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1. Stift 1898. G-ite s.

Wiesbadener Tagblatt (Abend-Ansgabe). Verlag: Langgasse 27.

I No. SCO. 46. Jahrgang.

Geschäftliches

■djt verdächtig. Viel zu machen dem Unpäßlichen mit keinem

.Es

sagen; der Fisch thnt, was Sie gähnt. Die bläuliche Schicht, die

-

eisenhaltiges

Fleisch-Eiweiss

cblickend, seyossen fie immer gegi.....

neidete dem anderen jeden Wurm.

zum Spielen auj„ auch einige Bitt

85,000 Mk. an einen Rentner aus WicSbadeu. Abschluß durch Agent 81. L. Fin! zu Wiesbaden.

A Main?, 1. Juli. Rbeinpegel: 2 m 65 cm Vor­mittag» gegen 2 m 52 cm am gestrigen Vormittag.

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riiren, mögen Den „Grundstock" bilden, paar Goldschleihen an, die in ihrem i das leuchtende Gold

W

h ci vorragendes

Kräftigungsmittel für Bleichsüehtige.

Kport.

* Ker lin, 30. Juni. Bon dem Festmahl im kaiserlichen Jacht- Klub in Siel wird noch berichtet, daß der Sieger Conttc-Admiral Brarrandon den Kaiser al-3 Gründer der kaiserlichen Docht-Klub» und 018 Schirmherrn di» Segelsport» feierte. Der Kaiser hob in Erwiderung des Trinkspruches die Bedeutung de» Segelsports hervor niid betonte die Nothwendigkeit einer Ausdehnung der wasser- sportlichen Veranstaltungen, namentlich die Wichtigkeit der Hochsee» Regatten, wie dies durch dir Wettsahrten Dower-Helgoland und Traveumnde-Swinemüude schon jetzt mit Erfolg stattfinde. Im Verlaus der Ansprache befürwortete der Kaiser die Schulung und tüchtige Hebung eines deutschen Iocht-Matroseu-Personals und eine Detbeiligung deutscher Dachten au den Veranstaltungen im Lluslande. Schließlich feierte der Monarch die SlwrtSleute, welche im Friede» dem Sport und im Kriege der Marine ihre Kräfte weihen.

Letzte Nachrichten.

To n t ine nt al-Telegraph en-Compagnie.

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welche bei Beginn ihrer Fahrt dem betreffenden Schaffner den Wunsch, an jener Stelle aussteigen zu wollen, mitgetheil, hoben, oder sofern Jemand au der Einnründung bet MöhringUraße ui die Adoli-nllee durch Zuwiukcn dem Maschinisten den Wunsch, mit- zufahren, zum Ausdruck bringt.

-O- Uermächtnitz. Die unter dieser Spitzmarke in der heutigen Morgen-Ausgabe gebrachte Nachricht über das Testament des kürz­lich hier verstorbene» Schriftstellers August Demmin ist nicht ganz zutreffend. Da» Testament ist bereits eröffnet. Da» Hau» mit großem Park ist nicht der Stad», sondern, wie wir hören, dem .Deutschen Journalisten- und Schriftsteller-Verband' in Berlin und der „Pensionsaustalt Deutscher Journalisten und Schriftsteller" in München vermacht. Der Stadt Wiesbaden sind die werthvollen Sammlungen vermacht, jedoch unter Bedingungen, von denen es noch fraglich erscheint, ob fit die Stadt erfüllen kann.

— Einjährig-FrelwiUtgen-ZIrLfung. Die Slumeldungen zu den 1898er Herdstprüsunaen der Aspiranten des emjährig-srei- willigen Militärdienstes müssen spätestens bis zum 1. August d. I. bei der König!. Prüfungskommission dahier eiugereicht sein. Die Termine zu dieser Prüfung werden demnächst in diesem Blatte bekannt gemacht werden. Diejenigen Aspiranten, welche zum 1. Oktober d. I. zum Militärdienst eintretcn wollen, haben dies in ihrem Gesuch anzugcben.

— Lkffrerstellr. An der vereinigten Volk»- und Rcalschuke zu Grenzt; aus en ist zum 1. September ü. I. eine Lehrersiclle mit einem Lehrer evangelischer Konfession zu besetzen. Das Grund­gehalt der Stelle beträgt einschließlich 30 Mk. für Wahrnehmung des Hülfsorganistenamtes 1180 Mk., die DienstalterLznlage 150 Mk., die Miethrentschädigung 260 Mk., bezw. 120 Mk. Meldungen zu dieser Stelle sind durch die Herren Kreirschulinspektoreu an die Kgl. Negierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulwesen, eiuzureicheu.

