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Wiesbadener Tagblatt

1898.!

Dienstag, den 26. April.

Ko. 191.

Fernsprecher Äo. 62.

Fernsprecher No. 52.

Morgen »Ausgabe

gelingen SlnSgeboi

Zweck Hause

itn

Scheidterlhalstratzc 30,130, für erste H<

Waldmühlen—Leck-Westerburg 21,380,

Ür Bestellung terbiirg 8000,

28,730, Langendernbach-Wilsenroth 13,905,

S am Totalisator war ein ganz aurgezeichnete L fang ließ nichts zu wünschen übrig. Befo

e wird zum I vor dem

ernstlich verletzt zu haben. Eschborn nahm zuerst das Ziel mit „Leibgardist". Der Preis betrug 3000 Mk. aus 4 Pferde. — Der Umsatz.

ter. Auch die Toiletteneutfal-

M "«»»H 4ICD iUWIS gu IVUJI|UJlll IBesonders die Damen v. Mumm, : Bär-Lust, v. Oppenheimer, Gräfin Dönhoff, Baronin Reinach, v. Lang, | d. Honnelius, Baronin Stiebe!, Beyfnß, 'Singt, Horstmann und noch viele andere Damen unserer Haute vol4e und Haute finance waren ' in wundervollen neuen und aparten Frühlingrkostümen erschienen.

diel Aufsehen erregte die bildhübsche Mademoiselle Mäaly, die - gegenwärtig hier im Orpheum allabendlich volle Häuser machte, und - «ie tn einem feschen rochen Tuchkostüm, genre Taylor, auch auf dem

accompngniren. Heute konnte er beim beste» Willen nicht immer vcrmcideii, daß die Sänger gedeckt wurden. Und es waren doch!n den Hauptrollen die Prachistimmen der Frau. Ende-And rie sse n, wie der Herren Pichler und vr. Pröll so erfolgreich thätig. Mit viel Geschick hat Eberhardt die Chorsätze behandelt; einige Ensembles find von gewinneuder Wirkung. Alles in Allem ein freund» ) licher Erfolg, der sowohl allen Mitwirkenden — auch dem Regisseur; Herrn Korschön — galt, wie als Aufmunterung für den Komponisten zu betrachten ift, der wiederholt aus der Bühne erscheinen mußte.

von.zwei Domänen-Grundstückcn blieben Letztbietende auf: 1.13 ar 56.75 qm Bauplatz au der Ecke Oranienstraße und Kaiser Friedriche Ning die Herren Architekt 81. Schwa »k, Schreiner I. Ochs und' Tüncher Joh. Pauly mit 49,300 Mk. und 2. 28 ar 31,75 ™ Bauplatz an der Herderstraße, zwischen dieser und dem Kaiser Friedrich-Ning, dieselben mit 96,300 Mk.

Vorliebe unserer Theaterleitung für die schwedisch-norwegische Bühnen- litteratur hat wohl den offenbaren Mißgriff verschuldet, dem wir gestern die Erstaufführung des fünfaktigcn Lustspiels .Strohhalm* von Franz Hedderg, deutsch von Emil Ionas, zuzuschreiben halten. Denn ei» ungeschickter bearbeiteleS, in seiner Handlung nnintereffr --------- '— ' '— -- -- -------- *—

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unbegreiflich, wie man so etwas anfführen konnte; der Regisseur mußte doch schon auf der ersten Probe sehen, daß dieses .Lustspiel" nichts Anderes als einen Gradmesser für die Lang- muth und Geduld des Publikums bedeutet. Mit bewunderungs­würdiger Liebenswürdigkeit wurden denn auch gestern die fünf Akte Langeweile ertragen; es kam sogar zu einigen Hcrvorrnsen, sehr zum Erstaunen der Künstler, die fich bewußt schienen, daß fic für eine ganz verlorene Sache kämpften.

