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W'MrsiurEvsi, ‘Sjg- ei, ParTBiHS L Co r--" ♦, M,,.XL >ein biffisitihnsBte etniingen. voa "den

Gemälde von Pros. N. D eiter S-Diifseldorf: „Prozession durch die Haide" betitelt. Die Landschaft, durch welche die baarhSuptiaen ProzessionSgäuger in gewundener Linie schreiten, unter der bedeckten ober doch leuchtenden Luft, in weiche die bunten Sircheusahrm« »ud Banner die Contonren der Landschaft überschneiden, wirkt räumlich weit unb tief. Das Haidekrant blüht und giebt dem Teruaiu jene violetten Töne, welche die einzelne Haideblume in so mtzückruder Zartheit aufweist, und die sich in summa leise in den bläulichen Tinten der Ferne verlieren. DaS ganze Bild ist in der bekannte» Art des Künstlers liebevoll durchgesührt und gemalt. Außerdem sind von Hosjuwelier Paul Zeige« Berlin eine Anzahl ungemein feiner. künstlerischer Goldarbeiten ausgestellt. — In .Saugers Kunstjalon" sind die neulich angekündist-n übrigen Gemälde Günther-MeltzerS erschienen. Sein« „Tempel- stätte Girgenti" zeigt bei seinen Tönen eine etwas dekorative, aber als solche angenehm wirkende Mache. Zu dem Gemälde „Eine Grabstätte der Griechen" fällt un» besonders die etwas zu gewagte Technik der Luft auf, welche, stark pastoS aufgetragen, selbst in erlaubter. Nähe noch zu roh und materiell wirkt — und mi au» größerer Entfernung — in der allerdings darr» die Emzelyerte» des Bilde» verschwinden — fliuimerig wirkt. Das Gemälde „Palermo" meist eine ähnliche, aber nicht so ausdriugliche Technik aus, und der „Abend" (Motiv aus Potsdam) ist endlich da»- jeuige Gemälde, in welchem wir in der Güte den Maler de» zuerst ausgestellten — jedenfalls des besten der Werke: „Strand an der norwegischen Jüdküste" wiedererkennen. Da», Bildchen wirkt naturunMUkelbar, einfach in der Technik und befriedig! den Be­schauer mehr als jene eben besprochenen Atelier - Kunstnucke. P. v. Ravensteins -Karlsruhe „Straßenleben in Venedig" wirkt sriich und luftig durch die bunten Töne und bringt — neben guter Zeichnung — ein sonniges Stückchen aus dem italienischen Volks­leben zur Anschauung. Ebenso ist „Mondnacht in Venedig" von demselben Maler ein gute OualitSteu aufweisende« Gemälde. L. G.

* Frankfurter Htadtthratrr. (Wochen-Spielentwurf.) Opernhaus. Sonntag, den 1 Mai, Nachmittags 3Ä ugt: „Orpheus in der Unterwelt. Abend» 7 Uhr: „Mignon".

Fräulein v. Peific al» Gast Montag, den 2.: Geschlossen. Dienstag, den 3.: „Zugs". Mittwoch, den 4.: „Komas- linder" Donnerstag, de» 5.: „Fra Diavolo . Freiiag^den 8.: ,A Busso Porto". .Der vti«M,» SlltSWt". Samsts-

Aus KuuA uud Kebe«.

* ßöutgttche schonspiel,. Auf vielseitige» Begehren wird »«nstag, den 3. Mai, bei ausgelobeuem Abonnement, eine Wieder- reinug der Oper „Der Bardier von Sevilla" in derselben Besetzung, wie fle bei Gelegenheit der Anwesenheit Seiner Majestät de» Kaiser» und König» zur Aufführung kam, erfolgen. Dir Hauptrollen haben übernommen: Miß Mary Howe, die Herren Kammersänger Bnfs-Gießen und Hofopernsänger Komer van dem Sroßtzerzofl.icheu Hoftbeater in Mannheim, ■Mrbi« Herren Schwegler und Rudolph.

„ * Mesvadener Sanftste. Neu ausgestellt: Z. Knoop, „Sisrocogenre", Heinr. Deiters, .Prozession durch die Haide"; ferner «rsß« Ausstellung des Herrn Ho'uwel.er» Paul Telge-Berlin: „Der Rwg des Frangipani", „Der ßoldschniuck des Westgoihenkönig» ^ih«krich", „Der Goldschmuck von Hiddenjö«" rc. Anfang kommender W«he trifft eine große äußerst lereffanle Kollektion von Professor (17 Werke) ein, ferner 6 iroße Werke von Anton v. Werner, •"bfr btt inben Monaten Mai li» Juli zur Ausstellung gelanaendeu «erke ist ein eigener Katalog erschienen, der an der Kaffe käuflich ist.

