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«5. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezngs-PreiS: durch den Verlag so Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. Gd Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgasse 27

2T,OOO Kbonnentett.

Auzeigcn-PreiS:

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für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. nächsterscheinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

Für die Aufnahme später eingereichtcr Anzeigen zur

N». 516.

Bezirks-Fernsprecher VIo. 52.

Donnerstag, den 4. Uooember.

Bezirks-Fernsprecher No. 52.

1897.

Abend-Ausgabe.

Das Mirrsal in Oesterreich.

Unser Wiener Korrespondent schreibt uns unterm 2. d. M.:

Am Donnerstag sollen die Würfel fallen. Nach der Schlappe am Ende der verflossenen Woche glaubt die Majorität in den nächsten Sitzungen des österreichischen Abgeordnetenhauses einen Sieg erringen zu können. Einen Sieg? Worin kann ein solcher Sieg wohl bestehen? In der Durchführung des Ausgleichsprovisoriums bestenfalls, und zwar auf einer Basis, die noch vor kurzer Zeit von allen österreichischen Parteien gleichmäßig als unbillig perhorreszirt wurde. Fürwahr ein Erfolg, der nicht der Mühen lohnt. Und ist dieses prekäre Resultat unter Ach und Wehe er­reicht, so kommt sofort wieder die schwarze Sorge, die hinter Badeni sitzt, und das ganze Wirrsal ist neuerdings da. Was soll, was kann hieraus Gutes ersprießen? . . Fürwahr eine trübe Perspektive, von welchem Gesichtspunkt immer man die Lage in Oesterreich betrachtet. Aber selbst die Zuversicht der Majorität, daß Donnerstag das Provisorium doch endlich zu Stande kommt, erhält durch die nicht minder große Zuversicht der durch ihren letzten Obstruktionssieg neu gekräftigten Opposition einen beträchtlichen Dämpfer. Nicht zum Geringsten spielt bei den Hoffnungen der Minderheit die Passivität eine neue Nolle, welche die Partei des Barons Dipauli den Bestrebungen der Negierung gegen­über seit der Ablehnung des Sprachenantrages ihres Führers durch Badeni an den Tag gelegt hat. Wohl ist auch diese, die katholische Volkspartei nämlich, betreffs ihres Verhaltens und ihrer zukünftigen Absichten nicht einig . in sich, da, wie bekannt, ein Theil dieser Partei, mit dem Klerikalen Ebenhoch an der Spitze, der Negierung ) gyX unter allen Bedingungen Gefolgschaft leisten will, indeß i WsDipauli und seine Anhänger dies bei einer deutschen

| Martei heute bereits für durchaus unausführbar halten. »ä.Wnch ist es bekannt, daß Ebenhoch hierbei von einer ^WMmbition bestimmt wird, die Befriedigung finden könnte: >, ^Mwaß derselbe nämlich auf die Präsidentenstelle im Ab- I geordnetenhause aspirirt, ein Wunsch, der leicht in Erfüllung t I gehen könnte. Aber so viel ist immerhin sicher, daß i die Negierung nunmehr die Ueberzeugung hat, daß auf W die katholische Volkspartei kein unbedingter Verlaß ist; ja || man will sogar wiffen, daß Baron Dipauli in seinen Ab- W fichten noch weitergehende Ambitionen verfolge als Eben- g hoch, und daß sich auch bereits der Wiener Hof langsam mit dem Gedanken zu befreunden beginne, daß, falls das Chaos noch länger andauert, kein Anderer nach Badeni die Rettung bringen könnte als eben der Tiroler Baron und Führer der Volkspartei Dipauli, d. h. mit anderen Worten so viel, als daß Baron Dipauli bei jenem Theile des Wiener Hofes, der noch immer in den deutschen Traditionen wurzelt, als derkommende Mann" betrachtet wird. Aller­dings erfreut sich Graf Badeni der kaiserlichen Gunst nach wie vor, jedoch kann es nicht geheim bleiben, daß vielen Mitgliedern des Erzhauses die slavischen

(Nachdruck verboten.)