= Wiesbaden, 25. April. In den letzten Sitzungen de» Landesausschusses wurden folgende Beschlüffe von allgemeinem Interesse gefaßt. Zur Gewährung von neuen Beihülsen zu G e m e i n d e w e g e b a u t e n find von dem Kommuiial-Laudtag 224,992 Mk. zur Verfügung gestellt worden. Dieselben sollen in folgender Weise verwendet werden: Zur Vollendung des Wegezug» Lorch—Ransel—Wollmerschied 66,000 Mk., zur Wcitersührung der Scheidterthalstraßc 30,130, für erste Herstellung des Wegezug» Waldmühlin—Seck—Westerburg 21,380, Freiensels—Bleffeubach

für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen - Ausgabe bis 8 Uhr' Nachmittags. — Für die Ausnahme später eingneichter Anzeigen zur nächsterscheinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

Kolonialschule mit ihrem Sitz in Koblenz bereit» greifbare Gestalt gewonnen. Unser Mitbürger HerrKarl Perrot, Faktorei- und Plantagenbesitzer in Lindi in Deutsch-Ostafrika, ein eifrige» Mit­glied der Deutschen Kolonialgesellschaft, hatte die Güte, mir den Entwurf zum GesellschaftSvertrag der Deutschen Kolonialschule, Ges. m. b. H., mitzutheilcn. — Insoweit das Unternehmen den Zweck verfolgt, Kolonisten, Pflanzer, Beamte, Handwerker ic. für die Koloniecn im deutsch-evangelischen Geiste auszudildt», Erwerbung, Errichtung und Betrieb von Anlagen und Unternehmungen im Auge bat, sowie Vornahme von Handlungen aller Art, die zur Er­reichung seiner Zwecke dienen können, wird seine Wirksamkeit un- zweiselhast von unendlichem Vortheil für die Entwickelung unserer Kolonieen werden. Er kommt damit nur das zur Ausführung, was alle Autoritäten in Kolouialaiigelegenheiten — das find solche, die unsere Kolonieen aus eigener Anschauung und Wirksamkeit kennen — als dringende Forderung ausgeftcUt haben. Auch Herr LandeSbaiiptmann Major v. Leut wein hat noch in feinem hier gehaltenen Vortrag über unsere südwest-asrikanische Kolonie besonders betont, wie viel von der Tauglichkeit der Ansiedler abhäugt, die fich dort eine neue Heimath gründe» wollen. Die Verhältnisse dort sind so wesentlich von denen des Mutterlandes verschieden, daß eint vor- btreitende Aufklärung, eine Schulung, wie sie in dem oben augedenteten Uiiteriiehmtn geplant ift, unbedingt nothwendig erscheint, um den Einzelnen vor Enttäuschungen und unsere Kolonieen vor dem Eindringen unbrauchbarer Elemente zu bewahren, die der deutschen Sache nur zum Schaden gereichen können. Nicht solche, die hier Schiffbruch gelitten, und Unzufriedene, die denken, sie kehren dem undankbaren Vaterland den Rücken, ziehen nach btrii Lande

Aus Kunst und Kebe».

