Wiesbadener Tagdlait (Morsteu-Ansgnbe). Berlag: rkauggafse 37.
46. Jahrgang. No. 157,
। Seite 3. 3. April 1888.
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Letzte Nachrichten.
Vari», 2.April. (Privat-Telegramm.) Der Kaflations. Hof kassirte das Urthefl des Zola-Prozesse«, ohne die Sache vor eine neue Jury zu verweisen. Aufhebuugsgrund ift die mangelnde Klageberechtigung des KriegsministerS.
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Kuustreiterei aus der Varietebühue heimisch zu machen, wurde von der Baronin in Paris unternommen, und sie muß es als ein Glück an sehen, daß sie diese« Unternehmen nicht mit dem Leben bezahlt har. Wieder war er der Steiger „CzardaS", derihr verhängnißvoll wurde, dasselbe Pferd, das in Petersburg;nm „Heirathsvermittler" wurde und das sie auch jetzt noch hier reitet. Da« Thier überschlug sich wieder, uud Frau v. Rhoden entging nur mit knapper Noth der Gefahr." Den „Hamlet", einen ^Prachtvollen Fuchs mit vielem Temperament, aus dem die graziöse, elegante Erscheinung der Dame vortrefflich zur Geltung kommt, reitet die Baronin in allen Gangarten der hohen Schule und beweist dabei gleich die große Vollendung ihrer Knust. Notz und Reiterin sind wie aus einem Guß; das Thier gehorcht den leisesten Rusen, die ihm seine Herrin in kaum merklicher Weise giebt. Nach dem Fuchrheugst führt Fran v. Nhadeu den Steiger „Czardar" vor. Wie die Künstlerin das sehr schön gebaute und ebenso gezeichnete Thier steigen läßt, ist wohl dasGroß- artigste, war eine Dame bis jetzt in der Reitkunst geleistet hat.
— Hrh'lDtukmal. Im Juseratentheil des „Tagblatt" bc- sindet sich ein A u s r u s zur Errichtung eines Denkmals für den verstorbenen Kurdirektor Ferdinand Hey'l. E« sei aus jener Lcr- öffeutlichnug an dieser Stelle besonder» hingewiesen, umso mehr, als die Zahl der Freunde und Verehrer des ersten Wiesbadener KnrdirektorS eine sehr große ist und die Verdienste desselben um unsere Vaterstadt als Kurort unvergängliche genannt werden dürfe». Die Freunde der Sache gehe» mit Eifer an» Werk und treffen, dank der Vorbereitungen des Sprudelraths, bereits SammluugS- ergebnisse an, welche ihrem Vorhaben sehr wohl die Wege ebnen. Bereit« auf nächsten Dienstag, Abend« 8*/s Uhr, ist eine öffentliche Versammlung zur endgültigen Konstituirnng de« Comiie« und des geschäftsführenden Ausschusses in das „Restaurant Engel" nnberaunit.
— Ausstritnng von Kolossal-Vemiild««. Um das Interesse für die Knust zu wecken, soll die Ausstellung der Kolossal-Gemälde: .Heinrich Heines letzter Traum", „Heine-Denkmal", „La sirene moderne“, „Prinzeß Ilse", Lady Godiva" Jedem zugänglich gemacht werden. Zur Erreichung diese» Ziel« ist der Eintrittspreis an den 4 Schlußtageu, Sonntag, Montag, Dienstag und Mittwoch, auf 10 Pfennig pro Person ermäßigt. Zweifellos werden Alle, welche die hervorragenden Kunstwerke noch sehen möchten, diese Gelegenheit gern benutzen, und auch so Mancher wird noch einen Abschiedsbesuch machen wollen, umsomehr, als «eben den Kolossalgemälden noch 45 kleinere Bilder der deutschen, französischen und holländischen Schulen zu besichtigen sind. Die Ausstellung Wilhelmstraße 16 ist auch am Sonutag bis Abend» 9 Uhr geöffnet.
