ViksbÄenkr TsgM
Verlag: Langgasse 27
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1898
Donnerstag, den 13. Januar
Ns. 20.
Fernsprecher No. 62.
Fernsprecher No. 62.
Abend-Ausgabe
bfl. Leiizmnnn (frei Prozeßordnung aufzu ne». Eine bedauerlick
lhcben und die alte
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Urcufzischer Zandtag
gegenwärtig einen Miniaturkrieg mit seinen meuterischen sudanesischen Soldaten führt. Nicht weniger als fünf Expeditionen nehmen Theil an dem Hindernißrcnnen nach dem oberen Nil. Der Zweck derselben ist, soweit als die französischen in Frage kommen, die Durchführung der Lebonschcn Politik, die dieser in feiner jüngsten Senegalrede klarlegte. Dieselbe läuft darauf hinaus, von der französischen Provinz ilbangi aus eine Postenkette nach der afrikanischen Westküste durch Aethiopien hindurch zu ziehen, um cs den Engländern unmöglich zu machen, eine direkte Landverbindung zwischen Kairo und der Kapstadt herzustellen. Eine solche ist cs nämlich, auf welche Großbritannien es in erster Linie abgesehen hat. Darum dringt die anglo-cgyptische Streitmacht unter Aufgebot aller Kräfte am Flußlauf des Nils vom Norden aus empor, indeß vom Süden, von Uganda, aus Major Macdonald sich mit einer großen Truppenmacht nach dem Victoria-Nyauza durchzuschlagen sucht. Die Franzosen senden dagegen eine Expedition ans dem Westen und eine andere unter dem Marquis de Vonchamps, die aus dem Osten durch Abessinien kommt. Diese beiden streben aufeinander zu, um sich in Fashoda am weißen Nil zu treffen. Gelingt ihnen das, so haben sie den Engländern das Spiel verdorben, d. h. das Hmdernißrenuen gewonnen. Möglicherweise trafen Marchand und Bonchamps inzwischen sogar bereits zusammen.
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Das Hkndernlßrennen in Afrika.
Unser Londoner u-Korrespondent schreibt uns:
Der Franzose ist von Haus ans kein Sportsmann, aber er bewundert den Engländer als solchen und bemüht sich, ihn nachzuahmen. Infolgedessen spielt man denn auch jetzt in Paris Fußball, Cricket und Tennis, ja beginnt sogar hie und da seinen Widerwillen gegen das Radeln zu überwinden. Zur ganz besonder» Leidenschaft der Franzosen ist indeß die Niggerjagd geworden, die einstmals ein teilt englischer Sport war. Es kommt das aber wohl daher, daß sie eins der wenigen sportlichen Vergnügen ist, die etwas einbringen, anstatt nur Zeit'und Geld zu kosten. Außerdem besitzt sie auch noch ganz besonderen Reiz, denn während sich die englischen und französischen Fußball-Athleten in London ober, wie erst in voriger Woche, in Paris in der Kunst messen, die bereits der Hausknecht aus dem Nubierland im schwarzen Walfisch zu Askalon, wenn auch nicht mit Bällen, so doch mit Zechprellern übte, gehen die Niggerjäger ihrem edlen Sport in den Urwäldern des schwarzen Erdrheils nach. Neuerdings artet derselbe indeß bereits in eine Hetzjagd oder ein Hindcruißrennen aus, denn es gilt für die braven Waid- männcr, sich schleunigst recht große Jagdreviere zu sichern. Eine Einigung hinsichtlich des einem jeden der beiden Rivalen zukommenden Gebietes scheint ausgeschlossen zu fein, und in Westafrika zum Beispiel soll der Franzmann sogar die Keckheit haben, in John Bulls Revier zu pürscheii. Freilich versäumte dieser, dort seine Förster oder auch nur Waldhüter anzustellcn, und da er solche nun schleunigst in hellen Haufen entsendet, um die Wilderer zu vertreiben, so fürchten viele, von einem baldigen blutigen