand derselbe. Wäre es denn nicht aiigebracht, die Siadt- bebörde sperre einfach die Straßen de» Dampsbahnverkehr» und untersage das Befahren, solange nicht der gewünschte elektrische Betrieb eingeführt wird, und lasse nun die Gesellschaft klagen und die Patente tragen? Das Einfachste und Wirksaniste wäre c» unzweifelhaft! Aber nicht nur elektrisch, nein, der Accumulatorenbetrieb müßte in einer Kurstadt wie Wiesbaden verlangt werden. Derfelbe bewährt sich, wie Einsender kürzlich in Pest zu sehen Gelegenheit batte, aus­gezeichnet; also verlange man ibn auch hier und verlasse endlich den Standpunkt des ewigen Verhandelns! Sollte aber da» vor- gcschlagene Radikalmittel, aus uns nicht bekannten Gründen, nicht angängig sein, so mache man den Vertrag, sowie den Stand der Verhaiibluiigen bekannt, damit sich die arggeschädigten Bewohner der Taunus-, Elisabethen-, Wilhelm- und Adoltstraßenach Möglichkeit selbst zu Helsen suchen, indem sie täglich Strafantrag sei es wegen stiukcndcu Coaks, sei cS wegen der fortwährenden eiitsetzlichen Läuteret, der Nußplage re. re. stellen, und so die Polizei zum Eingreifen nöihigcn. Wie fürchterlich die Belästigungen manchmal sind, wird zur Genüge illustrirt durch den Zustand aller von dieser Bahn durchfahrenden Straßen, namentlich aber der Hiiuplkurstraße, der Taunusstraße: Einsenderzähltc im Sommer, einer Morgen» zwischen 8 und 9 Uhr, nicht weniger al» fünf Dampfbnhnzügt, sowie drei Pierdebahnwagen zu gleicher Zeit in dieser Straße!! Nicht mir die Anwohner, nicht nur der Stiaßenkörper, selbst die Gebäude müffeu so darunter leiden! Deshalbendlich:Schluß der Verhandlungen"!! R.

-K- Kiedrich, 12. Oktober. Die evangelischen Geistlichen haben jetzt die Einrichtung getroffen,den Ko nfirNIa II den-u n terricht aus Mittwoch und Samstag Nachmittag zu verlegen. Viele Eltern sind damit nicht einveistandeii, daß dieser Unterricht an den gesetz­lich schulfreien Nachmittagen stattfindet, und wünschen, daß e» tote in der früheren Zeit bliebe. Der Baumeister der neuen katholischeiiKirche.Herr Andr. Maurer dahier, ist mit der Stifterin, Fräulein Eugenie Kreitz dahier,dadurch in D i s f e r e u z e n, weil letztere seine Forderung sür zu hoch hält. Run ist Klage ein­gereicht und wird dar Gericht darüber entscheiden. Herr Maurer hat sich Sachverständige gewählt, welche ihr Gutachten ab- gebcn sollen. Das Streitobjekt soll 7000 Mk. betragen. Dem hier zu wählenden Abgeordneten gehen von den Bürgern am Platze folgende Wünsche zur Vertretung im Landta ge zur 1. Verlegung des Landralhsamter hierher. 2. Errichtung eine» Amtsgericht» dahier. 3. Einführung der Schwalbacher Eiseubahn» strecke in die Trace der rheinischen Bahnstrecke bei Bahnhof Biebrich- MoSbach, und von da unter Benutzung der Strecke Mosbach-Wie»- baden in den dortigen Rheindahnhof al» einfachst«, billigste und ztorckmäßigste Linienführung bei der bevorstehenden Verlegung der Trace WlcSdadcn-Dotzheim. 4. Herstellung eine» besseren Fahr- waffer» im Rhein vor Biebrich durch Sprengung der felsigen Be- ftandiheile de» Flußbettes und Verbreiterung der Rheinuser von hier nach Schierstein auf Staatskosten.

