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1898.
Samstag, den 21. Mai
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Fernsprecher 9io. 52.
Fernsprecher No. 52.
Morgen-Ausgabe
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eniuS zur Feier des 50-jährigen Bestehens des
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lichkeiten des Fußballspiels verzichteten, schlossen sich zum bunt gemischten Kreis« zusammen, um verschiedenen anderen Spielen zu
kommen.
* Sonntag, den 22. Mai, wird die dritte diesjährige Hanpttonr des „Wiesbadener Nh ein - und Taunus-Klub" nach dem Westerwald ausgesührt und zwar wie folgt: Abfahrt 5 Uhr 25 Min. vom Hessischen LudwigSbahuhof mit Sonntagsbillet Limburg. Bon Limburg aus mit Netourbillet nach Frickhofen, Ankunft daselbst 8 Uhr 32 Min. Hier beginnt der Marsch: Zunächst zur Dornburg, die die Gegend weithin beherrscht. Sie ist ein vnlkauischeS Gebilde; in den Spalten der Basaltlava, die in Stlinbritchen vielfach er
schlossen ist, findet sich hier ewiges Eis, ein großartiges Natur- “.....5_'".....v märmer der Sommer, desto stärker ist die Eis-
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Drrrino - Anchvlchken.
»Utae fa<t>II4e e«ri<6lr werde« b-reitwiMgs« unter dieser Uedergprift aufgtnommen.
♦ Der Ausflug des „Evangelischen Männer- und Jünglings-Vereins" am Himmelfahrttage fand unter lebhafter Betheiligung von Mitglieder» und Gästen statt. Einen größeren Theil der Zeit nahmen die beliebten Fußballspiele in Au- spruch, woz» die Waldweg« bei den ^Herren-Eichen" ein geeignetes Terrain boten. Die Familietiaiigchörigen. welche auf die Annehm»
Silznng der Stadtverordneten
vom 20. Mai 1898.
Anwesend find unter dem Vorsitz des Herrn Landcsbank- direltors Reufch 36 Mitglieder des Kollegiums, Seitens des Magistrats die Herren Bürgermeister Heß, Beigeordneter Körner, Beigeordneter Mangold, sowie Herr Stadlrath Bickel, ferner Herr Obcrsckretär Rosa lew Ski al« Protokollführer.
Vor Eintritt in die veröffentlichte Tagesordnung giebt der Herr : Vorsitzende Kenntniß von einer Einladung des Herrn Professors
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Aitzeigen-PreiSt
Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. — Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., siir Auswärts 75 Pfg.
in ihr behandelt werden, eine nennenSwcrthe Entlastung für unser städtisch«? Krankenhaus bedeute, statt der bisher bereits zug-wendeten städtischen Unterstützung von 500 Mk. jährlich eine solche von 1500 Mk. zu bewilligen.. Da der Antrag nicht auf der Tagesordnung stand und die zur Bcschlußnahme nolhige Dreiviertelstimmcnheit nicht erhielt, konnte nicht über denselben verhandelt werde».
Die Vorlage, betreffend Aenderung der Bestimmungen über die Pensionskasse des Kurorchesters, wird dem Finanzausschuß überwiesen.
Den Hinterbliebenen des verstorbenen Bureaubeamten am Gas- und Wasserwerk, Joses Wagner, wird eine ausnahmsweise Gehaltszahlung von 160 Mk. bewilligt.
lieber de» Fluchtliiiienplan der verläitgcrten Delaspöestraße und d er Herrnmühlgasse berichtet Herr Kalkbrcnner. Die projektirte Straße beginnt an der Herrnmühlgasse und mündet an dem projeltirten Neubau der höher«» Töchterschule. Die Breite von durchschnittlich etwas über 8 m wird als hinlänglich ausreichend erachtet. Herr Bürgermeister Heß verliest eine von dem Lchrerkollcginui der Höhere» Mädchenschule unterzeichnete und dem Magistrat erst in letzter Stunde zugegaugeue Eingabe, in welcher das Kollegium ersucht wird, vorerst von einer Bcschlußuahme in dieser Angelegenheit abzusehen, die Fertigstellung des Neubaues abzuwarten, damit nicht etwa später der Verkehr aus der Straße den Unterricht belästige. Da jedoch in dem Theil der Schule, an welchem die Straße vorbeisiihrt, kein Lehrzimmer sich besindc» werde, und also der Unterricht linkt dem Straßen- lärm nicht allzusehr zu leide» haben wird, auch die bereits so weit gediehene Sache nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, wird der Fluchtliuienplan, so wie ihn der Bauausschnß gutgeheißcn hat, genehmigt.
