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40. Jahrgang.
in zwei Ausgaben. — Bezugs-PreiS: Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die ni nn ii'tv bi r t S fl
Erscheint
für die Abend-Ausgabe bis
gUtl k IßCll Nächsterscheinenden Ausgabe wird
N-. 164
Fernsprecher No. 52.
Abend■Ausgabe
durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
Die versteigerte deutsche Flotte.
t Jetzt, wo die Flottenvorlage die Gemüthcr bewegte, wird es f interessiren, über das Schicksal der von der nationalen Begeisterung geschaffene», ehemaligen deutschen Flotte etwas zu hören. Wir ^ finden da in der damals in der Schellenbergschcn Hofduchdruckerci in Wiesbaden erscheinenden, von A. Trabert redigirten „Rhein- Lahn-Zeitung" vom 29. October 1861 folgende Betrachtung eines Frankfurter Mitarbeiters:
■L „Frankfurt, 27. October. Die „Wochenschriftdes National- VereiuS" hat den Wunsch ausgesprochen, zu erfahren, wieviel der Erlös aus der versteigerten deutschen Flotte betragen habe? Da es im Werke fei, einen (wenn auch erfolglosen) Versuch zu machen, den Erlös zum Behuf der Vertheidiguug unserer Nord- und Ostsre- kästen verwendet zu sehen, so müsse es auch interessiren, den Betrag näher zu kennen :c. Wir sind nun in der Lage, diesem Wunsch entsprechen zu können, indem wir darüber die nachstehenden Notizen fc mitlheilen, die zwar keinen Anspruch auf erschöpfende Vollständigkeit machen, aber aus amtlichen Quellen geschöpft sind. — Als im Jahre 1852 zur Auflösung der deutschen Flotte geschritten wurde, waren an Schiffen vorhanden: 3 Dampssregatte» (Hansa, Barbarossa, Erzherzog Johann), 2 Segelfregatten (Deutschland, Eckernförde), U86 Kanonenboote zu Vegesack und 1 zu Lübeck gelagert. Die . Warinc-Abtheilung hatte zur Zeit der Auflösung de» Werth aller dieser Schiffe auf 3,121,765 Gulden toxirt. Der Auflösungs- Kommissär überzeugte sich aber bald, daß ein. dem Schätzungswerthe E entsprechender Erlös nicht erreicht werden könne. Thcils im Auktion--, theilS im Submissionrwege wurde für die Schiffe erlöst: für die Fregatte „Deutschland" 9200 Thaler, für sechs Dampfkorvetteu (an die General Steam Navigation Company si in London verkauft) 238,000 Thaler, für 26 Kanonenboote £ 10,600 Thaler, für 1 Kanonenboot 457 Thaler. Etwas später ff vurden die Dampfer „Hansa" und „Erzherzog Johann" um k. 175,000 Thaler an ein Bremer Handlungshaus verkauft. Die v Schiffe „Eckernförde" und „Barbarossa" waren schon durch Buudes- tz befchlusi vom 2. April 1852 der preußischen Negierung zu dem von ET der Marine-Kommission angenommenen Werthe von 262,500 Thaler», E respektive 452,200 ft., definitiv überlassen worden. Preußen hatte E schon eine Abschlagszahlung von 160,000 fl. geleistet; der Rest des W Kaufpreises wurde aus dessen Guthaben hinsichtlich der Flotte I; berechnet. In einem AnSschnßberichte vom 11. August 1853 wurde | approximativ der ganze VerkausSerlöS der Schiffe und des sonstigen E Materials auf 1,551,961 fl. angegeben; davon sollten aber bis zum M völligen Abschluß der AuflösuugSgeschästes an Ausgaben noch : 436,803 fl. abgehen, sodaß der ganze verfügbare Rest 1,115,158 fl. W betragen hätte." — Und werden nun unsere Diplomaten zaudern, diese 1,115,158 fl. für die neue deutsche Flotte znrückzugeben? Drei g brennende Fragen — von der BundeSresormsrage ganz abgesehen — | schweben gerade jetzt, in welchen die Herren hätten zeigen sollen " oder noch heute zeigen könnten, daß sie sich denn doch den un- K- abwendbaren Forderungen der Nation anders gegenüberzustellen | gedenken, als es bis auf diese» Tag bei ihnen hergebracht ist.