— El» unheimliches Hartrll. Die „Deutsche Medizinische Wochenschrift" schreibt: Von Herrn Dr. A. Oppenheim in Berlin erhalten wir folgende, ganz überraschende Vorkommnisse enthüllende Zuschrift über eine eigenthümliche Industrie mancher (wir wollen hoffen, nur eines kleinen Theil») hiesiger Privatkraukenwärter: „Auf Grund genauer Erhebungen, die ich in letzter Zeit ausgenommen habe, halte ich es für meine Pflicht, die Herren Kollegen, und namentlich die Anstaltsärzte, mit einer Industrie bekannt zu nrndieii, welche in Berlin und, wie ich höre, auch in anderen großen Städten in giftigster Blürhe steht. ES sind dies die Beziehungen zwischen dem Sarghäudler und dem Krankenwärter. Diese könnten freilich schon eine Institution genannt werden, denn sie sollen schon seit 50 Jahren bestehen. Was bisher im Verborgenen wühlte, trägt heute ein offenes Visir, und gedruckte Cirknlare kommen tagtäglich in die Hände der Krankenwärter, denen e« wirklich schwer fallen muß, welcher von diesen angesehenen Firme» sie ihr Vertrauen schenken sollen. Es ist betrübend, eingestehen zu müssen, daß unser Privat-Krankeuwärterpersonal fast nusilahmslos dieser Verführung zu mühelosem Gewinn anheimsällt, uud dies Wird verständlich, wenn man Kenntniß erhält von der Summe, welche ein glücklicher Sterbesall diesen Leuten einbriiigt. Die Konkurrenz zwischen den Sargsirmen hat es bereits dahin z» bringen vermocht, daß der mit einem Auftrag betraute Krankenwärter 30 pCt. beanspruchen zu können glaubt, und ich habe mich leider davon überzeugen müssen, daß Forderungen von 100 Mk. und weit darüber keinem Widerstand begegneten. Welchen Einfluß muß ein derartiges Unwesen ans die Moral eine» Stande» ausüben, der sich leider noch nicht aus den besseren Elementen zusammeusetzi? Weit davon entfernt, an dieser Stelle Konsequenzen ziehen zu wollen, glaube ich, daß wir Aerzte danach streben müssen, unsere schwersten Kranken nur solchen Leuten an- zuvertranen, die kein anderes Interesse an ihnen haben, als das der Heilung. Wenn auch durch Orden und Schwesternverbände ein absolut intakte» Pflegepersonal vorhanden ist, so können wird dennoch nicht ohne Krankenwärter auskommen, deren Körperkräfte und Leistungsfähigkeit besonders für den Anstaltrdieust unentbehrlich sind. Darum müssen wir auch bestrebt sein, diese Auswüchse zu bekämpfen, und hoffentlich werden sich von nun an auch unter den Privatkrankenwärtern Berlins solche finden, die im Interesse der Stande« Maßregeln ergreifen, um den erwähnten Mißbräuchen, welche fie in den Augen der Aerzte und de« Publikum» tief herabsetzen, zu steuern." __
ftij beachte Folgendes: 1. Di« Abo«-
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Dir Morgen-Ausgabe enthält 7 Kettagrir,
darunter „Land- und hauswirthschaftliche Rundschau" Ro. 7.
Kleine Chronik.
Um nicht zu verhungern, bat sich in Berlin die vv-jährige Wittwe Hermine Hoffmann durch Gift getödtet. Seit dem vor mehreren Jahren erfolgten Tode ihre« Mannes erwarb die Frau für sich und ihre 75 Jahre alte Mutter durch Strick- und Häkelarbeiten auf künnuerliche Weise ihr Brod. Eine langjährige Krankheit machte die Aermste arbeitsunfähig und ließ sie an ihrem Schicksal verzweifeln. Sie nahm Gift, das noch ihr Manu eine« Tage» aus der Werkstatt mitgebraebt hatte. Die alte, kranke Mutter der Unglücklichen liegt jetzt allein und hülflo» in der Wohruing.