h. Lranltfurler Gperrrhans, 24. April. Am heutigen Abend wurde eine Oper eiftmal» gegeben, welche vordem schon in Stettin und Würzburg die Fenertaiise erfolgreich bestanden halte. Sie heißt: „DerHa 11ing". ist in freier Benutzung einer Novelle des Karl Bleib­treu textlich von Dr. Gustav Weinberg gearbeitet, die Musik ist von Anton Eberhardt. Ttxidichter und Komponist sind beide Frank­furter. Trotzdem darf der heutige Erfolg, den die Oper sand, nicht auf die Landsmannschaft der Verfaffer zurückgeführt werde», denn wir haben eine ehrliche Arbeit vor uns, die ihrer selbst willen bestehen kann. Die Handlung ist kurz gesagt, - daß ein Mädchen von zwei Jünglingen geliebt wird, daß der Zurückgewiesene den Anderen am Tage der Hochzeit ersticht, und daß die junge Witiwe den Mörder ihres Gatten au fich lockt und fich mit ihm von hohem Felsen in den Abgrund stürzt; also, die drei Hauptfiguren enden durch Mord und e>elbflmorb. Etwas blutrünstig, aber in den ersten beiden Akten doch mit Geschick gemacht. Der letzte Akt aber — der Mord und Selbstmord — spielt nur zwischen den beiden Personen, ist darum undrauiattsch und kann mir — wie es aller­dings heute geschehen ist — durch die Kunst de» Tbeatermaschineu- meisterS dem Interesse näher gebracht werden. Vorzüglich war es nämlich gemacht, wie die Beiden zwischen Felsen, die in die Verseiikung zurückgehen, immer höher schreiten, und wie fit schließlich abstürzen. — Die Musik ist — sagen wir — inter­essant; nicht eigentlich neu und originell in der Erfindung, aber doch sehr selbständig und ohne direkte Anlehnung an andere Meister. Weniger hat un» die starke Instrumentation gefallen; Herr Kapell­meister Großmann, der die Aufführung mit gewohnter Meister­schaft leitete, weih sonst so rücksichtsvoll für den Vokgls,listen zu

der erkrankte^KÖffenmitglieder^I^^^sienärzte^einschließfi^^ 2 Spezialärzte ob. Die Kosten der ärztlichen Behandlung beliefen sich auf 20,545 Mk. gegen 17,226 Mk. 85 Pf. in 1896, mithin ein Mehr von 3318 Mk. 87 Ps. Der Aufwand für Arzenel und sonstige Heilmittel belief sich auf 26,391 Mk. 84 $L gegen 1896 mehr 4141 Mk. 64 Pf. Krankheitsfälle, welche mit Erwerbsunfähigkeit verbunden waren, kamen 4132 zur Am Meldung und zwar mit 99,057 Krankheitstagen. Für Krankengeld wurden veransgaht77,838 Mk. 76 Pf. gegen 63,732 Mk. 77 Pf. in 1896. Die an Krankenanstalten gezahlten Verpflegungskosten beliefen fich auf 41,363 Mk. 45 Pf. (einschließlich eines Restes von 3500 Mk. aus 1896), gegen 27,560 Mk. 10 Pf. in 1896. Für Sterbegeld wurden auSgezahlt 6487 Mk. 30 Pf. gegen 5342 Mk. 50 Pf. in 1896) In 108 Fallen wurden für Unterstützung an Wöchnerinnen au»- bezahlt 2749 Mk. 60 Pf. gegen 1979 Mk 60 Pf. in 1896. Die Gesainnit-Einnahmeii betrugen 206,450 Mk. 17 Pf., die Gesammt» Ausgaben 206,412 Mk. 82 Pf., der Kaffenbestand Ende 1897 37 Mk. 35 Ps. Da» Gesamml-Verinögen der Kaffe beläuft sich aus 49.141 Mk. 32 Pf. und hat sich gegen 1896 verringert um 9047 Mk. 28 Der Reservefonds betrug Ende 1897 45,250 Mk., weniger gegen 1896 12,750 Mk. Im Betriebsfonds lagen Ende 1897 3891 Pik. 32 Pf.

