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Mittwoch, den 5. Oktober.
Fernsprecher No 52.
Uo. 463
Fernsprecher N». 52.
«e. Jahrgang»
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs Preis: durch den Verlag 60 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. ob Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
Verlag: Langgafse 27.
15,50® Abonneutcn.
Die einspaltige Petitzrile für locale Anzeige« 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. — Reclame» die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg.. für Auswärts 75 Pfg.
; für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. - Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur Anzeigen-Armahmr nächsterscheinendeu Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen. T
Morgen-Ausgabe.
Aus Stadt und Kan-.
Wiesbaden. 5. Oktober.
— personal Nachrichten. Aus Kurland sind Se. Durch!. Prinz Lieven und I. Durch!. Prinzessin Lieven hier etu- getroffen und im „Hotel Rose" abgestiegen. — Professor Oswald Achenbach ist aus Düsseldorf hier eingetroffen und hat im „Hotel Bellevue" Wohnung genommen.
-o- Kirchliches. Die Größere Vertretung der Evangelischen Gesam mt - Kirch engemeinde war auf gestern Nachmittag, 5 Uhr, in der Marktkirche zu einer Sitzung berufen. Nach Eröffnung derselbe» durch den Vorsitzenden, Herrn Dekan Bickel, referirte Herr Baumeister Blume über eine Abänderung de» in der letzten Sitzung genehmigten Vertrags mit Herrn Tünchermeister I. Walther über den Verkauf eines Grundstücks an der Ringkirche an den letzteren. Die Aenderung betrifft die Streichung der Kosten für eine Grenzmauer, die ganz auf dem Nachbargrundstuck der Kirchengemcinde und nicht, wie irrtdiimlich angenommen wurde, zur Hälfte aus dem Grundstück steht. Sie wird genehmigt. — Uebcr den Antrag auf Bewilligung von Nachsorderungen für den Ban der evangelischen Gemeindehauses referirt Herr Pfarrer Veesenmeyer. Es ist gelungen, den Keller dieses Hauses als Weinkeller zu vermiethen, damit aber auch btc nachträgliche Einrichtung eines FaßauszugeS erforderlich geworden. Die Kosten mit 625 Wk. werden bewilligt. Der Pächter des Keller» hat sich verpflichtet, diesen Betrag für die nächsten 5Jahre mit 5 pCt. zu verzinsen. Einer polizeilichen Auflage entsprechend, ist der Hof mit einer EntwäfferungSanIag« und die Lichtöffnungen sind mit Glasdächern zu versehen, was 570 Mk. Kosten verursacht. Dieser Betrag, sowie weitere 800 Mk. für Stühle werden bewilligt. Herr Pfarrer Veesenmeyer thcilt noch mit, daß er für die innere Ausschmückung des Hauses durch persönliche freiwillige Kollekte 2000 Mk. aufgebracht habe und daß ihm für da» Gemeindehaus ein Klavier und ein Harmonium geschenkt worden feien. Im Großen und Ganzen würden sich dieBaukosten innerhalb des Kostenvoranschlags bewegen; nur die Verstärkung der Brandmauer nach dem zukünftigen Pfarrhaus hin, die man mit Rücksicht auf dessen Bau nur in l‘/s Stein Stärke vorgesehen, hatte 3359 Mk. Mehrkosten verursacht. Dieselben werden genehmigt. Schließlich erläßt Herr Pfarrer Veesenmeyer an die Versammlung eine Einladung zu der am nächsten Sonntag, Abends 7*/i Uhr, stattsindenden Feier der Einweihllng de» Gemeindehanfes. Zur Bestreitung der Kosten der letzteren werden 150 Mk. bewilligt. — Die Marktkirche soll im Innern mit einem neuen Austrieb verseheii werden, doch soll, bevor damit begonnen wird, die Heizuugr-Anlage, die Schuld daran ist, daß die Wände stellenweise fast schwarz geworden sind, gründlich gereinigt und renovirt, insbesondere auch die AurströmungSöffnungeii dahin verlegt werden, wo Niemand darübergeht. Wie Herr Bin nie mit- theilk, sind die Kosteii hierfür ans 3500 Mk. veranschlagt. Der Betrag wird bewilligt. Damit schließt die Sitzung.
