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Verlag: Langgasse 27.
Jahrgang.
15,500 Avonnenten
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Mittwoch, den 15. Juni
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Fernsprecher No. 52.
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12. September 1886.
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sehr schnell, sich die Gunst des Königs zu erwerben, und mit großer Energie benutzte er seine Stellung, um stufenweise die höchsten Stellungen zu erreichen, bis er zuletzt an die Spitze der siamesischen Marine gestellt und mit der Reorganisation derselben nach europäischem Muster betraut wurde. ES ist keine leichte Aufgabe für einen Fremden, in Siam die höchste Sprosse der Leiter, die zu Macht und Ehre führt, zu erreichen, und es wurde dem jungen dänischen Offizier wohl auch nicht gelungen {ein, wenn er nicht im Mariuemiitister Chou-Shl einen mächtigen und einflub- reichcu Freund gefunden hätte. Als derselbe vor einigen Jahren in Ungnade siel, erhielt Richelieu deffen Stellung. Richelieu ist nicht nur der erste Marincbeamte in Siam, sondern auch der persönliche Freund und Rathgeber des Königs Chulalongkorn, und als dieser vorigen Sommer seine Nundreise durch Europa, wahrend welcher er ja auch die skandinavischen Länder besuchte, vornabm, hatte er gewünscht, baß der Admiral Richelieu ihn begleite. Nach dem Wunsch der Königin blieb er jedoch in Siam, um ihr während der Abwesenheit des Königs zur Seite zu stehen und an der Regierung Theil zu nehmen. Jetzt hat er eilten längeren Urlaub erhalten und will den Sommer mit feiner Familie in feinem Vaterland verleben.
Kopenhagen ist bekanntlich eine sehr fportliebende Stadt, und der Sport wird hier in allen Formen mit wahrer Leidenschaft getrieben. Besonders der Radfahrsport hat hier einen fast unglaublichen Aufschwung genommen. In Dänemark radelt Alles, Arbeiter und Fabrikherr, Commis und Großhändler, Lakai und Kammerherr, Prinz und Prinzessin. In der letzten Zeit hat sich noch eine neue Art Sport hier eingebürgert: die Ringkämpfe. Kopenhagen besitzt auf diesem Gebiete eineüLopacität ersten Ranges. Er heißt Bech- Olsen und hat in sehr kurzer Zeit eine Popularität sonder Gleichen erlangt Wenn er einen Ringkampf ankündigt, strömen trotz der hohen Preise Zuschauer in unabsehbarer Menge herbei, und dieselben relrutiren sich aus allen GesellschastSkreifen, selbst aus den besten. Bech-Olsen ist der Unbesiegbare, der sich nach zahlreiche» Ringkäutpsen mit fremden Athleten, die er alle besiegte, den MeisterschnflStitel, “the Champion of the world," erworben hat. Auch in diesem Sommer bilden diese Ringkämpfe the great attraction bä- Kopenhagener. Bech-Olsen, der durch diese Kampfe sehr viel Geld verdient und außerdem in der Vorstadt Aesterbro eine sehr
einträgliche Mrthfchaft betreibt, wo sich die Koryphäen des Ring kampffports versatutneln, ist augenblicklich nicht nur der populärste Man» Kopenhagens, er ist, wie der spanische Toreador, der bewunderte Liebling der Bürger, die Zierde seiner Vaterstadt, btt Stolz der Ratio»!
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: durch den Verlag 50 Psg. monatlich, durch die Post 1 Mk. GÖ Psg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
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gtnumrn ans dem Publikum.
(Für Veröffentlichungen unter dieser Ueberschrift übernimmt die Redaktion kctuerlel Verantwortung.)