Pariser Kries.

(Von unsereni Korrespondenten.) rodtensest. Manpassant-Denkmal.Paris. Musikalisches. - Theater.

Paris, 2. November.

Die Stadt des lärmenden, leichtsinnigen, lebendigen Lebens feiert heute das Fest der Todten, und merkwürdig genug, dies ist vielleicht das einzige religiöse Fest, welches das unfromme Paris mit einer gewissen Pietät begeht. Das rastlose Getriebe auf den Hauptstraßen und in den großen Geschäften, das bei Tag und bei Nacht, weder an Sonn- noch an Feiertagen etwas von seiner Jntensivität ein- büßt, hat heute eine Unterbrechung gefunden, und man genießt auf den Straßen den ungewöhnlichen An­blick geschlossener Läden. Das Fest selbst aber hat

rin so internationales Gepräge, daß es nichts Be- achtenswerthes bietet, es wäre denn die kleine Ab­wechslung, die Heuer in die traditionellen Todtenkränze und Grabmaldekorationen hineingebracht wurde. Die Kränze- Verkäufcr, die mährend der letzten Tage den Löwenantheil des Pariser Geschäftsertrages einheimsten, wollten auch aus der Höhe der Zeit sein, und da Alles in der Allianz schwelgt, so schufen sie den franco-russischen Palmenzweig Es ist dies eine annähernde Nachahmung jenes Palmenzweiges mit den für Aufschriften bestimmten, an Kettchen hängenden = Medaillons, den der Präsident Faure auf seiner russischen ^M-..Neise am Grabe Alexanders des III. niedergelegt hatte.

Die berühmten Todten jedoch begnügen sich nicht mit irPalmcn und mit Kränzen, sie wollen auch Statuen haben; M>ch läßt diedankbare Nachwelt" sie oft Jahrzehnte | wuin nicht Jahrhunderte lang darauf warten. Eine Aus- 1

Tendenzen der österreichischen Politik geradezu ein Greuel sind. Und auch in der ungarischen Hülste der Monarchie beginnt man bereits die Gefahr zu fühlen, welche den Gesammtstaat durch diese slavischen Tendenzen bedroht. Die gonvernementalen Kreise hüllen sich zwar in diesen Fragen in ein ehernes Schweigen, die un­abhängigen Politiker jedoch, die nachoben" keinerlei Reserve verpflichtet, sagen es ganz offen, daß Ungarn sich mit dem deutschen Elemente verbünden müsse, das den ma­gyarischen Prinzipien nicht feind ist, während die slavische Hochfluth man brauche nur nach Kroatien und Slavonien hinüber zu sehen den ungarischen Staatsgedanken gar leicht ersticken köunte. Ernste politische Faktoren Ungarns machen aus ihren Bedenken kein Hehl und warnen in der ungarischen Presse eindringlich vor den Folgen dieser slavophilen Politik, die in ihren Endergebnissen sogar zu einer Erschütterung der Dreibund - Politik führen kann. Bereits hört man von Sympathie-Kundgebungen im Deutschen Reiche für die unterdrückten Stammesbrüder. Wie lange kann cs so fort gehen, so hört man in Ungarn argumentiren, ohne daß es einmal zu einer nationalen Eruption kommt, die dann auch den so ängstlich gehüteten europäischen Frieden gefährden könnte?! . . . Das sind die Stimmungen und Stimmen hüben und drüben. Mit sorgenvollen Mienen stehen die politischen Weisen an dem Krankenlager Oester­reichs und konstatiren mit tiefer Betrübniß, daß der arme Patient erst am Anfang der Krisis ist.

