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Nnzekgen-Prelsr

Mr die Aufnahme fptter eingereichter Anzeigen zur

_ cw für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags.

Adrigen-Annahme imchsterscheinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedo» nach Möglickkeii Sorge getragen. __

1898

Freitag den 3. September.

Fernsprecher N». 52.

K». 408.

Fernsprecher No. 52.

(Nachdruck verboten.)

Alyend-Ausgabe

Soldat und Sauer

Gebietes und

Proletariat vermehrt.

Anspruch nahm.

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Lehrer bestimmte. Letzterer konnte auf Ausschluß Unterricht erkennen, worauf der Platzkommandant auf

den belgischen Landwirthen große Befriedigung darüber und in Wahrheit schien darin auch Alles aufs Beste vorgesehen. Wenn es dennoch nur eine kurze Zeit in Anwendung kam, so lag dies an mancherlei, was theilweise Belgien direkt eigenthümlich ist, andererseits aber auch an Bestimmungen, die sich schließlich doch nicht als die richtigen erwiesen. So stellte es sich nach Ansicht kompetenter Beurtheiler heraus, daß die Zeit für den Unterricht nicht richtig gewählt worden.

Frühjahr und Sommer laden junge Leute am wenigsten dazu ein, einen Theil ihrer freien Stunden in einer Schul­stube zu verbringen. Der damalige Kriegsnnmster wurde auch darauf ausmerksam gemacht, hielt aber die Reklamationen nicht für berechtigt und gab ihnen keine Folge. So ver­minderte sich die Zahl der Schüler mehr und mehr und wurde schließlich eine so geringe, daß der Unterricht aufhorte.

Es dürfte überhaupt die Frage sein, ob, falls das Bei­wohnen der Vorträge nicht obligatorisch gemacht wird, auf ein« rege Betheiligung je zu rechnen wäre. Junge Bauern sind selten geneigt, aus freiem Antrieb sich theoretisch zu unterrichten und ziehen es natürlich vor, wenn der Dienst vorüber, sich in ihnen genehmerer Weise zu beschäftigen. Trotzdem wäre cs sehr wünschenswerth, wenn in Deutsch­land der Versuch mit dem landwirthschaftlichen Unterricht der Soldaten gemacht würde, sollte es auch nöthig sein, die Freiheit derselben zu beschränken, indem man die vom Lande kommenden zum Beiwohnen desselben verpflichtet. Sie könnten dafür vielleicht von einer anderen Arbeit be­freit werden. In Belgien ist man so weit nicht gegangen, da in diesem vorwiegend industriellen Staat die Land- wirthschaft ja nicht die Rolle spielt wie in Deutschland, und ließ lieber die Schulen aufhören. Ein Mißerfolg im eigent­lichen Sinne waren dieselben aber nicht zu nennen und bei uns, wo Alles systematisch angefaßt wird, würde sich em solcher Unterricht sicher bewähren und als sehr segensreich erweisen.

Zur Kaiferparade bet Hannover.

Am 3. September findet bekanntlich eine große Kaiferparade des 10. Armeekorps bei Hannover statt, aus welchem Anlaß wir unseren Lesern beisteheud eine Zeichnung der Paradefeldes nebst einer genauen Trnppenaufstellung bieten.

Der Kaiser fährt zur Parade durch Linden auf der Ricklmger- straße: dicht hinter der Eisenbahn, an der Grenze der Ricklinger

Unterricht erkennen, worauf der Platzkommandant auf dessen Bericht eine Strafe verhängte.

Das Programm des Unterrichts war ein ziemlich um­fassendes. Dasselbe behandelte die Beschaffenheit der Boden­schichten, ihre Bearbeitung, Samen, Aussaat, Fruchtbarmachung des Landes, Drainirung, Bewässerung, er beschäftigte sich mit der gesundheitlichen Behandlung der Thiere, ihre Unter­bringung, Ernährung, Pflege, zeigte, was bei Krankheiten oder Unfällen derselben zu thun sei 2C., und auch die Milch- wirthschaft und Baumkultur bildeten Gegenstand desselben.

Als das Gesetz ein definitives geworden, herrschte unter

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des Landkreises Linden, erfolgt die Begrüßung des Herrschers durch den Landrath Dr. Meister. Weiter fährt der Kaiser durch Ricklingen bi» zu der Stelle, wo da» Ricklingerbolz au den Weg stößt, dort steigt er zu Pferde und setzt den Weg fort; an der Göttinger Chaussee biegt er von dem von hier aus nach der Tribüne führenden Weg ab und reitet direkt auf da» Portal zu. Bis dahin bleibt ihm das Paradefeld vollständig verdeckt, sobald er aber dar Portal hinter sich gelassen, breitet sich das Feld in seiner ganzen Ausdehnung vor ihm aus. . ..

