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1898«
Freitag, den 10. Juni.
Fernsprecher No. 52.
N-. 364.
Fernsprecher No. 52.
D
50
Äbeod-ÄMsgabe.
46. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-PreiS: durch den Verlag 5G Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
Der spanisch-ameriknnifche Krieg.
Das Ende der spanischen Kolonialherrlichkeit ist noch schneller hereingebrochen, als man nach den letztwöchentlichen Nachrichten, denen man das Motto: „Vor Paris nichts Neues" hätte voransetzen können, erwarten durfte. Die Philippinen im Hellen Aufruhr, der Jnsurgenteuführer, aus dessen Haupt noch vor wenigen Tagen eine große Belohnung gesetzt, Herr der Situation, und nur einige Plätze halten sich, um wahrscheinlich auch in einigen Tagen zu kapituliren. Die reiche, von den Spaniern und ihren EMönchen ' hinreichend ausgesogene Inselgruppe ist, wenn nicht ein Wunder zu Gunsten der Spanier, die sich mit Hexen- und Ketzcrbrennen allerdings ein besonderes Verdienst beim Himmel erworben zu haben glaubten, geschieht, endgültig verloren. Das Wunder aber wird ausbleiben, und inzwischen dürften sich die Zänkers, Ä deren Muth und Thaikraft, trotz aller Fehler, die gemacht werden mögen, im gegebenen Augenblick doch immer wieder W hell ans Licht treten, auf Cuba festsetzev und Santiago zur R Hauptstadt der cubanischen Republik machen. So wird Spanien ^büßen, was es in Jahrhunderten gesündigt hat. Ob die eigent- K ltchen Ilcbelthäter im Ornate darunter zu leiden haben werden, wohl die Frage. Deren Sünden wird wohl die Dynastie £ büßen müssen, und nicht umsonst ist in Wien ein Hotel zum eventuellen Empfang der Königin-Regentin vorbereitet morden. Die nachstehenden Depeschen zeugen durchgängig ' davon, wie ernst die Situation für Spanien geworden, und mit frischer Spannung wird man, nachdem das Interesse an Hdrn Kricgsnachrichten in jüngster Zeit etwas erlahmte, den s..neuen Depeschen entgegensehen.
hd. Kavana, 9. Juni. Seit gestern herrscht in de» Provinzen heftiges Regenwetter. Die spanischen Soldaten beginnen dieHospitaler zu bevölkern. Gestern traf ein Trupp mit Gelbem-Fieber-Krauke» aus MatanzaS hier ein. Der allgemeine Gesundheitszustand der Soldaten ist jedoch noch immer befriedigend.
wb. London, 10. Juni. Die „Morning Post" meldet aus Washington, cs hätten sich in Port au Prince die Gerüchte verbreitet, die amerikanischen Truppen seien in Agareres und Tarquimi gelandet und hätten den Spaniern eine Schiacht geliefert, in der diese geschlagen worden seien. Die Amerikaner hätte» dann die Höhen um Santiago besetzt. — Die „Times" »leiden aus New- Ao r k, ein amerikanisches Kanonenboot habe in der Nähe von Santiago aus einen Eiseubohnzug, aus dem sich ein Truppentransport befand, mit Granaten gcfchosseii. Viele Soldaten seien getödtet wordeu.
Hiobstposte»» vor» den Philippinen.
wb. Madrid, 8. Juni. Es heißt, der Gouverneur der Philippinen habe gemeldet, daß der ga uze B rch ipel mit Ausnahme der Visaya-Jnsel in Aufruhr sei. Der General- Gouverneur zog sich in den befestigten Theil der stabt Manila zurück, nm Aguinaldo Widerstand leiste» zu können.