-o- Kreissynode Wiesbaden (Stadt). Die einzelnen evangelischen Kirchengemeinden haben in die von ihnen gebildete Kreissynode für die nächste Wahlperiode folgende Herren gewählt: a) Neukirchengemeiude: Rentner D. Beckel, Profeffor Fritze, Direktor Dr Kaiser, Landgerichtsdirektor de Niem, Rechtsanwalt v. Eck und La nd- wirth L. Wintermeyer;b) Bergkirchengemeindc: Prof. Dr. W.Fresenius, Rentner Ed mund Fraund, Rektor Müller, Stadtrath SBeil, Direktor F. Strasburger und Oberstlieutenant Wilhelmi; o) Markt- kirchengemeindc: Verwaltniigsgerichtsdirektor Geh. Negierungsrath v. Reichenau, RentnerCuntz, DirektorSchulrathWeldertiindStadtrath Kalle. Außerdem sind die Herren Geistlichen Mitglieder der Kreissynode.
— Kismarckfeier. Mit der Ausschmückung des Wilhelms- platzeS für die Enthüllungsfeierlichkeiten de» Bisinarck-Tenkmals wird heute Mittwoch begonnen werden. Da» Denkmal wird mit Flaggcuinasten umgeben, der Platz mit Kies bestreut. Für die Sänger wird eine große Tribüne aufgeschlageii. Den äußeren Rahmen des Publikums bilden die Kriegervereine, direkt vor dem Denkmal stehen die Schulkinder, die Spitzen der Behörden, die geladenen Gäste und da» Comitö. Sehr wiinschenSwerth wäre es, wenn die Anwohner de» WilhelmSpIatzeS ihre Häuser gelegentlich der seierlichen Handlung festlich schmücken wollten.
— Reichshallen-Theater. Das Programm im Neichshalleu- Theater ist nun noch um zwei ganz exquisite Spezialitäten reicher geworden. Der Mimiker und Jmpersonator Herr Morse Bolton stellt durchweg Personen vor, die durch den Lauf der Ereignisse im In- und Ausland in letzter Zeit entweder berühmt oder „berüchtigt^ geworden sind. So hatten wir fast sömmtliche Helden und „Helden des französischen Dreysus-Skandals in fravpirender Nachahmung, als Esterhazn, Zola, Dreyfu» selbst rc. 2C. Auch den schwergeprüften Kaiser Franz Joseph von Oesterreich führte Herr Bolton in verblüffender Aehnlichkeit vor. Der vortreffliche Künstler errang denn auch großen, aufrichtigen Beifall. Miß Emmy ist eine sehr gewandte junge Same, die an einem auf hoher Pyramide ausgestellten Reck die schwierigsten Evolutionen aursührt. Zu bewuilderu ist die Sicherheit und die phänomenale Kraft der Dame.
— Die diesjährigen Kerbstprlifungen für den Einjahrig-Freiwilligen Dienst haben a» vielen andern Orlen sehr ungünstige Ergebnisse gehabt. So bestanden in Coblenz von fünf Theilnchmer nur einer, in Straßburg von 41 nur 11, in Düffeldorf von 25 nur 3 und in Speyer a. Rb. von 44 nur 12. Diese bedauerliche Tbatsache beweist wieder einmal von Neuem, so schreibt die „Straßb.Post", wie leichtfertig sich manche nur mangelhaft vorgebildete junge Leute in diese Prüfung wagen. Wenn eine Prüfungsgebühr von etwa 30 Mk. erhoben würde, so dürfte Mancher, der jetzt mit jugendlicher Unverfrorenheit ins Examen steigt —„es kostet ja nichts" und „man könnte doch vielleicht Chance haben" —, sich die Sache Wohl noch einmal Überlegen.
— Da» städtisch« Leihhaus ist wegen de» Umzugs von Neugaffe 6 nach Friedrichstraße 15, 1 (frühere» Gerichtsgebäube) am 5., 6. und 7. Oktober, also Mittwoch, Donnerstag und Freitag, für das Publikum geschloffen.
— Dir Grmäldr-Anktion Wilhelmstraße 24 war gestern sehr gut besticht und eine große ülgzahl werlhvoller Gemälde wurde preiswürdig zugeschlagen. Heute Vormittag von 11 bi» 1 Uhr findet Fortsetzung der Versteigerung statt.
