VikMkmr Sagblatt
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Für die Aufnahme später eingcreichter Anzeigen zur
1898
Mo. 190
Montag, den 23. April.
Fernsprecher No. 52.
Fernsprecher No. 52.
Abend-Ausgabe
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MnOstab 1:20 Millionen.
Vereinigte Staaten von Amerika.
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Marine-Mannschaft 18.000 Mann
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davon 9.000 Mann Marine-Infanterie
Land-Armee.
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Außerdem kriegstanglieh 10,000.000 Hansi. «■#*«* *«•»«*.>
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isehrfflhig 1,800.000 Nena
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60 andere Kriegsfahrzeuge
9,810.000 Quadrat-Kilometer
71,500.000 Einwohner.
Stärke der Kriegsflotte.
114 Kriegsfahrzeuge
<4 Schlacht- Schiffe
Ausgebildete Milizen ~ 135.000 Mann "
Auzeigen-PreiSr
Die einspaltige Petitzeile für locole Anzeigen 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. — Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.
da nian glaubt, daß die Flotte vor dem verhältnißmäßig gut befestigten Havana mehr Verluste als Lorbeeren ernten könnte. Auch traut man in den Vereinigten Staaten der spanischen Flotte nicht, eben weil deren Bewegungen in geheimuißvolles Dunkel gehüllt werden und man sich auf einen ganz unvcrinutheten und überraschenden Feldzugsplan dieser Flotte gefotzt macht. Man verimithct in dcnVereinigten Staaten, datz die Spanier die amerikanische Flotte sich bei Havana feftbeihen lassen möchten, um dann plötzlich mit ihrer Flotte die östlichen Küstenstädle der Union, vor Allem New-Umk, zu blockireii. Es zeigt sich jetzt auch, datz man in Amerika den Krieg sehr übereilt vom Zaun gebrochen hat und datz man dort nichts weniger als „archipret" war, als man den Krieg provozirtc. Es liegt auf der Hand, und die amerikanischen Heerführer geben die« offen zu, datz ein ernsthaftes Vorgehen gegen Cuba ohne Mitwirkung der Truppen nicht möglich ist. Nach den Eingeständnissen der Amerikaner kann aber mindesten« noch ein Monat vergehen, bis genügende Truppenmengen zum Angriff auf Cuba ans die Beine gebracht sind. Ob die Slmtrifauer daun aber im Staude wären, einen Landkrieg auf Cuba zu führen, das ist noch mehr als zwciseldast, denn sobald jetzt die Regenzeit Eintritt, würde aus Cuba das Klima für die an dieses nicht gewöhnten amerikanischen Truppen ein schlimmerer Gegner sein al«*6ie Truppen der Spanier. Untcrdeß scheint c«, als ob die Amerikaner einen Handstreich auf die spanische Insel Portorico planen, die nicht nur einen sehr weith- vollcn Besitz Spaniens bildet, sondern auch für den Krieg im
Außerdem im Bau 5 Schlachtschiffe und 10 Torpedo-Fahrzeuge
786 Geschütze
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ScMfeu. iSoTorp.-B.; toEaxd.-Dcu«p/./. d. Kriegsfall bereit
560 Geschütze
46. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
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Marine-Mannschaft: 13.000 .Mann
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Atlantischen Ocean einen antzcrordentlich werthvollen Stützpunkt darstellt, besonders wegen des für die spanische Kriegsflotte unentbehrlichen Kohlenlager«. Die nothwendigste Ausgabe, die den Spaniern bei ihrer Kriegssühruug zunächst obliegt, besteht mithin darin, den Besitz PortoricoS nach jeder Richtung hin sicher zu stellen.
wb. Madrid, 24. April. (Ageucia Fabra.) Da« amtlich« Blatt veröffentlicht ein Dekret, in welchem es heißt: „Nachdem die diplomatischen Beziehungen zwischen Spanien und den Vereinigte» Staaten abgebrochen sind und der Kriegszustand zwischen den beide» Ländern begonnen hat, ergeben sich zahlreiche Fragen des Völkerrecht«, welche ganz genau klargestellt werden müssen. Gerade weil die Ungerechtigkeit der HerauSforderniig unserer Gegner — sie sind cs, die durch ihre Haltung den schwere» Konflikt hervorgerufen Haden — den Frieden der Nationen gestört hat, müssen wir auf das Allcrentichiedenste die Vorschristen d«S Völkerrechts beobachten. Die Regierung erwog daher, datz die Tbat- fache des Nichtanichllisse« an die Pariser Deklaration vom Jahre 1856 sie von der Verpflichtung befreie, die aus jener zugestandcne» Grundsätze zu respektiren. Dem Grundsatz, welchen die spanisch« Regierung rundweg ablehnte, zuznstimmen, war die Abschaffung del Kaperrechts. Die Regierung erachtet es gegenwärtig für un- umgnnglid) nothwendig, in dieser Hinsicht diesen Vorbehalt unter allen Umftäiibeii aufrecht zu erhalten, um unser« Freiheit zu wahren, sowie das absolute Recht, die Kaperei auch in» Werk zu setzen, sobald es angczeigt erscheint. Ma»
Spanien.