wb. Madrid, 9. Juni. Bei Eröffnung der gestrige» Sitzung der Depulirtetikammer drängten Deputirte und Senatoren in den Saal. Alle Minister waren zur Stelle. Sagasta giebt eine Erklärung ab, in der es heißt, das spanische Volk müsse die schlechten Nachrichten männlich und gefaßt anfiichmen. Die Negierung habe nach der Niederlage von Cavite drei Telegramme aus Manila erhalte». In dem ersten habe der Generalgouverneur nach der Vernichtung der spanischen Flotte versichert, er sei im Besitz genügender Vertheidiguugsmittcl und rechne auf die Unterstützung der Ein- geborcucu. I» der zweiten Depesche melde der Generalgouverneur, Aguinaldo gelinge cs nicht, die Bevölkerung zur Erhebung zu bringen. — Die dritte Depesche sei die gestern eingegangene: Silveta und Romero Nobledo bieten der Regierung ihre Unterstützung an. Romcro Nobledo beschuldigt das Kabinett der Unthätigkeit und sagt man habe 39 Tage verstreichen lassen, ohne einen Entschluß zu fassen. Redner protestirt dagegen, daß eventuell ein nnehrenhafter Friede geschlossen werde. Mclla tadelt das System des Schweigens. Sagasta erwidert, die Regierung sei weder für die Ereignisse auf den Philippinen noch für den von Eervera eingeschlagene» Weg verantwortlich. Die Regierung habe Schritte gethan, die er nicht mittheiten könne, weil eS nicht patriotisch fein würde. — In Betreff der Lage aus den Philippinen haben sich, nach der „Agencia Fabra", einige politische Persönlichkeiten, wie folgt, geäußert: Der Kriegsminister sagte, der General-Kapitän der Philippinen würde sich bis aufs Aeiißerste vertheidigcn. Silvela glaubt, der Augenblick sei gekommen, wo der äußerste Eiitschluß gefaßt werden müsse, eine der Lage gewachsene liberale Regierung zu bilden. Vegadio Armijo hält die Zeit für eine Intervention der Mächte für gekommen. Moret erklärt, die M-ldUiig eines eng- lischen Blattes über seine angebliche Stelluiignahme gegen die Regierung sei falsch. Lopez Domingncz meinte, eine Intervention der Mächte stehe bevor, denn die Philippinenfrage interessire ganz Europa. — Hier läuft das Gerücht um, die Garnison von Manila habe kapitulirt und wolle sich lieber den Amerikanern ergebe», als sich von den Aufständischen hinmordcn lassen. — In Anbetracht der Ereignisse auf de» Philippinen traten vor der gestrigen Sitzung der Depntirten- kammer die Führer der MinoritätSparteien zusammen. Ministerpräsident Sagasta forderte sic auf, im Hinblick auf den Ernst der Lage sofort dar Budget zubewilligen und dieKammerinPermanenz zu erklären. Salmeron, Römers Nobledo und Barrio lehnten die Aufforderung des Ministerpräsidenten ad. — Die amtliche Depesche aus Manila, welche der Kriegsminister gestern dem Ministerpräsidenten vorgelegt hat und die zuerst nicht veröffentlicht wcrdc» sollte, lautet nach der „Agencia Fabra": Die Lage ist sehr ernst. Aguinaldo ist es gelungen, das Land für einen bestimmten Tag zum Ausstand zu bringen. Da die Eisenbahnen und die Telkgraphenliuien abgeschnitten sind, bin ich mit allen Provinzen außer Verbindung. Die Einwohner der Provinz Cavite haben sich in Masse erhoben. Städte und Dörfer werden beschossen und von zahlreichen bewaffneten Banden besetzt. Eine Truppenabtheilung vertheidigt die Linie von Zapotc, um das Eindringen des Feindes in die Provinz Manila zu verhindern. Da der Feind aber auch über Beclacan, Laguna und Moron vordringt, wird die Hauptstadt von der See- und Laudseite her cingeschlossen und angegriffen werden. Ich suche den Geist der Bevölkerung zu heben und werde alle Mittel des Widerstands erschöpfen, mißtraue aber den Eiugeboreneii und den Freiwillige», denn zahlreiche Desertionen sind bereits vorgekommen. Bacolor und Jrnnß sind schon in der @ewalt des Feindes. Der Aufstand ist mächtig, und wenn ich nicht mit der Unterstützung des Landes rechnen kann, werden die zu meiner Verfügung stehenden Streitkräfte nicht genügen, zwei Feinden die Stirn zu bieten. Das Telegramm ist voui 3. Juni datirt.
