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WiksbÄkM Sagblatt

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Verlag: Langgasse 27

2Z-OOO Abonnenten

Mittwoch) den 2G. Januar.

1898,

Ko. 41.

Fernsprecher No. 52.

Fcrusprechcr No. 52.

Morgen-Ausgabe

27,

Aus Ztadt u»d §a»d

8

t.

bei ben Ausgabestellen, bcn Zwcig-Lxpeditionen in den Nachbar­orten und särnmtlichen deutschen Rcichsxostanstaltcn.

'S uh für die Slbrnd-Slusgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. Für die Ausnahme später eingereichter Anzeigen zur

tyjsjl lyvn nächsterscheinenden Ausgabe wird keine (tzewäbr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

gebracht, dir vcisichcite, daß man schon ohne große Mühe rin Sträußchen dieser Blümchen zusammrnbnngen könnte.

Ifür Ievruav und Mävz auf das Wiesbadener Tagblatt"

ZN abonniren, findet fich Gelegenheit im Verlag kanggaffe:

Wiesbaden, 26. Januar.

Sprudel. 3n dem Referat über die erste SprudelsitzuuS ist die Reihenfolge der Vorträge durch falsche Satzstellnng unrichtig ausgeführt, was an und für sich unerheblich ist, aber dennoch hier koustatirt sei. Die elektrische Beleuchtung des Sprudcl- saales imHotel Victoria" verdankt dir Gesellschaft der Firma Lab weher n. Co. in Wiesbaden und Frank­furt a. M., sowie der Firma Stuttmann u. Co., elektro­technisches Geschäft hier. Erstere lieferte den elektrischen Strom, letztere die Beleuchtungskörper und deren Installation. Diese neue Lichtanlage sand den einmütblgen Beifall der großen Versamm­lung. und ihre wvhltbätige Wirkung auf die Besucher und iionienllid) die Vortiagenden wurde allseitig gcivürdigt. Die Nachsitzung imCasä Metropol" war, wie der Vollständig­keit halber noch erwähnt sei, eine würdige Fortsetzung der Haupt- sitznng. Auch hier sprudelten Witz und Humor in Reden, Liedern und Vorträgen, und erst lange, lange nach dem offiziellen kam der inossiziellc Dhcil desangebrochenen Abends" zu seinem Abschluß.

Eissport. DerW ierba dener Ei S-Klu b" beabsichtigt, aus seinem Sportplatz, welcher bis zum Frühjahr durch die Wcitcr- führung der elektrischen Bahn sehr bequem erreichbar sein wild, jedoch nur bei genügendem Interesse, Tennisplätze anznlegeu und dic- sklden dem Publikum zu einem billigen Entgelt zur Lcrsüguug zu stellen. Bei der Kostspieligkeit diese« Unternehmens muß der Klub sich jedoch zuvor vergewissern, ob ein Bedurfniß dazu vorliegt, und bittet daher alle Interessenten schon jetzt um Angabe ihrer Adressen und diesbezüglichen Wünsche.

W. H. LanbwirthsckastUche». Am letzten Sonntag sand in Nordensiadt eine Versammlung des 13. laudwirthschasllieheu Bezirksvereius statt. Der der Ländchrnsbevölkerung wohlbekannte Lehier W it t ge n hielt einen Voetrag über das Thema:Hebung der Geflügelzucht" und diesem Umsiand wird wohl in erster Linie der so überaus zahlreiche Besuch der Versammlung zu verdanken sein. Den Aussührungeu des Redners entnehmen wir, daß im letzten Jahre 116 Millionen Mark für imporlirtes Geflügel und Geflügel- prodnkte aus Deutschland ins Ausland gewandert sind. Allerdings ist hiervon der eigene, aber sehr geringe Export in Abrechnnng zu bringen. Eine vcrnünstig betriebeneGeflügelzucht rentiresich sehr wohl, aber mau dürft dabei die Vorthcile einer geordneten Buchsührnng nicht unter­schätzen. In Bezug aus Soll und Haben muß hcnizntage selbst der Laudmauu stets klar sehen, lieber Wartung, Fütterung, Pflege, die verschiedenen Krankheiten de« Geflügels und deren Heilung rc. gab Redner beherzigenswerthe Winke und empfahl besonders, wenn man sich zu einem größeren Umfange der Geflügelzucht nicht ver- stcheu könne, das Selbstheranziehen des benöihiglen Geflügels. Rach Schluß des anregenden Vortrages, der mit wohlverdientem Beifall belohnt wurde, eulwickelte sich eine interessante und lehrreiche Besprechung über den in Rede siebende» Gegenstand. In derselben Iheilte Herr Landwirth und Stadtverordneter Heiur. Feidt- Biebrich seine praktischen Erfahrungen auf dem Gebiete der Geflügel­zucht mit und empfahl ans da« Wärmste die Züchtung des von Herrn Lehrer Wiltgeu alS anSgezeichnel empsohlenen Leghoru-HuhueS. Der um die Hebung der Laudwrrlhschast des Stadt- und Land­kreises Wiesbaden verdiente stellvertretende Vorsitzende des 13. landw. Bezirksvereins, Herr Stadtverordneter Wilh. Stritter - Biebrich, wies ans die Bestrebungen des Direktoriums desVereins nass. Land- undFoistwirthr" hin, derVcrbreitung desLeghoru-Huhnes"