Der Fluchtlin ieu p lan für das Gelände zwischen S ec- roben st raße, Lahn - und verlängerter Westendst raße (Berichterstatter: Herr Kalkbrcnner) wird genehmigt.
Der Tanschvertrag mit Herr» Dr. Dreher wegen Negulirung der Fluchtlinie der Sch ube r tstraß e wird dahin geneüniigt: Herr Dr. Dreyer läßt der Stadt ein Gelände von 65,25 qm ab und erhält dafür von einem Feldweg 72 qm. Für das Mehr von 6,75 qm zahlt Herr Dr. Dreyer den Preis von 121 Mk. 50 Pf. oder 450 Mk. pro Ruthe.
Den Bericht des Finanzausschusses über ein Gesuch des Herrn Schwank und Genosse» wegen Erwerbung einer Fe l d w eg - fläche zwischen Herderstraße und Kaiser Friedrich-Ning erstattet Herr Knefeli. Danach soll an die Gesnchsteller eine Vanfläche von 4 ar 96,50 qm zu dem Preise von 16,483 Mk. 80 Pf. abgegeben werden. Vom Finanzausschuß empfohlen wird der Berkaus genehmigt.
huldigen, bis das drohende Gewitter die Ausflügler zum Aufbruch mahnte. Nach einer kurzen Waldaudacht wurde der Heimweg an-
getrclen. Der nächste Ausflug findet morgen, Sonntag, Nl
2'/, Uhr, statt. Sei ungünstiger Witterung ist gesellige Versammlung int Vereiuslokal (kleiner Saal des Evangelischen Vcreinrhauses). Gäste, besonders junge Leute, die hier fremd find, sind stets will-
»o. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. — BezngS-PreiS: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. <»ö Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusamntcn.
Aus Stadt und Amid.
Wiesbaden, 21. Mai.
— Prrsonal-Nalhrlcht<n- Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen trafen gestern zum Besuche der Fran Prinzessin Luise von Friedrichrhof hier ein und kehrte» nach der Mittagstafel wieder dorthin zurück.
— Ans der Magistraiositzung vom 18. Mai 1898. Der Verein für Fencrbestattuug hat den Magistrat gebeten, in Euwägung zu ziehen, ob es möglich und angczeigt sei, aus städtischen Mittel» ein neues Colnmbarium zu bauen, da da? alle, im Jahre 1895 errichtete bereits über die Hälfte besetzt sei und in absehbarer Zeit ganz gesüllt sein werde. Außerden, bittet der Verein, einen Theil des neuen Friedhoses in kleiucreu als Gräberabschnitten für die ober- und unterirdische Beisetzung von Aschen- urnen zu bestimme». Der Magistrat hat im Prinzip gegen diese ihm unterbreiteten Wünsche nichts cinznwendcn und «rsucht die FricdhofSdcpntaiiou, die erforderlichen Pläne und Kostenanschläge vorzulegeu. — Der von der Baudeputntion empfohlene Entwurf eines neuen Fluchtliuienplan cs für die Mainzerstraße, fowie derjenige einer neuen Straße an der Schönen Aussicht werden vorbehaltlich der Zustinmiung der Stadtverordneten genehmigt. — Mit der Vertretung des Magistrats bei der landcs- polizeilichen Abnahme der S tra ß e nbahn strecke Lindeuhof- Platterstraße, die am 26. Mai stattsindet, werden die Herren Stadtrath Bartling und Ober-Ingenieur Richter beauftragt. — Ein vom Magistrat der Stadt Biebrich gestellter Antrag, betreffend die Anlegnug einer 16 Meter breiten gemeinschaftlichen Stra ße, die von der Schiersteiner Straße in südlicher Richtung läng« der Gemarkungsgrcnze abzweigcn soll, wird der Fluchtlinicn- deputatiou zur näheren Prüfung überwiesen.
-o- Kirchliche». Die Wahl de» Pfarrverwalters Pfarrer Krämer in Dörsdorf bei Katzenelnbogen zum definitiven Pfarrer daselbst hat die amtliche Bestätigung erhalten.