* Kno den Kunflanssteiungen. Der „Nassauische Knnst- dni-.lweicher seine Aurstellnrgrräume in der „Konigl. Gemälde- s^rü" 14 Tage geschloffen satte, eröffnet dieselben wieder am und wir finden vor aller anderen ein vorzügliche» Gemälde

Professor A. Holmberg, we ches mit der zweiten Medaille aus- Wrtchuet worden ist. Das W; ist betitelt: „Heraldiker" und zeigt Atu bä bereu Ordensgeistliche! mit nachdenklicher Miene am Tratten Feuster fitzend. Vor ihm, auf dem mit Papieren, Wteidzeug x. bedeckten Tische Legen di« Wappen, welche ihm jeden- .Ulig eine harte Ruß in seiner äsi seuschaft zu knacken geben. Da» ^'-^ geistreiche Gesicht des Ge rlichrn ist vorzüglich in seinen Fieisch- Mbeu, deren schatkentöne tL r und leuchtend gesehen find Die s^touren des Profil« find weich in die Landschaft, auf welche das Mue Fenster blicken läßt, Hine ugemalt. Diese Vermeidung jeglicher in Ton wid Contour drillt die plastische Wirkung des Ganzen Miuglich zum Ausdruck. Exquis, gemalt und gezeichnet sind die Hände, Bs eine auf der Lehne der C_.l.ur liegt, wahrend die andere mit St «tjte der Kruzifixe« aus d«> Brust spiett. Auch die Reqnrfiten M«n.Prrifch in ihm uttai ichlichrn rrsp. bedemsamm Wichnstl

zum GanzM beobachtet und fein und naturwahr im Ton wieder- gegeben, so z. B. auch dar OrdenSgewand mit feinen grauen Luft- töiicn und der das Licht wiederspiegelnde Tisch und Stuhl. E» ist sehr schwer, Gegenstände resp. Figuren gegen die Lichtquelle, zu male» und richtig zu beobachten, und sehr fing wählte der Künstler in diesem Fall die milde Stimmung einer bedeckten Luft, gegen welche die dem Licht abgewandten Töne immer noch Leuchtkraft genug behalten, um farbig zu erscheinen. In der Wiedergabe und Beobachtung dieser schwierig zur Darstellung zu bringenden Fein­heiten liegt aber der künstlerische Schwerpunkt oben besprochenen Gemäldes, welches eine sehr fehenswerthe Piece der neueröffneten Ausstellung bildet. Ebenso verweisen wir auf eine Bronze von H ü l l w e ck - Berlin, „Ein gefährlicher Fang" betitelt. Dieselbe zeugt von vorzüglicher Beobachtung und Keuntuiß der Anatomie! Die straff angespannte Makulatur de» nackten Körpers des Fischer», welcher feine Kraft ambient, um nicht von seinem Fang — einer Nixe — in deren Element gezogen zu werden, ist kräftig und bewußt durchgebildet, die ganz« Bewegung kühn. Auch der weibliche Körper zeigt dieselbe Beobachtung, und in ihm kommt die letzte Anstrengung des Weibe», welche der dauerni^n Straft» eutfalluug des Mannc» erliegen muß, fo gut zum Ausdruck, daß kaum ein Zweifel bleibt, wer al» Sieger au» diesem Ningen um Leben oder Tod hervorgehen wird. Fräulein L. Wagner- Wünchen malte ein Stillleben, zu welchem ihm als Vor­wurf das prächtige Gefieder de» Planes diente — wahrlich keine leichte Aufgabe, aber entschieden gut und fleißig gelöst. Die „Verkündig rügMariä" von HsaS-Gaston sucht älteren Meister», welche in puncto Baustil und Kleidung der Israeliten, Römer, Griechen :c. rc. noch im Dunkel waren, zu ähneln. Die« ist aber nicht gelungen, und außerdem find die farblichen, perspek­tivischen — vor Allem aber anatomischen Bedingungen so unver­standen — z. B. die zu kurz gerathene knieeud« Maria — daß man sich etwa» mehr Wissen und Können in oben genannten Wissenschaften in diesem Bilde wünscht. Ein Klostermotiv sandte der Maler Hutsche nreuter: „Geistliche Herren' deurtheilen und prüf«» di« Kunftserltgkeit eines jungen Mönche«, weicher ihn«» fein Werk — ein dickleibiges Buch voll kunstvoller Initialen und Buchstaben — zur Betrachtung Vor­halt Da» ganze Bildchen wirkt angenehm und gut empfunden. — Die „Wiesbadener Kunst jäte" uns chl neues gröberes

Sonntag, den L Mar.

