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1898,

Soutttag, den 20. Marx.

No. 133.

Fernsprecher No. 52.

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Hcirathen zwischen Christeuburschen und Jndemnädchen zu ver-

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sich selbst helfen nuf die Welt zu kommen. Anderwärts stellte man an den Herrn Pfarrer oder Lehrer die leise Anfrage, ob er geneigt wäre, zu alkordiren, wenn inan ihn behalten wolle. Endlich, viertens, machte man sich ans den Rachezng, nicht gegen Menschen, sondern gegen die staatlich gehegten, grimmen vierfüßigen Peiniger, die Herren von Wald und Flur, die Hirsche, Rehe und Hasen. Wie der Aexteschall tönte Büchsenknall durch das ganzeLand und räumte gewaltig unter den Drängern auf. Wer aber kann hierin etwa» Anderes al» den gerechten Akt der Vergeltung für Jahrhunderte langen Druck erkennen?

Das Praktische, zur Hand Liegende, das kapirten die Bauern nach ihrer Meinung und Auslegung; Andere», was in den bekannten Forderungen der Nassauer ausgesprochen wurde, lag ihnen ferner und blieb von ihnen, im Anfang wenigstens, völlig unverstanden. So fragte einer, als die Rede war vom deutschen Parlanlent, ob das Dragoner oder Husaren wären. Ei» anderer gab Auskunft über da» Recht der freien Vereinigung dahiu, daß darunter die

passende Lied: »Danket dem Herr» re.' vom Sängerchor gesungen und von imsenn geachteten Lehrer und Kirchenvorstaud Kolb einige passende Worte ausgesprochen, in welchen er den Dank gegen die aussprnch, welche nns befreiet«! von dem sehr drückenden Joch, daß mit Liede und Eintracht sich die Einwohner begegnen sollten und Dem den größten Dank bringen möchten, ohne dessen Macht und Liebe nichts von Menschen vollbracht werden könnte ec. Die Fatzue wurde an das Nathhaus befestigt und wird zur Erinnerung eines so frohen Tages gut verwahrt. In der Wahl eine» Schultheißen werden die Einwohner gewiß vorsichtig sein und mehr aus inneren als äußeren Reichthum sehen. Der festliche Tag wurde iii der schönsten Eintracht verlebt, und unser gut gemachter Apsellvein schmeckte uns viel bester al» vor acht Tagen."

Ein anderer Bericht au» Oberursel lautet folgendermaßen: Schlecht vertreten war unsere abgelegene Stadt bei der allgemeinen Volksversammlung am 4. d. M. in Wiesbaden; aber nicht Mangel au Gemeinsinn, sondern Mangel au Knude war die Ursache. Erst Abends, 10 Uhr, am 3. März, brachten hinge Männer von Höchst die Nachricht von der Versammlung hierher, wovon jedoch die Mehrzahl der Bürger nicht» gewahr wurde. So kam'» dann, daß nur wenige entschiedene Besucher der Versammlung von Oberursel cintrafen. Umso schöner feierte iudeß heule (6. März) Obern,sei die Wiedergeburt de» Bürgerstun». Heule Morgen, 8 Uhr, ertönte die große Sturmglocke (die alte, sagenberühmte. D.V.); die Bürger eilten zusammen und einten sich ebenso schnell zu einer Bürgerthat. Die Stadt hat ein reiches Spital; die gewältübeude Vormundschaft hatte die Papiere Int Jahre 1830 gegen heftigen Widerspruch der Bürger nach Königstein bringen lassen, und schaltete willkürlich mit dem Vermögen de» Fond». Bald hieß es, eine Gemeinde irgendwo, bald, ein Fond» habe unverzinslichen Vorschuß au» dem Ober­urseler SpitalsoudS erhalten, während hiesige Bedürftige, welchen die Stiftung gilt, abgewiescu wurden. Der Wiedereroberung dieser Papiere, ober vielmehr de» Fonds galt daher der heutige Bürger­zug. Nach 12 Uhr Mittag» ertönten abermals die Glocke», und die Nachricht:Sie kommen!" wälzte sich wie Feuerlärm durch die Straßen der Stadt, und Alle», wankende Greise und Weiber, Männer und Jünglinge, Frauen und Mädchen, zog, Freudenlieder singend, den krästigeu Bürgern entgegen. Fahnen wehten, Musik erklang, unter fortwährendem Glockengeläute. Und als die beiden Züge sich trafen, füllte ein donnerndes Hoch von beiden Seiten die Lüfte. Jetzt ging6 nach der Stadt, die Jugend mit Tannenzweigen voran. Im feierlichen Zuge wurde das eroberte Gut durch alle Straßen gefahren; die verschiedensten Lieder er­tönte», bald:Großer Gott, wir toben Dich!" bald:Was ist de» Deutschen Vaterland?" Aber keine Unordnung störte b'e feierliche Freude. Mit fröhlichem Ernste bewegte sich unaufhaltsam der Zug; nur vor dem Pfarrhaufe gab'» einen Halt, nm ein treues Hoch der Freiheit, der Religionsfreiheit (!) zu bringen, worauf in der schönsten Ordnung sich der Zag zum Ralhhause bewegte, wo man die Kiste mit den Papiere» dem Stadtvorstandc, der sich innerhalb der Stadt angeschlossen hatte, übergab. Noch ein Hoch der Freiheit und dem Rechte ertönte, und Jeder ging wieder an feine Geschäfte. Möchte

