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1898.
Donnerstag, de» 30. Inni
Fernsprecher No. 52.
ito. 297.
Fernsprecher No. 52.
Morgen-Ausgabe
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Wiesbaden, 30. Juni.
— Eine LandwerKerKammrr mit dem Sitz in Wiesbaden
erscheinungen hervorruft.
— Eine wichtige Entdeckung. Einer unserer Mitbürger, der feinen Namen ans angeborener Bescheidenheit zunächst nicht nennen will, hat eine großartige Entdeckung gemacht, die geeignet erscheint, unsere bisherigen Ansichten über die Lebensweise gewisser niederer Thiere ganz bedeutend zu ändern. Der Betreffende, übrigens ein sonst nach jeder Richtiing hin glaubwürdiger und ruhig denkender Mann in den besten Jahren, vom Erfinder- oder Eiitdeckerwabn nicht befallen, auch hinsichtlich erblicher Belastung vollständig einwandsrei, hat schon seit längerer Zeit die anffallende Beobachtnug gemacht, daß das Fäßchen Bier, welche« er sich als HauSirauk in den Keller legt und dessen Inhalt er eigenhändig aus Flaschen zieht, aus unerklärliche Weise von seinem genau bekannten und vorher stets adgemeffeuen Inhalt einvüßt, ohne daß es bisher gelungen wäre, die Ursachen einer solchen Erscheinung zu ergründen. An eine .stille Betbeiliguug" anderer, nicht Berechtigter war nicht zu denken, weil unser Gewährsmann den Schlüssel zu seinem Keller, der übrigens außer dem Fäßchen Bier auch noch andere Herzensstärkungen für gute und döse Tage beherbergt, stets bei sich trägt und auch dar Schloß und die Bretterwände des Kellers keinerlei Spuren fremden Eindringens zeigten.
Iür öcrs 3. HuartaL 1898 auf das „Wiesbadener Tagblatt" zu abonniren, findet sich Gelegenheit im Verlag Kangaaffe 27, bei den Ausgabestellen, den Iweig-Lxxeditionen in den Nachbarorten und fämmtlichen deutschen Reichspostanstalien.
«6. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. — BezngS-PreiS: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch ine Post 1 Mk. «o Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
(Nachdruck verboten.)
Achtirndvlerziger Nassauer Chronik.
Von Dr. 6. Spielman».
XVII. Die schwülen Junitage.
E» war keine angenehme Zeit für das Naffauer Ländchen, die Zeit nm die Sommersonnenwende. Wit der zunehmenden Temperatur stieg auch die Hitze in den Köpfen, und mancherlei Umstande steigerten diese Hitze noch künstlich. Da tagte im nahen Frankfurt das deutsche Parlament und brachte keine vernünftigen, praktischen, zweckdienlichen Beschlüffe zu Stande; da tagte in Wiesbaden selbst der nassauische Landtag und erging sich in Zänkereien über werth- lose sogenannte „Fragen", während mau überall im Volke Thaten erwartete. Kein Wunder, wenn da vielen Leuten die Geduld riß und es in manchen klaren Kopsen Durcheinander gab. Daß die Parteien einander vorwarsen, die Gegner seien au dem uusriicht« baren Treiben schuld, läßt sich begreifen, und daß die Erbitterung dadurch stieg, nicht minder. Der tertius gaudens waren die Reaktionäre, die im Stillen denken mochten: Reibt Euch nur gegenseitig auf; wir werden daun schneller wieder obenauf kommen. Aber auch mancher fortschrittlich gesinnte Mann hat damals an der glorreichen Märzerrungenschast fast Ueberdruß bekommen.