Fernsprecher Ns 6®.

sbs.

während die Kaiserin

•■en Prinzen noch länger

(Crohange) und der

Politiker, * Essen a,

rüsten sich doch die patriotischen Vereine in Metz und Umgebung zu einer feierlichen Begrüßung.

Aus Stadt «nd Land.

Wiesbaden, 1. Mm.

den ÖW 6. Bolcken führte, Pferde zu liefern. Diese» ist die erste Angabe, die über Urville vorliegt. Die Schicksale Urvilles in der nachfoigeudrn Zeit sind sehr dunkel. Es ist nicht einmal bekannt, wann das eigentliche Schloß von den Herren v. Rollingen erbaut wurde. Der Zweck derselben scheint derjenige eines vorgeschobenen Postens an der Stelle gewesen zu fein, wo die Grenzen von Metz, Luxemburg und Lolhriugen znsammentrafem Da» Schloß war nämlich befestigt, und noch heute hat der alte Thurm im Wirth- schaftshofe des Schlosse» Schießscharte». Dr. Albers glaubt, das Schloß Urville verdanke einem Kriege des Jahres 1444 feinen

die Morsen-»«Sgape ins 3 Uhr Nachmittags. — Für die Ausnahme sptter euigerei^ter Anzetzen zur jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen. _______________________________ ___________________

)ort bleiben wird. In den letzten Wochen ist das Schloß zu diesem ffsftmhalt eingerichtet worden. Swon mehrmals in den letzten ZHren hat sich das Kaiserpaar dorthm b geben, nm her Bevölkerung ift«Gegend zu zeigen, welche Sympathie «§ für diesen vorgeschobenen Posten an der französischen Grenze besitzt.

Schloß Urville war bi« vor wenigen Zehren in weiteren Kreisen WMtinmal dem Namen nach bekannt. Ter Kaiser erwarb da» PMchum im Zuli 1890 unb besuchte es zam ersten Äale im SeMmber 1893. Der Siebgau, in dem da» Besitztdum liegt, wird «U ber deutschen und der srauzös tzchen Nied gebildet. Es ist ein oiessoch bewaldete» Hügelland, das von den an beiden Seiten sich MMtenden Wielenthaleru eingefaßt w.rd. Die zwei Flüßchen, die WW die Saar ergießen, haben ihre Quellen aus der Wasserscheide UWffttleren loihringifchen Hochibme, bi« sich zwsschen Saar und ■fc ausdehut. An. beiden Ufern der srauzöfischen Nied wird ^^Wsch gesprochen, während die deutsch« Siied thest» dem deutschen, ibesie dem französischen Sprachgebiet angehört. In den Dörfern iv der Umgegend von Urville wirlk noch setz, fast nut französisch

6*mg gelang dieses jedoch nicht, und im Jahre 1566 ließ sich -Amtz Nikolaus an» Markirch in Kürzel als refonuitter Pfarrer "sicher Dieser kann al» der eigeMiche Gründer der evangelischen Kirche In Kürzel betrachtet werden.

Tie älteste urkundliche Nachricht, die über Urville bekannt ist, bi» zum Jahre 1404 zurück, doch wird in einem Prozesse, der iss den Jahren 1621 bis 1635 vor den Metzer Gertchieu gesuhlt «ntrbe, auf eine angeblich im Jahr« 1286 torgenommene Theilung von Gütern, die zur Herrschaft Cd nffy-llrville gehörten. Bezug «*»mmen. Zn dem erwähnte» Jahre 1404 gehörte da» Dors Urville zum Theil dem Sieur Prince Grviguat, und es weigerte sich, leit auch andere Ortschaften, der Stadt Wetz, die einen Krieg Segen Philipp von Nassau-Saari rücken, Johann von Salm und

