Wiesbadener Tsgblatl.
«a. Jahrgang. Verlaa: Lanaciasse 27. «nzeigett-Preisr
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Uo. 350. Fernsprecher No. 52. bttl 30. Fernsprecher No. 52. 1898#
Abend-Ausgabe
in den Grohstädten 161,058 265,453 350,396 510,975 555,343
Prozent-Antheil der Großstädte 51,62 48.27 45,90 35,80 31,08
im ganzen Reiche 311,965 549,990 763,128 1,427,298 1,786,738
angesehen. Barbiers Bries an den Präsidenten der Ehrenlegion beginnt mit den Worten: „Er giebt Männer, welchen das Kreuz zur Ehr« gereicht. Zu ihnen gehört Ihr ergebenster Diener. ES giebt Andere, welche dem Kreuze zur (" hiureicht, um Frankreich
Bearbeitung häufig Stimm-Ergebnisse,gezeitigt wären, die ein weit stärkere» Wachsihnm der Sozialdemokratie bekuudeten, als in den seit Jahren intensivster Agitation ausgesetzten Großstädten noch möglich war. Für die sozialdemokratische Agitation zieht au» dieser Erscheinung der „Vorwärts" die Lehre, in Zukunft „die vorhandenm agitatorischen Kräfte möglichst auch in denMittel- und Kleinstädten, sowie auf dem flachen Laude nutzbringend zu verwertheu, in den Großstädten dagegen, in welchen dar Vordringen der Sozialdemokratie immer schwieriger werde, eine immer intensivere Agitation zu entwickeln".
An» Znntiago wird gemeldet, daß General SHafter dieser Tage die Gefängnisse von Santiago habe besichtigen lassen Dieselben seien in einem furchtbaren Zustande. Einige Gesangene hätten Jahre lang im Gefängniß geschmachtet, ohne vor ihren Richter geführt worden zu fein und da» wegen Verbrechen, für welche die Strafe nach spanischem Gesetz zwei Monate Gesänguiß betragen hätte. Mehrere spanische Richter hätten dem General Shaster ihren Rücktritt angezeigt, da sie den Treueid nicht schwören wollen. Das Obergericht werde geschloffen werden, bis neue Richter ernannt sind. In der Filiale der Bank von Havana in Santiago werde eine große Summe vermißt. In der Stadt herrsche jetzt die größte Ruhe.
welche dem Kreuze zur Ehre gereichen, wie dieser große Zola, der hiureicht, um Frankreich vom Schmutze zu waschen, mit dem es di« schlechten Hirten, die e« zu hüten vorgeben, nach Gefallen bedecken." Die .Aurore" erfährt, daß noch andere Inhaber der Ehrenlegion dem Beispiel Barbier» folgen werden. — Gestern Nachmittag wurde die Entscheidung de« Untersuchungsrichters Bertulus über die Klage de» Oberftlieutenant» Picquart gegen den Oberstliyttenant du Paty de Clam wegen Fälschung und Mitschuld an Fälschung getroffen und durch den Gerichtsvollzieher dem Kläger zugestellt. In Sachen der „Blanche" unteryidjneten Fälschung hat sich Bertulus für unzuständig erklärt, well diese Sache nicht vor da» Forum der Civil- gerichte gehört: die .Speranza" unterschriebene Fälschung, gl« deren Verfafferin Esterhazy» Maitteffe, Märguerite Pgy», gilt, erklärt
Ausland.
* Frankreich. Der Staatsanwalt wie» die Anklage Picquart» gegen Du Paty de Clam zurück. Die Untersuchung gegen Esterhazy und Madame Poy» soll eingestellt werden. — Der Dramatiker Jule» Barbier theilte dem Großmeister der Ehrenlegion mit, daß ihm nach der Streichung des großen Zola, der die Ehrenlegion ehrte und Frankreichs Ehre reinhalten wollte, nicht» übrig bleibe, al» den Orden zurückzufchicken. — Der Großkanzler der Ehrenlegion schrieb an Jules Barbier, die Austrittserklärung au» dem Orden würde in Gemäßheit der Statuten als nicht erfolgt
in privaten Unterboihingen an» politischen Gründen für da» Thron folgerecht der Biesterfelder Linie ausgesprochen hat. Man müsse meinte er, selbst wenn die Rechtslage weniger klar wäre, al» sie iii Wirklichkeit sei, schon um die für die Reichseinheit wichtige Stimmung der Bundesfürften nicht mnwthig zu verbittern, den Schein vermeiden, als könne der Schwager des Kaiser» mit besonder« zärtlicher Rücksicht behandelt werden.