Am 21. Mai und an den folgenden Tagen gab's drüben in der Nachbarstadt Main, gewaltigen Rumor. Wegen eine» lumpigen Bierbankradan» schossen preußisches Militär und mainzische Bürgerwehr aufeinander, daß es beiderseits Todte und Verwundete gab, was die Erklärung des Belageruiigrzustandr und die Entwaffnung der Bürgerwehr durch den Gouverneur v. Hiiser zur Folge hatte. Der Vorgang machte wie in ganz Deutschland, so namentlich in Nassau peinliches Aufsehen und verstärkte die Reihen der Unzufriedenen. Man muthete der Regierung zu, die unbeliebten Preußen au« Mainz hinaukwerfcn zu helfen, und da dieser Schwabenstreich selbstverständlich unterblieb, so knurrte und murrte man gegen Hergen- hahn, den man „lau" und „servil" nannte. Die Parteien der Linken veranstalteten am 31. Mai in den Vier Jahreszeiten eine große Kundgebung gegen den einst gefeierten „ami du peuple . Hunderte unterschrieben das Tadelsvotum gegen ihn. Da fühlten denn die Orangeblauen sich veranlaßt, sich ebenfalls zu äußern. Uitterm 10. Juni erließen sie eine Proklamation an das nassauische Volk, in welcher sie zur lluterstützung de» angefeiiibeten Ministeriums und der Regierung aufforberten, so lange diese ihrem Programm vom März treu blieben. Es bildete sich der „Verein für Freiheit, Gesetz und Ordnung" zu Wiesbaden, dem andere an verschiedenen Orten des Lander uachsolgteu. „ . .
Dadurch wurde natürlich wieder der Gegensatz der Parteien verschärft. Er kam so weit, daß, wenn wir einem allerdings nicht neutralen Darsteller (Riehl) glauben sollen, „sich ein Bürgerzwist entfaltete, der den Freund vom Freunde, den Vater vom Lohne trennte und ganze Familien entzweite/ daß ferner „mancher Rcpublikauer einem Konstitutionellen seine Tochter so totuig zur Frau gegeben hätte, als der alte Jude einem unbeschnittenen heidnischen Hunde die seinige". ..
Die republikanische Partei lief nun förmlich Sturm gegen die Gegner und gegen da» Ministerium. Dem Ministerpräsidenten war in dem oben genannten Tadelsvotnm namentlich zum Vorwurf gemacht worden, daß er in einer der ersten Kammerfitzungen dem Anträge des Abgeordneten Lang auf Beschränkung des Einflusses der Neglernngskommiffars auf die Sitzungen eiitgegengetreteu fei. Für den Antrag waren bei der Abstimmung nur fünf Mitglieder ein» getreten (Lang, Müller II, Hehner, Wenkenbach I und v. Go decke); doch diese fünf wurden nun Gegenstand der Verherrlichung durch die Republikaner. Aus allen Landestheilen gingen ihnen Zuschriften zu, die ihr Verhallen billigten; in vielen Volksversammlungen feierte man sie als die einzig wirklichen Vertreter der Völksmeinung und des Volkswillens. Noch verstärkt wurde diese Stimmung durch das große Meeting, das die Abgeordneten des linken Flügels der Nationalversammlung zu Frankfurt: Bamberger, Fröbel, Liidolph, Kaveaux, Zimmermaiin und Zitz am 11. Juni mir der Hohe von Hochheim abhielten und das von zehntausend Nassauern, Pfalzern, Darm- und Kurheffen besucht war. Zum ersten Male hörte man hier, daß sichMitglieder des Parlaments gegen dieses selbst wandten,vernahm daß die Volkssouveränetat als die oberste Richterin zu betrachten sei und daß dem souveränen Volke das Vetorecht bezüglich der Parlaments- befchlüsse znstehe. Das war der republikauischeu Partei ein Ohrenschmaus, und es gefiel auch der Menge, wenngleich die Meisten die Bedeutung des Gesagten und die Inhaltsschwere deS Verlangten kaum voll begriffen. Der böse Feind aber hatte dabei wiederum Hand im Spiele. Während nämlich die Manifestanten zu Hochheim in VolkSsouveräiietät und gutem Weine schwelgten, krachten an nicht allzusemen Offenbach die Schöffe des hessischen Militärs unter friedliche Bürger, ohne daß man recht wußte warum. Saal trug am folgenden Tage das Volk den Sieg davon, indem die Burgerwehr den Abzug der Soldaten »ach Darmstadt ohne weitere» Blutvergießen erzwang. „ , ,, .. m ,
Auch auf das nassauische Militär suchte die Partei der Linken gewinnend einzuwirkem ES hatten nämlich von Mannheim ans seinerzeit sämmtliche Offiziere des I. Regiments und der Artillerie das Generalkommando um Auszahlung bet sogenannten entreo en Campagne (d. h. Vergütung für besondere Auslagen beim Auszug in» Feld) ersucht. Darauf war ihnen durch den Generalstabschef jDberfilieutenant v. Reichenau der Bescheid geworden, daß, da. Re Bestimmungen des betr. bestehenden ©eneralbefebls außer Acht gelassen feien, die Eingabe zurücksolae; die Bitte könne in geeigneter Form vorgebracht, der Ton müsse mindestens als nupaffend bezeichnet werden. Nun stellten neun Mitglieder der Volkskammer den Antrag, den Oberstlieutenant v. Reichenau de» Dienstes zn entsetzen und die Untersuchung gegen ihn einzuleiten. Abgeordneter b. Gödecke legte bar, daß da» Versammlung», und Petitionsrecht auch für da» Militär Gültigkeit habe; der Regierungs-Kommissar bestritt dies, und offenbar hatte der Generalstghschef sich einer so
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soll, wie bestimmt verlautet, errichtet werden.
