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ÄittetrtiHt für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags,

uächsterscheinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen jur

Mittwoch, den 1. Innr,

1898,

Uo. 249

Fernsprecher No. 52.

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Morgen-Ausgabe

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Biologischen Gesellschaft in Paris Mittheilung machte. Der Forscher legte drei Photcgraphiccn des Brustkorbes vor, darunter zivei von lebenden Personen und eine von einer Leiche. E» zeigt sich ein un» verkennbarer Unterschied. Aus den ersteren beiden Bildern erschienen die verschiedenen Brustorgane und die Wände des Brustkorbes selbst in verschwommenen Umrissen. Dies ist eine Folge der natürliche» Be­wegungen dieser Körpertteeile: des Herzschlages, der Ausdehnungen und Zusammenziehungen dergrobenGesäßeundderBewegungkii dcsZwerch- fell». Sogar wenn die betr. Personen den Athcm anhielten, um diese Bewegungen so gering als möglich zu machen, blieben die Umrißlinien verschwommen, und das Zwerchfell erschien als ein an Diese wechselnder Schalten zwischen der 9. und 10. Rippe, da« Herz liiid die groben Blutgefätze als eine dunkle ovale Masse, deren Schatten in der Mitte dicht war, nach den Rändern hin Heller wurde und schließlich in die säst ganz durchsichtigen Lungen überging. Bei der Leiche dagegen war das Röntgenbild ein ganz anderes, indem alle Organe wegen der Abwesenheit jeglichen Lebens und jeglicher Bewegung vollkommen scharf und in wohlbegrenzten Umrissen erschienen. Gin weiteres Mittel zur Erkennung des Scheintodes Weitz ein amerikanischer Augenarzt, Dr. Cbalmers Prentice au« Chicago, anzugeben. Dieser Arzt vermag nach dem Aus­sehen der Venen und Arterien des menschlichen Auges zu bestimmen, ob das Leben entflohen ist oder nicht. Im Hinteren Theile des Auges können die verschiedenen Schattirungcn der Venen, die dunkles und schwärzliches, und der Arterien, die hellrothes Blut enthalten, mir dem Augenspiegel erkannt werden, sogar bei Er­blindete», falls sich nicht ein undurchsichtiges Häutchen über dem verletzten Theile gebildet hat oder da» Auge völlig zerstört hat. Bei einer Leiche fehlt dieser Unterschied vollkommen, indem das Blut der Venen wie der Arterien eine gleiche röthliche Farbe an­genommen hat. Zahlloie Untersuchungen haben ergeben, daß diese Probe nie versagt. So schreibt der augeicheneMedical Record" in New-Aork, der hoffentlicht auch in dieser wichtigen Nachricht Ver­trauen verdient.

* Uom jungen König von Spanien. Alfonso wird von seinen Professoren in den Gegenständeu der Mittelschule: Religion, Latein, Geschichte, Geographie, Algebra, Geometrie und Naturwissen- schastcn unterrichtet. Zu diesen Gegenständen, die in spanischer Sprache gelehrt werden, kommt noch der Unterricht in der englischen, französischen und deutschen Sprache, sowie in Musik. Der Unterricht

K ersten Mal________ ..... _ . _

'Schauspielhaus.) Mittwoch, den 1. Juni:Anno dazumal'

I Donnerstag den 2., Abend» */»8 Uhr:Logenbrüder". Fi

)en 3.:Anno dazumal". Samstag, den 4.:Versunkene Glocke". F Rautendelein: Fräulein Richter von München als Gast. Sonntag, , den 5., Nachmittags 3/i Uhr, Volksoorstellung bei ermäßigten

' Frankfurter Stadtthratrr. (Wochen-Spieleutwnrf.) 7 Opernhaus. Mittwoch, den 1. Juni:Violetta" (La Traviata).