Schleswig-Holstein heißt die eine und Kurhessen die andere Frage. 6 Was fie in beiden gethan und was sie nicht getha» haben — U brauchen wir es Irgendwem ins Gedächtniß zurückzurufen? Die dritte Frage aber ist jetzt der allgemeine Ruf nach Schiffen, das Verlangen nach einer deutschen Marine. Doch wir hören noch immer die Hammerschläge, diese gellenden Hammerschläge der Versteigerung.
* » *
Den Verkauf der Flotte, der nicht mehr Sache des Reichs- mnisteriums war, sondern des Bundestags, hat nach langem Zögern und nachdem sich Viele geweigert hatten, der im Jahre 1784 - ui Hildburghausen geborene oldenburgische Staatsmann Hannibal Fischer übernommen, und dieser halte beim dafür Hohn und Spott Yi reichstem Maße, theilweise sogar Mißachtung geerntet.
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1898.
Donnerstag, den T» April
Fernsprecher No. 52.
11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. — Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.
Deutsches Deich.
* Kof- nnv Versonal-Uachrichten. Die Hofhaltung des Prinzen Albrecht in Hannover wird aufgelöst. Der prinzliche Hofhalt befand sich hier seit dem Sommer 1871.- Der frühere badische Justizminister und stellvertretende Bevollmächtigte beim Bnndesrath, Grimm, ist gestern im Alter von 68 Jahren gestorben. — Der neueste ärztliche Bericht über das Befinden des Königs Otto lautet: Das Befinden des Königs Otto giebt auch heute zu ernstlichen Besorgnissen keine Veranlassung. Die Blasenblutung ist zur Zeit nur noch in Spuren vorhanden. Für eine ernstere Nieren- erkrankung ergiebt sich durchaus fein Anhaltspunkt. Fieber besteht nicht. Appetit, Schlaf und Kräftezustand zeigen keine wesentliche Aenderung. lieber die Natur der Blasenblutung durch lokale Untersuchung der Blase Einsicht zu gewinnen, ist gegenwärtig infolge des Seelenzustandes des KöuigS unmöglich. — Fürst Bismarck soll, wie die „D. TageSztg." imttheilt, zu einem Gntsbeamten der Herrschaft Varzin die Hoffnung geäußert haben, diesen Sommer in Varzin einen Besuch machen zu können.
* Kerlin, 7. April. Wie man der „T. R." mittheilt, Hal nunmehr Blaximilian Harden gegen Professor Delbrück, gemäß dessen Aufforderung, die Klage wegen Beleidigung eingereicht. Da wird mau sich wohl aus recht unerquickliche Dinge gefaßt machen dürfen.
* Achselschnürr für Eisrnbnhn-Untrrbeamtr. Seither waren zur Erlangung der Anszeichnungrschnüre fünf, und zur Erlangung der Doppelschuüre zehn völlig straffreie Dienstjahre erforderlich. Im Eisenbahnbetrieb, in welchem jede», kleinste Versehen geahndet wird, sind somit zehn völlig straffreie Dienstjahre eine große Seltenheit. Der Herr Minister der preußischen SwatSbahn hat deshalb hefohlen, daß an Stelle der Worte „völlig straffreien" die Worte „völlig zufriedenstellende" gesetzt werden. Es können nunmehr auch biqenigtn Unterbeamten die oft fehnlichst erwarteten Schnüre erhalten, welche in den fünf ober zehn Jahren ein- ober einigemale eine Strafe erlitten, sich aber boch sonst völlig zusrieben- stellend geführt haben.