Hachenburg, 11. Oktober. Die sanguinischen Hoffnungen Ihres Herrn Berichterstatters, daß das elektrische Licht mit dem 1. Oktober 1. I. in unserer Stadt erstrahlen werde, find nicht in Erfüllung gegangen. Wir befinden uns im Gegentheil jetzt in einer dunkleren Situation wie vor dem 1. Oktober, da ein Theil unserer seither brennenden Pctroleumlaternen den elektrischen Lampen, die bi» heute ihr Licht noch nicht lenchten lassen, den Platz einräumen mußten. Wie uns mitgetheilt wird, so sollen übrigen» die Arbeiten so weit vorangeschritten sein, daß in den nächsten Tagen mit Probe« belcuchtiingen begonnen werden könne. Setzen wir daher den Termin nicht allznfrühe und hoffen wir, daß die elektrische Beleuchtung in unserer Stadt, mit Aurnahme derjenigen durch Straßenbogeulampen, wofür bi» jetzt die hierzu erforderlichen Lichtmaste noch nicht auf­gestellt worden find, bis zum 1. November I. I. intakt sein werden.

Kleine TdroniK.

Den von dem Trarbacher Kasino anrgesktzteii Prei» von 1000 Flaschen des besten Moselweins für ein neue» Wosellied erhielt nach der Entscheidung des Preisgericht» die Dichterin Frau Rüden-Hillner und der Komponist Julius Wolff. Hoffentlich ist das Gedicht bester, als das Frida Schanz-Preislied auf den Rheinwein.

Das Defizit des Finanz-Alikfchuste» für da» in Hamburg stattgehabte Neunte Deutsche Turnfest wird auf 64,000 Mk. beziffert. 30,000 Mk. beiMigte der Staat, sodaß von 170,000 Mk. der Garantiezeichnungen .e»ch 20 pCt. einzufordern sind.

Eine Vierundzwanjigstunden-Uhr hatdieneueJannoivitz- Pastage in Berlin erhalten, welche nach der Holzmanlstraße zu den Aiisgang für die Stadtbahnstation Jannowitzbriicke bilden soll und am 1. November dem Verkehr übergeben werden wird. Da» Zifferblatt einer derartigen Uhr, welche jetzt znm ersten Male an einem Berliner Gebäude, und noch dazu an einem amtlichen, zu sehen ist, zeigt die Zahlen 1 bi» 24, sodich qlso 12 die Mittagszeit

Sehr geehrter Herr Redakteur! Dar in der gestrigen Nummer Ihre» geschätzten Blatte» erschienene Eingesandt über die hiesiget« Straßenbahn-Verhältnisse und die Unterhandlungen der Stadt mit der Straßenbahn-Gesellschaft ist wohl allen Bürgern und Bewohnern unserer Stadt ans der Seele gesprochen. E» ist geradezu unglaublich, in welcher Weise hier städtische Jntereffeii behandelt werden. Jetzt steht die Straßenbahn-Kommission ungefähr noch auf demselben Punkt wie zur Zeit des Beschluffe» der Stadtverordneten, die elektrische Bahn anzukansen. Ein solcher Feilschen und ßai " " wie eS nun schon seit einem ganzen Jahr geschieht, ist einer Be