Donnerstag, den 2.:Hänsel und Grethcl". Hieraus:Der HeirathS- si autoumt". Freitag, den3.:Abaeso Porto. Hierauf:DerHeiraths- ? rutomat". Samstag, den 4.:,Der Waffenschmied".Sonntag, den 5.,zum | ersten Mal :Das Erbe". LhrischcOper in3 Akten von Fr. v. Erlanger.

beginnt zwischen 8 und 9 Ubr Vormittag» und dauert 3 Stunden, daran schließt sich eine Reitübung. Der Nachmittag beginnt niit einem langen Spaziergang, wobei die Königin mit ihren drei Kindern ge­wöhnlich in einem von vier Maulthierc» bespannten Landauer, der von vier Berittene», die meistens adelig sind, umgeben ist, weit hinaus auf dar Land fährt, wo dann spazieren gegangen wird. Darauf folgt eine kleine Erholung, und dann wird der Unterricht, dem sich gewöhnlich noch eine Turnstunde anschlicbt, durch zwei bis drei Stunde» fortgesetzt. Zu den Lieblingsbeschäftigungen des Königs, der sich äußerst lebhaft und aufgeweckt zeigt, gehört das Lesen von RcisebeschreibunLen und Kriegsgeschichten; besonderes Interesse hat er für dar Militär, wobei er großes Personengedächtniß zeigt. In einem eigens eingerichteten Zimmer stellt er auf vier bis fünf große» Tischen unter Lcitliug der Offiziere Militärfiguren in Schlachtordnung auf und manövrirt damit. Düs geschieht besonders an Regentagen. Um 10 Uhr Vormittags wird die Schloßwoche täglich mit Musik abgelöst, wobei der König schon aus weiter Ferne die Nummer de» Regiments er­kennt. Er ist stet» bei fröhlicher Laune, besitzt Talent für Sprachen» erlernt sie mit Leichtigkeit und zeigt in denselben große Fertigkeit. So berichtet wenigsten» dieN. Fr. Pr." Der pinge König Alfonso wurde am 17. Mai zwöls Jahre alt, die ältere Infantin, Prinzessin Maria de la» MercrdeS, erreicht im September das acht­zehnte Jahr, die jüngere, Maria Theresia, war im November fünf­zehn Jahre alt.

* Verschiedene Mittheilnngen. Die ersten beiden Tage de» 75. Niedere heiuischc» MusiksesteS in Köln gingen mit schönstem Gelinge» von Statten. Der ersteklassische" Tag brachte Bach» DoppelchorNun ist das Heil und die Kraft", Beethoven» A-äur-Symphonie und Händel» Deborah; der zweite romantische" als Hauptwerk die Verdammung Fanstr von Berlioz. Orchester und Chor leisteten Vorzüglicher, ebenso die Solisten. Dr. Wüllner wurde zu verschiedenen Malen lebhaft gefeiert. Die Königin von Rumänien wohnte mit zahlreichem Gefolge dem ersten Konzert bei und verfolgte die Werke mit lebhastcni Interesse in den Partituren. Ungewöhnlich zahlreich war diesmal der Zufluß aus­wärtiger Gäste.

Die Stadtverordneten in Höxter beschloffcu die Errichtung eines Denkmals für Hofsmann von Fallersleben in Corvey, wo der Dichter bekanntlich al» fürstlich Ratibor-Corveysch« Bibliothekar seine Taae beschloß und begraben liegt.

(Nachdruck verboten.)

Der amerikanische Floltenfiihrer Commodore Zchley.

Bekanntlich operirt jetzt mit der Flottenabtheilung des Admirals Sampson zlisammen das nordamerikanischc fliegende Geschwader unter dem Commodore Winficid Scott Schley in den westindischen Gewässern, um den spanischen Admiral Cervera mit weit überlegenen Streitkräften auzugreifen und zur Schlacht zu zwingen. E» ist an- zunehmen, daß c» den vereinigten amerikanischen Geschwadern - gelingen wird, mit den spanischen Schiffen handgemein zu werden, und von der Umsicht und Geschicklichkeit der einzelnen Flottenführer wird der Erfolg nicht zum Mindesten abhängen. Nachdem wir nun . bereits die Portrait» der Admirale Sampson und Cervera gebracht 'laben, wird unseren Lesern das beistehende Bild der Commodore Schley gewiß willkommen sein.