^gehört. In den Dörfern

_ ____________IJL noch sitzi fast nut französisch

MMchen. Etwa» günstiger als in t>en flemereii Ortschaften liegen die Sptachenverhüstuiss« m Kürzel, da» 239 Haushaltungen mit UW Seelen zählt: in 160 Hauskslrnugen wird nur französisch MMchen, in 60 dagegen deutsch ,nd französisch und in 18 nur deutsch In 217 Faiinlien sind becheEhegatten geborene Lothringer,

Familien entweder beide oder mindesten« einer bet Ehe- geboten« Dentsche. In der kacho)ifchen Kirche wird nur WGMich gepredigt, in der evangelischen Kirche jeden vierten 6wmi:sg deutsch. Die Schulsprache ist auf der Unterstufe gemischt «Uber Wittel- und Oberstufe dmtsch. Die zu Urville gehörigen HA Pont-ä-Chanssy und LesMeniie bilden einesoaenannt«Amiexe tu Kürzel.

- Der Name Urville, der m der Mw bart de» Riedcrgaue» Turville lautet, scheint auch ursprünglich Urweiler gelautet zu haben In Lothringen wurden überhaupt du meisten Nomen bet allernaiinischen und fränkischen Bnfiedelnngen rom-misirt und sind heut«, besonders in dem jetzigen französischen Sprachgebiet, ganz vertvelscht. Der -lante des zu Urville gehörigen Pichthofes Les Weuils stammt unncktelbar von dem mittellateinifoen mansionilc oder masnile, d. h. kleiner Hof, kleines Gut. Der zweit« Pachtbof Pont-ü-Ehanssy Steh früher ChM«y. Chaussy en dega de Pont, Chaucy oder öktiwey und bedeutet die Brück' bei Chauffy, die Brücke an der Straße, nämlich der Hauptstraße von Retz nach Saarbrücken. Das Dorf Surzei, zu welchem Urville gehört, hat einen deutsch klingenden Rsmen, der aber von dem mittdl. tt<nifd)rn Certicella, d. h. kleine wttti», Hof, Bauernhof, abzuleüen ist. Den Uebergang in die franDöfische Form kann man in den Formen Courtzel, Cottrsel, Eourseüc:c. ertemitn. Die a«8 alter Zeit bekannten Familien­namen sind französisch, ebenso — bis auf wenige Ausnahmen — «kHlurnamen. Kürzet mar wahrend de« Mittelalter« eine Art Mk^r Hugenolienkolsnie. Als Metz 1652 französisch geworden ivwy wurde dort der Protestaulrtmu» unterdrückt. In der Um-

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Ursprung.

Im Mittelalter gehörte Urville zu der Grafschaft Kiiechingen (Crohange) und der Herrschaft Aoflingen (Rsvill«), deren Geschichte mit der luxemburgischen verknüpft ist. Die Herren v. Rollingen hatten seit der Mitte des 15. JahrhimdertS die Erbmarschallwürde von Luxemburg inne, die etwa ein Jahrhundert später mit der Erbschaft eine» DHeile» von Rollingen an Krkechingen überging. Ganz Lothringen war bis zum vorigen Jabrbnndert ünpLiusscher tzmsicht zerriffen und zeripatten. Der alte Niedgau bildete feine Ausnahme davon. Zuerst stritten sich Stadt und Bisthum Wetz und dann Frankreich und Ifittnnburg mit zahlreichen lothringischen Nittergeschlkchtetd um den Besitz desselben. Gerade die, Gegend, in dkl dos Schloß Urville liegt, bildete Die Grenze der umstrittenen Gebete Im Jahre 1766 wurde Lothringen endgültig an Frankreich abgetreten, und nun konnte fl-b die französische Sprache ungestört auebrehtn. «ur Dem 15. Jahrhundert ftntr von der bischöfliche:! Kanzlet in Metz auf den Ntedgau btzsialiche Urkunden vorhanden. Mne große Zahl der ans dir yrrrschast Rollingen bezüglichen Be- urktmdnngev find in deittscher spräche obgefaßt, und amh hftrau« ersieht matt, Daß dieser Gebiet damals noch zum großen Theil dem deutschen Sprachgebiet angehörte. Die Herrschaft Nallingen, die zum ersten Mai 1164 erwähnt wird, war eine luxemburgische Enklave in Lothringen Gegen Ende des 16. Jahrhunderts scheint di« Famifte v. Noll in gen immer mehr verarmt und bald genöthigt ge­wesen zu fein, von ihrem Brsitzthum ein Stück nach dem andern zu veräußern. So wurde inner Anderem da» Schloß Urville an den Metzer Dürger Heulon oder Houillon verkauft. Um bi« Mitte de» 17. Jahrhundert«-erwarb eine Wittwe de eerritr einen Theil der Herrschaft, u. A. auch das Schloß Urville, «nd nahm für diese« Gebiet di«frmizöfischeLehusherrschast an.sie leistete am31. Januar 1681 dem französischen Kouioe den HuldmungSeid.

