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Wiesbadener Tagblatt.

«5. Jahrgang, Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs-Preis; durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. «O Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgasse 27.

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1897.

Mittwoch, den 1. Dezember.

vezirks-Ferusprecher No. 52.

Uo. 560.

Bezirks-Fernsprecher No. 52.

«--- . ... für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für di- Morgen.Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. - Für die Aufnahme sPSter eingereichter Anzeigen zur

A.NZer9en -^nnnczme nächsterfcheinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

Abend-Ausgabe.

Die Thronrede.

Wdli unserem Berliner p-Korrespondenten.) Sn-Hw, 30. November.

Der Reichstag ist heute durch eine vom Kaiser selbst verlesene Thronrede eröffnet worden. Das letzte Mal ist dies in der Tagung von 1894/1895 geschehen, die der Kaiser am 5. Dezember 1894 mit einer Thronrede eröffnete. Beim Beginn der Tagung von 1895/96 verlas der Reichskanzler am 3. Dezember 1895 die Thronrede, und in der letzten Tagung, die nur eine Fortsetzung der vorhergehenden dar­stellte, ist eben deshalb die Eröffnung nicht durch eine Thronrede erfolgt. Unter den Vorlagen, welche die heute verlesene Thronrede ankündigt und deren Einbringung durchweg bekannt war, wird an erster Stelle und mit der größten Ausführlichkeit die Marinevorlage erwähnt. Die Thronrede bezeichnet das, was die Marinevorlage fordert, alsdringende und nicht länger hinauszuschiebende Maß­nahmen". Daß die Regierung sich mit der Absicht trage, die etwaige Ablehnung der Vorlage mit der Auflösung des Reichstags zu beantworten, ist aus der Ankündigung der Vorlage in der Thronrede jedenfalls nicht zu entnehmen. Es ist dies wohl anch aus dem Grunde als wenig wahrscheinlich anzusehen, da die Legislaturperiode ohnehin nur noch ein halbes Jahr dauert. Es könnte vielleicht auffallen, daß hierbei in der Thronrede keinerlei Wünsche oder Hoffnungen in Bezug auf die Stellung­nahme des Reichstags ausgesprochen werden, während der Kaiser bei der Ankündigung der Militär-Strafprozeßreform ausdrücklich bemerkt, erhege die Zuversicht", daß die Volksvertretung hierbeiverständnißvolle Mitwirkung ge­währen" werde. In der Thronrede werden die starken Einschränkungen, welchen die modernen Anschauungen bei der Abfassung der Militär-Strafprozeßreform unter­worfen wurden, alsfür die Erhaltung der Manns­zucht unbedingt nothwendige Forderungen" bezeichnet. Um di« Streitfrage, was hier unbedingt nothwendig ist und was andererseits als unbedingt nothwendige Konsequenz der modernen Rechtsanschauungen, denen auch die Militärbehörden nicht länger Widerstand entgegensetzen dürfen, erscheint, werden sich zweifellos Kämpfe erheben, die denen um die Marinevorlage an Heftigkeit nicht viel nachgeben dürften und die mit diesen wahrscheinlich in einen gewissen politischen Zusanimenhang gerathen werden.

Von den übrigen dem Reichstag zugehenden Vorlagen kommt die größte Bedeutung dem Gesetzentwurf über die Ent­schädigung der im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochenen Personen zu. Soviel bekannt ist, soll dieser Entwurf mit verschiedenen Einschränkungen bepackt sein, die seinen Werth ganz erheblich vermindern würden; aus der Ankündigung der Thronrede ist hierüber noch nichts zu entnehmen. Die Thronrede kündet dann weiter die mit der Einführung des bürgerlichen Gesetzbuchs zusammen­hängenden Vorlagen und die übrigen kleineren Gesetz­entwürfe an, deren Einbringung durchweg schon an­gekündigt worden war. Mit besonderer Betonung wird die