* Ueber di« geplanten Kanalbnnteu in Preußen Hal sich auf dem internationalen Schiffahrtskongreß zu Brussel der preußische Vertreter, Ministerialdirektor Schulz, de» Näheren ausgelassen. Nach den jetzt vorliegenden ausführlichen Berichten sagt er u. 81.: „Auf dem Gebiete der Erbauung künstlicher Wasserstraßen seien in Preußen große Ausgaben ins Äuge gefaßt. Die Verbindung Dortmunds mit dem Rhein und die Erbauung de» Mittelland-Kanals, der Großschiffahrtsweg von Stettin nach Berlin, sowie die Kaualisirung der masurische» Seen gehöre in erster Linie dahin. Wenngleich zu befürchten sei, daß einflußreiche Strömungen in Preußen dem Ausbau dieser Wasserstraßen ihren Widerstand entgegensetzen und andere Lande»- theile Kompensationen fordern würden, so werde sich die Staat»« regierung doch durch den vor zwei Jahren im Landtage erlittenen Mißerfolg nicht entmuthigeii lassen, nnd demnächst eine neue umfassende Kanalvorlage einbringen, die auf 400 Millionen Mark zu beziffern fein werde. Die StaatSregicrung habe das Vertrauen, daß der glückliche Aufschwung der Industrie dazu beitragen werde, die nothwendigen Ziusgarantieen Seitens der Nächstbetheiligten in umfassendem Maße ausgebracht zu sehen. Der Ausbau der Wasserstraße» sei eine Noihweudigkeit, da die Eisenbahnen dem Bedürfniß de» Verkehrs nicht mehr zu entsprechen vermöchten und bei einer Ucberlofiung des Bahnverkehrs Betriebsunfälle zu befürchten seien. Hoffentlich würden die Verhandlungen des Kongresse» klärend und belehrend wirken, daß Eisenbahnen und Wasserstraßen sich nicht befehden dürfen, sondern gemeinsam das Bedürfniß de» Verkehrs befriedigen müssen. Die Interessen der Landwirthschast und Industrie seien solidarisch; in erster Linie stehe das Gesammtwohl des Vaterlandes, das ohne leistungsfähige Wasserstraßen nicht bestehen könne." Dies« bedeutsame Rede machte ans den Schifffahrtskongreß sichtlichen Eindruck und wurde von stürmischem, minutenlangem Beifall begleitet. Hoffentlich wird nun die Staatsregierung ihre so hochwichtigen Kanalprojekte im Landtag mit Glück und Festigkeit zu vertreten wissen.
* Zur Frag« der Wahlpflicht schreibt die „Post" im Anschluß an einen von ihr zu dieser Angelegenheit wicbergegebenen Artikel der „Dortmunder Zeitung", daß es zwecklos fei, aus gesetzgeberische Mittel zur Beseitigung der Wahlfaulheit zu sinnen; e» sei unzutreffend, wenn man das Gros der Nichtwähler in den unteren Volksschichten suche. Will die „Post" damit sagen, daß, wenn da» Gros der Nichtwähler sich in den unteren Volksschichten fände, die Wahlpflicht am Platze wäre? Die „Post" schreibt dann weiter, auf dem Lande würde wahrscheinlich besser als alle Wahlpflicht die Verkleinerung der Wahlbezirke wirken. „Wenn ein ländlicher Wähler, was keineswegs zu den Seltenheiten gehört, einen mehrstündigen Weg bis znm Wahllokal zurückzulegen hat, bann ist es nicht verwunderlich, daß er vorzieht, auf die Ausübung feines Wahlrechts zu verzichten." Das mag zutreffend fein.