wöhnlichem Rohrzucker erhalten wird. Solcher Kunsthonig wird entweder unvermischt oder mit Zusatz von Bienenhonig verkauft und gewöhnlich als Honig schlechthin oder al» Haidehonig oder Haide­leimhonig verkauft. Es ist von einer Reihe von Chemikern an­erkannt worden, daß dieser Klinsthonig in jeder Beziehung, also so­wohl in dem Geschmack al» im Nährwerth, gutem Bienenhonig nicht nachstehe und, da er um ein Drittel billiger ist, als ein angenchincr Ersatz von Natnrhoiiig zu betrachten und zuzulasten sei. Natürlich darf das Publikum jedoch verlangen, daß der künstliche Honig als solcher erkennbar vor dem Verkauf bezeichnet werde, und ist dies bisher nicht immer geschehen, sodaß eine gesetzliche Regelung nothwendig erscheint. Nach dieser Richtung liegt bereits eine NeichkgerichiS-Entscheidiing an» jüngster Zeit vor. Ein Kaufmann hatte große Menge» von Kunsthonig angefertigt, die er nach einem gewissen Zusatze von Nainrhonig unter den Namen:Bienenhonig",Tafclhonig" oderZuckerhonig" verkaufte. Ei» einziger Abnehmer in Hamburg erhielt in einem Jahre allein 6202 Centner solchen Honigs, der al» au» der Lüneburger Haide stammend bezeichnet wurde. Obgleich die Unschädlichkeit und die Güte dieses Erzengnisses außer Zweifel gestellt werden konnte und sogar zugegeben wurde, daß mancher Naturhonia wegen einer zu großen Menge von aromatischen Stoffen den Zu­satz von Kunsthonig verlangte, wurde der fragliche Honig­händler doch wegen Uebertretnng de» Nahrungsmittel-Gesetze» verurtheilt, da er zweifellos die Absicht verkolgte, sein Kunst- erzengiiiß als natürlichen Honig aurzugeben. Das Reichsgericht hat die daraufhin eingelegte Revision verworfen. ES soll nun von Seiten der Reichsrcgierung eine Verordnung erlassen werden, nach welcher die BezeichnungHonig" nur aus da« reine, von Bienen gelieferte Erzeugniß aus den Blüthen zu beschränken ist, für alle honigähnlichen Erzeugnisse aber die BezeichnungKunsthonig", so­wie die Angabe der Art der Herstellung und Zusammensetzung vor­geschrieben wird.

Dur Hebung der fiSuelidjkeit. Für die bevorstehenden längeren Feierabende unsere Leser auf einen ebenso harmlosen, wie herzerfreuenden Zeitvertreib aufnierksam zu machen, ist un» eine an­genehme Pflicht. Der Zeitvertreib ist wohl so alt wie die Gründung bleibender Wohnstätten er heißt: Hausmusik. Aber das Instrument, das wir dazu empfehlen möchten, ist noch jung: Die Accordzither. Zn billigem Preise erhältlich, leicht zu handhaben, spielend zu er­lerne», hat sich die Accordzither schon so eingebürgert, daß eine ganze Reihe von Fabriken darin wetteifert, den steigenden Bedarf zu decken und das Instrument immer mehr zu vervollkommnen. Für den Kenner besteht indeß kein Zweifel, daß die sogeiiannte Müllersche Accordzither ihre Rivalinnen an Solidität de» Baues und Süßigkeit des Tone» weit übertrifft. Sie ist in jiber besseren Mufikinstrumenten-Handlung erhältlich und ein reizende»A cc o rd- zither-Büchlein" versendet die Fabrik I. T. Müller in Dtesden- Strieseii auf Verlangen an Jedermann grati» und franko.

Elur §t««*t-9*fraubiittoneatfd)id)te. Ein begüterter Landwirth des Ruhrgebiet», der sich Für besonder» pfiffig hält, wird zur Selbsteiiischätzung herangezogen. Derselbe nannte auch einen Steindrnch, den er für 800 Mk. vermiethet hatte, sein eigen. Um nun nicht für diese Einnahme voll besteuert werden zu können, geht er fing» zu dem Pächter hin und legt demselben ein Schriftstück vor, nach welchem der MieihzinS pro Jahr nur 200 Mk. beträgt. Der Besitzer beruft sich bei der Tekiarirmig aus den fingirten Ver­trag und wird auch nur in dieser Höhe herangezogeu. Die findige Steuerbehörde bekommt jedoch Wind davon und nimmt den Defrau­danten in eine enipffudliche Geldstrafe. Uuterdeffen rückt die Zeit heran, wo die halbjährige Miethe fällig ist. Der BauerSniaun be- fliebt sich zu seinem Pächter, um 400 Mk. einzukassiren. Der aber sieht ihn groß an, zeigt ihm den mit seiner NamenSunterschrift ver­sehenen letzten Kontrakt und der Uederlistete mußte mit 100 Mk. abziehen. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