Vorzug verleiht. Ferner wurde ans der Hanptkasse Vereins der Abtheilung Königsberg der gewünschte Zuschuß zur Gründung eines Mädchengymnasiums bewilligt. Die Vorsitzende der Abtheilung Königsberg hob hervor, daß in Königsberg dein Bedürfniß an akademisch gebildeten Lehrern nicht genügt wird, und daß ortsansässige akademisch gebildete Ober- Ichreriuucn ein reiches Arbeitsfeld in der: Privalschulen für Mädchen finden würden. Jii den bei Gelegenheit dieser sehr anregend ver­laufene» Gencralversannulung vom VereinFrauenbildung" vcr- anstaltetei: öffentlichen Versammlungen sprachen Herr Stadtschulrath Dr. Lüngen-Frankfurt und Fräulein Dr. Anita Augspnrg-Müncheil. Ersterer behandelte das Thema:Knabenerziehung Mädcheu- erzichitiig, eine Parallele", und beleuchtete in seinem von reicher pädagogischer Erfahrung zeugenden Vortrag, wie oberflächlich die Mätecheuerziehung heutzutage leider immer noch sei, gegen­über der Ausbildung der niännlichen Jugend, welcher man eine tiefere Geistesbildung als etwa« Selbstverständliches biete und verschaffe. Fräulein Dr. Augspnrg gab in ihrem

Vortrag:Zur Kritik der Frauenfrage" einen historischen Rück-

Dreisen:Bartel Turafer". Abends 7 Uhr:Hans Hnckedein". - Montag, den 6.:Faust". Grcthchcn: Fräulein Richter als Gast.

Für di» Kiinstlrrrrrrlt dürfte die Nachricht von Interesse F fein, daß wiederum ein großes Preisausschreiben erlassen ist. Die k- Farbenfabrik von Günther Wagner ha» dasselbe soeben veröffentlicht r und setzt für die besten drei Plakatentwürfe für ihre Pelikansarben ß (Günther Wagner» Künstler-Wasserfarben) drei Preise von je 1000, F oOO und 300 Mk. auS. Als Preisrichter fungircu: Professor E. Doepler-Berlin, Professor Dr. 21. Haupt-Hannover, Direktor t Nasteu-Oldenburg, Professor H. Schaper-Hannover, sowie die s Fabrikanten O. Edler und Günther Wagner-Hannover. Die näheren i Bestimmungen find in der Nr. 22 der Technischen Mittheilungen r für Malerei erschienen und gratis vom Verlag Aug. Schupp, | München 17, zu beziehen.

* Sichere Mittel gegen das Lrbendigbegrabknwerden. r Es ist verschiedentlich beobachtet worden, daß die Furcht vor dem f Lebendigbegrnbenwerdeu von Zeit zu Zeit in manchen Ländern = geratet»» al» eine Epidemie auftritt, während es anderseits überall k eine größere Zahl von Menschen giebt, die sich in die Möglichkeit eine» so » furchtbaren Schicksale dermaßen hineingegrübelt haben, daß diese Vor- L ftellung zu einem dauernden Leiden für fie wird. Indessen wird Jeder- k mann zugeben, daß die bloße Möglichkeit solcher Vorkommnisse das Ver­langen nach einem sicheren Mittel, den Scheintod vom wirklichen Tod zu t unterscheiden, gebieterisch rechtfertigt. Zufällig werden jetzt gleichzeitig t zweisolcheMittelbekanntgegebeu.DaS eine besteht in derÄilwendungder r Röntgen-Photographie, über die M. Rougarde vor der