Lands», 9. Juni. Der Jnsurgentensührcr Aguinaldo hat in wenigen Tagen über 2000 Gefangene gemacht, darunter General Leopöldo Pena, den Gouverneur von Cavite. Er hat eine Proklamation erlasse», wonach die Philippinen zur Bundes-Republik erklärt werden. Aguinaldo selbst wird unter amerikanischem Protektorat die Geschäfte führen, bis nach dem Friedensschluß die Bundes-Versammlung die öffentliche Ordnung übernehmen wird. — Nach einer Meldung der „Times" aus Singapore empfing das dortige Philippinen-Counts gestern von dem Jnfurgentenführer Aguinaldo ein Telegramm, worin er mitthcilt, daß die ganze Provinz Cavite und mehrere Städte der Provinz BatangeS erobert und 2000 Gefangene gemacht feien; 3000 Spanier wurde» getödtet, Kanonen und Munition erbeutet.
wb. Madrid, 9. Juni. Im heutigen Ministerrath stellte Kriegsminister Correa in Abrede, daß die Lage des Generalkapitäns der Philippinen, General Angesterio, eine verzweifelte fei, wie behauptet werde. Miuifterprüsident Sagasta fügte hinzu, Manila habe genug Lebensmittel, um die Verstärkungen abzuwarten. Dem Marinemiuister fei jede Befugniß gegeben hinsichtlich der bezüglich der Philippinen zu ergreifenden Maßregeln. Sagasta erklärte ferner, die Regierung beabsichtige nicht, die Initiative zur Herbeiführung des Friedens zu ergreifen, und sie wisse nicht, daß irgend eine Macht beabsichtige, dies zu thun. Der Ministerrath nahm die Demission des Generalkapitäns von Madrid an und ernannte den ehemaligen KriegSniinister Chineilla zu feinem Nach- folger. Nach dem Ministerrath hatte der Kriegsminister eine Besprechung mit der Königin-Regentin. Der Marincminister ist nach Cadix abgereist, wo er einige Tage verweilen wird. Das aus 15 Schiffen, darunter „Pelago", „Carlo", „Ouinto", „Alfonso XIH“, „Viktoria" rc., bestehende Geschwader wird in seiner Gcsammtheit in See gehen. Die Richtung, welche dar Geschwader einzuschlagen hat, wird dem Admiral Camara aus offener
See mitgetheilt werden. Die Mitglieder der Minoritätspartei der Deputirteukamincr halten eine Unterredung mit dem Finanzminist« und sagten demselben ihre Unterstützung unter gewissen Bedingung«» zu. Nomcro verlangte insbesondere eine Reutensteuer und btt Zahlung des Coupons der auswärtige» Anleihe in Pesetas vo« 1. Juli an.
bst^Madrid, 10 Juni. Der Eindruck, den die neuesten Nach» richten aus Manila Hervorrufen, ist ein äußerst schmerzlicher unp ungeheurer. Man bemerkt im Abgeordnetenhause, wo die Beweguna und der Andrang ungewöhnlich stark waren, sowie in den Cafök außerordentliche Niedergeschlagenheit.
wb. Zan Franriora, 10. Juni. Das Blatt „Post" meldet der Kreuzer „Charleston" erwarte in Honolulu die nach Manila bestimmten Truppentransporte. Alle Schiffe würden zunächst nach den Ludrouc» fahren, welche besetzt werden sollen. Die Juso Guaha» soll als Kohle»statlon dienen. Der „Charleston" wird sodann mit den Transportschiffen nach Manila weitergehen, nachdem die Ludronen der Herrschaft der Vereinigten Staaten untersteU worden seien.