* * *

n Wien, 3. November. Es steht sehr zu fürchten, daß den deutschen Parteien der Sieg in dem Kampf der Nationalitäten wenigstens durch den augenblicklich beobachleten FeldzngSplan nicht verbleiben werde. Der Kaiser will den Preis nicht zahlen, den sie für die Annahme der Vorlage über den Kompromiß mit Ungarn verlangen, nämlich den Rücktritt BadeniS, und alle Hoffnung, dieses durckzusehen, dürste sich al« trügerisch erweisen. Die Deutschen bauen ihre Zuversicht darauf, daß es zu einer Verständigung betreffs des provisorischen Ausgleichs kommen müsse, aber sie vergessen dabei eins, daß es in die Hand des Herrschers gegeben ist, in anderer Weise ein Provisorium zu schaffen. Die Konstitution verleiht ihm das Recht dazu, denn ein Artikel derselben lautet ausdrücklich:Die gemeinsamen Ausgaben werden nach einem von den beiden Regierungen festgesetzten und Boni Kaiser gntgeheißencn Verhältniß zwilchen Oesterreich und Ungarn vertheilt. Kommt jedoch eine Einignng darüber nicht zu Stande, so kann der Kaiser diese« Verhältniß, aber nicht länger al« auf die Dauer eines Jahre«, bestimmen. So ist e« denn durchaus möglich, daß der Monarch sich zu diesem Schritte entschließt und den ReichSrath vertagt. Die Deutschen werden allerdings deshalb den Kampf nicht ausgeben, sollte ihnen auch die Waffe entwunden werden.

Mir», 4. November. Der heute statlfindenden Abgeordneten­haus-Sitzung, welcher auch der dieserhalb seinen Urlaub unterbrechende Abgeordnete Schönerer beiwohnen wird, sieht man mit großer Spannung entgegen. DieNeue Freie Presse" bemerkt dazu, die Majorität werde, erbittert durch die vorwöchentliche Niederlage und atifgestachelt durch die Negierung, die endlich einen Erfolg ausweisen möchte, voraussichtlich alle Mittel in Anwendung bringen, um da« Ausgleichsprovisorium durchznbringen. Die Opposition wird aber im Angriff und in der Vertheidigung ebenfalls nicht lässig sein, nachdem der Erfolg, den sie am letzten Freitag erzielt, sie gelehrt hat, was durch Zähigkeit und Ausdauer erreicht werden kann.

Wien, 4. November. Die Lage ist unverändert, doch bezweifelt man immer mehr die Möglichkeit der rechtzeitigen Erledignng der AuSgleichSprovisoriums. Die Meldung, daß für den Zusammen­tritt der Delegationen bereit« ein bestimmter Zeitpunkt festgesetzt sei, ist unrichtig, da diese Bestimmung vom Zustandekommen de« AnSgleichs-

nahme hiervon bildet Maupassaut, dessen Denksäule, vom Künstler Raoul Vertret verfertigt, vor einigen Tagen der Ocffentlichkeil übergeben wurde. Wie im Leben des großen Schriftstellers, so sollte auch bei seinem Todedie Frau" eine wichtige Rolle spielen, und man könnte fast sagen, daß ihm weibliche Eitelkeit ein Denkmal gestellt. Eine reiche schriftstellernde Dame hatte durch einen großen Beitrag und Veranstaltung einer Sammlung den nölhigcn Fonds zur Herstellung des Monuments hcrbeigeschasft, jedoch mit der Bedingung, daß ihr eigenes Bild in Lebensgröße neben der Büste des Meisters figurire. Und so ruht sie denn zu Füßen des Piedestals auf einer modernen Chaiselongue im hochmodernen Anzug und gicbt dem Kunstwerk den Charakter einer in Marmor gehauenen Schneider-Neklame. Sie stellt das Sinnbild der Pariserin dar, und ihre Haltung ent­spricht den Worten des Dichters inFort comme la mort: Setze Dich, Liebste! Nimm diesen Band, öffne ihn auf Seite 336 und lies diese Verse! Trinke sie wie den köst­lichsten Wein, jedes Wort schlürfend, und mögen Berauschung und zärtliches Fühlen Dich überfchieichen! Dann lausche auf die Antwort Deines Herzens, schließe das Buch, erhebe Deine Augen, denke und träume." Den Rath befolgt auch die Dame in Marmor, und in Anbetracht dessen, daß der Künstler ihr mit seinem Meißel die Hälfte ihrer Jahre hinwegcskamotirt hatte, macht sie sich garnichl übel.