Wiufield Scott Schley ist in Friederick County (Maryland) im Jahre 1839 geboren und hat schon früh Neigung zum seemännischen Beruf gefühlt. Er trat deshalb nach Absolviruug der Schule in die Kriegsmarine der Vereinigten Staaten von Nordamerika ein und bestand 1860 das Examen aus der Marineschule in Annapolis. Er diente auf verschiedenen Kriegsschiffen und nahm an Bord des Kanonen­bootesWinona" und der SchaluppenMonongahela" und ^iichmoiid" an all' den Gefechten Theil, die zur Einnahme von Port Hudson führten. Im Jahre 1862 wurde er zum Lieutenant befördert. Später zeichnete er sich bei Unterdrückung eines Aufstande» chinesischer Taglöhiier auf den Inseln im Stillen Meer aus und vertrat die Interessen der Vereinigten Staaten durch eine Landnng in La Union auf San Salvador. Au dem Kriegsznge gegen Korea (1869 bis 1872) war er gleichfalls in hervorragender Weise betheiligt, zerstörte korealiischeBeststignngen,wurdcl874nachweitererBefördcrung mit der Führung der brasilianischen Expedition betraut, rettete die Mannschaft eines schiffbrüchigen Dampfer» und befehligte 1884 die jur Rettung de» RordpolforscherS Greeley entsandte Expedition, fuf bet e» ihm nach 1400 Seemeilen Fahrt durch Eisberge gelang, ßreeleh und sechs seiner Leute vom Kap Sabiel in Grinuell-Land » Wieder heimzuführen.

Man ist allseitig sehr gespannt daraus, ob es ihm gelinge» wird, . Vortheile über da» spanische Geschwader zu erringe», und jeder i Tag kann die Nachricht von einer Seeschlacht in den cubanischen Gewässern bringen.

blick und stellte in sachlich klarer Weise die Ausgaben der Frauen­arbeit fest. Alle Diejenigen aber, welche jene Generalversammlung besuchten, »ahmen die Gewißheit mit hinweg, nachdem sie durch die Verhantelungen einen Einblick gewinnen konnten in die rastlose, un­ermüdliche Arbeit jener Frauen, welche durch Wort, Schrift und That für die brennende Nothwendigkeit einer besseren Ausbildung des weiblichen Geschlechts eintreten, daß trotz aller Hindernisse, die Einsichtslosigkeit, Gleichgültigkeit nute blindes Vorurtheil diesen Por» kämpferinlicn in den Weg legen, hier eine lebenskrästige, weil aus den ernsten Forderungen nuferer Zeil ruhende Vorarbeit für eine bessere Zukunft de» weiblichen Geschlechts geleistet wird.

Für griegervcrtiite. Ter Kaiser hat bestimmt, daß in den Fahnen der Kriegervereine, wenn solche mit dem Reichsadler geschmückt werden sollen, dieser in Zukunst nur ohne Ordenskette zuznlasscii ist.

-o- Pflngsiuerkcyr. Auf der Rheinbahn wurden am Samstag und den beiden Pfingstseierlagen rund 12,000 Fahrkarten aus- gegeben, wovon 60 pCt. auf die Schmalbacher- und 40pCt. auf die Rheingau-Linie entfallen. Die Straßenbahnen batten, wie bereits erwähilt, einen gewaltigen Verkehr zu bewältigen. Während der beiden Pfingsttage wurden befördert: auf der

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Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. Rcclameu die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

Aus Stadl und Land.

Wiesbaden, 1. Juni.