Aus Kunst und Lede».

* In de» Wieobadenrr Knnflsiilrn sehen wir eine un- Wu wirkungsvolle Winterlandschaft von Köster. Sie wirkt so M so natuninmittelbar, wie eben nur eine streng vor der Natur jStite Landschast derFreilicht-Bewegung" wirken (atm. Das ist nicht da», wa» unser kuitstliedende» Publikum im All- Nnt'n einBild" neune» würde, e» sehlt jeder Konventionalismus '«vtiv und Farbe, aber dafür ist e» ein Stück Natur, ungekünstelt NWgeschnilten und eben dadurch von einer so großen wahren Wng. Solch ein schlicht gesehenes, scharf beobachtetes und ehrlich vZerrßtes Gemälde heimelt den Naturkenner an, man versteht es! Jjft nicht ein zusammenkompouirtes, romantisches Motiv der Weihten Schule der Mitte des Jahrhunderts, welche dem Mismus und Nomauismus zulieb in Farben und Zeichnung Mndig log, sondern das ganze Gegentheil, indem es den Fort-

die Freilichtmalerei würdig repräseutirt. Etwa»

.der veralteten Richtung sehen wir in den beiden großen *®nlbtn de» verstorbenen Professors Ang. Bromei», beide Wt:Aus den poirtinische» Sümpfen." Die Gemälde j8«n sicher zu beit besten ihrer Zeit, aber es zeige» sich in ftR alle diejenigen Fehler, die zu überwinden die Freilicht- Wnei ihren Riesenkamps kämpft gegen veraltete Anschauungen und 'men. Au» mindestens sechs Einzelstudien zusammengesetzt, «leckt da» Auge de» Kenners sehr bald, daß da» einzelne S?albe quasi des organischen Zusammenhangs entbehrt. Das Wielte, zu vielseitige Motiv, au» welchem man mehrere Mr hätte schaffen können, die Ausführung, selbst de» ^sachlichsten Detail», welche nur wirkt, wenn man so dicht vor UGemälde steht, daß man das Ganze nicht überschaut, ist nn- W und übertrieben so bewundernswerth fleißig und geduldig Sen-acht ist 1 Tritt man von der linken Kante des zu betrachtenden Md-» zweimal die Läng« desselben zurück, so hat man den Stand­en, von welchem aus ein Gemälde wirken soll, aus welchen es der

Mal» bkikchittt, den» ein Gemälde soll an deiWand wirke».

die Stadt das wichtigste Palladium, ihre bürgerliche Freiheit, zu­gleich mit in ihre Mauern gebracht haben, bann würden ihr wo bl auch die anderen Fond» wieder, die man ihr theilweise gewaltthöiig hinweggeiiommen. Charakteristisch ist noch der Umstand, daß da» Volk den Mann, der einst die Kiste fortgefahren, zwang, dieselbe auch zurück und im Triumphe durch die Stadt zu fahren."