* Sine eigenthümliche Straße scheint die Mainz er st raße zn sein, besonders was die Ruhe betrifft. Ten ganzen Tag über wird auch der friedlichste Wanderer von Hunden, die eigens zu diesem Zweck an das Gartengeländer gelaufen kommen, angefancht. Abends wird dies noch ärger. Von vier Seiten bricht bann ein Gebell los, in allen Tonhöhen, vom Sopran herunter bis zum Baß. Allerdings sorgen schon rohe Burschen dafür, daß die Hunde etwa? zu bellen haben. Diese Leute stellen sich an das Gitter und necken so lange, bis sie genug haben oder der Hund sich heiser , gebellt hat. Sin Lesen, Schreiben oder gar Schlafen (wenn man sich nicht gerade erst um Mitternacht schlafen legt) ist unmöglich. Da nun diese „hochgebildeten' Hundebefitzer oder deren Dienstboten wiffen, daß, wenn die Hunde nach 10 Uhr Abends noch bellen, der Mann mit der Pickelhaube kommt und ein Strafmandat vorzeigt, so lassen sie die Hunde bi# Punkt 10 Uhr bellen; eine Sekunde nach 10 ist Alles (nicht immer
(Nachdruck verboten.)
Kopenhagener Krief.
„Ich werde alle Bestrebungen nnteistutze», welche geeignet sind, das wirihschastliche Gedeihen der verschiedenen Gesellschaftsklassen zu heben."
Erlaß an den Reichskanzler, Berlin, 12. März 1888.
„Tie Sittlichkeit des Volkes wird untergraben, wenit von Seiten der Regierenden mit schlechtem Beispiel Dorangegangen wird."
Persönliche Sriuncrungen an den Kaiser Friedrich und sein Hau« von H. Delbrück, S. 23.
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Hinblick aus den zehnten Todestag des verewigten Fürsten viele Freunde zu finden verdient. Was der Kaiser, seitdem er in die große Welt getreten, öffentlich oder persönlich an erinnerungttoürbigen Aussprüchen gethan, ist hier übersichtlich geordnet. Es verlohnt gerade in jetziger Zeit, an viele dieser Worte immer von Neuem zu mahnen. So mögen einige davon hier einen Platz finden:
„Unser Hauptgedanke ist, wie man nach erkämpftem Friede» den freisinnigen Ausbau Deutschlands weiter führe."
29. Juli 1870.
„Gewissenfreiheit und Duldung, diese Tugenden wollen wir
Stahleck, erstiegen dann die herrlich« aussichtsreiche Hochebene bei ben Dörfern Neurath, Medenscheid und Winzberg und fliegen jenseits durch Weinberge von wahrhaft riesiger Ausdehnung auf prächtigem Weg hinunter nach dem Dörfchen Manubach, wo Oertel (Horn), der Verfasser der „Spinnstube", lange Zeit Pfarrer war. Nach luftiger Frnhstücksrast wurde um ‘MO Uhr der Marsch fortgesetzt, zunächst im Thal nach Ober-Diebach hinunter, bann steil wie auf ein Dach hinan auf de» Bergrücken, der dar Diebacher vom Heiulbocher Thal trennt, und jenseits wieder tief hinunter nach dem Dorfe Ober-Heimbach. Es ist hier eine herrliche Landschaft, tief« Thäler und Schluchten, große Weinberge an den Schieferhäugen der imposanten Bergriicke», aber roenig Schatten, und sengend brannte die Sonne auf die wackeren, blasenden, pustenden und schwitzenden Touristen. Jenseits Ober-Heimbach aber begann erst da» „Vergnügen"; es galt, von hier 500 Meter hoch zum Franzosenkopf emporznsleigeii, durch Wiesen, Felder und niederem Eichenschälwald ohne Schatten auf steinigem und ziemlich steilem Wege hinan zum Sattel ztviichen Franzosen- und Salzkops. Der Hochwald entzog nunmehr die Wanderer den unbarmherzig niederbrenneudeuStrahleN der Mittagssonne und mit munterem Gesang ging es abwärts durch herrliche» Bamiifchlag zum Jägerhaus im Morgenbachthal, wo uns der gastliche Förster mit Speise und frischem Trunk ausgiebig erquickte. Nach gut einstündiger Rast ging eS nun zum prächtig gelegenen Schweizerhans hinüber, wo wieder fast eine