— Oie Kronberger ZchiitzengeseUschaft, eine der ältesten SBereiniauuaen ihrer Art, feiert vom 31. Juli bis zum 7. August das Fest ihres fünfhitndertjährigen Bestehens. Im Jahre 1398 fand nämlich das erste bekannte Schießen der Gesellschaft statt, zu welchem ein Ladebrief (im Frankfurter Archiv) vorhanden ist. Die Gründung der Gesellschaft ist also jedenfalls noch alter; da man aber das Grüudungsjahr nicht kennt- bei einem Brande in Cronberg im Jahre 1792 verbrannte nämlich das Rathhaus sammt allen Urkunden und Akten — so nahm man als Festjahr jenes Jahr an, au» dem die älteste vorhandene Urkunde existirt. Zur Theilnahrne an b™ ist Seitens des Vorstandes der Gesellschait bereits an alle beutschen Schützen ein Aufruf ergangen, und e» werden Vorkehrungen getroffen, die Tage der Feier so glanzvoll al» möglich zu gestalten Dazu wird denn auch die herrliche Lage und die
Umgebung de» schönen, alten Taunusstädtchens beitrogen und im Uebrigen wird es die Sorge der Kronberger, die bekanntlich „es sehr aut haben und können", fein, den Gasten den Aufenthalt so an- —------------ ----- . ... . . .
atnebm wie möglich zu machen. Die Schützengefellschast ist seiiierzeit I kleinen Thierchen nach dem Gesetz der Anpaffimg daran gewohnt aearünbet worben zur Vertheibigung von Burg unb Stadt gegen I hatten, Bier zu trinken, und so war auf einmal klar, wo der lang be-> äuftere Angriffe »um Schutze des Edelngeschlechte» der Cronberger, I obachtete Bierabgang hingekommen. Wie der Augenschein lehrt, befinden, da» freilich nicht ohne Grund und eigene Schuld, besonders im 1 sich die sonderbaren Zecher trotz ihrer ungewohnten Nahrung sehr wohl
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DMMZLZWW M-WPLWWM o 1 prfifiienSra*) Der Kapellmeister Forest vom herzoglichen I weisen wir auf die von unfereni Mitarbeiter Oe. C. Sp leim ann „ a „ g Orchesters ei,, Musikcorps verfaßte, demnächst bei A. Vlnbree in Cronberg erscheinende Fest- aebildet da» vortrefflich geichult war. Die Ererzirübungeii der I schrisl, die in gedrängter Weise eine Geschichte Cronbergs und seine» 1500°Mai>n starken Volkswchr fanden fortan allein aus dem Wies- Geschlechts, einen Führer durch Cronberg und Umgebung, sowie bie b^nS jlars®«", statt, und zwar Mittwochs kulturgeschichtlich b^e.^er^
Abends und Sonntags Morgens. Doch kamen zu diesen Uebungen I — Zur Vergiftung durch NaniUe-Eis. Die nach dem nicht alle Wehrmänner zusammen. Diejenigen, die sich mit Land» I Genuß von Gefrorenem unter starken Vergiftungs-Eischeinniigen in wirtdschast befaßten — damals ein sehr großer Theil der Ein- | die Charsto eingelieferten Personen hatte, wie schon gemeldet, Prof, heimischen — waren im Sommer von den Mstiwochsexerzitien, die I v. Leyden seinen Schülern vorgestellt und dchiei bemerkt, baß wohs Gewerbetreibenden, die sich die Pflege des menschlichen Korpus innen I weniger die Vanille als das Ei» die Ursache der Erkrankung sein und außen zur Ausgabe machten: Bäcker, Metzger, Barbiere, Bad- I könnte. Die „Deutsche Medizmal-Zeitung dagegen erklärt letzt, meister u A von den Sonntagsexerzitien dispensirt; man holte das I Vanille-Eis ift ei» Milch-Ei», das (wie die verschiebenen Sorten Versäumte bann zu"gelegenerer Zeit nach. Das Zeichen für die von Frucht-Eis) bei feiner Herstellung nut wirklichem Ei» gar Wehrmannschaft bildete die Fahne auf dem Uhrlhurm, und man I nicht in unmittelbare Berührung kommt. Eis und Viehsah