* Lieber das Machothum der fozialdemokratischen Partei bringt der „Vorwärts" eine Statistik, welche ergiebt, baß die Gesammtstimmenzahl der für sozialdemokratische Kandidaten abgegebenen Stimmen betrug:
wb. Washington, 29. Juli. General MileS erklärt in einem Telegramm aus Ponce, bie Spanier feien auf dem Rückzug nach dem südlichen Theile von Portorico begriffen. Die Bevölkerung habe die amerikanischen Truppen mit Jubel ausgenommen und die amerikanische Flagge stürmisch begrüßt. Die Kriegsschiffe hätten mehrere Prisen und 60 Lichterschiffe erbeutet. Der Eisenbahntelegraph, welcher zum Theil zerstört gewesen sei, werde wieder hergestellt. Die amerikanische Armee werde sich bald in der Gebirgsregion befinden. Das Wetter fei herrlich und die
1881 .
1884 .
1887 .
1890 .
1893 .
1893 . . . 2’120^000 625^000 29/18
Die Summe der in den Großstädten abgegebenen sozialdemo kratischen Stimmen hätte demnach von 1893 bis 1898 um 69,650 — 12,54 pCt., bie ber in mittel- und kleinstädtischem, sowie ländlichem Reichsgebiet abgegebenen um etwa 263,000 = 21,36 pCt. zugeuommen. Der „Vorwärts" erklärt da» Zurückbleiben der Großstädte gegenüber dem übrigen Reichsgebiet aus dem Umstand, daß in den volkreichsten Industrie- und Haudels-Centren schon früher „ein Zustand bei Sättigung mit sozialistischen Wählern" erreicht worden sei, während in den früher von ber sozialdemokratischen Agitation vernachlässigten ländlichen Bezirken beim ersten Anlauf einer planmäßigen
Der spanisch-amerikanische Krieg.
hd. Madrid, 29. Juli. Sagnfta erklärte die amerikanischen Frieden» bediugnngeit für annehmbar.
Silin lüuailR ititÄ Senfemßer I Washington, 29. Juli. Die Antwort ber amerikanischen 3>epiemver Regierung an Spanien enthält folgende Friedensbedingnugeu: Al>- anf bas I tretung von Portorico, Ausgeben der spanischen Oberhoheit ou:
. - . — , , «! Cuba und Abtretung der Inseln in der NäheCuda» nndPortoricoS.
„ Jt) tESnfl'UEltBt vLSlluIillP* I Die Entscheidung über die Philippinen nnd andere Inseln in jenen Gewässern werden späteren Verhandlungen Vorbehalten. Ferner zu abonniren, findet sich Gelegenheit im Verlag Langgaffe 27, I beabsichtigt bie Regierung bie Errichtung einerKohlenstation auf ben bei den Ausgabestellen, den Zweig-Lxpeditionen in den Nachbar- I ^iliPPi>ie11mit eineni 2:errairi unl eine amerifanifdje Stabt 8n er= .... ® „ ,, I bauen, möglicherweise Manila selbst. Die Antwort der Negierung
orten und samintlrchen deutschen Reichsxostanstalten. I dürste heute Nachmittag nad) Spanten abgehen. — Die Stadt Ponce
11 i . . im ■» I auf Portorico hat gestern Nachmittag fapitulirt. Ponce ist eine der
„ I größten Städte auf der InselPortorico und zählt etwa 25,000©in»
ÖVOfclTlXK ütlbl'itut I wohner. Unweit Ponce bei Gnauica ist bekanntlich am 25. b. die
... „ , / 'f .... . I Portorico-Expedition der Amerikaner gelandet. Wahrscheinlich wird
«ber de« spanisch-amenkanische« Krieg. I nach dem Fall von Ponce der Vormarsch auf San Inan erfolgen.