* Zur Regelung de» Vogelschutzes sind internationale Verhandlimgen im Gange. Der im Jahre 1895 zwischen ben Vertretern ber meisten europäischen Nationen vereinbarte Entwurf einer Vogelschutz-Konvention unterliegt zur Zeit noch der Prüfung der beteiligten Regierungen. Diele zieht sich aus dem Grunde etwas in die Länge, weil in verschiedenen Staaten überhaupt noch keine Gesetze über den Schutz der Vögel bestehe» und daher dort eine besonders eingehende Erwägung der Frage nothwendig ist, ob die Bestimmungen der Koiweutiou für das betreffende Land annehmbar sind vder nicht.
* ©ine Umfrage über die Todesstrafe veranstaltet Herr Alfred Herman» Fried in Berlin V., indem er einen Ausruf erläßt, dem wir folgende AnSsührungeu entnehmen: Das Dogma von bet Unverletzlichkeit bc8 menschlichen Lebens ist eines der heißumstrittensten Ideale modernen Geistes. Weit davon entfernt, dieses Ideal in Wirklichkeit zu wandeln, stehen die europäische» Staaten mit ihren erzbereiten Millionenheeren jederzeit bereit, zu beweisen, wie wenig hoch das Menschenleben bei ihnen im Course steht. Ader auch auf dem Gebiete der Rechtspflege ist der alttestamentarische Grundsatz von dem „Äug' um Auge, Zahn um Zahn" noch immer in voller Geltung, und nur wenige Länder unseres Erdtheils haben den neuen Errungenschaften einer tiesschaueudeu Seelenkunde und einer allumfassenden Menschlichkeit den grau - grauen, brutalen Theorieen des Alterthums und des Mittelalters gegenüber in ihrer Gesetzgebung Ausdruck verliehen. Das Henkerbeil und ber Galgen bilben noch immer die ultima ratio bes Rechtes und ein scheinbar unentbehrliches Jnventarstück des modernen Staates. Noch immer giebt es in Deutschland einen Beamten, der berufen ist, im Lande umherzureffen und bald hier, bald dort mit dem mitgesührten Beile den Kops irgend eines Sünders ad majorem dei gloriam vom Rumpfe zu trennen und in treuer Diensterfüllung schaurige Jubiläen zu feiern. — Wir schicken uns an, mit diesem ganzen mittelalterlicheu Ballast beloben, die Schwelle
eines neuen Jahrhunderts zu überschreiten, von dessen Grenzen uns nur noch Monate trennen. Es bleibt uns hierbei lediglich der Trost, den wir mit hinübernehmen können, daß die Theorie die Praxis schon besiegt hat, daß das Bewußtsein von dem endlichen Triumphe des mobernen Geistes über bie blnttriefeube Sitte des Tages schon vorhanben ist und baß bie Tobesstrase, obwohl noch auSgeiibt unb zu Recht bestehend, von den neuen Menschen einer höher stehenden Zeit bereits verworfen wird. — Ich hielt es daher angebracht, ein Dokument zu schassen, bas die Meinung der hervorragendsten Geister deutscher Zunge über diesen Defekt in der Entwickelung festhält, ein Dokument, das Zeugnis dafür oblegen soll, daß das Institut der Todesstrafe im Jahre 1898 nicht mehr im Geiste der Zeit lag, sondern nur vermöge eines Trägheitsmomentes in der Flucht der Erscheinungen sein Dasein fristeteI — Gerade die Anhäufung solcher Gerichtsurtheile der letzten Zeit, die mit dem allgemeinen Rechtsbewußtsein des Volkes im schroffsten Widerspruch standen, Urtheile, bie im eigenen Lande und auch weit über dessen Grenzen hinaus die Volksleidenschasten entflammten (die Fälle Schröder, Ziethen, Koschemanu in Deutschland, bie DreyluS-Affaire in Frankreich, die Barcelonaer Ereignisfein Spanien), sind geeignet, jenes barbarische Strafmittel, das einer irrenden Justiz kein Rückwärts mehr gestattet, in das richtige Licht zu stellen und dem Ideale einer gesitteten Gesellschaft, das menschliche Leben als unverletzbar erklärt zu sehen, znm Siege zu verhelfen.