— Turnerische». Sonntag, den 30. Oktober, Vormittags 10 Uhr, findet in der Turnhalle der Turn-Gemeinde Bornheim (Gronauerstraße) eine KreiS-Vorfechter-Uebu ng statt. Es können nur Fechtwarte und Fechtlehrer, sowie ausgebildete Vorsechter an den Hebungen theilnehmen. Da» Programm ist wie folgt zusammeugestellt: 1. Gemeinsame Hebung im „Stoßfechten mit Stellungswechsel" (lose Mensur). 2. Hiebfechten (Schläger, verhängte Auslage). Dasselbe geschieht in Riegen unter Leitung der Fechtlehrer Blkecker-Fraukfurt a.M., Limbach-Mainz, Sauerwein-Worm» und Schleilcher-Wiesbaden. Berichterstatter ist Henkel-Offenbach. 3. Kürsechten. 4. Musterriegen-Vorsühruug. Nach den Hebungen findet gemeinsamer MlttagSIisch statt. Hieraus folgt eine Besprechung mit nachstehender Tagesordnung: 1. Besprechung über die am Vormittag stattgefundene Uebuug. 2. Bericht über da« Fechten bei dem Deutschen Turnfest in Hamburg. 3. Besprechung über die Betheiligung der Turner bei dem Wetlfechten in Frankfurt a. M. 4. Berathung wegen Fechtaufführungen beim mittelrheimscheu KreiS- turnsest. 5. Weitere Fechtangelegenheiten. Aus Wunsch wird Fccht- lehrern oder Fechtwarten auch von nicht zum 9. Kreis gehörigen Vereinen die Theilnahme gestattet. Sie müssen aber Mitglieder eine» zur deutschen Tnrnerschaft gehöienden Vereins fein und hierüber eine schriftliche Bescheinigung einreichen.
d. Unsere Matratzen — wir meinen die üblichen Bettmatratzen — lassen in hygieinischer Hinsicht noch viel zu wünschen übrig. Findige Köpfe und Hygieiniker versuchten sich daher seit langer Zeit daran, diese» nothwendige Möbel so zu verbessern, daß es "ganz den Anforderungen, die eine vernünftige Gesuudheitslehre an dasselbe stellen muß, entspricht. Unter mancherlei Namen sind die Nesnltate dieser Bemühungen schon in die Welt hinciiigewaudcrt. Vollkommenes wurde bi» jetzt noch nicht erreicht. Nenerdings sabrizirt eine Hamburger Firma (Arnemann n. Co.) Matratzen mit Korkfüllung. Was die Firma in einem Prospekt von ihrem Fabrikat erzählt, das klingt erbaulich. „Dic realitive Uiivergänglichkeit de» Korkes garantirt", so sagt sie, „ein Füllmaterial, das stets wieder verwaudt werden kann, ohne seine guten Eigenschaften einzubüßen". Die „guten Eigenschaften", die den Kork würdig machen, dem menschlichen Köipcr als Pfühl zu dienen, sind folgende: Leichtes Abgeben der einmal angenommenen Feuchtigkeit, Unempfindlichkeit gegen äußere Eiuflüffe; der Kork fault und schimmelt (?) nicht, auch bietet er dem Ungeziefer keine Nahrung. Eine kostbare Eigenschaft aber sollen ferner die mit Kork gefüllten Matratzen haben, nämlich die.
daß sie alsNettungSmittel beiSchiffklinsällen benutzt werden körnte«. Ihre Brauchbarkeit in dieser Hinsicht haben sie bei angestellteo Versuchen bereits bewiesen.
— Eisenbahnverkehr. Für Schnell-, Personen- und Güterzüge ist seit 1. Oktober auf alle» Bahnstrecken die neue Signalifirung in Kraft getreten. Es sind dies zwei viereckige weiß und rothe Scheiben, welche auf dem Verdeck des Hinteren Wagens, also am Schluß jedes Zuges, angebracht sind, d. h. bei Tag, bei Nacht hingegen bleiben die rothen Laternen.
— Für Uheinreisende. Nach einer Vereinbarung mit der Preußisch-Rheinischen Danipsfchifffahrtsgesellfchaft und der Dampf- schifffahrtsgesellschaft für den Nieder- und Mittelrhein sind für die Folge sämmtliche feste Rundreisehefte und Soinmerkarten, welckp die Rheinstrecke Mainz-Köln oder umgekehrt ganz ober theilweise berühren, zu den seitherigen Preisen wahlweise auf der Eisenbahn ober den Rheindauipsem zu betiutzen.