Stunde gerastet wurde; um ’/-4 Uhr wurde zum Rhein
hinab gewandert, nach Aßmaimsbausen übergesetzt und von da nach Lorch gefahren. In Lorch selbst wurden wir von dortigen Mitglieder» des Klubs auf8 Liebenswürdigste empfangen und in die Hotels Dahlen zur Krone und Schmitt geleitet, wo die Hauptmahlzeit ftattfanb. Die Bewirthung war in beiden Häusern so vorzüglich und die Bedienung so prompt und freundlich, daß nur eine Stimme des Lobes herrschte; nach dem Mahle faß man noch bei gutem Wein zusammen im Garten der Krone, und zum Schluß wurde der Rest des immer noch nicht ganz Überwundenen Durstes bei Gastwirth Kind an der Wisperbrücke nachhaltig gestillt. Um «lOUHr wurde die Heimfahrt angetreten und Wiesbaden mit der üblichen und unumgänglich nothmendige» Zngverspälung von ca. 1 Stunde wieder erreicht. Heiß war wohl der Marsch am Morgen, aber schön, gemüthlich und erfrischend der Mittag und Abend. — Sodann wollen wir unseren Mitgliedern die Mittheiluug machen, daß Donnerstag, den 16. d. Mts., die Beralhung über Zeit und Art der Ausführung der große» Dogesenwanderniig staitstudet. Dieselbe ist auf 7 bis 10 Tage geplant und als zu berührende Punkte werden folgende vorgeschlagen: Pfälzische Vogesen, 3 Tage: Annweiler—Trifels Madenbiirg—Dahn—Wegelnburg—Schönau-Wo sigeusteiii—Wörth; sodann 7 Tage in den eigentlichen Vogesen: Zobern-Hohbarr— Ochseiistein—Dagsbiirg—Wangenburg - Schneeberg-Nideck, Burg und Fall—Schirmeck—Mont Donon-Rothau —Servafälle—Hochseld oder Champ du kau—Hohwald—Odilienberg—Barr-Markirch— Brözouard — Altweier— Rappoltsweiler — Tänuche! -Hohenkönigs- bürg—St. Pilt ober Kestenholz und nach Hause über Seblettftabl und Straßburg. — Di« ganze Tour ist lohnend auf jedem Schritt und Tritt, herrliche, grandiose Berge und Thäler, Waldungen, die an Kraft des Wuchses hinter denen des Schwarzwaldes nicht zurückstehen, sie aber durch malerische Wildheit übertreffen, vorzügliche Verpflegung und vernünftige Siutheilung der nicht zu anstrengenden Tagesmärsche werden die projektirte Tour anziehend gestalten.
Aus Stadt und Land.
Wies baden, 15. Juni.
— Geht rechtzeitig zur Wahl! Viele Wöhler, besonders ans dem Kleinbürgerstande und der Hausindustrie, haben die Gewohnheit, erst in der letzten Stunde vor Schluß der Wahl i» das Wahllokal zu gehen, um dort ihr Wahlrecht ausznüben und bann bis zur Auszählung der abgegebenen Stimmen und der Verkündigung des Wahlresulrates zu veibleiben. Die Folge dieser Gewohnheit, besonders an Urnen mit großer Wählerzahl, ist nicht feiten die, daß um 6 Uhr Abends, wo die Wahlhandlung gesetzlich zu schließen ist, eine mehr oder minder große Zahl von Wählern noch zu wählen hat, aber nicht mehr zur Ausübung des Stimmrechts gelangen kann. Der § 9 Abs. II de? Wahlieglemenir lautet: „Die Wahlhandlung beginnt um 10 Uhr Vormittags und wird um 6 Uhr Nachmittags geschloffen" Der Wahlvorstand handelt also durchaus korrekt, wenn er mit dem Glockenschlag 6 Uhr die Wahlhandlung schließt und auch die im Lokal etwa noch anwesenden Wähler nicht mehr ihre Stimme abgeben läßt. Die WahlprnfimgS-Kommission - hat wiederholt in diesem Sinne entschieden. Wer also nicht um sein Wahlrecht kommen will, begebe sich zur rechten Zeit in dar Wahllokal.
