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1898,

Donnerstag, den 6. Oktober.

Fernsprecher No. 52.

Uo. 466

Fernsprecher No. 52.

Abend-Ausgabe

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Thatsachcn Vorlieben.

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Regierung anfgegebeu ist. Der nunmehr erst tm i scheinende Erlab de» Grafen PosadowSky zeigt, daß

südafrikanische Republik vom Januar 1896 ist die Erklärung des früheren Staatssekretärs Freiherr v. Marschall ver­öffentlicht worden, worin er ausdrücklich hervorhob, daß die deutschen Interessen in Südafrika die Aufrechterhaltung Transvaals als selbständigen Staates und die Sicherung des Status quo bezüglich der Bahnen und des Hafens in der Dclagoabai erforderten. Das jetzige Abkommen wirv vielfach als ein Bruch mit jener Politik empfunden. Viel­leicht wäre freilich auch der Schluß gerechtfertigt, daß das Abkommen nicht so weit geht, als man vermnthet. Vielleicht wird die deutsche Negierung sich auf den Standpunkt stellen, daß die Delagvabai, wenn sie in irgend einer Form in die Hände einer englischen Gesellschaft übergeht, nicht politisch, sondern nur wirthschastlich an England über­gehe. Es verlautet auch, daß das Abkommen eine Be­stimmung enthalte, wonach die Durchfuhr von Lourcnco- Marquez nach Transvaal frei bleiben solle. Eine solche Bestimmung würde die befürchtet? Bedrohung der Buren­republik aufheben. Ihre strikte Durchführung zu sichern, dürfte freilich nicht leicht sein, wenn die Dclagoabai in die Hände der berüchtigten Chartered-Company übergeht, an deren Spitze der saubere oder deutlicher gesagt unsaubere Cecil Rhodes steht. Von Seiten der deutschen Regierung ist geltend gemacht morden, daß sie de facto gar keine Hand­habe hatte, gegen das Vorkaufsrecht Englands auf die Dclagoabai Einspruch zu erheben; wenn sie aber durch die Anerkennung einer doch nicht abzuänderndcn Thatsache auf anderem Gebiet Vortheile erzielen könne, so sei das politisch durchaus zu rechtfertigen. Gegen diesen Grundsatz läßt sich kaum etwas einmenden, aber andererseits erwartet man all­gemein eine Aufklärung darüber, inwiefern sich seit zwei Jahren die Grundlagen unserer südafrikanischen Politik ge­ändert haben. Wir haben nns im Vorstehenden damit be­gnügt, die beiden Seiten der Frage hervorzuheben, ihre Ver­gleichung müssen wir nothwendig verschieben, bis nns statt der Muthmaßungen über das deutsch-englische Abkommen

von der Sympathie durchwärmt fühlen, die ihnen von be­wundernden Frauenblickcn offen, und von theilnchmendcn Freunden geheim entgegengcbracht wird. Hie und da einige auffallende Neuerungen diesmal merkwürdiger Weise in der Herrentoilette: der breite, aufgebogene Seidenhut, die an der Seitennaht mit einer Falte versehene Hose, und vor Allem die kurze Weste mit Metallknöpfen! Hat etwa Felix I. in seiner selbstgeschaffenen Majestät für den kommenden Winter ein Dekret herausgegeben gleich demjenigen, das Ludwig der XIV. an seine Höflinge richtete:Seine Majestät wünscht, daß alle neuen und alten Kleider, an denen Stoff­knöpfe angebracht sind, abgeschafft werden."

Es ist interessant zu beobachten, mit welcher Freude Alle sich anschicken, die Last der gesellschaftlichen Pflichten wieder auf sich zu laden; und doch ist der AusdruckLast" hier in wörtlichem Sinn zu nehmen, denn es ist eine bekannte Thatsache, daß die hiesige Aristokratie immer seltener zahlt, da Spiel, Sport und ein luxuriöses Leben wahre Ver­wüstungen in ihren Vermögen angerichtet, und daß nur die Geschäftswelt aus der nie versiegenden Quelle des Fremden­verkehrs immer größeren Reichthum schöpft. Sie scheut aber auch weder Anstrengung noch Kosten, um für die Genießenden und Genußsüchtigen die Reize in jeder Richtung mächtiger und unwiderstehlicher zu gestalten.