Einen Theil seiner „Politischen Korrespondenz" in dem neuesten | ... wb- Washington, 29. Juli. Die Friedeiirbediugungeii be- Hest ber „Preußischen Jahrbücher" überschreibt Professor Delbrück: I Ammen ferner: Die spanische Oberhoheit in dm westindischen Der Niedergang Spaniens, der katholischen, und der Sieg Amerikas, I Gewässern und tm Hnraibtfdjen Meere mutz vollständig aufhoten; ber protestantischen Macht. Professor Delbrück verficht, anknüpfeiid I die Sdiuluen Cuba« und Portorico» werden von den Vereinigten an einen Aussatz „Der Zusammenbruch der spanischen Kolonialmacht I Maaten nicht übernommen; die Handelsverträge zwischen Cnba, in Anierika" von vr. Peters im „DeutschenWochenblatt", dieAnsicht, I Portorico und den anderen Thellen des spanischen Konigreichs daß hier thalsächlich ein Sieg deS Protestantismus über den I werden aufgehoben.
Katholizismus vorliege: I wb. Madrid, 30. Juli. Der Minister des Aeußern erklärte
Und worauf beruht die Tüchtigkeit be8 angelsächsischen I Zeitungsberichterstattern gegenüber die von ben Blättern gemachten Amerikanismus? Ist es die Ueberlegenheit der Raffe? Ist es die I mehrfachen Vermuthungeii in Betreff des Friedens für unrichtig. R-publik, bie siegt über die Monarchie? Oder ist es der Protestautis- I hd. London, 30. Juli. Wie hierher gemeldet wird, Hai die nlu?'. si'ffl über den Katholizismus? Wollte man annehmen, I von den Amerikanern zunächst bedrohte Stadt Ponce an der Süd- e» lei bieSiaffe, so muß sich sofort die Frage erheben, warum denn I käste von Portorico, nach San Inan der wichtigste Hafeiiplatz der b,e spanische Rasse so heruntergekoiiimeu lst. Vor 300 Jahren I Insel, sich bereits durch Kapitulation ergeben. Aus ber ganzen ftanb fie hi allgemeiner Tüchtigkeit, namentlich aber an militärischer I Insel ist die Lage der Spanier sehr kritisch. Mangel an Waffen unb politischer, keineswegs hinter der angelsächsischen zuruck. I nnd der Zustand der Truppen lassen voranssehen, daß die Spanier 8ln der ursprünglichen Begabung der iberischen Raffe also I außer Stande seien, den amerikanischen Truppen Widerstand zu leisten, kann e» nicht liegen, Wenn in dem Wettstreit der Jahrhunderte 1 diese Völker immer mehr zurückgegangen, die angelsächsischen immer mehr emporgekommen sind. Die Staatsform kann auch nicht das Entscheideiide fein, wenigstens nicht dar unmittelbar Entscheidende, denn da» spanische Köiiigthurn ist ein parlamentarisches, da» sich nur sehr wenig von einer Republik unterscheidet. E» bleibt ber Unterschied von Katholizismus und Protestantismus. Vor 20 Jahren, in den Tagen des Kulturkampfes, hätte jeder deutsche Protestant ohne Weiteres zngestinnnt, wenn man au diesem Beispiel die Verderblichkeit de« Katholizismus bemonstrirt hätte. Heute wird man ■ a},rr„n,mn h„ aerobe in Deutschland vielfach Bedenken traaen dielen Srfiluft au I 'Oertai)ung ber Truppen tu foiperliajer und geistiger Beziehliiig
ziehen. Bei uns ist bst katboli cke Vartei die' reafemtae" ®er vorzüglich. Unüberwindliche Schwierigkeiten seien nicht vor-
Katholizismus hat gerade im K, ttirkampf so große^ sittliche' Kraft I auszusehen - In einem später aufgegebenen Telegramm sagt
gezeigt das Ce.^m zeichnet sich vor all«, anb?ren $arteirn f?febr General MileS, bie Spanier hätten sich aus Ponce so eilig znrück-
durch Disziplin, politischen Takt, Niederhaltung ber wilden materiellen I Kranke im°F> ^usta? an rücken ew lle n' ien ^Die^B/nött'rnnn
Interessen aus, daß es sich auch in weiten protestantischen Kreisen I $ e Devolkernug
trotz alles Argwohn» Achtung nnd sogar Sympathie erworben hat. M be *..b 8Q".8e. ,,
Soll nun bas Prinzip, das in Deutschland, vor unseren Angen, I m Washingto», 29 Juli. Kapitän Higginson, Weimer bas mitten in einer protestantischen Majorität so große Erfolge erringt, I Gefchwader.das den General MileS nach Portorico begleitete, befehligte, sich anderwärts als so schlechthin verderblich erwiesen haben? I berichtet, in den Bedingungen für die Kapitulation von Portorico
Es ist so, trotz de« anscheinenden Widerspruchs. I beftimmt worben, daß ber Garnison Abzug gestattet werde und
, Daß der Katholizismus in Deutschland keine nationale Ver- I die Civilbehorden tm Amte blechen. Higgiuson bemerkt noch, daß Wüstung angerichtet hat, ist da« Verdienst ber Mächte, die ihn an I segelichiffe genommen seien.