Gegen Ende de» 18. Jahrhundert« gehörte Schloß Urville dem Forsttnspektor Didier Durand, der den zum Schloß gehörenden Park anlegte. Die Nachkommen dieser Famitie leben noch jetzt in Kürzel. Im Jahre 1810 kaufte der General Baron v. Semells da« Schloß, das er neu Herstellen liefe. Dieser hinterließ «S feinem Sohne. Der Kapitän der Kavallerie Sebastian Durbach besaß, da« Schloß auch einige Zeit, und al« er verschuldet war, kauften einig« Inden au? Nancy dasselbe unb verkauften er dem Präfekt«« de« Moseldepartemenl» unb Pair von Frankreich Boron Louis d« Lers. Im Jahre 1876 ging es in bi« Häudk de» Metzer fianfmann» Sendret über, der noch Frankreich verzog und bas Schloß nur kurze Zeit im Sommer bewohnte. Am Id. Jul! 1890 ging es in bett Besitz be» deutschen Kaisers über. Die kaiserlichen Besitzungen in Lothringen — die« ist der amtliche AtrSbruck — bestehen au« dem Schloß Urville nebst Pavillon, Treiddau», Orangerie rc., bett «tuet Pachthösen Les Menst« und Pont-L-Chauffy, einem kleinen Landhaus, Acker- unb Wiesengrundstsicken, Wald, einer kleinen, zwischen zwei Armen der Nied gelegenen Insel, das Ganze etwa 250 Hektar nm fassend. Die Emferuung von Metz beträgt 15 km. Das Schloß selbst liegt aumulhig an dem Abhang titte» Hügel», vor dem sich sastreiche Wiesen wie ein grüner Teppich ausbreiten, während der prächtig- Port mit seinen alten Lichen unb Tannen den Hiittergrunb bildet. ES ist an den Ecken mit vier kantigen Stürmen versehen. Gräben und Wälle sind fast bi» nur die letzten Spuren venchwunden, und der prächtige Landsitz macht jetzt einen idyllischen Eindruck. Der erste Stock enthält die Haupt- wohnräume mit großen Nimdbogeufeustern, dort befindet sich auch das Arbeitszimmer des Kaisers mit prachtvollem Ausblick ans Wald und Wiesen, sowie die nah« gelegenen Dörfer Chevillon unb Moizeroy. In der Nähe de» Schlosse» ist-jetzt ein Marstallgebäude im Bau begriffen, das aber erst im Spätsommer fertig gestellt wird. Obschon der Besuch de» Kaisers einen privaten Charakter hat.

MW (Nachd-uck veiboten.)

M Das Kaiferfchlast Urvike.

Von A. Kellen,

Unfang Mai begiebt sich der Kaffer müder nach UrbiUt, der kassetckichen Besitzung in Lothringen, »o Q etwa di» zum 12. Oer»

— Grschichtvltnlrn-rr. 1. Mot. 1218. Rudolf von Habs­burg, deutscher Kaiser, * Schloß Limburg im Breisgau 1726. W. Zachariä, Dichter. * Fronkenhaulen. 1752. I. A. Leisewitz, dramatischer Dichter, * Hannover. 1769. Herzog von Wellmglott, englischer Feldherr und Staatsmann, * Dublin. 1779, G Ackenwall, Statistiker, t Göttingen. 1805. Johann Jaiody, Politiker, * Königsberg. 1813. I. L. Bessiöre», Marschall von -Frank.-: ich, fällt bei Lützen. 1817. Karl Beck, ungarisch-deutscher DL„--r, *Baja. 1818. Hermann v. Trerkow, preußischer General, * in »er Neumark. 1821. Karl v. Scherzer, ForschungSreisender und voltt- wirthschaftlicher Schriftsteller, * Wien 1824. Friede. Hammncher, Politiker, * Essen a. d. R. 1857. Alfred de Müsset, franz. Dichter, t Pari» 1872. Eröffnung der Universität zu Straßburg 1873. David Livingstone, Afrikafd'.scher, f am Bangweolosee, Inner-Afrika. 1891. »erb, Gregoroviu», Geschichtschreiber, t München. 1896. F. H. Geffkeu. Polstiker nud staarsrechtlickrer Schriftsteller, f-Münche«.

