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46. Jahrgang.

aeint in zwei Ausgaben. Bezugs-PreiS: den Verlag SO Pfg. monatlich, durch btt Post 1 Mk. 60 Psg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgasse 27.

115,000 Abonnenten.

Slnzeigen-PreiSt

Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige» 15 Pfg., für answärtige Anzeigen 25 Psa. Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

1898.

Mittwoch, den 6. April.

Fernsprecher No. 52.

N-. 162.

Fernsprecher No. 52.

i « . cx ... i...... für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen. Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur

AN^etAeN-^UNNdwe Nächsterscheinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

Abend.Ausgabe

Der spanisch-amerikanische Konflikt

die Feindseligkeiten auf Cuba

Schule und Unterricht

Anzahl derVblksschzilen.:56600 1 ön. ganzen. iLKostzn. desört£enxcktES72A?AfiZZ.J6u* \DexUschzJvRetek.

Anzahl der Volksschulen in den einzelnen Ländern.

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Anzahl der höheren Töchterschulen: 481 Schalen mit 90800 Schülerinnen.

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Anzahl der Mittelschulen: 1024 Schulen mit 268170 Schülern.

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Anzahl der Lehrerbildungsanstalten und Seminare; 229 Anstalten mit 22720 Zöglingen.

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Vergleichende Frequenz der 22 Universitäten des Deutschen Reichs und deren Fakultäten (Winter-Semester 1895/53).

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Lehrpersonen: 2621.

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die Juristen, hierauf die Philo­sophen und Mathematiker, und dann kommen in christlicher Be»

Ncalprogymnasten. 585 derartige höhere Schulen stehen in Preußen 86,350 Volksschulen gegenüber, und wenn /nan rechnet, daß etwa 15 pCt. der Bevölkerung in Deutschland die Volksschule besuchen, f? kommen in Preußen mit seinen rund 150M) höheren Schülern kaum/s pCt. auf die betreffenden höheren Schulen.

einigten Staaten, schon durch Zuhülfenahme ihrer kleineren Schiffe, über weit stärkere Mittel verfügen. Wünschenswerth wäre eS freilich, daß die Probe auf das Exempel vermieden wird und daß es den jetzt angebahnten Vermittelungsversuchen gelingt, den drohenden Kriegsausbruch noch im letzten Augen­blick zu verhindern.

(Nachdruck verboten.)

Das Kchalwefen Deutschlands.

Wenn es auch nicht die allererste Stelle einnimmt es wird von der Schweiz und den skandinavischen Ländern etwas überholt, so steht doch das Schul- und Unterrichtswesen Deutschlands dem

Die Frage, ob zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten der bisherige unfriedliche Friede, der nur auf den Ausbruch einer Explosion wartet, weiter herrschen, oder ob dieser Zustand alsbald dem des offenen Krieges Platz machen soll, steht kurz vor ihrer Entscheidung. Spanien ist mit seinen Konzessionen an die Vereinigten Staaten an die Grenze des Möglichen gegangen; es hat sich bereit erklärt,

Außerordentliche Hörer Professoren

kriegerischen Zusammenstoßes

ist um so stärker, als sich auch in Spanien allgemach aller ! Volksklassen eine starke, aus den jüngsten Vorgängen leicht zu erklärende patriotische Leidenschaftlichkeit bemächtigt hat, die ' vor keinem Opfer und vor keinen Gefahren mehr zurückschreckt.

Man hat sich in Spanien allmählich mit dem Gedanken einer bewaffneten Auseinandersetzung mit den Vereinigten z Staaten vertraut gemacht und auf beiden Seiten werden f die Kriegsrnstungen mit gesteigertem Eifer betrieben. Daß f man in Spanien vor dem Gedanken eines Krieges mit den I Vereinigten Staaten nicht mehr zurückschreckt, ist schon deshalb | zu begreifen, weil Spanien, wie groß auch der Unterschied »- der Stärkeverhältnisse zwischen beiden Ländern sein mag, sich jedenfalls des einen sonst freilich zweifelhaften Vorzugs vor den Vereinigten Staaten erfreut, daß es weniger zu verlieren hat als diese. Käme es zwischen den beiden | Staaten zum Kriege, so könnte es sich selbstverständlich nur um einen Seekrieg handeln. Bei einem solchen hätte aber I das völlig verarmte Spanien, rein materiell genommen, weniger Verluste zu befürchten als die Vereinigten Staaten, deren starkem Handel durch dir spanischen Kaperschiffe schwerer S Schaden zugefügt werden könnte.