— Ano dem Slindenhelin. Gestern ist der älteste Pflegling der hiesigen Blindenanstalt beerdigt worden. Er war der einzige derjenigen Blinden, die vor uuumehr fast 37 Jahren die damals noch in Miethsrüumcn, Dotzl>eimcrstraßel6, uutergebrachteBIiuden- schule bewohnten und seitdem ununterbrochen in der Anstalt ver­blieben ist. In Espenschied geboren, lebten ihm gar keine Ver­wandte, Niemand außerhalb der Blindeuaustalt fragte nach ihm. Niemand sorgte sich um ih», die Anstalt war seine ganze Welt. Obwohl körperlich schwächlich und krüppelhaft, war er dennoch arbeitsam und thätig. Noch drei Tage vor seinem Tode war er bemüht, einen begonnenen Stuhlsitz fertig zu flecht-u. Und wie allcroris, so hinterläßt auch sein Hinscheiden im Ansta!I?leben eine Lücke und auch manchem Besucher wird vielleicht das Fehlen des „kleinen Hubert" au dem seit mehr al» drei Jahrzehnten iunegehabten Platz auffallen.

— East- nut) ZchanInvUthr seien besonders aufmerksam gemacht auf eine im A»zeigentheil vorliegender „Tagblatt"-Ausgabe enthaltene Anweisung de» Herrn Regiernugsprästdenten zur Anr- sührung der Polizeiverordnung vom 20. Februar 1898, betreffend die Abänderung der Polizeiverordnung über Bietdruck- vorrichtungeu vom 1. Februar 1894.

— Gütertrennung. Die Eheleute E. Kondritz und Lina Kondritz, geb. Philippi, führten durch Ehevertrag Gütertrennung ein.

— Steckbrieflich verfolgt werden durch die hiesige Königl. StaatSauwaltschast der Lehrling Friedrich Helten, geboren am 1. Dezember 1881 zu Vohwinkel, Kreis Mettmann, wegen Diebstahls und der Lumpensaminler Bernhard Funk, geboren am 21. Juni 1842 zu Winkel, im Rheingankreis, wegen Diebstahl».

— Kuoweifnng. Dem österreichischen Staatsangehörigen Chaim Sadger ist aus allgemeinen polizeilichen Gründen der Aufenthalt im Gebiete des Preußischen Staate» untersagt worden.

— Klein» Ustizen. Morgen Samstag findet um 8',- Uhr Abends eine Reunion dansante in den Reuniousälen des Knr- hauses statt. — Die neueste photographische Ausnahme des Kapell­meisters Herrn L. Lu stn er, welche sich durch künstlerische Aus- führnng auszeichnet, ist ans dem Atelier de» Herrn Ernst Wolff, Webergaffe 2, hervorgegangen und im Schaukasten deSjelbk» aus­gestellt. — Eine der ältesten und bekanntesten Buchhandlungen hiesiger Stadt, diejeuige von Feller u. GeckS, ist in andere Hände über- gegangen. Der Besitzwechsel erfolgt heute.

DslkswirMchaftliches.

Erldtnarirr. Coursbericht der FrankfurterB s rfe vom 1. Juli, Mittags 12'/, Uhr. — Kredit-Aclien 305'/«, Disconto-Eommairdit 199.50, Staatsb.-Actien 305,—, Lombarden 69'/-, Gotthardbahn - Aktien 139.30, Centralbahn 141.50, Nordost­rähn 99.10, Unionbahn 75.—, Laurahütte-Actie» 200.—, Gelscu- kirchcner Bergwerks-Aktien —.—, Bochumer 223.40, Harpener 181.50, 3-proceutige Mexikaner 24.40, 6-procentige Mexikaner —, Italiener 92 80, Dresdner Bank 162.60, Darmstädter Bank 154.60, Berliner Handels - Gesellschaft —.—, Deutsche Bank 198.80. Tendenz: fest. 4-proc. Spanier 33.50.