günstige Finanzlage und die Wahrscheinlichkeit steigender Mehreinnahmen hervorgehoben. In warmen Worten thut der Kaiser des wirthschaftlichen Ausschusses Erwähnung, von dem er hofft, daß er zur Schaffung einesgerechten Ausgleichs zwischen den verschiedenartigen Ansprüchen unseres Erwerbslebens" beitragen werde. Der Kaiser stellt als Ziel hin, daß für die Handelsbeziehungen zum Ausland eine feste,den Bedürfnissen der Gegenwart entsprechende Richtschnur" gewonnen werde. Es kann aber kein Zweifel darüber sein, daß für die Gegenwart, die, wie auch der Kaiser einmal betont hat, im Zeichen des Verkehrs steht, Richtschnur nicht dasjenige sein kann, was dem extremen Agrarierthum als handelspolitisches Ideal vorschwebt.

Die Beziehungen zu den fremden Staaten bezeichnet die Thronrede alsdurchaus erfreulich", und sie betont, daß die Begegnungen des Kaisersmit verbündeten und be­freundeten Monarchen"werthvolle Bürgschaften" geliefert hätten. Vielleicht ist es nicht ohne Zusammenhang mit dem chinesischen Konflikt, dessen die Thronrede Erwähnung thut, daß der Kaiser ausdrücklich des Empfanges in Peterhof gedenkt. In der That ist nach Allem, was bisher bekannt geworden ist, kein Zweifel daran, daß das Vorgehen Deutschlands in China die volle Zustimmung Rußlands gefunden hat. In der Thronrede wird über die politische Bedeutung des Vor­gehens gegen China, wie nicht anders zu erwarten war, nichts mitgetheilt. Daß aber dies Vorgehen, selbst wenn cs sich der Mißgunst einzelner Mächte erfreut, zu keinerlei internationalen Verwicklungen führen wird, geht schon aus der vom Kaiser ausgesprochenen Zuversicht hervor, daß wir auch fernerhinder friedlichen Entwickelung Europas und des deutschen Vaterlandes entgegensetzen dürfen".

Eröffnung des Reichstags.

Bei der gestrigen Eröffnung des Reichstag« im weißen Saale de« Königlichen Schlaffes halte» links vom Throne der BundeS- rath, rechts die Generalität und gegenüber die Abgeordneten Anf- stellung genommen. In einer Loge wohnte auch die Kaiserin dem feierlichen Akte bei. Außerdem waren anweiend Prinz Heinrich von Preußen, Prinz Friedrich Leopold und die anderen hier an­wesenden Prinzen. Nachdem Präsident Freiherr v. Bnol ein Hoch auf den Kaiser anSgebracht hatte, bedeckte der Kaiser sein Haupt mit dem Helm, nahm ans der Hand des Kanzlers die gestern telegraphisch mitgetheilt« Thronrede entgegen und Verlar dieselbe mit lauter Stimme. Von der Thronrede wurden die Stelle betreffs Maßnahme in China und der Schluß mit Bravo ansgenoinmen. Nach Rückgabe de» Manu­skripts der Thronrede an den Reichskanzler fügte der Kaiser folgende Ansprache hinzu:Vor zwei Jahren habe ich von dieser Stelle au« vor Ihnen auf das geheiligte Feldzeichen meines ersten Garde- regimentS einen Eid geleistet, das Reich, wie es mir von meinem Großvater überkommen, zu erhalten und seine Ehre im AuSIande zu schützen und zu wahren. Sie find alle damit meine Eideshelser geworden, und ich bitte im Namen des Reiches und dem Beisein des allmächtigen Gottes, daß er Ihnen bcisteheu möge in Ihrer Arbeit, mir zu helfen, die Ehre des Reiches, die ich nicht zu wenig geschätzt habe, meinen einzigen Bruder auch dafür einzusetzen, auch fürderhin nach außen wahren zu Helsen." Der bayrische Gesandte, Graf Lerchenseld, brachte hierauf nochmal« ein Hoch auf den Kaiser auS, in welches die Anwesenden einstimmteu.