Solchergestalt verfuhr man nach dem Rechte der Freiheit; aber man handelte auch oft zu unrechte. Die Bauern drehten dann ein­fach die Dinge, wie sie bisher gestanden hatten, um und stellten das Recht für eine Zeitlang aus den Kopf. Mau glaubte vor Allem, e» sei miuruehr in Jedermanns Beliebe» gestellt, Abgaben zu entrichten oder nicht.Dies hnn», solle bleche," hieb es,mir arme Bauern getuiue nant mihn." Diesen löbliche» Grundsatz durch ein Gesetz über progressive Einkommensteuer durchführen zu lassen, daran dachte man nicht. Zweiten» verstand man den Satz, die Domänen, wozu die Waldungen gehörten, seien Staats- und Gemeinde-Eigenthnm dahin, daß nun jederGemaaneberjer" in de» Wald hiuansziehen und Holz machen dürfe ad libitum. So hallten beim die Wälder von Wiesbaden bis Atzelgift wieder von den Aexleschlägeii der freien Bürger, und die Ausieher de» Waldes, die Grünröcke, mußten von ihrer Amtsausübnug absehen. Man kalkulirte im Volke sogar: Da der Wald unser Eigenthmn ist, so sind jene Aufseher überflüssig, doppelt überflüssig, weil sie Geld kosten. Und weiter, dritten», zog man hieraus wieder die Konsequenz: Wo» brauchen wir überhaupt noch Beamte, die Geld kosten! Fort mit ihnen, oder sie müssen'» wenigstens billiger thiin! So schasste man an manchen Orten die Hebammen ab; der freie Bürger sollte

stehen seien, d. h. wenn letztere reich

klärte ans die Frage, wa» beim eigen _________ .

daß er da» nicht wisse;awwer hunn niisse mer sche," setzte, er anspochend hinzu. Ei» vierter schwärmte für die deutsche ode-

Achtnndvlerrigcr Nassauer Chrouik.

Eigener Aussatz für da»Wiesbadener Tagblatt".) Von Dr. C. Spielman».

IX. Die Freiheit auf dem Lande.

Die achtuudvierziger Nevolution djarafterifirte sich in Deulsch- Itatb und also auch in Nassau vielfach ander» als in den romanischen Madern von Europa. Auch in Bezug aus die AnSschreitnugen, die s damit berbnuben waren, war dies der Fall, und hierin speziell Imitier hat Nassau eine rühmliche Ausnahme gemacht. Anderswo ita es vor, daß man Schlösser und Beamtenhäuser stürmte, die kEchuldbiicher verbrannte und schließlich auch die Gebäude anzündete,

man jüdische und christliche Wucherer plünderte und mit miß- i Behörden recht übel umspratig. Davon hören wir bei uns , die Begleiterscheinungen der Revolution waren viel zahmerer tatur, auch auf dem Laude, wo minmehr die letzten Fesseln de» swänge» gesprengt waren. Freilich hatten die Bauern von der stützest einen sehr vagen Begriff, ähnlich wie im Liede die Hammer- hmikdrgesellen,bie thun können was sie wöllu". Das Beispiel fitten sie ben Stadlern am 2 3. und 4. März abgesehen und zogen arsuj ihre beliebigen Folgerungen.

Der ganze Grimm der Laudbevölkernng richtete sich zunächst «M die Schultheißen. Wie schon früher einmal erwähnt, war eine

« Zahl dieser herzogliche» Beamten direkt ans dem Bürean ans « Stelle versetzt worden. Fremd standen sie der Gemeinde gegen» tr, hatten fein Interesse an deren Wohl und Wehe, verfuhren W ihre Untergebenen, die Bauern, wie gegen sie verfahren worden e, von oben herab. So ein vormärzlicher nassauischer Schultheiß i ein kleiner Pascha von zwei Roßschweisen, wie der Amtmann von vier war. Schultheiß und Amtmann aber hielten mimen. Appellirie ein Bauer an die letztere, höhere Instanz, so WaS etwa, als ob tr de» Bösen bei Beelzebub verklagt hätte. U allenthalben, aber im Allgemeinen war's so, wie di« mannig- I» Berichte in ben Zeitungen es erkennen taffen.