So hat es der Besitzer der Taverne Ponsset auf dem Boulevard des Italiens, im Verein mit dem durch seine Arbeiten bei der Weltausstellung von 1889 rühmlich be­kannten Architekt Niermans, unternommen, für alle diejenigen, bei denen die physische Fcinschmeckerei mit der geistigen zusammenfällt, mit dem gestern eröffneten Salon-Restaurant ein Appetit und Verdauung beförderndes Kunstwerk zu schaffen. Der große viereckige Saal, der mit einem Halb­bogen endigt, ist mit Skulpturen, Bildern, Mosaik- und Porzellankunstwerken bedeckt. Unter exotischem Blumen-

Zas Abkommen mit England.

lieber das zwischen Deutschland und England getroffene Abkommen gehen noch immer einander direkt widersprechende Meldungen und Gerüchte durch die Presse, welche lediglich beweisen, daß die Urheber dieser Meldungen das Vedürfniß haben, Näheres über dies Abkommen zu erfahren, ohne daß dieses Bedürfniß bisher gestillt wurde. Es darf dies nicht Wunder nehmen, denn sowohl in Berlin, wie in London, wird an amtlicher Stelle strenges Stillschweigen über die Abmachungen gewahrt. Diese Geheimhaltung wird auf den ausdrücklichen Wunsch Englands zurückgeführt, aber man könnte auch eine andere Motivirung finden. Das deutsch-englische Abkommen beruht offenbar auf dem englisch­portugiesischen Vertrag über die Dclagoabai, dieser aber muß erst von den portugiesischen Cortes genehmigt werden; es wäre begreiflich, daß alle betheiligten Staaten den Wunsch haben, nichts über die gegenseitigen Abmachungen verlauten zu lassen, bevor jene Vorbedingung erfüllt ist.

Das deutsch-englische Abkommenist, obwohl wir aus Muth- maßungen über seinen Inhalt angewiesen sind, in Deutsch­land vielfach mit Mißtrauen ausgenommen worden, und zwar ans zwei Gründen: Einmal ist zwischen Deutschland und Eng­land seit Jahren unverkennbar eine gewisse Mißstimmung vorhanden, die noch keineswegs als völlig beseitigt gellen kann, und zweitens empfand die öffentliche Meinung bei uns den Vertrag als eine unliebsame Abweichung von unserer bisherigen südafrikanischen Politik.

Erst am 27. April d. I. erklärte der Staatssekretär v. Bülow im Reichstag, daß zwischen Deutschland und England kein Vertragsverhältniß bestehe, und daß Deutsch­land England gegenüber freie Hand habe. Umso begreiflicher ist das Erstaunen darüber, daß diesen Worten, die man nicht als die Konstatirung einer augenblicklichen Thalsache, sondern als eine politische Richtschnur auffaßte, sobald ein Abkommen mit England folgte. Aus der Gegenüberstellung dieser beiden Thatsachcn ist aber auch ohne Weiteres zu entnehmen, daß es sich bei den deutsch-englischen Abmachungen lediglich um ein spezielles Abkommen über eine Anzahl begrenzter Punkte und .nicht um eine Art Vertragsverhältniß handelt, wie cs englische Blätter zuerst glauben machen wollten.

Mit Sicherheit scheint festzustchcn, daß cs sich bei dem Abkommen ausschließlich um Fragen der afrikanischen Politik handelt. Neber die Vortheile, welche Deutschland bei dem Abkommen erlangt hat, schwanken die Angaben. Dagegen wird übereinstimmend berichtet, daß Deutschland seinen Ein­spruch gegen die Erwerbung der Dclagoabai durch England fallen gelassen hat Diese Bestimmung des Abkommens ist bei uns vielfach als ein Bruch mit der bisherigen Politik unserer Regierung aufgefaßt worden, denn durch den Uebergang der Dclagoabai in englische Hände käme die Transvaalrepublik in die Gefahr, vom Meere ab­geschnitten zu werden und somit in eine starke Abhängigkeit von England zu gerathen. In dem Weißbuch über die

(Nachdruck verboten.)