In Europa: 497.040 Qu.-Klm., 17,000.000 Einwohner.
Kolonialbesitz: 430.800 , ca. 10,000.000 .
davon in: Arien 296.003 Qa. Kira-, ca- 7,300.000 Etnw. I Afrika l&OM Ql Dto-j OB Z e e Amerika 138.200 , „ n 2.450.000 Einw. | Aoatraöee J4W e • • IMWei
Stärke der Kriegsflotte.
_____148 Kriegsfahrzeuge___ _____ ,
Stehend s „ Heer _ 88.00t
Der spanisch nmerikantsche Krieg.
Die fortwährenden FriedenSversicherungen der Staaten sind, wie die Vorgänge der letzten Jahre beweisen, nur so lange von Bedeutung, als der Vortheil des einen oder anderen nicht berührt vird. Sobald jedoch eine Macht aus der jeweiligen Situation mehr herausschlagen zu können scheint, ist sofort ein Konkurrent zur Stelle, der dieselbe oder eine gleichwcrthige Begünstigung verlangt, im Verweigeruugsfalle aber sofort droht. So ähnlich ging es im Vorjahre bei der Krcta-Affaire, dasselbe Schauspiel beobachten wir in Ost-Asien. Weil da« Deutsche Reich sich in Kiautschou einen festen Stützpunkt gesichert hat, mußte China an Rußland Port Arthur und Talicnwan, an England, das ja nirgends fehlt, wo cs eiuzusacken giebt, Wei-hai-wei „verpachten", wie der diplomatische Ausdruck lautet, und Frankreich Eiseubahu- Konzessioncn zusichern. Japan hat vorläufig noch nichts, wird jedoch . damit, wie die letzten Telegramme berichten, sich nicht zusrieden geben.
Der neueste Wettcrwinkel ist nun Cuba, die letzte Haupt-Besitzung . der Spanier, die ihnen von dem ganzen großen Gebiete in Central- und Süd-Amerika geblieben ist. Aus eurer ansänglich ganz unbedeutend inenden, partiellen Auflehirung gegen die spanische Herrschaft entwickelte sich eine regelrechte, große Revolution, die Spanien schon feine Menge Soldaten und Geld gekostet hat und augenscheinlich noch kosten wird. Ein General nach dem andercii wurde abberufen, weil er I wenig oder gar keinen Vortheil gegenüber den Insurgenten errang, „nö zum Schluffe ließen sich die stolzen Spanier, um die „Perle der - Antillen" und damit den letzten Rest ihres einstigen, reichen Besitzes in Amerika nicht ganz zu verlieren, schon zur Gewährung einer Mntouomie herbei. Während es auscheiiieiid nur noch um Differenzen 1^ lei einzelnen Punkten sich handelte, nach deren Beilegung wieder Frieden zwischen dem Mutterlande und der Kolonie zu erwarten war, mischten sich die Vereinigten Staaten von Amerika in die Sache, xwelchc schon früher die aufständischen Cubaner insgeheim mit Geld ■ und Munition versehen halten und dieselben sogar als kriegführende IMacht anerkennen wollten. Sie kalkulirtcn dabei ganz einfach, daß ^UPuba sich als Republik konstituireu und dem nordamerikanischeu taatcubunde beitreten werde, wofür sie übrigens durch wiederholte Betonung der Monroefchen Doktrin: „Amerika den Amerikanern" auch öffentlich Propaganda machten. Nun ist der Krieg zwischen ^Spanien und der uordaniciikanischen Union perfekt geworden.
Aus diesem Anlasse dürste es unseren Lesern w:llkommcn sein, f wenu wir ihnen durch unsere Karte eine Uebersicht de« voraussichtlichen Kriegsschauplatzes geben. Allem Anscheine nach wird sich ^derselbe bei Cuba, im Golf von Mexiko und an der Küste von Florida, vielleicht bis New-Iork hinauf, erstrecken. Wer Sieger fein wird, ist schwer zn beurthcilen. Da der Krieg in erster Liilie -ein Seekrieg sein wird, haben die Vereinigten Staaten trotz der stwmentau kleineren Flotte den Vortheil für sich, daß sie rascher an "Ort und Stelle find als das entlegene Spanien; ferner haben sie Zumeist moderne Kriegsschiffe neuester Sonftnihion, während die —anische Flotte zum großen Theile aus Schiffen veralteten Shstems, ja sogar Holzschiffcn, besteht. Dazu kommt noch, daß die materiell günstige Lage der nordamerikanischeu Union die Beschleunigung der » Bau begriffenen 171 Schiffe und die sofortige Armirung von [30 Handelkdampfern gestattet, wodurch sie auch der Zahl nach die stärkere Flotte haben werden, während das ansgesogcne Spanien sich ’ seit Jahren aus den Geld-Kalamitäten nicht zu retten weiß.