Sobald nun die Bauern erfahren hatten, wie die Wiesbadener Mrem Lauterbad) gethan, ahmten sie da» Beispiel »ach. Das Oihren war aber zumeist geninthlich. Man zog dem Schultheißen jtorpore vors Haus, ließ sich den Schrank mit ben Gemeinde- Pieren ausliefern, wobei der geängstete Herr Pascha höchstens mit iorchhaage" bedroht ober in Einzelsällen wohl auch bebacht wurde, in Schrank trug man dann jubelnd Demjenigen ins Haus, den m zum Leiter der Gemeinde erwählt hatte, einem Einheimische», ir tiefer übernahm nun die Geschäfte de» grollend abseits hockenden Wiheißen. Ein großes Freudenfest mit Suff und Saug beschloß » Akt. Zur Feier des Tage» gab dann mitunter noch Einer, der's Mit, ein Besonderes zum Besten, mitunter recht verkehrt. So Mcs, daß in unserem nahen Dotzheim ein Bürger den Armen rSditel Schnap» (!) ausgetheilt und die ganze Gesellschaft sich St übernommen habe, daß Mehrere sogar in Lebensgefahr kamen. iJRur zwei Episoden ans jenen Tagen, wörtlich berichtet von , diemitgethatet" und die Erzählung dieser That dem Druck geben haben, sollen hier angeführt werden. Die eine spielte in Mbach am 9. März, unb es heißt darüber:Die frohe Stund« Mndlich geschlagen, welche uns ans der Knechtschaft unseres Mtheißen Simon befreite. Oftmals wurde herzogliches Amt kManche Vergehungen de» Schultheißen ausnierksani gemacht, M----. Unser hochzuverehrendes Comits hat das Gesuch

Miestge» Vorstandes nicht nur angehört, sondern auch hohe eeeregiernng ersucht, unfern Wunsch zu befriedigen, und ohne Mg wurde der Schultheiß seines Dienstes entlassen und ein Acheißen-Verwalter ernannt Der Vorstand und mehrere Mche Bürger ließen noch des Nacht» eine Freiheitsfahne Der« um des Morgens auf eine feierliche Art die Macht 5 Schultheißen zu nehmen. Des Morgens 7 Uhr versammelte fick; e Vorstand und viele der rechtlichsten Bürger. Nun begann der S in geregelter Ordnung, woran sich allmählich die ganze Gemeinde Wvß, an das Haus des Schultheißen. Der Ortsvorstand und Kseruhtsschöffe» übertiahmen alle zur Schultheißerei gehörigen «.und nun folgte der großartige Zug aller Einwohner nach ® Rathhaiis, wo die Akten in gute Verwahrung gebracht wurden. -U Gesang und Jubel zog der sehr große Hanse Volkes durch alle Mn de» Dorfes, und der Fahnenträger, ein Bruder der Fra» Twllheiß, Philipp Schwein, verstand die Fahne gut zu Uen. Zum Besdfliiß wurde am Nathhaus das hierher