Bulletin <iuo Luxemburg vom 31. Mai, Morgens 11 Uhr 43 Min.:Befinden Seiner Königlichen Hoheit des Groß­herzogs besser; Nacht gut, fieberlos, Appetit kehrt zurück. Leib­arzt Dr. Koch. Dr. Alesch. Bis auf Weitere» Bulletins alle 2Tage."

d. Uom Iuui. Der Wonnemonat Mai hat keine Wonnen gebracht, im Gegcntheil, hier und dort eine kleine Überschwemmung, gewaltiges Hagelwetter und Siegen, nichts als Regen, sogar theil- roeife verregnete Pfingsten. Dort freilich, wo man von Ucber- schwemmung und Hagel verschont blieb, hat der unendliche Regen weiter keinen Schaden angerichtet. Das Getreide steht ansnahms- toeife gut, da» Grüusutter und das Wiesengra» istfett", die Obst- bäume zeigen ein dunkler Grün, kurz, er ist ein glückliche« Gedeihen in der Natur, das dem Ange und dem Herzen des Beschauenden innige Freude bereiten kann. Nicht so natürlich dort, wo Hagel und Wasserfluthen wiitheten. Unsere Wiesbadener Gärtner wissen ja davon bekanntlich auch ein Stücklein zu erzähle», hoffent­lich aber wissen sie aus teer üblen Erfahrung auch eine Lehre zu ziehen, nämlich die, daß fie ihre Pflanzungen rc. gegen Hagel versichern. Mau darf auf die Gntniüthigkeit de« Wetters nicht zu sehr bauen leicht nimmt c» uns bann bei Gelegenheit am Ohr uud zeigt uns, daß man gerade nicht sehr vernünftig gewesen ist, wenn man sich von jahrelangem Glücke in ruhige Sicher­heit lullen ließ und die paar Mark PerstchernngSgelder sparte. Ver­sichert Erich gegen Hagel I Leider noch viel zu wenig wirte von solchen, die durch Hagel schwer geschädigt werden können, diese Mahnung beherzigt. Also war der Mai alle« Andere eher als eine Wonnemonat. Und nun der Juni. Vielleicht bringt er die Wonne», die der Mai nicht gebracht hat, vielleicht aber auch nicht. Denn nach Falb, dem großen aber njcht unfehlbaren Wetterpropheten, verregnen auch von bei» Juni so ziemlich zwei Drittiheile, und von diese» wird das zweite sogar »och sich durcherhebliche Kälte" charaklerisiren. Eine nette Aussicht! Im Juni, in dem man gewöhnlich beim Spazierengehen, ja sogar in teer Stube zu schwitzen pflegt, von Kälte zu reden, bei teer in den Alpen Schneefälle eintreten sollen! Wenn cs so kommt, wie Falb sagt, daun kann das Jahr 1898 »och ein wunderlich Jahr werde», und auch ein solches, von dem die Bauern sagen, daß es ein schlechtes fei.Wenn kalt und naß der Juni war, verdirbt er meist das ganze Jahr, aber Juni trocken mehr als naß, füllt mit gutem Wein das Faß" sagen die Bauern­regeln.Verfinsterte Sonn' in der Kornblüthe," sagen ffe ferner, teer liebe Gott die Frucht behüte. Eine merkwürdige Regel ist die:Ist der Juni warm, und » und kalt »nte trocken, daun giebt es in die Milch zu brocken". Vor bent Johannistag darf es noch regnen, aber nicht nachher, weil der Regen daun ungelegen kommt der Feldarbeit. Nach Johannis darf der Kuckuck nicht mehr schreien, thät er'? dennoch, so gieblS Mißwach» und theuere Zeit. Am Johannistag Stegen, giebt viel Körner in den Sack, regnet es aber am St. Medardtag, dann regnet es vierzehn Tage ober, wie weiter behauptet wird, gar sechs Wochen lang. Steife Erdbeeren um Pfingsten sollen ein gutes Weinjahr vorausseheu lassen, und Peter und Paul machen dem Korn die Wurzeln faul; der Halm beginnt sich dann gelb und gelber zu färben die Ernte stehe nahe vor der Thür. Das ist in der Hauptsache, was sich teer Bauer an Siegeln für den Juni zusammengedichtet hat. Es läßt sich ungefähr daraus ersehen, wie man sich Juni-Welter wünscht; wie es aber werden wird, da« gilt« abzuwarten.