An» dem grammatische» Lest de» ltleinru Emtl. Der kleine Emil sollte Sätze mit Präpositionen aufschreiben. Dabei fielen am korrektesten au» die Sätze mit den Präpositionen: anstatt, halben, wegen, ungeachtet, gemäß, mittelst, innerhalb, unweit, ver­möge, entlang, läng», zufolge, trotz, zuwider, sammt und seit. Diese Sätzelauteten: Mein fater sein särdeftall liecht anStadt Hamborg". Der Kaiser kahm den könich auf halben wegen entgegen. Der Dieb ißt ungeachtet. Das liier ist ein Gemäß. Mittelst de» Arztes stirbt der kranke. Willi Seifert geht noch innerhalb kurzen Hose. Friz Meier glitscht em ganzer End lang. Meine Hose ißt unweit. Vermöge des milljonähr» kaust Else sich den Hut. Die kremerS fron geht immer in sammt und seit. Der böse Schüler ist dem Lehrer schon längst zuwider.

Kleine Nöthen. Die Abeggstraße wird behufs Her­stellung einer Gas- und einer Wafferleituiig auf die Dauer der Arbeit für den Fährverkehr polizeilich gesperrt. Mit Hinweis auf den Artikel in der Abendausgabe de»Wiesbadener Tagblatt" vom 11. Oktober:Eine Zahnklinik für Unbemittelte", werben wir vom Vorsitzenden de» Zahnärztlichen Vereins für die Provinz Hessen- Nassau ersucht, zu berichtigen, daß Herr Ch. Mueller nicht Zahn­arzt ist. Wir komineii diesem Wunsch nach, bemerken jedoch, daß Herr Mueller an der Absaffung der betreffenden Notiz unbetheiligt ist.

Drrrinv - Nachrichten.

«utje lachUche verichte werden berett»i0rgß unter vieler UederiLrlst atefttenommee.

* Die vom hiesigenKatholischen Kansmännifchen Verein" am Sonntag Abend zur Feier seines fünften Stiftungs­festes im Festsaale de« Geselleuhause» veranstaltete Abendunterhaltnug mit Ball erfreute sich eine» recht gute» Besuche«. DaS Programm war sehr reichhaltig und bot in Gesangs- und humoristischen Vor­trägen sowie Theaterstücken viel Abwechrlung. Die Vortragenden lösten ihre Ausgabe voll und ganz und ernteten alle lebhaften Beifall. Dank de» wohlgelungenen Arrangements nahm das Fest in jeder Beziehung einen vorzüglichen Verlauf. Der sich anschließende Ball hielt Alt und Jung in der aniutirtesten Stimmung bi» frühester Morgenstunde zusammen.

* Sonntag, den 9. d. M., tagte hier im RestaurantTivoli" derZahnärztliche Verein für die Provinz Hessen- Nassau". Aus dem wiffeiischaftlichen Theil der Tagesordnung verdient hervorgehoben zu werdeneine schwere Riefersraktur und ihre Behandlung" unddie protrahirte Lachgasnarkose mit Demonstration am Patienten". Der Zahnärztliche Verein unserer Provinz setzt sich nur au» approbieren Zahnärzten zusammen.

* DerStolzesche S tenographen-Verband", der im April d. I. begründet wurde, um gegenüber dem Einigungrsystem Stolze-Schrey" das altbewährte Stolzcsche Stenographiesystem zu pflegen, hat sich koustitnirt. Zum Vorsitzenden ist der amtliche ParlamenlSstenograph Herr Johannes Rindermann, Berlin N., Friedrichstraße 105, und zum Schriftführer Herr Kartograph EM

Au» Ztadl und Land.

Wiesbaden, 13. Oktober.