Zusammenstoß zu hören. Lord Salisbury hat sich redlich bemüht, eine zütliche Einigung mit den Franzosen in Westafrika zu Staude zu bringen. Er wollte die Grenzlinie zwischen Dahomey nach Norden sortsetzcn, bis sie auf das rechte Ufer des Niger stieß, sodaß die Stadt Say und ein beträchtlicher Theil des Nigerufers, südlich von jenem Platze, das Großbritannien bisher als in seiner Julercssensphäre befindlich betrachtete, den Franzosen und Voussa und Nikki den Engländern zngefallcn wäre. Die französischen Unterhändler lehnten indeß den Vorschlag ab, den man in weiteren Kreisen Londons bereits als ein zu weit gehendes Zugeständniß kritisirt hatte. Danach wollte Salisbury auch noch das Gebiet von Nikki aufgebcn und nur Bouffa behalten. Aber auch das genügte Mons. Hauotanx nicht, die Verhandlungen kamen zum Stillstand und England sandte seitdem weitere bedeutende Verstärkungen nach Lagos. Die englische Regierung muß nun entweder Bouffa und das Lagoshinterland besetzen und die daselbst stationirten französischen Posten nach Fußballregeln behandeln, oder eingestehen, daß die Franzosen ihr auch in Westafrika wieder eine gewaltige Niederlage bereitet haben. — Das eigentliche englisch-französische Hludeinißrennen zwischen den Rothröcken und den Roth- hosen findet jedoch im nordöstlichen Afrika statt. Daß die Hindernisse, die die Rivalen zu überwinden haben, keine kleinen sind, geht unter Anderem aus den Erfahrungen der bereits einmal vernichtet geglaubten Marchand-Expedition und dem Umstand hervor, daß der englische Major Macdonald
«6. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: durch den Verlag so Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. tio Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
durch vier Jahrtausende zu bewahren gewußt, ohne deshalb in der Gegenwart nicht mehr lebenskräftig zu erscheinen. Diese Civilisation, die sich im Laufe der Zeit über einen großen Theil von Asien ausbreitete, ist eine durchaus einheimische, von den Chinesen, ohne irgend eine Uebertragung oder Beihülfe von einem anderen Volk, selbst erzeugte. Abgesehen von den undeutlichen Nachrichten der alten Geographen über ein Volk im fernen Morgenlande, welches Seidenzeuge webte, besitzen wir in den Berichten von arabischen Reisenden aus dem neunten Jahrhundert die ersten Beobachtungen der gesellschaftlichen Zustände Chinas, welche Staunen und Bewunderung der Zeitgenoffen erregten. Etwa ein halbes Jahrhundert später kehrte der Venetiauer Marco Polo aus China nach Venedig zurück, und feine Mittheilungen von der Menge feiner Bewohner und ihren Riesenstädten klangen so unglaubwürdig, daß man ihn als einen Schwätzer und Aufschneider verspottete. Jetzt wissen wir längst, daß der Venetiauer ein treuer und gewissenhafter Berichterstatter dessen gewesen ist, was er gesehen und gehört hatte.
Die Seidenzeuge der Chinesen, welche schon der Prophet Hesekiel im Alten Testamente erwähnte, zogen ihnen den ersten Völkernamen zu, und das Wort für Seide in den Sprachen des Abendlandes stammt ans dem Chinesischen. Irdenes Geschirr kannten die Bewohner des himmlischen Reiches schon im Jahre 2698 vor Christus. Wenn in dem Buche Schilling schon 2188 v. Chr. von süßem „Wein" gesprochen wird, so muß zunächst daran erinnert werden, daß erst der chinesische Feldherr Tschang-khien im Jahre 130 n. Chr. den Weinstock und den Weinbau in China einführte, daß
(Nachdruck verboten.)
Chinesische Kultur und Bildung.
Von Pr. I. Heinrich.