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Ausland.
* Zeigten. Aus Brüssel schreibt uns unser Korrespondent: Es ist durchaus nicht unwahrscheinlich, daß ein Minister, dem es einfallen würde, einen Erlaß zu gebe», wonach die Damen sich mit einem Schmuckstück zu zieren oder nicht zu zieren hätte», nicht gar lange an der Regierung bliebe und vo» den Wähler» nicht als ihr geeigneter Vertreter betrachtet werden würde. Bei uns ist letzteres Mißgeschick aber einem Kabinettsmitglied pafsirt, weil er vorschrieb, daß das liebe Rindvieh Ohrringe tragen solle. Diese Bestimmung wurde nämlich vor einiger Zeit vom landwirthschastliche» Minister, Herrn v. Bruyn, erlassen, und er wollte dadurch die Einfuhr von krankem Vieh verhindern. Auf de» Ohrringen war nämlich genau zu verzeichnen, woher die betreffenden Ochsen, Kälber rc. kamen, wie sie sich anfgeführt, mit einem Wort ein kurzer Lebenslauf. Diese Vorschrift erregte aber bet den Landwirthen die größte Wuth, sie erklärten sie für lächerlich und vexatorisch und setzte» ihr hartnäckigen Widerstand entgegen. Der Minister aber blieb bei seiner großartigen Idee, bis ihn plötzlich die Wahlen belehrten, daß die Laudwirlhe ebenso „konsequent" seien wie er, und so hielt er eS für gerathen, nachzugeben. Es erschien dann im „Reichsanzeiger" ein neuer Erlaß, wonach das Vieh (eitle Ohrringe mehr zu tragen braucht. Darob großer Jubel, in begeisterten Worten wurde Bruyn als Retter der Landwirthschast gepriesen, weil er eine Bestimmung beseitigte, die er selbst zuerst zum Besten der Landwirthschast gegeben, und so ist er denn mit großer Majorität wieder in die Kammer gewählt worden. — Der Oberkommatidant der Bürgergarde, Oultremont, legte seinen Posten nieder. ES verlautet, daß ein Maffenrückiritt aller höheren Offiziere der Singer« garde bcvorstehe, falls die Negierung in der HeereSfrage nicht nachgiebt.
* Frankreich. Sämmtliche Ressortminister überreichten Msline ihre Demission. Derselbe wird das Kabinett vollständig neu bilden.
* Rußland. Ganz Miticlrußland wurde am Dienstag von furchtbaren Orkanen heimgesucht. Der angerichtete Schaden ist bedeutend. In NeSWisch stürzten mehrere Häuser ein, wobei neun Personen getödtet wurden. Die telegraphische Verbindung Warschau--- Moskau ist unterbrochen.
Deutsches Deich.
* Krrlin, 10. Ium. Das „Berl.Tagebl." meldet ans Paris: Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe besichtigte vorgestern Nam» mittag in Begleitung des Ausstellungs-Kommissars Richter uttb geführt vom General-Kommissar Picard das Terrain der Well» an rstellu» g.
Gegenüber der in einem Theile der Preffe aufgetanchten Ve» muthnug, als befände sich Staatssekretär Pos ad owsky hinsichtlich der Stellung der Regierung zu den Wahle» iiicfct im Einklauai mit dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe, konstatirt die „Noroh. Allg. Ztg." ausdrücklich, daß Graf Pofadowrky feinen fogennnnttü Wahlbrief selbstverständlich nicht verfaßt hat, ohne fick versichert zst haben, daß die darin ausgesprochenen Grundsätze vom Reichskauzltt gebilligt sind.
Auch Seitens der Neichsbehörde sind Anordnungen getroffen worden, um jedem Neichsbeamten hie Möglichkeit zu gewähren, voI seinem Wahlrecht Gebrauch zu mache», d. h. in regterungSfreuuh- lichem Sinne zu wählen, da es jedem NegieruugSbeamten zur Pflicht gemacht ist, die Politik der Regierung zu fördern.