— Ate Kriefsendungen nach Orten des Großherzogthum» Luxemburg werden von den deutschen Absendern noch immer häufig nach der Taxe für Jnlaudrsendungen statt nach den Weltposttarifsätze» frankirt. Für das Publikum ergeben sich hieran» Uebelftäube, indem die ungenügend sraickirten Sendungen mit einem erhöhten Zuschlagporto belegt werden.
— Kleine Nötigen. Am Montag Nachmittag wurde bet Ansichtspostkarteuhändler Alwin Winter von hier auf der Kirchweihe zu Hattenheim durch einen Schlag mit der Flasche am rechten Auge schwer verletzt. Er mußte seine Ausnahme in die hiesige Augenheilanstalt erfolgen. — Am ftädtifcheii Krankenhaus ist der Assistent Heise vom 1. November ab als Sekretär an da» Krankenhaus nach Sannen berufen worden. Sein Nachfolger wird der Oberlazarethgehülse Schmill werden. —Die Kleine Weber- gasse von der Spiegelgaffe bis zur Webergasse wird zum Zweck der Neupflasterung auf die Dauer der Arbeit für den Fuhrvörkehr polizeilich gesperrt.
Ver ein» - Nachrichten.
»tirjf icdnidn vertane »erteil bereu»-lügst unter vieler UrbtrfdtrUI cutaenommen.
* Der.Sängerchor des Wiesbadener Lehrer-Verein»" veranstaltete am letzte» Sonntag in der Turnhalle der „Turn- Gefellschaft" einen Familien-Abend, der sich nicht nur einer zahlreichen Betheilignng z» erfreuen hatte, sondern auch in der schönsten Weise verlies. Chöre, Solovorträge —Lieder und Deklamationen sowie Tänze wechselten in bunter Reihenfolge miteinander ab und währenb de» ganzen Abend» herrschte eine ungezwungene, echt familiäre Stimmung.
* Der Unterricht in den Fortbilbnngsklasseu des „Gabels- beiger Stenograph en-Verein»" beginnt wieder Mittwoch Abend 8'/- Uhr in der Gewerbeschule und findet regelmäßig an den folgende» Mittwochen von 8'/« bis 91 •/» Uhr statt. Die Leitung der Unternbtbeilmifl hat Herr Steiiograph Gropengießer, diejenige der Oberabiheiluug Herr Stenograph Christ übernommen. E» laßt sich ermatten, daß die VereinSmitglieder regen Gebrauch von der dar- gebotenen Fortbildniig machen und auch während der langen Winterabende die reichliche Bibliothek des Vereins tüchtig benutzen.
* Der „Kaufmännische Verein Wiesbaden" hält am Mittwoch, be» 5. Oktober, im VereiuSlokal „Deutscher Hos" seine Moualkversanimlnng ab. Auf der Tagesordnung steht: Die Regelung des lluterstütziingSwesen» bei Stellenlosigkeit. Der deutsche Veiband kaufmännischer Vereine hat sich bereits aus dem in Hamburg stattgefundenen VerbandStage mit dieser Frage beschäftigt und den Vorstand beauftragt, Vorbereitungen zu Vorschlägen zu treffen. Z« diesem Zweck findet demnächst in Frankfurt a.M. eine Kommission»» Sitznng.beschickt aus Vertretern mehrerer Verbandsvereiiie, statt, welchf über die Regelung diele» UnterstützungSweseii» Beschlüsse saffen soll. Der hiesige Kausniäunische Verein wird es sich angelegen sei» lassen, itt der oben erwähnten Mouatsversammliing den beregten Punkt mit seinen berufenen Vertretern eingehend zu besprechen. Ein recht zahlrekck)er Bestich dieser Versammlnng Seilens der Mitglieder wäre in Anbetracht der wichtigen Frage sehr wünschenswerth.
Stimmen ans dem Publikum.
(Für 8eiöftemli(J)uiiaeii unter liefet Uebcrlchrist übernimm! die SeOattiou tetnetld Verantwortung.)
* Ein völlig erschöpfter Zi,ghu>id, welcher einen zwei- rädrige», mit ca. 15 Ccntner Fleisch beladenen Wagen von dem Schlachthof nach der Röderfiraße zu ziehen hatte, erregte am Montag Nachmittag um 3 Uhr bei Passanten de» Kaiser Friedrich»
Ans Kunst «nd §eben.