Die besten Denkmäler jedoch errichten sich bekanntlich die Künstler selbst in ihren Werken. Ein neuer Stein an dem Riesenmonumente, an dem unermüdlich Emile Zola arbeitet, ist fein neuester RomanParis, der vor einigen Tagen int PariserJournal" in Fortsetzungen zu erscheinen anfing und der im Februar n. I. als Buch herausgegeben wird. Mit fieberhafter Ungeduld erwartete Paris dieses Werk, in dem der große Beobachter die unendliche Zahl

Provisoriums abhäugt. Im Gemeiuderath kam es gestern wieder zu tumultuarischeii Sceiieii. Bürgermeister Lueger polemisirte zunächst gegen Professor Mommsen wegen seine« Briefe«. Er sprach ihm da» Versiändniß für die österreichischen Verhältnisse ab. Er gebrauchte gegen Mommsen die Worte:Hände weg!" Dann griff Lueger auch die Schönerianer heftig an, indem er sie persönlich und politisch ehr­lose Gaffenbnben und eine Schande für das deutsche Volk nannte. Darauf entstand großer Lärm, in dessen Verlaus Lueger zwei Schönerianer ausschloß. Diese widersetzten sich, und al« sie den Saal nicht verlassen wollten, ließ Lueger die Anttsdieuer holen. Auch tiefen wurde nicht gefolgt, weshalb Lueger die Sitzung mit der Drohung schloß, er werde den Vorfall der Staatsanwaltschaft an­zeigen. Dieser Vorfall bedeutet den ersten Bruch mit der anti­semitischen Majorität.

Deutsches Deich.

* Aof- und Personnl-Narlirlchte». DerPost" zufolge ist Fürst Max Egon zu Fürstenberg nnnmehr durch königlichen Erlaß auf Grund erblicher Rechte als derzeitiger Besitzer der in den Hoheuzcllernscheu Landen gelegenen Herrschaften Trochtelfingen und Jungnan ins Herrenhaus berufen worden. Wie dasselbe Blatt meldet, wird Major Leutwein zunächst bi« Weihnachten seine Kräfte in den Dienst der Kolonialverwaltnng in Berlin stellen und an den Vorarbeiten für die EtatSanfstellung persönlich th il- nehmen. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß er auch bei den Be- rathnngen im Nnchrtag persöniich anwesend sein wird. Zum Ehrendoktor hat die Gießener Jnristenfaknltät den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten, späteren Präsidenten des ReichS- kanzleramts und preußischen Staatsminister Karl v. H o fm a u n ans Anlaß seines heute statlfindenden 70. Geburtstags promovirt. Das Meininger Regierungsblatt enthält folgende Kundgebung: ES entspricht nicht den Wünschen Er. Hoheit des Herzogs, daß au« seinem vor nunmehr bald 50 Jahren erfolgten Eintritt in die preußische Armee Veranlaffung zu wie man hört, hier und da beabsichtigten Festlichkeiten oder irgend welchen sonstigen Ver­anstaltungen genommen werde, da es ihm - sehr wider seinen Willen nicht vergönnt war, derselben längere Zeit aktiv auzngehörcn."

* Kerlin, 4. November. In Bezug auf den Zwischenfall in Haiti wird derKrenzztg." noch mitgetheilt: Graf Schwerin, stellvertretender Ministerresident in Haiti, gewann die Ueberzeugung, daß ein unter dem Verdacht des Diebstahls verhafteter Deutscher völlig unschuldig fei. Er legte sich mit Nachdruck in« Mittel und erreichte nach anfänglichem Sträuben des Präsidenten der Republik die Freilassung de« unschuldig Verurtheilten.

Ausland.