für den kranken Lichter Wiobachrr find uns nach­träglich noch von F. v. M. 5 Ml. zugegangen. Da diese Sammlung, wie wir wiederholt bemerkten, geschlossen ist und die bei uns e!u- gegaiigkiien Beträge auch an den Verleger Dieter in Salzburg ab- gcliefert worden sind, können wir weitere Spenden nun nicht mehr annehmen. Wer noch einen Beitrag für, den Dichter geben will, sendet denfelben am besten zur Weiterbeförderung an de» genanntes VcrlgMtMäildlrr.

4G. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs-Preis: durch den Verlag so Psg. monatlich, durch die Post 1 Mk. go Psg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Anzeigen-PreiS»

Die einspaltige Pctitzeile für locale Anzeige» 15 Psg., für auswärtige Anzeige» 25 Psg. Reklamen die Pctitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

summen doch nicht sehr hoch sind und der dadurch entstehende vorübergehende Ausfall gegenüber der Ersparung der Kosten für einen provisorischen Bau nicht in Betracht kommt. Die alte Kolonnade könnte dann gänzlich für Kurzwecke mitbeuntzt werden, die Säulenhalle zur Hälfte als Wandelbahn während der Konzerte und zur anderen Hälfte zur Aufstellung von Tischen und Stühlen dienen, während die Ladenzimmer dem Wirthe theilweise al8 Büffet und Restamationrzimmer überwiesen, zum anderen Thcile aber miet) als Baubüreau für den Neubau verwendet werden könnten, zu meld) letzterem Zweck sich namentlich der Solimanschc Laden wegen seines guten Lichtes eignen würde. Unter den, der alten Kolonnade gegenüber stehenden hoben, schattigen Platanen könnten ebenfalls Tische und Stühle ausgestellt werden. Durch die Blumenpracht des Bowling-grecn und durch die schönen, schattcnipendknden Bäume wäre dann ein. Konzertplatz geschaffen, wie man ihn herrlicher nicht wünschen kann. Aus dem freien Platze können Luftballons ausgelassen werden, während die brillante Be­leuchtung des Bowling-green gelegentlich des letzten KaiserbesucheS bewiesen hat, daß auf dem provisorischen Konzertplatz allenfalls auch Gartenfeste abqehalten werden können. Daß das Straßen- und sogenannte Zaun-Publikum die Konzerte ohne Eintrittsgeld genießen kau», läßt sich nicht ändern und ist nud) nicht schlimm. Die Hauptsache ist, daß fid) da« Kurleben in der alten Weise ungestört und unbelästigt durch den mit dem Neu­bau verbnudeucn Lärm und Staub vor dem Kurhause abwickeln kann, während hinter dem alten Kurhause der Neubau in aller Stille ausgeführt werden kann. Nach Ansicht der im Nathhause aus­gestellten Situalions- nud Baupläne müsse» wir ja auch zugeben, daß der Neubau am zweckmäßigsten wieder aus dem Platz des jetzigen Kurhauses errichtet würde, anderseits ist aber nud) in Betracht zu ziehe», daß der geplante Neubau bedeutend Höher wie der jetzige ausgesührt werden soll; daduid) entsteht aber gegen die etivas niedrigen Kolonnaden ein bedeutender Kontrast. Dieser Kontrast wird nun dnrd) die Zurückversetzung des neuen Kurhauses gemildert oder weniger angeuscheinlich, war sich namentlich bei der perspektivischen Ansicht von-der Wilheimstiaße aus bemerkbar machen würde. Eine, bei der Zurückversetzung des neuen Hauses etwas längere Verbinbiiug mit den Kolonnaden wäre ja wünscheuklverth, aber nicht durchaus erforderlich. Ter nad) Abbruch des alten Kurhauses vor dem Neubau frei werdende Platz töui.le durch hübsche Naseiranlageu mit Springbiuiineu oder dem Bowling-green entsprechenden Biumenanlageu versehen werden, was dem Ganzen mir zur Zierde gereichen würde, während der jetzige Kursaalplatz in der bisherigen Form und Größe erhcilteu bliebe. Sollte der Heßsche Vorschlag, da« alte Kurhaus während der Bauzeit weiter zu benutzen, zur Aussührung kommen, so könnte die für den provi­sorischen Bau gesparte Summezum Ausbau und zur Verschönerung brr Kosvnuadcn benutzt werde», indem man die Eckpavillons derselben erhöhte und reicher verzierte und die flachen, unansehnlichcu Dächer mit Balustraden versähe. Es wäre vielleicht angebracht, wenn unter Berücksicht'gniig der neuen Sachlage unter den preisgekiönteu Bewerbtrn, mit Hinweis ans die bei der jetzigen Konkurrenz hcrvor- getreteue» Mängel und Aussetzungen, ein engerer Wettbewerb aus­geschrieben würde, um einen definitive», allen Anforderungen ent­sprechende» Bauplan zu erhalte».