und es würde dem Besucher eines Salons wohl nicht gestattet werden, auf Divan und Chaiselongue z» treten, nm sich das Bild zu betrachten. Ans diesem Grund« sollten t» de» AussieUungen Sanieren gezogen fein wie wir es schon diverse Male gesehen Haden, welche da» zu nahe Herantrete» de» Publikum», wenn auch nicht verhindern, so doch erschweren wolle». Um wieder aus üdertriebeneAusführnng zurück- zukommen, wirkt dieselbe bei richtigem Standpunkt entweder garuicht also die Mühe war vergebens, ober und das ist schlimmer sie zerreißt das Gemälde. Das Ange sucht, aber findet keinen Gipfelpunkt, keine Steigerung, nub ebenso wie ein guter Schauspieler seine kleine Rolle nicht zu sehr hervordrältgeir darf, damit das ganze Kimstwerk nicht leidet, so muß Minder« werthige» demgemäß im Bilde behandelt (ein. Das- Ensemble der Meininger, ihre Stärke, sollen wir in der Malerei nachahmen durch die Neduzirung der einzelnen nebensächlichen Farbenwerthe und Linien, um sie zu einem Hauptpunkt, dem Haupteffekt, zu gipfeln. Und nun in den Gemälden der Mitte diese» Jahr- huudeits der Zeit der NomantierS die Farbengebnug: Alles au» Braun herausgezogen. Zola nennt diesen zur Manier ge­wordenen unnatürlichen Ton .Erdpech" und vergleicht die frische, ungekünstelte Freilicht-Malerei mit demSonnenstrahl, welcher burd) ein plötzlich geöffnete» Fenster in eine vernisteErdharzküche" fällt". Ja, die Freilicht-Bewcgung ist ein iiothweudiger Fortschritt auf der Kurve der Kunst und erobert sich im Siegesläufe die Welt, nicht jene mit ihr verwechselte», au» ihr ge­borenen Extreme nein, diese werden vergeben, wie die Extreme der veralteten Richtung vergangen sind, deren Karikaturen sie nur fein wolle». So zeigt un» auch Schlüter-Düsseldorf eine Reihe frischer, sein beobaditeter Aquarelle. Alle Stimmungen sind ihm recht: Zn derHaide bei Ohligs" ist der Vordergrund von violetten, durch dasHaidekraut und denNeflexderLust bedingtenTönen burdjiogen, sich bis in die duffe Ferne lockernd und abschwächend durch den Einfluß der dazwischenliegenden Lust. SchlütersKiesen, im Bourtauger Moor" stehen charakteristisch in Farbe und Zeichnung, ohne ein Zuviel des Detail» gegen die Luft, und der .Nebel-

Aus StnLL und Kand.

Wiesbaden, 20. März.

Geschlchtslinlender. 20.Marz. 30 v. Ehr. Publ.Ovidins Nass, röm. Dichter, * Sulmo. 1730. Adrienne Lecouvrenr, franz. Schauspielerin, t Poris. 1746. Charles Bonaparte, Vater Napoleons I., * Ajaccio. 1770. Friedr. Hölderlin, Dichter, * Lausten am Neckar. 1801. Bogiiwi! Goltz, Schriftsteller, bcs. Humorist, * Warschau. 1821. Gnst. z.Pntlitz, Dichter, * Netziu in bei Pries,uitz. 1824. Th. v.Heugli», Forschungsreisender, * Hirschlanden, Württem­berg. 1828. Friedrich Karl, Prinz von Preußen, Feldmarschall, *. 1828. N. Bonghi, itattcnischer Staatsmann und Geschichtschreiber, * Neapel. 1828 H-unk Ibsen, norwegischer Bühnendichter, * Skieit. 1835. Max Oerlel, Mediziner, * Dill in gen. 1858. Joh. Goßner, Erbatinugsfchriftsteller, f Berlin. 1878. Heinrich, Erbprinz von Reuß ä. L., * 1878. Robert v. Mayer, Natursorscher, t Heil­bronn. 1880. W. P. Schimper, Botaniker, f Straßburg. 1890. Fürst Bismarck» Rücktritt von, Ncichrkauzl-raint. 1894. Ludwig Kossitth, ungarischer Politiker, Haupt der Revolution von 1849, t Turin.

yor 50 Snljrtit. 20. März. Der bayrische König glaubte mit den neuen, ihm abgepreßtm Einrichtungen nicht regieren zu können. And) bangte ihm vor dem Moment, wo die am 16. zusammen getretenen Kammern von ihm Rechenschaft fordern würde» über die Verwendung der Millionen, die ihm aus den Ueberschüsfen des Staatshaushalts, aus den Gehältern für unbesetzt«

nassauische Republik,alutoer inertem (mit dem) Hazzog an de» Spetz". E» kam in einem Dorse an der Lahn vor, daß die ganze Gemeinde dem Schnttheißen vor» Hau» zog und Preßfreiheit unb Censur verlangte. Der Manu wollte ben Leuten begreiflich machen, daß sie Entgeaengesetztes zugleich forderten.Aanerlaa, mer wolle'» ciutocr hunu!" hieß er.Ei, trieb die Kränk," rief der Schultheiß in tragikomischem Anfluge,meintwehe, do habt er ba.ides!" worauf sich die Petenten beruhigt von dannen Hobe».