* Stalle». 3n der Versammlung de« landwirthschastlichen Bundes von Umbrien und Perugia, die soeben stattgesundcu hat, machte Herr Dr. Karl Oblsen die folgenden Vorschläge, welche in der Hauptsache einstimmig angenommen und auf die Tagesordnung de« demnächst in Perugia ftnttfhibenbeu landwirthschaftlichen Kon­gresses gesetzt wnrden:Angesichts der Thatsache, daß die Wieder» bewaldnng der Berge und die Erhaltung der insektenfressenden Vögel Lebensfragen für die italienische Landwirthschaft geworden sind, die eine rasche Lösung fordern, ist nothwendig: 1. Daß die Forstgesetze unbedingt verbessert werden müssen, daß da» obere Personal jung, energisch, unterrichtet und muthig sei und die Aufseherschast genüge in Zahl und Gitte. 2. Die Wiederbewaldnngeu sind obligatorisch und nicht ins Belieben gestellt; ein Fond« von mindestens einer Million sei, wenn'S noth tbut, dazu bestimmt, anstatt fast jede« Jahr den mageren Zuschuß zu verringern, wie zu geschehen pflegt. 3. Ein Gesetz überweise dem Minister 250,000 Francs jährlich zur Verbesserung der Bergweiden und zur Anlegung von Waldpflauzungen. 4. Geeignete Maßnahmen sollen die Wälder vor dem Abnagen de« Weidevieh« nnd dem Raub des Menschen (der Hirten, Jäger, Holzdiebe 2C.) schützen 5. Die Gesetzgebung über die Jagd sei endgültig geregelt, um endlich einmal an« der gegenwärtigen Verwirnnig von sich widersprechenden Anordnungen heianSzukommeu; dieselben sind weder wissenschaftlich noch praktisch zu rechtfertigen. Sie schädigen auf der einen Seite

von Elementen, deren Zusammensetzung den Begriff Paris" ergicbt, in ihren Einzelheiten schildern und als Ganzes zusammeufassen sollte. Und mit welch ver­schiedenen Gefühlen wurde das neue litterarische Ereigniß begrüßt! Die schlaffen Züge und glanzlosen Blicke der jungen Greise auf den Boulevards und in den Vergnügungs­lokalen durchzitterte die Hoffnung, daß der Dichter der Sinn­lichkeit durch neue ungekannte Reize ihre abgestorbenen Nerven elektriflren werde. Mit strengem Stirnrunzeln und catonischem Gesichtsausdruck hatten die Moralprediger ihr Verdammungsurtheil für dengroßen Sittenverderber" in Bereitschaft. Eine kleine Schaar von ernsten Gelehrten hofft auf den Blättern der Wissenschaft neue menschliche Dokumente verzeichnen zu können, die der erste wissenschaft­liche Romancier zu liefern hat. Die überwiegende Anzahl Derjenigen aber, die im Romanfeuilleton vor Allem leichte Zerstreuung und Rühreffekte suchen, besprach mit Eifer die Frage, ob die Fabel des neuen Romans lebendiger und interessanter sei als diejenige des letzten Werkes Rome, das ihnen eine so große Enttäuschung be­reitete. Die ersten imJournal" schon erschienenen Abschnitte geben auf diese Frage noch keine entscheidende Antwort. Mit mächtiger Feder schildert der Autor den Stadttheil Montmartre mit seinen neuen Künstler- und Kaufmanns-Behausungen und auch mit den furchtbaren ver­pesteten Krankheits- und Unglücksherden des Elends. Als Hauptperson begrüßen wfr wieder den Geistlichen Pierre Froment, der in Lourdes und Rom seinen Glauben ein- gebüßt und der in Paris eine neue Religion finden soll die Religion der Arbeit und der Gerechtigkeit, wie uns vom Autor selbst in einer Selbstreklame mitgetheilt wird. Außer dieser Reklame und den tagelang auf den Straßen hermn- gesühUu; Riesenannoncen desJournal" Hal noch ein