Eines der merkwürdigsten Flugblätter, das der März von 1848 iu Berlin als höheren Ulk hervorgebracht bat, lautet: „Der Kaiser von Rußland abgesetzt! Kontrerevolution in Parisi Der Papst heirathet!"
Da« Asphalt Pflaster hat in den letzten zehn Jahren m Berlin eine beträchtliche Ausdehnung erlangt. Am 31. März 1897 waren 5,488,060 Quadratmeter gepflalterte Straßendammfläche vorhanden, davon waren 1,338,460 Quadratmeter (= 24 pCt.) mit Asphalt befestigt.
Am Donnerstag ist in Straßburg i. E. eine internationale Lustschiffer-Konferenz eröffnet worden. Etwa 40 Gelehrte aus Deutschland, Oesterreich, Frankreich, Rußland und Amerika find erschienen.
Sport.
* Der Mrltmrifterfahrrr Will« Aren» hat am voriger Samstag in Hannover das Examen al» Emjährig-Freiwilliger bestanden. Diese Mittheilung erhält ein gewisser Jutereffe durch den Umstand, daß Arend Erleichterungen Seiten» der Prüfung«, Kommission zugestaiiden wurden. Bekanntlich enthält bi« deutsche Wehrordnung einen Paragraphen, welcher besagt, daß junge Leute die sich in irgend einem Beruf besonder« Hervorthun, von dem Examen befreit, bezw. daß ihnen einzelne Fächer, wie fremde Sprachen zc., erlassen werden können. Dieser Paragraph ist nun offenbar bei Arend in Anwendung gebracht; beim die Prüfung in fremden Sprachen ist ihm thatsächlich geschenkt worden. E« liegt also die immerhin bemerkeurwerthe Thatsache vor, daß die Königl Prüfungs-Kommission die Leistungen Arend« al» Rennfahrer für genügend erachtete, um ihm daraufhin die in dem erwähnten Paragraphen ausgedrückte Vergünstigung zu gewähren.
konnte er an dem betreffenden Abend nicht einschen, weshalb ihm da« Bett der alten, armen Frau ein paar Quadratmeter seine» Zimmer« versperrte. Für Nichts und wieder Nichts — da hat bekanntlich manche« Menschen Kindesliebe ihr Ende. Kurz und gut, Richard Frank traftirte seine Mutter mit dem Nachttopf, und zwar so, daß dieselbe im Gesicht blutete und anderen ~ : buntfleckige Wange hatte. Er entschuldigt sich mit einem
Kopfleiden, da« ihn mitunter unzurechnungsfähig mache, doch scheint dieser rohe Alt nicht zuletzt seinen, Herzen zuzuschreiben zu sein. E» wird auf 4 Wochen Gefängniß gegen ihn erkannt.
d. Witobadrn, 2. April. (Strafkammer.) Arn20.Januar dieses Jahres waren an einer Baustelle in der Parkstraße ein halbes Dutzend Fuhrmänner mit dem Abfahren des Grundes beschäftigt. Damit die Sache besseren Fortgang nehme, schaufelten die Leute die Kartei, stets bis an den Rand voll. Der Arbeitgeber verbat sich dies und wandte sich insbesondere gegen den Taglöhner Johann K. von hier, wie'S scheint, in etwas heftigen und den K. beleidigenden Worten, denn dieser gerieth ube> die Vorhaltungen seines Brodherrn dermaßen in Wnth, das er seine Älechschausel ergriff und damit ans diese» einschlug, znn, Glüc. ohne ihn bedentend zu verletzen. Wegen gefährlicher Körperverletzuui. hatte ihn da« Schöffengericht in eine dreiwöchentliche Gesäugniß- ftrafe genommen. Auf seine Berufung wird diese«Urtheil heute aufgehoben und auf eine Gefäugnißstrase von 14 Tagen erkannt. — Der Taglöbuer Christian H. von Eltville ist ein armer Manu. Wann er geboren ist, weiß er nicht mehr, folglich können wir'« auch nicht wissen. Am 15. Dezember