* gilt Dir selbst, da» ist ein zeitgemäße» Schlagwort in einer Zeit, wo Zeder möglichst in allen Lagen de» Lebens Hulse vom Staat erwartet und sich dafür unfrei einschnüren läßt in einen Wust von Vorschriften nndRubriken. Hilf Dir selbst! Da» niuthet sympathisch eine jede Natur an, die noch die Kraft der vollen Selbit- ständigkeit in sich fühlt, und so wird auch die Serie billiger Schritten, welche diesen Rnf als Titel an der Stirn trägt, sicher eine Menge Abnehmer finden. Sie verdient e» ihrem Inhalt nach. Zum Selbstumenicht und zur Fortbildung in allen für da» häusliche und gewerbliche Lebe» nothwendigen Kenntnisse von dem Verlag von C. H. Georgi in Aachen begründet, bietet die Serie in typographisch hübsch und originell anSgestalteten Heften zu je 50 Pf. Gemeinnützige» und WisscnswertheS aus allen Gebieten des praktischen Leben», und Alles, von ersten Fachmännern und erfahrenen Praktikern versaßt, ist gemeinverständlich und in klarer Sprache dar- geboten. Von den bereit» erschienenen Heften verzeichnen wir: Die Lehre vom Wechsel. Der gezogene Wechsel ober die Tratte. Bon Dr. Onstein, Oberlehrer am Realgymnasium und der Handelsschule in Aachen. Nebst Anhang: Der Verkehr mit der Reichsbank. — Tabellen zur Diskont-und Zinsenberechnung. Von Karl Heicke Lebensversicherungs-Mathematiker. Leichteste und sichere Berechnung jede» Diskont» für jede Summe und Zeit. — Rechne richtig! Von Dr.W.Schjeruing, Oberlehrer am Kaiser Wilhelms- Gymiiasium zu Aachen. Auf praktischer Unterrichtrersahrung beruhende Anleitung zum richtig Rechnen für da» praktische Leben — Die einfache Buchführung. Von einem alten Praktiker. Zum Selbstunterricht für Lernende und zur Benutzung für Lehrende in neuer und populärer Weye dargestellt. Wie schreibe ich meine Briefe? Anleitung und Beispiele zur Abfassung von Geschästsbriefen, Gesuchen und eingab,n für alle Fälle des praktischen Leben». Für Handwerker, ©eroerbe» treibende und Stellesuchende. — Sprich rtchttg Deutsch. Von K. Lammenett, Lehrer. Praktische» HullSbuchlein zum Selbstunterricht für Lehrlinge, Handwerker, gewerbetreibende, Milltar- antoärter rc. — Schreibe richtig Deutsch. VonK. Lammenett Lehrer. Ausführliche Anweisung zum eelbftuntern^t für deber Niwn. — Mutte rvflichttn. Von Dr. med. Georg Drechsler,
praktischer Arzt. Die Pflichten der Mutter sich selbst gegenüber. Gründliche und klare Belehrung über die Aufgabe bet Frau als Mutter bi» zur Geburt des Kinde». — Pflege Dein Kind! Von Dr. med. Georg Drechsler, praktischer Arzt. Sorgfältige Darstellung der praktisch wichtigste» Pflichten der Mutter für die Kinderpflege im ersten Lebensalter. — Wie pflege ich meine Blumen! Von Karl Heicke, städtischer Obergärtner. Gründliche und klare Anleitung zur Behandlung der Blumen wie zur Erhaltung und Pflege der beliebtesten Zimuier- pflanzen. — Weiter stehen in Aussicht: Die doppelte Buchführung.— Die amerikanische Buchführung. — Der ko itsmänntsche Briefwechsel. — Lehrbuch der Stenographie. — Wa» telegrafiere ich al» Glückwunsch! — Kaufmännisches Rechnen rc. Da die Hefte so billig sind, daß sie sich Jedermann anschaffen kann, so ist ihre Verbreitung nicht nur auf da» sogenannte „kaufkräftige Publikum" beschränkt, sondern sie werden auch in der großen Masse des Publikums Nutzen stiften, indem sie nützliche Keiintiiisse verbreiten und mancherlei Anregung bieten.