Pariser Zrief.

(Von unserem Korrespondenten.)

Alles beisammen. Neue Tracht. Eine Taverne. Neue Geschäfts- und Kunsttempel. Theater.

Voreilige Theaterkritik.

Paris, 4. Oktober.

Was Paris so anziehend macht und seinen Ruf der ersten Weltstadt rechtfertigt, das ist die Jntensivität und Vielfältigkeit, mit der das Leben hier pulsirt. .Es werden gleichsam viele Leben, die unter einander die stärksten Gegen­sätze bilden, gleichzeitig gelebt. An demselben Sonntag- Nachmittag, als in der Avenue de Wagram die vom politischen Parlcikampf entflammte Menge in zwei feind­lichen Lagern, der Revisionisten und Nationalisten, einander drohend gegenüberstand; hier unter heulendem Gelächter mit den Zeitungsblättern und den Hüten der Gegner ein Autodafe errichtet, dort Verhaftungen vollzogen und Stock­schläge ausgethcilt wurden konnte man in Longchamps eine andere Welt, ein anderes Paris sehen und Empfindungen ganz anderer Art durchmachen. Es war das reiche, elegante, kosmopolitische Paris beim Wettrennen. Auch hier Bewegung und Leben, wenn auch minder fieberisch erregt, auch hier ein Reichthum an Farben-Effekten, wenn auch ohne das beunruhigende Moment von züngelnden Flammen und fließendem Blute. Da sind sie nun wieder Alle beisammen, die bekannten Größen aus den drei Welten, welche die Pariser Gesellschaft das tout Paris bilden: die aristokratische, die Künstler- und die Halbwelt. Und überdies eine Anzahl vornehmer Fremder, unter denen die Amerikaner und Spanier, die zum Friedensvertrag hier zusammenkamen, besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sie sind auf neutralem Boden; doch merkt man eS der koketten Eleganz und der ungezwungenen Heiterkeit der schönen Spanier an, daß sie sich

Die Frage des ßoaiiiionsrechts

bildete gestern beim sozialdemokratischen Parteitag in Stuttgart den Brennpunkt der Verhandlung. Fiscber-Berlin referirte. Er gelte, auf die Oeynhäiiser Kaiserrede zu antworten. Die Drohung darf nicht unerwidert bleiben. DaS Bürgerlhum ist gesunken bis zu einem Grade, daß c» nur noch in der Militärdiktatur sein Heil siebt. Die Unternehmerpresse jubelte der Kaiserrede zu und bei mit Weih­wasser getaufte Galizier Schweinburg pries den Oeynhnuser Kurs. Die Kaiserrede hat alle Drohungen de« PosadowSkyschen Erlasie« übertroffen, der von einem Theil abgelengnet wurde. Die kaiserliche Sozialreform ist beute, was morgen sein wird, wiffen wir ja nie, ausgegeben. Da rechtfertigt sich nachträglich das Mißtrauen, das die Sozialdentokrntie 1890 den betreffenden Kundgebungen entgegenbrachte. Die Haltung der deutschen Regierung und Unternehmerschaft gegen die Arbeiter ist eine spezifisch preußische, der noch die Rndiniente des Mittelalters anhasten. Vor hundert Jahren hatte bereits England seine Koalitionen verboten, was bald wieder anfgehoben werden mußte. Heute soll bei nns der Versuch geniacht werden, der vor hundert Jahren in England scheiterte. Man lobt allerhöchst den CorpSgeist der Corps- studenteii, da» StandeSbewußtsein der »Edelsten unb Besten der Nation", das StandeSbewußtsein der Arbeiter aber will man durch die Zuchthausstrafe ehrlos machen. Nicht der Wortbrüchige

Verlag: Langgasse 27.