d. Ei» Gäiisebliiinrhcn zmn Zeichen, daß doch auch unsere Wicsengrüiidr sich mit diesen erste», bescheidenen Frühliugskiudern gefchmückt haben wurde uns von einer Leserin des .Tagblatts"

Knrhnns-Nrnbau uud Kmhnns-Rrovisonum Wrsbadrn.

(Eingesandt.)

Der nun im Druck vorliegende Vorschlag des Stadtverordneten Herrn Hiß*), daS neue Kurhaus hinter dem jetzigen alten zu bauen, um dadnrd) zu ermöglichen, das alte Kurbaus während der Bauzeit benutzen zu können, und die hohen Kosten für einen provisorischen Bau zu sparen, sowie die Kurindnstne und die davon abhängcnden Interessenten vor schwerer Schädigung zu bewahren, hat sehr viel für fid). Rur will es uns nicht gefallen, daß Herr Heß vorfchlägt, den Neubau in der Mitte des jetzt von dcm großen Weiher eiugenommeiien Platzes in erbauen. Tabu ich geht zu viel von dem wertlwolleu, ohuchin schon schr beschränkten Kurgarten verloren; and) hat es keinen Zweck, den Platz vor dem neuen Kurhause dadurch so enorm zu vergrößern, da dieser Platz bod) eigentlich sehr wenig, höchstens einmal zu Paraden rc., verwendet wird, oder man mußte die Absicht haben, das Bowling-green nad) dem Kurhause zu zu verlängern, was unnöthig ist. Wir erlauben uns finit dessen vorznschtage», das neue Kurhaus dicht hinter dem jetzigen alten Kurhause zu erbaue», sodaß etwa dreivierlel Breite des jetzigen Konzeriplatzes und der vordere Theil dcS großen WeiherS, soweit erforderlich ist, dazu benutzt wird. Indem dadnrd) auch ermöglicht wird, das alte Kurhaus in dem bisherigen vollen Umfange weiter zu benntzcii, schlagen wir ferner vor, die auf dem seitherigen Konzertplatze abgehalteucii Garten- kouzerte während der Bauzeit aus dem Platze vor dem alten Kur- Hanse, unter Hinznziehnng des Bowling-green und des vor und hinter der ;alten Kolonnade befindlichen Raumes, adzuhaltrn. Der jetzt kahle Platz vor dcm Kurhause könnte leicht durch Ausstellung von Pflanzrugruppen, Einpflauzuiig vor Tanueu rc. in großen Kübeln gärtnerisch tieifd.önctt werden. Um die Korrzert- besncher vor den Sonnenstrahlen und vor plötzlich ausbiechendem Rcgeu zu schützen, könnte daselhst auch provisorisch eine Wnndelbahn ausgestellt werden, wozu man die alte vom Kochbrunnen herriihrende, jetzt längs der Sonnenbergerstraße errichtete Halle benutzen kau», da solche durch) den Neubau doch jedensalls in Wegfall kommt. Der provisorische Musikpavillon müßte mit dcm Rücken nach der Paulinenstraße ober, noch zweckmäßiger, auf der kleinen