Doch wäre er gänzlich falsch, zu glauben, dieser anarchistisch« Zustand habe Überall das ganzetolle Jahr", ja nur Monate hin­durch angebauert. Höchstens einige Wochen. Denn sobald die Sicherheitrcomites in den Gemeinden, besonders das Ccistralcomitü zu Wiesbaden, die Sache in die Hand nahmen und ihre Prokla­mationen die wir theilweise schon in einem früheren Aussätze kennen lernten ins Land hinaussandteii, sobald ferner die ein­sichtigen Leute es übernahmen, ihre unabsichtlich oder absichtlich irregeleiteten Mitbürger aiifznklärcii, da wurde es anders. Die nassauischen Bauern waren keine solchen, die sich nicht anskläre» lassen wollten, und uad) der ersten Revanche am alten System kam ihnen die Besinnung. Sie verstanden e« bald ganz gut, daß ohne Steuern kein Staat existiren könne, daß sie die Gemeinde selbst schädigten, wenn sie die Waldungen oermiifielen, und daß es mit der Ent­fernung der Schnttheißen allein nicht gethan fei, daß vielmehr die wahre gesetzliche Freiheit unb Neuregelung der Dinge erst durch ein von Landtag zu erlassendes Gemeindegesetz zr, erlangen sei. Nur in den höher gelegenen Gegenden de» WesteuvaldeS unb in jenen nörd­lich des Felbberges gab man den Vernunftgründen lange Zeit hin­durch fein Gehör. Auf die dortigen Vorfälle kommen wir später noch einmal zurück.

morgen zeigt die grauen Töne, belebt durch einige Licht­reflexe der durchschimmernden Somie rc. rc. Proseffor viimmel« Weinrar, welcher auch mit einer Kollektion Aquarelle vertrete» ist, repräseutirt wieder mehr die veraltete Richtung, die,was die Kompo­sition anbelnngt, in Altmeister Preller recht zum Ausdruck kam, indem er die Natur ibealifirte. Die klassischen Linie» Prellers wurden aber von anderen Meister» falsch angewandt auf die nordische Landschaft, und dadurch wurde ihr die Frische und Ursprünglichkeit genommen. Ma» ibealifirte selbst da, wo e» die Natur selber gethan hatte, kurz, eine gewisse noble Linienführung errang den Sieg über die Wahrheit. Am wenigsten fällt dies in den sehr weich man möchte sagen, zu weich gemalten BlätternMilzcbnrg im Rhöngcbirge unbSchloß Velbers" auf, welche zu ben besten Arbeiten der Hunimel-Kollektiou gehören. Wir können gerade für diejenigen Kunstfreunde, welche Vergleiche zwischen der Freilicht» und der Malerei von Mitte diese» Jahrhunderts ziehen wollen, den Besuch derWiesbadener Kunflsäle" sehr empfehlen. Jnteressattt ist der weibliche Akt von Kurt AgthS, betiteltDer Morgen, sowohl in Farbengebultg al» Zeichnung, unb Karl Röchling» Appell beim Manöver zeigt uns in lebendigen Strichen in greller @onne unsere Vaterlaudsvertheidiger auf ihren Ordnungssinn unb ihre Reinlichkeit hin geprüft. Wie wir höre», kommt Werner Schuchs Koloffalgeniälde:Die Schlacht bei Warnbau in nächster Woche in benWiesbadener Kunstfälen zur Ausstellung. L. G.

= Deutsch« ©per in Prtervdurg. Man schreibt uns au» Petersburg: Die von Herrn Direktor Löwe-Breslau zusammen­gestellteDeutsche Opern-Gesellschaft feiert hier großartige Triumphe. Außer den schon früher gemeldeten Mitgliedern Reichmann, Elm­blad rc. sind es besonder» die Gebrüder ReSzke. bi« Damen Moran- Olden und Malten, welche den allgemeinsten Beifall finden. Unter Direktion Haus Richter» und Staveuhagen» kamen bisher ^Lohen- griu",Holländer,Walküre,Meistersinger unb K©iegfrieb' zur Aufführung und entfesselten den Enthusiasmus de» Publikum» Der Czar und der gefammte kaiserliche Hof wohnen fast jeder Bor fttHuiig bei.

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. *91 ttHrtbm» für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Moracu-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. aSiUlljr'l itltlüjlUV nächsterschcinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

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