Wie eine Korrespondenz meldet, soll die Wahl des Bürgermeisters Kirschner zum Oberbürgermeister von Berlin als völlI gesichert gelten. Die Wahl werde noch in diesem Monat stattfinden.
DaS Amtsblatt des Rnchspostamis veröffentlicht eine Verfügung des Staatssekretärs des Neichspostaml», betr. Tclearamm- Ucbermittelung durch den Fernsprecher, welche vom 1. Juli d. I. ab zunächst versuchsweise erfolge» soll. Die Gebühr für daS zuzusprechende Telegramm beträgt ohne Rücksicht aus die Wortzabl 10 Pf. Bei Ausnahme abgehender Telegramme beträgt die Gebühr 1 Pf. für daS Wort, aber mindesteits 20 Pf.
Die Anklage gegen Grünenthal wegen Münzfälschung und Diebstahls ist nunmehr der Strafkammer behufs Eröffnung der Hanpt- vcrsahrens zugegangen, sodaß die Sache voraussichtlich in der nächsten Schwurgcrichtsperiode zur Verhandlung kommen wird. Neben Grünenthal werden in dieser Sache dessen Geliebte Elli Golz und die Hebamme Eichler ans der Anklagebank erscheinen, welche beide beschuldigt werden, sich der Begünstigung an dem Mnnzverbreche» bezw. Diebstahls schuldig gemacht zu haben.
* Uundschn» im Reiche. Die hessische Regierung ließ an die Zweite Kammer eine» Gesetzentwurf gelangen, in dem sie die Ermächtigung nachsncht zum Bau und Betrieb 1. einer Nebenbahn von Butzbach nach Lich, 2. einer Nebenbahn von Bensheim nach Lindenfels, 3. einer Nebenbahn von Badenheim nach Kreuznach im Anschluß an die Nebenbahn von Sprendlingen nach Fürfeld. Die zur Deckung nöthigcn Geldmittel sollen aus dem Wege einer höchstens 3>/--procentigen Anleihe aufgebracht werden. — Die Staatsanwaltschaft in Braunschweig hat die im Seidel-Prozeß eingelegte Revision zurückgezogen. Die Freisprechung des damaligen Augeklagten ist nunmehr rechtskräftig geworden. — Der Norddeutsche Lloyd bestellte bei Blohm u. Voß in Hamburg zwei Doppel-Schraubeiidampfer von 10,000 Tonnen für Fracht- und Passagier-Verkehr auf New-Notker Fahrt.
■L" bä. London» 10. Juni. Nach hier cingelauselien Telegrammen Mflo.tterii auf der Höhe vo» Santiago feit gestern die amerikanische ß und die cubauische Flagge. Die amerikanische Landmacht würdevoll M General Linares angegriffen. Den Amerikaneta gelang cS, au- E- acblich nach heftigem Kampfe, aus einem Hügel eine Batterie auf- K zustellen, bereu Fell er alsbald verheerend gewirkt haben soll. Glcich- M zeitig habe Garcia mit Schnellfeuer-Kauoileu das gleiche Fort an- £& gegriffen, welches etwa sechs Meilen von Castel Morro entfernt lag.
Admiral Sampfon dampfte mit mehreren Schiffen bis an dasWrack L des „Merrimae" und eröffnete ein Feuer auf Castel Morro. Die ~ Amerikaner landeten, geschützt durch die Flotte.