— Die Gemeinsame Ortskrankenkasse hat über da» Jahr 1897 einen ausführlichen Geschäftsbericht drucken laffen. Hier­nach hat bas Vorjahr kein günstiges Resultat ergeben, die Beiträge waren bi» zum 1. October gegenüber den umfangreichen Staffens leistungen zu gering. Es wird jedoch erwartet, daß sich die Vermögens- abschlüsse mit der Zeit infolge der BeitragSerhöhnng günstiger gestalten. Angemeldet wurden im Lause de« Jahres 21,049Personen, 16,967 männlicheund4082weibliche,abgenieldetwnrden20,251Personen, und zwar 16,341 männliche und 3910 weibliche. Am31.Dezember 1897 betrug die Mitgliederzahl 10,152, die Zunahme im abgelaufenen Jahr bezifferte sich auf 798. Erhoben wurden an Eintritts­geldern 5248 Mk. 40 Ps., an @efammtbeilrägen 169,580 Mk. 92 Pf., mehr gegen 1896 21,177 Mk. 92 Ps. Die Verwaltnngs- kosten belaufen fich auf 16,964 Mk. 4 Pf. und zwar 14,181 Mk. 12 Pf. persönlich und 2782 Mk. 92 Pf. sächlich. Die Behandlung

Turfplatz sehr bewundert ward. Roth war überhaupt stark vertreten; da­neben Grau in allen Nuancen und Lawendelblau mit dunkleren Tönen. An Hüten war wieder reiche Auswahl.--Noch schlechter, wie

daS letzte Mal, verlies wieder die Heimfahrt. Es war ein Heer von Schutzleuten aufgeboten, al» ob mindesten» der Cza r die Frankfurter Rennen besuchen und gegen ein etwaige» Dynamit- Attentat geschützt werden sollte. Dabei herrschte ein Durcheinander wie niemals vorher. ES war direkt lebensgefährlich und Ihut hier Abhülfe dringend noth. A. Hill.

von Genicindewegewärtern an die Kreise Dill .. .. Unterwesterwald 4500, Oberlahn 3000, Limburg 1500, an die Ge­meinden Runzhaiisen 400, Weikenhausen 700, Berghosen 466, Dexbach 288, Roßbach 312, BcrgeberSbach 283, Fellerdilln 433, Eisenroth 400, SechSheldeu 4167, Heiligenborn 68, Hcisterberg 207, GenterSdorf 217, Atzelgift 4000, Luckenbach 1971, Löhnfeld 300, Bretthausen 190, Püschen 185, Weisenberg 97, Pfuhl 127, Hardt 260, Rotzenhahn 307, Gemünden 867, Zehn­hausen 50, Oberroßbach 108, Brandscheid 440, Oberahr 500, Berod 367, für den Vicinalweg Megendorf—Oberhaid 1. Rate 2700, Grenzau 700, Kammerforst 204, Simmern 367, Arzbach 510, Obers weyer238,Faulbach420,Dietkirchen410,Lindenholzhausen650, Obern­hof—Weinähr, Brücke, 6360, Misselberg 160, Oberwies80, Gückingen 330, Geilnau 375, Dörnberg 433, Ergeshausen 350, Dahlheim 125, Filsen 413, Patersberg 63, Ehr 80, Auringen 880, Holz- Hausen ü. 81. 345, Bleidenstadt 350, Wehen 260, Strinz- margarethä 450, Niederlibbach 290, Rod a. d. Weil 1100, Anspach 3400, Obernbain 480, Niederreifenberg 670, Ruppertshain 3450, Kelk­heim 1775, Eppenhain 325, Niederhosheim217 Münster 1438,Langen­hain 262, Eschersheim 1950 Mk. Aus der ständischen Hülf»-

Unz«rsttt-PrtiSt

Die einspaltige Petitzoile für locale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. - Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 60 Psg., für Auswärts 75 Pfg.

4«. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezngs-PreiS: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. «o Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

faulere» und in redseliger Breite langweiligere» Theater» laben wir schon lange nicht genoffen. Wirklich so etwa» anfführen

Uober de»» General Wesley Merritt, den Oberstkommandirenden der amerikanischen Südarmee, die auf Cuba opetiren soll, wird der „Tägl. Rundsch." geschrieben:

Gestern eingetroffene amerikanische Zeitungen verzeichnen die Mittheilnng, daß 700 Indianer sich al» Freiwillige zum Eintritt in die amerikanische Südarmee gemeldet haben. Dieser Vorgang steht im Zusammenhänge mit der Thatsache, daß der Name des General» Merritt einen guten Klang bei den Indianern hat. Den» dieser s Name bedeutet einen Wendepunkt in der Behandlung des fast auk- gerotleten Volksstammes.