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soll feine Ehre verlieren, sondern der Verräther soll als Tugend« bürgtr gelten. Dagegen muß die Arbeiterschaft nicht nur Protest einlcgeii, vielmehr auch den Widerstand organisiren. Ein Arbeiter, der seine Lage verbessern, seine Familie heben will, der soll mit Räubern und Mördern, mit Gaunern und Kupplern auf eine Stufe gestellt werden? Wer das will, kann freilich keine Ahnung von dem Denken und Fühlen der Arbeilerklaffe haben. Der Redner unterbreitet den, Parteitag schließlich eine Resolutwn, die in den

«6. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezngs-Prei»: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. «o Pfg. vierteljährlich für Herde Ausgaben zusammen.

und Blättcrschmuck schimmern die schönen Glieder von Nymphen und Bacchantinnen hervor. Der Frühling, die Jugend, die Blumen und dasLeben" selber finden hier in Marmor, Metall und Farben ihre sinnbildliche Dar­stellung. ließet dem Riesenkamin, der die Bogcrrwand einnimmt, erhebt sich in jungfräulicher Schlankheit eine Hebe, das Werk des Bildhauers Roger Bloche. Und alle die einzelnen Kunstwerke verschmelzen mit den dekorativen Motiven der Mauern, Säulen, des Fußbodens, des Plafonds und der Galleriebrüstungen zu allgemeiner Harmonie. Sogar die Beleuchtungsapparate, Tische, Stühle und Service sind mitwirkende Klänge in dieser heiteren Kunst- und Luxus" Symphonie, und nur die materiellen Freuden einer vorzüg­lichen Küche führen die Gäste aus der vorgezauberten Feen­welt auf den Boden der Wirklichkeit zurück.

Eine andere Verschönerung der Stadt wurde mit der Vergröberung des MagazinsLes trois Quartiers vollzogen, dessen Auslagefenster eine Zierde der Boulevards bilden. Im Jahre 1828 gegründet, hat sich dieses Geschäft den Ruf erworben, seinen Maaren einen Stempel von spezifischem ParisianismuS aufzudrücken. Neue, im Style Ludwig des XVI. dekorirte Gallerieen wurden nun den alten beigefügt, und eine 25 Meter umfaffende Halle, von einem eigenartig aus­geführten Glasdachc bedeckt, verbindet das Ganze.

Auch für den Kultus der dramatischen Kunst wurde vor einigen Tagen ein neuer Tempel cingeweiht. Herr Paul Franck macht mit dem Nouveau-Thöatre den Versuch, dem Publikum bei ungewöhnlich niedrigen Preisen die höhere Kunst in der Darstellung vorzüglicher Künstler zu bieten. Wenn der Versuch gelingt, so wird der langgehegte Traum vieler guten Geister in Erfüllung gehen: die edle dramatische Kunst dem empfänglichen Sinn deS ganzen Volkes zugänglich zu machen. Der Anfang wurde mit der Erst-Aufführung des 5-aktigcn DramasRembrandt" vot»

Sätzen gipfelt: ,

Der Parteitag wendet sich enffchieden gegen die Drohung m der Tischrede der Kaisers zu Oeynhausen am 6. September 1898, demnächst der Volksvertretung einen Gesetzentwurf vorlegen zu lassen, wonach Jeder mit Zuchthaus bestraft werden fall,der gar zp einem Streik anreizt". Der Parteitag erblickt in der Kaiserrede ^zweideutige Zeugniß, daß die in den kaiserlichen Erlassen Februar 1890 in Aussicht gestellte Sozialresorm Seitens der ..........-n :-i richtigen Lichte er»