Was die Kriegsstärken der beiden Flotten betrifft, so kann kaum ein Zweifel sein, daß die amerikanische Flotte der spanischen überlegen ist. An größeren Kriegsschiffen ' besitzt Spanien 9 Panzerschiffe mit zusammen 60,000 t M und 6 Kreuzer mit 16,0001 Deplacement. Die Vereinigten ' Staaten dagegen verfügen über 7 Panzerschiffe mit 66,0001 und 13 Kreuzer mit 57,0001 Deplacement. Die amerikanische Flotte ist also alles in allem offenbar der spanischen über­legen, umsomehr, da die spanischen Schiffe durchweg kleiner ' und älter sind. Bei einem Kriege dürfte sich aber die Situation für Spanien voraussichtlich dadurch noch weit ungünstiger gestalten, daß der Kriegsschauplatz doch wahr- A scheinlich in die Nähe von Cuba, das den Preis des Kampfes Albet verlegt werden würde. Hier würden aber die Ver-

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Abnahme der Analphabeten unter den Rekruten des deutschen Beicheheercs und der Marine vom Jahre 1875 bl-1888.

fonje>0000zumffeeresdimste dngesteHZen. Reknam waren, des lesens und Schreilens unkundig in den. Jahren: ' *

scheiden Helt die Theologen. Un­gefähr 35,000 Studenten zählen die deutschen wissenschaftlichen Hoch­schulen mit einem Lehrpersonal von übet 2600 Gelehrten. Mag man, mit mehr oder weniger Recht, die Ansicht vertreten, daß der Bildungsstätten noch nicht genug seien im Reich, das ist wenigstens zweifellos, daß das Vorhandene schon ausreicht, Deutschland für die heutigen Verhältnisse als einen Bildungsstaat ersten Ranges zu kennzeichnen.

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Deutsches Deich.

* fiof- und Personal. Nachrichten. Wie nunmehr fest­steht, werden KaiserWilhelm am 23. d. M-, Vormittags 10 Uhr, und Kaiser Frau, Joses um 10 Ubr 35 Mm. auf dem Hauptbahnhof in Dresden ein­treffen. Eine Verschlimmerung ist im Besinden des König- Otto eingetreten. Wie ans ärzt­lichen Kreisen mitgetheilt wird, ist es nicht ausgeschlossen, daß sich auf den Nieren Äbscesse gebildet haben, die anfgebrochen sind und den Blutabgang bewirkt haben. ES ist diese Annahme wohl umso berechtigter, weil bei der Gehirn­erweichung im vorgeschrittenen Stadium das Auftreten von Abscessen eine sehr häusig be­obachtete Erscheinung bildet. Der -ReichSanzeiger" veröffentlicht die schon mitgetheilte Ernennung des bisherigen Staatssekretärs bei der Botschaft in Washington, LegationSrath« v. Reichenau, zum Generalkonsul für Bulgarien.

* gerillt, 6. April. Gegen den aus Edeukosen stammenden 30-jährigen Schriftsteller Gustav Hinster ist die reichsgerichtliche Vor Untersuchung wegen Verrath^ militärischer Geheimnifsr