General Merritt war der erste höhere amerikanische Offizier, der den systematisch verbreiteten Lügen-Märchen über die Charakter­eigenschaften der Indianer entgegentrat, indem er ihre seltenen Tugenden hervorhob und die zur Verzweiflung getriebene», der Civilisation befonderS wegen der unter ihrem Deckmantel verübten Schandthate» abgeneigten „Wilden" mit Milde zu gewinnen suchte. Die strategische Ueberlegenheit, die der Häuptling Sitting-Bull I gezeigt hatte, al» er in der Nähe von Kleiu-Miffoun da» Regiment dc» amerikanischen Generals Custer bis auf einen einzigen Mann vernichtete, bewies, daß man sich früher auch über die geistige Kraft und Einsicht der Indianer falsche Vorstellungen gemacht hatte. Wie schwierig es war, die in dieser Hinsicht bestandenen Vorurlheile zu beseitigen, geht auch aus dem Umstand hervor, daß die Erfahrungen, 7 welche Herzog Paul von Württemberg in den vierziger Jahren . betreffs der Vorzüge der Indianer veröffentlichte, keinen Glauben fanden.

Der Beharrlichkeit des Generals Merritt gelang es indessen, Gerechtigkeit für die Indianer zu erlangen. Er brachte e» selbst r fertig, ans Indianern ein durchaus tüchtige» Reiter-Regiment zu sormiren, dessen Führung er selbst übernahm. Bald errang sich das . Regiment den Rus einer wahrhaften Mustertruppe. Die Anhäng- 5 iichkeit der Mannschaft blieb ober nach Lage der Dinge auf die Ein des Führers beschränkt. Als Merritt in eine höhere ung befördert wurde und dar Konimando abgab, verließen die MIndianer wieder den Dienst und das Regiment mußte aufgelöst werden. Doch giebt es noch sehr tüchtige, hochgebildete Jndianer- Offiziere in der amerikanischen Armee.

Der Führer der Südarmee ist ein großer Verehrer de» deutschen Heere». Nach dem Krieg von 1870/71 beeilte er sich, die deutsche - Sprache zu erlernen, um die deutschen militärwisseuschaftlichen Werke ■ ftubiren zu könne». Der ehemalige Reiteroberft trägt jetzt eine I Brille und hat da» Aussehen eines Professor». Obwohl ein hoher £ Sechziger, ist er noch sehr rüstig.

Ein deutscher Ingenieur, Baron Schilliug-Cannstadt, dem ich L die vorstehenden Mittbeilnuge» verdanke, kam zur Zeit de» Bane» I bet Northerii-Pacific-Bahu mit dem General in enge Beziehung, k Letzterer sorgte damals für die Ansrüstung der von Baron Schilling | und Mr. Winser geleiteten Expedition, der die schwielige Ausgabe M«gefallen war, in unbewohnten Gegenden die Vorarbeiten für den k Bahnbau durchzusühren.

Die Umsicht und Präzision, die der General damals bei Er- D theilung der Instruktionen entwickelte, erweckten allgemeine» Ver- g trauen und Anerkennung und trugen nicht wenig zum Gelingen de» 8 Werke» bei.

Aus Kladt und Zand.

Wiesbaden,26. April.

I gs. Rrst-enz-Theater. Am Mittwoch gelangt „Hofgnnst" 1 auumehr bereit» zum zwanzigsten Male zur Aufführung. Selten M «t ein Stück dem Residenz-Theater so viele ansverkonste Häuser k «bracht wie diese», und so dars die Direktion wohl hoffen, daß e» e seine Zugkraft bi» zur 25. Wiederholung bewähren wird.