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Wird sie nach dem Markt sich neigen, I xbunen also au» dem Eise keine Bakterieeu in ba»
Muyen wir im MI Gefrorene gelangen. Dagegen kann bieg den Zuthaten ober ben
Wenn sie nach der Neugatz duckt, I @erg1ßen =UI Last fallen. Da Vergisttiugen durch Eisspetsen aber
Muß ber Wehrmann e£er^tn< I j nun er nur gerade noch dem Genuß von Vanilleeis beobachtet find.
Wenn sie ''«» der Juchhes blickt, muß ma» b°ch anuehmen, daß ber Giftstoff in der Vanille selbst
Dann wirb gar nicht ausgeruckt. , I Bon dem schon burch Leyden erwähnten Bestaudtheil
Eine große Sorge machte die llniiornurmig und einheitliche l ber 6j(li n Bnnille, Karbol, weiß man, baß es ans Schleim- Bewaffuuiig ber Wehrmänner. Eine solche hatte man gar zu gern l fcÜHt(n Entzündungen erregt unb zu schwerer Schädigung ber durchgeführt; die Nationalgarbislen wollten zwar kein Militär, aber I gtjcr(ll füllrt Ob aber dieses Karbol wirklich ber Uebeltbäter ist, sie wollten boch militärisch gekleidet unb gernstet fein. Die Be- l erjd)tint doch noch zweifelhaft, ba Vergiftungen nach bem Genuß fleibung8frage blieb lange schweben; endlich entschied man sich davin, i ailb(rer Vanille-Speisen, z. B. von Vanille-Chokolade u. dergl. noch sich ber Uniform ber Linienmilstärs möglichst zu nähern. Der Rock I nj( yorgtfoninlcn sind, vielmehr immer nur durch Vanille-Ei». Der des Wehrrnanns: dunkelgrün mit Schoßen, zwei Reihen gelber I Erreger des Aromas, das Vanillin, läßt sich künstlich barstellen. Knöpfe auf ber Brust, nach bem Schoße hm zusammenlaufend, I g^eml xxoniferin (aus dem Saft der Nadelhölzer) mit chrom- Umlegekragen unb Aermelansschläge, letztere mit jtuet kleinen l fauttnl gajj und Schwefelsäure behandelt wird, so entsteht Vanillin, metallenen Knöpfen. Die Beinkleider: grau, ohne siege. Kops- j @g fomjf al,^ „icht unmöglich, daß an bem künstlichen Vanillin bedeckung: schwarzer Filzhnt mit Krempe, an ber Seile aut- I unter Umstäuden ein Stoff hastet, befielt Genuß Vergiftungsgeschlagen, mit ledernem Sturmbande, deutscher, Kokarde nut • nassauischer Schleife und Compagiiiemimirier. «ckwarze Halsbinde. Für die Posten überdies lange graue Mantel. Ausrüstung: Gewehr oder Pike, Patronentasche mit Gürtel aus schwarzlackirtem Leder. Die Kosten für die Uniformirung betrugen, ba lokalpatriotische Lieferanten nicht das „Aenßerste" nahmen, für den Mann 25 Gulden, eine für den Unbemittelten immerhin hohe Summe. Die Offiziere erließen daher einen Anfrnk in den Blättern, wobei sie zur Subskription für die mit Glücksgütern weniger