Altona, 1. Juli. Gestern Nachmittag gab ein Seemann in der Bürgeistraße ans seine Geliebte vier Schüsse ab und Der» wundete sie lödtlich. Der Seemann tödtete darauf sich selbst durch einen Schnß in den Mund.

Washiugton, 1. Juli. Die Staatseinkünfte im Juni dieses Jahres betragen 31,952,541 Dollar, die Ausgaben 47,433,000 Dollar.

DepescheubSrcau Herold.

£rrlht, 1. Juli. Die Reise des Staatssekretärs v. Podbielsktz nach Oesterreich-llngarn hängt, wie eine Korrespondenz berichtet, mit dem von ihm und dem preußischen StaatSministerium vertretenen Bestreben zusammen, den deutschen Reichspo stdienst nach Mög­lichkeit zu vereinsachen und zu verbilligen.— Das „Kleine Journal" meldet ansPetersbnrg: Der Czar richtete eine vertrauliche Mittheilung an den Kaiser von Oesterreich, worin er die Depesche des Großfürsten Konstantin znr Palacky-Feier entschieden deSavouirte.

Chemnitz, 30.Juni. Heute früh in der vierten Stunde wurde ait der Wittwe Kaden von ihrem Geliebten, dem Tanbcnhäitdlcr Perthei, ein Mordversuch verübt. Derselbe brachte der Wittwe zwei Sticke im Rücken bei, einen an der Schulter und einen am Halse. Die Wittwe ist schwer verletzt. Perthei versuchte sich bann selbst zu tobten, indem er sich 11 Stiche in die linke Brust bei­brachte und die linke Pulsader durchschnitt. Beide wurden in da» Krankenhaus geschafft. Sie sind nicht vernehmungssühig.

Uten, 30. Juni. Au» Lemberg, Fünfkirchen und G r o ß -28 a r d e i n wird gemeldet, daß über diese Orte in der letzten Nacht ein furchtbares Unwetter niederging. Dächer wurden abgedcckt, Bäume entwurzelt und die Straßen überschwemmt. Mehrere Menschen sind umgefommen.

geändert werden."

— Uom Metier im Monat Juli schreibt der hundertjährige Kalender: „Von: 1. bis 4. warm, wonach schwüle Gewitterluft bi» zum 9., darauf sehr schön bis zum 25., oft mit gefährlichen Ge­wittern, Sturmwind und Schlossen, darnach heiße Tage bis zu Ende."

— Fampsdali». Vom 1. Juli er. an soll, um den vielfachen Wünschen der Anwohner der Möhringstraße re. entgegenzukommkit, d:s auf Weiteres die Dampsbahn-Haltestelle dafelbst und zwar für diejenigen Züge, welche in der Richtung nach den Bahnhöfen zu . verkehren, soffen Bedarf hierzu vorhanden ist, wieder eingerichtet ' werden. Das Hatten dieser Züge wird daher in der angegebenen Richtung stallfinben, sofern sich Fahrgäste in demselben befinden.

— Konurnberg, 1. Juli. Im Anschluß au den Artikel in der gestrigen Abend-Aukgabe sei bemerkt, daß Herr Bürgermeister Seelgen von der Gemeindevertretung zum besoldeten Bürger­meister erwählt worden ist. Unsere Gemeinde hat also von dem ihr durch die neue Landgemeinde-Ordnung zusteheuden Rechte erfreulicher Weise Gebrauch gemacht.

— Kchlairgenbad, 1. Juli. Herr Rentner Georg Acker­mann aus Wiesbaden verkaufte feine hiesige Villa .Heimburg" für

feine Rede mehr. E» war auseinandergeftobeu und ein Theil feiner Mitglieder verhaftet worden. Trotzdem hielt man e» für geratden, den konstitutionellen Schein noch deizubehalten. E» wurden Sieu» wählet: ausgeschrieben, und am l.Juli trat die neue Volksvertretung zusammen, ohne jedoch irgend einen Einfluß auf die Regierung ousüben zu können. In der Folge entstanden sogar sehr heftige b- Streitigkeiten zwischen den Ministern und dem Parlament, da der - König feine Truppen von dem lombardischen Kriegsschauplätze zuruck- i beordert hatte und das Parlament die Rücknahme dieses Befehl» verlangte.