Die Ermordung deutscher Missionare in der chinesischen Provinz Shautung, die deshalb erfolgte Besetzung des Hafens Kiau-Tschan durch deutsche Truppen und die Entsendung eines deutschen Kriegsgeschwaders mit dem Prinzen Heinrich nach China haben neuerdings in ganz besonderem Maße die Aufmerksamkeit auf das „himmlische Reich" gelenkt. Ucberall, auf der Straße und in den Salons, in Bier- nnd Kaffeehäusern, bildet China das Thema der Unter» Haltung, und es ist geradezu erstaunlich, was für eine Menge von Jrrthüuicrn über den Bildungsstand der Bewohner Chinas selbst unter vielen Gebildeten noch im Umlaufe sind. Die Einen halten die Chinesen für Halb- barbareu, während bei vielen Anderen sich das Wissen vom himmlischen Reich auf den Zopf beschränkt, den die Chinesen doch erst seit ungefähr 250 Jahren tragen und ablegen werden, sobald die Mandschu-Dynastie fällt, oder auf bie große Maner, welche gegenwärtig weder bewacht noch ausgebcssert wird, und von der man fälschlich behauptet, sie sei von den Chinesen als eine Art spanischer Wand zur Abwehr gegen abendländische Belehrungen errichtet worden. Seit Jahrhunderten, sagen die Bescheidenen, seit Jahrtausenden die Dreisteren, sei China China geblieben, ohne sich vorwärts ober rückwärts zu bewegen. Und doch ist die Civllisation der Chinesen nicht nur eine hochentwickelte, sondern auch uralt und von der aller übrigen Kulturvölker durchaus abweichend, und diese Eigenthümlichkeit hat sich
Serlln, 13.Jammr. Die Reichstags-Kommission für L.a Entwurf, betreffend die Entschädigung der im Wiederaufnahme- Verfahren freigesprochencn Personen, hat heute nach eingehender Generaldebatte die erste Lesung begonnen. In der Debatte lieh dt» Erklärung der Negierung keinen Zweifel darüber, daß eine Ausdehnung der Entschädigung auf Uulersuchungshaft das Scheitern der Vorlage bedeute.
ßerlin, 12. Januar. Die Budget- Kommission be» Reichstags trat heute unter dem Vorsitz des Abg. v.Kardorff in die Berathnng des Neichrhaushalts-Etats ein. Zur Berathnng stand zunächst der Etat für den Reichskanzler und die Reichskanzlei. ES wird beantragt, die Repräfentationsgelder von 18,000 Mk. auf 64,000 Mk. zu erhöhen, da der Betrag von 18,000Mk. zu dem Umfang der Repräfeutationspflichten des Reichskanzlers in keinem Ver- hältniß steht. Die Forderungen des Etats für den Reichskanzler wurden gegen die Stimmen der freisinnigen Volkspartei, der Sozial- dcniokrateu und Antisemiten genehmigt. Auch die übrigen Ansätze des Etats wurden nicht beanstandet.
aber heutzutage die Chinesen die Trauben wohl essen, aber nicht kellern. Der süße „Wein" des Schnking ist daher nichts Anderes als ein Gäningserzeugniß aus Reis, unter Zusatz eines Sauerteigs aus Weizen, während die Branntweinbrennerei erst unter den Mongolenhcrrschern sich ausbreitcte. Auch der Thee wurde im alten China, also unter den drei ersten Dynastiee», schon deswegen nicht gebaut und getrunken, weil sich die Reichsgrcnzen noch nicht über die Hcimath des Theestrauches, nämlich über den Süden, erstreckten. Auch das Theetrinkeu soll erst durch buddhistische Mönche aufgebracht worden sein und ist vielleicht nicht älter als unsere Zeitrechnung. Ebenso gehört das Papier in China unter die Neuerungen, beim seine erste Verbreitung fällt um das Jahr 135 n. Chr., während vorher dünne Bambusbretter feine Dienste ersetzen mußten. Die Tusche wird bekanntlich noch jetzt am vorzüglichsten in China hergestcllt, wenn auch ihre Güte in neuerer Zeit, seitdem Büffelleim statt Hirschhornleim zum Bindemittel des Fettrußes verwendet wird, gesunken ist. Der Druck mit geschnittenen Holztafeln wurde in China 593 ». Chr. erfunden und bereits im Jahre 1310 von dem Araber Raschid beschrieben. Die Kunst, mit beweglichen Lettern zu drucken, gehört der Mitte des zweiten Jahrhunderts u. Chr. an. Natürlich handelte es sich dabei nicht um Buchstaben, sondern es waren bft abgekürzten Silbenbilder der chinesischen Schrift, die au8 beweglichen Stücken aus Porzellan zusammengesetzt wurden, lieber die Anwendung der Magnetnadel, die schon im 12. Jahrhundert v. Chr. in China bekannt gewesen sein soll, finden sich 121 u. Chr. genauere Angaben, und Brillengläser haben sie sicherlich früher geschliffen als die Abcudiündrr. Da»
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Deutscher Reichstag,
O Berlin, 12. Januar.