* * *

KerU», 30. November. (Deutscher Reichstag.) Am BundeSrathstischc Graf v. Posadowsky und v. Nichthosen. Präsident v. Buol eröffnet um 21/» Uhr die Sitzung unter Berufung auf die bezüglichen Bestimmungen der GcschäftSordilnng und ernennt zu provisorischen Schriftführern die Abgeordueten Braun, Kropatschek,

Pieschel und Herme«. Eiugegangen find an Vorlagen da« Flotten» gefetz nebst Begründung, der Etat, ferner der Etat für die Schutz­gebiete, die Rechnungsübersicht, der Gesetzentwurf, betreffend die Be­stimmungen über Aufnahme von Atten der freiwilligen Gerichts­barkeit, da« Gesetz, betreffend Entschädigung unschuldig Verurtheilte» und die Militär-Strafprozeßreform. Es erfolgte sodann der Namensaufruf; derselbe ergiebt die Anwesenheit von nur 174 Mit­gliedern des Hauses. Präsident v.Buol beraumt die nächste Sitzuna auf morgen, Mittwoch, 1 Uhr an, mit der Tagesordnung: Wahl des Präsidiums und der Schriftführer. Schluß gegen 3 Uhr.

Die Vorgänge in Oesterreich.

Mir», 29. November. (Von unserem Korrespondenten.) Welche Wendung durch des Kaisers Fügung! Das unheilvolle Regime Badeni ist zu Ende, der polnische Graf ist entlnffc» und Freiherr v. Gautsch ist vom Kaiser betraut worden, an sein« Stelle zu treten. Ueber kurz oder lang wird auch das neue Kabinett komplett sei», und die Staatsgeschäfte können wieder ihren Fortgang nehmen. ES war aber auch bereits die höchste Zeit, daß diese Wendung eintrat. Der gestrige Sonntag ließ sich in Wien, wie in Graz tiefernst an. Die Parlaments-Revolution war zu einer Straßen-Revoltc geworden. Die Wiener Ringstraße wurde zum Aktionrplatz der Menge. Tausende, Zehntausende wälzten sich dort, und die wilden Rufe:Abzug Badeni! Fort mit der polnischen Wirthfchaft!" wurden bis in die Bnrg gehölt, deren Thore seit dem Jahre 1818 zum ersten Male vor dem Ansturm der Masse» geschlossen worden waren. Bürger und Arbeiter hatten sich vereinigt, und der Abend droht« gefährliche Ereignisse zu bringen. Die meisten Demonstrircnden hatten in ihren Taschen geladene Revolver verborgen. Seit Jahrzehnten hatten die Wafsengeschäst« in Wien nicht solch' riesige Geschäfte gemacht als in den letzten Tage». Auch das Militär war in großer Bereit­schaft; kleinere Zusammenstöße hatten da und dort bereits statt« gefunden, es halten zahlreiche Verhaftungen und nicht minder zahl­reiche Verwundungen gegeben. Die Husaren machten sich eben bereit, auf die Massen, die nicht weichen wollten, einznhauen, und die Meng« war daran, das wegen der Gararbeitcn aufgewühlte Pstafter der Straßen zum Barrikadenban zu benutzen; die Erbitterung war aufs Höchste gestiegeii. Da kam die erlösende Botschaft:Baden« ist gestürzt!" und beruhigte wie Oel die hochgehenden Wogen dei Volksempörung. Heute herrscht wieder Ruhe in Wien, die Ruhl nach den« Stnrm.

h. Mir», 30. November. Heute Vormittag, 9 Uhr, wurde Ministerpräsident Freiherr v. Gautsch voni Kaiser in Audienz empfange», um demselben solgende Mitgliederliste vorzulcgen: v. Gautschs Präsidiuni und Inneres, Welscrsheimb Landes« vertheidigung, Sektionschcf Dr. v. Böhm Finanzen, Sektionschef Wittek Eisenbahnen, Sektionschef Gras Latour Unterricht, Sektions­chcf Dr. Körber Handel, Seklionschef Dr. v. Ruber Justiz und Sektionschef Graf Wiebrand Ackerbau. Um 12 Uhr Mittags machte Gautsch in der parlamentarischen Kommission der Rechtcu von der erfolgten Kabinettsbildung Mittheilung.