-o- Der Stndtauoschnst tritt am Mittwoch, den 4. Mai c., I Vormittags 10 Uhr, im Rathhaus zu einer Sitzung zusammen.

— Deutsche Kolonialschule. Daß die Thätigkeit unserer Rßlonialfreiinbe sich nicht auf theoretische Erörterungen beschränkt, sondern auch sehr praktische Ziele verfolgt, mag die Thatsache - beweisen, daß das Projekt der Errichtung einer Deutschen

Fährverkehr polizeilich gesperrt.

gereitto - Nachrichten.

Sturte kckwche Berichte werden terettiuiUigfl unter bietet Uebetfürift aufgenommen. ‘

* Der .Katholische Sängerchor" veranstaltet Sonntag, den 1. Mai, bei seinem Milaliede, Herrn Schreiner, in dessen neu« erbautem Saale, Platterstratze 100, Restauration «Zur Germania", eine gesellige Zusammenkunft seiner Mitglieder und deren Freunde. Für Unterhaltung sowohl in gesanglicher als humoristischer Hinsicht ist besten» gesorgt. Die Veranstaltung beginnt Nachmittag» 3v- Uhr.

— Kleine Notizen. Die Mozart st raß, der Herstellung einer Wasser- und Gar eilung ... ..... _______

Souuenbergerstraße 37 und die U hlandstraße von der Gustav« Freytagstraße bis zur Humboldtstraße zum Zweck der Herstellung von Wasser- und Gasleitungen auf die Dauer der Arbeit für den

♦ Frankfurter Ktadttheatrr. (Wochen-Spieleiitwurf.) Opernhaus: Dienstag, den 26. April: „Der Halling". Mittwoch, den 27.: .Der Bajazzo". Hierauf: „Heiraths-Anlomat". Donnerstag", den 28.: „Lustige Weiber". Frau Fluch: Fräulein v. Pessic vom Hoftheater in Stuttgart al» Gast. Freitag, den 29.: „Fledermaus". Samstag, den 30.: „Lohengrin". Sonntag, den 1. Mai, Nach­mittag» 31/» Uhr: „Orpheus in der Unterwelt". Abend» 7 Uhr: „Mignon". Philine: Fräulein v. Pessic al» Gast. Montag, den 2„ neu einstiidirt: „Boccaccio". Dienstag, den 3.: „Ingo". — Schauspielhaus. Dienstag, den 26. April: .Strohhalm". Mittwoch, den 27.: „Strohhalm". Donnerstag, den 28.: „Bartel Tnraser". Freitag, den 29.: .Der Rentier". Samstag, den 30., zttm ersten Male: .Hagar» Liebe". Schauspiel von Franz Linh- heimer. Sonntag, den 1. Mai, Nachmittag» 3l/i Uhr: .Logenbrüder". Abend» 7 Uhr; .Hagar? Liehe".

Verlag: Langgasse 27.

15,000 Abonnenten

Zweites Frankfurter Friihlingsrevnen.

—, 25. April.