— Gegen dir Schnecken. In diesem Jahre ist nach dem milden Winter in den Gärten und auf den Gemüsefeldern die Schneckenplage groß. Der praktische Rathgeber im Obst- und Gartenbau giebt in seiner soeben erschienenen Nummer eine ganze Anzahl Mittel an, wie man die Schnecken loswerden kann. Das radikalste ist natürlich das Tödten der Schnecken durch Ablesen, durch Ködern und Sammeln, sowie _burd) Ansstienen gebrannten, ungelöschten KalkstaubeS an feuchten Tagen, wobei aber Vorsicht zu gebrauche» ist, damit nicht mit ben Schnecken zugleich auch die Pflanzen zu Grunde gehen! Sin vortrefflicher Bundesgenosse im Kampfe gegen die Schnecken sind die Enten, für die die Schnecken eine Delikatesse bilden und die groß-Mengen davon vertilgen können, ohne dabei zu scharren und Schaden zu machen, wie die Hühner. Die Nummer des „Praktischen Rathgebers", in der die einzelnen Versahren des Tödtens und Vertreibens ausführlicher geschildert werden, wird auf Wunsch durch das Geschästsamt der Wochenschrift in Frankfurt a. Oder kostenlos zugeschickt.
— Kleine Notizen. Aus der am 12. Juni stattgehabten Ausstellung von Hunden aller Nassen zu Mainz erhielt Herr G. 81. Sittig zu Biebrich für seine Foxterriers 2 zweite und 2 Ehrenpreise. Unter letzteren einen für den beste» drahthaarigeu Foxterrier-Rüden von Mainz und Umgebung.
Hereins - Nachrichten.
Eurze sachliche Berichte werden bereitwilligst unter dieser UeberiSrifr aufgenommen.
* Die am 12. d. MIS. vom „Wiesbadener Nhei»- und TaunuS-Klub" ausgcfuhrte Tour Bacharach—Manubach— Franzosenkopf — Jägerhaus — Schweizerhans — AßiuanuShauseu — Lorch fand recht lebhafte Theilnahme: 35 Wanderer, darunter einige Damen, fuhren zunächst vo» Lorch im Nachen nach Bacharach über, besichtigten das alte Städtchen, die Kirche, Weruerskopelle und Burg
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sondern auch manche Thränenspur und heilte manche Wunde der Vergangenheit. So heilte er auch die Wunde, welche einst inmitten solcher Pracht des Frühlings dem Herzen des Volke« geschlagen wurde durch ben Tod des ungeliebten Kaiser Friedrichs 111. Wohl ist sie vernarbt in den zehn Jahren, die feit jenem bangen Tage entschwanden, doch ein schmerzliches Aufzucken des Weh's in dieser Frühlingszeit zeigt uns noch heute, wie tief dieselbe war. Der Blnmendust, der damals in die Seibeusiage de« hohen Dulders hineinwehte, weckt auch heute noch die Erinnerung an ihn und die Leidenszeit, die seinem Sterben vorauging! Lasse» wir dies schmerzliche Gedenken nicht umsonst in nnS erwachen! Nein, immer wieder belebe es in uns das Bild Dessen, der mitten aus dieser Erdeuhetrlichkeit scheiden mußte, um sie mit der himmlischen zn vertauschen! Was hals e«, daß die FrühlingSbluuten ihm von allen Seiten entgegenbiifteten, die Rosen der Liebe ihm aus zahllosen Herzen ersproffen, — den Leidensdorn, der sein stolzes, schönes Dasein auf der sonnigen LebeiiShöhe grausam verwundete, ihn konnte Niemand entfernen. Es war Schicksals Wille, daß unser Kaiser L Friedrich leiden und sterben mußte, und a!S wahrer Ehrist beugte jT er sich deniselden, nahm gehorsam und geduldig sein Kreuz auf sich, litt, ohne je zu klagen! — So ward er, dem es nicht vergönnt war, t auf dem Throne seinem Volk ein Vorbild in allem Guten zu sein, 1; demselben ein solche« durch sein Leiden und Sterben.