— Inr Nrichstagsmahl. Der Werth einer guten Partei- Organisation wird im „Vorwärts" folgendermaßen veranschaulicht: „Wir unterschätzen gewiß nicht den Werth einer gedankenreichen, zündenden, begeisternden Rede. Allein ein gut vertheilteS, das heißt allen Wählern zugänglich gemachtes Flugblatt ist bester als die beste Rede, die günstigsten Falles nur von einem vergleichsweise kleine» Theile der Wähler gehört werde» kann. Dar sagt Jedem der gesunde Menschenverstand. Die Verthcilnng der Flugblätter ist aber Sache der Organisation. Und wenn der österreichische Feldmarschall vom Krieg sagte: was wir brauchen ist erstensGeld, und zwcitenrGeid, uud drittens Geld, fo sagen wir vom Wahlkampf: Was wir brauchen, ist erstens Organisation, und zweitens Organisation, und drittens Organisation. Geld ist natürlich auch von Nöthen. Doch wenn wir die Organisation haben, dann habc» wir auch Geld. Also nicht auf „bekannte" oder gar „berühmte Redner" gebaut, sonder» auf die eigene Kraft! Selbst ist der Mann! lind Organisation, Organisation und nochmals Organisation! —" Diese Aussührungen sind vollständig zutreffend und für alle Parteien gleich bcherzigeurwerth.
— Klein» Notizen. Der vom Nerothal — vor demStein- bruch Speyerslach — nach der Feisengruppe führende Fahrweg, welcher infolge des letzten llitwetters stark beschädigt worde» ist, wird behufs Wiederinstandsetzung auf die Dauer der Arbeit für denFuhr- verkchr polizeilich gesperrt.
bildnng, hcrvorgerufcn durch den die Felsspalten durchziehenden eisigen Luststrom, der bei warmem Wetter umso stärker wirkt. Im Tanucugehölz der Dornburg befindet sich eine Wirthschaft, die zur Frühstücksrast einladet. Nach halbstündiger Rast geht cs auf dem BergeSrücke» wcitcr zur BlasiuSkapellc, die eine freiere Aussicht über die Gegend von Hadamar und die Lahnberge bietet wie die Dornburg; dann stets ziemlich auf der Höhe bleibend, meist durch schattigen Wald, durch den kleinen Weiler Girkenroth nach der Weltersburg, einem Aussichtspunkt ersten Ranges, mit Nundsicht nach Taunus-, Eifel-, Siebengebirge und dem hohen Westerlvald. Heber Salz, das in geschützter Lage zwischen Obst- haincn freundlich daliegt, geht es an dem Naurother Hof — eigentlich eine alte Wasserburg — und Bilkheim vorbei nach dem stattlicheren Flecken Wallmerod, wo bei Gastwirth Hutter um 1 Uhr zu Mittag gegessen tuirb. Um ‘/i3 Uhr, nach 1 "--stündiger Rast, . geht der Marsch weiter übet den Eichberg, mit prachtvoller Aussicht nach dem herrlich gelegenen Molsberg, — es liegt da» Alles nahe zusammen und von hier in 1 Stunde 20 Mi», nach Hadamar, von wo nm 4 Uhr 40 Min. die Rückfahrt erfolgt. Zwischen Ankunft in Frickhofen und Abfahrt inHadamarlikgen8Stuudeti Zeit. Die Marschzeit beträgt5 Sluudeu; sollte aber „der Eine ober bet Andere" die Ruhepausen nicht für ausreichend halten zur Stillung seines Durstes, so kann et bei einem 2-stündige» Aufenthalt in Limburg noch Alles nachholcu. Die Rückfahrt erfolgt der Abwechselung wegen nm 7 Uhr 16 Miu. ab Limburg über Diez und durch das hübsche Aarthal; Wiesbaden wird um 9 Uhr 42 Min. wieder erreicht. Die Tour, die durch den schönsten und reichsten Theil des vorderen Westcrwaldes führt, ist, da größer« Höhen nicht zu ersteigen und die Wege gut find, ganz und gar nicht anstrengend; die Fahrkosten betragen 3. Klasse 3 Mk. 40 Pf. — Gäste sind willkommen, werden aber gebeten, sich vor Abfahrt dem Vorsitzenden des Klubs, Herrn L. Schweuck, der dieses Mal die Führung übernommen hat, vor- zustej^n.