* U»ber die Gefühl» »Ines Deutsch Amerikaners, der Europien» übertünchter Höflichkeit den Rucken kehrt, nachdem ihn die Sehnsucht vor zwei Jahren erst wieder in da» Land feiner Väter geführt, giebt uns nachfolgender, origineller Brief Aufschluß. Er entstammt einem angesehenen New-Aorker Handelsherrn und lautet in den bezüglichen Sätzen: Mit Schrecken sehe ich, daß obre letzte an mich nach Bayern gerichtete und im Wiesbadener Rathskeller m einer Art von scheinbarer Katerstimmung verfaßte Postkarte vom 25. Juli batirt, also nahe an 2 Monate alt ist. Ich weiß nun nicht, ob ich Ihnen seinerZeit von unseren Reijeadsichten geschrieben habe. Kurz unb gut: Hier sitze ich mieber in ber alten Tretmühle, natürlich nebst Frau unb Kinbern, die das Treten weniger uötbig haben, unb bin ganz vergnügt, baß Alles so gekommen ist. Ob wir nun längere Zeit hier bleiben ober nicht, hängt ganz von bett geschäftlichen Umständen ab, bie mich zu erneuter Globetrotterei veranlaßt haben. Es war hohe Zeit, baß ich fortkam, sonst hätte ich mich in Deutschland entweder zu Tode geärgert, oder wäre znm Philister geworden, wozu ja bekanntlich der Deutsche eine ganz besondere Naturanlage hat. Selten in meinem Leben bin ich zufriedener gewesen, als da ich die schmutzige Weser hinunterschwanim und da» Land meiner Ahnrn mit der Rückseite ansehen konnte. Wie glück
lich, dachte ich, ist doch der Mensch, der eine solche Bewegungsfreiheit besitzt wie Du! Mir war zu Mutbe, wie dem europäischen Beduine« in dem Freiligrathscheu Gedichte, der, ein Selbstverbannter, wieder in den Bereich der Civilisatiou gekommen war, es aber nicht lange aushielt unb die erste Gelegenheit wahrnahm, um sich wieder in btt Wüste zu folbire», so schnell fein Gaul laufen konnte. In dieser Wüste genießen wir gegenwärtig die herrlichsten Melonen, Traube», Pfirsiche, Birnen.Aepfel und Ananas, die Ihnen Ihre Dichterphantastt vorzaubern kann. Sie würden sie diese» Jahr auch mitgenießen können, wenn Ihrer weisen und gerechten Obrigkeit nicht die mythische kalifornische Schildlaus über die Leber gelaufen wäre. Uederhuupt sollt«! Sie einmal versuchen, sich unser flegelhafte» Land au» größerer Naht anzusehen. Wen» Sie kommen, gebe ich Ihne» an einem Tagt mehr Austern zu esse», al» Sie Ihr ganzes Beben beisammen gefebat haben. Denken Sie nur, was Sie hier Alle» erleben würden. Allein unsere Himmelskratzer verlohnen der Mühe, 32 Stockwerke, Granit und Ellen, innen Alles Porphyr, Marmor und Gold, dazu Expreßaufzüge, wie man Expreßeisenbahnzüge hat. „Erste Haltestau on zwanzigste Etage!" Die Maschine schwebt pfeilschnell tn btt Höhe, daß Einem ber Äthern vergeht, im Nu find Sie oben und danken Gott, daß Sie noch ganze Glieder haben. Geschwindigkeit ist keine Hexerei! — Sie sehen an dieser Sthlprobe, wa» selbst ich Ihnen für schöne Berichte für Ihre Zeitung schreiben könnte, wenn ich Lust hätte. Ich lasse e» aber bleiben, so lange Sie mir nicht hundert Dollar» für bas Stück bezahlen, da ich unmenschlich viel Geld verdienen kann, wenn ich meine Zeit ander» anwende. Dieser Brief z. B. kostet mich nnnbesten» 50 Dollars (an Zeit), Sie sehen also, wie tbeucr Sie mir find und welch großen Werth ich auf dit Erhaltung Ihrer Freundschaft lege!"
* Verschied»«» Mtttheilungen. Für dit nächstjährige Generalversarnmlnng bei deutschen GeschichtS-Vtreiüe. He in M ünste r tagte.wurdenStraßburg, Augsburg und Freiburg i.Bt. in Aussicht genommen.
Geldstistungen an wifsenschaftlichtGts eil schafft« in Eit glaub pflegen regelmäßig in größerer Zahl gelegentlich btt Jahresversammlungen der British Association stattzufiuden. Btt dem diesjährigen Kongresse in Bristol um die Mitte nötigen Monat» wurden an solchen freiwilligen Spenden nach dem jetzt erschienene» Berichte 29,700 Mk. »u wiffe»!chgsi!ich?n Zwecken uberwiejM.