Level» Frauenbildung (gauptsih Wiesbaden). Die Generalversammlung des VereinsFrauenbilbung", dessen Hauptsitz Wiesbaden ist, hat unter zahlreicher Betheiliguiig von Delegirten au» allen Abtheilungen de» über ganz Deutschland verbreiteten Vereins vor Kurzem in Frankfurt a. M. ftattgefunben. Die Stadt Frankfurt ist den auswärtigen Gästen auf das Liebens­würdigste und Gastlichste begegnet, und die erst feit wenigen Monaten dort gegründete Abtheilung de» VereinsFrauenbildung" hat daselbst über 100 Mitglieder getoouucu. Die Berichte, die über das erfreuliche Wachsthnm und das rege Leben des Vereins von den an» alle» Theile» Deutschlands herznaereisten Vertreterinnen und Vertretern des Vereins ans Königsberg i.Pr., Berlin, Hannover, Wiesbaden, Heidelberg, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Baden- Baden in den geschäftlichen Sitzungen gegeben werde» koniiteii.

zeigten, wie die Vereinsbestrebnugen, de» Frauen eine vertiefte und erweiterte Bildung zugänglich zu machen, auch in weiteren Kreisen immer mehr SBürbigung finden, sowie auch, daß.da» besondere Ziel teer Vereilisthätigkcit, durch Gründung von Mädchcugymnasien die Begabten de» weiblichen Geschlechts für höhere Berufe vorzubereiten und geschickt zu machen, als zeitgemäß und berechtigt immer mehr anerkannt wirte. Es fand auf teer Frankfurter General- versammluug die Verschmelzung de» hiesigen Verein»Frauenbildung" mit dem VereinFraiienstliteium" statt, welcher letzterer techiiisch und sachlich mit dem VereinFrauenbildung" absolut die gleichen Prinzipien vertlitt, aber als teer kleinere der beiden Vereine sich dem größeren anschloß. Es wurde nach dieser Vereinigung der Name 5 rautn teilten ng- g raueuftubiu m" angenommen und Fräulein Dr. v. Dvemmiug - Wiesbaden al» Prästdelitin des Gesammt-Vereins wiedergewählt. Fräulein Dr. Augspurg, die frühere 1. Vorsttzende des Verein»Frauenstubilim", wurde zur 2. Vorsitzenden der Gesammt-Vereins erimnnt. Hanptsitz be» Vereins ist »ach wie vor Wiesbaden. Es wurde beschlossen, in Karlsruhe, wo das vom Verein mit der Stadt gemeinsam erhaltene 1. deutsche Mädchengymnasium sich befindet, unter der Leitung einer pädagogisch tüchtige» Dame ein Internat zu errichten, bas den von auSwart» kommenben Schülerilinen des GhinnasinmS Aufnahme gewähren soll. Der Pensionspreis ist auf 600 Mk. benieffen, mithin so, daß e» auch weniger bemittelten Familien möglich sein wird, ihre Töchter irt Karlsruhe ausbilden zu lassen. Es ist zu erwarten, daß diese Ein­richtung den Besuch des Gymnasiums sehr heben wird; viele Eltern werden sich eher entschließe», ihre Töchter im jugendlichen Altet von Hause wegzngeben, wenn sie sicher sein dürfen, daß die Mädchen geistig und körperlich gut geleitet und beaufsichtigt werden. Für Mädchen, die den Beruf der Erzieherin ergreifen wollen, ist die Keinitniß der Mathematik und der alten Sprachen von großem Werth; sie befähigt sie, Kinder biS z» irgend einer höheren Gymnasial- klaffe im Hanse zu unterrichten, wa» ihnen für Stellungen auf dem Lande ober in kleineren Stabten einen besonderen

40. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs-PreiS: durch den Verlag 60 Pfg. utonatlich, durch die Post 1 Mk. «O Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.