der vollen Entfaltung feiner innewohnenden Natur gehindert unb I Kern, 29. Juli. Wie bie Blätter ntelben, habe ber Bnndes- nur ben besseren Elementen seines Seine Spielraum gewährt haben. I rath den in Luzern weilenden Don Carlo» wissen lassen, er werbe Daß das Centrum bei uns bie regicrenbe Partei fei, ist ein halbes I die Schweiz sofort verlassen müssen. Wenn er irgend welch- Bewegung Scherzwort, und was daran wahr ist, ist e» erst seit gestern. Die I in Spanien provozire.
in Wahrheit herrschenden Elemente int Deutschen Reich sind, I wb. Gibraltar, 30. Juli. Der spanische Kreuzer „Lepauto", d°t^sei Dank, auch heute noch die protestantischen und die I welcher in Carlhagena liegt, hat Befehl erhalten, sich sofort dem
protestanttscheu Kräfte find e», die sowohl den prentzischen Staat I Geschwader Samaras anzuschließen.
aufgebant, wie da» Deutsche Reich konstitnirt, wie dem deutschen I c,„ «rrnl,.s„rn qn min
Volk die Erziehung gegeben haben — auch dem katholischen Theil. I trnn9A"nH ifHn See nrn?»«™ “ 2 p P
Da« Erzlehnngssystem, die Wissenschaft, die Ideale, in denen die I "ausport nach Manila ist in ^.ee gegangen,
deutsche Jugend auch in den katholischen Gegenden feit hundert Jahren aufwächst, sind protestantisch. Um bie Mitte de» vorigen Jahrhunderts war ber Katholizismus in der ganzen Welt in einen solchen Zustand geistiger Schwäche verfallen, daß er sich auf da» engfte Gebiet de« Religiöse» und de« Kultn» zurückdrängen ließ und bie Völker sich allenthalben seiner Zucht entwanden.
Die deutschen Katholiken sanden in der anderen, ber protestantischen Hälfte ihres Volke» eine neue Weltanschauung ausgebildet, bie fie, ohne de» inneren Widerspruch» zu achten, ans sich übertrugen oder übertragen ließen. Selbst da» dunkelste Gebiet de» alten Deutschen Reiche», bie katholischste aller deutschen Landschaften, Bayern, öffnete sichrer Bildung Kant», Schiller« und Goethe« unb berief in Schaaren norddeutsche Professoren, bie die Keime ■ —
neuen Geistesleben« pflanzten. Die alte Jesuiteu-Uuiversität I Deutsches Krich.
Würzburg wurde mit protestantischen Lehrern besetzt. An dem ! „ . „ . .' ’ . 7?