— Pcrsonai-Uachrichten. An Stelle de» mit dem Heutigen ' „ach Magdeburg versetzten Herrn Staatsanmatts Bethke wurde ' Herr Genchtrafsessor Gottschalk, seither bei der StaatSauwalt- schaft in Frankfurt a. M. beschäftigt, nach hier versetzt. — Der Philologe Herr Hugo Brokmann, Sohu des Magistrats-Ober- \ skkretcn» Brokmann, hat vor der PrüfuitgS-Kommüsion der Königl. Akademie zu Münster in Westfalen das Examen als Lehrer de« höheren Schulamts bestanden.

— Militärisches. Generalmajor v. Mafsow, der t Kommandeur Der 42. Brigade, zu welcher auch das Regiment 80 ? gehört, ist zum Kommandeur der 12. Division ernannt worden. An befitv. Stelle erhielt Oberst v. Kalkstein da» Kommando der 42. Brigade, unter Beibehaltung seiner Stellung al» Flügeladjntant de» Kauers. — Die gegenwärtigen Mnstenn'.g»ßeschäste werden durch den Oberst des 80. Regiments Lölhöffel v. Löwensprnng erledigt, während genanntes Regiment zur Zeit durch Oberftlicutenaut v. Dewitz geführt wird.

es R'sidc»; Ttzcakrr. Herr vr. Rauch hat die Nachricht hierher qeb.ngen taffen, daß es ihn: gelungen ist, ebenfalls die Novitäten: „Der wilde Neutlingeu" von Thilo v.Trolha, d-mVer- , kaffer des erfolgreichen Lustspiels: „Hofgnnst", sowie Gerhart Haupt- ' manne sensationelles Stück: „Der Biberpelz" für das Residenz- » Theater zu erwerben.

— Apothekerrecht. Der Herr Regierungspräsident dahier sprach dem hiesigen Apotheker vr. Lenz die Besugniß zur Ausbildung von Lehrlingen auf die Dauer von zwei Jahren ab, indem er sich P hierbei ans den § 43 des Ministerialerlasses vom 16. Dezember 1893 bezog, wonach eiitem Apothekenvorstand, der feine Pflichten als Lehr­herr nicht erfüllt, die Besugniß, Lehrlinge auSzubildcu, auf Zeit 3f oder dauernd entzogen werden kann. Der Regierungspräsident

j wachte vr. Lenz zum Vorwurf, daß er nicht in genügender Werse

1 ben Lehrling K. in prattifchen Arbeiten im Laboratorium unterrichtet,

1 ihm u. A. auch nicht die nöthige Zeit zum Sammeln von Pflanzen

g-aeben und so nicht die im § 42 des Ministerialerlasse» ihm auf« eilefiten Pflichten erfüllt habe. In § 42 ist bestimmt: ,,Der Apothekenvorftand ist für die sachgemäße Ausbildung des Lchr- • flugs verantwortlich. Er hat daher für die erforderlichen Lehr-

\ mittel zu sorgen, dem Lehrling täglich hinreichend geschaftsfreie Zeit

zum Studiuin, im Sommer zum Sammeln von Pflanzen zu ge- / währen, die Anlegung ober Ordnung der Pflanzensammlung zu fj überwachen, demselben unter seiner oder eines ©elnilfen Aussicht

W praktische Arbeiten im Laboratorium zu überweise» und den Gang

M derselben von dem Lehrling in dessen Arbeitsbuch eintragen zu Si lassen." Die Verfügung des Regierungspräfidenten war ergangen, S nachdem der K-.eisphystku» bei Gelegenheit der Revision einer

M Apotheke den Lehrling K., der vor Kurzem in diese aus der Apotheke des Dr. Lenz übergetreten war, einer einen ungünstigen Verlauf nehmenden Prüfung unterzogen hatte. DaSselbeErgebuiß hatte bereits eine Prüfung.diederKreisphysikuSzu der ZeitmiiK.vorgenommen hatte, als er noch Lehrling in der Apotheke des Dr. Lenz war. Dieser erhob gegen r die Verfügung de» Regierungspräsidenten Beschwerde uttb focht den W abweisenden Bescheid des Oberpräsidenten der Provinz Heflen-Naffan mit der Klage an. In dem Termin zur mündlichen Verhandlung vor dem dritten Senat bei Oberverwaltungsgerichts ver­wahrte sich der Kläger gegen bet: Vorwurf, daß er sich de» Lehr­lings K. nicht genügend angenommen habe. Der Senat erkannte dahin, daß unter Aufhebung des Bescheide» bei Cberpräftbcnten die | Verfügung des Regierungspräsidenten außer Kraft zu setzen sei, in- vem er begründend ansführte: „Der ganze Streit erledigt sich da­durch, daß in Heffeu-Nasfau nicht für die Polizei eine Besugmß be- steht, Apothekern da» Halten von Lehrlingen zu untersagen. Durch den Miuisterialerlaß vom 16. Dezember 1893 konnte das Recht nicht