wb. Muslzington, 9. Juni. Zu der Meldung, daß di: regulären Truppe» gestern Tampa verlaffen haben, will sich an maßgebender Stelle Niemand äußern. Gleichwohl wird der Nachricht allgemein Glaube» bcigcmeffeu. Auch über die Bestimmung k- der Truppen können nur Vermuthuligeu angestellt werden, da weder aus Key West, noch aus Tampa authentische Nachrichten vorliegen. Er heißt, die Transporte tonnten bei Key West fest^ehaitcn werden infolge des Gerüchtes, daß sich an der Nordküste CubaS MWallische Kriegsschiffe gezeigt hätten. — Von dem amerikanischen MWeschwader vor Santiago eingegangene Nachrichten besagen, die MMtden der abgefchnittenen Kahel seien aufgenommeu. Admiral js Sampson werde somit bald eine direkte telegraphische Verbindung -i mit Washington Herstellen können. E» verlautet, daß am Dienstag -- »ei dem Angriff auf Saintanera, wo die Amerikaner ihre Operations- öasir zu errichten gedenken, auch die Aufständischen mitgewirkt jätten. — Santiago soll vor der HnngerSnoth stehen, da alle Nahrungsmittel für das spanische Heer und die Marine mit Beschlag belegt sind.
E. hd. London, 9. Juni. „Daily Chronicle" meldet aus Washingto>l: L Admiral Sampson bestätigt in einer Depesche, daß die Amerikaner bei i dem letzten Gefecht vor Santiago keine Verluste erlitten haben.
wb. Uew-Nork, 9. Juni. Ein Telegramm aus K a p H a y t i en r meldet, daselbst gehe das Gerücht, daß am Dienstag früh, 5 Uhr ^30 Minuten, bei Caimanera eine große Schlacht geschlagen f worden sei. Fünf amerikanische Kriegsschiffe hätten ein schweres L Bombardement gegen die dortigen Befestigungswerke begonnen. Er gj fei ein förmlicher Hagel vo» Geschossen gewesen, die viele Gebäude innerhalb der Befestigungen zerstört hätten. Die spanische Artillerie H- habe lebhaft geantwortet und eine Zeit lang Stand gehalten. Das t geriet der Amerikaner habe aber nicht nachgelassen. Die meiste» ^Schüsse derselben seien wirkungsvoll gewesen. Die Spanier Ffeien endlich gezwungen gewesen, ihre Stellung am Ufer E? anfzngeben und sich in die Stadt zurückzuziehen. Später seien sie s auch von dort mit den Einwohnern geflohen. Der Kommandeur i des Distrikts habe befohlen, Caimanera niederzubrennen, bevor es F übergeben werden müsse. — Die Spanier sollen den letzten Versuch M machen, die Amerikaner von der Landung abzuhalten. Nach den . letzten Nachrichten hätte eine Landung gestern versucht werden sollen. H wb. Havana, 8. Juni. Auf der Eisenbahnlinie zwischen U.Canas und Alquigne ließen die Insurgenten beim Paffiren eines | Zuges eine Dynamitbombe expl odiren, wodurch ein gepanzerter Waggon zerstört wurde. 6 Soldaten und 1 Passagier wurden getödtet, 8 Soldaten und 2 Paffagiere verwundet.
M wb. London, 9. Juni. Dem „Daily Chronicle" wird ans fr Washington vom 8. d. M- gemeldet: Die Armee unter dem t. Kommando des Generals Shafert ging heute von Tampa ab. Die E- Armee ist 27,000 Mann stark, worunter 21,600 Infanterie. Sie be- Baus 16 Regimentern regulärer Truppen, 11 freiwilligen meutern, ferner aus 5 Schwadronen Kavallerie, i Batterieen er und 2 Batterieen schwerer Artillerie, sowie einem Bataillon H Genietruppen. Die Armee muß am Freitag oder Samstag eintreffen, vorauf die Landung sofort versucht werde» soll. Obige Meldung wird bestätigt durch den New-Iorker Korrespondenten der „Times", £ welcher hinzufügt, die in 29 Transportschiffen untergebrachten Truppe» «ständen durchweg aus regulären Truppen.
hd. Eampa, 9. Juni. General Shafert meldet, daß die | ttßc Truppenabtheilung bei Santiago gelandet sei. Am nächsten f Samstag werde die Stadt von allen seinen Truppen erreicht ff! vördin sein.