Am Buudcsratbstische Staalssekretär Rieberding. Die schleunigen Anträge v. Kardorff (ReichSp.) zur Einstellung des gegen den Abg. Meyer-Tanzig schwebenden Privatbeleidignngkprozesses während der Dauer der Session und Auer (Soz.) auf Einstellung des gegen den Abg. Stadthagen schwebenden Strafprozesses wegen Bcleidignng werden angenonimen. Es folgt die Fortsetzung der Berathnng der Novelle zum Gerichtsverfaffungrgefry, zur Strnfprozeßordnung und zur Civilprozeßordming. — Abg. Bnchka (konf.) halt die Erledigung in dieser Session für dringend erforderlich. Gegen eine Ruckwärtsrevision der Civilprozetzordnung müsse er Einspruch erheben. Vielleicht aber entschließt man sich zu einer Verbesserung der Stellung der Son» fnlenteu, über deren Haupt noch immer das Damoklesschivcrt des richterlichen Ermessens schwebe. Der Erhöhung der Revisioussunime könnten seine politischen Freunde nicht zustiinmen. Auch bei der Zwangsvollstreckung wünsche er augemessene Milderung. — Abg. Haase (Soz.) tritt für die Zulassung der Condulenten ein, ist aber gegen die Vorschrift, daß die Justizvenvaltung über die Zulassung entscheiden soll. Die Ränmuugrfristen bei Exmisstonsverurtbeiltcii, welche die Vorlage nur aus Antrag znlasse, sollten in das Ermcffen des Richters gestellt werden und die Zwangsvollstreckungen mühten so geregelt werden, daß der Schuldner in seiner wirthschaftlichen Existenz und in feinem Familienleben nicht rniuirt werde. Redner schließt mit der Erklärung, daß seine Partei Anträge stellen werde, um die Uribeile der Gewerbegerichte, welch Itgiere sich allgemeiner Anerkennung ihrer Thäiigkeit zu erfreuen hätten, vor einer Umgestaltung durch die Civilkammern zu schützen. — Abg. Trimborn (Centr.) ist gegen eine Reform der Prozeßgefetze im großen Stile. Die Regelung der Verhältnisse der Rechts- konsnlente sei von größter Wichtigkeit, denn in Gegenden, wo wenig Anwälte wohnen, seien die NechtSkousuleuten unentbehrlich. Für den Vortermi» könne er sich nicht begeistern, nach den Erfahrnngen, die man bisher mit den Terminanberaumnugeu gemacht habe. Einer Erhöhung der RevisionSsnnime könnt er nicht zustimme». DaS Reichsgericht würde a» feinem Ansehen bedeutend einbüßen, wenn eine Erhöhung einträte. — Staatssekretär Rieberding versichert, daß die Aufrechterhaltung des Ansehens des Reichsgerichts auch den verbündeten Regierungen am Herzen liege. Dies sei mit der Einheitlichkeit der Rechtsprechung und mit der Wahrung des Reichsgedankens eng verbunden. Aber die Gefchäftsüberbürdnug bei den Senaten habe seit 1890 eine» bedenklichen Umsang angenommen. Redner legt ziffernmäßig