— Kierstadt» 19. Mai. Die im Jahre 1889 gegründete „A llgem eine Sterbekasse" hat den Zweck, den Hinterbliebenen «ine einmalig« Geldunterftütznng ansznbezahlcu. Diese Unterstützung beträgt fo viel mal 50 Pfennig, als der Verein am Sterbetag« zahlnngspflichtig« Mitglieder zählt. Gegenwärtig beträgt die Mitgliederzahl 282. Der Sleibebeitrag ist auf 50 Pf. für jede» Mitglied festgesetzt. Zur Bestieilnng der Verwaltungskosten wird ein Qnartolsbeitrag von 25 Pf. erhoben. Das Eintrittsgeld beträgt für Personen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren 1 Mk., von 25 bis unter 35 Jahren 3 Mk., von 35 bis unter 40 Jahren 6 Mk, und von 40 bis unter 45 Jahren 12 Mk. Seit bei» Bestehen des Vereins sind 5248 Mk. Slerbereute gezahlt. Am Samstag, den 21. d. M., Abends 9 Uhr, hält die gcnanute Kasse ihre statutenmäßige Geucralversainmlung im Gasthaus „Zur Sonne" hierselbst ab und wäre sehr zu wünschen, daß durch Zutritt »euer Mitglieder der Zweck der Kasse gefördert werde.
— Lt in buch, 20. Mai. Die auf den Himmclfahr ttag anberaumte W ähle r-Ler sa m m lung auf der Hilhnerkirche war an» den umliegrnd.il Orlschasten außergewöhnlich stark besucht. Oberst- licuiennnt Wilhelmi gab einen lieberbüct über bi« Kandidaturen der Regierungsbezirks Wiesbaden. Im ersten Wahlkreis sei «in Landman» und Mitglied des Bundes der Landwirthe, Westeniacher, von der nationalliberalen Partei ausgestellt. Der Bund der Land- wirthc und die Konservativen hätten ihm die Unterstützung zugesagt. lieber den zweiten Wahlkreis spreche er zuletzt. Der drille Wahlkreis sei bisher die unbesttilteue Domaine des Centturn». Im vierten Wahlkreis hätten die Nationalliberalen den Fabrikanten Schaffner aitsgestellt. Der Bund der Laudwilthe habe den Laude Wirth Hatzmann-Niederncis« ausgestellt, dessen Kaudidalur die Konservativen des Oberlahnkreise» unterstützten. Den fünften Wahlkreis habe bisher der nationalliberaleAmtSiichtcr Hofmaun-Rerinerod vertreten. Derselbe habe sich zum Ausruf der wirthschaftlichen „Sammlung" bekannt. Im sechsten Wahlkreis, Stadtkreis Frauksurt, habc man wenig Einfluß. Im zweiten Wahlkreis sei vom Bund der Landwirthe Herr Brand-Netzbach aufgestellt, welcher indeffen die Kandidatur abgelchut habc. Der Kandidat Dr. Hardtmuth sei einer Partei entnommen, welche die Nothlage der Landtvirthschast anerkenne und bereit sei zu helfe». Dr. Hardtmuth entwickelt« darauf sein den Lesern bekanntes Programm. Nach kurzer Debatte zwischen Sozialdemokraten uud Kandier schloß der Borsitzeude gegen 6 Uhr die Versammlung.
* Zomburg v. d. S„ 18. Mai. Von den Verhandlungen der hier versammelt«» Landräthe der Provinz Hessen- Nassau verlautet, daß sic sich namentlich mit den AuSsührungS- bestimniuilgen der neuen Landgemeinde-Ordnung beschäftigt haben. Es wurde ferner beantragt, fortan jährlich eine solche Versammlung abzuhalten, und als deren nächster Vorort Schmalkalden genannt Am Nachmittag besuchten die Landräthe das hiesige Saalburaniuseitm und unternahmen einen Ausflug nach der Saalburg im Tamm». An dem Diner im Kurhaus nahmen 45 Herren Theil. Da» von der Kurdirektton vorgesehene Feuerwerk mußte de» schlechte» Wetter» wegen ausfallen, dagegen fand Doppclkonzcrt statt, und e» sprang die Leuchtfontaine. Heute früh fnhren die hier verbliebenen Herren zum Feldberg und werden bei ihrer Rückkehr in Schloß Friedrichs« Hof die Gartenanlagcn der Kaiserin Friedrich besichtigen.