Ist uns ein Leid beschiede», so erschweren wir uns nur die | drückende Last, wenn wir sie mürrisch und unwillig auf uns nehmen. I Da« Kreuz wird nicht leichter durch Murren und Seufzen, und be- 1 freien können wir uns dadurch erst recht nicht von demselben. Wie Biele aber lieben es, mit „ach" und „weh" daran zu tragen, ihr l Leid durch die Klage zu verdoppel», indem sie auch i» anderen Herzen das Weh erwecken, sie leiden zu sehe». Nur Wenige sind groß genug, | körperliche wie seelische Schmerzen unter einem Lächeln zu beibergen, : um Niemanden zu beunruhigen, zu betrüben 1 Den Meisten wird die x Klage zum Bedürsuiß, zur halben Entlastung de« eigenen Schmerzes, $ während Andere, je näher sie dem Leidenden stehen, desto schwerer l an dem Gefühl tragen, machtlos ihm gegenüber zu stehen, ohne ihm &. helfen zu können! —
O, wem der Himmel ein Leid gab — frei ist ja Keiner davon, ■[ ob auf dem Throne oder in der Hütte, — et möge de« königlichen ' Dulders gedenken, dessen Leid viel größer und schwerer war, als i- seines! Er gedenke an da« Mahnwort Kaiser Friedrichs: „Lerne : leiden ohne zu klagen!" Die« Wort sei uns Allen ein geistiges Vermächtniß, und Jeder strebe darnach, e« in feinem Sinne zu er» L füllen! Mag der Frühling, mag der Duft der Rosen drum immer wieder frisch den Hauch der Erinnerung lind der Liebe aiffachen, der £■ einst die Herzen au« Nah und Fern erbeben ließ, als fein Singe sich | für ewig schloß! Möchte» aber die Rosen durch ihren Dorn uns r. auch gemahnen, daß Freud und Leid unzertrennlich sind, und wenn * auch uns die Dornen des Leben« verwunden und wehe thun, so k wollen wir beweisen, daß das Wort des Hoheit Dulders sich tief in 6- unser Herz geschrieben hat, es auf den Saiten der Erinnerung leise I in uns nachhallt und uns zur Bethätignng an regt: „Lerne leiden, r ohne zu klagen!"
* * * r-. „Kaiser Friedrich im eigenen Wort" nennt sich ein g Buch von E. Schröder (Breslau, S. Schottländer), welches jetzt im
schmerzlicher Erinnerung in unserer Brust!
Wieder ist die Zeit gekommen, in der die Frühlingsschönheit der Natur ihren Höhepunkt erreicht hat. Ein Flor von Blumen osei»^M schmückt die Erde, und schon erblüht die Königin aller, die Rose, tkart« "Ä- bas Sinnbild der Liebe, in voller Pracht und Herrlichkeit! Vogel- hendn W stimmen jauchzen, süße Düste erfüllen die Luft und höher schlagen s. i E die Herzen der Menschen, beim bet Strom der Zeit, ber über Freud b und Leib rauscht, verwischte nicht nur die Spur des Winters,
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(Von unserem Kopenhagener Berichterstatter.)
Der Regen, ber uns in so tinerwüiischt reicher Weise beichteben t: :»ar, hat leider den Einzug des Prinzen Christian und seiner jungen f Braut, wozu so festliche Vorbereitungen getroffen waren, vollständig | gestört, nur am Nachmittag, als die Neuvermählten durch die prächtig ■ geschmückten Straßen unter dem Jubel der Bevölkerung nach dem -s Schlosse „Sorgenfrei", bas zu einer reizenden Sommerrefidenz für E das junge Paar eingerichtet worden ist, fuhren, heiterte der Himmel b sich einige Stunden auf. fiebrigen« hat die Prinzessin Alexandrine s schon große Popularität gewonnen; beim Empfange der zahlreichen | Deputationen, die den Neuvermählten prächtige Hochzeitsgefchenke B überreichten, zeigte sie, daß sie die dänische Sprache bereits voll- E ständig gelernt hat, und ihr anspruchslose«, liebenswürdiges Auf- | treten hat auf Alle den günstigsten Eindruck gemacht.