hülfsmittel gefunden. — Abg. Lenzmann (freis. Volksp.) hält es für das Beste, die ganze Prozeßordnung aufzuheben und die alte preußische wieder einzuführen. Eine bedauerliche Erscheinung des Gerichtsverfahrens feien die zahlreichen Strafen wegen Ungebühr vor Gericht. Die Hauptschuld an der Ueberlastung des Reichsgerichts trage die Regierung, deren geringe Bewilligung von Mitteln es nicht gestatte, die nölhigen richterlichen Kräfte zu besolden. Den Rach- termiu hält Redner für ein Unding, und für nöthig hält er es, daß der Stand der Rechtskousnleuten der Willkür des EinzelrichterS entzogen werde. Hoffentlich würden in der Kommission eingehende Aeuderungen an der Vorlage vorgenommen. — Staatssekretär Rieberding erwidert, daß es an jeglicher Unterlage für die Annahme fehle, daß an der ArbeitSüberbürdnng des Reichsgerichts fiskalische Rücksichten schuld seien. Das Haus vertagt die Berathnng. Nächste Sitzung morgen 2 Uhr. Tagesordnung: Vierte Lesung be8 Antrags Urenberg und Genoffen, betreffend Aenderuug deS Strafgesetzbuches (sog. lex Heinze). Schluß 6 Uhr. .
die Zunahme der Prozesse seit 1890 beim Reichsgericht dar und bemerkt, daß der Präsident dieses Gerichtshöfe« mit seinen Senats« Präsidenten berathen habe, worauf diese Herren einstimmig zu der Ansicht gekommen seien, daß unter den obwaltenden Verhältnissen Abhiilfe mir durch eine Verminderung der Geschäfte erreicht werden könnte. Auch die verbündeten Regierungen hätten kein anderes Ab-
O Berlin, 12. Januar.
Abgeordnetenhaus.
In der heutigen Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses stand die Präsidentenwahl auf der Tagesordnung. Der bisherige Präsident v. Köller erklärte, daß er das Präsidium jüngeren, rüstigeren Schultern überlassen wolle. Der Abgeordnete Freiherr V.Heeremann widmete Herrn v. Köller für feine Thätigkeit warme Worte der Anerkennung. Hierauf erfolgte die Wahl de» PräsidürmS. Zum Präsidenten wurde der Abgeordnete v. Kröcher mit 317 Stimmen gewählt; derselbe nahm die Wahl dankend an. Alsdann wurden die bisherigen Vicepräsidenten Freiherr v. Heeremau» (Centrnm) und Dr. Krause (nationalliberal) wiedergewählt. — E« folgt der nächste Punkt der Tagesordnung: Entgegennahme von Vorlagen der StaatSregieriuig. Viceprästdent des Staatsministerium», Finanzminister l)r. v. M i g nel, legt dem Hause die allgemeine Rechnung für 1895/96, die Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben für 1896/97 und den Etat für 1898/99 vor. In dem Etat sei die beschlossene Anfbeffernng der Beamtengehälter vollzogen. Die gesetzliche Regeliuig des Finanzwesens werde das Hans im KomptabililätS- gefetz finden. Der Etat balanzire in Einnahme und Ausgabe mit 2,187,000,000 Mk. Von den Ausgaben entfielen 2,055,000,000 Mk. auf den ordentlichen Etat. Die Ausgaben für die Staatsverwaltung seien feit dem Jahre 1880 von 278 auf 501 Millionen gestiegen, und zwar enlsielen von dem Mehrbetrag auf die Zeit von 1890 bis 1898 allein 141 Millionen. Zn den Mehrausgaben hätten die Stenern nichts beigetragen, cs könne daher von einer Ueberlastung der Steuerzahler keine Rede sein. Im Wesentlichen werden die steigenden Ausgaben durch die Betriebsverwaltungen gedeckt. Bei bet Unterrichtsverwaltung feien die Einnahmen nur um 1,947,000 Mk., die Ausgaben aber von 1880 an von 57 auf 140 Millionen gestiegen. Die Erhöhung der Lehrergehälter fei abgeschlossen; es bleibe nun dl«