Links der Tribüne vorbei begiebt sich der Kaiser direkt an den rechten Flügel des ersten "Treffen» der Paradeausstellnng und reitet dann die 2650 Meter lange Front der ersten Treffen» ab, wendet sich um den linke» Flügel desselben, um an das etwa 1000 Meter kürzere Treffen zu gelangen, und reitet dessen Front vom linken Flügel aus ab. Während der Zett ist das erste Treffen zum Parademarsch sormirt aus- marschirt. Vom rechten Flügel des zweiten Treffens aus begiebt sich der Kaiser bann zur Tribüne und nimmt vor derselben Ausstellung, um den gleich be­ginnenden Parademarsch abzunehmen.

Die Ausstellung der Truppen ist auf unserer Zeichnung mit den Namen der einzelnen Truppen« tbeile genau angegeben. Auch kann man an der Hand der Karte den Weg, den der Kaiser nach dem Paradefeld zurücklegt, genau verfolgen. Die lieber» sichl-karte oben links in der Zeichnung vergegenwärtigt zudem die Lage des Paradeseldes zur Stadt Hannover.

Nach dem Abreiten der Front wird em zwei­maliger Vorbeimarsch sämmtlicher Truppen stattsinden. Der Beginn der vom kommanbirenden General de» X. Slrmeecorp», General der Infanterie v. Seebeck, kommandirten Parade ist auf 10 Uhr angesetzt, ihr Schluß wird voraussichtlich gegen '/,2 Uhr erfolgen

Nach Beendigung der Parade wird sich der Kaiser in der Mitte des Paradefelde», auf der dasselbe durch» schneidenden Landstraße, an die Spitze der Fahnen» cßinpagnieen setzen und seinen Weg auf der Hamelner Chaussee über den Töimiesberg, durch Linden (Del,ter- straße) zurück nach Hannover nehmen Nach der Rückkehr wird im Schlosse Frühstuckstafel gehalten. Um 5 Uhr findet da« Paradediner tm Schlöffe statt; »ach demselben wird der große Zapfenstreich von sümmtlicken Mufikcorp» und Spielleuteu der rn der Parade stehenden Truppe» auSgesührt.

Schon öfter ist di« Frage aufgeworfen worden, ob es nicht richtig wäre, die jungen Leute, welche in so großer Anzahl vom Pfluge fort unter die Fahne gerufen werden, um dort die Jahre ihres Lebens zu verbleiben, die für ihre ländliche Ausbildung die wichtigsten wären, durch Unterricht während ihrer Militär- zeit etwas vorwärts zu bringen oder doch zu - verhindern, daß sie bereits Gelerntes vergessen.

Di« Intelligenz der Dorfbewohner, durch fast nichts angeregt, ist ja an und für sich eine recht schwerfällige, der junge Bauer ist nicht gewöhnt, viel nachzudenken, und so schwindet gar häufig, was er an praktischen Kenntnissen in den Jahren, die zwischen der Schule und der.Militärzeit liegen, sich erworben, ihm wieder aus dem Gedächtniß, und damit geht ihm auch nur zu oft die Liebe zur Landwirthschaft völlig verloren. Er fühlt, daß er nichts Rechtes mehr darüber weiß und kehrt daher, wenn die Soldatenzeit vorüber, nicht wieder zur heimath- lichen Scholle zurück, ein Resultat, das in doppeltem Sinne zu bedauern ist, da der Landwirthschaft so die besten Kräfte entzogen werden und sich in den Städten das Arbeiter-

Deulschcs Reich-

* Zu Ehre» Kismarcks. Der Laukiibiirgische Kr-isiag beschloß, zum Andenken an den Fürsten Bismarck eine Bismarck-Stiftung ins Lebe» »u rufen, die durch Sammlungen und einen Beitrag des Kreises aufgebracht werden soll. Man will Die Stiftung mit einem in ober bei Ratzeimrg zu errichtenden Kranken- ober Siechenhaus in Verbindung dringen, zu welchem -fweck schon 25,000 Mk. vorhanden sind. Der Kreisausschuß wird Weiteres in der Angelegenheit veranlassen.