aller europäischen Großmächte voran. Ein Blick auf die beistehende Tafel au» Professor HickmannS geographisch-statistischem Handatlas ergiedt einen sehr informirenden Ueberblick über die Verhältnisse, wie sie derzeit ungefähr bei uns bestehen. Das edle Geschlecht der Analpha­beten, jener Staatsbürger, die weder des Lesens, noch des Schreibens kundig sind, derKrenzelschreiber", wie sie Anzengruber in einem köst­lichen Volksstück bezeichnet, ist bei uns im Aussterben begriffen, und die Zeit wird nicht mehr fern fein, wo man in Deutschland den letzten Analphabeten vielleicht als Wunderthier auf den Jahr­märkten für Geld sehen läßt. Wie sehr diese SpecieS, die sich fast durchwegs aus den Provinzen mit polnischer Bevölkerung rekrutirt, in der Abnahme befindlich, zeigt die Darstellung am Fuße nuferer Tafel. Im Jahre des Heils 1876 bis 77 befanden sich unter 10,000 Rekruten noch 212, die der elementarsten Schulkennt- niffe entbehrten, d. h. etwa der fünfzigste Theil der hoff- imngsvollen Vaterlandsvertheidiger konnte nicht lesen und schreiben. Die Zahl aber sank rapid von Jahr zu Jahr, dermaßen, daß jetzt auf 10,000 Rekruten nur 15 Analphabeten kommen, oder einer auf etwa 700 Mann. Demnach scheint es sich einigermabe» zu rentiren, daß unser gemeinsames Vaterland jährlich eine Viertel­milliarde für Schulzwecke ansgiebt und die Volksschulen auf die stattliche Zahl von ca. 57,000 brachte bei etwa 8 Millionen schul­besuchenden Kindern, die unter der Fuchtel von einem Heere von 120,000 Lehrern stehen. Wahrlich, eine recht stattliche Armee im Kampfe gegen Unbildung und Roheit.

ES ist immer nur ein geringer Prozentsatz von Schülern, welcher einer höheren Bildung theilhaftig werden kann, als sie die Volksschule bietet. So stehen, wenn wir das Mädchenschulwesen zunächst i»S Auge faffeu, in Preußen etwa 100 Volksschulen eine Höhere Töchterschule gegenüber, deren der Staat WO gegen 36,350 Volksschulen auszuweisen hat. Wenn man sieht, daß Bayern, der zweitgrößte deutsche Bundesstaat, nur 20 höhere Töchterschulen mit noch nicht 3000 Schülerinnen aufweist, do» Königreich Sachsen hingegen nur 4 (geschrieben vier) Höhere Töchterschnleu mit noch nicht 1000 Schülerinnen, so kann man wohl zu der Meinung kommen, daß für diehöben* Bildung der Töchter au» den wohlhabenderen Klaffen die Privatschulen eifrig befliffen sind, während aus sehr natürlichen Gründen für den männlichen Nachwuchs staatlicherseit» ganz unverhältniß- mäßig mehr geschieht. Die schematische Zusammenstellung de» Mittelschulwesens zeigt dies. Unter Mittelschulen sind hier nicht etwa jene in einigen Landestheilen vorhandenenge­hobenen* Volksschulen mit französischem Unterricht zu verstehen, sondern die Gymnasien und Progymnasien und die Realschulen und

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Das Heer der Volksschullehrer wird in 229 Anstalten mH ca. 23,000 Zöglingen fortwährend ergänzt. 22 Universitäten zählt das Deutsche Reich, außerdem, was wohl nur sehr Wenige wissen dürsten, eine katholisch - theologische Fakultät zu Braunsburg, einem kleinen Städtchen in Ostpreußen. Berlin, München und Leipzig zählen die meisten Studirenden, München hat die numerisch größte Zahl von Medizin-Studirenden, Würzburg aber die größte Zahl tm Verhältniß, beim mehr als die Hälfte be­fleißigt sich dort des ärztlichen Studium». Die Jünger AeskulapS haben überhaupt die Vorhand unter den Studenten; ihnen folgen

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einzustellen, wenn die Auf­ständischen den General­gouverneur darum ersuchen, und es hat sich auch sonst l zu jedem möglichen Entgegen­kommen in den anderen streitigen Fragen verstanden. Einen klugen diplomatischen Schachzug hat die spanische Regierung dadurch ausgeführt, baß sie dieVermittelung" der Vereinigten Staaten an die cubanische Kolonialregierung tr verwies. Diese Anerkennung der cubanischen Autonomie können die Vereinigt. Staaten, die so lange die Autonomie für Cuba als den Kern ihrer M Forderungen bezeichnet hatten, nicht leicht zurückweisen.