feit mehr ober minder gestört werden. Beispielsweise hat mir ein bissiger Makropoderich innerhalb zweier Tagen einen großen Karpfen vom sechsfachen Volumen des kleinen Räubers derartig zugerichtet, daß ihm Dutzende von Schuppen fehlten. Noch ruppiger betrugen sich zwei zu den Friedfischen eingebrachte Forellenbarsche., Nicht allein verfolgten fie sich selber erbittert, sie bissen auch mit recht heimtückischem Gebühren nach Allem, was in ihre Nähe kam. Ich brachte sie in einem kleinen gläsernen Chambre separs unter, aber selbst dort hielten sie keine Freundschaft, da beide vermuthlich Masculini generis sind. Es können aber auch zornmuthige Weiber fein. Endlich hatte Jeder fein Gemach, aber, sich durch die Wände erblickend, schaffen sie immer gegeneinander los, und der eine r.ridrt:

kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt''r das gilt auch für die Aquarienfische. In Ihrem „Glasbottich" können Sie. wenn er gut bepflanzt ist, 80 bis 40 Stück kleiner Fischchen unterhalten. Ich will Ihnen ein Dutzend Sorten namhaft machen, die sich gut miteinander vertragen. Die Goldfische, die sie durch Scheckchen und verschiedene Zierabarten, als Schleierschwänze, Kometenschweife k., wie ich sie Ihnen in: ersten Brief beschrieb, variiren, mögt Dazu schaffen Sie sich ein paar Goloschlei blassen Gelb einen hübschen Kontrast gegen -----------

der ersteren bilden. Auch einige heimische Goldorfen können Sie cinbringcn, sowie junge Spiegel- und Lederkarpfen und Karauschen. Ein halbes Dutzend der hübsch gezeichneten, stets zum Spielen aufgelegten Ellritzchen bringt Leben in die Bude, auch einige Bitterlinge sind zu empfehlen, uttb wem: sie diesen zumPrivatoeraniigeneinigeÄalermuscheln,in deren Kiemenöffnungen sie unter drolligem Gebähten zu laichen pflegen, mit einbringet:, so können Sie auch ein Brutgeschäft beobachten, wobei das Bitterlings­männchen in dm herrlichsten Farben strahlt. Ettoa auskommende, junge Fischchen werden natürlich sofort gefreiien. Die aalartigen, aber den Karpfen angehörigen Grundeln ober Schmerlen hatten sich auch gut im richtig eingerichteten Aquarium, sowohl der mit Streifen unb Tüpfeln schon gezeichnete Schlammpeitzker, Wetterfisch, als der andere gestreifte Co bi tis, der Steinbeißer. Abenteuerlich nimmt sich zwischen all beit Friedfischen mit feinem breiten Kopf unb den langen Bartfäden der amerikanische Zwerg­wels, der Catfisch aus. Eine Anzahl jugendlicher Weißfische verschiedener Art stnd auch zur Ausnahme zu empfehlen, ferner die den Bitterlingen nahestehenden Minnow s und die amerikanischen Zahnkarpfen. Auch einen jugendlichen Aal können Sie sich emfetzen. Von den Barschen, Raubfischen, von denen ich Jhnert bereits den unverträglichen Forellenbarsch flüchtig vorstellte, dürfet: Sie die friedfertigen, amerckanischen Sonnenfische unb den schönen Erdbeerbarsch mit aufnehmen. Diese „hochansehnliche Festversammlung" genügt für den Anfang, zumal, wenn Sie, außer den Ihnen früher schon empfohlenen Schnecken unb Floh­krebsen, noch einige größere Frosch- unb Tritonlarven einsetzen und auf dem Grunde ein kleines Krebschen — nicht von der Art des Edelkrebses, sondern besser von der des galizischen Sumpskrebses, herumspazieren lassen.