* Die Sozialdemokratie und dteLandtags- wtible«. ImVorwärts" giebt der Avg. Bebel seinem Unmutb über die Zerfahrenheit Ausdruck, Dte bei seiner Partei in Bezug auf die Stellung zu den Laubtagswableu herrscht. Er schiebt die Schuld dafür auf den früher als unsinnig von ihm gekenn­zeichneten Beschluß de« Hamburger Parteitages und tadelt besonders die Berliner Parteigenossen, daß sie sich übet dielen Beschluß hinweggesetzt und dte Wahl­enthaltung proHamirt haben. .Denn gerade hier seien die Vorbedingungen für dte Wahlbetbeiligung gegeben, wenn auch die Möglichkeit, einen Ab­geordneten aus eigener Kraft durchzusetzen, nirgend» gegeben iei Die Partei könne aber wenigstens zwei Fünftel der Wahl­männer der dritten Klasse und in einigen Bezirke» auch solche der zweiten Klasse burchbtingen, und mit einer solcherMacht die Gegner zu Konzessionen, und zwar auch in Bezug auf einige Mandate, zwingen, um ans tiefe Weise die Scharte bet den Reichstagswahlen wieder auswetzen zu können. Deniemgen, die in diesem Vorgehen eine Art Partetoerrath erblicken, ^einpfehle er, auf dem nächsten Parteitag die Karlsruher Genossen zur Ver antroortung zu ziehen, die durch kluge Benutzung der Situation sich dieses Verraihes" mit vielem Erfolge schuldig machten und einige Landtagsmandate eroberten, was sie nicht hinderte, spater auch d-iS Reichstagsmandat in ihre Hande zu bekommen. an muffe eben bandeln wie man kann, nicht Wie man möchte. Cb die Berliner Genossen sich etwa auch unter der Herrschaft eines schlechten ReichStagS- wahlgeseyes zur" Riederzwingung der Reaktion vlo» auf dte eigene Kraft verlassen wollten? Bebel Ichlteßt:Wie die Dmge gegenwärtig in Dentschland liegen, haben wir allen Grund lebe» Mittel, das einigen Erfolg verspricht, gegen die Reaktion anäntpenben und ihr die Zähne zu zeigen. Unterläßt man die» «»» doktrinärer Voreingenommenheit, weil die Feinde da» zu ihrer Bekampsung gewünschte Mitte! versagen, so soll man sich auch der Dcrautwoitung für die Folgen bewußt sein." Bebel empfiehlt daher, sich durch da» Vorgehen der Berliner nicht beirren zu 'allen, die kein Recht haben, nach dem Beiseiteschieben de» Hamburger Beschlusses Anderen Vor» würfe zu machen, die über die Grenzen des Hamburger Beschluß.? hinauSgehen. Der Stuttgarter Parteitag werde sich die Gelegenhctt nicht entgehen lassen, »och ein Wort in der Frage zu sprechen.

* Ati» »rr neuen Prüfungsordnung, die vielleicht schon im Herbst dieser Jahres für das höhere Lehramt m Krat treten wird, wird schon jetzt Einiges bekannt. Besonders ehen die Fächer der neueren Sprachen weitergehenden Umgestaltungen ent gegen. Daß die leidige Abstufung der Zeugnißgrade, die so viel Unzuträglichkeiten geschaffen hat, Wegfällen soll, daß die Lehr

Trotzdem aber die Wichtigkeit dieses Problems auch in Deutschland ein längst anerkanntes, ist bei uns noch kein Versuch gemacht worden, es zu lösen. In Frankreich wurde unter dem Kaiserreich einmal ein solcher unternommen und in einigen Kasernen fanden Vorlesungen über Landwirthschaft und Baumzucht statt. Aber nach der damals beliebten Manier, nichts folgerichtig und mit Energie anzufangen, wurde l die Sache bald wieder aufgegeben, ehe sich . überhaupt noch konstatiren ließ, ob sie ein günstiges Resultat gezeitigt. Die Republik hat das Experiment vorläufig nicht wiederholt, jedoch nicht, weil sie seine Wichtigkeit nicht vollauf anerkennt, sondern weil die Reorgani­sation des Heeres und eine Menge anderer Fragen ihre Aufmerksamkeit bisher so sehr in

Belgien ist das einzige Land, in welchem dem Problem des landwirthschaftlichen Unter­richts der Soldaten etwas näher getreten wurde, indem man, nachdem mehrere Gesetze in 1890 und 1891 darüber erlassen worden, denselben für einige Zeit in der That einführte. Im ersteren Jahre hatte man in den Festungen Antwerpen, Lüttich, Namur und Termonde versuchsweise damit begonnen, und da das Er- gebniß ein befriedigendes schien, so wurde der - Unterricht durch genauere Vorschriften im darauffolgenden Jahre geregelt. Die Bethei- | ligung war eine fakultative und der Unterricht sollte nur dann stattfinden, wenn mindestens 15 Meldungen Vorlagen. Jede Woche wurden zwei Vorlesungen gehalten, und zwar in den Monaten Mai bis Ende September in einem Lokal, das die Militärbehörden stellten und nachdem die dienst­liche Beschäftigung vorüber war. Im Falle von Manöver« ober außerordentlichen Uebungen fiel der Unterricht natürlich aus. Die theoretische Belehrung ward durch praktische Arbeiten vervollständigt, die die Soldaten auf Versuchs­feldern ausführten, welche dazu in der Nähe der Festungen zur Verfügung standen. Um den Eifer der Lernenden an­zuspornen, wurden Preise in Form von Büchern vertheilt, die der landwirthschaftliche Minister Denjenigen überreichte, die sich bei denExaminas als die vier besten bewährten; auf Ersuchen des Lehrers konnten jedoch auch im Laufe des U Semesters derartige Anerkennungszeichen gewährt werden. Das Gesetz schrieb für die einzelnen Plötze nicht die Tage und Stunden für den Unterricht vor, es war dies Sache des Platzkommandanten, der diese nach Rücksprache mit dem - " ......

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