h. Wie», 1. Dezember. Der Gemeinderath hat gestern eine» Beschluß gefaßt, welcher dem Kaiser Dank für die Entlaffung Badenis darbringt. Gestern fand auf Einladung des versaffnug»» treuen Großgrnudbcsitzcs eine Besprechung statt, wobei die Vertreter dieser Gruppen und die der deutschen Fortschrittspartei, deutschen Volkspartei, der christlich-fozialen Vereinigung und der freien deulfchen Vereinigung beschlossen, gegenüber der neuen Regierung solidarisch vorzugehen.

h, Prag, 1. Dezember. Gestern Abend wiederholten fich die Straßenkrawalle in weit stärkerem Maße. Im Deutschen Thcaier, sowie an vier deutsche» Gebäuden wurden die Fenster eiiigeschlagen Dar Tdeatcr wurde von zwei Compagnieen Infanterie besetzt. Die Excessc »ahme» ihren Anfang mit einer Demonstration der tschechische« Studentenschaft, welche vor dem Rathhaus« dem Bürgermeifter eine Ovation bereitet«. Vor dem Deutschen Theater kani cs z» cinem Zusammenstoß des Militär« mit den Excedeuten. Offiziere und Feldwebel gingen mit gezogenem Säbel vor, die Mannschaft mit gefälltem Bajonett. Zahlreiche Personen wurden verletzt. Die Hauptstraßen sind vom Militär besetzt.

(Nachdruck verboten.)

Fernando Corte;, der Eroberer Merikos.

Zu seinem 350-jährigen Todestage, 2. Dezember.

Von Dr. Julius Pasig.

Eins der größten Ereignisse der Entdeckungsgeschichte Amerikas ist die Eroberung von Mexiko durch Fernando Cortez. Obwohl seit der ersten Reise des Columbus bereits Nachrichten über die bekleideten Mayavölker vorhanden waren, dauerte es doch noch mehr als ein Jahrzehnt, bis die Halbinsel Aukatan und Mexiko genauer bekannt wurde. Zunächst befuhr 1513 der Spanier Ponce de Leon die Küsten von Florida und Georgia. Diego Velasquez nahm 1511 Cuba für die Spanier in Besitz, und im Jahre 1517 wurden Antonio de Alaminos und Hernandez de Cordova, als sie mit drei Schiffen von Cuba ausgefahren waren, um von den Bahama-Jnseln Sklaven zu holen, nach dem Kap Caloche auf der mexikanischen Halbinsel Aukatan verschlagen, wo sie eine Sladt mit Thürmen, Wällen und Brunnen, gut gekleidete Bewohner und zum größten Erstaunen auch das Zeichen des Kreitzes, das Symbol des Regengottcs, fanden. An dieselbe Küste kam im Jahre 1518 ein anderer spanischer Edelmann, des Diego Velasquez Neffe Juan de Grijalva, aber ohne weiter« Erfolge; erst einem Helden be­sonderer Art, dem durch Kühnheit und Unerschrockenheit ausgezeichneten Fernando Cortez, war es Vorbehalten, das kühne Wagniß der Eroberung des großen mexikanischen Reiches mittels einer Handvoll Menschen auszuführen.