Sie wollen noch etwa» über die Krankheiten der Fttche und

deren Bekämpfung wissen und klagen, daß Ihnen, trotz guter Beobachtung der Ihnen gemachten Vorschriften, fo viele der Neu- eingesetzten absterben. Nun, daran ist vielleicht der Fischhändler schuld, bei beut Sie die Thierchen, vielleicht schon krank, kauften, denn an der unzweckmäßigen Behandlung, die ihnen dort meist zu Theil wird, holt sich mancher Schuppeitträger seinen „Treff". Zn richtigen Aquarieuhanblüngen weiß mau schon besser mit ihnen umzugehen, aber deren giebt es nur in wenig Großstädten. Wenn ein Fischchen matt in den Farben wird, die Schwanzfloffe ein wenig emporrichtct und die Bauchflossen angezogen hält, ist es meist nicht gut im Stande, unb zeigt es gar leinen Appetit, so ist das, aauz wie bei mir unb Ihnen, erst recht verdächtig. Viel zu machen ist freilich nicht, denn Sie können dem Unpäßlichen mit keinem Kamillenthee „unter die Arme greifen" unb ihm feine Medizin ein- qeben. Hauptsache ist: Krankheiten durch gutes Jmstandhalten be» Aquariums Vorbeugen. Nur in besonderen Fällen sind Eingriffe möglich, so, wenn sich auf einem verletzten Fischchen bet Bisfns- pilz anfcöt. In dem Falle nimmt man den Patienten heraus, putzt die betreffenbe Stelle ab unb bepinselt sie mit einer schwachen Salicyllösung. Oft werden die Fischchen von kleinen Schnrnrotzer- thierchen geplagt. Entdeckt man diese, so mag man sie entfernen, meist aber helfen sich die Befallenen selbst, indem sie sich an Steinen und Muscheln die Quäler abstreifen. Was Sie so be­ängstigt: das hin unb wieder von Ihnen beobachtete, längere Auf- reitzen des Maules, hat nichts zu sagen; der Fisch thut, was S:e auch hin unb wieder thun, er — gähnt. Die bläuliche Schicht, die sich kürzlich für einige Tage auf Ihrem Aquarium zeigte, braucht Sw auch nicht zu beunruhigen: sie besteht aus sich sehr schnell ver­mehrenden, harmlosen, kugeligen Bakterien. Legen Sie einen Bogen Fließpapier auf das Wasser. Wenn Sie ihn fortnehmen, ist oie Schicht bereits verschwunden und aufgefogen, bildet sich allerdings leicht wieder.

Während der heißen Jahreszeit, besonders, wenn ein Gewitter in der Luft liegt, können Sie oft einen sogenannten „Fischaufstand" im Kleinen beobachten. Die Fische zeigen sich matt unb schwimmen luftschnappend an der Oberfläche umher. In solchen Fällen leeren Sie das Aquarium bis auf die Halste mittels des Ablausheber» unb füllen frisches Wasser nach.

Für einzelne augenscheinlich erkrankte Fischchen, deren LeidenS- nrsache mir fremd, chabe ich mir ein Krankenhaus errichtet, ein kleines Aquarium außen vor einem östlich gelegenen Fenster mit der ersten Morgenfonne. Dort werden die Unpäßlichen hinein- spedirt, müssen sich langweilen unb kriegen Nichts zu freffen; hat doch schon Karl der Große durch Hungern erfolgreiche Radikalkuren gemach:. In den meisten Fällen erholen sich bann die Patienten in ein Paar Tagen wieder. Hoffentlich aber bleiben Ihnen unb Ihren beschuppten Schützlingen, welche Sie, wie Sie sagen, fo gern haben, obgleich Sie biefelben leider nicht herzen können, diese Dinge, Krankheit unb Hungerkur, erspart. Wit diesem Wunsch unb ber wiederholten Mahnung, Fische und Pflanzen in Ihrem Aquarium möglichst naturgemäß zu behandeln, sei diese Epistel geschlossen. Sch. t. B."

ILs Abeitd-Artssabe enthält 1 Krttage.