Hofe der bayrischen Könige Mar unb Ludwig begegneten sich I r ö”'- «nd Personal - Nachrichten. Der Kaiser ist Schelling und A. Feuerbach, Thiersch und Liebig, Ranke Sybel, I «eftern wohlbehalten in Bergen eingelroffen. - Graf Ernst zur Giesebrecht mit den Kapuzinern. In solcher Gesellschaft wird auch | Lippe-Biesterfeld, der Regent de» Fürsteuthum» Lippe, hat der Kapuziner ein etwas anderes Wesen al» sein Ordensbruder I ,t**t n“r politische, sondern auch Familicnsorgeu. Wie man unter den Enthusiasten der Stiergefechte. Auch in Spanien qiebt I ff?? Detmold schreibt, sind zwei Knider des Grafen schwer am
e» wohl Geister, bie sich von der Herrschaft de« Katholizismus ae- I Tyvbus erkrankt. Gräfin Carola liegt m Münster am Stein, Erblast haben, aber ber Voltairanismu» war das Höchste, wozu sie I lra^ Leopold tm Detmolder Schloß an der genannten tückischen
sich zu erheben vermochten, und die Waffe ist in dem dumpfen I Krankheit darnieder.
überlieferten Aberglauben verblieben. In Frankreich hat der Katho- I * Srrltn, 30. Juli. Wie die „Post" meldet, ist in den zwischen ItziSmu« niemals so vollständig geherrscht, wie in Spanien und I Deutschland und Rußland stattgefundenen Verhandlungen in Sachen Italien; die Revolution hatte schon einmal vollständig mit ihm aus- I der ongefünbigten russischen Zolltariserhöhungen ein völliges Ein- geräumt, und wenn er auch wiederhergestellt ist, so hat der I verftäubniß erzielt worben. Die Verhandlungen seien dem Boltairanismus hier so viel Kraft entfaltet, eine Art eigener, positiver I Abschluß nahe.
Weltanschauung zu bilden, die dem Katholizismus das Gleichgewicht I Den Abendblättern zufolge finden die diesjährigen Kaiser- Halt und im öffentlichen ErziehungSsystem sogar vorherrscht. Von I man öb er vom 6. bis 10. September in der Gegend von Löhne, dcn drei romanischen Volkern steht daher Frankreich bei Weitem am I Bückeburg unb Detmold statt. Da» 10. Corps marfdnrt nach der höchsten. Der heutige französische Nationalcharakter mit allen feinen I Kaiserparade bei Hannover am 2. September in Eilmärschen nach Lastern und Schwächen erscheint solide unb heroisch, verglichen mit I dem Manövergelände; beim 7. Armeecorp» finden bereits am 2. bi« ber Hohlheit und Nichtigkeit de» spanischen, — wie ihn dieser Krieg I 3. September Kriegsmärsche statt, am 4. September ist Ruhetag und offenbart hat. I am 5. September ist Kaiserparade bei Minden.
,, , Man mag noch so viel suchen und grübeln nach anderen I Der neunte Blindenlehrertag hat beschloflen, Schritte Ursachen: e« ist thalsächlich der Katholizirmu», der die Entwickelung I dahin zn thun, daß ber Fahrpreis für Blinde ans den Eiienbahnen der geiunben Lebensregungen im spanischen Volke niedergehalten I zum Mindesten ermäßigt würde, da die Blinden ja auch für ihren unb gelahmt, ber bie bürgerlichen Tugenden unterdrückt, den fratzen- I Führer ein Billet lösen müßten.
hatten Hochmuth genährt, die Bildung freier und deshalb tüchtiger I Sn Sachen ber Tropen- Hygieine hat bie deutsche
ei5*lS,<rer Persönlichkeiten verhindert unb den Niedergang Spanien» I Kolonial-Gesellschaft an den Reichskanzler eine Eingabe gemacht, Ü*. <n , $a*- ^cr Sieg ber Vereinigten Staaten ist ein Sieg 1 welche Einstellung von Mitteln in den Etat forbert, um die Kochschen
oe» Protestantismus, auf besten Boden allein sich das bürgerlich I Forschungen, betr. die Malaria, weiter zu verfolgen und ihr« Lücken
frei« Staatswesen entwickeln konnte, da« dem amerikanischen Volke I in ergänzen.
^t, an» ber wieder bie ansschlag- * Zur xtpprschrn Angelegenheit. An« ber neuesten üevtnoen kriegerischen Tugenden entspringen. I Nummer der „Zukunft" wird bekannt, daß auch Fürst Bismarck sich