Sky zeigt, daß da» RrichSamt des Innern, statt des srüher in Aussicht gestelltenSchutzes gegen eine willkürliche und schrankenlose Ausbeutung der Arbeits­kraft" eine Politik der Unterdrückung der Arbeiterbestrebunaen auf wirthschastlichen, Gebiet einleitete, eine Politik, die den letzten Arbeiter Über das Märchen vom »Sozialen Königthum" aufklärt und ihn davon Überzeugen muß, daß im heutigen Klasseustaat die Regierung immer mehr und immer deutlicher die Sachwalterin derKapitalisten- iuteresseu wird und allein die Sozialdemokratie die rückhaltlose und offene Vertreterin der Arbeiterinteressen ist. Der Referent geht noch auf die Rechtssprechung gegen Streifer und Streikbrecher ein. Die Richter haben sich in ihrem Urtheil von der Befangenheit ihrer Streife nicht befreit. Auf die bürgerlichen Parteien ist kein Verlaß. Die Znchthausandrohung ist wie ein tzanstschlag von den ArbeiteM empfunden worden, und dos letzte Restchen monarchischen Gefühl», das sich hie und da doch noch etwa vorsand, ist verflüchtigt. Wirft uu8 der Kaiser den Fedehandschnh hin, so nehmen wir ihn auf. Die Voraussetzung der wirthschastlichen Freiheit ist, wie die Dinge liegen, die Niederzwingung des monarchischen StaatSgedanlenS. Daß die deutschen Arbeiter von der Monarchie nichts zu hoffen, aber Alles zu siirchten haben, das erkennt nicht nur die Sozial­demokratie, sondern die gesamnile deutsche Arbeiterschaft." (Beisafl.) Die Resolution wurde ohne längere Diskussion einstimmig äu- genommen. Mit einer Uederraschnng setzt die Verhandlung der Landtagswahlfrage ein, die nunmehr an die Reihe fornrnt Die Fünszehuer-Kommission hat sich geeinigt, Liebknecht znm Vertreter bestellt (der gestern noch gegen da« Zusammengehen mit dem bürgerlichen Fortschritt wetterte) unb folgende Resolution vor- geschlagen:Die Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen unter dem Dreikiassen-Wahlsystem kann nicht, wie die an den ReichS- tagswahlen, als eine Heerschau betrachtet werden, als ein Mittel, durch die Zählung unserer Stimmen einen moralischen Erfolg zu erreichen, sondern nur als ein Mittel, bestimmte praktische Erfolge zu erzielen, namentlich die Abwendung der Gefahr, daß die krasseste Ncakiion die Mehrheit im Landtag erlangt. Von diesem Gesicht»- piiiikt ausgehend, erklärt der Parteitag, daß die Betheilianng an den Landtagswahlen nicht in allen Wahlkreisen geboten ist, umso weniger, als bei der Kürze der Zrit, die nnS von den preußischen Laudtogswahlen trennt, nicht daran gedacht werden kann, die in dieser Frage jetzt weit aureinandergehenden Meinungen innerhalb der Partei einander zu nähern, sodaß ein einheitliches Vorgehen der Gesanimtpartei möglich ist. Unter diesen Umständen überläßt es der Parteitag den Genossen der einzelnen Wahlkreise, über dieFrage bet Betheiliguug zu entscheiden. Wird in einem Wahlkreis die Be- theilignng beschlossen, so werden, fall» e» sich dabei um eine Unter» stützung bürgerlicher Oppositionskandidaten handelt, die Kandidaten sich verpflichten müssen, für den Fall ihrer Wahl in den Landtag für die Einführung des allgemeinen gleichen direkten unb geheimen Wahlrechts, wie solches für die Wahlen zum Reichstag besteht, auch für die Wahlen zum Landtag eiiizuireten unb im Landtag alle Maßnahmen entschieden zu bekämpfen, die geeignet sind, die be­stehenden Volksrechte im Einzelstaat weiter zu schmälern oder zu beseitigen." Auch diese Resolution wurde angenommen. Für den Rest seiner Verhandlungeil bleibt noch die Stellung der Partei zur Handelspolitik und zum Bergarbeiterschutz zu erledigen.

A«,eig«n»PreiSr

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