* Worin», 18. Mai. Im Maschineubause der Kaffee-Surrogat- Fabrik von Pfeiffer und Diller in Horchheim bei Wonn» brach heute Morgen gegen 4 Uhr Feuer an». Der Brand selbst blieb auf die Fabriklokalitäten beschränkt. Da» rasche Eingreifen der Horchheimer Feuerwehr, der sich später die Wormser zugefellte, verhütete ein Umsichgreifen de» Feuer», dem durch reiche» Benzl» vorratd reichliche Nahrung geboten war.
für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. — Für die Ausnahme später eingereichter Anzeigen zur -(JUHlUljHir nächstetschcinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.
j chemische» Laboratoriums am 25. und 26. d. M. — Die neuen | Fluchtiiuienpläne für di« Mainzerstrabe und die Schöne k Aussicht nebst einem Baugesuch des Herrn F. Braidt werden | )tm Bauausschtiß zur Vorprüfung überwiesen. — In die ver- l ösfentlichte Tagesordnung eintretend, berichtet Herr Birk - Namens des Banausschuffes über das Baugesuch der Herren t Blum, Schmidt und Berger wegen Errichtung einer Doppel- k Villa an der Aarstraße. Ans Antrag des Ausschusses wird das I Gesuch unter de» vom Magistrat festgesetzten Bedingungen genehmigt, k Insbesondere wird die Vorgartenbrcite, wie im netten Fluchtlinien- plan vorgesehen, von 3 auf 5 Bieter erbreitert und den Grsuchstellern B di« Kosten der ganzen Straßcnbreite dis zum jenseitige» Bordstein auferlegt.
lieber die Magistratsvorlage, betreffend die künstlerische MAuSschmückting des Festsaales im Rathhaus, berichtet M Herr Dr. Heyman Namens der besonderen Kommission. Nachdem fc die Stadtverordneten-Versammlung die nöthigen Kosten bewilligt | hatte, berieth die Kommission in mehrere» Sitzungen über die Details | der Malereien. Bekanntlich sollen auf den Schmalseiten des B Saale» die Bilder des jetzigen regierenden Kaisers und I der Kaiserin und auf der Langstite diejenige» des Kaisers E Wilhelm I., Kaisers Friedrich, Kaisers Adolf von Nassau und I des letzten Herzog» von Nassau, des jetzigen Großherzog» Adolf von Luxemburg, angebracht werden. Nachdem mm letzterer auf eine dies- M bezügliche Anfrage unzweideutig zu verstehen gegeben hat, daß er M nicht wünsch«, auf dies« Weis« im WieSbad«n«r Ralhhans verewigt 1 zu fein, entschied sich die Mehrheit der Kommission für den Prinzen I Wilhelm von Oranien. Die Minorität plaidirte für den Herzog E" Wilhelm, der Baler des Herzog» Adolf, wogegen die Majorität ein« t wendete, daß, wenn letzterer sein Bild nicht imRathhaussaale wolle | hängen haben, «S ihm auch nicht recht passen würde, seine» Vater dort verewigt zu sehe». Weiter wurde eingcwendct, daß, f da die übrigen Fürsten in Uniform gemalt, dies auch ■I bei Herzog Wilhelm geschehe» müffe, die Uniform seiner Zeit r aber nicht schön anrsche. Wenn auch unter Herzog Wilhelm viele | VerwaltungSreformen stattgefunden hätte», so wäre er doch nicht allein die Ursache davon gewesen, sondern er hätte W das Glück gehabt, tüchtige Staatrräthe, wie Marschall uud Jbell, i zu habe», uud diese» käme der Löwcnautheil zu. Aber wolle man aus M Nassau einen berühmten Fürsten verherrlichen, so müsse man Wilhelm M von Oranien wählen, der doch als einer der größten Staatsmäimer l aller Zeiten gelte. Der Herr Referent fährt dann fon, daß die von Herrn F C. ffögier eingereichten Skizzen für bi« Umrahmung der Kaifer- v bilder auf den Schmalseiten unverändert genehmigt worden seien, E sie solle» nur kräftiger in der Farbe aufgetragen werden. Die Fenster des E