Geschichi»kal«»Ser. 13. Oktober. 1781: Toleranzedikt Kaiser Joseph» II. 1792: Moritz Hauptmann, Musiker und Mnsik- tdeoretiker, * Dresden. 1815: Murat, König von Neapel, bei Pizzo in Calabrien standrechtlich erschossen. 1821: R. Virchow, Anatom und Anthropolog, * Schiveldein. 1822: A. Canova, Bild­hauer, f Venedig. 1822: K. M. Reiiithaler, Komponist, * Erfurt. 1825: Maximilian Joseph I., König von Bayer», ch Nymphenburg. M 1828: Johanna Wagner, Sängerin und Tragödin, * bei Hannover. 1832: Eduard Tempeltey, Dichter und Politiker, * Berlin. 1849: Der ungarische General Görgey kapitulirt bei Vilano». 1873: E. v. Sydow. Kartograph, ch Berlin. 1896: Eugen Sell, praktischer Hygieiniker, t Berlin.

Uor 50 Jahren. 13.Oktober. Bon der Centralgewalt in Frankfurt werden die Abgeordneten Weicker und Mösle al» Reich»- kommiffare nach Oesterreich gesendet,,um allezurBeendigung deSBü rger- krteges, zur Herstellung de» Ansehens der Gesetze und de» öffentlichen Frieden» erforderlichen Vorkehrungen zn treffen". Sie konnten jedoch in Oesterreich schlechterdings nicht» au»richten und wurden sogar vom Fürsten Windischgrätz mit offener Nichtachtung empfangen. L In der Nationalversammlung selbst war der Antrag des Wiener Abgeordneten nnd späteren österreichischen Minister» Berger,der Stadt Wien für ihren Kampf gegen die freiheitrmörderische Kamarilla den Dank des Vaterlande» anszusprechen", der Mehrheit zu weit gegangen. Aber die vereinigte Linke beschloß darauf, von sich an» eine Abordnung »ach Wien zu senden, um dem Reichstag und dem Gemeinderath von Wien für ihr mannhafter Verhalten W den Dank und die Glückwünsche der Franksurler Linken bar« ..bringen. ES wurden dazu neben zwei österreichischen VolkS- b...uctern die Abgeordneten Julin» Fröbel und Robert Blum be= fc.uimt. Diese Delegation wurde bei ihrer am 17. erfolgten Ankunft i.. Wien von den Behörden und dem Volke feierlich empfangen.