B, I. war er mit seinem Bruder in, Eltviller Stadtwald, der dort einen Wagen Wellen hatte. Unterwegs fand er am Wege liegend ein paar Scheite, die gehörten ursprünglich einem Kiddericher Bäckermeister; da dieser aber es wahrscheinlich njcht der Mühe werth hielt, feine bereits ein gute« Jahr früher gesteigerten Wellen heiniznfahren, so lagen dieselben damals ziemlich herrenlos im Walde, und er war auch damit einverstanden — wenigsten« erklärte er es schriftlich —, daß Christian H. mit einer Traglast seines Holzes fein Plattöfcheu heize. Die Hölzer lepräsentirteu einen Werth von 10 Pf., und da den H. ein Forstanfseher erwischte, kam die Geschichte vor die Strafkammer. Diese sprach aber den Angeklagten von der Anklage de» Diebstahls frei. — Der des Vergehens gegen die Sittlichkeit angeklagte, 1863 zu Karlsruhe geborene Installateur Theodor K. von hier wird freigesprochen. — Am 2. Januar, früh Morgens um 5 Uhr, stand der Küster von Hatters Hein, in der Kirche und läutete mit aller Andacht das „Ave“. Nicht weit von der Kirche steht eilt Wirthshaus — Kirche und Wirthshaus stehen ja in den meisten Dörfern in Frieden beieinander —, das Wirthshaus heißt „Zum Engel", und in ihm ging es um dieselbe Zeit noch lustig her, beim in ber vergangenen Nacht halte man drinnen Sylvester mit Sang und Klang und Tanz gefeiert. AI« nun die Kirchenglocken an fingen zu bimmeln, machte der Installateur Philipp Becker den Vorschlag, dem Küster die Glocken in Bewegung setzen zu 6elfen, und seine Freunde, der Maurer Wilhelm Braun, der Fabrikarbeiter Peter Schmidt und bet Metalldreher Gerhard Moock, fanden diesen Vorschlag ausgezeichnet. Braun „ahm noch einen Schoppen Apfelwein mit, und so beglückten sie de» Küster in der Kirche. Sie zogen wacker an den Glockeusträngen, etwas zu wacker, beim der Küster sah sich geuölhigt, für ein geinüthlichere» Tempo zu plaidiren. Als da« Aveläuteu glücklich beendigt war, hielt e« Braun für einen famosen Spatz, seinen Apfelwein zur Hälfte in einen Weihwasser- kefsel zu leeren, und Moock desgleichen, er leerte den Rest des sauren Getränkes in einen zweiten Kessel. Nun gab'» natiirlid) einen erbosten Küster, ein paar Hundert beleidigte Fromme, und heute giebl's für jeden der beiden respektlosen jungen Leute 2 Wochen Gefängniß. Die übrigen zwei wurden freigesprochen. — Der Tüncher David St. von Nastätten ist unverschuldet in mißliche Verhältnisse gekommen — nämlich durch Krankheit. Da hatte er im Dezember v. I. bei dein Metzger Red in Nastätten eine Fleischschuld, und da er sie trotz wiederholter Mahnung nicht begleichen konnte, klagte der Metzger dieselbe ein. Zwar handelte es sich. Alle» in Allem, nur um den winzigen Betrag von 2 Mk. und 5 Pf., eine Summe, die wahrscheinlich nicht die Hälfte des Werths der Sächelchen, die an der Uhrkette des Gläubigers baumeln, npräfeutirt, aber der Metzger war hart wie Shylock — er bestand auf seinem Schein und schickte dem bedanernSwerthen Mann den Gerichtsvollzieher auf den Hal». Dieser pfändete für die furchtbare Schuld eine Taschenuhr, ein paar Ocldruck- bilder und einen Tisch uud wollte am dritten Weihnachts- Feiertag zur Versteigerung schreiten. In seiner Noth lief nun der Tüncher zu dem Metzger und bat um