Fernando Cortez wurde im Jahre 1485 zu Medellin in dir spanischen Provinz Estremadura geboren und sollte nach dem Willen seines Vaters, eines Infanterie- Hauptmanns, wegen seiner schwachen Körperkonstitution,

I aber glänzenden Gcistesgaben Rechlsgelehrter werden. Er kam daher auf die Universität Salamanca, wo er

sich aber mehr mit müßigem Umherschlcndern als

mit Studien beschäftigte. Inzwischen hatte er sich auch körperlich kräftig entwickelt, sodaß der Vater zu dem Ent­schluß des Sohnes, Kriegsdienste zu thun und unter Gonsalvo Cordova gegen die Mauren zu kämpfen, die Ein­willigung gab. Doch plötzlich besann sich der wanderlustige Jüngling eines Andern, er wollte jenseits des Weltmeers eine ruhmvolle Zukunft zu erringen suchen. Da stürzte er wenige Tage vor der festgesetzten Abfahrt von einer steilen Mauer und verletzte sich den Fuß so sehr, daß er ein längeres Krankenlager zu überstehen hatte. Erst zwei Jahre später, im Jahre 1504, konnte der neunzehnjährige, thaten- durstige Jüngling seine Reise in die neue Welt antreten und gelangte auch glücklich nach der Insel San Domingo, wo er Anfangs sich dem Ackerbau widmete und später die Stelle eines öffentlichen Notars bekleidete. Bei den Kriegszügen des Diego Velasquez gegen die aufständischen Indianer und gegen Cuba zeichnete sich Cortez so sehr aus, daß er sich sowohl die Gunst des in­zwischen zum Statthalter von Cuba ernannten Velasquez als auch die Zuneigung seiner Mitkämpfer erwarb. Er heirathete die Nichte des Statthalters und wurde von diesem im November 1518 an die Spitze einer Flotte gestellt, welche das neuentdeckte Goldland Mexiko in Besitz nehmen und unterwerfen sollte. Da jedoch Velasquez seine Wahl bereute und sogar die Verhaftung Cortec befahl, beschleunigte dieser seine Abreise und lichtete unvermuthet die Anker. Auf die Nachricht hiervon eilte Velasquez nach dem Hafen von Santiago de Cuba und sah, wie die Flotte mit vollen Segeln davoneilte. Als Cortez in einem bewaffneten Boot« fich auf

Sprechweite dem Statthalter näherte, rief dieser ihm zu: So verlässest Du mich? Fürwahr ein höflicher Abschied!" Vergebung," antwortete Cortez,die Zeit drängt, und e? giebt Dinge, die ausgeführt werden müssen, sobald sie aus­gedacht sind. Haben Ew. Exccllenz noch etwas zu befehlen?' Nach diesen Worten verabschiedete er sich mit einer höfliche» Handbewegung und begab sich an Bord seines Schiffes zurück. Seine Flotte bestand aus 11 Schiffen mit etwa 600 Mann Besatzung, 16 Pferden und 14 Geschützen. Am 12. Mär­langte er an der Mündung des Rio de Tabasco an und gerieth sogleich in einen heftigen Kampf mit den Eingeborenen. Die Spanier bemächtigten sich der Stadt Tabasco, wären aber beinahe der feindlichen Macht erlegen, wenn nicht Cortez im entscheidenden Augenblick den Feind hoch zu Roß im Rücken angegriffen hätte. Die Er­scheinung der Reiter, die den Eingeborenen ein ungewohnter Anblick waren und wie Ungeheuer vorkamen, bewirkte nnter ihnen einen Todesschrecken. Sie unterwarfen sich, nahmen das Chrjstenthum an und brachten denKindern der Sonne" reiche Geschenke an Gold und Sklavinnen. Unter den letzteren befand sich auch Marina, die Cortez' treue Be­gleiterin wurde und ihm als Dolmetscherin fernerhin die wichtigsten Dienste leistete. Auf die Frage, woher das Gold käme, antworteten die Indianer, nach Westen deutend: Colhua! Mexiko!" Noch an demselben Tage segelte die Flotte ab und landete am grünen Donnerstag 1519 an der Stelle, wo jetzt die Stadt Veracruz liegt. Hier versetzte «r die Mexikaner durch das Schauspiel europäischer Kriegs­übungen in staunende Ehrfurcht. Montezuma, der mächtige Beherrscher des Aztckenreiches, von der Ankunst der Spanier und dem Wunsche ihres Führers, nach der Hauptstadt zu kommen, benachrichtigt, schickte wiederholt