Vom besten Wetter begünstigt, nahm da» gestrige Rennen in Sranlfurt einen äußerst glänzenden Verlauf. Wiederum war der nbrmtg ein sehr großer. Außer einem kleinen Unfall, den der geschätzte Herrenreiter Lieutenant Suermoud beim letzten Rennen erlitt, M verliefen die Rennen selbst sehr gut und mancherlei Ueberralchnngen e bietend. Im ersten, Preis 1000 Mk. ans drei Pferde, liefen sechs, von welchen .Leuchtkugel", vom Eigenthümer, Herrn v. Fritzsche selbst t geritten, als Erster durchs Ziel ging. „La Gitana“, geritten von L teilt. ■ Kayser, ward Zweiter, „Moonstone“, dem Herrn Grafen Staiiffen- F berg gehörend. Dritter. Beim zweiten Laus, Preis 1500 Mk., waren t es nenn Pferde, die. liefen. Suermoud auf „Quästor" kam un- s bestritten und sicher als Erster an Start. Herrn v. Brodsky „Huby jfe' Born“ bekam den zweiten, der altbewährte “Master of the Mint” ■ den dritten Preis (Herr Lieutenant Bölcker»). In der Mirabelle Steeple-Chase, Preis 2000Mk., blieb Herr o. Eschborn - von Anfang bis zu Ende Anführer. Ihm folgten Herr v. Kayser M auf „Canada", Herr v. Grävenitz auf „Burat-Mill" und Lieutenant i. v. Redwitz auf “The Cure”. — Da» Maiu-Flach-Rennen, Preis : 1500 Mk., nahm Snermond auf „Jngwelde". Die Herrenreiter ' T a u t s o n S war Zweiter, Lieutenant Schrön Dritter, v. E f ch b o r n ; Vierter. Sehr interessant war dabei, wie Suermoud lange zurück- - blieb und dann schneidig die Anderen zu überholen mußte. Im t Hürdenrennen ritt Kayser brillant auf „Pakington", ihm folgte Lieutenant Wolf auf „Freude", Suermoud mit „Sucky e Lad" und Eschborn mit Florence, Preis 1500 Mk. Beim f letzten Rennen, wo 6 Pferde liefen, stürzte Suermoud, ohne sich

Kanaan, wo Milch und Honig fließt, wo man erntet, ohne zu säen. Auch Phantasten und Abenteurer finden im schwarz« Erdtheil kein Feld der Beihäligung. Nur arbeitsfreubtge, praktische, widerstandsfähige Menschen, die sich den dortigen Lebens- und Wirthschafts-Lediugungen anzubequemc» verstehen und dabei deutsche Art und Sitte zu bewahren entschloffen sind — nut solche werden dort mit Beharrlichkeit and Ausdauer reichlichen Loh» ihrer Mühen finden. Nur dann ist sichere Aussicht vorhanden, daß unsere Kolonieen für den immer größer werdenden Ueberfchuß desMntter- landeS zu neuen Heiniftätteti deutschen Fleißes und deutscher Intelligenz heranwachsen werden. Die BevölkerungS - Statistik weist gebieterisch darauf hin, bei Zeiten dafür Sorge zu tragen. Wenn die Deutsche Kolonialschule diese Ziele im Auge behält, unseren Kolonieen ohne Unterschied brauchbares Meulcheuiuaterial znzu- fnhren, bann erfüllt sie eine segensreiche Aufgabe, die die Unter« stütznitg aller Vaterlands-, aller Menschenfreunde verdient. Sie muß dann aber auch darauf bedacht fein, die Männer, die sie hinüber- schickt, seßhaft zu machen durch Erwerbung von Land — wovon ja genug und billig zu Haden —, sie muß dafür sorgen, daß auch Frauen in genügender Anzahl folgen, damit die deutsche Familie sich drüben eiubürgert und unseren Kolonieen ein seßhaftes deutsches Geschlecht erwächst, das sich seiner Väter Muh' und Fleiß erfreut und stolz feine Nationalität bewahrt, wie es andere Nationen in ihren ausländischen Kolonieen von jeher getban. Diese Ziele wird eine weitseheude Kolonialpolilik verfolgen, die aus der Geschichte zn lernen versteht. Unsere Kolomalpoliltk hängt eng mit der Lösung der sozialen Frage infaminen — das dürfen wir nicht vergessen. Wer zu einer glückliche» Lösung derselben beitragen will — dem sei auch die Förderung dcr Kolonialschule empfohlen. Se. Majestät Kaiser Wilhelm hat dem Unternehmen bereits 6000 Mk. zugewendet. Möchten viele nach ihren Kräften folgen I F. D.