Gesegneten auftorberten. Es war dies gewiß eine gerechtfertigte unb nothwendige Maßregel, aber einen guten Eindruck machte sie nicht im Publikum. Die Durchführung ber Uniformirung sollte bi» zum 16. September 1848 beendet fein, ist es aber nie recht geworden; sie blieb, wie so Vieles in dem bewegten Jahre, al» halbe Maßregel auf dem Papiere stehen. Ebenso ging es mit der Bewaffnung; ein einheitliches Kaliber der Gewehre konnte nicht eingeführt werben, unb bie Pikenmänner stellten stets ihr ganz beträchtliches Kontingent. . t m v
Die politischen Parteigegenfatze hatten btSau in den Reihen der Wehrmänner geschwiegen; bie Disziplin behielt untere! Gewehr bie Oberhand. Noch einige Wochen, unb auch hier machten bie Leidenschaften in elementarem Ausbruche sich geltenb. I Lange hat er sich vergeblich Mühe gegeben, den Grund dieser sonder-
*) Die Namen ber beiben Hauptleute ber 6. Compagnie haben I baren, unerklärlichen Erscheinung zu ergründen, aber endlich ist cS
sich unterdes auch gesunden: C. Wörner unb G. Querfeld. I feinen unermüdlichen und ausdauernden Seobatitutifen gelungen,
*")JX = ber Michels wo auf der Höhe barm Stumpfen Licht'» ^ mysteriöse Sache iu.btm^ «^er sich namhj Thore ein Bürger Namens ^uch sich angebaut hatte, daher ^uch- I t^nn toogte, entbeefte er in beut eben eingeschänklen Glase ein Höh', verbreht tu »lUchye. | Thierchen, bas sich sehr ungebetbig betrug unb mit seiner Lage
unzufrieden schien; schon wollte er das Glas unwillig ausschütten, als der ihm innewohnende Trieb, das Woher und Wohin jede» Dinges vorher zu erwägen, veranlaßte, sich das sonderbare Tbierchen genauer zu betrachten. Als Resultat dieser eingefoenben Ocular- Jnspektion ergab sich zu feiner größten Verwunderung, daß das Tbierchen ein Holzwurm war, wie sie in der Rinde unb bem Holze unserer Bäume leben und deren Klopfen wir schon oft in alten Holzbauten gehört haben. Wie kam da» Thierchen aber aus der fest verschloffenen Flasche in das Glas? Und ganz plötzlich, wie es - bei solchen Entdeckungen fast immer zu gehen pflegt, wie ein Blitz die pechschwarze Nacht erhellt, durchzuckte da» Gehirn unseres Gewährsmannes ein großartiger Gedanke: dieser Holzwurm und die schon lange beobachtete unerkiärliche Abnahme beS Bieres im Fasse müssen int Zusammenhang stehen. Unb ebenso schnell, wir dieser Gedankengang entstauben, beschloß er, bie Sache nach dieser aus dem I Richtung weiter zu verfolgen unb genau zu untersuchen. Unb bas dem Feste I Ergebnis dieser Nachforschungen? Da» seit Jahren im Gebrauch befindliche Achtelfäßchen, ein kleine» Meisterwerk eine» künstlerisch veranlagten KüferS,bas nach dem Abfülleu seines Inhalt» immer wieder in der Brauerei neu gefüllt wird, wurde entleert und auseinander, genommen. Da erwies sich, daß die Dauben zum größten Theil von Holzwürmern bewohnt waren, bie sich in dem Holze ihre labyrinth- artigen Gänge gebohrt hatten. Eine genaue Untersuchung des Mageninhaltes einiger Holzwürmer bestätigte bie Vermtithung, daß sich diese