Verantwortlich für o<n politischen unb feuillcton. Theil: SB. Schulte vom Brlthl, für den übrigen Theil und die Anzeigen: C. Röt Herdt; Dcide in Wiesbaden Druck und Lerlas der L. Sch ellenberg'schrn Hoi-Buchdruckerei in Wiesbaden

. tödtlich umnnnelt unb verzehrt. Die Hydra rst em furchtbarer sTT"! Fresser unb man sollte sie, deren Beobachtung in entern Extra- tr - gläschkn empfohlen werden kann, aus bett Aquarien vertreiben — M . „notabene, wenn man kamt". Mit den Wasserlinsen werden auch fA ■ noch leicht andere Thierchen mit eingeschleppt, kleine Schneckchen, M Blutegelchen, Kaser unb Eier von Köcherfliegen, welche sich zu

Es Larven entwickeln unb ihren Köcher, ihre Wohnröhre aus verschiedenen

rj Materialien zu bauen beginnen; interessante Geschöpfe, die nur

fcl durch ihre Verfressenheit lästig werden, indem sie Alles abweiden

■ ? und deshalb die Pflanzen empfindlich schädigen. Ein reizendes

W Schwimmpflänzchen ist auch die aus vielen schuppcnartigen Knöspchen

M sich zusammenseöende Azolla, ein aus Kanada eingeführter Moos-

■ faru.' Zum Gedeihen bedarf er vieler Sonne und frischer Luft,

M unb, was überhaupt alle Schwimm- unb Ueberwasserpflanzen des

gj/ Aquariums lieben, einer öfteren Aufmunterung durch eine Douche

M mittels des Zerstäubers. Trotzdem wird er leicht unansehnlich,

■ weshalb es zweckmäßig ist, das Pflänzchen mit anberen Schwiutm-

|f pflanzen in einem int Garten ober vor bem Fenster aufgestellten

-f Becken in freier Lust zu züchten; es vermehrt sich ungeheuer schnell.

II Besonders zu empfehlen ist noch die Salvinia, gleichfalls ein

M Wasserfarn, der auch vereinzelt in Deutschland vorkommt, von dem

H aber eine schönere Art, Salvinia elegans, aus Mexiko eingeführt

A wurde. Als hübsche Schwimmpflanze mit größeren Blättern nenne

M ich Ihnen für Ihr Aquarium noch den hetmischen Froschbiß

(Hydrocharis) von nettem Aussehen; er bildet eine gute Schnabel- 3L weide für Schnecken, Froschlarven unb bergl.

Nun zu den Pflanzen, die dekorativ über da? Wasser hinaus- W ragen. Das Tausendblatt, da» seine zierlichen Aehren hoch empor ix hebt, habe ich Ihnen schon genannt, Kalmus, Calla, Schwerteln,

M Pfeilkraut ec. finb alle sehr hübsch, verlangen aber meist viel Grund unb gedeihen deshalb in fletnen Töpfchen nicht gut. So ist es noch mit einer Anzahl anderer, hübscher Sumpfpflanzen, die überdies p im Winter meistens einziehen. Besonders zweckmäßig, dankbar unb r: ■ bescheiden, dabei von einer außerordentlich dekorativen Wirkung ist i das CyperitSaraS. Sie erhalten es, meist in schwächlichen Exemplaren, in den Gärtnereien. Bringen Sie aber den Topf ins Aquarinn:, in dem Sie ihn vielleicht auf ein kleines Holztischchen g stellen, sodaß ber obere Rand etwa fingerbreit über das Wasser ragt, so wächst die Pflanze freudig empor; immer neue Wedel sprießen, immer Höher werden die Stauben, und halb haben Sie m Ihrer Aquariumecke so etwas ähnliches wie einen dichten Mintaturpalmenwalb. Doch genug für heute von den Waffer- unb Sumpfpflanzen. Das Dutzend ober mehr, da» :ch Ihnen namhaft machte, reicht für Ihr Einzelaquarium voll­kommen. Brauchen Sie mehr, so holen Sie sich gefälligst Rath in dem schon erwähnten Buche. Ich merke ja doch, daß S:e be: Ihrem einen Aquarium nicht bleiben werben, da die Golopsche bereits anfangen. Sie zu langweilen, unb Sie wünschen, daß ich ghnen eine paffende interessantere Gesellschaft namhaft machen soll. Äbstverstänblich dürfen Sie nur solche Fische zu ihnen setzen, die sich vrtt ihnen dertragen. Würden Sie die amüsanten unb sarben- Kionen Makropoden — Sie müssen sich unbedingt welche kommen fsen und ihnen ein Heine» Aquarium einrichten — ober den zebra- whgen fidelen Chanchito mit cinbringcn, so würde die Gennishlich-