Die beistehende geographisch-statistische Tabelle giebt eine Ueber- ÖRdjt über den voraussichtlichen Kriegrschauplatz und über die staatliche und militärische Position der Gegner, welch letztere sich aUeidings '"durch Ankauf von Schiffen :c. täglich verschiebt. Die verzeichneten Stärkeverhältnisse an Kriegsmaterial find also als die kurz vor i Ausbruch des Krieges zu betrachten.
* * *
Der Krieg zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten ist Mbereits im „flotten" Gang befindlich, obwohl eine osfiziellc Kricgr- Merklärung bisher von keiner Seite ersolgt ist. Die Feindseligkeiten find von amerikanischer Seite durch die Wegnahme eines spanischen Handelsschiffes (es find inzwischen noch mehrere gekapert worden) ■ eröffnet worden. In Spanien ist man hierüber stark entrüstet und : bezeichnet diesen kriegerischen Akt ohne Erklärung des Krieges als einen Bruch des Völkerrechts. In den Vereinigten Staaten hält H man es nun doch für angebracht, den bereits begonnenen Krieg noch r- nachträglich durch eine formelle Kriegserklärung zu legalisiren, über' k welche der Kongreß am Dienstag Beschluß fassen soll, lluterdeß freut : man sich in Amerika der billigen und harmlosen „Erfolge", die den i Spaniern gegenüber errungen worden sind. Selbstverständlich ist s die Kaperung einiger Handelsschiffe ein Vergnügen, das auf den 3 | Sauf des Krieges ohne jeden Einfluß ist. Ein wesentlicher Faktor f aber wird diese Kaperei werden, sobald sie in größerem Maßstabc I betriebe» wird und es einem der beiden Theile gelingt, den Handel I des anderen auf den atlantischen Schiffsstraßen lahmzulegcn. Die t völlige Unterbindung des Handels vermag unter Umständen M, die kriegführende Partei gründlicher lahmzulegen als eine i rt verlorene Seeschlacht. Es wird wesentlich darauf ankommen, wer t bei diesem Kaperkriege, der sich bald in größerem Maßstäbe ent= i tvickeln dürfte, den Kürzeren ziehen wird. Es liegt aus der Hand, : daß hierbei an sich mehr amerikanisches als spanische« Eigenldnm X in Gefahr ist, denn die Handelsflotte der Union zählt 23,000 Schiffe | mit 4,7 Millionen Tonnen, die Spaniens nur 1468 Schiffe mit 486,000 Tonnen. In Spanien hat man auch von Anfang an große 7 Hoffnungen ans einen solchen Korsarenkrieg gesetzt, aber die ge- .. Ichichtliche Erfahrung beweist, daß die Spanier in dieser Art der Kriegssührung den niederländischen und angelsächsischen Feinden gegenüber früher stets den Kürzeren gezogen haben.
Der ernsthafte Scekampf wird sich zunächst allem Anschein nach 7 in der nächsten Nähe des KampspreiieS Cuba abspielen. Die ! Blockade, welche die Vereinigten Staaten über die Nordküste von ; Cuba zwischen Cardenes und Bahia-Honda und dem Hasen ; Cieufuegos verhängt haben, ist noch nicht von allzu großer Be- I deutung, denn einmal handelt es sich hier um einen verhältniß- Lijbäßig kleinen Küstenstrich, und zweitens fehlt noch recht viel daran, L baß die Blockade im vollen Sinne des Wortes effektiv fei. Die 7 amerikanischen Blätter erklären selbst spöttisch, daß die Blockade - nicht hstireiche, den auf sechs Monate mit Proviant versorgten e spanischen Truppen die Zufuhr abzuschneiden, daß sie aber | gerade genüge, um das Elend und die NahrungSnoth der Albanischen Bevölkerung zu steigern, der zu helfen die Botschaft des I vräfibenten als die vornehmste Absicht der amerikanischen Regierung E- bezeichnete. Ein alsbaldiger Angriff auf Havana wird von den V Bmeritanern schwerlich geplant. In den amerikanischen Marine- | misen wird ein derartiges Vorgehen als sehr bedenklich bezeichnet.
____Stehendes. Heer.— — ■ ■ ■■ 130.000 Mann
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