L Nächst dem fürstlichen Brautpaar hat der siamesische Admiral t Audrüe du Plesfis de Richelieu in der letzte» Zeit das Interesse k der Kopenhagener besonders beansprucht. Wer ist dieser siamesische L Admiral? wird man wodl fragen, und wie kommt er nach dem I hohen Norden? Plesfis de Richelieu, der au« einer alten E französischen hier eingewanderten Familie stammt, wie schon an" 1 seinem Namen hervorgeht, ist ein geborener Däne, der im fernen E Siam eins der höchsten Aemter des Reiches bekleidet und » Reichthnm, Macht und Ehre erworben hat. Sein Vater, ber 1 Prediger in Jütland war, ließ ihn erst studircn. Hierzu fühlte I der junge Man» jedoch keine Lust, m;d da die See eine große | Anziehungskraft auf ihn ausübte, ging er als Matrose auf einen | Amerikadampfer. Nach feiner Rückkehr trat er in die dänische l Marine ein, wurde bald Offizier und erregte durch seine Tüchtigkeit, fc Energie und strenge Pflichterfüllung die Aufmerksamkeit seiner Vor- | gesetzten. Einige Jahr«, später reiste ber junge Offizier nach Siam, | und da er mit vortrefflichen Empfehlungen versehen war, erhielt e- in der siamesischen Marine eine sehr vortheilhafte Anstellung. Nach k kurzer Zeit wurde er zum Ehef ber Königlichen Lustyackt | .fficrairig“ ernannt, wodurch er in persönliche Berührung
mit Köllig Chulalongkorn fern. Richelieu verstand c3
‘Ä itHrthtHn für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen - Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. — Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur Nächsterscheinenden Ausgabe wirb kerne Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.
Aus Kunst und Keben.
* Die penstonsanstalt deutscher Isurnaltste» un» Schriftsteller (n. U.) hat ihre diesjährige Hauptverfammlung am 1. Juni in Wien abgehalten. Der vom Vorstand erstattete Bericht, dem als wesentlich zu entnehmen ist, daß sich baS Vermöge» bet Anstalt zur Zeit auf 360,000 Mk. beläuft und Ende dieses Jahres 400,000 Mk übersteigen dürste, wurde mit lebhafter Befriedigurig entgegengeuonimen und dem Vorstand unter dem Ausdruck des Dankes einstimmig Entlastung ertheilt. Die Versammlung genehmigte die vorgeschlageneit Aenderiiuge» der Statuten, die als Ergänzungen und Verbesserungen der gegenwärtigen Satzungen bezeichnet werden dürfen und beschloß ferner, den Ortsverbänden ber Anstalt zu empfehlen, alle bedeutenderen litlerarischeu Gedenktage zu festlichen Veranstaltungen zu Gunsten der Pensionsanstalt zu benützen und ben Beginn mit der auf den 12. October d. I. fallenden Centenarfeicr uud der ersten Anfführung von „Wallensteins Lager" z» machen. Ein eingehenderer Bericht übet die Hauptverfammlung ist kostenlos von dem Büreau der Anstalt, München, Max-Josephstraße 1/0 zu beziehen.
* Die „echten Schweden" werden nunmehr feit 45 Jahren in Jonköpiug« Zündholzfabrik hergestellt, in diesem Zeitraum sind nach den „Hamb. Nachr." für 65 Millionen Kronen solcher Zündhölzchen von dort ins Ausland gegangen. An Arbeitslöhnen sind 15 Millionen Kronen ausbezahlt worden und im Ganzen wurden über 6 Milliarden Zündholzschachteln verfertigt, welche zusammen so viele Zündhölzchen enthalten, daß diese die Erde 500 Mal umspannen tonnten. — Der gesundheitsfördernde Vorzug der schwedische« Zündhölzer, welche mit ihrer Devise „utan evafel och fosfor“ die giftigen Schwefel- und Phosphorhölzchen fast ganz verdrängt haben, ist kein geringer und verdient bei dem Jubiläum der ältesten Fahr» dieser Branche desoydNS hervorgehoben zu werden.
Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeigen 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Psg. — Reklamen Die Petitzeile für Wiesbaden 50 Psg., für Auswärts 75 Psg.
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(Nachdruck verboten.)
Kerne leiden, ohne zn Klagen.
(Ein Gedeukblatt zum 15. Juni.)
Von W. Marthe«.
Wie der Wind leise die Saiten einer AcolSharse berührt, daß sie, wie int Senfzcrhauch, erklingen, so berührt obeusteheudes Wort, ans dem Munde des königlichen Dulder«, als Nachhall die Harfe
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