Anhöhe neben der alten Kolonnade, mit dem Rucken

nach der Souneiibergerstraße zu errichtet werde», die An­fahrt der Wage» könnte in letzterem Falte an dem Eingang au der Paulinenstraße zu erfolgen. Die Durchfahrt von der Ponlinerr- straße über den Kursaalplatz nad) der Soiinenbergerstraße ist selbit- verstäiidlich während der Bauzeit zu schließen und der Verkehr während dieser Zeit an? der Paulinenstraße durch die frei bleibende Fahrstraße längs der neuen Kolonnade in die Wilheimstiaße z» leite». Ter damit geschaffene Konzertplatz wäre dann längs des mit der Sounenbergerstiaße parallel tanfeirden Promenadeu- wcgcS bis zu der, dem Blockschen Hause gegenüberliegendeii Ecke, von da die WilhelmSallee entlang bis znr Ecke des Bowling-grecn durch ein provisorisches Gitter behrrss Kontrolle und Erhebung des Eintrittsgeldes abznschließen. Ilm etwaige» Eiirweuduiigeu der Ladeuinhaber in der alten Kolonnade, welche während her Konzertzeit von den kaufenden Passanten adgeschnitteu wären, zu begegnen, müßte denfelben eine entsprechende Enischädignng ober Nachlaß au der Miethe geivährt werden. Noch besser wäre es, die sämmtlicheu Läden in der allen Kolonnade während der Bauzeit zu künbige», da die Pacht-

*) Der Antrag behandelt zunächst die finanzielle Seite der Intcrimsbanten, sodann die materielle» und ideellen Verluste, welche Wiesbaden bei einem etwaige» Provisorium erleide» würde. Für de» Fall, daß a) hinter der alten Kolonnade ein definitiver Saalbcm errichtet wird, erfordert tiefer für die Winleikur geeignete Saalban laut Gutachten des Herrn Stadtbaumeisters Genzmer einen Kosteii- ausrmind von 1,200,060 Mk., ferner für ein provisorisches Sommer- gebäude hinter dem Weiher dcsgl-ichen 68,000 Mk., sür Nebenbauteu, Verzinsung, Ilnvorhergesehencs rc. 112,880 Mk., zusammen also 1,380,880 Mk. b) Ein provisorisches Kurhaus hinter der alten Kolonnade ist zu veranschlagen mit 4500,000 Mk., dazu wie bei a) 68,000 4- 112,880 Mk., ergiebt im Ganzen 680.880 Mk. Den Ausfall an KnrhanSkarten rc. wäUeub einer dreijährigen Bauzeit schätzt der Antragsteller ans 265,500 Mk. und gründet darauf seinen Vorschlag, während der Neubauzeit den Kurbetrieb in dcm jetzigen Kinhanse weiter bestehen zu lassen und für den Neubau des Knr- hanjes ben Platz hinter dem j-tzgen Kurhause in Aussicht zu nehmen (ein Vorschlag, ter übrigens schon früher, wernigleich nur privatim, and) von anderer Seite gemacht worden ist. Die Red.). Bei der AuSsührung dieses Vorschlag« könne als sicher angenommen werden, daß unsere Kurkasse einen finanziellen Ausfall kaum haben wird. Weiterhin weist Herr Heß noch auf folgende Momente hin: e) Der Kurhausweiher hat zwar den Vorzug, daß er sich durch) feine Lage gut für die Feuerwerke eignet, dagegen durch) seine aUzugroße Nähe am Konzertplatz den großen Nachtheil, daß er durch die ihm entströmenden nnangenehmeii AiiSdüiistuiigen leicht lästig wurde, sodaß cS schon längst wünschenswert!) erfdjeint, ihn mehr zuriick- znvertegeu, was technische Schwierigkeiten nicht bietet, b) Wenn dar Kurhaus, anstatt nach vor», weiter zurück, etwa in die Mitte de» WeiherS zu stehen käme, und wenn der hinter der Brücke liegende kleine Weiher nad) hinten ausgedehnt würde, dann sowohl hinter dem neuen Kurhause als auch vor demselben große, freie Plätze mit schönen Anlagen geschaffen würden, so würde rinstreitig nicht nur der finanziell sehr große Ausfall verhindert, sondern auch eine nicht unwesentliche Verbesserung unseres gefamuiten Kurlebens gefördert werde», c) Gegen die Bebauung des freien Platzes hinter der alten Kolonnade liegen die Bedenken vor: daß erstens der schöne Verbindungsweg zwisd)eu dem Kochbrunnen und ben Kuranlageu ganz in Wegfall kommen, und zweiten« ein großer Saalbau hinter der alten Kolonnade der Gegend nicht zur Verschönerung uud Ver- vessening gereichen würde.