Raffr Ed-din, Schah vo« Persien, in schaff Abdul A;

Teheran ermordet. -• " ' . - - "

. — 50 Iohrcn. 1. Mai. In Preußen finden die

lSalfleu zur preußischen Nationalversammlung statt. ES werden 401 Abgeordnete geivählt. Welche Partei bei den Wahlen gesiegt, war vorläufig nicht klar zu erkennen, b<v in Preußen bisher kein psrlümetftarffches Leben bestandeu hatte wid fotvtt auch keine Fraktionen existirtev. Allein «• liefe sich doch erkennen, dab der gemWgie Liberalismus die Majorität gefunden hatte, während versteckte Reaktionäre unb ebenso die eisntlichen Demokraten in der Minderheit geblieben waren — Eise Woche später hatten die Wahlen in das Frankfurter Parläment stattznfinden. Für dieses war die Einberufung der preußischen Souderverssiumlung ein schwerer Schlag. „Eine konstituirende Versammlung m Berlin," schreibt Stahr, .,zti gleicher Zeit mit dem deutschen Verfassungs- Parlament in Frankfurt tagend, zerspaltete die Aüfmerkiainkeir tre« deutschen Volke» und lenkte diefelde ab von Hern wichtigsten Gegen­stände bei GesammtvaterlandeS auf die Sonderinteressen eines mtd zwar des mächtiMen.Einzelstankt». Sie entzog der bentjchen kon- Ritutrenben Naltouawetsammluus bedeutende geistige Kräfte; die Frankfurter Wahlen traten gegen die preußischen in der öffentlichen Menuing des Landes auf eine bedauernSwerlhe Wesse in benHinter» gründ. Wan wählt« in die erstere vorzugsweise Theoretiker, Gelehrte unb Professoren, weil man die praktischen Manner für da« eigen« Vaterland brauchte." — BIS KomurffsartnS für die Reorgatrssakfon des Großherzsgkhnm» Pofen wird au Stelle des Generals v. Willife» der General v. Pfnel ernaunt.

—Der Taschrnfahrptan dco „Mtrvbn-ener Tasblatt^', diese allseitig beliebte, Dielen unentbehrlich gewordene und für Astouuenttn kostenfreie Sonderbeilage, erscheint in der Aus­gabe für den Sommer 1898 mit vorliegender Nummer. Der Inhalt desselben hat eine nicht unwesentliche Erweiterung erfahren durch die Ausnahme einiger bisher fehlenden Eisenbahnstrecken im nördlichen Theile unseres Negiernngsbezirk», be» Nortnal-Personengeld-Tarifs, der Entfernungen der Bahnstrecken in Kilometern, der Preise direkter Fahrkarten nach allen europäischen Haupiplatzen und der Ausgabe- orte für Sonntags-Fahrkarten, soweit sie für den von Wiesbaden und Umgegend ausgehenden Touristenverkehr von Jntereffe sein mögen. Durch Freilassung einer größeren Anzahl Seiten iß zu Notizen ein oftmals recht erwünschter Raum gegeben, und im Anzeigen-Anhang erfolgt Information über leistungsfähige Wies­badener Geschäfte, deren Empfehlungen .wir besonderer Beachtung hierdurch anheimgebeu. Wie stet«, hat auch jetzt wieder da» Publikum Gelegenheit, den Tagblalt-Tascheusahrplan zu 10 Pf. das Stück im „Tagblatt'-Berlag, Langgaffe 27, käuflich zu erwerben. Der neue Fahrplan tritt heute in Kraft.

d. Uom Mal, Jetzt wären wir also mitten briu in oer Frühliugsberrlichkeit; noch duften zwar die Rosen nicht im Garten — es müßten denn gerade TreibhauSrosen sein —, aber dafür blühen zahllos« bescheidenere Kinder FloraS und die Obstbänme —

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15 Pfa., für anStvtrfige «uzetgr» 25 P

Reklame» die Petitzeüe M Wiesbaden 50