-o- Sie Kretssqnode Wiesbaden (Ztadt) ist gestern Nachmittag 4 Uhr in dem neuen Gemeindehaus an der Steingasse zn ihrer diesjährigen Tagung zusammeugetreteu. Dieselbe wurde mit dem Gesäuge dcS Chorals:Ach bleib mit Deiner Gnade" und einem Gebet des Vorsitzenden, Herrn Dekan Bickel, eröffnet, woraus letzterer den Verhandlungen da» Schriftwort: 1. Bries Paulus' an die Corinth», Vcr» 10" voranstellte. Zu Schriftführern wurden die Herren Oberstlieutenaut Wilhelmi und Pfarrer Risch berufen. Der Herr Vorsitzende theilt sodann mit, daß Herr Generalsiiperinteiident D. Maurer wegen der Wethe der neuen Kirche zu Heddernheim an der Theiluahme der Ver- ha udlnngen behindert sei. Da» Kgl. Konsistorium bat Herrn Kousistorial- ratb Jager zu Bierstadt abgeordnet, der nach einer Begrüßung de» Herrn Vorsitzenden der Synode die Grüße de» Konsistoriums und dessen Wünsche für einen glücklichen Verlaus der Verhandlungen und einen gesegneten Erfolg derleibe» übermittelte. Da» Kgl. Konststorium hat den Beschluß der Synode, die Zahl der Mitgliederder Bergkirchengemeinde vou 4aus6zn erhöhen, genehmigt und denjenigen, betreffend da» Kollekteiiwesen, zur Keuntnißder Herrn Oberpräsidenten gebracht. Aus Antrag des Herrn VerwaltungSgerichtrdirektors Geh. RegierungSrath» v. Reichenau werden die Neuwahlen zur Synode nicht beanstandet. Der jährliche Bericht über die kirchlichen und sittlich en Zustände desSynodalkreiseS siegt den Mitgliedern gedruckt vor. Derselbe bezeichnet den Kirchen­besuch in allen drei Gemeinden al» einen befriedigenden. Als be> londer» erfreulich wird es bezeichnet, daß unter den Vertretern der Gemeinden mehr und mehr die Uederzeugung durchdringe, daß sie nicht bloß mit der äußeren Verwaltung sich zu befaffeit, sondern ihren kirchlichen Sinn auch durch lebendige Theiluahme an den Gottes­diensten zu bethätigen haben. Die Verschönerung der Gottesdienste durch den Kirchenaesangverein wird dankbar anerkannt. Die Zahl derKom- munitanten hat zitgenommeu. Der Besuch der Christenlehre könnte ein wesentlich besserer fein und die Theiluahme an den Morgenandachten in der Gewerbeschule ließ viel zu wünschen übrig. Mit der schon feit Jahren augeflrebteu Einführung von Kircheutausen statt der Hau»tanfen ist in der Bergkirche ein Versuch gemacht worden. Doch nur an Pfingsten hat eine größere Anzahl Genieiude- glieder davon Gebrauch gemacht. Die schöne Sitte wird tocnigßcue für die wärmere Jahreszeit aufs Rene empfohlen. Die schon feit 1896 geplante Erweiterung der Orgelempore der Marktkirche ist im Lauf de» Sommer» aukgeführt worden und wird als eine wesentliche Verschönerung der Kirche sowohl, als auch al» g eine Verbesserung der Akustik bezeichnet. In der Ringkirche find wieder neue Reparaturen nöthig geworden. In dem Gewölbe über der Kanzel entstanden Riffe und Senkungen, die eine sofortig- Reparatur erforderten. Da» neue Doppelhan» an der Ringkirche ist gut ankgefallen und kommt der Gemeinde insofern tu Statten, al» in dem Erdgeschoß de» einen Hause» ein schöner Baal für die Gemeinde gewonnen worden ist. Dem hochherzigen Stifter, der über 100,000 Mk. für den Bau der Gemeindehauses an der Steingasse gespendet, sowie Allen, die zu der inneren Aus­stattungbeigetragen haben, wird herzlicherDankgesagt. Da» Vereinsleben ist in gewohnter Weise gepflegt worden. Die kirchliche Armenpflege hat sich in ihrer neuen Form bewährt. War da» sittliche Leben anlangt, so fehlen neben manchen erfreulichen Erscheinungen doch auch nicht recht trübe und schmerzliche Erfahrungen. Es habe dies . nicht zum Wenigsten feinen Grund in dem Mangel an einer rechten

Bonntagsheiligung. (Schluß folgt.)

®irkit». Herr Karl Gärtner plant auf feinem Terrain m der Waldstraße ein großes Etablissement für die Zwecke eine» stehenden Cirku»-Gebäude». Im Souterrain werden Stallungen für über 100 Pferde eingerichtet und der Ziischanerraum des Saale» soll mehrere Tausend Personen fasten. Ein auswärtige» E Konsortium soll sich für die Erwerbung ittteresstren. Da» | Etablissement wird mit großen Restaurations-Sälen rc. versehen und t- oll auch für größere Versammlungen aller Art nutzbar gemacht werden. Ein Spaziergang nach der Waldstraße in der Nähe der neuen Kasernen lohnt sich für Jeden, der an der Weitereutwicklung unserer Stadt Interesse Hai und dort die Neubauten und Spekulations- Objekte persönlich in Augenschein nehmen will.

yeber Aatnrhonig und Kunsthonig bringt die ^harmaceutische Zeitung" eine bemerkenrwerthe Auseinandersetzung. Da die Menge de» in Deutschland gewonnenen eigentlichen Äieueu- .. Honigs für den Bedarf weitaus nicht ausreicht, so ist seit längerer | Zeit ein künstlicher Honig al» Surrogat aufgetreten. Derselbe wird ' W» Jtzptttzuckcr dgrgeMt, der durch verdünnte Salzsäure aus ge»

«6. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. vezngs-Prei»: durch den Verlag 60 Psg. monatlich, durch di« Post 1 Mk. tib Psg, vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgasse 27.

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Ameigen-Preirt

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