eine achttägige Frist. Nach langem Bitten wurde ihm di«se gewährt. Er eilte zu dem Gerichtsvollzieher und tbeilte ihm dies mit, dieser verlangte mm aber die Erklärung des Metzgers schriftlich. Da der geängstigte Mann den Letzteren nicht mehr zu Hause antraf uub es die höchste Zeit war, das Schriftstück herbeiznschaffeu, wenn er die Versteigerung verhindern wollte, so fertigte et den Schein selbst an und unterschrieb ihn mit dem Namen des Gläubigers. Auf diese Art wurde er zweimal zum Urkundensälscher wegen 2 Mk. 5 Pf., die et aber noch knapp vor dem zweiten Versteigerungstermin bezahlte, also daß Niemand dadurch, daß et die Scheinchen schrieb, geschädigt wurde. Die Staatsanwaltschaft beantragte gegen den zweifelsohne in bitterer Nothlage stehenden, gänzlich nnbeschoitenen Mann 1 Monat Gefängniß, das Gericht erkannte ledoch nur auf 1 Woche.— Der Fuhrmann Richard Frank von Griesheim, ein Mann, der, wenn et nüchtern, sanft ist wie ein Lamm, den aber bet Alkohol häufig zum Rasenden macht, ward am Abend de« 14. Februar l. I. mit seiner alten, bei ihm wohnenden Mutter uneins. Angeblich
Durch die „De u tsche Gesellschaft zur R ettn n g S chi ffbrüchiger"'wurden an den Küsten durch die Rettungsstationen seit dem 1. Januar dieses Jahres in 5 Fällen 21 Personen au« Seegefahr gerettet, in derselben Zeit auf hoher See 66 Personen.
Frau Marty, Wirthin in llnteribetg, erklärt im „Einsiedler Anzeiger": „Ich Unterzeichnete bekenne hiermit, daß ich die Person bin, von ber in ber „Schwyzer-Zeitung" in Nr. 21 tiitb 23 berichtet wird, sie habe einem Herrn Reisenden die Thür gewiesen, weil er bekannte gute Geistliche verleumdet und über sie unverschämte Worte ausgesprochen hatte. Mich gereut bas jetzt noch nidjt."
Die belgische Postverwaltung hat für den Gemeindebezir! Brüssel bie Einrichtung getroffen, daß eilige Briese, Karten unb Postpackete gegen eine Gebühr von 15Centime« durch Boten auf Fahrrädern befördert werden können.
Dem Kriegsgericht in Paris liegt ein heiterer Fall zur Ab- urthkilnng vor. In Oyonuax, einem freundlichen Städtchen im Departement Ain, wirb ein Kaufmann zu 28-tägiger Dienstleistung eiugezogen. An« irgend eitlem Grunde verurtheilte ihn fein Offizier zuni Stubenarrest in der Kaserne; er stört sich nicht daran, begiebt sich nach feiner Wohnung, findet dort keinen anderen als den Offizier. Was thun? Er prügelt ihn durch. Hätte er ihn niedergestochen, so war die Sache erledigt. Richter und Geschworene pflegen gekränkten Ehemännern gegenüber in Frankreich ei» Auge zuzudrücken. Der Durchgeprügelte aber zeigte den Fall an; wegen schwerer Handgreiflichkeit gegen einen Vorgesetzte» soll nun dein Gekränkten ber Prozeß gemacht werben; vielleicht bleibt ihm die Aussicht, in Algerien mehrere Jahre lang mit bei: Sträflingen Steine zu klopfen.
Die bejahrte Mutter de» verstorbeuen irischen Führer« Pa ruell ist an Brandwunden, die sie am Sonntag erlitt, gestorben.
Eine Bande von Verbrechern, die zahlreiche Räubereien begangen halte, wurde in Setif (Algier) aufgehoben. 60 Verhaftungen wurden vorgenommen.
Eine amerikanische Papierfabrik hat sich eine Maschine bauen lassen, die au jedem Arbeitstage 700 Ceutiiei Papier in 12 Fuß breiten Rollen herstellen wirb.