nach Thunlichkeit Vorschub zu leisten und betonte, daß die Anregung zur Hebung der einheimischen Nntzgeflügelzucht von diesem Verein auSgcgangen sei, und daß der 13. Landwirthschaftliche Bezirksverei» weder Mühe noch Opfer fdjeiteu werde, sich den nützlichen Be« strebmigeu des Ceutralvereiiis nach Kräften anzuschließen. Ein auS der Versammliing heraus geäußertes Bedenken gegen eine zu weit ans- flcbebutc Nntzgeflügelzucht wurde von Herrn Sekretär Ha r tenf elS- Wicsbaden durch die AuSsührnug entkräftet, daß es weder das Be­streben de« Ceutralvereiiis, noch des 13. Bezirksvereins fei, auf eine zahlenmäßige Vermehrung des einbeinufdjeu Geflügels hinzuwirken, sondern cs sei nur eine Verbesserung der Geflügelzucht geplaiit. Mau sei weit davon entfernt, sich diesbezügliche Illusionen zu machen; durch) Beherzigung und praktische Anwendung der im Laufe der Verhandlungen gegebenen Winke allein würde schon Er- spiießliches erreicht. Ter von den Herren Strikter und Hartenfels befürworteten Beitritlsauffordernng zu demVerein Nass. Land- und Forstwirthe" gaben 13 Landwirt!)- Folge. Hierauf wurde die Versammluiig geschlossen.

Das Mlttelrheinifch» Turnfest in Homburg v. b. H. schließt nach) der am Saiustag flaligcfunbenen Abrechnung mit einem lieberschuß von 4045 Mk. 15 Pf. ab. Wenn man von bem lieber« schnß die von der Eiuwohueischast Homburgs (3365 Mk.) und der Stadkgemeinde Homburgs (1600 Mk.) in Baar gespendeten 4965Mk. in Abrechnung billigt, so hat da« thatsächliche BetriebSergelmiß be« 23. Mittelrheinischen Kreisturnseste» eine Mindereinnahme von 919.85 Mk. ergeben.

Professor Schenck, der Wiener Gelehrte, dessen Entdeckung auf einbrhclogffcheiii Gebiete neuerdings allgemeines Aufsehen criegt, hat sich endlich über deren Hauptgrundlage wie folgt geäußert: Meine Entdeckung beruht auf der wissenschaftlichen Thatsache, daß das Blut eines erwachsene» Mannes fünf Millionen Blutkörperchen als Träger des belebtiiben und ernährende» Sauerstoffs enthält, das Blut einer erwachsenen Frau nur vier Millionen Blutkörperchen. Aus dieser Differenz beruht überhaupt der ganze Unterschied beider Geschlcchter, der llntcischied zwischen der geistigen und körperlichen Arbeitskraft und Leistungsfähigkeit des Mannes luib der Frau. Dieses Mischiingsverhältiiiß ist and) in dem kleinsten Ouantiim Blut eines Mannes und einer Frau enthalten. Es muß nun dahin gewiikt werden, daß schon bei der Blut- bildung im Embiho der Gehalt an Blutkörperchen dem des Manncs entspricht. Dies ist mir durch meine Entdeckung gelungen, lind zwar durch eine geeignete Ernährung und Einwirkung auf den Stcffwechsel. Wie das geschieht, möchte ich allerdings noch nid)t verrathcn, doch kann ich nach einer gewisse» Zeit stets mit Be­stimmtheit meine Voraussage mache». (Nad; einer gewissen Zeit" bat man dies aber bisher and) schon gekonnt, und zwar ohne Professor Sdienck!) Meine jahrelangen Versndie haben fich bei Menschen und Tbicre», bei Sängethieren und Vögeln bewährt. Ich kann bewirke», daß bei Thieren, die mehrere Junge haben ober ans Eiern ausbrüten, die Mehrzahl her Jungen Männchen find. Bei meinen Verstichei, mit Hühnern habe ich deren Eier nunierirt und bestimmt, au? welchen mänifliche und weibliche Jungen ausschlüpfen, und cs ist fast in allen Fällen zngetroffeii."