* R«»dfcha« im Reiche. Wegen Fahnenflucht erläßt das Gericht der 31. Division (Strafebürg) nicht weniger als zweinudvierzig Steckbriefe auf einmal. Die 42 Deserteure sind in der größten Mehrzahl elsäfeische Rekruten. — Die Höhleu- Wohnungen in Westpreußen, von denen wir vor einigen Wochen berichtete», sind, wie sozialdemokratische Blätter mittheilen, seit dem 1. April verschwunden. Die öffentliche Kritik hat also gewirkt. Wohin sich aber die Höhlenbewohner gewendet haben, wird nicht gesagt. In Palästen werden sie wohl auch jetzt nicht wohnen. — Die Stadtverordneten in Dortmund beschlossen, eine Kopfsteuer von 6Mk. denjenigen Betrieben aufzuerlegen, in denen über 50 Arbeiter beschäftigt werden.
Ausland.
* Frankreich. Der Staatsanwalt Athalin hält die Entscheidung des Esterhazy-Kriegsgerichts für so sicher, daß er bie Aeufeerung that, bie Sache komme abermals vor seine Assisen, und zwar sehr halb. Eine Petition hervorragender Kaufleute und Industrieller, für welche gestern und heute Unterschriften gesammelt werde» sollten, beschwört die konipetenlen Kreise, ber Stadt unb bem Lande neue Aufregungen zu ersparen, und spricht volles Vertrauen zur Armee ans, welches auch durch die Resultate eines neuen Prozesses nicht gesteigert werden könnte. — Die Zahl ber Ehescheidungen nimmt jetzt in Frankreich mit jedem Jahre zu. In dem Jahre 1885, in weichem die Ehescheidung eingeführt wurde,' sind 4277 Ehe» geschieden, 1886 nur 2950, von da an steigt die Zahl aber beständig; 1894 gab es 6419, 1895 schon 6743 Ehescheidungen.
* Serbien. Das Hochwasser richtet in ganz Serbien kolossalen Schaden an. Besonders die Saaten haben stark gelitten. Viele Ortschaften sind überschwemmt.
* Asten. Die Arrangements für den Empfang des Prinzen Sei mich in Peking sind jetzt getroffen. Wie über London aus King gemeldet wird, erwartet mau die Ankunft des Prinzen in ungefähr einem Monat. Li-Hung-Tschang unb Waiig-Tfchong- Mig-Waug werden den hohen Gast ihre« Kaisers auf einer Station unweit Peking erwarten, um ihn dort im Nomen ihres Herrn zu begrüßen. Prinz Heinrich wird in der deutschen Gesandtschaft in Peking wohnen. Für fein Gefolge ist ein besonderes Hau« her- gerichtet worden. Der Kaiser von China wird den Prinzen Heinrich in seinem Sommerpalast empfangen. Dabei ist die Frage, welche den Gegenstand vieler Verhandlungen bildete, dahin entschieden worden, daß ber Kaiser ihn stehend empfangen wird.
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' (Nachdruck verboten.)
Zum SO. Geburtstag des Königs Christian IX. von Dänemark.