Der Präsident Mac Kinley selbst hat offenbar die ernste Absicht, wenn irgend möglich, den Frieden aufrecht zu er­halten, aber sein Einfluß ist keineswegs entscheidend, und die Möglichkeit ist nicht gering, daß er dem Chauvinismus der Kriegspartei und denHetzereien dergelben Presse" gegenüber den Rückzug anzutreten ge­zwungen wird. Zwar giebt - es auch in den Vereinigten Staaten eine große Partei, die jeder Politik der kriegerischen Abenteuer abhold ist und eine Verständigung mit Spanien wünscht. Aber zur Zeit hat die Chauvinistenparlei bedenk­lich an Einfluß gewonnen und es ist nicht unmöglich, daß sie ; im Kongreß die Oberhand fe ß gewinnt. Die Gefahr eines

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1 L-1 u DieVolkszeitung" schreibt.

' daß ihre Meldung, Bismarck

habe dem Oberförster Lange die volle strittige Forderung be­willigt, ein Aprilscherz von ihr gewesen sei. Jedenfalls ein sehr schlechter Aprilscherz!

* Militärische Ausgaben in Deutschland und Rußland. Der russischeJnvalive" weist daraus hin, daß Deutschland in den letzten zehn Jahren für die Land-Armee bedeutend mehr als Rnß- land ausgegeben habe; nämlich Rußland einschließlich der 185 Millionen betragendenaußergewöhnlichen" Ausgaben 2541 Millionen Rubel oder 6354 Piillionen Francs, Deutschland mit einmaligen und außer­gewöhnlichen Ausgaben von 1664 Millionen Mark 5880 Millioiter Mark oder 7351 Millionen Francs.

* Gegen das Dennnciantentlium hat bet Kgl. Eisenbahn- Betriebsdirektor Z. in M. unterm 16. März d. I. an seine sämmt- lichen Beamten und Arbeiter folgende löbliche Verfügung erlaßen: Seit Uebernahme der Betriebs-Inspektion find mir in größerer Zahl anonyme Anzeigen über Beamte der Inspektion zugesandt worden. Derartige Anzeigen werden von mir dem Papierkorbe über­liefert, da ich keinem mir unterstellten Beamten zumiithen kann, sich gegen Anschuldigungen eines Menschen zu vertheidigen, der zu feig ist, seine Anklage selbst zu vertreten, und versucht, ans sicherem Versteck seinen Vorgesetzten mit Schmutz zu bewerfen. Begründeten Beschwerden abzuhelfen, welche mir mündlich oder schriftlich vor­getragen werden, wird nach wie vor mein eifrigste» Bestreben (ein/

* Zwei neue Entwürfe eine» Psft-Zeit«ng»tarif» find, denReuen Polit. Nacht." zufolge, im Reichspostamt in der Aus­arbeitung begriffen. Nach ihrer Fertigstellung, die erst in einigen Monaten erfolgen durfte, will der Staatssekretär sie einer Konferenz von Zeitungs-Interessenten zur gutachtlichen Aeußerung vorlegen. Es scheint im ReichSpostamt mit fieberhafter Elle gearbeitet zu werden, da die Entwürfe schonin einigen Monaten" fertig sein sollen.

* Es getzl doch nicht» filier Znoieiregieren. Diese Bemerkung knüpft dieKöln. Ztg." an den Beschluß der Petitions­kommission des Abgeordnetenhauses, den Minister zu bitten, die Lona Bartifon auszuweisen. Da» nationalliberale Blatt schreibt: Auf alle Fälle stehen der Polizei ausreichende Mittel zur Ver» fügung, entsittlichend wirkende Vorführungen zu verbieten. Glaubt die Petitiouskommission, daß die bestehenden Vorschriften dafür nicht ausreichen, so hätte sie ihrerseits gesetzgeberische Maßregeln zur Beseitigung dieser Lücke Vorschlägen sollen; aber auf den Aus­weg zu gelangen, die Ausweisung der betreffenden Reiterin zu verlangen, weil ste zufällig eine Aurländerin ist, da» scheint uns doch in der Thal alle Grenzen de» Zulässigen zu überschreiten. Wir verstehen nicht, wie ein Vertreter de»

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