§oll man beim Esse» trinken? lieber diese Frage verbreitet fid) Professor Ewald in der neuesten Nnmmer derZeit­schrift für Krankenpflege". Die vielfad) gemachten Einwände, daß durch das Trinke» der Magensaft zu sehr verdünnt, der Magen überfüllt werde, daß kalte Getränke den Magen zu sehr abkühlen tc. läßt Professor Ewald ohne Weiteres nicht gelten. Im Gegeutheil kann man nach Ewalds Ansicht den Satz aufstelleu, daß mäßiges Trinken vor ober während des Essens ben Appetit anregt, iubeni es zu einer erhöhten Absonderung des Magensaftes und der für die Verdauung überaus wichtigten Salzsäure führt. Auf dieser Tbat- sache beruht and) die Schweninger-Kur, die eine Entfettung dadurch herbeisührt, daß sie die Zufuhr von Getränken und flüssiger Nahrung möglichst einschränkt und dadurd) and) die Eßlust, den Appetit, vermindert. Aus dem oben angeführten Grunde ist auch das Essen von Suppe» al» Einleitung zum Essen einpsehleiiSlvertl). Der thaisächliche Nährwerth der meisten Suppen ist dagegen betaiinllid) sehr gering. Selbst gegen übermäßige Zufuhr von Getränken weiß der Magen sich zu schützen, indem er fid) derselben schnell entledigt und sie in ben Darm befördert. In Fällen, wo dem Magen größere Mengen sehr kalter Flüssigkeiten zugesührt werde», wird durch erhöhte Wärmc- entiuidelmig dafür Sorge getragen, daß ein Ausgleich statisindet. Doch ist dieses letztere noch am gefährlichsten, indem c8 leicht zu katarrhalischen Erkrankungen dcS Magens führen kann. Also mäßiger Trinken vor, während ober nach den verschiedenste» Mahl« zeiieu ist durchaus zu empfchleii, natürlich schadet Uebermaß hier wie überall. Wogegen Proicssor Ewald energisch Einspruch erhebt, das ist gegen denFrühschoppen". Anders liegen freilich die Ver­hältnisse bei Erkrankungen des Magens, ober solche» Erkrankungen, die auf den Magen znrückwirke». UebrigenS nützt oft eine An­feuchtung des Gaumens gegen den Durst, ohne daß diese Personen die Flüssigkeit schlucken. Auch gegen die früher viel gehandhabte Methode.Fieberkianken fast garuichtS zu hinten zu geben, wendet sich Proseflor Ewald.

§direibm«rd|ine «nd Gesundheit. Das Mafchinen- schreiben ist jetzt so allgemein geworden, daß fein Einfluß auf die Gistindheit Beachtung verdient. Die Möglichkeit eines Eintretens von Krampf infolge dieser Beschäftigung wird vielfach bestritten, uub daher hotte eine englische Zeitschrift die Frage aufgestellt: Kennt Jemand einen Fall von Maschinellschreibkrampf bei einem sonst gesunden Menschen und beim Gebrauch einer guten Maschine?" Daraufhin wurden drei Fälle von unleugbarem Krampf dieser Art festgestcllt. Dieser Krampf gehört zu den fogeiianntcu Berufs­krankheiten und besteht in dauernd wiederkehrende» Beweguugen der Hände und besonders der Finger, ähnlich den Krampferscheiuniigeu, die als Pianisten-, Kouipoiriflen- nud Schireiderkrampf bekannt sind. Wahrscheinlid) wird dieser Kramp! jetzt, wo einmal die Aufmerksam­keit auf denselben gelenkt ist, häufiger zur Kenntniß der Aerzte ge­lange».