Saales wer de», um eine einheitliche Strnmumg zu erwecken, mitWoppen | rind Butzenscheiben verziert. Herr Thon spricht sich dahin au», e die Parität hochzuhalten. Man dürfe Nassau nicht vergessen. | Daß die Uniform des Herzogs Wilhelm nicht schön ans- M gesehen, sei. kein Grund, von ihm abzusehen, und roa» die t Räthe anlange, so hätten auch die jetzigen Fürsten Riithe, die E; ihre Geschäfte besorge» müßten. Herr Kalkbrenncr theilt die | Auffassung des Herrn Thon, er möchte gern wissen, ob eS nicht doch | noch zu ermöglichen wäre, das Bildniß de» Herzog» Adolf U. cinznbrruge». Vielleicht könnten etwaiger Groll ober Differenz«» B beseitigt werden. Es wäre der Wunsch aller Naffauer, daß »Herzog Adolf im Naihhan» verewigt würde. Herr Professor Güth bezeichnet die gegen den Herzog Wilhelm angeführten ! Gründe als nicht stichhaltig und weist in längeren Ausführungen t nach, daß Prinz Wilhelm von Oranien in jungen Jahren noch den I Niederlanden gegangen, dort Großes geleistet, der Begründer bet k Nieberlänber Freiheit fei und bie Niederländer Ursache hätten, ihn l z» feiern, aber nicht die Nassauer. Dem Herzost Wilhelm dagegen ! verdanke Nassau und insbesondere Wiesbaden viel, wie Redner im r Einzelnen nachweist. Darum sei sein Andenken auch heute »och s lebendig. Herr Rcusch möchte Gewißheit darüber haben, ob Groß- i Herzog Adolf sich ausdrücklich dagegen ausgesprochen habe, daß sei» ! Bildntß im Nathhause aufgehängt werde, oder ob der Platz dafür i offen gehalten werden könnte. Herr Bürgermeister H c ß erwidert f darauf, daß der Magistrat auf eine diesbezügliche vertrauliche | Anfrage eine ablehnende Antwort erhalten habe, die deutlich E erkennen lasse, daß eine erneute Anfrage nicht thnnlich sei. I Der Magistrat habe dem Bildniß de» Prinzen Wilheln zu- E gestimmt, weil dieser eine große historische Persönlichkeit sei. I Er, Redner, würde den Herzog Wilhelm auch lieber sehe». Herr | Dr. Alberti betont, daß es sich hier in erster Linie ■ nur um Verdienste nm die Stadt und da» engere Vaterland I handeln könnte. Die Verdienste Herzog Wilhelms um die E Stadt Wiesbaden ließe» diesen durchaus würdig erscheinen, I verewigt zu werden. Für bie Verherrlichung geschichtlicher k Männer gäbe es andere Gelegenheiten. Vielleicht ließe sich später r noch einmal der Gedanke verwirkliche», auch den Herzog Adolf t zu verewigen. Darauf wird der Antrag der Kommission mit der - Modifikatio» des Herrn Güth, an Stelle dc» Prinzen Wilhelm den | Herzog Wilhelm zu setzen, fast einstimmig angenommen.
Die Magistratsvorlage, betreffend die Vermehrung dc» ärztlichen, I sowie des Pflege- und des Dienstpersouals im städtische» I Kra nkenhause, wirb bem Finanzauzschuß überwiese». Herr I Heide gab dabei anheim, in Erwägung z» ziehe», ob sich nicht die | Einrichtung eines mcdico-mechanischcn Instituts im hiesigen Kranken» s hause empfehle. In Ermangelung eines solchen seien z.B. die BerufS- | genofsenschasten jetzt häufig gezwungen, ihre Kranken »ach Worms und l noch weiter zu schicken. Herr Beigeordneter Mangold bemerkt F hierzu, daß bereits ein ähnlicher Antrag von einem Mitglied der | „Gemeinsamen Ortskrankenkasse" eingegangen sei, welcher eben bie | KrankenhauSbeputation beschäftige. Herr Hcnzel bringt einen E Antrag vor, der Poliklinik in ber tzelenenstratze, deren Bestehen
r fast lediglich von wohlthätigen Unterstützungen abhängig gemacht
| fei und bie, da eine große Anzahl armer Kranken jährlich