Beistehend geben wir unfern Lesern ein Portrait des greifen Königs von Dänemark, welcher, am 8. April 1818 auf dem Schloß Luisenlund bei Schleswig geboren, nunmehr seinen achtzigsten Geburtstag feiert. Seit dem 26. Mai 1842 mit der Prinzessin Luise, einer Tochter des Landgrafen Wilhelm von Hessen - Kassel und der Prinzessin Luise Charlotte, Schwester Christian VIII. von Dänemark, vermählt, hatte er wohlbegründete Aussicht, dereinst den dänischen Thron zu besteigen. Er nahm aus diesem Grunde auch seinen Wohnsitz in Kopenhagen und benahm sich in jeder Beziehung als Düne. In der That wurde er durch das Thronfolgegesetz vom 31. Juli 1853 Erbprinz von Dänemark. Für das eigentliche Königreich Dänemark erlangte dieses Gesetz nach Verzicht der Agnaten und Zustimmung des Reichstags sofort Gültigkeit. Auch in den drei Herzogthümern wurde dasselbe verkündigt; aber hier fehlte ihm die Zustimmung der Agnaten, der Stände und des Deutschen Bundes. Trotzdem trat Christian, nachdem Friedrich VII. am 15. November 1863 gestorben war, die Regierung in der ganzen Monarchie an, und seine erste Regierungshandlung war, daß er am 18. November desselben Jahres die Verfassung bestätigte, durch welche das Herzogthum Schleswig mit Dänemark ganz verschmolzen werden sollte. Dies verursachte den Krieg mit Oesterreich und Preußen 1864, dessen Endergebniß war, daß die drei Herzogtümer an die deutschen Großmächte abgetreten werden wußten. Bekanntlich nimmt König Christian IX. durch seine weitverzweigten verwandtschaftlichen Beziehungen, besonders zu Rußland und England, eine hervorragende Stellung ein. In Wiesbaden ist er ein jährlich wieder- krhrnM, bejiefisr M getreuer Kurgast.
Ans dem Lebe» des Königs Lhristiail IX.
Von Carlos v. Wallis.
Der „Schwiegervater Europas" — anders nennt mau ihn nicht, den König Christian IX. von Dänemark — feiert am 8. April dieses Jahres seinen achtzigsten Geburtstag.
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Ich will hier nicht sein Leben erzählen, nein, nur einige lustige Episoden aus seinem Leben, denn ost charakterisirt nichts den Menschen so sehr, als die Geschichten, die man
sich von ihm erzählt. Was kann beispielsweise für die schlichte Art des dänischen Königs besser sprechen als folgende Episode:
Eine alte Dame will in Kopenhagen eine Straße durchqueren, sie gleitet aus und stürzt. Ein alter noch ziemlich stramm aussehender Herr hilft ihr auf und reicht ihr, da die Dame hinkt und heftige Schmerzen im Fuße hat, den Arm. Auf einen Wink hält ein Wagen. Der Herr hilft der Dame hinein. „Nicht wahr," fragt sie und reicht ihm ihre Karte, „Sie besuchen mich, damit ich Ihnen recht von Herzen danken kann?"
„O," meint der Herr, „deshalb werde ich nicht kommen, aber um zu sehen, ob Ihnen der Unfall nicht weiter geschadet." Und am nächsten Tage erscheint der König wirklich int Hause der Dame — die vor Schreck, als sie erfährt, wer der galante Kavalier ist, ganz aus der Fassung gerät!).---
Als geistvollen Mann, der die Schwäche der Menschheit zu geißeln versteht, zeigte sich der König bei folgender Gelegenheit.
Im Londoner Klub der Künstler ist der König zu Gaste/ Ein junger, spanischer, jetzt sehr gefeierter Violinist, der damals jedoch erst am Beginn seiner Virtuosenlausbahu noch stand, trägt einige Stücke vor.
Nach dem Konzert tritt der König auf den Künstler zu:
„Ich habe Paganini, Spohr, Vieuxtemps und die größten Meister gehört," sagte er, „Sie aber . . ." und bei diesen Worten des Königs macht der geschmeichelte Künstler, der den für ihn so überaus ehrenden Vergleich schon vorausahnt, eine förmlich das Lob abwehrende tiefe Verbeugung.
Sie aber . . ." fährt der König unbeirrt fort, „haben leider diese Vorbilder nicht hören können. Trotzdem, junger Mann, muß ich sagen, daß Sie ganz Tüchtiges leisten. Fahren Sie so fort, dann wird noch was Rechtes aus Ihnen werden 1" Sprach'S, klopfte dem Künstler auf die Achseln und ging.