Die Box er kämpfe in den Vereinigten Staaten nehmen nicht ab, trotzdem iu der letzten Zeit häufige Uiiglückssälle mit tödtlichem Ausgange vorgekommen sind. In Trenton (Staat New-Jersey) erhielt kürzlich wieder ein Boxer einen Stoß, daß er ohrunächtig ziisannnendrach uud bald darauf starb.
Ein reicher Protz in New-Jork hat sich ein Han« gebaut, dessen Treppe allein eine halbe Million Mark kostete.
Geschäftliches.
Ein Urtheil von vielen Taufenden | ähnlich klingenden:
„Im Frühjahr d.J. erhielt ich von Ihnen eine i Adlerpfeife und muh gestehen, daß ich, nachdem 1 ich schon allerlei durchprobirt habe, von keiner • anderen Art von Pfeifeneinrichtung so I befriedigt bin, wie von dieser. Pastor 1
Mvd.iii. Mud.n. »esse. Neuenkirchen (Weser). 14.'12. 97.“ i
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Kereino - Nachrichten.
»kurze sachliche berichte werde» bereitwillig!» unter vieler Ueberlchrtfl angenommen.
* Wie in anberen Städten, so ist mau auch hier bestrebt, einen „Verein ber Maschinisten unb Heizer" für Wiesbaden und Umgegend iiis Lebe» zu rufen. Die Vorarbeiten sind bereits so weit gediehen, daß auf Moutag, ben 4. April, Abends 8V« Uhr, eilte Versammlung in das Lokal „Zum Mohre»", Neugasse 15, einberufen werden kann, zu welcher sämmtliche Interessenten eiugeladen find. Der Zweck des Verein» ist: gegenseitige Aufklärung unb Mittheilungen über geschäftliche Fragen unb Gegenstände, um die Ausbildung möglichst zu fördern und bie Kenntnisse in praktischer wie technischer Hinsicht zu heben. Politik ist ausgeschloffcn. Ferner wird bezweckt Vermittelung von Stellen, Unterstützung bei Unglücksfällen und Stellenlosigkeit, Auszahlung einer Sterberente beim Tode eine» Mitgliedes an dessen Hinterbliebenen, sowie Veraustaltung von Familienfesten. ____________________
-g- Zchitrstein, 2. April. Nach dem von der hiesigen gemeinsamen Ortskrankenkasse herausgegebenen Jahresbericht betrug im abgelaufenen Geschäftsjahre bie Zahl der Mitglieder ' durchschnittlich zwischen 350 bi» 360. Die Einnahmen betrugen 6834,55 Mk., denen eine Ausgabe von 5938,36 Mk. gegenüberfteht, sodaß sich also ein Kasseubestaud vo» 896,19 Mk. ergiebt. Für ärztliche Behandlung wurden gezahlt 958,15 Mk., für Arzenei 988,89 Mk. A» Krankengeld wurden gewährt 2601,24 Mk., für Verpflegungskosten an Krankenanstalten 619,95 Mk. Die Kasse ist seit letzterer Zeit im Aufblühen begriffen.
△ Mainz, 2. April. Rheinpegel: 1 m 9 cm Vormittag« gegen 1 m 9 cm am gestrigen Vormittag.
Oie Rennen pro 1898 finden an 8 Tagen statt und zwar am IT. und 31. April, ’ 13. u. 19. Juni, 11. August, 15.. 1«. u. IS. October. 5
Der Jahresbeitrag für Mitglieder beträgt | MI<. 3t».—, wofür 1 Herren- und 1 Damen-Ivarte verabfolgt '1 wird. Jede weitere Beikarte für unselbstständige Familienglieder kostet Mk. 6.—.
Totalisator Eintritt frei.
Anmeldungen richte man an das Socretariat: Neue Mainzer- strasse 81. ______________________(Man.-No. F15368) F5
Unpl Cnhinnnp 31. Rheinstrasse 31 R H I I ■ ] 1.111111 j f, I Erste Preise mehrerer Ausstellungen.
ItMll U UIII p p UI , höchste fürstliche Auszeichnungen.
